DIE
EUROPÄISCHEN LAUBMOOSE
BESCHRIEBEN UND GEZEICHNET
GEORG ROTH
GROSSHERZOGLICHEM RECHNUNGSRAT I. P. ZU LAUBACH IN HESSEN
||
ZWEITER BAND
SCHLUSS DER AKROKARPISCHEN MOOSE UND
PLEUROKARPISCHE MOOSE
LEIPZIG
VERLAG VON WILHELM ENGELMANN
ایب 1905 )
Priniód Ta Germa:
Alle Böochte, besonde rs das de
werden vorbehalten.
Vorwort.
Es gereicht mir zur besonderen Freude, dem ersten Bande meines Buches
über Europäische Laubmoose den zweiten bereits nach Ablauf eines Jahres
folgen lassen zu können. Dies war nur dadurch möglich, dass mir wohlwollende
Unterstützung meiner Arbeit von vielen Seiten zu Teil wurde. Insbesondere
fühle ich mich ausser den bereits im ersten Bande genannten Herren der
Direktion des Botanischen Museums zu Göttingen, den Herren Professor
Marchese A. Bottini, Lektor N. C. Kindberg und E. Adlerz, sowie Herrn
Gymnasialprofessor Matouschek zu aufrichtigem Danke verpflichtet. Sollte
mein Buch genügenden Beifall und raschen Absatz finden, so hoffe ich, auch
die Exoten in gleicher Weise bearbeiten zu können, zumal ich nicht nur
1245 Europäische Laubmoose, sondern auch schon mehr als 3220 ausländische
Arten nach dem Mikroskope gezeichnet habe.
Manche Bryologen sind der Ansicht, dass es genüge, die Umfänge der
Blätter ohne Zellnetz und nur vereinzelte Zellpartien in grösserem Massstabe
zu zeichnen, wie dies bisher fast allgemein üblich war. Dieser Ansicht vermag
ich jedoch nicht beizupflichten; denn gerade durch die Art und Weise, wie
sich die Zellen aneinander reihen und wie die verschiedenartigen Zellformen
bei ein und demselben Blatte in einander übergehen, ergibt sich die wahre
Form und Gestalt des Blattes und lässt sich ersehen, ob dasselbe flach oder
hohl, glatt oder faltig usw. ist.
An alle Freunde der Bryologie richte ich die ergebenste Bitte, auch
fernerhin meine Arbeiten in wohlwollender Weise gütigst unterstützen zu wollen.
Sollte es mir vergónnt sein, eine 2. Auflage meiner „Europäischen Laubmoose*
zu erleben, so werde ich darin alle zu meiner Kenntnis gelangten Wünsche
tunlichst berücksichtigen.
Laubach, den 25. November 1904.
G. Roth.
I*
Sachregister.
Seite
19. Webera th SO t. 31
20. » pulchella (Hedw.). . ۰ ۰ . 32
21: ü m Limp 5. 7.29
6. Gatt. Epipterygium Lindb. . . . 34
1. Epipterygium Tozeri (Grev.) . . 34
7. Gatt. Mniobryum (Schpr.) 35
1. Mniobryum vexans Limpr. 35
ui AOU D ru ae 36
oreale Kaur. . . 37
3, E. sca: fedes bk 97
& Gatt. BESO Dil... wi 38
Subgen. I. Cladodium (Brid) . . . . . 39
A. Ptychostomum (Hornsch.). . < . 39
sk Bish c4. soe و 40
l. Bryun Marre Wil. . . .. .. 40
2. » Med Behpr. „re a x» 40
3. » ngustifolium Kaur EN
4. »- Mrowhu IB. BE). و هرد 42
5. jq rocam Bland a oe 42
6. 2 tenocarpum Limpr 4
7. maritimum Bom. . . . .. 45
b) Zuitisiig oder polygam . 45
8. Bryum ruppinense Warnst. . . .. 45
» pendulum (Hornsch.) . . 46
10. x» vide PhiL. (eus sow 48
11 4 helvelüéeam Phil. . .. .. 48
19 s aein A Brena 49
13 sr mdu Rüthe c i u, 50
l4 = ‚eallistomum Phil. .. .. 51
15 و faveseens Kindb.. ... . . 52
16 s» Ioans Limpr. o -s 4.0.0 . 52
17 s uad Pl TELL 53
18. 4 KOBE PL . 7.3 54
19. » norvegicum Warnst. . . . 54
20. 24 PARDO Ad, |... 55
B. er Hid... 55
A Binhkusrig «5.5, x 56
21. fs er BB v
22. 5» sutum Lind. . . . . . 57
Fam. XXV. Bryac 1
1. Gruppe Aielichhoferiene a PESE
1. Gatt. Mieli ria Hornsch. . . . 2
1: CT ERREUR SIN مه 2
gata Hrs
3. Gatt. Anomobryum Schpr. . .
1. Anomobryum filiforme Mite
2.
5
ا ;
L یه وا نوی = (Wils.) wan pr
rd
Y.
concinnatum (Spruce) . 8
»
js s- Juliforme Solms. . e . . -
„ sericeum (De Lacroix). . . 0
4. vi Plagiobryum Lindb.. . . .. 10
1. Plagiobryum Zierü (Dicks) . . . 1
2. پر demissum (Hrsch.) . . . . 2
6. Gatt. Webera Hedw. . . ....- 13
A O€soodon Dipdb.. . aroe e 18
1. Webera FE uh (tindhih v s 14
B.Fohla (Bedw) ee 14
2. Webera cd (Hornsch. & H.) 15
„ ambigua Limpr. ...-.- 16
3
4. . erassidens (Lindb. . . . . 16
5. „polymorpha (H.&H.)... 17
6
7
8.
„ elongata (Hedw.) . . . . - 18
» AJongicola (Sw) - -> 19
» eruda x bog dh Mx ei 20
€. Euwebera Limpr. . . . - هم 21
9. Webera nutans "(Sehreb) N 21
10. » Schimperi (C. M). . . >: 93
11: » sphagnicola (Br. eur). . . 28
12. „ eueullata (Schwgr.) . . . . 4
13. , Ludwigii (Spreng) . . . . 25
14. „ eommutata Schpr. . - - - 26
15 |. ee
gracilis (Schleich.)
glareola Gre
18. , proligera (Lindb). . . - - 30
و هم ه ۰ ۰ .۰ . - vf Zweihiusig.
65. Bryum fallax Milde. . .... .
66. » oeneum Blytt . ۰ . ۰ ۰
67. » luteseens Bom. . . هه
68. » versisporum Bom. . . -i
Subgen. II. Eubryum C. M. .....
A. Mesobryum Kaurin. . . > . <-
69. Bryum alandense Bom. . . . . .
70. „ lingulanum Bom.
71. », dolomitieum Kaur.. . . .
B. Argyrobryum C. M.
72. Bryum Re Esun ی o
73. بر (0. 3.) . a are
74. . oMündü Be eam...
75. „ oblongum Lindb.
76. بو argenteum L. . . . . ..
VOOR O NS. o 1 .» س
C. Bubryum sens. st... Ti eanu
s) Zwitterlg. ۰ O هو
a) BL . دهع .. vu... .%
77. Bryum Warnstorfi Ruthe . . . .
78. » bimam Sehreb. . ....
79. „ euspidatum Sehpr.. .
80. „ pyenodermum Limpr.
81. و .torquescens Br. eur. . . .
82. » nitidulum Lindb.
83. » mierostegium Br. eur.
84. 4, &arctogaeum Hagen. .
85. „ intermedium (Ludw.). . .
86, ی Mariot Baer. au
87. ی Amen LDudb.. ni
88. » JLomatü Spr...
89. » flexisetum Lindb. . .
90. „ eirrtum H. & H. . .
91. » Sysphinctum Limpr. "
92. » lee De Neh. is v.
93. » subglobosum Schlieph. E s
94. y۰ Jed M. .. ...
95. 5, elathreium Am. !.. . .
96. » eicola Arn. * o.
97. , Angermannieum Arn
98. » delphinense Corb. . . ..
99. 4» eristatum Phil. EM
DEL epe. و همم
100. Bryum Culmannii Limpr. . . .
101. » pseudo-Kunzei Limpr. . .
102. » Garovaglii De Not. *
45 c WU
o 4 w^ ی
bulbifolium Lindb. .
108...
< ۴۳۵ ao:
104. Bryum provineiale
105. „ pumilum Ryan .
Seite
23. Bryum Axel-Blyttii Kaur. . . . . 58
24. , acutiforme Limpr. . . . . 58
b) Zwitterig oder polygam . . . 59
25. Bryum salinum Hagen . . . . . م 59
26. ور eurvatum Kaur. & Arn. . 60
27. n» raum Bow... o 61
28. ی seinem Hagen... ... 61
29. » archangelicum Br. eur. . . 62
€. Eueladodium Limpr. -< s e < + 63
a) Peristomzähne aussen quer-
EA AT 4 4 ous nen 63
30. Bryum opdalense Limpr. . . ۰ . . 6
31. „ purpurascens R. Br 64
82. » Lid Bohpr. .. ... 65
33. „ autumnale Limpr.. . . . - 66
34. , Bergóens Bom. . .... 67
35. 5,» weolinum Lindb. . . . ,. 67
36. „ ealabrieum Warnst. & Fl. . 68
b) Peristomzühne aussen punktiert 69
a 90
Zee s
a) Zwitterig oder polygam . . . . 69
37. Bryum globosum Lindb. . . . . . 69
38 4 ep Dom. os us 70
89. ». murmanicum Broth.. . . . 70
40. » Graefianum Schlieph 71
4l. , Kaurinianum Warnst. . . . 72
42. ». paudicols Schpr.. . . - . 73
43. „OWEN ERDE. 5...» 74
44. ». lapponicum Kaurin 74
45. 4. e Po EET 75
ECE V Mee ble. s. s ose 76
47. eontractum Bom. . . . .. 17
48. „ ammophilum Rathe. . . . 78
9 o; تا BBL... 4 79
50. » cirrferum De Not. ۰ . . . 81
Bio „p einen (Be 81
wc Spam Bobo.. os o 89
» longisetum Bland. . £44. WM
: ^ ndiflorum Arn.. . . . . 83
CUP Therioti nu, . 84
^» Limprichtü Kaurin . . . . 84
» uliginosum ij..."
= ید وا سرت Limpr. (5 N
Vent.
9 mamillatam . Lindh, - ee
re
Seite Seite
o 110 TO UE a 127 D.Maktobryuüm 7... a 164
106. Bryum Lindbergii Kaurin 12 T "ooh oed ci non a 164
107. ars Lüdb s... 198 » neodamense ltzigs. . 165
108. » pallescens Schleich. . . . 198 ue », Obtusifolium Tanib. 166
109. » subrotundum Brid. 130 149. » Jaapianum Warnst. 167
110. » Sauteri Br. eur. 131 150. 5. Duaralh Veoh... 167
111. ». Aum Hagen. os. 132 151. 5». Bürtom Behpr. „u. 168
d) Zweihlstig. cow uci xs 183 | 152. , Reyeri Breid. . . ... 169
a) Doliolidium C. M... . .... 133 | 198. , pallens Swartz . . . . . 170
112. Bryum excurrens Lindb. 133 154. » turbinatum Hedw. 171
113. „ versicolor A. Braun 134 155. „ Scehleieheri Schwer... . 172
114. „ atropurpureum Autor. . . 134 156. a Ends 173
-— e ANME Lok. x i 136 | 9. Gatt. Rhodobryum 75
115. 1 murale Wils ... از 136 1. Rhodobryum roseum (Weis). 175
116. „ Klinggraeffii Schpr. . . 13 Fam XXVL ei er 176
8) Erythrocarpidium C. M. . . .. 138 1. Gatt. Mnium (Dill) . ۰... 177
117. Bryum erythrocarpum Sehwgr. 138 A. Biserratae Limpr .. . . . و 178
118. „ marginatum Schpr. . 140 l.Mmum- hornom L.. . . . aana 178
119. rübens Mit. = p „u... 140 2. » orthorrhynehum Brid. 179
120. „ Bomanssoni Lindb. . . . 141 3. " dines um Lindb.. 180
Y) Alpiniformia Kindb.. . . . . - 149 4. , lyeopodioides (Hook) . 181
121. Bryum Mühlenbeckii Br. eur. . . 142 5. — , riparium Mitt. <... 181
E Mean Ii. . S 143 6. < -„. Biytüi Br eu. . ۰. - 182
193 Wildsshum Jor. IS PER T: » serratum Schrad. |
124. „ gemmiparum De Not.. . 145 8. - وی spinulosum Br. eur.. . 184
125. , Fleischeri Warnst. 146 9. . , spinosum (Voit). . . . . 185
IM dio kmo 146 B. Berratae Limpr > + = orenk 186
5) "Péehopliari RUA. v5 147 10. Mnium undulatum (Lj) . . . . - 186
197. Bryum capillare L. . . ..-.- 147 11. » rostratum Schrad. (eor a
198. , Donianum Grev. 149 12. », Drummondii Br. & Sch... 189
129. „ septemvasale Rth.. 150 13. „ cuspidatum (L). . . - > 189
3 , restitutum De Not. 150 14. e medium Br eur هن 190
130. „ Obconieum Hrnsch 151 15: s More Bland: :- o 192
131. „ elegans Nees v. E 152 16. » Glere (mer) rs 193
139. v HUM Behpr 7... 158 17: m Seligeri JUüÉ . ULES 193
€) Caespitiformia Rth. . . . . م 153 18: 78 dos mud Laurer. . . 194
188. Bryum Jacki C. M... . <. 154 C. Integerrimae Limpr.. . . . .. 194
134. » badium Bruch . .. .- 154 19. Mnium stellare Reich. . . . . - 195
1355. ^, caespitieium L.. . . . - ` 156 20. , hymenophylloides Hüben. 196
136. », Funckii Schwgr. 157 21. » Cinclidioides (Blytt.) . 196
Wo Kusd Hok ea > - 168 | 23. » ponctatum (U)... + ¢ 197
138. „ Comense Behps c. vos 159 23. وه Br. eur. <. 198
139. » Oombae De Not. . . . . 0 2. Ga. Olüclidium Sw. => -o> +, 199
Unbestimmt mi SyMet -r o 160 3: ما stygium Sw. ۰۰ . . 0
140. Bryum Payoti Sehpr. . . . >- 160 "à 4, subrotundum Lindb. ; "t
141. 17 Û No e 161 9. » latifolium Lindb..., 202
149. ,, Baueri Schiffner . . . . 161 4. „ arcticum (Br. eur.) n
143. c Dison Oud. se 162 5. , hymenophyllum (Br. eur.)
144. „ gelidum Hagen ea 162 | Fam. IL. E. o LAU 204
D9 BRosulsta C. M... . ---.-- 168 | 1. Gati. Paludella Ehrh. . . ...- 204
145. Bryum canariense Brid. 163 1. Paludella squarrosa (L.) . . . . 205
NI o
Seite Seite
2. Gatt. Amblyodon P. Beauv. . . . 206 | Fam.: XXX. Timmiaceae. . . . . . .- 240
1. Amblyodon dealbatus (Dicks. . . 206 | 1. Gatt. Timmia Hedw.. . ۰ . 0f
8. Gatt Meesea Hedw. . . . . . -~ 207 1. Timmia megapolitana Hedw. . . 241
1. Meesea trichodes (L.) . . . . . - 207 2. و bavanes Hem . ... .. 242
2. n Alberünü (Alb). ... . - 209 3. ». norvegica Zeit. . . e 243
8. وو longiseta Hedw, . . . . 210 4. » . ansirisea Hedw. . و 244
4. inaqueirs (ie). a هی 210 5. » . elegant Hagen. . .— lL 245
4. Gatt. 5 BE ou 211 | Fam. XXXI. Polytrichaceae . . . . . . 245
1. Catoscopium nigritum Hedw. . . 212 1. Gatt. Catharinea Ehrh, . . ... 247
Fam. XXVIII. Aulacomniaceae . . . . 212 | A. Lepidophyllae Kindb.. . . . . 247
l. Gatt. Aulacomnium Schwgr. . . . 213 1. Catharinea undulata (L.) 247
A. Orthopyxis (Pal. Beauv). . . . 8 : وه MHaussknechtii (Jur. & Milde) 249
1. Aulacomnium androgynum (L.). . 214 ور angustata Brid. . . . . . 249
B. Gymnocybe (Fries)... . . . . 915 5 Diraks BU com d.e S 250
2. Aulacomnium palustre (L.) 215 4. Catharinea tenella Röhl. . . . . 250
8. , turgidum (Wahlenb.) . 216 So oj - 9 rn ee. Ba
Fam. XXIX. Bartramiaceae ۰ ۰ ۰ ۰ ۰ . 217 2. Gatt. Oligotrichum Lam. & De C. ۰ 251
ua . l1. 218 1. Oligotrichum ee (Ehrh.) . 252
1. Bartramia subulata Br. eur. . . 218 3. Gatt. Psilopilum Brid. . 258
9. 4; dthyphylla (Halle). . . . 919 1. Psilopilum laevigatum (Wahlenb.) 253
3. » breviseta Lindb.. . . . . 220 4. Gatt. Pogonatum Pal. Beauv.. . . 254
4. ii Halleriana Hedw. ee DD A. Aloidella DUM S.I. 5
K „ pomiformis E NI 1. Pogonatum nanum (Schreb.) . . 955
6. zc OBB. . . S 2. 2 MM Hed. er 256
$ d (ud fidci os ووو | B. Cephalotrichum C. M 25
L m Oederi See VENUES 224 Pogonstum urnigerum (L.) 257
CGNs GL ais , capillare (Michx.) 258
1. Anacolia هچ nt) cuo. . A95 . Gatt, rene. cod
A Aporotheca Limpr. ... -.. 260
4. Gatt. Conostomum Swartz . . . . 226 1. Polytrichum alpinum L.. . s- . 260
1. Conostomum boreale Swartz. . . 226 » deeipiens Limpr.. . . . . 961
5. Geit. Breutelia Schpr. . ... ... 227 3. „ formosum Hedw. . 262
1. Breutelia arcuata (Dicks) . . . . 227 4. 4 nae DE. ...... 263
6. Gatt. Bartramidula Schpr. . . . . 228 P ۳۵۳۵۱۵۵۵ Lmpk ....2...
1. Bartramidula Wilsoni Br. eur. . . 8 5. Polytrichum sexangulare Flörke 264
7. Gatt. Philonotis Brid. . . . . . - 229 6. „ piliferum Sc 5
A Eiilonotule uox. 230 * » hyperboreum R. Br. . . . 266
1. Philonotis rigida Brid. . . . . . 930 8. و juniperinun Wild... . . 7
A Noli ار a 231 "oo n me Menke 2 0e s 268
Tin au. 9|. ^. » fem be cene . 968
Be... m POSU IE 269
4 cc pd PES. SIS s. 233 12. fragilifolium Lindb. fl. . . 0
5. scd limp V c. 934 | Fam. XXXIL Buxbaumiaceae . . . . . 971
6. » bored (Hagen). .. >- 234 | 1. Gatt. Buxbaumia Haller. . . . . 271
4. „ calcarea Bchpr. . ... . > 235 A. Eubuxbaumia Liadb. . .... 272
8. x desees (Ly)... ... . 996 1. Buxbaumia aphylla L. . .... 2729
9. nc ceo Wise- .. .. 237 B Polvodon Bee s o vos e 273
a... 00۵ ODD. s e 238 2. Buxbaumia indusiata Brid. . . . 278
AL... . Wmns MoL . o. 239 | 2. Gatt. Diphyscium (Ehrh) . . . . 4
49. », . و Jut iil AI 1. Diphyseium sessile (Schmid.). . . 274
Seite
2. Gruppe Neckereae. ۰ ۰ . . . -- 306
1. Gatt. Neckera Hedw. . . . .. - 307
A. Rhystophyllum €. M. . . . .. 307
a) Mit Paraphylien . .. ...- 307
1. Neckera Menziesii Hook. 307
2. „ turgida Jur.. , 308
3. 4, mediterranea Phil. zi 309
4. » ]urasica Am. . . se»... 310
P Ohne Paraphyllien. . . . . +. 311
J. Neckera pennata (L. . . . » - - 311
6. 4 oligoearpa Bruch: 812
3 4 pumila Hedw.. . . . - 313
8. s» ATE) هه E, 314
B. Leiophyllum C. M. .....- 315
9. Neckera complanata (L.) . 315
10. » PeweíLob).:....-.: 316
9. Gatt. Homalia (Brid.) .. >e» 317
1. Homalia triehomanoides (Schreb.) 318
lusitanica Sehpr.. ۰ . » - 319
Fam. XXXVI. Hookeriaceae . - - - - - 320
1. Gruppe Hookerieae . . . . - -- 390
1. Gatt. Pterygophyllum Brid. 321
1. Pterygophyllum lueens (L.) 321
2. Gatt. Hookeria Tayl.. 322
1. Hookeria laetevirens Bod. & Tayl. 322
2. Gruppe Daltonieae Schpr. . 898
1. Gatt. Daltonia Hook. & Tayl. ۰ 824
1. Daltonia splachnoides (Sm.) . . . 4
Fam. XXXVII. Fabroniaceae . ۰ - - - 325
1. Gruppe Fabronieae . ۰ .. .-- 325
l. Gatt. Fabronia vet va c ou qe) 326
1. Fabronia pusilla Raddi . . . . . 526
۱ ^ Apo rn ih) | 327
8. ور Sendtneri Schpr.. . . - - 98
2. -— رس Brid. .
1:
3. Gatt. Habrodon pos
1. Habrodon perpusillus (De Not.)
4. Gatt. Clasmatodon Hook. & Wils. 331
1. Clasmatodon parvulus (Hpe.). . . 332
9. Gruppe Myrinieae
1, Gatt. Myrinia Sch
1, Myrinia pulvinata Wahlenb. . .
à ao y Wr W^ C M AN
wolle Ao cs oc NM
L تست goie dido Sa. مس
IX
Seite
Subtribus II. Pleurocarpae . . . - - 275
Fam, XXXIII. Fontinalaceae . . . - - 275
1. Gruppe Fontinaleae. . . . - - - 276
1. Gatt. Fontinalis (Dill) L. 276
A. Tropidophyllae Card. . . . .. 277
1. Fontinalis antipyretica L. . . . . 277
2. „ &arvernica Renauld. 279
3. ». dolos Omd. . .. .-- 280
4. » . islandica Card. . . .... 281
5. „ gracilis Lindb 281
6. sparsifolia Limpr. 289
T , Kindbergii Ren. & TUE 983
8. » gothiea Card. & Arn.. 983
B. Malacophyllae Card.. . . . . . 284
9. Fontinalis Duriaei Schpr. . . . - 284
10. „ androgyna R. Ruthe 285
11. „ hypnoides R. Hartm 285
12. „ longifolia C. Jensen 286
13. » serata Lindb. . . . .-. ه 287
C. Heterophyllae Card. .... - 288
14. Fontinalis Camusi Card.. . . . - 288
D. Lepidophyllae Card. >.. ==. 288
15. Fontinalis eavifolia Warnst. & Fl.. 288
16. ور thulensis Jens. . . ..- 289
17. 4. Ssquamoéea L. a es 289
18. » . baltica. (Limpr) . - - - * 290
19. . dalecarliea Sehpr. 291
E. Stenophyllae Card. . ..-.-.- 292
20. Fontinalis mierophylla Schpr. 292
21. „ diehelymoides Lindb.. 293
2. Gruppe Diehelymeae . ۰ - - - - 293
1. Gatt. Diehelyma Myrin . . . . - 294
1. Diehelyma falcatum (Hedw.) , 294
2. 4 capillaceum (Dill.). . . - 295
Fam. XXXIV. Cryphaeaceae. . - . - - 296
1. Gruppe Cryphaeeae . . . . . -- 296
1, Gatt. Cryphaea Mohr . . . . - - 297
1. Cryphaea اپ (Dill.) . 297
a UE ae 298
2 ا nn N E 299
1. Gatt. Leucodon Sehwgr. . . - -- 299
1. Leucodon sciuroides (L.) 300
; 4, immersus Lindb 301
2. Gatt. Antitriehia Brid.. . . . . - 301
1. Antitrichia SEREI (Hedw.). 802
2. ور californica Sull.. . - < 303
Fam. XXXV. Neckeraceae. . . - - - - 303
1. Gruppe Leptodonteae . . . - --
Gatt. Leptodon Mohr + 305
1. Leptodon Smithii (Dicks) ۰ ۰ - - 305 |
ENT EL. a iu
TS
our Wer EEE
E A d E Wu c M a CA
las d
DEN EE eget emos ce Tert cse
ER STE
5
و ی a E CY a E
B. وه ی Lindb.
. Thuidium tamariseinum (Hedw.) ۲
— » Jpseudo-tamarisei E
6. , delieatulum (L.).
7. j Philiberti (Philib.) .
8 ,
9
11. j histricosum Mitt.
۲۶۰۹۱۱0 Ball ne Xt
12. Thuidium Blandowii (Web. & M.) .
Fam. XXXIX. Cylindrotheciaceae. . .
1. Gruppe Leseuraeeae .
1. Gatt. Lescuraea Br. eur
1. Leseuraea striata (Schwgr.)
», Saxieola (Br. eur.) .
2. Gruppe Entodonteae Kindb. .
1. Gatt. Platygyrium Br. eur. .
l. Platygyrium repens (Brid.). . . .
2. Gatt. Pylaisia Br. & Schpr, .
1. Pylaisia Vi p (Schreb.) .
2.
» Suecica (Br. eur.)
8. » i (Hedw.)
8: 0s. Matodon CM s sn
1. Entodon eladorrhizans (Hedw.).
9. » Sehleicheri Broth.
8. » Orthocarpus (La Pyl.)
4. » compressus (Hedw.)
3. Gruppe Orthothecieae. . . ...
1. Gatt. Orthothecium Br. eur.
1. Orthothecium rufescens (Dicks.)
2. » intricatum (Hartm) ۰ . .
3. » ehryseum (Schwgr.)
4. و SOMEONE (bor) ی û
5. ao: Binerrulam MOL U.
6. » Durieui (Mont) . . .
4. Gruppe Isothecieae . . . . ...
1, Gatt. Isothecium Brid. .
l. Isothecium myurum (Pollich).
2. » myosuroides (Dill.).
3. » tenuinerve Kindb. . .
Fam. XL. Brachytheciaceae . . . . ...
A. Brachystegiae Limpr. . . . ..
l. Gatt. Homalothecium Br. eur. . .
1. Homalotheeium sericeum I
ER... ۲۳ en:
9. وو Aureolum
vw nc Mur SEU d
2. Gruppe Leskeeae . . ...... 337
1. Gatt. Myurella Br. eur. ..... 338
1. Myurella julacea (Vill) . . . .. 338
2. » &apieulata (Hüben.). . . . 339
8. » Oareyana Sulliv.. . . . . 840
2. Gatt. Pterigynandrum Hedw. . . 341
l. Pterigynandrum filiforme (Timm) 341
3. Gatt. Leskea Hedw. . . . . ... 942
A. Leskeella-Limpr. .. ..... 343
1. Leskea nervosa (Schwgr.) . . . . 843
~ » - rupestris Berggren . . . . 844
" » : inerassata Lindb. . ... 84
AE MINE Lid... ...-. 345
4. Leskea catenulata (Brid.) . . . . 345
5 » tectorum (Al. Bien): «S. BAO
6. » rigidula (Kindb.) . . . . 847
7 » polyearpa Ehrh 948
8 » laifohla Lindb. . .... 949
9. » . grandiretis Lindb 349
Unbestimmt im System . . . . . 849
10. Leskea algarvica Schpr.. . . . . 349
4. Gatt. Anomodon Hook. & Tayl.. . 350
A. Eu-Anomodon Limpr.. . . .. 351
l. Anomodon tristis (Cesati) . . . . 351
2 » minor (P. Beauv.) . . . . 352
9. » 8pieulatus Br. eur... . 952
4. c nlenloné (b^. s 358
B. Pseud-Anomodon Limpr. . . . 354
5. Anomodon attenuatus (Schreb.) . 954
6. » longifolius (Schleich) . . 355
r2 » rostratus (Hedw.) . . .. 356
8. -, subpilifer Arnell. . . . . 857
3. Gruppe Pseudoleskeeae. . . .. 357
1. Gatt. Pseudoleskea Br. eur. . . . 358
l. Pseudoleskea patens (Lindb.). . . 359
» atrovirens (Dicks) . . . . 359
4 "e NM. . s 360
4. بو o Arame Tor. aL 361
4. Gruppe Thuidieae FEQ وا a 362
1 Gatt. Heterocladium Br. eur 369
i Hat 5 hok " h) 363
2. s Rand De. sun .... 364
3. » papillosum Lindb. . 364
4. » Squarrosulum (Voit) . u. Bb
2. Gatt. Thuidium Br. eur. . . . . . 366
A. Mierothuidium Limpr.. . . .. 367
l. Thuidium minutulum (Hedw.) . . ed
2. - , pulchellum De Not.
u o pend inh De xoi)
4. -» gracie Br.
eur. A E e ar
Seite Seite
2. Gatt. Camptothecium Br. eur. . . 408 C. ee سره MINTS 448
7 Camptothecium lutescens dis). 408 Ed MIN S veo usen 448
, aureum (Lagasca): . . . . 409 27. Brachythecium laetum ee . . 448
: „ caucasicum (Lindb.) . . . 410 28. » glareosum (Bruch). . . . 450
4. n es (Sehreb) . . E 411 29. „ tauriscorum Mol. . .. . 451
i : 30 „ albicans (Necker 452
3. Gatt. EUM NE a amd cu 412 21 e dumétoriite CERE Pr
A. Pseudoptychodium . . . . . . 412 39 „ erythrorrhizon Br. eur 453
1. Ptychodium Pfundtneri Limpr. . . 412 33. kedani BE adr 4 0 255 EE
2. , bicolor (Kindb) . . . . . 414 b) E NA ae bise d 455
3. » denudatum (Kindb. . . . 414 84. Brachytheeium rivulare Br. eur. . 455
B Buptyebodiam GS 415 35. 3 latifolium (Lindh): . . . 456
4. Ptychodium plieatum (Sehleieh.) . 415 36. se Bus ARMÉE nc.» 457
5. », hyperboreum C. M.. . . . 416 97. » Geheebii Milde . . ۰ ۰ ۶ 458
6. & MBBS LADIDE. ea 416 crus in Bezug auf die Stellung
1: „ decipiens Limpr.. . e مه 417 a Syse e ود هام inn 49
4. Gatt. Braehythecium Br. eur. 418 38. B Wer eee densum (Milde). . 459
BE im 4s un ES A19 5. Gatt. Seleropodium Br. eur. . . 460
5 Bde ple o ac Ec 419 1. Seleropodium caespitosum (Wils) 461
1. Brachythecium vineale Milde. . 419 * » iMlecebrum (Schwgr.) . . . 462
9. , Mildeanum Schpr. . . . ..490 3. » Ornellanum Mol. . . .. 463
اکن ced رت 44 E A i. 491 B. Eustegiae Limpr. 1897. . . . . 463
3. Brachytheeium vagans Milde. . . 421 | 6. Gatt. Bryhnia Kaurin . . . . . - 463
BrEinhäusig vn 5-0. 499 1. Bryhnia scabrida (Li 464
BR dA or. cS 499 9. وو Novae- ji Fam & L) 465
4. Brachythecium Rotaeanum De Not. 422 | 7. Gatt. Rhytidium (Sul) . . ... 465
5. . salebrosum (Hoffm.) . . . 423 1: nr rugosum (L). . - « - 466
6. „ ligustieum (De Not). . . 425 | 8. Gatt. Myurium Sehpr. . o ME
* „ turgidum Hartm. . . . . 426 1. iron hebridarum Schpr. وا iY;
8 » sericeum Warnst. . . . . 427 | 9, Gatt. مرو و ویو Br. eur. . . . 468
9 پر venustum De Not.. . . . 428 At Panskowis از cio s. 469
10 » olympicum Jur . - £- - bcd 1. Eurhynchium Vets um (Hoffm.). 469
11. » salieinum Br. eur.. . . . 429 9. , diversifolium (Schleich.) . 470
b) Seta oberhalb rauh, abwürts fast glatt ۳ 8-7 wenns BR. o 471
12. Brachytheeium نج V ipao 4. „ deflexifolium (Solms-
18. , eollinum (Schleich.) . m اوه «o5 5 472
14. „ Pplumosum (OW)... 432 5 „ Striatum reb. 473
15. „ populeum (Hedw.) . . . - 434 6 „ meridionale (Schpr.) 475
16. tromsöense Kaur. . . 496 T », striatulum (Spruce) 5
0) Beta. PUR an ee oce dE e 437 8. euchloron (Bruch) . . . . 476
17. an velutinum (L.) . . 437 | B. ده زاو هو Bin 2.004 477
18. „ iraehypodium (Funck) . . 438 9. Eurhynehium germanieum Grebe. 477
19. „ Payotianum Sehpr. . . . 489 10. , velutinoides (Bruch) . . . 478
90. s Daki Rol. ۰. . ..-- 440 11. „ erassinervium (Tayl). . - 479
21. , Starkei (Bri). . - - » - 440 | 12. , Tommasini (Sendt) . . . 481
© „auia Lid. ooo MR | OH. o cinese (Bewer). . 482
23. , rutabulum (L) << <. ¢ 443 14.. - „ - piliferum (idus s . 488
24. » glaciale Br. eur... - - - 445 | C. Oxyrrhynchium Br. eur. . 485
25. „ geldum Bryhn و 446 15. Eurhynchium speciosum (Brid). 485
96. . „ reflexum (Starke) . . . . 47 16.- - و . Stokesü (Tum) . . - - - 486
wu ور i TE AAE
Seite
6. Cratoneuron sulcatum (Schpr.) . 536
T. » irrigatum (Zett.). . . . . 0
3. Gatt. Campylium (Sull) . . . 537
1. Campylium brachycarpum Lind f1 pe
2 » elodes (Spruce) ; 539
3. » ehrysophyllum (Brid.) . 540
4. » protensum (Brid.) . . . . 541
5. » Stellatum (Schreb.). . . . 542
6. » polygamum (Br. eur.) . ۵
4. Gatt. Drepanocladus C. M.. 544
1. Drepanocladus vernicosus (Lindb.) 545
2. » intermedius (Lindb.) . . . 547
3 » Qossoni (Schpr.). . . . . 548
4 ۱۳۱ (SW) > . . 2 548
5. „ uncinatus (Hedw.) . . 550
6. „ Orthothecioides (Lindb.) 551
$ » Contiguus e 552
8 ,„ - Sendtneri (Schpr.) 553
9 » . Wilsoni (Schpr 554
10 » lycopodioides (Brid.) 555
K. » hamifolius (Schpr.) 556
12. » eapillifolius Warnst 557
13 » &duneus (Hedw.) 558
14. » Koeiffii (Br. eur.) 560
15. » pseudofluitans (Sanio) 561
16. » exannulatus (Gümbel) 562
17. » purpurascens (Limpr.) . . 568
18. » Dpseudostramineus (C. M.) . 564
19. „me — ... 565
20. » Sehulzei (Limpr) . . . . 567
21. » brevifolius (Lindb.) 568
22. » badius (Harm) . |... , 569
5. Gatt. Calliergon Sul. . . .... 569
` Calliergon Tundrae (Arn). . . . 570
» eordifolium PRE , 1
i » Richardsoni (Mitt) . 572
4. » giganteum (Schpr.). . . . 573
5. » Stramineum (Dicks) . . . 574
6. » Sarmentosum (Wahlbg.). . 575
Fam. XLII. Hypnaceae . . Cu? ME
1. Gruppe Plagiothecieae . . ... 578
Gatt. Plagiothecium Br. eur... . 578
A. Euplagiotheeium Lindb. . 579
1. Plagiothecium latebricola (Wils.) . 579
2. » piufewm (Sw) . ... , 580
8. » unduatum (L) . .... 581
4. » neekeroideum Br. eur. . . 582
b. سس . بر ee 583
6. „ silvatieum (Huds) . . . . 584
Seite
17. Eurhynchium pumilum (Wils.) 487
18. » Seleropus Br. eur. 488
19. » praelongum (L.) 489
20. „ hians N uuu 490
21. » Sehleieheri (Hedw. fil) . 491
22. Swartzii (Turn. . .. . 492
10. iion Rhynchostegium Br. eur, 493
ER y i (S 0 )494
2 ü اوو (Bland.) . 495
8 „ confertum (Dicks). . . . 496
4 » hereynicum (Hpe). . . . 497
5 5 me (Néck) ,.. v.n 498
6. rusciforme (Neck). . . . 499
M. Gatt. oso chostegiella (Br. eur.) 500
l. Rhynehostegiella tenella (Dicks.). 501
2. 4. cna (Brid)... 508
8 » litorea (De Not.) 508
4 » -Foodsi (mun) :.... 504
5 » Jaequinii (Garov.) 505
Fam. XLI. Amblystegiaceae . . . . . . 506
l. Gatt. Amblystegium Br. eur 507
A. Serpo-Leskea Hpe. . . . . . .
: و ی Sprucei (Bruch) . 508
» eonfervoides (Brid.) 509
» = Subtile Hedw) . . s., 510
B. Euamblystegium Lindb 511
4. Amblystegium serpens (L). . . . 511
5 » Tgescens Limpr.. . . . . 519
6 و Janum (Hedw.) . o. 514
7 » Orthocladon (P. Beauv.) 515
8 » üguum (Wil). .... 516
9. fluviatile (Sw) ..... 518
C. bp اه BE... 51
9
10. Amblystegium radicale ius eren 519
11: 520
12. » hygrophilum "en. s ro NE
18. » Juratzkanum Sehpr. 522
14. , gr: (Schultz) . “+ 4
15. » Upan و :.. 525
16. 24 och Be se -oon 526
17 » leptophyllum Schpr. . 527
18 * ai ni De Not. . 528
2. Gatt. Cratoneuron (Sull) . 529
A Fiiise e. و « 530
1. Cratoneuron filieinum (L.) . .. 580
» Formianum (Fior). . . . 532
3. » euvicaue (Jur). . . . . 532
ui 39۵19 2 فا Ls 533
4. Cratoneuron eommutatum xcd 533
» faleatum (Brid) . . . .
20. Drepanium hamulosum (Br. eur.) .
21. „ &emulans (Breidler)
22. » sSubplieatile CLE
eallichroum (Brid.),
24. Drepanium Lindbergii vL. ;
25. » pratense (Koch.) 3
26. » "Benauldi (Kdb):. art .
3. Gatt: Ctenidium Schpr. . . . . .
1. Ctenidium molluseum (Hedw.) . .
4. Gatt. Ptilium (Sull) ۰ ۰ ۰ . ...
1. Ptilium crista-castrensis (L.) . . .
5. Gatt. Limnobium Br. eur. . . . .
2 9 à Vo EA ute
: Limnobium palustre (Huds.) .
» Subenerve (Br. eur) . .
: » styriacum (Limpr). . . .
4 » arctieum (Sommerf.) . . .
5 » Goulardi (Schpr.)
6 „pm (Sw) > LL
7 4 + alpinum (Schpr). -3 z-
8 yı: Mole DER). s
9. . dilatatum (Wils.)
10. » norvegicum Br. eur. . . .
I. », montanum (Wis) . . .
12, y erum Pr ewm: v
Mackayi (Breidler) .
molinarium (Thom.) ag
5 ادا a ICL oen
15. dien ochraceu
16. » simplicinerve diad
14. u o polare (Lindb) e.:
18 2 mem {WN
19. » lusitanicum (Schpr.) . . .
6. Gatt. Chrysohypnum Hpe.. ..
1. Chrysohypnum Halleri (Swartz)
2. Sommerfeltii rag
hispidulum (Brid.) .
4
3. 2
. Gatt. Acrocladium Mitt. . . . . .
e. Acrocladium cuspidatum (L.) k
8. Gatt. Hypnum Dill. 1718
A 90 ۳۱8 C M... ..
£ Brnom prom L -ecne
y 9
B Hypnopsis Bindb. . ss
4, Hypnum Schreberi Willd.
9. Gatt. Scorpidium (Schpr.) .
1. Seorpidium scorpioides (b).
Seite
7. Plagiothecium Roeseanum (Hpe.). 585
8.
» succulentum (Wils.) . . . 586
9. » dentieulatum (L.) . . . . 587
10. » Ruthei Limpr.. . . * , 9
11. ور Striatellum (Brid.) . . 589
B. Dolichotheca Lindb.. . . . . . 590
12. ne silesiacum (Seliger) 591
» - Bottini (Breidl.) a — oa 592
2. Gatt. Isopterygium Mitt... . . . 593
1. Isopterygium pulchellum er 593
2. „ turfaceum Lindb. . 594
8. » depressum (Bruch). . . . 595
3a. ,, densifolium Lindb.. . . . 596
4. ». Müllerianum (Schpr.). . . 596
5. = oopan (Hook) . -a x 597
2. Gruppe Rhaphidostegieae. . . . 598
l. Gatt. Rhaphidostegium (Br. eur.). 599
* ee demissum 7 599 |
» Welwitschii (Schpr.) . 600 |
3. Gruppe Hypnoae Ci 601
l. Gatt. Heterophyllon Kindb. . . . 602
" Heterophyllon Haldanianum dnd. 602
„ nemorosum (Koch). . . 603
" » Lorentzianum (Mol) . . . 604
2. Gatt. Drepanium (Schpr) . .. . 605
A. Homomallium Schpr. >. 606
1. Drepanium ineurvatum (Schrad.) . 606
2. 4 Byus (Sekip -e ia 607
B. Bodrepsnium .. -. -ar> 608
ME) ۵ ۵ مت v. p 608
3. Drepanium fertile (Sendt.) . 608
4. „ palleseens (Hedw.). . . 609
0. „< pSle لصا = =: > 610
6. en (C. M. &
Bis DA. 44 611
T i Hos (0X... 9H
8. » fastigiatum (Brid.) . . . . 612
9. 4, reeurvatum (Lindb.) . . . 613
10. Sauteri (Br. eur) . . . . 614
b) Zweihüusig Lu qi E RL. 615
11. Drepanium imponens (Hedw.) . . 615
12. », procerrimum (Mol) . 616
13. „ canariense (Mitt.) 616
14. وو Bambergeri a: 617
15. „ Vaucheri (Lesqu.) . 619
16. revolutum (Mitt.) . 620
17. », dolomitieum prm 1 621
18. : eupressiforme DAT: 621
resupinatum (Wils) . - 624
1. Climaeium dendroides L.
| 2. Gruppe Brachycarpae. ... .
l. Gatt. Thamnium Br. eur.. .
l. Thamnium alopeeurum L..
» angustifolium Holt.
Nachträge und Berichtigungen . .
10. Gatt. Hyocomium Br. eur. à
1. Hyocomium flagellare (Dicks.) . .
1l. Gatt. Hylocomium Br. eur. . . .
A. Rhytidiadelphus Lindb. .
1. Hylocomium loreum (L.) à
2 » Cigar SL
3. » Squarosun (L). ۰. ..
B. Euhyloeomium Lindb.. . . . .
4. Hylocomium brevirostre a
5. » pyrenaicum (Spruce) .
Ergänzung 0۶ ۷۵
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Ziekendrath, E., Zweiter Beitrag zur Kenntnis der Moosflora Russlands. Moskau
Fam. XXV. Bryaceae.
Ausdauernde, in Rasen wachsende Erd- und Felsbewohner, an trockenen
wie sumpfigen Standorten, mit unter den Blüten sprossenden, meist längs wurzel-
filzigen Stengeln, zuweilen auch mit achsillären bulbillenartigen Kurztrieben,
wie z. B. bei Br. argenteum. Querschnitt des Stümmchens 5 kantig, mit Zentral-
strang und Tüpfelgewebe, sowie stürker verdickter Rindenschicht, jedoch ohne
besondere Aussenrinde. Bll. mehrreihig, die unteren klein und entfernt, die
oberen grösser, oft schopfig, vorzugsweise eiförmig, lanzettlich, elliptisch oder
spatelfórmig, gesäumt oder ungesüumt, ganzrandig oder gezühnt, mit krüftiger
Rippe. Querschnitt der letzteren in der Regel mit 2—4 einschichtigen, lockeren
Bauchzellen, 2—5 medianen Deutern, einer Begleitergruppe, unterem Stereiden-
band und differentiierten Rückenzellen. Lamina einschichtig, nur der Saum
zuweilen doppelschiehtig. Blattzellen niemals papillós, oft getüpfelt, oben
meist prosenchymatisch, rhombisch bis rhombisch-6 seitig, abwürts mehr parenehy-
matisch-6 seitig bis rektangulär oder fast quadratisch. Blüten (excl. Mielich-
hoferia) terminal, zwitterig, ein- oder zweihäusig, oft polygam, mit fadenförmigen,
nur in den © Blüten zuweilen fehlenden Paraphysen; die 6 dick knospen-
bis fast scheibenförmig, mit zärteren, oft rippenlosen Hüllbll. Kapsel auf längerer,
oben hakig gekrümmter oder gebogener Seta geneigt bis hängend, selten aufrecht,
weder gestreift noch gefurcht, ei-, birn- oder keulenförmig, resp. mit dem Halse
mehr oder weniger birnförmig, mit gewölbtem bis kegeligem Deckel und meist
mit Ring. Haube kappenförmig, klein und hinfällig. Spaltöffnungen normal
phaneropor, zahlreich am Halse, nur bei Mniobryum kryptopor. Als Assi-
milationsgewebe dient vorzugsweise das Schwammparenchym des Halses. Peristom
doppelt, das eine von beiden zuweilen rudimentär, seltener fehlend. Ausseres
Peristom aus 16, nach dem Typus der Diplolepideen gebauten, ungeteilten,
dolehfórmigen, aussen fein papillösen, seltener quergestreiften, in der Regel
nieht durchbrochenen, gegliederten Zähnen gebildet, deren stärker vortretende
innere Lamellen zuweilen noch durch gerade oder schrüge Wünde verbunden
sind; das innere zärter, gelb bis hyalin, teils frei, teils mit dem äusseren
verwachsen, aus einer kielig gefalteten Basilirmembran mit 16 linearen bis
lanzettlichen, kielig gefalteten, ritzenfórmig durchbrochenen oder gefensterten,
resp. klaffenden Fortsützen bestehend, zwischen denen sich noch 1—4 mehr
oder weniger entwickelte, fadenfórmige Wimpern befinden. Letztere bald
rudimentär oder fehlend, bald mit bald ohne Anhängsel, seltener nur knotig
I
Roth, Die europäischen Laubmoose. II.
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gegliedert. Die Grösse der Sporen schwankt von 10— 50 u. Eine genaue
Messung derselben bietet bei dem Bestimmen oft sehr geeignete Anhaltspunkte.
1. Gruppe Mielichhoferieae Schpr. 1851.
Pleurobryeae Schpr. 1860, Oreadeae Lindb. 1879.
Blüten allermeist auf seitenständigen Kurztrieben an der Basis des
Stengels oder der Jahrestriebe. Peristom in der Regel nur einfach ausgebildet,
entweder das äussere mit 16 schmalen, entfernt gegliederten, an der Basis
zusammenfliessenden Zühnen, oder das innere mit kielig gefalteter Grundhaut
und 16 schmalen Fortsützen, seltener doppelt oder fast fehlend.
1. Gatt. Mielichhoferia') Hornsch. 1831.
ln mehr oder weniger dichten, gleich hohen, oben gelblich- oder blüulich-
bis olivengrünen, innen gebrüunten bis schwürzlichen, filzig verwebten Rasen
wachsende Alpenmoose mit fadenförmigen, üstigen, brüchigen, gleichmässig
Sreihig beblütterten Stengeln. Bil. dachziegelig anliegend, klein, eifórmig bis
linear-lanzettlich, mit nach der Spitze zu gesügtem, ungesüumtem Rand und
kräftiger, runder Rippe. Querschnitt der letzteren mit basalen oder medianen
Deutern ohne Begleiter. Blattzellen ziemlich eng, verlängert rhombisch bis
linear, nur an der Basis lockerer, mehr rektangulür bis quadratisch.
Blütenstand zweihüusig, in gemischten Rasen mit seitenstándigen Blüten
auf an der Basis wurzelnden Kurztrieben. Haube sehr klein, schmal und
hinfällig, einseitig geschlitzt und kaum unter den Deckel reichend. Kapsel
auf mehr oder weniger vortretender Seta aufrecht bis niedergebogen, bei
den Europäischen Arten mit dem Halse regelmässig birnförmig, dünnwandig
und engmündig, mit kleinem, kegeligem, stumpfem oder spitzem Deckel und
2 zellreihig sich abrollendem Ring. Äusseres Peristom fehlend, nur das
innere ähnlich entwickelt mit 16 schmal linearen, gegliederten, aus niedriger
Basilärmembran sich erhebenden, zahnartigen, abwärts verbreiterten Fortsätzen.
Wimpern nur rudimentär oder fehlend. Sporen hell rostfarben und fast glatt.
Dass nur das innere Peristom ausgebildet ist, sieht man sehr schön an der
Tasmanischen M. Eckloni Hornsch. Ausländische Arten dieser Gattung waren nach
Jaeg. &S. bis zum Jahre 1879 bereits 28 bekannt, während Brotherus in Engler & Pr.
bereits 58 aufzählt.
1. Mielichhoferia nitida (Funck) Hornsch. 1831.
Weisia Mielichhoferiana Funck 1817, Oreas Mielichhoferi Brid. 1826, Oreas erecta N,
Apiocarpa Mielichhoferi Hüben. 1833; cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 447.
Zweihäusig; die vielblütterigen, dick knospenförmigen 6 Blüten mit
fast rippenlosen inneren Hüllbll. und fadenfórmigen Paraphysen. Dichte, glünzend
: grüne oder glanzlos olivengrüne, 0,5—3 cm hohe, innen braune, durch warzigen
۰ 1) Nach Ober-Bergrat M. Mielichhofer benannt, der von 1799-1899 die Salzburger
. Alpen nach Moosen durchforschte.
ALS M aR
Wurzelfilz verwebte Rasen, mit brüchigen, gleich hoch büschelästigen, 5 kantigen
Stengeln. Bll. steif anliegend, lanzettlich bis lineal-lanzettlich, bis 1,8 mm
lang und stumpflich oder scharf zugespitzt, mit flachem, oben etwas um-
gebogenem, aufwärts gesägtem Rand und runder, kräftiger, meist mit der
Spitze endender, rötlichbrauner Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 bis
3 medianen Deutern und bis zu 4, zum Teil doppelschichtigen Bauchzellen
nebst Stereiden und differentiierten Rückenzellen. Blattzellen gelb- und dick-
wandig, rhombisch-linear, 8 u, abwärts etwas weiter, 10—14 u, mehr kurz
rektangulär bis quadratisch. Innere Perichätialbl. an den Rändern um-
gebogen. Kapsel auf 10—13 mm langer, rötlicher, oben gelblicher, unten
rechts, oben links gedrehter, geschlängelter Seta aufrecht oder nur schwach
geneigt, mit dem gleichlangen Halse birnförmig, gelbgrün bis rötlich, eng- und
rotmündig, mit stumpf kegeligem Deckel und 2— 3-zellreihig sich abrollendem
Ring. Peristom hellgelb, mit niedriger, punktierter Basilirmembran und 16 zahn-
artigen, aus breiterer Basis linearen, gegliederten, an den oberen Gliedern
zuweilen verbundenen, nur schwach papillösen, fast glatten Fortsätzen, oder
auch vereinzelten rudimentären Wimpern. Sporen 14— 18 u, brüunlichgelb und
glatt oder fein gekórnelt. Reife im August und September. Br. eur, Vol. IV,
Tab. 328
Auf verwitterten, eisen-, kupfer- oder alaunhaltigen Schieferfelsen in den
Zentralalpen von 800—2600 m, seltener in Schottland, Skandinavien, den Pyrenäen
und dem Kaukasus; von Oberbergrat Mielichhofer 1814 an der ,Schwarzwand*
in der Grossarl in Salzburg entdeckt. S. III, 8, a und b) BI., c) Kapsel, d) Peristom,
e) Blattquerschnitt; gez. nach einem von Arnold in den Tauern gesammelten Expl.
Var. asperula Breidler, mit längs umgebogenem, weiter herab gesägtem Blatt-
rand und am Rücken rauher Rippe — auf Gneiss- und Glimmerschiefer in Steier-
mark und im Piuzgau in 2300—-2580 m.
2. Mielichhoferia elongata Hornsch. 1831.
Weisia Hornsch. 1820, Weisia compacta Hoppe & H. 1817, W. Mielichhoferiana 8 elongata
Hornseh. 1819, Oreas Brid. 1826, Apiocarpa Hüben. 1833, Oreas Mielichhoferina v. compacta
Lindb. 1879; cf. Rab. Kr. Fl. IV, N
Zweihäusig; die Blüten wie bei voriger Art. Blüulich- oder spangrüne,
seidenglünzende, sehr dichte, 3— 10 und selbst 15 em hohe, innen schwürzliche,
durch glatten, helleren Wurzelfilz verwebte Rasen mit dachziegelig beblütterten,
gleich hoch verüstelten, fadenartigen Stengeln. Bil. kürzer als bei voriger
Art, eifórmig bis eilanzettlich und stumpflieh zugespitzt, hohl und flach-
randig, an der Spitze nur wenig gesägt und mit vor derselben endender,
schwücherer Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 basalen Deutern,
Stereiden und weiteren Aussenzellen. Blattzeilen dünnwandig, rhombisch
und rhomboidisch, 10—15 u, an der Basis mehr rektangulär-6 seitig und 20—25 u.
Innere Perichätialbll. flachrandig, die innersten mit kaum angedeuteter Rippe.
Kapsel auf bis 5 mm langer, nur wenig vortretender, oben bogig gekrümmter,
gelber Seta, horizontal oder herabgebogen, mit dem kürzeren Halse re
QU را
birnförmig, olivengrün bis bräunlich, mit breit kegeligem, kurz gespitztem
Deckel. Zahnartige Fortsätze des Peristoms aus breiterer Basis rasch linear-
pfriemlich, fast fadenförmig, hin- und hergebogen, durch die seitlich etwas vor-
tretenden Leisten knotiggegliedert oder auch mit unregelmässigen Anhängseln
und mehr oder weniger papillös. Wimpern fehlen. Sporen 18—26 u, hellgelb
und glatt. Reife im August und September. Br. eur., Vol. IV. Tab. 329.
An feuchten, berieselten, eisen- und kupferhaltigen Schieferfelsen in den Alpen
von 860—2000 m, auch in Schottland, Skandinavien und den Pyrenäen; von Bergrat
Mielichhofer 1814 zugleich mit der vorigen Art entdeckt.
Var. gracilis Schpr. mit dünneren, stärker verüstelten und dichter, mehr kätzchen-
artig beblätterten Stengeln — mit der Normalform;
var. intermedia Schpr. in dichteren, kleineren Rasen mit schmäleren BlL, aber
lockerem Zellnetz — an trockneren Standorten.
Schimper betrachtete diese Art nur als var. von nitida, weil sie mit der
Normalform der letzteren durch viele Ubergangsformen je nach dem feuchteren
oder trockeneren Standort verbunden ist. S. IH, 9, a und b) BU., c) Kapsel,
d) Peristom und e) Blattquerschnitt; gez. nach einem von J. Breidler an der
Schwarzwand im Grossarlthal gesammelten Expl.
2. Gruppe Bryeae.
Sporogone und و Blüten, sowie meistens auch die 6 terminal am Haupt-
Spross. Peristom doppelt, das innere aus einer kielig gefalteten Membran mit
Fortsätzen und Wimpern gebildet, welch’ letztere jedoch bei manchen Arten
der Gattung Bryum fehlen. Bei der Gattung Stableria ist das innere Peristom
auf 16 kurze, fadenförmige Fortsätze reduziert.
1. Gatt. Leptobryum') Schpr. 1856.
Gelblich- bis freudiggrüne, weiche, etwas lockere, seidenglänzende
Rasen mit zarten, dünnen, schlanken, an der Basis sprossenden und nur am
Grunde bewurzelten Stengeln. Bll. schmal lineal-lanzettlich bis pfriemenfórmig,
die oberen lünger, abstehend hin- und hergebogen, mit breiter, flacher Rippe.
Querschnitt der letzteren etwas an denjenigen von Campylopus erinnernd, mit
2— 6 medianen Deutern und ziemlich homogenen übrigen Zellen, abwärts durch
subkostale Zellen erweitert. Blattzellen schmal, fast linear, oben mehr rhombisch
bis fast wurmförmig, nach der Basis zu mehr linearisch-6 seitig. Blüten zwitterig
und zweihäusig, die d etwas kópfchenfürmig. Haube sehr klein. Kapsel auf
lüngerer Seta geneigt, nickend oder hüngend, klein und birnfórmig, dünn-
wandig und firnissglünzend, mit breit ellipsoidischer bis fast kugeliger Urne,
langem, viel schmälerem Halse und warzigem bis stumpf kegeligem Deckel.
Sporensack klein, gestielt, durch Spannfüden mit dem Assimilations-
gewebe der Kapselwand verbunden. Peristom wie bei Eubryum; die Fortsütze
1 Von Aaike dünn, schlank und 300» Moos
N ee
des inneren Peristoms ebenso wie die Wimpern mit mehr oder weniger langen
Anhängseln.
Ausser der Europäischen Art ist nur noch Z. Wilsoni (Mitt.) aus Tasmanien
bekannt.
l. Leptobryum pyriforme (L.) Schpr. 1856.
Mnium L. 1753, Bryum aureum Huds. 1762, Br. rupeum Neck. 1771. Br. pyr. Wegg.
1780, Webera Hedw. 1787, Brywm pendulum Ehrh. 1791, Br. mnioides Gmel. 1791. Hypnum
W. & M. 1807, en (Webera) Brid. 1826, Leptobryum dioicum Debat 1875; ef. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 449
Zwitterig und zweihäusig; die و Blüten ohne Paraphysen, mit 3 zelligen
Keulenhaaren in den Achseln der Hüllbll. und angrenzenden Laubbll., die fast
kópfchenfórmigen 6 Blüten dagegen mit gelblichen, oben dickeren Paraphysen,
deren verlängerte Endzelle scharf zugespitzt ist. Lockere, weiche, niedrige,
1—2, seltener 2—3 cm hohe, seidenglänzende, gelblich- bis freudiggrüne Rasen
mit meist einfachen, am Grunde braunfilzigen Stengeln. Stümmchen mit sehr
grossem Zentralstrang und kollenchymatischem Grundgewebe, sowohl unter der
Spitze, wie am Grunde sprossend. Untere Bll. kleiu und entfernt, mehr
lanzettlich, die oberen viel länger, schopfig, geschlängelt abstehend, aus
lanzettlicher Basis verlängert pfriemenförmig, rinnig hohl, ganzrandig oder weit
herab entfernt gesägt, mit sehr breiter, flacher, den oberen Pfriementeil
ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—6 medianen Deutern und
im übrigen ziemlich homogenen, verdiekten Zellen. Blattzellen lang und schmal,
oben linearisch, 6 u, an der Basis mehr verlängert rektangulür bis 6seitig und
etwas breiter, 8—10 u. Perichätialbll_ von den angrenzenden Laubbll. kaum
verschieden. Kapsel auf 1—3 cm langer, geschlängelter, dünner, gelbroter
Seta nickend bis hängend, mit dem längeren, etwas gekrümmten Halse dick
birnförmig, bräunlichgelb bis kastanienbraun, firnissglänzend, dünnwandig
und engmündig, mit kleinem, hoch gewölbt warzigem oder stumpf kegeligem
Deckel und einreihigem, grosszellig sich abrollendem Ring. Peristom dieht an
der Mündung inseriert, mit hellgelben, von der Mitte an pfriemenförmig ver-
'schmälerten und gesäumten, papillösen Zähnen, sowie zartem, mit dem Sporen-
sack sich ablösendem, hyalinem inneren Peristom. Peristomzähne mit gegen
30 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms von mindestens !/, Zahn-
höhe, mit gefensterten Fortsützen und mit langen Anhängseln versehenen
Wimpern. Sporen 10—12 oder 14— 20 u, ocker- oder bräunlichgelb und glatt.
Reife im Sommer. Br. eur., Vol. IV., Tab. 355.
Auf feuchtem, schattigem Sand- und Torfboden, auf feuchten alten Feuer-
und Meilerstellen, sowie auch an Mauern und Sandsteinfelsen von der Ebene bis
in die Alpenregion in 2750 m durch ganz Europa verbreitet, auch in Asien und
Amerika nicht selten, insbesondere auch aus Japan, Spitzbergen, Brasilien, Tasmanien
und Neuseeland bekannt; wird schon von Dillen in der Historia musc. von 1741
erwähnt. S. III, 6, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Peristom; gez. nach dahier
bei Laubach ges. Expll.
us و و
Var. minus Husnot, eine kleinere Form mit kürzerer Kapsel und unvollständigen
Wimpern des inneren Peristoms (ohne Anhängsel) — im Wallis in der Schweiz;
var. Hübnerianum Rabh. mit längeren, scharf gesägten Bll. und nicht warzen-
förmigem, mehr kegelförmigem, gestutztem Deckel — bei Lausa in Sachsen. Beides
mehr Formen, wie Varietäten.
2. Gatt. Orthodontium ') Schwer. 1844.
Stableria (Wils.) Lindb. 1878.
Niedrige, zarte Räschen mit ein- oder zweihäusigen Blüten und an der
Basis sprossenden oder auch ästigen, zerbrechlichen Stengeln. Bll. sehr schmal.
hin- und hergebogen, denen der vorigen Art ähnlich, jedoch länger lineal-
lanzettlich bis pfriemlich, mit schmälerer Rippe und an der Basis meist kürzerem,
mehr 6seitigem bis quadratischem Zellnetz. Haube schmal kappenförmig.
Kapsel auf verlängerter dünner Seta aufrecht oder geneigt, schmal ellipsoidisch,
resp. mit dem längeren Halse schmal birnförmig bis schlank keulenfö rmig,
dünnwandig, meist ohne Ring und mit aus konvexer Basis kegelig geschnäbeltem
Deckel. Peristom doppelt, mit 16 glatten, entfernt gegliederten, aus breiterer
Basis rasch linear verschmälerten Zähnen und 16, aus schmaler Basilärmembran
sich erhebenden, kürzeren oder längeren fadenförmigen inneren Fortsätzen, oder
auch ohne Grundhaut.
Nach Jaeg. & S. waren bis zum Jahre 187
Arten dieser Gattung bekannt. Brotherus trennt
nachdem das äussere Peristom kürzer als das innere, oder das innere kürzer als
das äussere ist, in die Gattungen Orthodontium und Stableria. Zu Stableria mit
gleichlangem oder viel kürzerem inneren Peristom zählt er noch 3 ausländische
Arten, während die Gattung Orthodontium mit längerem inneren Peristom bei ihm
20 ausländische Arten umfasst.
9 noch 12 aussereuropüische
dieselbe in 2 Gattungen, je
1. Orthodontium gracile (Wils.) Schwer. 1844.
Bryum Wils. 1839, Stableria Lindb. 1878; ef. Rbh. Kr. FL IV, 2, BR. MIT.
Einhäusig, parócisch; die Antheridien mit fadenfö
paarweise hypogyn in den Achseln der Schopfbll. Etwas kissenförmige, weniger
lockere, gelblich- oder freudiggrüne 0,5—1 cm hohe Räschen mit aufrechten,
spärlich ästigen, am Grunde bewurzelten, zerbrechlichen, dünnen Stengeln.
Untere Bll. klein und lanzettlich, die oberen grösser und schopfig, lang lineal-
lanzettlich und pfriemenförmig verlängert, mit in der Spitze oder dicht vor
derselben endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 basalen Deutern,
4—8 lockeren Aussenzellen und vereinzelten lockeren oder stereiden Füllzellen.
Blattzellen schmal linear und linearisch-6 seitig, 8—10 u, an der Basis lockere t"
kurz 6 seitig oder rektangulür-6 seitig, 18—25 u und hyalin, gegen die Spitze
1-9 Randzellreihen doppelt. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, dünner, hell rötlicher
Seta aufrecht oder geneigt, hellgelb, mit dem längeren oder mindestens gleich-
rmigen Paraphysen
1) Von وم gerade und ó9oís Zahn.
TUM ی
langen Halse schlank keulenförmig, ohne Ring, mit lang geschnäbeltem Deckel
von etwa halber Urnenlänge, entleert verkehrt kegelförmig, weitmündig und
gefurcht. Peristomzähne trocken in die Urnenöffnung eingebogen, feucht gerade
aufrecht, intensiv gelb, lanzettlich-pfriemenförmig, etwas unregelmässig und hier
und da durchbrochen; die kaum '/, so langen Fortsätze des inneren Peristoms
nur an der Basis 2 zellreihig gekielt. Sporen klein und rötlichgelb. Reife
im März. Br. eur., Vol. IV, Tab. 330.
An Sandsteinfelsen in England und bei Finistére im nördlichen Frankreich
selten; von Wilson 1833 bei Helsby und Frodsham in der Grafschaft Cheshire
in England entdeckt. Nach W. Schimper häufiger in Abyssinien. ٩. III, 10,
a und b) Bl., c) Kapsel, d) Peristom, e) Blattquerschnitt; gez. nach einem von
Dr. F. Camus in Frankreich gesammelten Fxpl
3. Gatt. Anomobryum Schpr. ۰
Bryum Sect. Sclerodictyum C. M. 1848.
In weisslichen oder gelblichgrünen, glänzenden, nur am Grunde filzigen
Rasen wachsende, mehr alpine Felsbewohner mit fadenfórmigen, sehr gleich-
mässig kätzchenartig beblütterten Stengeln und Sprossen. Bil. klein, nicht
herablaufend, feucht wie trocken dachziegelig anliegend, mit vor oder in der
Spitze endender, schwacher Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—6 basalen
Deutern ohne Begleiter, stereiden oder substereiden Füllzellen und weiteren
Rückenzellen. Blattzellen im oberen Teile des Bl. schmal rhombisch’ bis
linearisch-wurmfórmig und mehr oder weniger verdickt, im unteren
Teile lockerer und dünnwandiger, mehr hexagonal, resp. rektangulär-6 seitig
und nach der Basis zu kürzer, Blüten zweihäusig, die 6 knöspenförmig.
Kapsel und Peristom wie bei Kubryum.
Auch 12 aussereuropüische Arten dieser Gattung waren nach Jaeg. & S.
bis zum Jahre 1879 bekannt; bis jetzt sind fast doppelt so viel beschrieben.
1. Anomobryum filiforme (Dicks.) Husnot 1888.
Bryum Dicks. 1801, Br. julaceum Smith 1804, Haare ae. De Not. 1869, Bryum
Selerodietyum julaceum C. M. 1848 eb. Bb. Kr. FL IV, Nr.
Zweihüusig in gemischten Ğ und © Rasen; eh Blüten mit zahl-
reichen fadenförmigen Paraphysen. Äussere Hüllbll. der S Blüte aus breit
eiförmiger, hohler, anliegender Basis, abstehend und fast zungenförmig ver-
schmälert, die inneren eiförmig, stumpf und rötlich. Bleich- oder gelbgrüne,
nur am Grunde durch Wurzelfilz locker verbundene, 1—10 cm hohe Rasen
mit fadenförmigen Stengeln und schlanken, steifen, dicht beblätterten, kützchen-
artigen, unter den Blüten entspringenden Innovationen, jedoch ohne Brut-
knospen. Querschnitt des 5kantigen Stämmchens mit Zentralstrang, lockerem
Grundgewebe und engerer, 2reihiger, rötlicher äusserer Schicht. Bll. dicht
dachziegelig anliegend, eiförmig oder elliptisch, stumpf, ohne Spitzchen, hohl
und ganzrandig, nur zuweilen an der Spitze dicht undeutlich gezähnt, mit
vor der Spitze endender, rötlichgelber, runder Rippe. Querschnitt der
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letzteren mit 4—6 basalen Deutern und differentiierten Rückenzellen um eine
Gruppe substereider Füllzellen. Blattzellen aufwürts verdickt, schmal rhombisch
bis linear, 8—9 u, nach der Basis zu locker 6seitig und dünnwandig, 14—18 u.
Zwischenwünde der geschlüngelten oberen Zellen meist breiter oder wenigstens
ebenso breit als das Lumen derselben. Perichätialbll. aufrecht, eilanzettlich
und fast kappenfórmig zugespitzt. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, steifer, oben
hakenförmig gekrümmter, rótlicher Seta herabgebogen bis hüngend, derbwandig,
hellbraun, schmal ud mit bie: ei Halse, meist schwach
gekrümmt, mitkleinem, h ölb itzchen versehenem, rot glänzendem
Deckel und breitem, 2—3 zallreihig sich sbröllendem Ring, Backen unter der
Mündung wenig verengt. Peristom an der Mündung Benet die Zühne des
äusseren unten gelb oder rötlichgelb, hell gesäumt und rasch in eine hyaline
Pfriemenspitze verschmälert, mit bis 30 gleichweit abstehenden inneren Lamellen,
das innere mit lialb so hoher, gefalteter, gelber Membran, gefensterten bis
klaffenden Fortsätzen und vollständigen, mit Anhüngseln versehenen Wimpern.
Sporen 12—18 u, grünlichgelb uud fast glatt. Reife im August. Br. eur.,
Vol. IV, Tab. 382.
Längs der Bachufer oder in der Nähe der Wasserfälle an überrieselten Felsen,
auf feuchtem, humosem Kieselgestein oder auf sandiger Erde in den Alpen von
500—2300 m, namentlich auch in Schottland und Norwegen; aber auch aus Amerika
bekannt. S. II, 14, a und b) BIL, c) Kapsel, d) Perichätialbl., e) stärker vergrösserte
obere Zellen; gez. nach einem von C. E. Correns im Maderaner-Tal in der Schweiz
ges. Expl.
2. Anomobryum concinnatum (Spruce) Lindb. 1861.
Brywm Spruce 1849, Br. julaceum var. concinnatum Wils. 1855, Br. igen Tayl.
1861, ae filiforme var. Boulay 1884, Anomobr. jul. v. Zett. 1866; cf. Rbh. Kr.,
Nr. 4
a bis jetzt nur steril in o Rasen bekannt. Hüllbll. aufrecht,
verlingert lanzettlieh, die innersten kleiner. Ziemlich diehte, oben freudig-
grüne, 1—4 cm hohe, seidenglänzende, bis zu den neuen Trieben filzig verwebte,
innen braune Rasen mit sehr dünnen, aufrechten, fadenfórmigen, fünfkantigen
Stengeln. Bil. etwas lockerer anliegend als bei voriger Art, eifórmig oder
elliptisch und zugespitzt, mit kurzem, etwas zurückgebogenem Spitzchen,
flachem, nur an der Basis umgebogenem Rand und gelblicher, vor oder in der
Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 basaleu Deutern,
homogenen, diekwandigen lunenzellen und nur wenigen differentiierten Rücken-
zellen. Blattspitze zuweilen undeutlich gesägt. Rhombisch-lineare Blattzellen
der unteren Bll. nicht verdickt, bei den oberen nur wenig verdickt und schwach
wurmförmig, 9—12 u; basale Zellen etwas breiter, 12—15 u, bei den grünen
Bil. mit deutlichem Primordialsehlauch. In den Blattachseln befinden sich
oft grünliche oder gebrüunte Bulbillen. Die Zwischenwände zwischen den nur
schwach wurmförmigen oberen Zellen sind kaum halb so breit als deren Lumen.
T Auf humoser Erde an feuchten Felsen und steinigen Abhängen des Schiefer-
. und Urgebirges der Berg- und Alpenregion bis 2450 m, seltener im Kalkgebiet,
۳ Us
im allgemeinen selten; von R. Spruce bei Bagnöres de Luchon in den Pyrenäen
entdeckt und auch aus Norwegen und Schweden bekannt. S. II, 9, a und b) BI.,
c) Sprossende, d) Habitusbild in natürlicher Grösse, e) stärker vergrösserte obere
Zellen; gez. nach einem von J. Breidler bei Schladming in Steiermark an Glimmer-
sh in 2400 m ges. Expl.
3. Anomobryum juliforme Com. de Solms-Laubach 1868.
Bryum Schpr. 1876, Webera Neapolitana De Not. 1869. Bryum campestre Lindb. 1870,
Br. filiforme var. 8 en res 1884 und Anomobryum filiforme var. juliforme
Husnot 1888; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 5
Zweihäusig, gemischtrasig; die dick knospenförmigen, bräunlichen
d Blüten mit zahlreichen Antheridien und Paraphysen und breit eiförmigen,
zugespitzten, fast rippenlosen, rötlichen inneren Hüllbll. Gelbgrüne, lockere,
bis 1 em hohe, goldgelb giänzende Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden
Stengeln und 1—3 unter der Blüte entspringenden, kätzchenförmigen Sprossen.
Bll. dieht anliegend, verlängert eiförmig und zugespitzt oder mit zurück-
gebogenem Spitzchen, die oberen Schopfbll. mehr eilanzettlich und länger
zugespitzt, hohl mit flachem, gegen die Spitze zuweilen fein gesägtem Rand
und zarter, gelber, vor oder in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der
letzteren ähnlich wie bei concinnatum mit nur 2—3 basalen Deutern, 4 bis
5 differentiierten Rückenzellen und etwa 10 stereiden Füllzellen. Blattzellen
im oberen Teile des Bl. sehr diekwandig, lang und schmal, meistens wurm-
fórmig, geschlängelt wie ein- Integralhaken, etwa 9 u, au der Basis locker
6seitig, hyalin oder rótlich und dünnwandig. Zwischenwünde der verdickten,
geschlüngelten Zellen gegen die Spitze mindestens doppelt so breit als deren
Lumen. Perichätialbll. fast doppelt so lang als die Laubbll. und länger zu-
gespitzt, mit in der Spitze endender Rippe. Kapsel auf 1——1,5 cm langer,
dünner, roter Seta horizontal oder geneigt bis aufsteigend, mit dem
allmählich verschmälerten, fast gleichlangen Halse keulig birnförmig, gegen
die Mündung nur wenig oder nicht verschmälert, mit hoch gewölbtem, warzigem,
gelbrotem Deckel und breit sieh abrollendem Ring, entdeckelt unter der Mündung
wenig verengt. Peristom an der Mündung inseriert, kürzer als bei filiforme.
Aussere Peristomzühne abwürts orangegelb, innen mit etwa 30, meist sehr
dichten, nur oben und unten entfernteren Lamellen; die gelbe, faltige Membran
des inneren Peristoms nur 'j so hoch, mit breit gefensterten Fortsätzen und
vollständigen Wimpern mit Anhüngseln. Sporen 10—13 u, gelblich und glatt.
Reife im Frühjahr.
Im Süden an sonnigen, erdbedeckten Felsen, insbesondere in Italien, Süd-
frankreich, Corsika und Portugal, sowie im nördlichen Afrika; von H. Graf zu
Solms-Laubach an sonnigen Abhängen bei Monchique in Algarvien 1866 auf mit
Erde bedeckten Granitfelsen entdeckt. S. II, 11, a bis c) Bll, d) Perichätialbl.,
resp. و Hüllbl, e und f) Bl. — gez. nach einem von Bottini in Italien
ges. Expl.
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4. Anomobryum sericeum (De Lacroix) Husn. 1888.
Brywm De Laeroix 1860, A. leptostomoides se in litt. 1873 und Dr. leptostomum
Schpr. 1876, Br. filiforme v. sericeum Boulay 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 453
Zweihäusig, gemischtrasig; die 6 Bis länglich knospenfórmig mit
nur kurzen Paraphysen und aufrecht anliegenden, eifórmigen oder elliptischen,
kurz zugespitzten, resp. mit kleinem Spitzehen versehenen Hüllbll. Kleine,
niedrige, weisslich oder gelblichgrüne, glänzende Räschen mit 2—3 mm hohen
Stengeln und 3—4 mm langen, fadenförmigen Innovationen und Sprossen.
Bll. klein, dieht dachziegelig anliegend, eiförmig oder elliptisch und kurz
zugespitzt oder mit sehr kleinem Spitzchen, hohl, flach und ganzrandig, mit
dünner, vor oder in der Spitze verschwindender, an der Basis rötlicher, auf-
wärts gelblicher Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—3 basalen Deutern,
differentiierten Rückenzellen und nur wenigen diekwandigen Innenzellen. Blatt-
zellen fast nicht geschlängelt, ähnlich wie bei coneinnatum, an der Basis
rektangulär-6 seitig, meist 18 u und dünnwandig, aufwärts dickwandiger und
schmäler, rhombisch-6 seitig und nur 10—12 u, die oberen Randzellen kurz
rhombiseh oder spindelförmig. Perichätialbll. lanzettlich und ganzrandig. Kapsel
auf 6—12 mm langer, gelbroter, geschlüngelter Seta aufrecht oder geneigt.
schmal ellipsoidiseh, oft etwas schief, mit dem gleichlangen Halse fast keulen-
fórmig, gegen die Mündung verschmälert, rötlichbraun, mit kleinem,
konvexem, mit stumpfer Spitze versehenem, resp. stumpf kegeligem, rotem
Deckel und breit sieh abrollendem Ring, entdeckelt unter der Mündung nicht
eingeschnürt. Am Urnenrand mit etwa 5 Reihen kleinerer, flacher Zellen, am
Hals mit zahlreichen Spaltöffnungen. Peristom meist unvollständig ausgebildet
und im abfallenden Deckel grösstenteils hängen bleibend. Sporen 10— 16 y,
hell rostfarben und glatt oder bräunlichgelb und sehr fein punktiert. Reife
im September.
An feuchten Felsen am Mont-Dore in der Auvergne in Frankreich von
De Lacroix 1852 entdeckt. Sehr selten. S. II, 12, a und b) Bll., c) Habitus-
bild in natürlicher Grósse, d) Spross, e bis g) Kapseln; gez. nach einem von
J. Thériot am Mont-Dore ges. Expl.
4. Gatt. Plagiobryum ') Lindb. ۰
Zieria Schpr. 1856.
Silbergrau oder rötlich angehauchte, niedrige, dichtrasige Alpenmoose
mit aufrechten, schopfig beblätterten Blütenstengeln und Ästen nebst kützchen-
förmigen sterilen Sprossen. Stämmchen mit kollenchymatischem Zentralstrang,
lockerem Grundgewebe und ziemlich dünnwandiger, lockerer Rindenschicht.
Bll. aus etwas herablaufender Basis locker anliegend, hohl, zart und weich
eiförmig und zugespitzt oder verlängert elliptisch und mit Spitzchen, ungesäumt,
mit vor der Spitze endender oder fast stachelspitzig austretender Rippe.
Querschnitt der letzteren mit basalen Deutern nebst Begleitern, rien Rücken-
1) Von zAayıos quer, schief, wegen der schiefmündigen, gekrümmten RR
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zellen und diekwandigen Füllzellen. Blattzellen sehr locker und dünnwandig,
aufwärts rhombisch-6 seitig, abwärts kürzer, an der Basis mehr rektangulür bis
quadratisch. Blüten zweihäusig, mit zahlreichen, rötlichen, fadenförmigen
Paraphysen; die d Blüten dick knospenförmig mit gelben inneren Hiüllbll.
Kapsel auf 5—15 mm langer, dicker, oben gekrümmter Seta horizontal bis
niedergebogen, mit dem sehr langen Halse dick keulenfórmig, gekrümmt,
hochrückig, eng- und schiefmündig, mit kleinem, kegelig gewólbtem, mit
Spitzchen versehenem Deckel und sich abrollendem Ring. Epidermiszellen
der Kapselwand dickwandig. Assimilationsgewebe wie bei Bryum, die innere
Schicht der Kapselwand aus Schwammparenchym gebildet, d. h. aus Zellen
mit armartigen Fortsätzen, die sich zuweilen pallisadenartig strecken. Peristom
doppelt. Das äussere Peristom kürzer als das innere, mit 16 lanzett-
lichen, ungesäumten, abwärts gelbroten Zähnen; das innere Peristom dem
äusseren locker anhängend, mit schmalen, mitten ritzenförmig durchbrochenen,
oben durch vortretende Querleisten knotig gegliederten Fortsätzen und mit
rudimentären Wimpern. Sporen gross.
Aussereuropüische Arten dieser Gatt. sind ebenfalls einige bekannt.
1. Plagiobryum Zierii (Dicks.) Lindb. 1862.
Bryum Dicks. 1790, Mnium Pal. Beauv. 1805. Hypnum W. & M. 1807, Pohlia Schwgr.
1830, Zieria julacea Schpr. 1856, Cladodium Zierii Hampe 1873; cf. Rhh. Kr. Fl. IV. Nr. 454.
Zweihäusig, gemischtrasig, mit gehäuften, dick knospenförmigen
© Blüten, deren grosse äussere Hüllbll. flachrandig und etwas zurückgebogen
sind. Weiche, niedrige, nur selten über 2 cm hohe, innen weinrótliche,
oben silberweiss glänzende, grünliche Rasen mit aufrechten, rotfilzigen Stengeln,
kurzen Innovationen und längeren, runden, kätzchenförmigen, stumpflichen,
dicht dachziegelig beblätterten sterilen Sprossen. Bll. der sterilen Sprosse
sehr hohl, breit eiförmig, flach- und ganzrandig, mit zurückgebogener
Spitze, denen von Bryum argenteum ähnlich; die Schopfbll. der Blütenstengel
grösser, mehr eilanzettlich und zugespitzt, mit an der Basis umgebogenem Rand
und meist vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit
2 basalen Deutern, wenigen Begleitern, einer Stereidengruppe und nur schwach
differentiierten Rückenzellen. Blattzellen aufwärts ohne Chlorophyll, rhomboidisch
oder rhombisch-6 seitig und meist über 18—20 u, nur nach der Basis zu chloro-
phyllhaltig und mehr rektangulär bis rundlich-6 seitig. Perichätialbll. schmäler,
ganzrandig oder undeutlich gezähnt. Kapsel auf bis 1,5 cm langer, schwanen-
halsartig gekrümmter Seta herabgebogen oder horizontal, 4 mm lang, mit
dem sehr langen, gekrümmten Hals von oft doppelter Urnenlänge schief
keulenförmig, buckelig hochrückig, eng- und schiefmündig, bräunlich bis rötlich-
braun, mit 2reihigem Ring und scharf zugespitztem, kegeligem Deckel, entleert
fast aufrecht, mit dunklerem Halse und unter der Mündung nicht verengt.
Zähne des äusseren Peristoms in der unteren Hälfte gelbrot, aussen fein
gekörnelt, innen mit 20—25 Lamellen, nur wenig kürzer, als die
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ritzenförmig durchbrochenen Fortsätze des inneren, dessen gelbliche, gefaltete
Membran die halbe Zahnhöhe erreicht. Sporen 27—40 u, gelblich rostbraun
und warzig-papillös.. Reife im August und September. Br. eur., Vol. IV,
Tab. 341
In schattigen Bachschluchten, an triefenden Felsen und in feuchten, erdigen
Felsspalten der subalpinen und Alpenregion bis 2700 m weit verbreitet, besonders
auf Kalk- und Schiefergestein in der Nähe der Wasserfälle, auch in Norwegen
und Lappland; von J. Zier in England und C. Ludwig im Riesengebirge entdeckt.
Seltener unter 750 m herabgehend. S. II, 3, a und b) Bll, c) Kapsel, d) Blatt-
querschnitte, e) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von J. Breidler
in Kärnthen gesammelten
2. Plagiobryum demissum (Hornsch.) Lindb. 1862.
Meesea Hoppe & Hornsch. 1819, Bryum Hook. 1820, a. Hüben. 1833, Zieria
Schpr. 1856, Bryum parvulum Schleich.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV,
Zweihäusig, ie: die äusseren a der nicht gehäuften
3 Blüten aufrecht abstehend, länglich lanzettlich mit schmal umgerolltem
Rand. Habituell der vorigen Art ähnliche, nur kleinere, niedrige, nie über
2 cm hohe, rötlichbraun angehauchte, dicht rotfilzige Rasen mit lockeren
beblätterten sterilen Sprossen. Bll. nur locker anliegend, eilanzettlich, resp.
elliptisch verlängert, in eine fast stachelartige Spitze oder ein nur kurzes
Spitzchen verschmälert, mit kräftiger, bei den unteren vor, bei den oberen
in der Spitze endender Rippe. Schopfbll. mit längerer Spitze und umgerolltem
Rand. Querschnitt der Rippe oben mit nur 2, abwärts mit 2—4 meist mehr-
schichtigen basalen Deutern, sonst wie bei voriger Art. Blattzellen oben
rhombisch-6 seitig, über 18 u, abwärts nicht breiter, nach der Basis zu fast
rektangulür und etwas schmäler. Perichätialbll. mehr lanzettlich und lang stachel-
spitzig. Kapsel auf dicker, gelbroter, bis 1 em langer Seta anfangs horizontal,
dann weit herabgebogen, mit dem fast gleichlangen, gekrümmten Hals
dick schief keulenfórmig, sehr hochrückig, eng- und schiefmündig, gelblich-
braun, mit 2reihig sich abrollendem Ring und gewólbtem, mit Spitzchen
versehenem oder warzigem Deckel, entleert wieder mehr aufgerichtet. Zähne
des äusseren Peristoms nur an der Basis gelbrot, ohne Papillen, mit bis
12 inneren Lamellen und viel kürzer als die ritzenfórmig durchbrochenen,
oben knotigen, pfriemlichen Fortsätze des inneren, das nur eine niedrige
Basilirmembran mit rudimentären Wimpern besitzt. Sporen 27—36 u, gelbbraun
und papillós, zur Reifezeit noch zu je vier vereinigt. Reife im September.
Br. eur., Vol IV, Tab. 341.
Auf Erdblössen und in Löchern zwischen Gras an humosen, felsigen Abhängen
und auf steinigen Triften der Alpen und Hochalpen von 2100 m aufwärts, auch
in den Pyrenäen, موجن zer Norwegen, sowie aus Nord-Amerika bekannt; von
Schmidt in ۵ n Hooker 1814 auf dem Mont Cenis entdeckt.
S. II, 1, a) Bl, : Schopfbil,, = d) Peristom, e) Habitusbild in natürlicher
Grösse, f und g) Blattquerschnitte; . nach einem von C. Kindberg in Norwegen
gesammelten Expl. :
— 13 —
5. Gatt. Webera ') Hedw. 1782.
Lamprophyllum Lindb. 1867.
Vorzugsweise auf dem Erdboden, nur ausnahmsweise an faulem Holz
wachsende, heerdenweise oder zu Rasen vereinte, mehr oder weniger schlanke
Piünzchen mit einfachen oder üstigen, am Grunde sprossenden Stengeln. In
der Ebene meist lockere, in höheren Lagen und nördlichen Zonen dichtere
Rasen bildend. Stümmchen mit Zentraistrang, sowie lockerem Grundgewebe
und engeren, verdickten Rindenzellen. Bll. an Blütensprossen schopfig, meist
lanzettlieh oder lineal-lanzettlich und nicht herablaufend, seltener breiter
oder herablaufend, mit meist gesägter Spitze und runder, nur selten auslaufender
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 medianen Deutern nebst Begleitern,
sowie doppelten Stereidenbändern (das obere zuweilen fehlend), lockeren Bauch-
zelen und nur wenig differentiierten Rückenzellen. Blattzellen schmal rhom-
boidiseh-6seitig bis linear, an der Basis nur wenig lockerer. Blüten ein-
oder zweihäusig, meist paröcisch oder diócisch, seltener autöcisch, zwitterig
oder polygam; die 6 Blüten bei den diócischen Arten stets knospen- oder
scheibenförmig, mit gelblichen, nach innen kleineren Hüllbll., während bei den
parócischen Arten die Antheridien paarweise in den Achseln der Subperichätialbll.
sitzen. Paraphysen fadenfórmig und nur selten fehlend. Perichütialbll von
den Schopfbll wenig verschieden, nur nach innen kleiner. Kapsel auf ver-
längerter, oft geschlüngelter, oben gekrümmter Seta geneigt bis nickend und
mit dem langen Halse keulenförmig, oder hängend und mit dem kürzeren
Halse birnfórmig bis ellipsoidisch, mit 2reihig sich abrollendem Ring
und meist gewölbt kegeligem, mit Warze oder Spitzchen versehenem Deckel;
entdeckelte Urne gewöhnlich stark verkürzt. Spaltöffnungen normal
phaneropor. Haube klein, schmal und hinfällig. Peristom doppelt, an der
Mündung inseriert und beide in der Regel gleichlang. Das äussere Peristom
aus 16 schmal oder nicht gesäumten, an der Spitze nicht hyalinen, sondern
gelblichen, aussen papillösen, lanzettlichen Zähnen mit nach innen vortretenden
Lamellen gebildet; die schmalen Fortsätze des inneren auf kräftiger, oft sehr
niedriger, gefalteter Membran, meist ritzenförmig durchbrochen oder klaffend.
Wimpern teils rudimentär, teils vollständig, zuweilen fehlend, nie mit längeren
Anhängseln. :
Aussereuropüische Arten dieser und der beiden folgenden Gattungen waren
nach Jaeg. & S. bis zum Jahre 1879 noch 38 bekannt, wührend von dieser Gattung
allein in Engler & Pr. bereits 87 aufgezühlt werden.
A. Cacodon °) Lindb. Rev. br. 1883.
Kapsel aufrecht und regelmässig. Blüten diöcisch. Inneres Peristom
sehr rudimentür, meist auf die kielfaltige Membran reduziert.
1) Benannt nach G. H. Weber, Professor in Kiel, geboren zu Góttingen am 27. Juli
1752, gestorben zu Kiel den 7. Juli 1828. = a
?) Von #azés schlecht, untauglich und ödors Zahn wegen des unvollständigen inneren
Peristoms.
—
FEN IET T ee Be I, ا ن MET
EN c qu A
1. Webera erecta (Lindb.) Rev. br. 1883.
Pohlia Lindb. 1883, Mielichhoferia Kdb. 1888, M. defecta Sanio 1883; cf. Rbh. Kr.
FI. IV, 2, S. 289.
Zweihäusig, gemischtrasig; die 6 Blüten mit vielen Antheridien und
zahlreichen kürzeren, fadenfórmigen Paraphysen. Gesellig oder zu lockeren,
schwärzlichgrünen Räschen vereinte, nur wenige mm bis 1 cm hohe, schopfige
Pflànzchen mit meist 5—6 mm langen, dicht anliegend beblütterten, fast kützchen-
artigen, fadenförmigen, grundständigen Sprossen. Nur die letzten Jahrestriebe
sind heller freudiggrün. Bil. steif aufrecht, trocken glänzend, die unteren
kleiner, lanzettlich bis eilanzettlich und etwas herablaufend. die Schopfbll.
länger, schmal lineallanzettlich, mit flachem Rand, undeutlich gezähnelter
Spitze und weit vor derselben verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren
mit nur 2—3 medianen Deutern nebst Begleitern, 3—4 lockeren Bauchzellen,
6—8 differentiierten Rückenzellen und einer Gruppe von etwa 6— 10 inneren
Stereiden. Bll. der Sprosse mehr eilanzettlich und fast ganzrandig. Blatt-
zellen nach der Spitze zu rhombisch-6 seitig, etwas derbwandig, 10—12 u, nach
der Basis zu dünnwandig, mehr linear, nahe der Insertion lockerer. rektangulür-
6seitig und 15—18 u. Kapsel auf 8—12 mm langer, geschlüngelter, rótlich-
gelber Seta aufrecht, an ۵۵ erinnernd, nur 1—1,5 mm lang, braun
und derbwandig, mit dem etwas kürzeren Halse fast keulenfórmig, mit breitem,
3zellreihig sich abrollendem Ring und kurz kegeligem, stumpflichem oder
spitzem Deckel, entdeckelt weitmündig und fast kreiselfórmig. Am Urnenrand
nur wenige, 2—3 Reihen kleiner, rundlich-6 seitiger Zellen. Peristomzühne nur
0,24 mm, resp. halb so lang als bei crassidens, gelb, aus breiterer, unten zu-
sammenfliessender Basis rasch lanzettlich verschmälert, aussen fein punktiert,
innen mit 12—15, oben entfernten, unten engen, niedrigen Lamellen. Inneres
Peristom unvollstindig ausgebildet, meist nur eine kielfaltige Membran von
1/, Zahnhóhe, nur zuweilen die schmalen, ritzenfórmig durchbrochenen Fortsütze
den äusseren Zähnen in Bruchstücken anhängend. Sporen 14—18 u, gelb-
bräunlich und fein papillös. Reife im Spätsommer, Juli und August.
Von Ch. Kaurin bei Opdal auf dem Dovrefjeld in Norwegen an den Fluss-
ufern im August 1880 entdeckt. S. VIII, 5, a) Habitusbild in natürlicher Grösse,
b) BL, e) Schopfbl., d) Sprossbl, e und f) Kapseln; gez. nach einem von Ch. Kaurin
erhaltenen Originalexpl.
B. Pohlia (Hedw.)!) Schpr. 1856.
Eupohlia Lindb. 1879.
Kapsel meist langhalsig und schlank, geneigt bis horizontal,
seltener nickend, trocken nicht verkürzt. Zellen der Kapselwand mit geraden
Wänden. Inneres Peristom mit niedriger, gefalteter Membran, schmalen Fort-
sätzen und ohne oder mit nur rudimentären Wimpern. Blüten meist paröeisch
oder autöeisch.
7) Nach Joh. Em. Pohl, Leibarzt zu Dresden 1787 benannt.
RR
2. Webera acuminata (H. & H.) Schpr. 1856.
Pohlia Hornsch. 1819, P. gracilis Hübener 1833, Bryum Br. eur. 1839, W. elongata
3 acuminata Schwgr. 1830; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 456.
Einhäusig, autöcisch, zuweilen mit vereinzelten ^ Blüten; die ق endstündig,
dick knospenförmig auf kürzeren oder längeren Sprossen, in der Regel
neben 1—3 schlanken و Knospen, mit breit eiförmigen, lanzettlich zugespitzten,
gelblichen, fast rippenlosen, resp. undeutlieh gerippten inneren Hüllbll., langen,
fadenförmigen, gelblichen Paraphysen und zahlreichen gelbbräunlichen Antheridien.
Habituell an kleinere Formen von elongata erinnernde, mehr oder minder dicht-
rasige, nur wenige mm bis 4 cm hohe, etwas glänzende Rasen mit schopfig
beblätterten, roten, nur am Grunde wurzelnden, schlanken Stengeln und vielen
Sprossen. Untere Bll. klein und entfernt, eilanzettlich und tlachrandig, mit
weit vor der Spitze verschwindender Rippe, die oberen schopfig, steif aufrecht ^
mehr lineal-lanzettlich, spitz, «mit abwärts schmal umgebogenem, oben flacliem,
unregelmässig gesügtem Rand und in der Spitze endender oder kurz aus-
tretender, kräftiger Rippe. Querschnitt der letzteren oben rund, mit 2 medianen
Deutern nebst Begleitern, 4 Bauchzellen, doppelt so viel differentiierten Rücken-
zellen und zahlreichen Stereiden, abwürts mehr bikonvex, mit 4 medianen
Deutern, 8 teilweise mehrschiehtigen Bauchzellen und oft noch durch eine
Reihe doppelter Laminazellen erweitert. Zwischen Bauchzellen und Deutern
mitunter auch einzelne Stereiden oder Substereiden. Blattzellen schmal, 8 bis
9 u, etwas verdickt, fast linearisch, resp. linear-6 seitig, oben zuweilen etwas
gewunden, nach der Basis zu mehr rektangulär, nicht getüpfelt. Kapsel auf
0,5—2 cm langer, roter, oben bogig gekrümmter Seta horizontal oder nickend,
mit dem gleichlangen Halse schlank keulenfórmig, 3—4 mm lang, hell
rótlichbraun, trocken unter der Mündung nur wenig verengt, mit aussen rotem,
2reihig sich abrollendem Ring und meist spitz kegeligem, etwas geschnübeltem,
gelbem, rotrandigem Deckel, entleert aufgerichtet. Zähne des äusseren Peristoms
rötlichgelb und nicht gesäumt, resp. nach der Br. eur. sehr schmal gesäumt.
Inneres Peristom mit kielfaltiger Membran von noch nicht !/—'. Zahnhöhe,
schmalen, linearen, nur ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und meist ohne
Wimpern. Sporen 18—24 u, ockergelb bis rótliehbraun und feinwarzig. Reife
im August und September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 342 und 343.
An steinigen Abhängen und Wegrändern, auf Triften und an erdbedeckten
Felsen in den Alpen von 1500 bis 2800 m, auch in den Pyrenüen, Britannien und
Skandinavien, sowie in Nord-Amerika in verschiedenen Formen verbreitet, in Lappland
und Norwegen bis 70° 40° n. Br. aufsteigend; von Hornschuch 1807 in den
Tauern entdeckt. S. III, 3, a) Bll, b und c) Habitusbilder, d) Kapsel, f) Peristom,
e) inneres Peristom, g) stärker vergrósserte Zellen; gez. nach einem von J. Breidler |
im Lungau in Steiermark ges. Expl.
Var. minor Schpr. eine kleinere Form mit mehr stumpflichem, kurz kegel-
fórmigem Kapseldeckel;
var. polyseta Schpr. mit oft 2—3 Kapseln aus einem Perichütium;
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var. tenella Schpr. in dichten Rasen mit schlanken Stengeln und mehr kurz-
halsiger, nickender Kapsel auf kürzerer Seta;
var. arcuata Schpr. mit auf gebogener Seta fast eingesenkter kleiner Kapsel.
3. Webera ambigua Limpr. 1895.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 457.
Einhäusig, autöcisch, die terminalen, dick knospenfórmigen 6 Blüten
ohne Paraphysen und mit gelbbraunen, dicken Antheridien in den Achseln
der Hüllbll. Habituell eine an elongata erinnernde Übergangsform zwischen
acuminata und elongata. Lockere, gelblich- bis freudiggrüne, etwas glänzende
Räschen mit 7—10 mm langen, schopfig beblütterten Stengeln. Untere BI.
kleiner, lanzettlich, entfernt und anliegend, die oberen lineal-lanzettlich, etwas
länger als bei voriger Art, bis 3 mm lang, an der Spitze deutlich gezühnt, mit 3
längs bis gegen die Spitze fast spiralig breit umgerolltem Rand und 3
kräftiger, unten gebräunter, stielrunder, vor oder mit der Spitze endender Rippe.
Querschnitt der letzteren meist mit 2 (seltener mit 4) grossen medianen Deutern
nebst Begleitergruppe, 2—6 lockeren Bauchzellen, zahlreichen differentiierten
Rückenzellen und abwärts doppelten Stereidenbändern (davon das obere schwächer),
im Basalteil ebenso wie bei voriger Art durch doppelschichtige subkostale Zellen
verbreitert. Blattzellen getüpfelt, nach der Spitze zu 7—9 u, abwärts
linearisch und etwas breiter, an der Basis rötlichgelb und bis 16 u. Kapsel
auf 1-—2,5 em langer, rötlicher Seta geneigt bis horizontal, 4—5 mm lang, mit
dem längeren Halse schlank keulenförmig, hell gelblieh- bis rótlichbraun, mit
1—2zellreihigem, kleinzelligem, in einzelnen Zellen sich ablösendem Ring und E
spitz kegeligem, orangefarbenem Deckel Am Urnenrand nur 2 Reihen 1
kleinerer, rundlicher oder quadratischer, orangeroter Zellen. Peristomzähne
gelblich, nieht gesäumt, papillös mit hell gelblichen Spitzen, oberwärts mit
Längsstrichelung, innen mit über 25 Lamellen. Membran des fast hyalinen,
papillösen inneren Peristoms etwas höher als bei voriger Art, mit breiteren,
geschlitzten Fortsätzen und je 1—2 rudimentären Wimpern. Sporen 17—22 y,
rotgelb, resp. dunkel mennigrot und warzig. Reife im Juli.
Von J. Breidler am 23. Juli 1885 bei Zederhaus im Lungau am Weg-
rande in 1300 m entdeckt. S. HL 12, a) oberer Blattquerschnitt, b und c) BIL,
d) Kapsel, e) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von J. Breidler
erhaltenen Originalexpl.
4. Webera crassidens (Lindb.) Kindb. 1888. i; 3
W. trachydontea Sanio 1883, Pohlia Lindb. 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 238.
Zweihüusig. Lockere, über 1 cm hohe, habituell an eine Form von
| nutans oder polymorpha erinnernde, gelbgrüne, etwas glänzende Rasen mit dünnen,
schopfig beblätterten, fünfkantigen, roten Stengeln. Untere BI. kleiner, ei-
lanzettlich, die oberen grösser, lineal-lanzettlich, mit gesägter flacher Spitze,
fast längs stark umgebogenem Rand und sehr kräftiger, an der Basis braun-
roter und sehr breiter, aufwärts sich rasch verschmälernder, runder, bei den
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unteren Bll. vor der Spitze verschwindender, bei den oberen aber kurz stachel-
spitzig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren demjenigen der vorigen
Art ühnlich, mit 2—4 medianen Deutern nebst gut begrenzter Begleitergruppe,
4—7 lockeren Bauchzellen, zahlreichen differentiierten Rückenzellen und doppelten
Stereidenbändern, von denen das obere viel schwächer ist; abwärts geht das
obere Stereidenband nach der Basis zu in eine doppelte Reihe Bauchzellen
über, auch werden die Rückenzellen teilweise doppelt und findet eine Ver-
breiterung der Rippe durch doppelte Reihen subkostaler Zellen statt. Blatt-
zellen schmal, aufwärts 7—8 u, an der Basis nur wenig breiter, meist 10— 12 u.
Kapsel an eine kleine Meesea erinnernd, auf 3,5—4,5 em langer, rotgelber
Seta aufrecht oder schwach geneigt, bis 5 mm lang, gelbrot bis bräunlich,
etwas hochrückig, dick oval mit kürzerem Hals, spiralig sich abrollendem
Ring und hochgewölbtem, warzigem Deckel. Am Urnenrand mehr als 6 Reihen
kleinerer, rundlich-6seitiger Zellen. Spaltöffnungen zahlreich bis zur Urnen-
mitte. Peristomzähne hell grünlichgelb bis weisslich, schmal lineal-lanzettlich,
aufwärts nur allmählich verschmälert, stumpflich und dicht papillös, innen mit
etwa 28 niedrigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von لا Zahn-
höhe, mit papillösen, schmalen, geschlitzten Fortsätzen, aber ohne Wimpern.
Sporen 15—20 p, gelbbräunlich bis rostfarben und fein warzig papillös. Reife
im Sommer.
Von Ch. Kaurin bei Opdal auf dem Dovrefjeld in Norwegen entdeckt.
Auch aus Lappland, von der Kola-Halbinsel und von Grönland bekannt. S. III, 13,
a) Habitusbild in natürlicher Grösse, b) unteres, c) oberes Bl., d) Schopfbl.,
e) Kapsel, f) Peristom, g) unterer Bl.-Querschnitt; gez. nach einem Originalexpl.
von Chr. Kaurin.
5. Webera polymorpha (H. & H.) Schpr. 1856.
Pohlia H. & H. 1819, P. dimorpha De Not. 1838, Brýum Br. eur. 1839; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 458.
Einhüusig, parócisch; Antheridien paarweise hypogyn in den Achseln
der Schopfbll. unter der o Blüte mit nur wenigen längeren Paraphysen. Un-
regelmässige, lockere oder dichtere, gelbgrüne, nicht glänzende, 0,5—3 cm hohe
Rasen mit einfachen Stengeln und zuweilen schlanken, grundständigen Sprossen.
Untere Bll. entfernt, fast schuppenförmig klein, aufwärts grösser und schopfig
zusammengedrängt, locker anliegend, schmal verlängert elliptisch und all-
mählich zugespitzt oder aus eiförmiger bis elliptischer Basis lanzettlich ver-
längert, mit flacher, gesägter Spitze, abwärts umgebogenem Rand und
schwacher, in oder vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren
oben bikonvex mit 2 grossen medianen Deutern nebst Begleitern und unterem
Stereidenband, 2-—4 Bauchzellen und etwa 8—10 differentiierten Rückenzellen,
an der Basis flacher, mit 4—5 medianen Deutern, 6—8 Bauchzellen und
zahlreichen Rückenzellen, auch zuweilen noch durch subkostale Zellen erweitert.
Im mittleren Teile sind die 2—3 grossen Deuter nebst Stereiden rundum von
differentiierten Aussenzellen umgeben. Obere Stereiden nur vereinzelt. zn
Roth, Die europäischen Laubmoose. I.
TER EN توت
kurz und schmal rhomboidisch-6seitig, oben nur 7—8 u, abwärts gegen die Basis
etwas lockerer, 10—14 u. Innere Perichätialbll. klein und flachrandig. Kapsel
auf nur einige mm bis 2 cm hoher, gerader oder gekrümmter Seta geneigt,
oder horizontal bis hüngend, ellipsoidisch mit kürzerem, dunklerem Halse von
meist halber Urnenlünge, hellbraun oder braun, 3 mm lang, eng- und rot-
mündig, mit kurzem, stumpf kegeligem oder etwas gespitztem Deckel und aussen
rotem, grosszellig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung etwas
verengt. Zähne des äusseren Peristoms ungesäumt, gelbrot, aussen papillós,
innen mit etwa 18 niedrigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms gold-
gelb, von bis !/, Zahnhöhe, mit schmalen, linearen, ritzenförmig durchbrochenen
Fortsützen und ohne Wimpern. Sporen 20—25 u, rostfarben und warzig. Reife
im August und September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 344
An trockenen steinigen Abhängen, an Wegrändern und humosen Felsspalten
der subalpinen und Alpenregion bis 2900 m durch ganz Europa verbreitet; von
Hornschuch 1817 entdeckt. Auch von Krause 1881 auf der Tschuktschen-
Halbinsel gesammelt, sowie aus Nord-Amerika und vom Himalaya bekannt. S. III, 2,
a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) mittlerer Blattquerschnitt; gez. nach von
Reinhard Graf zu Solms-Laubach in den Alpen im Ötzthale, sowie in Norwegen
ges. Expll Ändert vielfach ab, ähnlich wie acuminata, von deren Varietäten sie
oft nur durch den Blütenstand zu unterscheiden ist.
Var. affinis Schpr. mit schlankerer Kapsel und scharf zugespitztem Deckel —
mehr an acuminata erinnernd;
var. gracilis Schpr. mit verlängerten, schlanken Stengeln, sterilen grundstündigen
Sprossen und verkehrt eibirnfórmiger, kurzhalsiger Kapsel;
var. brachycarpa Schpr. mit niedrigen Stengeln, kurzen Bll. mit oft austretender
Rippe und kurz birnfórmiger, hüngender Kapsel auf kürzerer, gekrümmter Seta —
an Standorten mit mehr einseitiger Beleuchtung;
var. strieta Schpr. mit steifen, allmählich vom Grund an grösser beblätterten
Stengeln und horizontaler, schmal birnfórmiger Kapsel;
var. Camonia De Not. mit aus dünnem, lingerem Hals fast keulig birnfórmiger
Kapsel und stumpf kegeligem Deckel.
6. Webera elongata (Hedw.) Schwgr. 1830.
. Pohlia Hedw. 1787, Bryum Dicks. 1790, Mnium Pohlia ug 1796, Leskia W. & M.
1807, Lamprophyllum Lindb. 1871; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 4
Einhäusig, paröcisch, wie bei voriger be pv herdenweise oder
in sehr lockeren Räschen wachsende, wenige mm bis 2 em hohe, gelblichgrüne
Pflünzchen mit einfachen, schopfig beblütterten Stengeln. Untere Bil. klein
eilanzettlich, nach oben allmählich grösser, die Schopfbll aufrecht ab-
stehend, 3—5 mm lang, schmal lineal-lanzettlich und scharf zugespitzt,
mit in der Mitte umgerolltem, weit herab scharf gesägtem Rand und meist
kurz austretender Rippe, trocken verbogen. Querschnitt der Rippe ähnlich wie
bei voriger Art, jedoch die Stereiden mehr mit Substereiden vermischt, auch
über den medianen Deutern nur vereinzelte Substereiden unter den Bauchzellen.
Blattzellen etwas derbwandig, fast linear rhombisch-6 seitig, oben oft etwas
da LED ME
wurmfórmig, 8—9 u, abwärts, namentlich an der Basis kürzer und lockerer,
10—14 u. Kapsel auf 1—4 cm langer, roter, dünner, gedrehter, oben bogig
gekrümmter, 3—6 cm langer Seta geneigt bis horizontal, mit dem lüngeren
Halse von mehr als Urnenlünge, fast keulenförmig, zimmetbraun, trocken
unter der Mündung etwas verengt, mit 2reihig sich abrollendem, aussen rotem
Ring und spitz kegeligem, oft fast geschnäbeltem Deckel, entdeckelt mehr auf-
gerichtet. Epidermiszellen der Kapsel dickwan dig, am Urnenrand nur 1 bis
2 Reihen kleiner, rundlich und nicht verlängert. Peristomzäne gelb, oben
hyalin und warzig papillós, schmal gesäumt, mit bis 28 niedrigen inneren
Lamellen. Membran des innern Peristoms bleieh, von "| Zahnhóhe, mit
lanzettlich-pfriemenfórmigen, meist nicht durehbrochenen. an der pfriemlichen
Spitze etwas ausgefressenen oder knotigen Fortsützen und mehr oder weniger
ausgebildeten, rudimentüren oder fehlenden Wimpern. Sporen 16—22 y,
mennigrot oder rótlichbraun und papillós oder nur punktiert. Reife im Juli
und August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 345.
An Wegründern, kiesigen, steinigen Abhängen und quarzigen Felsen auf kalk-
ärmerem Boden von der Ebene bis in die Alpen in 2500 m in Europa sowie auch
in Nord-Amerika verbreitet; bereits von Dillen 1718 am Hangenstein bei Giessen
entdeckt. Nach Bescherelle auch aus Algier und nach Brotherus aus dem
Amurgebiete, aus Japan und von dem Himalaya bekannt. S. III, 1, a) unteres Bl.,
b und e) Schopfbll., d) Kapsel; gez. nach am Herrgottsberg bei Darmstadt ges. Expll.
ar. macrocarpa Schpr. mit kürzerer, dickerer, unter der Mündung ein-
geschnürter Kapsel und längeren Wimpern — in subalpinen Lagen;
var. humilis Schpr. mit kürzeren Bll. und Stengeln und kleinerer, kürzer ge-
stielter, mehr kurzhalsiger, unter der Mündung eingeschnürter Kapsel — in Kürnthen
und den Salzburger Alpen.
Unterscheidet sich von acuminata durch den Blütenstand, die etwas schmälere,
spüter aufsteigende Kapsel und etwas kleinere Sporen etc.
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7. Webera longicolla (Sw.) Hedw. 1801.
Bryum Sw. 1799, Br. cylindricum Dicks. 1801, Orthopyxis Pal. Beauv. 1805, Hypnum
W. & M. 1807,5 W. alpina H. & H. 1817, Bryum Hornschuchii Spreng., Lamprophyllum und
Pohlia Lindb. 1871 und 1879, Br. elongatum v. Hook. & Tayl. 1818, Br. Webera Grimsulana
Brid. 1826; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 460.
Einhäusig, paröcisch; die Antheridien paarweise ohne Paraphysen
hypogyn in den Achseln der Schopfbll., unterhalb der و Blüte. Ziemlich
dichte, 2—5 em hohe, schwellende, gelb- oder goldgrüne, seidenglänzende,
nicht verfilzte, nur unten mit schwärzlichrotem Filz etwas verwebte Rasen mit
einfachen Stengeln. Bl. aufrecht abstehend oder nur locker anliegend,
unten fast schuppenförmig, aufwärts allmählich grösser und breiter eilanzettlich,
die Schopfbll. aus breiter, eiförmiger Basis lanzettlich und scharf Zur
gespitzt, an der zuweilen gedrehten Spitze oft bis zur Mitte herab scharf gesägt,
mit flachem oder nur über dem elliptischen Basalteil schwach umgebogenem
Rand und vor der Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren
aufwärts ziemlich rund, mit 2 medianen Deutern nebst Begleitern, iri 4 dick-
wandigen, differentiierten Bauchzellen und doppelt so viel dergl. 7 en
NH SE
nebst doppelten, meist 2reihigen, ziemlich gleich starken Stereidenbändern;
abwärts mit 4 medianen Deutern, statt der oberen Stereiden nur vereinzelte
Substereiden und auch im unteren Stereidenband einzelne Substereiden. Blatt-
zellen meist etwas länger und breiter als bei elongata, aufwärts 9—10 u, an der
Basis 14—16 u. Kapsel auf 2—4 em langer, gelblichroter Seta geneigt bis
horizontal, lünglich ellipsoidisch mit etwas kürzerem, plötzlich an der Seta
abgesetztem Halse, meist regelmässig, gelblichbraun und trocken unter der
Mündung etwas verengt, mit 2 zellreihig sich abrollendem, grosszelligem Ring
und kegeligem, scharf zugespitztem Deckel, entleert fast aufrecht. Peristom-
zähne durchaus gelb und papillös, nur schmal gesäumt, innen mit 20—30 breiten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von 1, Zahnhóhe, mit ritzenfórmig
durchbrochenen, aufwärts pfriemlichen Fortsätzen und je 2—3 mehr oder
weniger entwickelten Wimpern. Sporen 17— 21 u, mennigrot bis gelbbraun
und punktiert. Reife im August und September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 346.
An steinigen, felsigen Abhängen und in humosen Felsspalten des Schiefer-
und Urgebirges in den Alpen von 1000— 2590 m, auch in Norwegen und Schweden,
jedoch auch aus Japan und Nord-Amerika bekannt; von Dr. Liljeblad im Werm-
lande in Schweden entdeckt. S. IIT, 4, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Habitusbild,
e und f) Blattquerschnitte; gez. nach von Schimper auf dem Hoheneck in den
Vogesen und von J. E. Zetterstedt in Norwegen ges. Expll.
: Var. alpina Hüben. mit längeren Stengeln, kürzeren Bll. und kürzerem Hals
der fast nickenden Kapsel;
var. Grimsulana Hüben. mit geschlängelt abstehenden Schopfbll und fast
aufrechter, keulig-birnfórmiger, sehr langer Kapsel;
var. Boissieri De Not. mit kürzeren Schopfbll., kastanienbrauner, kurzhalsiger,
dick keulenförmiger, horizontaler oder nickender Kapsel und halbkugeligem, mit
Spitzchen versehenem Deckel.
Von W. elongata durch die meist tieferen, glänzenden Rasen, kräftigeren Wuchs,
breitere Bll. und den abgesetzten Kapselhals verschieden.
8. Webera cruda (L.) Bruch 1833.
Bryum Huds. 1778, Mnium L. 1753, Hypnum W.& M. 1807, W. intermedia Schleich, 1807,
Lamprophyllum Lindb. 1871, Pohlia Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 461. 1
Bildet schon mehr den Übergang von Pohlia zu Euwebera. Zwitterig,
zweihäusig und einhäusig, meist synöcisch oder paröcisch, seltener
autöcisch, mit fast scheibenförmigen, dieken Blüten, grossen Antheridien und
wenigen gleichlangen, rötlichen Paraphysen. Weiche, lockere, 2—5 cm hohe,
gelblich- bis bläulichgrüne, goldglänzende Rasen mit meist einfachen,
purpurroten, am Grunde filzigen Stengeln. Untere BI. ganzrandig, klein und
entfernt, aufrecht abstehend, aufwärts allmählich grösser, breit elliptisch und
zugespitzt, resp. eilanzettlich, die oberen schopfig zusammengedrängt und
bedeutend verlängert, abstehend und verbogen, schmal lanzettlich und
sehr lang zugespitzt, mit entfernt scharf gesägter Spitze, meist flachem Rand
und unten roter, stets vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der
.. letzteren demjeni der vorigen Art ähnlich, an der Basis jedoch durch
— 21 —
doppelreihige subkostale Zellen sehr erweitert. Blattzellen fast durchaus gleich-
mässig lang und schmal rhombisch-6 seitig, 9—10 u und 10—15 mal so lang,
nur die Zellen an der Basis fast doppelt so breit. Innere Perichätialbll. viel
kleiner und schmal lanzettlich. Kapsel auf 2 —3 em langer, rótlicher, gewundener
oder schwanenhalsartig gekrümmter Seta geneigt bis horizontal, 3—5 mm
lang, ellipsoidisch mit kürzerem Hals von mindestens halber Urnenlünge, mit
dem Halse meist zylindrisch-keulenfórmig, trocken unter der Mündung schwach
verengt, oft etwas hochrückig, gelblich bis rötlichbraun, mit 2reihig sich ab-
rollendem, aussen rotem Ring und kurz und stumpf kegelförmigem, oder flach
gewülbtem, fast halbkugeligem, warzigem Deckel, entleert kastanienbraun und
von der weiten Mündung bis zur Seta allmählich verschmälert. Am Urnenrand
wenige Reihen rundlicher und 1—2 Reihen schmaler, querbreiter 6 seitiger
Zellen. Peristomzähne bleichgelb, schmal gesiumt,: mit etwa 20 inneren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms etwa von ’/, Zahnhöhe mit breiten,
weit klaffenden und oft vollständig gespaltenen, lanzettlichen Fortsätzen und
je 2—3 dazwischenstehenden vollständigen Wimpern. Sporen 20—25 u, dunkel
mennigrot oder rostfarben und warzig punktiert. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 348.
Vorzugsweise auf Sand- und Kalkboden an Hohlwegen, sowie in Höhlungen
und Spalten der Abhänge und Felsen von der Ebene bis in die Alpen in 2700 m
fast über den ganzen Erdkreis verbreitet; schon von Dillenius bei Giessen entdeckt.
Nach Arnell durch das ganze Jeniseital Sibiriens von der mittleren Waldregion
bis in die arktische Region häufig. Auch auf Spitzbergen und in Grönland gemein.
S. IV, 9, a) Bl, b) Schopfbl, c bis e) Kapseln, f) Habitusbild, g) Peristom;
gez. nach in den Vogesen und bei Darmstadt ges. Expll.
Var. minus Schpr. zweihäusig, mit kürzeren aufrechten Schopfbll. und kürzerer,
länglich-zylindrischer, fast aufrechter Kapsel — in den Hochalpen.
Von anderen Arten durch die breiten, stark glänzenden BI., die an der Basis
rote Rippe, sowie die klaffenden Fortsätze und vollkommenen Wimpern des inneren
Peristoms leicht zu unterscheiden.
C. Buwebera Limpr. 1895.
Lamprophyllum Lindb. 1879 ex p.
Kapsel kurzhalsiger und dicker, niekend oder hüngend, trocken und
entleert mehr oder minder verkürzt. Zellen der Kapselwand mit gebogenen
Wänden. Membran des inneren Peristoms (excl. cucullata) von !/,— !/, Zahn-
höhe mit klaffenden Fortsätzen und vollständigen, knotigen Wimpern. Blüten
meist zweihäusig, seltener polygam oder einhäusig.
9, Webera nutans (Schreb.) Hedw. 1787.
ryum Schreb., 1771, Mnium Hoffm. 1796, Hypnum W.& M. 1807, Lamprophyllum
Lindb. 1871, Pohlia Lindb. 1879, Bryum Webera nutans Brid. 1826; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 462.
Einhüusig, parócisch, die Antheridien hypogyn mit wenigen Paraphysen
paarweise in den Achseln der oberen Schopfbll. und Perichätialbll. Ausgedehnte,
mehr oder weniger dichte oder lockere, 1—2 und selbst 4 cm hohe, schwach
glänzende Rasen mit meist einfachen, schopfig beblätterten, roten, unten wurzel-
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filzigen Stengeln und zuweilen zahlreichen grundständigen Sprossen. Untere
Bll. kurz eilanzettlich und ganzrandig mit weit vor der Spitze endender Rippe,
die oberen verlängert und oft schmäler, die Schopfbll mehr lineal-lanzettlich,
mit gesägter Spitze, abwärts etwas umgeschlagenem Rand und kräftiger, roter
oder dunklerer, vor oder in der Spitze endender, seltener etwas austretender
Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei den vorigen Arten aufwärts
rund, abwärts flacher, mit 2—6 medianen Deutern, von denen die beiden
mittleren am grössten sind, mit grosser Begleitergruppe, schwachem oberen
und kräftigerem unteren Stereidenband, welche beide hier und da von einzelnen
lockeren Innenzellen begleitet sind. Bauchzellen lockerer als die zahlreichen
differentiierten Rückenzellen. Im Basalteil ist die Rippe durch Doppelreihen
subkostaler Zellen erweitert. Blattzellen nur schwach verdickt, 7—10 u und etwa
5—10 mal so lang, nach der Basis zu kürzer und breiter, an der Insertion
bis doppelt so breit. Kapsel auf 2—4 und selbst 6—8 cm langer, roter, oben
links gedrehter Seta nickend oder hängend, 2—3 mm lang, verkehrt eilänglich
oder länglich ellipsoidisch, mit kürzerem Hals von ',—"/, Urnenlänge, etwas
dünnwandig, gelblich bis rötlichbraun und unter der Mündung etwas verengt,
mit breit konvexem, kurz gespitztem Deckel und grosszellig sich abrollendem
Ring, entleert meist kastanienbraun und weitmündig. Peristomzähne blassgelb
und gesäumt. Membran des inneren Peristoms von '/, bis halber Zahnhöhe
mit oben gefensterten, abwärts klaffenden Fortsätzen und vollständigen, knotigen,
hier und da mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 16—20 oder
18—24 u, brüunlichgelb und fein warzig punktiert. Die an den Fortsätzen
vorspringenden Leisten sind am Rand meist etwas aufwärts gerichtet. Reife
im Mai, in höheren Lagen später. Br. eur. Vol IV, Tab. 347
Auf Waldblóssen, Torf- und Heideboden, auch auf faulem Holz und an Felsen
durch ganz Europa bis in die arktische Region (Spitzbergen) von der Ebene bis
auf die Hochalpen gemein, auch in Asien und Nordamerika häufig und über fast
alle Länder der Erde verbreitet; 1770 von Rupp bei Jena und von Schreber
bei Leipzig entdeckt. S. IIT, 5, a und b) BI., c) Kapsel, d) Bl.-Querschnitt, sowie
I, 1, a) Habitusbild, b) Peristom; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. caespitosa Hüben. mit verlängerten, oft unter der Spitze büschelästigen
Stengeln und horizontaler, zylindrischer Kapsel mit zugespitztem Deckel, bis
4 em hoch — in mehr alpinen Lagen;
var. bicolor Hüben. mit kürzeren, aufrechten Schopfbll., 0,5— 1 cm langer,
geknieter Seta und nickender, auf der oberen Seite dunkler, auf der unteren
heller gefärbter Kapsel, sowie mehr eifórmigen Bll. mit bei den sterilen Sprossen
austretender Rippe — mit voriger var. in alpinen Lagen;
var. pseudo-eucullata Limpr. mit schopfig beblütterten, nur 5 mm hohen Stengeln
und Stolonen, stachelspitzig austretender Rippe der Schopfbll und hängender,
mit dem dicken, gleichlangen Halse verkehrt eilinglicher Kapsel, — auf dem Kamm
des Riesengebirges;
var. longiseta Hüben. mit MARET. Blattrippe und kurzer, dicker, unter
der Mündung nicht eingeschnürter Kapsel auf bis 10 cm langer Seta, — in Erlen-
~ brächen und torfigen Ausstichen;
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var. strangulata Schpr. mit langer, schmaler, unter der erweiterten Mündung
stark eingeschnürter Kapsel auf etwa 4 cm langer Seta, — auf Heideboden und
in Kiefernwäldern;
var. sphagnetorum Schpr. in lockeren Rasen mit langen, dünnen, entfernt
: beblütterten Stengeln und Sprossen, langen, schmalen Bll. und gelblicher, hängender
Kapsel auf 5 cm langer Seta, — zwischen Sphagnen auf Torfmooren;
var. w//ginosa Schpr. in dichten Rasen mit schlanken Stengeln und Sprossen
und dicker, brauner, hüngender Kapsel — in den Sümpfen der Alpen.
Die Form der Kapsel ist sehr mannigfaltig, auch ist dieselbe je nach dem
Standort bald heller, bald dunkler gefärbt.
10. Webera Schimperi (C. Müll) Schpr. 1860.
Bryum C. M. 1848. Br. rutilans Schpr. 1846, Pohlia Lindb. 1879; cfr. Rbh. Kr.
#1. IV, 93, 8.9859.
Polyöeisch, diöcisch und paröcisch, zuweilen mit rein o und c Blüten
bald an einer, bald an verschiedenen Pflanzen. Dichte, etwas glünzende,
weinrote oder purpurrote, ? und mehr cm hohe Rasen mit schlanken, roten,
sprossenden, schopfig beblütterten Stengeln. Bil. unten klein und entfernt,
eifórmig und zugespitzt, aufwärts grösser, mehr verlängert elliptisch und zu-
gespitzt mit unter der Spitze verschwindender Rippe; die Schopfbll. breit
verlängert lanzettlich, nach der Spitze zu stumpf gesägt, mit vor oder mit
der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren demjenigen der vorigen
Art sehr ähnlich, nur etwas mehr doppelte Rückenzellen und mehr Sub-
stereiden unter den Stereidenbündern. Blattzellen aufwärts etwas breiter als
bei voriger Art, 9—12 u und dickwandiger. Nur die jüngeren Bll. sind grün,
alle übrigen weinrot. Innere Perichütialbll. kleiner, lanzettlich und bis zur
Basis gesägt. Kapsel auf meist 1,5—2 cm langer, rotgelber Seta hüngend oder
nickend, gelblich bis rótlichbraun, eilänglich, mit kurzem, dickem Halse und
breitem, flach gewólbtem, warzigem Deckel, im allgemeinen derjenigen von nuhi
ähnlich. Peristom ebenfalls ähnlich wie bei der vorigen Art, nur kleiner
und mit knotigen Wimpern. Sporen 16— 22 p, hell gelbbrüunlich und fein
punktiert. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 350.
` In Sümpfen auf dem Dovrefjeld in Norwegen, jedoch auch von Spitzbergen
und aus Grönland bekannt. S. IV, 12, a) Bl, b) Schopfbl, c und d) Kapseln
e) oberer, f) unterer Blattquerschnitt, g) Habitusbild; gez. nach einem von Ch. Kaurin
k Eo و a un dichten, leicht zerfallendem Rasen, mit dicht anliegend be-
blütterten, fadenfórmigen Stengeln — von Berggren auf Spitzbergen ges. Bildet
nach dem Zellnetz schon mehr den Übergang zur folgenden Art.
11. Webera sphagnicola (Dr. eur. Schpr. 1856.
Bryum Br. eur. 1846, Bryum Sphagni Brid. 1826, Pohlia Lindb. & Arn. 1890; cf. Rbh.
Kr. Fl. IV, Nr. 463.
Zweihüusig, gemischtra
fast scheibenfórmig, mit aus breiterer
sig mit kleineren G Pflänzchen; die 6 Blüten
Basis plötzlich lanzettlich verschmälerten
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äusseren und kürzeren, schmäleren, fast rippenlosen inneren Hüllbll. Antheridien
paarweise ohne Paraphysen in den Achseln der Hüllbll. Meist. einzeln zwischen
Sphagnum wachsend, mit 5—8 cm langen Stengeln, seltener in kleinen, nur
1—2 em hohen, gelbgrünen, etwas glänzenden Räschen, mit roten, sehr ver-
zweigten, büschelig wurzelhaarigen, locker anliegend beblätterten Stengeln
und fadenförmigen Ästen. Nach Blatt- und Kapselform sich mehr der W. nutans,
nach den Ğ Blüten der W. cruda nühernd. Untere Bll. sehr entfernt und klein,
lanzettlich oder schmal elliptisch und scharf zugespitzt, flach- und ganzrandig,
mit vor der Spitze endender Rippe. Schopfbll. mehr lanzettlich verlängert bis
fast lineal-lanzettlich und bis 4 mm lang, aufrecht abstehend, höchstens
an der Spitze entfernt und undeutlich gesägt, mit flachem Rande und meist
dicht vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen kürzer als bei voriger Art,
etwas unregelmässig und verdickt, aufwärts rhomboidisch-linealisch, 9—10 u
und 4—5 mal so lang, abwärts bis 15 u nur 2—4 mal so lang als breit, mehr
rektangulär und gelbwandig. Kapsel auf 2—4 cm langer, dünner, gelblicher,
geschlängelter Seta horizontal oder nickend, mit dem kurzen Hals von fast
halber Urnenlänge verkehrt eilänglich, hell rötlichbraun, mit grossem, konvexem,
orangegelbem, mit stumpfer Papille versehenem Deckel und orangerotem,
schmalem, sich abrollendem Ring, entdeckelt unter der weiten Mündung nur
wenig verengt. Peristomzähne bleichgelb, schmal gesäumt und papillös mit
etwa 25—30 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms von halber
Zahnhóhe mit gefensterten Fortsätzen und je 1—3 vollständigen, knotigen
Wimpern. Sporen klein, 10—12 u, hellgelb und fast glatt. Reife im Juli
und August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 349.
Vereinzelt und gesellig zwischen Torfmoosen; von W. Ph. Schimper auf
dem Dovrefjeld in Norwegen 1844 entdeckt, jedoch auch aus Nord-Amerika bekannt.
Nach Arnell im Jeniseitale Sibiriens und in Nord-Asien ebenso gemein wie auf
Spitzbergen und in Grönland. S. IV, 11, a) BL, b) Schopfbl., c) Kapsel, d) Habitus-
bild; gez. nach einem von W. A rnell in Schweden ges. Expl. (comm. Moenkemey er).
12. Webera cucullata (Schwgr.) Schpr. 1856.
Bryum Schwgr. 1816, Pohlia Bruch. 1826, Lamprophyllum Lindb. 1871. Pohlia
laetevirens De Not. 1838; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 464,
Einhäusig, parócisch; die Antheridien paarweise in den Achseln der
Schopfbll mit wenigen Paraphysen. Fast glanzlose, diehte, 1—2 cm hohe,
jedoch steril höhere, lebhaft grüne, innen schwürzliche Rasen mit an der Basis
oft niederliegenden, einfachen oder ästigen Stengeln. Bil. an der Basis nieht
herablaufend, die unteren und Astbll. anliegend, klein, eifórmig bis eilänglich,
stumpflich, hohl und ganzrandig, die Schopfbll. locker dachziegelig, mehr
lanzettlich verlängert, kielig hohl, gegen die breite, oft kappenförmige Spitze
undeutlich gezähnt, mit meist flachem, oder nur hier und da etwas umgebogenem
Rand und kurz vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit
2 grossen medianen nebst Begleitergruppe, 3—4 Bauchzellen.,
= 8—12 differentiierten Rückenzellen und unterer Stereidengruppe. Abwärts
۱ ENEE
werden die Stereiden mehr substereid, auch zei&en sich vereinzelte Substereiden
zwischen Bauchzellen und Deutern. Blattzellen ziemlich locker und dünn-
wandig, oben rhombisch-6 seitig, 12—14 und selbst 14—18 u und 3—4 mal
so lang, abwärts nicht breiter, an der Basis mehr rektangulür und 15--18 y.
Innere Perichätialbll. viel kleiner. Kapsel auf 1—2 em langer, unten geknieter,
oben hakig gekrümmter, bräunlicher bis schwürzlicher, steifer Seta hüngend,
mit dem sehr kurzen, dieken, zuweilen etwas gebogenen, dunkleren Halse
verkehrt eifórmig bis kurz birnfórmig, dünnwandig und brüunlich, mit
kleinem, orangegelbem, flach gewólbtem, warzigem Deckel und grosszellig sich
abrollendem, aussen rotem Ring, entdeckelt nach der Mündung zu anfangs
enger, jedoch nicht unter derselben eingeschnürt, im Alter sehwarzbraun.
Peristomzähne ziemlich kurz, 0,3—0,4 mm, dicht papillós, durchaus gelb, sehr
schmal gesäumt, mit meist nur 10— 15, seltener bis 20 unten genäherten,
niedrigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms bleich und niedrig, von
etwa بل Zahnhóhe, mit schmalen, linearen, nur ritzenförmig durchbrochenen
Fortsätzen, und kurzen, hinfälligen, knotigen Wimpern. Sporen 22—28 u,
bräunlichgelb bis rotbraun und warzig punktiert. Reife im Spätsommer. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 343.
Im Gletschersand, in Schneemulden und an feuchten, sandigen Ufern der
Alpenbäche von 1450 bis 2960 m, insbesondere auch in den Pyrenäen und in
Skandinavien, sowie in Nord-Amerika; von Schwaegrichen entdeckt. Von Krause
1881 auch auf der Tschuktschen-Halbinsel gesammelt; auf Beeren-Eiland und Spitz-
bergen selten. S. IlI, 7, a bis c) Bil, d und e) Kapseln; gez. nach von Schimper
an der Grimsel in der Schweiz ges. Expll.
Var. Hausmanni De Not. in ausgedehnten, 4 cm hohen, seidenglünzenden
Rasen mit im Alter niederliegenden Stengeln — von Hausmann am Ritterhorn
bei Bozen in Tirol gesammelt.
Von der ihr ähnlichen W. nutans v. bicolor durch breitere, weiche BIL,
lockereres Zellnetz und grössere Sporen verschieden.
13. Webera Ludwigii nn loup 1876.
Bryum Spreng. 1816, Br. sudeticum ۰ . Br. Weigelii Brid. 1826, Webera
Breidleri Jur. s. unten, Pohlia Weigelii ۰ d dme laxifolium Warnst. 1887; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 465
Zweihäusig, RR die äusseren Hüllbll. der dick knospenförmigen,
paraphysenlosen 6 Blüten aus gelber, breit eifórmiger Basis scharf zugespitzt,
mit fast vollständiger Rippe, abstehender, gezähnter Spitze und umgeschlagenem
Rand, die inneren kürzer und breiter, bis verkehrt eiförmig und scharf zu-
gespitzt, fast ganzrandig und mit kürzerer, bis verschwindender Rippe. Lockere,
ausgedehnte, schwellende, 1 bis 4 em und steril selbst bis 10 cm hohe, weiche,
innen rötliche Rasen mit 5—8 kantigen, meist an der Basis niederliegenden,
aufrechten, sprossenden Stengeln ohne Brutknospen. Bll. an der Basis herab-
laufend, die entfernteren unteren und die der sterilen Sprosse breit eiförmig,
stumpflich, hohl, fast ganzrandig und nur an der Basis umgerollt, aufwärts
allmählich grösser und dichter, eilanzettlieh, mehr oder weniger gefurcht, die
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Schopfbll. mehr verlängert lanzettlich und breit zugespitzt, mit gezühnter,
oft gedrehter Spitze, bis zu derselben schmal umgerolltem Rand und an der
Basis breiter, roter, vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren
abwürts mit 4 medianen Deutern nebst Begleitern, doppelschichtigen Bauch-
zellen, differentiierten Rückenzellen und zahlreichen, meist substereiden Füll-
zellen. Blattzellen dünnwandig, 12 u, am Rande etwas schmäler, nach der
Basis zu weiter, bis 20 u. Kapsel auf 1—2,5 em langer, dünner, unten geknieter,
gedrehter, hin- und hergebogener, rótlicher Seta nickend bis hüngend, aus
kürzerem, etwas gekrümmtem und angeschwollenem Halse breit ellipsoidisch,
mit gewölbtem, glattrandigem, mit Warze versehenem Deckel und zwei-
reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung verengt, entleert
etwas verkürzt. Epidermiszellen der Kapselwand meist kurz rektangulür bis
quadratisch und trocken mit verbogenen Wänden, um die Mündung wenige
Reihen abgeplattet. Peristomzähne breit lanzettlich, durchaus gelb, nicht
gesäumt und fein papillös, mit über 30 inneren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von über !/, Zahnhóhe mit breit klaffenden Fortsützen und meist
. vollständigen, knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u, ockergelb oder mennigrot und
punktiert. Reife im August und September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 351 ex. p.
Auf feuchtem Kiesboden an den Ufern kleinerer Alpenbüche in der oberen Berg-
und Alpenregion des Schiefer- und Urgebirges von 1030 bis 2800 m, auch in Schottland
und den Pyrenäen, sowie in Nord-Amerika: von C. Ludwig im Riesengebirge entdeckt.
S. IV, 8, a und b) BIL c) Kapsel; gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach auf
dem Feldberg im Schwarzwald und von Schimper in den Vogesen ges. Expll.
Var. latifolia Schpr. in 5—10 cm hohen sterilen Rasen, mit breiteren,
allmählich zugespitzten Bll. und fast ganzrandigen, an der Spitze halb gedrehten,
eilänglich-lanzettlichen Schopfbll. — in den Pyrenäen;
var. elata Schpr. in 5— 10 cm hohen sterilen Rasen mit lünger zugespitzten,
an der Spitze scharf gesügten, trocken fast geschlängelten Bll. — in Sümpfen am
Ben Lawers in Schottland;
var. Breidleri (Jur.) in bis 8 cm hohen, lockeren, weicheren sterilen Rasen
mit weit herablaufenden, breiteren, kürzer zugespitzten, nach der Spitze zu stumpf
. gesägten, hohlen, stärker gefurchten Bll. — in Norwegen und im Riesengebirge.
S. IV, 6, a und b) Bil, c) Habitusbild: gez. nach einem von Schultze am Weiss-
wasser im Riesengebirge ges, Expl.
14. Webera commutata Schpr. 1876.
Bryum Ludwigii Br. eur. 1839, Web. Luduigii Schpr. 1856, Pohlia Lindb. 1879, Bryum
Boul. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 466.
Zweihäusig, gemischtrasig; die dieken, fast geschlossenen, kugeligen
G Blütenknospen mit aus verkehrt eifórmiger, gelbroter Basis lanzettlich zu-
gespitzten, aufrechten, flachrandigen äusseren Hüllbll und meist zahlreichen,
fast keulenförmigen Paraphysen. Die schlanken d Pflänzchen unter der Blüte
innovierend. Etwas glänzende, dichte, 1—2 cm hohe, nur steril höhere,
freudig- bis dunkelgrüne, später rötlichbraune, innen schwärzliche Rasen
mi oft niederliegenden Stengeln und aufrechten Sprossen, hier und da mit
= vereinzelten Bru tknospen in den Blattachseln. Bill. trocken locker dachziegelig
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anliegend, aus kaum herablaufender, elliptischer Basislanzettlich und scharf
zugespitzt, an der Spitze deutlich gesägt, mit hier und da etwas umgebogenem
Rand und vor der Spitze endender Rippe, die Schopfbll. grösser, aufrecht,
mehr lineal-lanzettlich auslaufend, fast kielig, deutlicher gesägt, mit stärker
umgerolltem Rand und unten roter, an der Basis breiterer, vor oder in der
Spitze endender, runder Rippe. Querschnitt der letzteren mit doppelten
Stereidenbändern, 4—8 Bauchzellen etc. Perichätialbll. mit umgerolltem
Rand. Kapsel auf 1—2, seltener 3 cm langer, unten oft geknieter, oben hakig
gekrümmter, dünner, roter Seta geneigt bis hängend, mit dem kurzen Hals
von halber Urnenlünge ellipsoidisch bis lánglieh-birnfórmig, mit kegeligem,
glattrandigem Deckel und schmalem, ein- und 2zellreihig sich ablósendem
Ring, trocken unter der Mündung nur wenig verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand mit verbogenen Wänden. Peristomzähne gelb, kaum gesäumt und
fein papillós, lanzettlich- pfriemenfórmig, trocken mit den Spitzen eingebogen,
mit 20—25 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms von ولا Zahn-
hóhe mit meist nur ritzenfórmig durchbrochenen, zarten Fortsätzen und
vollständigen, kaum knotigen Wimpern. Sporen 16— 22 u, rostfarben und
gekörnelt. Reife im Juli und August. Br. eur, Vol. IV, Tab. 351, zum Teil.
Auf feuchtem, sandig-kiesigem Boden in der oberen Berg- und Alpenregion
des Schiefer- und Urgebirges von 1200 bis 3000 m, auch in Norwegen und den
Pyrenäen, am Hoheneck in den Vogesen in Gesellschaft von cucullata. S. IV, 10
a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Brutknospe, f) inneres und äusseres Hüllbl
der © Blüte; gez. nach von Schimper in den Vogesen, c und f) nach von R. Graf
zu Solms-Laubach in den Zirknitzer Alpen ges. Expll.
Var. filum Husnot (Bryum Schpr.) in tieferen, leicht zerfallenden, sterilen Rasen,
mit 10—15 em langen, gleichmässig beblütterten Stengeln — von Payot am Mont Blanc
entdeckt — wurde auch in Steiermark und Norwegen mehrfach aufgefunden. Ebenso soll
Bryum catenulatum Sehpr. nach Cardot eine ähnliche Form der Web. commutata
sein. Wegen der Übergangsformen werden W.commutata und Ludwigiileicht verwechselt,
ich gebe daher die Beschreibung tunlichst nach Limpricht, resp. Rab. Kr. Fl.
ar. avimoniana in lockeren sterilen Rasen, mit dünnen 1 cm hohen Stengeln, etwas
herablaufenden Bll. und Bulbillen in den Achseln der oberen Bll. — von mir am 3. Oktober
1896 an Waldwegen um den Taufstein im Vogelsberg in 750 m gesammelt. Sie
unterscheidet sich von Webera annotina durch die an der Basis verengten, zwei-
zellreihig herablaufenden Bll. S. XIX, 8, a und b) BlL, c) Sprossstück, d und e)
Brutkörper; gez. nach von mir als Webera avimontana ges. Expll. Hiervon kaum
verschieden ist Webera tenuifolia Bryhn, welche Bryhn im August 1902 bei Hönefoss
in Norwegen ges. hat (comm. Mónkemeyer). Letztere besitzt nur weniger ovale,
sondern etwas dickere, runde Brutkörper. Vergl. auch W. annotina var. tenuifolia Schpr.
7
۰
15. Webera carinata (Brid.) Limpr. ۰
Bryum Brid. 1826, Boul. 1884, Br. naviculare Card. 1886, Br. cymbuliforme Card. 1887,
Webera cucullata v. nova Payot 1888 u. v. carinata Husn. 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 467
u. Rev. br. 1888, S. 44. i |
Zweihüusig, gemischtrasig, mit köpfehenförmigen 6 Blüten; die Hüllbll
der letzteren aufrecht-abstehend, an der Basis rótlichgelb, flachrandig und
schmal eiförmiger Basis lanzettlich zugespitzt, aufwärts allmählich grösser, die
mit dünner, vor der Spitze endender Rippe, die äusseren am Rande schwach
gesägt. Habituell kleineren Formen der W. commutata ähnliche, dichte, stark
glänzende Rasen mit meist 1—2, seltener 4— 6 cm langen, roten, in den
Blattachseln etwas wurzelhaarigen Stengeln. Sterile Sprosse ohne Brutknospen und
gleichmássig dicht fünfreihig beblättert, durch die etwas vortretenden Rippen der
gekielten Bll. trocken deutlich fünfkantig erscheinend. Bil. eilänglich, die
oberen spitz, hohl, gekielt, flach- und ganzrandig oder an der Spitze
undeutlich gezähnt, mit kräftiger, an der Basis roter, vor der Spitze plötzlich
stumpflich endender Rippe. Schopfbll. mehr länglich lanzettlich. Blattzellen
dünnwandig, oben 9 u und 5 mal so lang, am Rande in mehreren Reihen
fast verlängert rektangulär, 7—9 u, im gekielten Teil und am Grunde rektangulär-
6seitig, 12—14 u und 5 mal so lang. Kapsel auf 1 cm langer, roter Seta
hängend, verkehrt eiförmig, 1,5 mm lang, schwach gebogen, mit kurzem Hals
von halber Urnenlänge, einzellreihigem Ring und grossem, gewölbtem, mit scharfer
Spitze versehenem Deckel, entdeckelt unter der Mündung nicht verengt und
mit mehreren Reihen abgeplatteter Zellen am Urnenrand. Peristomzähne blass-
gelb, innen mit etwa 15 niedrigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms
von و Zahnhöhe, mit schmal geschlitzten Fortsätzen und je 1—2 vollständigen,
papillösen Wimpern. Sporen 18—21 u, rostfarben und gekörnelt. Reife im
Spätsommer.
An erdigen Felsspalten des Mont Blanc von Dr. Bernet und Payot 1884
für Europa entdeckt; an den Grands-Mulets daselbst noch in 3500 m. Nach Cardot
auch aus Brasilien bekannt. S. XI, 4, a und b) BIL, c) Sprossstück; gez. nach
einem von Payot ges. Expl (comm. Petr/f)) Der vorigen Art nahe verwandt.
Webera rubella Philib. (Rev. br. 1896, S. 85), welche Philibert im
August 1893 am Grossen St. Bernhard in 2470 m ges., soll habituell an pulchella
oder eine kleine Form von gracilis erinnern und von letzerer Art sich durch
einen roten Kapselring und Sporen von 15— 17 u unterscheiden (non vidi).
16. Webera gracilis (Schleich.) De Not. 1869.
Bryum Schleich. 1821, Br. Ludwigii 8 gracile Br. eur. 1839, Web. commutata 8 gracilis
Schpr. 1876, Pohlia Lindb. 1879, Bryum commut. 8 gracile Boul. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 469.
Zweihäusig, gemischtrasig; die dick knospenfórmigen 6 Blüten mit sehr
kurz gestielten, apud unberidien, s sowie mit flach- und ganzrandigen, aus
eifórmiger Basis | äusseren und rascher verschmälerten,
schwächer gerippten inneren Hüllbll., کی zahlreichen goldgelben, faden-
bis keulenförmigen Paraphysen. In weniger dichten, etwas lockeren, 1—8 cm
hohen, glänzenden, gelbgrünen bis bräunlichen, innen schwürzlichen Rasen mit
aus niederliegender Basis aufsteigenden Stengeln und schlanken, steifen,
fadenfórmigen, aufrechten Sprossen mit roten Brutkórpern in den oberen
Blattachseln. Stämmchen mit grossem Zentralstrang. Bil. steif aufrecht
liegend, schmäler als bei commutata, die unteren klein, lanzettlich, resp. aus
: oberen mehr schopfig, aus nur kurz herablaufender Basis lineal-lanzettlich
MO us اج
und scharf zugespitzt, flach- und ganzrandig oder mit schwach gezühnter
Spitze und dünner, dunkeler, vor oder in der Spitze endender Rippe. Querschnitt
der letzteren mit 2 medianen Deutern nebst Begleitern, nicht zahlreichen lockeren
Bauch- und Rückenzellen und nur substereiden Füllzellen. Blattzellen dünn-
wandig, aufwärts 10—14 u, abwärts etwas lockerer, bis 18 u. Kapsel auf
2—2,8 cm langer, purpurroter, oben hakig gekrümmter Seta hängend, eifórmig
oder ellipsoidisch, mit fast gleichlangem Halse, gelblich bis rötlichbraun,
später dunkel kastanienbraun, mit halbkugeligem, deutlich gespitztem,
am Rande kerbigem Deckel, breit 3 reihig stückweise sich ablösendem hellen
Ring und mehreren Reihen querbreiter Zellen am Urnenrand, entleert weitmündig
und fast kreiselfórmig. Epidermiszellen der Kapselwand mit verbogenen Wänden.
Peristomzühne gelb, kaum gesäumt, erst über der Mitte gegen die papillóse
Spitze verschmälert, an der Basis verbunden, innen mit 20—25 breiten Lamellen.
Inneres Peristom wie bei commutata. Sporen 10—15 u, ockergelb und fein
punktiert, fast glatt. Reife im Juli und August.
An feuchten, sandigen Bachufern, namentlich auf den Sandbünken der Gletscher-
bäche in der Alpen- und Hochalpenregion von 1650— 2500 m, in Norwegen bis zu
70? n. Br. aufsteigend; von Schleicher entdeckt. Von Arnell auch in der
arktischen Region Sibiriens in wenigen Expll gesammelt, sowie aus Oregon in
Nord-Amerika und aus Ost-Grónland bekannt. S. IV, 3, a—c) Bll., d) Kapsel,
e) Habitusbild in natürlicher Grósse, f) mittlerer Blattquerschnitt; gez. nach einem
von P. Culmann auf der Grimsel in der Schweiz. ges. Expl.
17. Webera glareola Grebe 1901.
W. annotina var. glareola Ruthe & Grebe; ef. Hedwigia 1901, Rep. S. 109—112.
Zweihäusig, gemischtrasig; die 6 Blüten knospenfórmig, mit aus rötlich-
gelber, eifórmiger Basis rasch lanzettlich bis pfriemlich verschmälerten, schwach-
rippigen inneren Hüllbll., 7-—10 Antheridien und goldgelben Paraphysen.
Habituell an eine kleine W. graeilis erinnernde, 0,5—1,5 cm hohe, dichte,
teppichartige, etwas glänzende Rasen mit gleichhohen, schopfig beblätterten
Stengeln und Sprossen; in den Blattachseln hier und da mit vereinzelten, dicken,
eiförmigen Brutkörpern. Sprossbll. 0,4 mm lang, flachrandig und mit vor der Spitze
verschwindender Rippe, wie bei annotina. Schopfbll. 1,5 mm lang mit längs
umgeschlagenem Rand und öfters kurz au stretender Rippe. Kapsel klein und
kurz birnförmig, mit hoch gewölbtem, mit Warze versehenem Deckel, 1—1,3 mm
lang, unter der Mündung nicht verengt, am Urnenrand mit 5—7 Reihen kleinerer
Zellen; die übrigen Zellen mit verbogenen und verdickten Wänden. Peristom
ähnlich wie bei annotina, die Zähne des äusseren mit etwa 20—25 inneren
Lamellen, die Fortsätze des inneren weniger klaffend. Sporen ungleich, teils
19-14 u und fast glatt, teils 18—22 u und fein punktiert. Reife im Juli.
Auf Thonschiefer-Steinschutthalden der alten Kupferbergwerke bei Marsberg
in Westfalen in 300 m von C. Grebe 1893 entdeckt und 1897 cfr. gesammelt.
Bildet gleichsam eine Übergangsform von W. gracilis zu — S. XN 12,
a) Sprossbl, b) Schopfbl, c und d) Kapseln, e und f) Brutkörper, g) Hüllbll. der
e pm eer پم تام
— 30 —
6 Blüte, h) Kapseldeckel; gez. nach einem Originalexempl. (comm. Grebe). Auch
nach dem Kapseldeckel steht die Pflanze in der Mitte zwischen gracilis und
annotnia.
18. Webera proligera (Lindb.) Kindb. 1888.
Pohlia Lindb. 1887; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 470.
Zweihäusig; die dick knospenförmigen J Blüten mit flachrandigen, aus
breiterer Basis lanzettlichen äusseren Hüllbll., gelben Antheridien und längeren,
gelben, fadenfórmigen Paraphysen. Hell gelbgrüne, glänzende, 2 cm hohe, lockere
Rasen oder herdenweise vereinte Pflänzchen mit aufrechten, roten, schopfig
beblätterten Stengeln und sterilen, ziemlich gleichhohen, locker beblätterten
Sprossen. Letztere mit trocken locker anliegenden, feucht aufrecht abstehenden,
schwach längsfaltigen Bll. und büschelig gehäuften, gelben, verlängert
spindelförmigen, gedrehten oder wurmförmig gekrümmten Brut-
kórpern in den oberen Blattachseln. Untere Bil. eifórmig, zugespitzt und
flachrandig, auch die der sterilen Sprosse eilanzettlich und flachrandig, die
Schopfbll. mehr lineal-lanzettlich und scharf zugespitzt, mit umgerolltem Rand
und entfernt und schwach gesügter Spitze. Rippe nur bei den Schopfbll.
in der Spitze endend oder austretend, sonst vor der Spitze verschwindend. Quer-
schnitt der Rippe ähnlich wie bei annotina, nur mit kräftigerer Stereidengruppe und
etwas mehr Substereiden zwischen Bauchzellen und Deutern. Blattzellen dünn-
wandig, aufwärts 7—9 u und etwa 10 mal so lang, am Rand enger, nur 6— 7 u,
abwärts im Basalteil gegen die Insertion rot und 12—15 u. Kapsel auf 2,5 cm
langer, dünner, roter, oben bogig gekrümmter Seta geneigt, derbwandig, oval mit
wenig kürzerem, zuweilen etwas gebogenem Halse, kleinem, kegeligem Deckel und
2 reihig sich abrollendem Ring, entleert unter der Mündung meist nicht verengt,
dunkel braunrot, mit etwas .hellerem faltigen Halse und ziemlich weitmündig.
Epidermiszellen der Kapselwand nicht collenchymatisch, trocken mit verbogenen
Wänden und nur wenige Reihen am Urnenrand abgeplattet, resp. querbreit.
Peristomzähne aus breiter Basis lanzettlich, gelb bis bräunlichgelb, mit papillósen
Spitzen und über 25 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
halber Zahnhóhe, mit trocken zwischen den eingekrümmten Zähnen durch-
tretenden, papillósen, anfangs gefensterten, später mehr klaffenden Fortsützen und
nicht knotigen Wimpern. Sporen 18— 23 u, rötlichgelb und fein warzig. Reife
im Juni und Juli.
Auf sandig lehmiger, glimmeriger Erde, auch auf Kalk und Grauwacke, an
steinigen Abhängen und Wegen in der Waldregion der Alpen von 370-1900 m,
in Steiermark, Kärnthen und Tirol, meist steril; von J. Breidler bereits 1880 entdeckt.
Erreicht in Norwegen den 70? n. Br. und findet sich auch hier und da in den
mittleren und nördlichen Teilen Nord-Amerikas bis nach Alaska nnd Grönland hin.
S. II, 11, a) Schopfbl, b) Habitusbild in natürlicher Grösse, c) Brutkórper,
d) Sprossbl, e und f) Kapseln; gez. nach von J. Breidler erhaltenen Originalexpll.
Von annotina nicht nur durch die Brutkörper, sondern auch die glänzenden, hell-
gelbliehen, breiteren Bll. der starken Sprosse leicht zu unterscheiden,
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19. Webera annotina (Hedw.) Bruch 1833.
Mnium L. 1758, Bryum Hedw. 1782, Hypnum W. & M. 1807, Lamprophyllum Lindb.
1871, Pohlia Lindb. 1879, Trentepohlia erecta A. W. Roth 1794; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 471.
Zweihäusig, gemischtrasig; die dick knospenförmigen 5 Blüten mit aus
breiterer Basis lanzettlich zugespitzten, an der Spitze gesägten und am Rand
in der Mitte umgerollten äusseren Hüllbll., sowie mit langen, fadenfórmigen,
goldgelben Paraphysen. Herdenweise oder in lockeren, glanzlosen, bis 9 cm
hohen Rasen wachsende Pflänzchen mit aufrechten, roten, einfachen Stengeln
und dünnen sterilen Sprossen, in deren oberen Blattachseln sich einzelne rote
oder grüne, eifórmige, mehrspitzige Brutknospen befinden. Untere Bll. klein
und entfernt, lanzettlich, aufwärts allmählich größer, steif aufrecht, nicht
herablaufend, die oberen lineal-lanzettlich und scharf zugespitzt,
mit gesägter Spitze, in der Mitte schmal umgerolltem Rand und kräftiger,
unten roter, vor oder in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren
aufwärts mit 2 grossen medianen Deutern, wenigen Begleitern, etwa 3—4 lockeren
Bauchzellen, 6—12 lockeren Rückenzellen und innerer Stereidengruppe, sowie
wenigen (1—2) Substereiden zwischen den Bauchzellen und Deutern, abwärts
lockerer, im roten Basalteil durch subkostale Zellen erweitert, an der Insertion
fast homogen. Blattzellen eng, nicht oder nur wenig verdickt, etwas wurmfórmig,
lang und schmal, 7—9 u und 7—10 mal so lang, über der Basis fast noch
länger, nur an der Insertion kürzer und breiter, 15—18 u. Kapsel auf
2,5—4 cm langer, hellroter, dünner, oben bogig gekrümmter Seta nickend,
lünglieh ellipsoidisch, mit dem schwach gebogenen, fast gleichlangen Halse
keulenförmig, anfangs hellgelb und rötlich, dann gelbrot und zuletzt rotbraun,
derbwandig, mit kegelig konvexem, gespitztem, gelblichem Deckel und zweireihig
sich abrollendem, aussen rotem Ring, trocken und entdeckelt unter der Mündung
verengt, entleert verkürzt. Epidermiszellen der Kapselwand etwas collenchymatisch,
ziemlich klein und unregelmäßig, mit gebogenen Wänden, am Urnenrand mehrere
Reihen (meist 6) niedriger und querbreit. Peristomzähne gelblich, schmal
gesäumt mit etwa 25 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
halber Zahnhöhe mit trocken nicht durchtretenden, klaffenden Fortsätzen und
vollständigen knotigen Wimpern. Sporen 18-93 u, gelb bis bräunlichgelb und
gekörnelt oder rostbraun und papillós. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV.
Tab. 352.
Auf nassem Sand, sowie feuchtem, sandig-thonigem oder kalkigem Boden, an
Gräben, Wegen und Ausstichen, auf Brachückern etc. von der Ebene bis 500 m, seltener
höher aufsteigend, in Europa sowohl wie in Nord-Amerika, jedoch auch aus Algier
bekannt, sowie von Arnell in der arktischen Region Sibiriens und von Berggren
auf Spitzbergen und in Grönland gesammelt. S. IV, 7, a und b) obere, c und d)
untere Bll, e und f) Brutknospen, g) Kapsel h und i) oberer und unterer Blatt-
querschnitt, k) Peristom; gez. nach bei Darmstadt in 200 m ges. Expll.
Var. tenuifolia Schpr. mit kürzeren, breiteren BI., lockerer beblätterten Sprossen
und dünnwandigem Zellnetz soll mit W. tenuifolia Bryhn identisch sein. Ob letztere
jedoch nicht besser zu W. commutata als var. gestellt wird, lässt sich wohl erst nach
dem Sporogon unterscheiden.
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Var. angustifolia Schpr. mit zahlreichen dünnen sterilen Sprossen, mehr auf-
recht abstehenden Bll. und längeren, lanzettlich-pfriemlichen Schopfbll. — in Sümpfen
bei Warrington in Britannien;
var. lapponica Schpr. mit ästigen Stengeln, an der Basis breiteren, mehr
eilanzettlichen unteren Bll. und etwas breiteren und längeren Schopfbll. mit austretender
Rippe, sowie keulig birnförmiger, unter der Mündung kaum eingeschnürter Kapsel
— bei Uleaborg in Lappland — dürfte vielleicht der proligera näher stehen.
20. Webera pulchella (Hedw.) Schpr. 1856.
Bryum Hedw. 1792, Pohlia Lindb. 1879, Br. carneum f pulchellum Hook. & Tayl. 1818;
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 479 _
Zweihäusig, gemischtrasig; die dick knospenfórmigen, rotgelben d
Blüten mit eilanzettlichen, flachrandigen, an der Spitze unmerklich gezühnten,
aufrechten üusseren, mehr verkehrt eifórmigen, gelbroten, kürzer zugespitzten
inneren Hüllbll. und nur wenigen fadenfórmigen, gelben Paraphysen. Habituell
an Muiobryum carneum erinnernde, herdenweise oder zu lockeren, bis 1 em hohen
Rasen vereinte, schmutziggrüne, etwas glünzende Pflünzchen mit einfachen,
roten, schopfig beblütterten Stengeln. Bil. locker anliegend oder steif aufrecht
abstehend, die unteren nicht zahlreich, klein und entfernt, lanzettlich, flach und
ganzrandig, die oberen rasch grósser, etwas breiter, lünglich-lanzettlich und
ganzrandig, die Schopfbll. aus gerader Basis lanzettlich verlüngert, mit lüngs
schmal umgebogenem Rand, fein und scharf gezühnter Spitze und am
Rücken nicht gezühnter, vor oder in der Spitze endender Rippe. Querschnitt
der letzteren aufwärts mit 2 medianen Deutern nebst grosser Begleitergruppe,
2—3 lockeren Bauchzellen, 6—8 lockeren Rückenzellen und stereiden Füllzellen.
Blattzellen mässig verdickt, aufwärts 9—12 u und 6—9 mal so lang, an der
Basis bis 15 y. Kapsel auf 1— 1,5 cm langer, rótlicher, dünner, oben hakig
gekrümmter und dickerer Seta hängend oder nickend, aus dickem, kurzem Halse
von kaum halber Urnenlänge eikugelig, dünnwandig, mit kegelig gewölbtem,
spitzem Deckel und schmal 2 zellreihig, stückweise sich ablösendem, zuweilen
undeutlichem Ring, entdeckelt kugel-kreiselförmig, zimmetbraun, verkürzt und
unter der erweiterten Mündung nur schwach verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand dünnwandig, am Urnenrand in mehreren Reihen verflacht. Peristom-
zähne grünlichgelb und mit etwa 20 inneren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms fein papillös, von halber Zahnhöhe, mit anfangs gefensterten, später
klaffenden Fortsätzen und je 2—4 zarten, schwach knotigen Wimpern. Sporen
14—18 oder 15—21 u, bräunlichgelb und fein punktiert. Reife im Sommer.
Aus Lappland und Finnland bekannt. Auch von Arnell im Jeniseitale
Sibiriens von der nördlichen Urwaldregion bis in die arktische Region aufgefunden.
S.L 7, a) Habitusbild in natürlicher Grösse, b) unteres Bl., c) Schopfbl., d und e)
Kapseln; gez. nach einem von Dr. V. F. Brotherus in Finnland ges. Expl Von
dem sehr ähnlichen Mniobrywm vexans durch die phaneroporen Spaltóffnungen ver-
Nach der Rev. br. von 1896 8. 89 wird die von Kdb. als Webera lutescens
sub Nr. 826 Musei (ralliae verteilte Pflanze von Philibert wegen des einzellreihigen
Kapselrings als Webera subawnulata bezeichnet. Dieselbe scheint mir jedoch mit
W. pulchella identisch zu sein.
21. Webera lutescens Limpr. 1895.
W. pulchella Jur. 1882; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 473.
Zweihäusig, gemischtrasig; die & Blüten fast scheibenförmig, mit
abstehenden bis ausgebreiteten, aus breiter Basis verlüngert lineal-lanzettlichen,
flachrandigen, scharf gesägten äusseren und kürzer zugespitzten inneren Hüllbll.,
sowie mit zahlreichen fadenförmigen, goldgelben Paraphysen. Gelblich oder
freudiggrüne, etwas glänzende, 1 cm hohe Rasen mit aufrechten, locker beblütterten
Stengeln. Bil. fast flatterig locker abstehend, trocken verbogen, die
unteren lineal-lanzettlich mit flachem, weit herab gesägtem Rand und vor der
Spitze endender Rippe, die Schopfbll. viel lünger, fast linealisch, weit herab
scharf gesügt, flachrandig oder mit in der Mitte schmal umgebogenem Rand
und oben am Rücken gezühnelter, meist als Stachel austretender Rippe. Quer-
schuitt der letzteren ziemlieh locker, aufwürts rund, mit 2 grossen medianen
Deutern und grosser, mehr zentrierter Begleitergruppe, 4—5 lockeren Bauch-
zellen nebst einigen (meist 2—3) Substereiden zwischen diesen und den Deutern,
sowie 8—12 lockeren Rückenzellen und teils lockeren, teils substereiden bis
stereiden Füllzellen. Abwärts in der Nähe der Insertion wird die Rippe
mehr homogen und flacher, jedoch kaum erweitert. Blattzellen sehr lang und
schmal, 9—10 u und 6—15 mal so lang, abwärts kaum breiter, auch im Basalteil
sehr lang, an der Insertion etwa 15 u. Kapsel auf 1,5—3 cm langer, unten
rötlicher, oben gelber, bogig gekrümmter, trocken gedrehter Seta nickend
bis hängend, etwas variabel, meist mit dem allmählich verschmälerten Halse
von fast Urnenlänge und darüber kürzer oder länger birnförmig, 1,5 bis
3 mm lang, dünnwandig, gelblich bis rötlichgelb, mit gewölbtem, spitzem Deckel
und gelbem, 2reihigem in einzelnen Zellen sich ablösendem Ring, trocken und
entdeckelt unter der Mündung anfangs verengt, später fast kreiselförmig und
nur wenig verkürzt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, 5—6 seitig,
. um die Mündung mehrere Reihen kleiner und flacher. Peristomzähne an der
Basis verbunden, über der Mitte rascher verschmälert, mit papillösen Spitzen,
gelb, schmal gesäumt und mit 22—28 inneren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von fast mehr als halber Zahnhöhe, fein papillös, mit klaffenden
Fortsätzen und je 2—3 kaum knotigen Wimpern. Sporen 12—16 oder 15—18 u,
gelbgrün und fast glatt. Reife im Mai.
Auf feuchter, thoniger Erde, an Waldwegen, steinigen Abhängen und Gräben
hier und da von der Ebene bis in 1700 m aufsteigend. S. IV, 5, a bis e) BI.,
g) Habitusbild, d bis f) Kapseln, h und i) Bl.-Querschnitte; gez. nach von J. er
im Bürgerwald bei Leoben in Steiermark ges. Expll. Bei den von mir dahier wa
Laubach ges. Expll. sind Kapseln und Seten in ein und demselben Rasen oft sehr
ungleich lang. i
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Roth, Die europäischen Laubmoose.
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Webera Payoti (Schpr.) Limpr. sol nach Brotherus mit W. torrentium
Hagen identisch sein, während Philibert nach dem von ihm gefundenen
Sporogon (cf. Rev. bryol. von 1897 S. 22) die Pflanze für ein Eubryum hält.
Vgl. auch Bryum Payoti Schpr. S. II, 13, a bis d) BI., e) Habitusbild; gez.
nach einem von J. Breidler am Zederhaus in Salzburg ges. str. Expl. Wahr-
scheinlich handelt es sich hier um 2 verschiedene Pflanzen.
6. Gatt. Epipterygium Lindb. 1863.
Weberae sp. Sehpr.
Kleine bis kräftige, herdenweise oder zu lockeren Rasen vereinte Erd-
moose mit zweigestaltig beblütterten Stengeln. Sterile Sprosse 3—4zeilig
beblüttert, in 2 lateralen und 1—2 mehr dorsalen Reihen, von denen die Bll.
der ersteren weit herablaufend bis schief inseriert und grósser, die der letzteren
kleiner und schmäler sind. Bil. der fertilen Sprosse weniger deutlich differentiiert.
Sonst wie bei der folgenden Gattung.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung sind nach Brotherus noch 11 bekannt.
l. Epipterygium Tozeri (Grev.) Lindb. 1863.
Bryum Grev. 1827, Br. marginatum Bruch 1897, Webera Schpr. 1856, Anisostichium
Mitt. 1863; cf. Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 272.
Zweihäusig; die kleinen, eifórmigen ک Blüten mit aufrecht abstehenden,
eilanzettlichen Hüllbll. und wenigen Paraphysen. Habituell etwas an Mniobryum
carneum erinnernde, herdenweise oder zu lockeren Räschen vereinte, noch nicht
1 cm hohe Pflänzchen mit locker beblätterten, am Grunde wurzelhaarigen
Stengeln und oft roten Wurzelhaaren in den Blattachseln. ‚Stämmehen rund,
abwürts mit dünnem, kollenchymatischem Zentralstrang. Untere Bll. entfernt,
verkehrt eifórmig und zugespitzt, weit herablaufend und fast rippenlos,
aufwärts dichter gestellt, mit längerer, oft 2schenkeliger Rippe, die oberen
mehr verlángert, aus sehr schmaler Basis verkehrt eifórmig oder elliptisch
erweitert und kurz zugespitzt, mit meist rótlichem, aus schmüleren Zellen ge-
bildetem Saum, oft undeutlich gezähntem Rand und vor der Spitze endender
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 9-3 mittelgrossen medianen Deutern
nebst Begleitern, 2 lockeren Bauchzellen, 4—6 lockeren Rückenzellen und
stereiden oder substereiden Füllzellen (4—9). Die Laminazellen sind neben
der Rippe mindestens doppelt so gross als die Deuter oder Aussenzellen. Die
einreihigen Beiblätter schmäler, jedoch nur wenig differentiiert. Zellnetz ähnlich
wie bei der Gattung Funaria. Blattzellen locker 4—6 seitig, oben 20—40 u
und fast so breit als lang, abwürts mehr rektangulür und lünger, auch die Rand-
zellen länger und schmäler, nur 10—16 u und 3—4 mal so lang. Innere
Perichätialbll. kleiner und mehr lanzettlich. Kapsel auf 1—1,5 cm langer,
rötlicher, oben gekrümmter Seta horizontal bis hüngend, aus kürzerem Halse
regelmässig ellipsoidisch, grünlichgelb bis rötlich, mit grossem, kegelig-konvexem
Deckel und mehrzellreihig, stückweise sich ablósendem Ring, entdeckelt weit-
mündig und unter der Mündung kaum eingeschnürt. Spaltöffnungen phaneropor.
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Peristom gelblich, etwas kleiner als bei Mniobryum carneum, das innere mit
gefensterten Fortsätzen und je 2 vollständigen, öfters zusammen verwachsenen
Wimpern. Sporen 14—18 u, gelblich und fast glatt. Reife im März und
April. Br. eur. Vol. IV, Tab. 353.
Auf feuchtem, thonigem und sandig-thonigem Boden im Süden und Westen
Europas, an den Küsten Englands, in Sardinien, Portugal und Spanien, Algier,
Corsika, Süd-Frankreich und Italien, sowie auch aus Java, Nord-Amerika und von
dem Himalaya bekannt; von J. S. Tozer in Devonshire in England entdeckt.
S. IV, 1, a und b) BIL, e) Bl.Querschnitt, gez. nach einem von J. Thériot in
Frankreich ges. Expl, c und d) Kapseln nach Schimper's Br. eur.
7. Gatt. Mniobryum (Schpr. ex p. 1851) Limpr. 1892.
Habituell an die Weberen und Epipterygium sich anschliessende, zweihüusige
Moose mit gipfelstindigen, knospen- bis fast scheibenfórmigen 6 Blüten. Sie
unterscheiden sich von Euwebera vorzugsweise durch die oft gepaarten krypto-
poren (nur scheinbar phaneroporen) Spaltóffnungen mit meist weitem Vorhof
und das Fehlen eines Kapselrings. Zellnetz der Bll locker und dünn-
wandig. Epidermiszellen der Kapselwand trocken mit verbogenen Wänden.
Inneres Peristom mit klaffenden Fortsätzen und knotigen Wimpern.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind noch 8 bekannt.
1. Mniobryum vexans Limpr. 1892.
Bryum pulchellum Br. eur. ex p. 1839, Webera pulchella Schpr. ex p. 1876; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 474. Bryum Drummondii C. M. nach Kindberg (1896).
Zweihäusig; die eifórmigen, knospenfürmigen S Blüten mit aus rotgelber,
eifórmiger Basis lanzettlich zugespitzten, aufrechten, flachrandigen äusseren,
kürzer zugespitzten, schwächer gerippten, ganzrandigen inneren Hüllbll. und
gelbrótlichen Paraphysen. Herdenweise wachsende oder zu lockeren, 5 bis
19 mm hohen, schmutziggrünen, etwas glänzenden Räschen vereinte Pflänzchen
mit aufrechten, purpurroten, am Grunde wurzelnden Stengeln und ziemlich
gleichmässig beblätterten, bis 1 cm hohen Sprossen aus den unteren Blattachseln.
Bl. stets steif aufrecht, die unteren lanzettlich, klein und entfernt, die oberen
länger, schmal lanzettlich und allmählich zugespitzt, mit roter Basis, fast längs
stark umgebogenem, weit herab entfernt und deutlich gesägtem Rand und
kräftiger, fast durchaus roter, vor oder in der Spitze endender, oben am
Rücken gezähnter Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 grossen medianen
Deutern, aufwärts ohne Begleiter, mit 4— 6 lockeren Bauchzellen, etwa doppelt
soviel lockeren Rückenzellen und kräftiger Stereidengruppe, welch’ letztere
abwärts von einzelnen lockeren Zellen, resp. einzelnen doppelten Rückenzellen
begleitet ist. Zwischen Bauchzellen und Deutern höchstens eine substereide
Zelle. Blattzellen ziemlich gleichmässig, dünnwandig, lang und schmal, 9—10 u
und oben 6, mitten 12—15 mal so lang, an der Basis nicht breiter. Innere
Perichätialbll. kleiner und flachrandig. Kapsel auf 1—1,5 em langer, dünner,
Ea:
— 36 —
geschlängelt verbogener, oben nicht verdickter Seta niekend oder hängend,
regelmässig, mit dem kurzen abgesetzten Halse von !/, bis halber Urnenlänge
birnförmig, gelbgrün bis rötlichbraun, weich und dünnwandig, mit grossem,
hoch gewölbtem, mit Spitzchen versehenem Deckel, ohne Ring, trocken unter
der Mündung kaum verengt, entleert weitmündig und etwas glocken- oder
urnenfórmig, zuletzt rótlichbraun. Spaltöffnungen wie bei Orthotrichum pallens,
kryptopor mit weiterem Vorhof. Peristom dicht an der Mündung der Urne
inseriert; die Zähne des äusseren ziemlich gross, grünlichgelb, nicht gesäumt,
an der Basis vereinigt, mit etwa 30, zuweilen hier und da durch schräge bis
senkrechte Zwischenglieder verbundenen Lamellen, das innere von halber Zahn-
höhe, mit gefensterten bis klaffenden Fortsätzen und vollständigen, schwach
knotigen, papillösen Wimpern. Sporen 14—18 u, hellgelb und fast glatt. Reife
im Mai und Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 352.
An Wegrändern und erdigen Abhängen in der Berg- und Alpenregion zwischen
1200 2000 m, sowie in Norwegen und Schweden sehr selten. S. I, 5, a) Habitus-
bild in natürlicher Grösse, b) unteres Bl, c) Schopfbl., d) Kapsel, e) Kapseldeckel,
f) Peristom; gez. nach einem von Arnell im arktischen Norwegen ges. Expl.
2. Mniobryum carneum (L.) Limpr. 1892.
Bryum L. 1587, Br. delicatulum Hedw. 1787, Mnium Hoffm. 1796, Br. compactum
Dicks. 1801, Hupnum W. & M. 1807. Br. pallidisetum Brid. 1819, Br. melanodon Brid. 1826,
Webera Schpr. 1856, Lamprophyllum Lindb. 1867, Pohlia Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 475.
Zweihäusig, gemischtrasig, mit kleiner und entfernt beblätterten,
schlanken 6 Pflänzchen; die 6 Blüten mit aus breiter Basis rasch zugespitzten,
an der Spitze schwach gezühnten üusseren und mehr abgerundeten, ganzrandigen,
mit nur stumpfer Spitze versehenen, fast rippenlosen inneren Hüllbll., sowie
mit langen, gelben, fadenfórmigen Paraphysen. Herdenweise wachsende oder
zu lockeren Rasen vereinte, 0,5—2 cm hohe, gelbgrüne oder schmutzig- bis
bräunlichgrüne Pflänzchen mit roten, nur am Grunde wurzelnden Stengeln
und kurzen Sprossen. Bll. aus schwach elliptischer Basis lanzettlich, aufwärts
allmählich grösser, die Schopfbll. lang und schmal, mehr allmählich zugespitzt,
mit flachem, mitten zuweilen etwas umgebogenem, an der Spitze entfernt
gesägtem Rand und weit hinauf roter, vor der Spitze endender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren mit 2—3 mittelgrossen Deutern nebst Begleitern, 2—3
gleichgrossen Bauchzellen, 5—6 lockeren Rückenzellen und wenigen mehr sub-
stereiden Füllzellen. Blattzellen sehr locker und dünnwandig, rhombisch-
6 seitig, 14—24 u und höchstens 3—5 mal so lang, am Rande enger, 10—15 u,
an der Basis mehr rektangulür-6 seitig und bis 25 u. Kapsel auf 1—2 cm langer,
dicker, gelbrótlicher, oben hakig gekrümmter und verdickter, gedrehter Seta
hünzend, mit dem kurzen, in die Seta verschmülerten, meist etwas gebogenen
Halse von fast halber Urnenlänge dick oval, resp. kugelig birnfórmig,
rötlichgelb bis braunrot, derbwandig, mit hochgewölbtem, zuweilen mit
_ Warze versehenem Deckel, ohne Ring, entleert verkürzt, fast halbkugelig
bis kreiselfórmig und weitmündig. Kryptopore Spaltóffnungen häufig zu
2—3 aneinander gereiht. Epidermiszellen der Kapselwand kollenchymatisch
und mit verbogenen Wänden, teilweise breiter als hoch, am Urnenrand 3—5
Reihen flacher. Peristomzähne etwas kleiner als bei voriger Art, breit lanzettlich,
braunrot, meist nicht oder kaum papillös und höchstens schmal gesäumt,
innen mit 25—30 dichten Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
halber Zahnhöhe mit gefensterten bis klaffenden Fortsätzen und meist je 2
vollständigen, papillösen, knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u, grünlichgelb
und fast glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. IV, Tab. 353.
Auf feuchtem, sandig-thonigem Boden, an Gräben, Wegrändern, Erdlehnen
und Ausstichen von der Ebene bis in die Alpenthüler in 1000 m durch Europa,
Algier und Nord-Amerika zerstreut, ausnahmsweise noch in 1970 m bei Pontresina
im Engadin, in Finnland bis 61° n. Br.; war schon Dillen um Giessen 1741
bekannt. S. IV, 4, a uud b) Bll., c und d) Kapseln, e) Habitusbild; gez. nach dahier
bei Laubach und von C. Warnstorf bei Neuruppin ges. Expll.
Var. boreale Kaurin in etwas dichteren Räschen mit dichter beblätterten
Stengeln, locker aufrecht anliegenden Bll. und schmäleren, längeren Blattzellen von
nur 10—16 u, bildet gleichsam eine Übergangsform zwischen dieser und der vorher-
gehenden Art. S.I, 4, a) Habitusbild, b bis d) Bll, e) kryptopore Spaltóffnungen
der Kapselwand, f und g) Kapseln, h) Peristom; gez. nach einem von Arnell im
arktischen Norwegen ges. Expl. (comm. Ch. Kaurin). Vielleicht identisch mit
M. atropurpureum (Wahlenb.), das mir bis jetzt noch nicht bekannt geworden ist.
3. Mniobryum albicans (Wahlenb.) Limpr. 1892.
Bryum Wahlenb. 1807, Hypnum Wahlenbergii W. & M. 1807, Mnium Wahlenb. 1812,
Webera Schpr. 1856, Lamprophyllum Lindb. 1867, Pohlia Lindb. 1879, Bryum Wahlenbergü
Schwgr. 1816; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 476.
Zweihüusig, in meist getrennten 6 und Ọ Rasen mit entfernter beblütterten,
schlanken, unter der Blüte sprossenden 6 Pflanzen; die 6 Blüten scheiben-
fórmig mit sternfórmig ausgebreiteten Hüllbll. und fast keulenfórmigen, langen,
goldgelben Paraphysen. Bläulich- oder weisslichgrüne, glanzlose, 2—3
und steril selbst 10 cm hohe, lockere, mehr oder weniger ausgedehnte, weiche
Rasen mit einfachen, aufrechten oder aufsteigenden, unten aus den Blattachseln
sprossenden, roten Stengeln und verlängerten, locker beblätterten Sprossen.
Untere Bll. eifórmig und zugespitzt, die oberen aus kurz herablaufender
Basis mehr oder weniger elliptisch erweitert und kurz und breit zugespitzt,
mit flachem, seltener mitten einseitig etwas umgebogenem, an der Spitze
entfernt gesägtem Rand und an der Basis roter, meist weit vor der Spitze ver-
schwindender Rippe. Querschnitt der letzteren aufwürts mit 2 medianen Deutern
nebst Begleitern, nur wenigen (3—4) lockeren Bauchzellen, 5—6 lockeren
Rückenzellen und stereiden Füllzellen, abwärts mit bis 8 Bauch- und bis 12
Rückenzellen, die nach der Insertion zu sich teilweise verdoppeln, auch durch
subkostale Zellen erweitert. Blattzellen locker rhombisch-6seitig, meist 18 u
und 3-5 mal so lang, gegen den Rand enger und etwas länger, an der Basis,
namentlich nach der Rippe zu lockerer, mehr rektangulär-6 seitig und bis 28 u.
Kapsel auf 2—4 em langer, dünner, gelbroter, oft geknieter, oben gekrümmter
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und verdiekter Seta geneigt oder hängend, verháültnismüssig klein, aus kurzem,
etwas aufgetriebenem Halse oval, grünlich bis rötlichbraun, derbwandig, mit
hochgewölbtem, mit Warze versehenem Deckel, entdeckelt verkürzt, weitmündig
und kugel-kreiselfórmig. Epidermiszellen der Kapselwand kollenchy-
matisch verdickt, rundlich-6 seitig, am Urnenrand in mehreren Reihen etwas
kleiner und teilweise flacher. Kryptopore Spaltóffnungen zahlreich und oft
gepaart. Peristomzähne gelblichbraun, an der Basis verbunden, undeutlich
gesiumt und mit über 30 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
von mehr als halber Zabnhóhe, mit weit klaffenden Fortsützen und voll-
ständigen, schwach knotigen Wimpern. Sporen 14—18 und 15—20 u, grünlich-
gelb und fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 354.
Auf feuchtem Sand- und 'lhonboden, an Bachufern, in Gräben und Sümpfen
von der Ebene bis in die Alpenregion in 1900 m über fast alle Länder der Erde
bis in die arktische Region weit verbreitet, jedoch seltener fruchtend; von Funck
bereits 1785 bei Regensburg entdeckt. S.IV, 2, a und b) BIL, c) Kapsel, d) Habitus-
bild der C Pflanze, e und f) oberer und unterer Blattquerschnitt; gez. nach dahier bei
Laubach und von Beling im Harz mit Frucht ges. Expll.
Var. glaciale (Schleich.) Schpr. in ausgedehnten, schwellenden, bis 10 cm
hohen, robusteren Rasen mit breiteren, hohlen Bll. und grósserer Kapsel auf 5 bis
em langer, an der Basis geknieter Seta — in Gletscherbüchen der Alpen- und
Hochalpenregion. Erinnert habituell sehr an eine Philonotis.
Mniobryum calcareum Warnst., welches Artaria im Valle della Tavola bei
Blevio in Italien auf Kalk gesammelt hat, non vidi; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 733.
8. Gatt. Bryum!') Dill. 1718.
Ausdauernde, mehr oder minder dichtrasige Erdmoose, Sumpf- und Fels-
bewohner, seltener kleinere, mehr herdenweise wachsende Pflänzchen, mit
krüftigen, aufrechten oder aufsteigenden, unter den Blüten sprossenden, meist
durch warzige Wurzelhaare filzigen, 5 kantigen Stengeln. Stümmchen mit
Zentralstrang, jedoch ohne differentiierte Aussenrinde. Bll. ziemlich breit,
meist eifórmig oder elliptisch und lanzettlich zugespitzt, mit oft gesäumtem
Rand, einschichtiger, höchstens im Saum mehrschichtiger, glatter Lamina
und kräftiger, meist auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren in der
Regel mit 2—5 medianen Deutern, weitlumigen Bauch- und Rückenzellen,
einer nur ausnahmsweise fehlenden Begleitergruppe und einem unteren Stereiden-
band, seltener mit nur basalen Deutern. Blattzellen aufwärts prosenchymatisch,
rhombisch-6seitig, abwärts parenchymatisch, mehr rektangulär-6 seitig bis fast
rektangulär, mit oft getüpfelten Wänden, sowohl Längswänden, wie auch zuweilen
Querwünden, stets glatt und nie papillós. Blüten zwitterig, zweihäusig und
einhäusig, jedoch niemals paröcisch wie bei den Weberen, dagegen oft polygam;
die 6 Blüten terminal, knospen- bis fast scheibenförmig, mit zahlreichen faden-
förmigen Paraphysen. Innere Perichätialbll. meist schmäler und nach innen
kleiner. Kapsel auf verlängerter, oben hakig oder bogig gekrümmter Seta
1) Von eror Moos, oder Serw schwellen, strotzen.
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nickend oder hängend, mit dem deutlichen Halse birn- bis keulenförmig, selten
etwas kugelig, regelmässig oder leicht gekrümmt, mit kegeligem, oder gewölbtem,
mit Warze oder Spitzchen versehenem Deckel und grosszellig sich ab-
lósendem Ring. Haube klein, kappenfórmig und früh abfallend; Ochrea
fehlend. Spaltóffnungen phaneropor mit 2 meist vorgewólbten Schliesszellen.
Peristom doppelt, beide gleichlang; die 16 Zähne des äusseren an der
Basis vereinigt, aufwärts mehr oder weniger rasch verschmälert, lanzettlich bis
lanzettlich-pfriemenförmig, oft hyalin gesäumt, aussen mit gerader oder zickzack-
förmiger Lüngslinie und gefeldert, abwärts fein papillós, seltener streifig, innen
mit vortretenden Lamellen. Das innere Peristom dem äusseren anklebend
oder nur unten locker anhängend, mit kielig gefalteter Membran, schmalen,
nur ritzenförmig durchbrochenen, oder gefensterten bis klaffenden Fortsätzen
und mehr oder weniger ausgebildeten und dann meist knotigen oder an den
Gelenken mit Anhängseln versehenen, fadenfórmigen, zu je 2—3 zwischen den
Fortsützen stehenden Wimpern. Sporen bald kleiner, bald grösser, zuweilen
bis 50 u.
Ausländische Arten von dieser und der folgenden Gattung (Rhodobryum)
waren nach Jaeger und S. bis zum Jahre 1879 bereits mehr als 150 bekannt.
In Engler's natürlichen Pflanzenfamilien werden von der Gattung Bryum allein 625
in- und ausländische Arten aufgezählt. Brotberus zerlegt die Sektionen derselben
in eine grosse Anzahl kleinerer Gruppen, die sich jedoch nicht immer scharf ab-
grenzen lassen und daher für den Anfänger oft schwer von einander zu unterscheiden
sind, zumal wenn sie sich auf Arten gründen, die wie z. B. Br. haematostomum Jörg.
sehr selten und schwer zu erlangen sind. Aus diesem Grunde werde ich mich
mit Schimper und Limpricht bei den Europäischen Arten etwas mehr der
Einteilung nach dem Blütenstande anschliessen, zumal dadurch nach meiner eigenen
Erfahrung das Bestimmen der Brya dem Anfänger wesentlich erleichtert wird.
Subgen. I. Cladodium (Brid.) Schpr. 1851.
Wimpern des inneren, dem äusseren oft anklebenden oder mehr oder
weniger anhängenden Peristoms rudimentär bis fehlend, oder wenn vollständig,
stets ohne Anhängsel.
Die Arten dieser Untergattung finden sich vorzugsweise in den gemässigten
und kälteren Zonen. Aussereuropäische Arten derselben sind mehr als 90 bekannt.
A. Ptychostomum (Hornsch.) Limpr. 1895.
Lamellen der Peristomzähne in der unteren Hälfte durch 1—3 senkrechte
oder schräge Leisten verbunden und das innere Peristom dem üusseren ziemlich
fest anklebend, so dass dadurch die Zähne unten wellig trüb erscheinen.
Fortsätze des inneren Peristoms schmal, mehr linear-pfriemenförmig und nur
ritzenförmig durchbrochen. Wimpern meist nur rudimentär.
Diese Gruppe wird von Philibert als Anaglyphodon bezeichnet (Rev. bryol,
v. 1900, S. 22). Ausländische Arten derselben sind etwa 18 bekannt.
E BEE TENSEI L L ONE ME NT
e ee
a) Blütenstand einhäusig, autöcisch.
Nach Broth. gehören hierher: Erythrodontia Kdb. (mit Br. Marratü), Warnet-
formia Broth. mit meist nicht geröteten Basalzellen der DII. und von Anaglyphodon Phil.
Br. maritimum mit geróteten Basalzellen.
1. Bryum Marratii Wils. 1855.
Br. latifolium Dozy & Molk. 1851; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 477.
Einhäusig; die knospenfórmigen & Blüten auf besonderen Sprossen
anfangs neben den ©, später mehr grundständig, mit stumpfen, gelben, zart-
rippigen Hüllbll. und dicken, bräunlichgelben Paraphysen. Lockere, niedrige,
unregelmässige, 0,5—1 cm hohe Räschen, mit am Grunde wurzelhaarigen Stengeln
und mehreren (meist 2—4) Innovationen und sterilen Sprossen. Bll. etwas
locker aufrecht abstehend, elliptisch bis verlängert elliptisch oder kahnförmig
mit stumpfer Spitze, sehr hohl, flach und ganzrandig, fast ungesäumt, mit
dünner, gelber, unter, resp. vor der Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt
der letzteren mitten mit 3 medianen Deutern nebst wenigen Begleitern, welche
beide nach oben allmählich verschwinden, 2 grossen Bauchzellen, 6—8 weit-
lumigen Rückenzellen und 3schichtigen stereiden Füllzellen, seltener 3 Bauch-
zellen oder 4 medianen Deutern; abwärts die Füllzellen mehr substereid.
Blattzellen diekwandig und getüpfelt, oben locker rhombisch-6 seitig, 14-18 u
und etwa 2,5—4 mal so lang, abwärts mehr rektangulär, am Rande schmäler
und länger, 10—12 u und 4—7 mal so lang, an der Basis lockerer, bis 25 y.
Perichätialbll. kurz, etwa so lang als das Scheidchen. Kapsel auf 2—3 cm
langer, dünner, geknieter, roter, oben hakig gekrümmter Seta nickend oder
hüngend, klein, braun, aus schmalem, kürzerem Halse fast kugelig, eng-
mündig, mit breit 4reihig sich abrollendem Ring und kegeligem, lang zu-
gespitztem, dunkelrotem, am Rande kerbigem Deckel. Am Urnenrand 4 bis
6 Reihen abgeplatteter Zellen. Peristomzähne unterhalb der Mündung inseriert,
gelbrot, wellig trüb, nicht gesäumt, mit etwa 25 inneren Lamellen, von denen
die unteren durch 2—3 Leisten verbunden sind. Inneres Peristom dem äusseren
fest anhüngend, mit schmalen, nicht durchbrochenen, den Zähnen beiderseits
anhaftenden Fortsätzen. Wimpern nicht unterscheidbar. Sporen 35—40 y,
gelbgrün oder grünlichgelb und fein gekórnelt. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. VI, Tab. 640.
Auf feuchtem Sandboden der Meeresküsten oder an torfig sandigen Seeufern,
insbes. in England, Holland, Dünemark, Schweden, Pommern und Finnland; von
Marrat 1844 bei Lancaster in England entdeckt. Selten. S. VI, 6, a und b) BIL,
c) Kapsel, d) Habitusbild, e und f) Blattquerschnitte; gez. nach von R. Ruthe
am Schlonsee bei Heringsdorf in Pommern ges. Expll Vgl. auch die Abbildung
in Engler's natürlichen Pflanzenfamilien I, Abt, 3, S. 566.
2. Bryum Moei Schpr. 1876.
cf. Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 988 u. Rev. br. 1886, S. 20.
Einhäusig, autócisch. Gelbgrüne, innen rótliche oder braune, mit den
Innovationen 2 em hohe Rasen mit roten, nur wenig wurzelhaarigen, schopfig
x c de e:
beblütterten Stengeln. Bll. aufrecht abstehend, aus verengter, herablaufender
Basis verlängert lanzettlich, die Schopfbll. mehr lineal-lanzettlich verlängert,
weit herablaufend, allmählich zugespitzt und gekielt, 4—5 mm lang, mit
nicht gezühntem, bei den oberen Bll. fast längs umgebogenem, breit gelb
gesäumtem Rand und kräftiger, an der Basis roter, in eine lange, gelbe,
glatte Granne auslaufender Rippe, trocken verschmälert und etwas verdreht.
Blattzellen dünnwandig, spärlich getüpfelt, rhombisch-6 seitig, etwa 18 u und
3—4 mal so lang, an der Basis etwas rötlich und mehr rektangulär. Perichätialbll.
aus eiförmiger Basis allmählich pfriemlich, mit als lange glatte Granne aus-
tretender Rippe. Kapsel auf 2,5—3,5 cm langer, unten roter, oben gelblicher,
hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, aus kurzem, verkehrt kegeligem
Halse dick eiförmig, 4 mm lang, gelbbräunlich, mit flach gewölbtem, mit
Warze versehenem, kleinem Deckel, trocken unter der Mündung nicht verengt.
Peristomzähne abwärts rotgelb und mit roter Insertion, oben hyalin und papillös,
schmal gesüumt, aussen fein punktiert, innen mit über 20, unten durch 2— 3
Zwischenwände verbundenen Lamellen. Membran des anhängenden inneren
‚Peristoms von fast halber Zahnhóhe mit etwas kürzeren, eng ritzenförmig
durchbrochenen, schmalen Fortsätzen und ziemlich ausgebildeten, papillösen
Wimpern. Sporen 30—36 u, gelb und fast glatt. Reife im Sommer.
Im Guldbrandsdaler Thale in Norwegen von Moé, Direktor des botanischen
Gartens in Christiania, entdeckt. Selten. S. XIII, 10, a) Bl., b) inneres Perichätialbl.,
c) Kapsel; gez. nach einem Originalexpl. (comm. W. Krieger).
3. Bryum angustifolium Kaurin 1887.
Br. saltense Paris; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 289 u. IV, 3, S. 733.
Einhäusig, autócisch. Goldgrüne, innen rötliche, unten schwürzliche,
3 cm hohe Rasen. Bil. wie bei voriger Art, jedoch an der Spitze entfernt
und grob gesägt, mehrreihig gelb gesäumt, mit nur nach der gelbgrünen
Basis zu umgebogenem Rand und als gezühnte Granne auslaufender, gelber
Rippe. Querschnitt der letzteren typisch, mit bis 4 medianen Deutern nebst
Begleitern, 2 grossen Bauchzellen, 6—8 Rückenzellen und stereiden Füllzellen.
Aufwürts verschwinden die Deuter, sodass die Begleitergruppe mehr zentriert
rundum von Stereiden umgeben erscheint, während abwärts die Füllzellen mehr
substereid werden. Blattzellen 18—24 u und aufwärts etwa 3—4 mal so lang,
an der Basis nicht gerótet und meist noch lockerer. Kapsel auf 3 em langer,
dünner, geschlüngelter, oben bogig gekrümmter Seta horizontal oder nickend,
verkehrt eilänglich, regelmässig, mit gleichlangem Halse und kleinem, gewölbtem,
mit Warze versehenem, glänzendem Deckel, 3 mm lang, trocken unter der
Mündung nicht verengt. Peristom (nach Limpr.) wie bei Moei, nur die Membran
des inneren niedriger, von etwa !/, Zahnhöhe. Sporen 25—32 u, bräunlichgelb
und feinwarzig. Reife im Spätsommer.
Bei Bodö im nördlichen Norwegen von Professor Sahlberg im August 1879
entdeckt. S.I, 10, aund b) Bil., c) Habitusbild, d) Kapsel; gez. nach einem Originalexpl.
des Entdeckers (comm. Kaurin) Reife Kapseln standen mir nicht zur Verfügung.
uus AO
4. Bryum Brownii (R. Brown) Br. eur. 1846.
Pohlia bryoides R. Brown, Hemisynapsium bryoides Brid. 1826; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2,
S. 289. ۱
Einhäusig, autöcisch; die dick knospenförmigen ک Blüten in der Nähe
der © und mit fadenförmigen Paraphysen. Hellgrüne, ziemlich dichte, durch
Wurzelfilz verwebte, weiche, 1 em hohe Rasen mit aufrechten Stengeln und
zahlreichen, oft rankenförmigen Sprossen. Bll. (nach Limpr.) beim Liegen im
Wasser blau werdend. Untere Bll. kleiner, mehr breit eifórmig und zugespitzt,
die oberen aus kaum herablaufender, nur wenig verengter, elliptischer Basis
lanzettlich und lang zugespitzt, mit bis zur Mitte umgebogenem, 2—3 reihig
wulstig gesäumtem Rand, flacher, entfernt gezähnter Spitze und kräftiger,
auslaufender, bei den oberen Bil. als kurze, entfernt gezähnte, fast glatte,
gelbe Granne austretender, an der Basis orangeroter Rippe. Querschnitt der
letzteren typisch, mit 4 kleinen medianen, aufwärts verschwindenden Deutern,
6—8 Rückenzellen und stereiden Füllzellen, oben mit zentrierter Begleitergruppe.
Bll. der Sprosse mehr eiförmig und zugespitzt und fast ungesüumt. Blattzellen
dünnwandig, ziemlich regelmässig und gleichmässig, rhombisch-6 seitig, 18-20 u
und 2—3 mal so lang, an der Basis etwas lockerer, bis 28 u, an der Insertion
orangefarben. Kapsel auf 3,5—5,5 cm langer, oben in kurzem Bogen gekrümmter
Seta nickend oder hüngend, 3,5 mm lang, regelmässig, mit dem nur wenig
kürzeren Halse verlängert birnförmig, etwa in der Mitte am breitesten,
gelbbräunlich, mit hochgewölbtem, mit Spitzchen versehenem, fast kegeligem,
orangegelbem Deckel und breit 3—4 reihig sich abrollendem Ring, trocken
unter der Mündung nicht oder kaum verengt. Am Urnenrand 1—2 Reihen
abgeplatteter und wenige Reihen kleinerer, dickwandiger, rundlich-6 seitiger
Zellen. Peristomzähne abwärts orangegelb, an den Spitzen glatt und hyalin,
innen mit zahlreichen, dicht gestellten, unten durch 2 oder 3 Zwischenwünde
verbundenen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von halber Zahnhóhe,
mit schmalen, nur ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und vollstündigen,
nicht knotigen, glatten Wimpern. Sporen 32—38 u, gelbgrün und fein warzig.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 337.
Am Meeresufer der Kola-Halbinsel, auf dem Dovrefjeld in Norwegen, sowie
in Grönland in Nord-Amerika; von Kapitän Sabine auf der Insel Melville und
von W. Ph. Schimper 1844 auf dem Dovrefjeld entdeckt. S. V, 1, a) Schoptbl.,
b) unteres, c) Sprossbl, d) Kapsel, e) oberer Blattquerschnitt, f) Kapseldeckel;
gez. nach von Ch. Kaurin und E. Jórgensen in Norwegen ges. Expll.
5. Bryum warneum Bland. 1805.
Br. caespiticium v. Warneum Schwgr. 1816, Br. flagellare Brid. D Br. strictum
Philib. 1886, Pohlia Warnensis Schwügr. 1828; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 4
Einhäusig, seltener mit Zwitterblüten; die inneren Hüllbll. der 6 Blüten
gelb, aus breit verkehrt eifórmiger Basis plótzlich kurz zugespitzt, mit vor der
er n
Spitze endender Rippe und gelben Paraphysen. Unregelmässige, niedrige, nur
0,5—1,5 cm hohe, durch Wurzelfilz verwebte Rasen mit niedrigen Stengeln,
schopfigen Innovationen und mehr stielrunden, oft flagellenartigen Sprossen.
Untere Bll. entfernt, breit oval, kurz zugespitzt und schmal gesäumt, die oberen
trocken verbogen, feucht dachziegelig abstehend, aus etwas schmälerer, breit
eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich kurz zugespitzt, mit schmal um-
gebogenem, rings 2—3reihig, oft doppelschichtig gesäumtem Rand, flacher,
scharf gezähnter Spitze und gelbgrüner bis bräunlicher, kräftiger, als scharf
gesägter Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren unten mit
2—3 grossen Bauchzellen und gleichviel medianen Deutern nebst Begleitern,
meist 7 lockeren Rückenzellen und 2reihigen inneren Stereiden oder Substereiden,
aufwärts stielrund, mit 2 grossen Bauchzellen, 4 kleinen medianen Deutern,
mehr zentrierter Begleitergruppe und zahlreicheren stereiden Füllzellen. Blatt-
zellen dünnwandig, über 18 u und selbst bis 30 u und 9-4 mal so lang, an
der Basis nicht rot. Perichätialbll. lanzettlich, nach innen kleiner. Kapsel
auf 3—6 cm langer, glänzender, roter. steifer, oben fast hakig gekrümmter
Seta hüngend, regelmüssig, dick verkehrt eifórmig, resp. mit dem in die
Seta verschmälerten, fast gleichlangen Halse bauchig- oder kugelig-birnfórmig,
kleinmündig, ockergelb oder gelbbrüunlich bis rotbraun, mit kleinem, hoch-
gewölbtem, mit Warze versehenem, orangegelbem Deckel und 3reihig sich ab-
rollendem Ring, trocken unter der wulstigen Mündung nur wenig oder kaum
verengt. Am Urnenrand meist nur eine Zellreihe abgeplattet, die übrigen
Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, allmählich rundlich- bis rektangulär-
6seitig. Peristomzühne dicht an der Mündung inseriert, krüftig, trocken bogig
eingekrümmt, abwürts orangefarben mit roter Insertion, wellig trüb, ungesüumt,
aussen fein punktiert, innen mit etwa 30, unten durch 1—3 Zwischenwände
verbundenen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von halber Zahnhóhe,
dem äusseren anhängend, mit sehr schmalen, nur ritzenförmig durchbrochenen
Fortsützen und je 3—4 kürzeren, zuweilen fast fehlenden Wimpern. Sporen
sehr gross, 35—40 und selbst 40—48 u, gelbliehgrün oder bräunlich und fein
gekórnelt. Reife im Mai und Juni, zuweilen nochmals im Oktober und November.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 340.
Auf feuchtem Sand, an den Ufern der Flüsse und Seen in der Norddeutschen
Ebene, auch in Ungarn, England, Schweden und Norwegen. Nach Broth. auch
aus Kalifornien und West-Himalaya bekannt; von Blandow 1804 bei Waren in
Mecklenburg entdeckt. S. VI, 3, a und b) BlL, c und d) Kapseln, e bis g) Blatt-
querschnitte; gez. nach einem von C. Warnstorf bei Neuruppin (Preussen) ges. Expl.
Bryum oelandieum Philib. (Rev. br. 1887, S. 11) wird von Limpricht
als identisch mit warneum gehalten, während Philibert dasselbe wegen des Peristoms,
welches nur wenige Zwischenwände der inneren Lamellen zeigt und meist mehr
nach demjenigen von arcticum hinneigt, als besondere Art ausgeschieden hit.
S. X, 9, a) Stbl, b) kleineres Sprossbl., c) Blattspitze, d) Kapsel; gez. nach einem
von W. Arnell auf der Insel Oland ges. Expl., dessen Peristomzähne nur etwa
20 innere, durch Zwischenwände nicht verbundene Lamellen besitzen. wa v
am besten als var. oelandicum nach den breiteren Bll. betrachtet werden können.
ET oi:
6. Bryum stenocarpum Limpr. 1884.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 292.
Einhäusig, autöcisch; die S Blüten mit rötlichen Antheridien und gelb-
bräunlichen Paraphysen. Habituell an sehr kräftige Formen von Br. Sauteri
erinnernde, schmutzig braungrüne Räschen, mit bis 5 mm langen Stengeln und
etwas schopfigen Innovationen. Bll.nicht herablaufend, eiförmig bis eilanzettlich
und zugespitzt, bis 1,8 mm lang, durch 1 oder 2 Reihen längerer, enger Zellen
undeutlich gesäumt, mit bis zur Spitze schmal umgebogenem Rand und
kräftiger, im Alter schwärzlicher, bei den oberen Bll. als schwach gezähnter,
langer Stachel austretender Rippe. Bll. der sterilen Sprosse mehr flachrandig
und ungesäumt, auch meist etwas schmäler eilanzettlich und mit in der Spitze
endender oder stachelig austretender Rippe. Blattzellen vorzugsweise parenchy-
matisch, aufwärts locker rhomboidisch-6 seitig, 20-95 u und 2—3 mal so lang,
abwärts und nach dem Rand zu mehr rektangulär und meist 16— 920 u, die beiden
Randzellreihen dagegen nur 8—10 u und länger, an der Basis schmutzig
bräunlichgrün und nicht rot. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, dünner, oben
hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, regelmässig, bis 2,4 mm lang,
mit dem etwas kürzeren, dicken Halse von meist ?/, Urnenlänge schmal
keulig-birnförmig, kleinmündig, mit gewölbt kegeligem, mit Warze oder
Spitzchen versehenem, glänzend rotbraunem Deckel und stückweise sich ab-
lösendem Ring, trocken kastanienbraun und unter der Mündung nicht verengt.
Am Urnenrand mehrere Reihen abgeplatteter und rundlich 4— 6 seitiger Zellen.
Peristomzähne schmal, sattgelb bis orangefarben, oben gelblich und papillös,
ungesäumt, mit etwa 24, unten durch 2 Zwischenwände verbundenen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms nur locker anhüngend, von halber Zahnhóhe,
mit trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, schmal geschlitzten bis
klaffenden Fortsätzen und je 2—3 Wimpern, von denen meist nur eine voll-
ständig ausgebildet ist. Sporen 30— 35 und selbst 40 u, rostfarben und fein
warzig. Reife im Spätsommer.
Auf dem Dovrefjeld Norwegens in Foldalen bei Ryhaugen von Chr. Kaurin
im September 1883 entdeckt, jedoch auch von der Halbinsel Kola und von Aland
bekannt. S. X, 2, a bis c) Bll., d und e) Kapseln, f) Habitusbild; gez. nach von
Bryhn und Kaurin an dem vorbenannten Standort ges. ExplL Nach einem zu
Bumansfjord in Lappland ges. Expl. hält Philib. diese Art für identisch mit Br.
Brownü (cf. Rev. br. 1887, S. 11). von dem sie sich jedoch durch schwücher und
undeutlich gesüumte Bll. unterscheidet.
Bryum Fridtzii Hagen (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 734) soll ebenfalls
autócisch sein und sich von Br. pendulum durch die mehr an Graefianum erinnernde
Kapsel und die aussen an den unteren Dorsalplatten querstreifigen Peristomzühne
unterscheiden. — Von Fridtz 1886 bei Alstahaug im nórdlichen Norwegen ges.
(non vidi) Vgl. auch Br. tromsöense Rth.
Bryum confluens Jörg. = Kaurini Phil. (ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 296
und Hagen Musei Norv. bor. S. 220) soll sich von Br. pendulum durch autócischen
Blütenstand, breitere, stärker gesüumte, an der Basis rote, am Rand breiter
zurückgeschlagene Bll. und dickere Kapsel mit kurzem» der Urne gleichdickem
Kapselhals und fast flachem, breiterem Deckel unterscheiden. — Von
Kaurin bei Opdal in Norwegen entdeckt und auch von Jörgensen auf kalk-
haltigen Schiefern bei Tromsö ges. (non vidi) Vgl. auch Br. pupillosum Arn.,
Nr. 20.
7. Bryum maritimum Bom. 1897.
Rev. br. 1897, S. 1; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 733.
Einhäusig nach Bom., nach den von mir untersuchten Expll. auch mit
Zwitterblüten; die & Blüten mit roten Antheridien und zahlreichen gelben
Paraphysen. Dichte, 0,4—1 cm hohe, grüne oder etwas rótliche Rasen mit
kurzen Innovationen und fast flagellenartigen, runden Sprossen. Bil. aufrecht
abstehend, rundlich-oval oder breit eifórmig, sehr hohl, fast löffelartig, ganz-
randig, mit gegen die Spitze zurückgeschlagenem, nur schwach gesiumtem Rand
und an der Basis rötlicher, unter oder mit der Spitze endender Rippe. Blatt-
zellen gegen die Basis rektangulär, 30 u, am Rand daselbst fast quadratisch
und 30—36 u, aufwärts mehr rektangulär- bis rhombisch-# seitig, 15—20 u und
2—4 mal so lang, an der Spitze nur wenige schmiler und läuger. Rippe der
Perichätialbll. kurz stachelig austretend. Bll. jüngerer Sprosse viel kleiner,
kaum halb so gross und mit vor der gezähnelten Spitze verschwindender Rippe.
Kapsel auf 8—14 mm Janger, rötlicher, unten dunklerer, nicht gedrehter Seta
geneigt bis hängend, regelmässig birnförmig, engmündig, 1,3—2 mm lang, mit
glänzendem, gewölbt kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel, trocken
unter der Mündung nicht verengt. Peristomzähne gelblich und mit orangeroter
Insertion, aussen punktiert, aufwärts hyalin und papillös, innen mit 12—16 gleich-
mässig entfernten, scheinbar synapsiumartigen, abwärts undeutlichen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms dem äusseren fest anklebend, hell gelblich,
mit schmalen, den Zähnen mehr oder weniger anhängenden, gefensterten oder
fast bis zur Spitze am Kiel gespaltenen, resp. schmal klaffenden Fortsätzen
und sehr rudimentären Wimpern. Sporen 24—28 u, gelb und punktiert. Reife
im Juni.
Am Meeresufer bei Torp auf Eckerö (insula Alandica) 1896 von Bomansson
entdeckt. S. X, 7, a und b) BlL, c) Spitze eines äusseren Perichütialbl, d) Kapsel-
deckel, e) Kapsel, f) Peristom; gez. nach einem von H. W. Arnell in Schweden,
Gestrikland, Hille 1898 ges. Expl. Unterscheidet sich von Ir. Marratii durch
breitere, zugespitzte Bll, sowie die Form der Kapsel und des Deckels.
b) Blütenstand zwitterig oder polygam.
Enthält nach Brotherus von Anaglyphodon Phil. das Br. pendulum und
Verwandte, sowie die Arctieiformie Kindbergs.
8. Bryum ruppinense Warnst. in litt.
Zwitterig. Gleichsam Übergangsform zwischen Br. pendulum und inclinatum.
Dichte, gelbgrüne, bis 1 em hohe, innen rostfilzige Rasen mit niedrigen Stengeln
und schopfigen Innovationen. Bll nicht herablaufend, kielig hohl, elliptisch
verlängert bis breit lanzettlich und meist zugespitzt, teilweise jedoch auch mit
mehr abgerundeter, schwach gezähnter, fast nachenförmig hohler Spitze, mit
gesäumtem, meist längs schmal umgerolltem Rand und kräftiger, unten roter, als
Stachelspitze oder schwach gezähnte Granne austretender Rippe. Schopfbll.
länger zugespitzt und mit als längere Granne austretender Rippe. Querschnitt
der letzteren mit 4 medianen Deutern nebst Begleitern, meist 3--4 Bauchzellen,
8-10 und selbst 14 lockeren Rückenzellen und 3—4schichtigem Band stereider
Füllzellen. Blattzellen schwach getüpfelt, aufwärts rhombisch-6 seitig, 15—16 u,
abwärts 16—20 u und meist 3 bis fast 4 mal so lang, an der Basis und gegen
den gesäumten Rand mehr rektangulär- 6seitig bis rektangulär, an der Insertion
bis 25 u. Kapsel auf 3-4 cm langer, unten oft geknieter, steifer, roter, oben
hakig oder kurz bogig gekrümmter Seta hängend, braun, länglich birnförmig,
resp. schmal ellipsoidisch mit kegeligem Hals von '/, bis و Urnenlänge, sowie mit
kegelig gewólbtem, mit Spitzchen versehenem, glünzend orangerotem Deckel und
breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht oder nur wenig
verengt. Am Urnenrand meist eine Reihe abgeplatteter und eine Reihe kleinerer
rundlich-6seitiger Zellen. Peristom ähnlich wie bei pendulum, die Zähne des
äusseren schmal gesäumt, in der unteren Hälfte orangefarben mit roter Insertion,
in der oberen Pfriemenspitze hell und papillös, innen mit etwa 20 Lamellen,
die im Basalteil mit etwas weniger senkrechten und schrägen Leisten verbunden
sind, als bei pendulum. Inneres Peristom fest anhängend, kürzer als das äussere,
mit breit gefensterten Fortsätzen und je 2 unvollkommenen Wimpern auf
kielfaltiger Membran. Sporen ungleich, 20—30 u, grünlichgelb und gekörnelt.
Reife im Juni.
In sandigen Ausstichen bei Neuruppin von C. Warnstorf im Juni 1886
entdeckt. S. X, 1, a bis c) Bll., d und e) Kapseln, f) Habitusbild in natürlicher
Grósse, g) Kapseldeckel; gez. nach von Warnstorf bei Neuruppin und von Ruthe
bei Swinemünde in Pommern ges. Expll.
9. Bryum pendulum (Hornsch.) Schpr. 1856.
Ptychostomum Hornsch. 1822, Cyonodon cernuus Brid. 1819, Bryum cernuum Br. eur.
1839; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 479.
Zwitterig, zuweilen mit einzelnen endständigen 6 Blüten. Paraphysen
zahlreich, an der Basis rötlich; Antheridien sehr kurz gestielt (cf. Band I,
Taf. II, 2 u. 3). Gelblich- bis bräunlichgrüne, 0,5—1 cm hohe, dichte, rost-
filzige Rasen mit roten Stengeln und je 2—4 schopfig beblätterten Innovationen.
Bll. und Blattrippe am Grunde rot. Untere Bll. klein, die Schopfbll. aufrecht
abstehend, trocken anliegend, aus nicht herablaufender, an den Ecken oft
abgerundeter Basis eilänglich bis eilanzettlich und zugespitzt, kielig-hohl, mit
längs umgerolltem, schmal oder undeutlich gesäumtem Rand, flacher,
gezähnter Spitze, und kräftiger, unten roter, aufwärts bräunlich-gelber, als
entfernt gezähnte, gelbe Granne austretender Rippe. Querschnitt der
letzteren im unteren Teile mit 4 kleinen medianen Deutern nebst Begleitern,
BE کیت
2 grossen Bauchzellen, 8—12 differentiierten Rückenzellen und 4schichtigen
stereiden inneren Füllzellen. Aufwärts verschwinden allmählich die medianen
Deuter und gehen in Stereiden über, sodass dadurch die oben stielrunde Rippe
gleichsam nur 2 basale Deuter, resp. grosse, weitlumige Bauchzellen und eine
fast zentrierte Begleitergruppe mitten zwischen den Stereiden zeigt. Blattzellen
kurz und getüpfelt, oben regelmässig rhombisch-6 seitig, 14—20 u und 3 bis
fast 4 mal so lang, abwärts mehr rektangulär, gegen den Rand 12 u, die Saum-
zellen weit schmäler, an der Insertion rot, in den Ecken daselbst etwas lockerer,
20—28 u, fast aufgeblasen und mehr quadratisch. Perichätialbll. nach innen
kleiner, mehr flachrandig und lang begrannt. Kapsel auf. 2—4 cm langer und
selbst längerer, steifer, roter Seta hängend oder nickend, aus etwas kürzerem
Halse ellipsoidisch oder kugelig-eiförmig, engmündig, derbwandig und braun
bis kastanienbraun, nicht glänzend, mit kleinem, aus gewölbter Basis zu-
gespitztem, resp. gewölbt-kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel
und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nur wenig oder
kaum verengt. Peristomzähne tief inseriert, von der Mitte ab pfriemenförmig
verschmälert, abwärts rotgelb, oder intensiv gelb und mit roter Insertion,
sowie wellig trüb infolge der durch 2—3 senkrechte Zwischenwände in der
unteren Hälfte verbundenen, bei durchfallendem Licht durchleuchtenden Lamellen.
Membran des inneren Peristoms dem äusseren fest anklebend, von fast
halber Zahnhöhe, mit schmalen, nur zum Teil oben freien, etwas kürzeren,
gefensterten oder klaffend durchbrochenen Fortsützen und meist nur rudimentären,
kaum halb so hohen, den Zühnen anhaftenden Wimpern. Sporen etwas ungleich,
و9 33 und selbst bis 40 u, dunkel gelbgrün oder bräunlichgelb und fein
gekörnelt. Reife im Mai oder auch später, je nach der Höhenregion. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 331. k
Auf feuchtem Sandboden, steinigen Erdblössen, oder erdbedeckten Felsen, in
Ausstichen und an Mauern, von der Ebene bis in die Alpenregion in 3000 m fast
über den ganzen Erdkreis weit verbreitet; von Hornschuch in Kärnthen entdeckt.
S. VI, 8, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom von innen und aussen, e) mittlerer
Bl.-Querschnitt, f) Kapseldeckel; gez. nach bei Darmstadt auf Sandboden in der
Ebene ges. Expll.
Var. compactum (Hornsch.) Schpr. in dichten Rasen mit länger zugespitzten
Bll., oft fast keulig-birnförmiger, trocken unter der Mündung nicht eingeschnürter
Kapsel, unten klaffenden Fortsätzen des inneren Peristoms und etwas grösseren
Sporen — mehr an Mauern und in der Alpenregion. Sehr formenreich. Von
ähnlichen Formen des Br. arcticum ist es durch den fast fehlenden Blattsaum und
die rote Blattbasis, von inclinatum durch die wellig trüben Peristomzähne verschieden.
Eine Form mit schmaler, lederbrauner, mehr keulig-birnförmiger, an intermedium
oder ruppinense erinnernder Kapsel sammelte ich auf der Friedhofswiese bei
Darmstadt. f
Var. planifolium = Br. planifolium Kindb., eine kleine Form vorstehender var.
compactum — wurde von Kindberg auf Knudshöh im Dovrefjeld Norwegens-
gesammelt.
LE CA ی
10. Bryum viride Philib. 1886.
Rev. bryol. 1886, S. 25; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 998.
Zwitterig. Niedrige kaum 1 cm hohe Rasen mit kurzen, brüunlichen,
unten wurzelhaarigen Stengeln und nur 5—6 mm langen Innovationen. BU.
breit oval und kurz zugespitzt, die unteren 1—1,5 mm lang, die oberen
grösser, aus enger, nicht herablaufender Basis 2,5—2,75 mm lang und 1,65 mm
breit, im allgemeinen stets breiter als Y, der Länge, sehr hohl, ganzrandig,
niemals rot, mit schmalem, gleichfarbigem, zweireihigem, nach der Spitze und
nach der Basis zu verschwindendem Saum, abwärts oft etwas zurückgebogenem
Rand und dicker, grüner, bei den Schopfbll. kurz auslaufender Rippe. Blatt-
zellen aufwärts rhombisch-6 seitig, etwa 25 u und 2—3 mal so lang, abwärts
etwas schmäler und länger, und mehr rektangulär. Kapsel auf 1,5—1,8 cm
langer, oben hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, 3—4 mm lang, aus
der Urne fast gleichlangem, gekrümmtem engen Halse verkehrt eiförmig, stark
angeschwollen und etwas gebogen, dünnwandig und matt gelbbraun, mit gleich-
farbigem, kleinem, kegeligem Deckel und breitem Ring. Peristomzähne orange-
farben, oben hyalin und papillös, innen mit etwa 25, abwärts durch 1—3 Zwischen-
wände verbundenen Lamellen. Membran des dem äusseren anklebenden inneren
Peristoms orangefarben, mit schmal linealischen, eng geschlitzten, den Zähnen
oft anhaftenden Fortsätzen und meist ohne Wimpern. Sporen 40—50 u und
gelblichgrün. Reife im Sommer.
Auf dem Dovrefjeld in Norwegen in Kongsvold von Ch. Kaurin im Juli 1880
entdeckt. S. XIII, 7, a) äusseres, b) mittleres Schopfbl., c) Kapsel; gez. nach
einem von Nicholson und Dixon an feuchten Felsen bei Maristuensfos in Norwegen
im August 1900 ges. Expl. aus dem Herbare von H.N. Dixon.
Bryum tomentosum Limpr. — Br. arcticum var. tomentosum Joerg. in
mindestens 2 cm hohen, stärker verfilzten Rasen, welches E. Joergensen am 30. Juli
1893 an feuchten Felsen im arktischen Norwegen sammelte, besitzt etwas wulstig
2—3 reihig gelblich gesäumte Bll., nur wenig herablaufende untere und nicht herab-
laufende obere Bll., sowie mehr lanzettliche Perichätialbll. mit stärker umgerolltem
Rand, steht jedoch im allgemeinen dem Br. viride so nahe, dass man es auch als
eine Varietät desselben betrachten kann. S. V, 6, a) Bl, b und c) Kapseln,
d) Perichätialbl, e) Habitusbild, f) Peristom; gez. nach einem von Kaurin er-
haltenen Originalexpl. Vgl. Rbh. Kr. Fl. iV, 8, B. T36.
11. Bryum helveticum Philib. 1886.
Br. arcticum 8 helveticum Husnot. 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 482.
Zwitterig. Dunkel weinrote Pflanzen mit 6—7 mm langen, locker
beblütterten, dicht rotfilzigen Stengeln und gleichlangen Sprossen. Bil. etwas
herablaufend, die unteren klein und eirund, die oberen viel lünger, elliptisch,
die inneren Schopfbll. schmäler, bis 3 und selbst 3,25 mm lang und nur 0,4 bis
0,5 mm breit, ganzrandig, durch 2—4 Reihen einschiehtiger Zellen gelb
gesäumt, lang und fein zugespitzt, mit mehr oder weniger umgebogenem,
‚stellenweise zurückgerolltem Rand und mit nur bei den unteren Bll. vor der
> 49 =
Spitze verschwindender, an der Basis breiter, braunroter, meist in der Spitze
endender oder bei den Schopfbll. als kürzere oder längere Stachelspitze aus-
laufender Rippe. Blattzellen locker und ziemlich breit, gegen die Spitze 18 بر
und 3—4 mal so lang, mitten 20—25 und selbst 30 u und nur doppelt so
lang, gegen die Basis rektangulär und 3—4 mal so lang als breit. Innerstes
Perichätialbl. schmal dreieckig, mit nicht austretender Rippe und gegen die
Basis schmal umgebogenem, undeutlich gesäumtem Rand. Kapsel auf 1—2,5 cm
langer (meist in demselben Rasen ungleichlanger) oben gebogener Seta etwas
gekrümmt birnfórmig, dünnwandig, 2—3 mm lang und bis 1 mm dick, in der
Form wie bei arcticum, aber dunkler rotbraun, mit der Urne gleichlangem oder
nur wenig kürzerem, trocken zusammengezogenem Hals und kegeligem, gleich-
farbigem Deckel. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, meist verlängert
rektangulär, am Urnenrand 4 Reihen abgerundet. Peristomzühne gleichmüssig
verschmälert, in der unteren Hälfte orangefarben mit roter Insertion, in der
oberen hyalin, und daselbst ohne Lamellen, aussen fast quadratisch gefeldert
und fein punktiert, innen abwärts mit im allgemeinen einfachen, regelmässigen
Lamellen. Membran des inneren Peristoms fest anklebend, orangefarben mit
hellen, schmalen, nicht durehbrochenen Fortsätzen und kurzen, rudimentären
Wimpern, letztere hier und da auch fehlend. Sporen 35—40 u, grünlichgelb
und gekórnelt.
In den Ritzen der Kalkfelsen unweit Bex im Wallis in 1500—1600 m von
Professor Philibert 1886 entdeckt und auch von P. Culmann am 3. August 1598
auf Rigikulm gesammelt. S. XIX, 11, a) unteres BL, b) Schopfbl, c) innerstes
Perichütialbl, d und e) Kapseln, f) Habitusbild; gez. nach Expll. vom Rigi aus
den Herbarien von P. Culmann und J. Thériot
Bryum ocystegium Hagen, welches Kaurin bei Opdal und Kolvik in
Norwegen an Dolomitfelsen gesammelt hat (cf Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 737), soll
sich von Br. arcticum durch weniger breit zurückgeschlagenen Blattrand, die in
weitem Bogen gekrümmte Seta und nicht schiefe Kapselmündung etc., von luridum
durch kürzer zugespitzte, rot gesäumte Bll. unterscheiden (non vidi).
Br. Lawersianum Phil. (Rev. br. 1899, S. 99) mit Zwitterblüten, nur als
kurze Spitze austretender, bei den unteren Bll. vor der Spitze verschwindender
Rippe und meist hüngender, regelmüssiger, ovaler Kapsel, welches Dixon 1899
am Ben Lawers in Schottland in 1000 m gesammelt hat, soll dem Br. arcticum
nahe stehen, jedoch Lamellen ohne Zwischenwände besitzen (non vidi).
12. Bryum arcticum (R. Br.) Br. eur. 1846.
Pohlia R. Brown, Hemisynapsium Brid. 1826; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 480.
Zwitterig, mit rótlichen Antheridien und zahlreichen lüngeren, gelben
Paraphysen. Gelbgrüne, gerótete, niedrige, 1-9 mm hohe, Hem verfilzte
Räschen mit rotbraunen, einfachen oder wenig üstigen, nur am Grunde wurzel-
haarigen Stengeln. Bll. nicht herablaufend, die unteren viel kleiner und entier,
breit eilanzettlich, die oberen schopfig, breit eilünglieh, resp. elliptisch
und zugespitzt, mit stark zurückgerolltem Rand, rostfarbenem, aus gi Reihen
Roth, Die europäischen Laubmoose. 11.
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sehr diekwandiger Zellen gebildetem Saum und kräftiger, rostroter, als
gezähnte kurze, breite Granne auslaufender Rippe. Die grösste Breite der
Bll. liegt meist etwas unter der Mitte derselben, namentlich bei den Schopfbll.,
sodass diese dadurch etwas pfeilfórmig erscheinen. Basis der Bll. nicht rot.
Querschnitt der Rippe stielrund, oben mit 2, unten mit 4 grossen Bauchzellen,
4 kleinen medianen Deutern nebst Begleitergruppe, 8—12 lockeren Rücken-
zellen und 3—5 schiehtigen stereiden Füllzellen, Blattzellen getüpfelt, vorzugs-
weise parenchymatisch, oben breit rhombisch- oder rhomboidisch-6 seitig, 20 bis
28 u und nur 1,5— 2,5 mal so lang, abwärts kaum länger, etwas schmäler und
mehr rektangulär, an der nicht roten Basis bis 30 u und kurz rektangulär.
Perichätialbll. kleiner, die innersten ungesüumt und flachrandig. Kapsel auf
1—2 cm langer, roter, oben bogig gekrümmter Seta nickend oder weit herab-
hüngend, mit dem fast gleichlangen Halse keulig-birnförmig, meist etwas gekrümmt,
gelblieh bis rótlichgelb, dünnwandig, eng- und rotmündig, mit kleinem, kurz
kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel und 2 reihig sich abrollendem
Ring, trocken unter der Mündung nicht verengt. Peristomzähne an der Mündung
inseriert, verhältnismässig kurz und gleichmässig verschmälert, ungesäumt, abwärts
orange, nur im oberen ول hyalin, aussen fein punktiert und fast quadratisch
gefeldert, mit gerader Dorsallinie, innen mit nur 13—15 entfernten Lamellen,
von denen die unteren durch je eine, oft schräge Zwischenwand verbunden
sind. Membran des inneren Peristoms niedrig, von etwa لا Zahnhöhe, mit
sehr schmalen, ritzenförmig durchbrochenen, freien Fortsätzen und rudimentären,
den Zähnen anklebenden, oft fehlenden Wimpern. Sporen 25—35 und selbst
40 u, gelbgrün und fein warzig. Reife im Spätsommer. Br. eur. Vol. IV,
Tab. 335.
Auf Humus und sandig-thoniger Erde, an humösen Felsspalten, auf steinigen
Abhängen und Triften in der Alpenregion von 1540—2700 m, auf Kalk wie
Schiefer und in der Urgebirgsformation. In den Alpen selten, häufiger im Norden,
auf dem Dovrefjeld in Norwegen, in Lappland, auf Spitzbergen und in Grönland;
von Kapitän Sabine auf der Melville-Insel entdeckt. Nach Arnell im Jeniseithale
Sibiriens vereinzelt schon bei 56° und 60° n. Br., reichlicher aber über dem Polarkreis.
Br. arcticum und seine Verwandte haben stets zwitterigen Blütenstand. S. VII, 5,
a bis e) Bll, d und e) Kapseln, f) Habitusbild, g und h) Blattquerschnitte, sowie
L6 Pein: gez. nach von J. Breidler in Steiermark und von Ch. Kaurin im
arktischen Norwegen ges. Expll.
13. Bryum luridum R. Ruthe 1867.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr, 481.
Zwitterig, mit wenigen rötlichen Antheridien und zahlreichen längeren,
gelben Paraphysen. Gesellig oder in kleinen schmutzig-grünen, lockeren Räschen,
mit nur 5 mm hohen, einfachen oder nur wenig ästigen, bis zu den Schopfbll.
wurzelhaarigen Stengeln. Bll. trocken verbogen, mit durcheinander ge-
drehten rötlichbraunen Spitzen, die unteren klein.und eiförmig, die oberen
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grösser und schopfig, aufrecht abstehend; die äusseren Schopfbll. eifórmig und
zugespitzt, mit kurz austretender Rippe, nach innen mehr breit oval, resp.
elliptisch und länger zugespitzt, mit bräunlichem, 3 reihigem Saum, längs
umgebogenem Rand und kräftiger, gelbbräunlicher, als glatte oder gezähnte
Granne ausiaufender Rippe. Querschnitt der letzteren typisch, im kräftigeren
Teile mit 4 medianen Deutern nebst Begleitern, 2—3 grossen Bauchzellen,
10—12 differentiierten Rückenzellen und 4schichtigen inneren Stereiden, an
der Basis mit mehr substereiden 2— 3 schichtigen Füllzellen. Blattzellen lünger
und breiter als bei pendulum, locker und dünnwandig, getüpfelt, oben rhombisch-
6seitig, 20-—30 u, abwärts mehr rektangulär, an der Insertion gelbbräunlich,
nie rot. Kapsel auf 2—3,5 cm langer, roter, oben bogig gekrümmter Seta
übergeneigt bis hängend, ellipsoidisch, resp. mit dem gleichlangen, schmalen
Halse länglich-birnförmig, engmündig, gelblich bis rötlichbraun, dünnwandig,
unter der Mündung nicht verengt, mit gewölbt-kegeligem, mit Warze ver-
sehenem Deckel, Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, allmählich
verschmälert, ungesäumt, sattgelb mit hyalinen papillösen Spitzen und 16—20,
unten durch weniger deutliche Zwischenwände verbundenen inneren Lamellen.
Membran des anhängenden inneren Peristoms von 1/, Zahnhöhe, mit schmalen,
linealischen, ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und rudimentären, bis halb
so hohen Wimpern. Sporen 28—36 u, sattgelb und fein punktiert. Reife Ende
Mai und im Juni.
Auf kiesigem Boden in einem Hohlwege zwischen Gossow und Belgen bei
Bärwalde von Kreistierarzt R. Ruthe 1867 entdeckt und bis jetzt von anderen
Standorten nicht bekannt. S. V, 9, a und b) BIL, c) Kapsel, d) Habitusbild,
e) Peristom; gez. nach von Ruthe ges. Originalexpll. Durch das Eiutrocknen
erscheint der Deckel einzelner Kapseln etwas weniger gewölbt und mehr kurz
kegelig. ,
14. Bryum callistomum Philib. 1885.
Rev. bryol. 1885, S. 76. À
Zwitterig. Stengel kurz. BII. bis 3 mm lang und 0,9—1,3 mm breit,
aus verengter, herablaufender Basis elliptisch und lang zugespitzt, mit
bleichgelb, wulstig gesäumtem, nur an der Basis umgebogenem Rand und
gelblicher bis bräunlicher, als Stachelspitze von لا Blattlänge austretender
Rippe. Blattzellen getüpfelt, oben 28 u und fast 3 mal so lang, unten rektangulär
und nicht rot. Kapsel auf 2 em langer, rótlicher, oben in kurzem Bogen
gekrümmter Seta hängend, fast regelmässig, aus etwas kürzerem, dünnem Halse
schmal eilänglich, resp. ellipsoidisceh, 3 mm lang, engmündig, nicht glänzend,
gelbgrün oder blassgelb, dünnwandig, mit kleinem, kurz kegeligem, fast orange-
farbenem Deckel und breitem Ring, trocken unter der roten Mündung nicht
verengt. Peristomzähne kurz, linearisch-pfriemenförmig, kaum gesäumt, gelbrot,
oben hyalin und papillös, mit etwa 20, unten durch eine schiefe Zwischenwand
verbundenen inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms fast anklebend,
mit seitlich den Zähnen anhängenden, fadentörmigen, nur schmal —
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durehbrochenen Fortsützen und ohne Wimpern. Sporen 28—32 y, grünlich-
gelb und feinwarzig.
Bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen von Dr. N. C. Kindberg
entdeckt (non vidi).
15. Bryum flavescens Kindb. 1889.
Rev. bryol. 1889, S. 62; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 301.
Zwitterig, mit zahlreichen Antheridien und längeren, hellen Paraphysen.
Gelbgrüne bis bräunliche, niedrige, unten rotfilzige, bis 1 em hohe Rasen mit
kurzen Stengeln. Bil. nicht oder kaum herablaufend, breit oval oder oval-
lanzettlich und zugespitzt, meist 2 mm lang und 0,9 mm breit. Die Schopfbll.
etwas pfeilfórmig, schmal 2reihig gelb gesüumt, mit meist bis zur Spitze
schmal umgebogenem Rand und kräftiger, brüunlichgelber, kurz austretender
Rippe. Blattzellen dünnwandig, getüpfelt, oben rhombisch-6 seitig, 24-—30 u
und 1,5—2,5 mal so lang, abwärts mehr rektangulär, 20—25 u, an der Basis
nicht rot und bis 30 u. Kapsel auf 1— 1,5 em langer, oben in weitem Bogen
gekrüminter, hellroter Seta übergeneigt bis hüngend, 3,3 mm lang, aus wenig
kürzerem, oder fast gleichlangem, verdünntem Halse eilänglich, regelmässig,
dünnwandig, gelblich, mit kleinem, gewólbtem, mit Spitzchen versehenem,
orangefarbenem Deckel, trocken unter der roten Mündung etwas verengt, entleert
strohgelb und meist an der weiten Mündung aufreissend. Epidermiszellen der
Kapselwand dünnwandig, um die Mündung 4 Reihen runder und abgeplatteter
Zellen. Peristomzähne linealisch-pfriemenfórmig, orangefarben, schmal gesäumt,
oben etwas papillós und hyalin, innen mit bis 24 unten durch ein oder 2 Zwischen-
wände verbundenen Lamellen. Membran des inneren Peristoms fest anklebend,
orangegelb und papillós, von etwa !/, Zahnhóhe, mit schmalen, pfriemenförmigen,
ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und nur rudimentären Wimpern. Sporen
28—33 u, grüngelb und feinwarzig, Reife im Sommer, Juli und August.
Von Dr. N. C. Kindberg 1883 bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld entdeckt.
Nach Philibert wahrscheinlich Bastard zwischen arcticum und pallens. S. V, 2,
a bis c) Bll, d und e) Kapseln, f) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach
einem von Arnell im arktischen Norwegen ges. Expl, das mir von Kaurin als
arcticum var. mitgeteilt wurde, jedoch mit der Kindbergschen Normalpflanze
نی nur sind die Bll. der Arnellschen Pflanze etwas grösser, ۰
reiter.
16. Bryum micans Limpr. 1883.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 303.
Zwitterig, mit rótlichen Antheridien und gelblichen, längeren Paraphysen,
zuweilen mit vereinzelten 6 Blüten. Niedrige, selten bis 1 em hohe, schmutzig
braungrüne, abwärts braunfilzige Rasen mit aufrechten, kurzen Stengeln und
mehreren (2—5) Sprossen aus den mittleren und unteren Stengelteilen. Untere
Bll. sehr klein, eifórmig und zugespitzt mit vor der Spitze verschwindender
Rippe, die oberen grósser, die Schopfbll. aus nur mässig verengter, nicht oder
wenig herablaufender Basis elliptisch bis lanzettlich und zugespitzt, resp. etwas
pfeilförmig, durch 2 verdickte Zellreihen braungrün gesäumt, mit an der Basis
schmal umgebogenem Rand, meist gezähnter Spitze und gelblichbrauner bis
schwärzlicher, kurz austretender Rippe. Perichütialbll. mit fast längs etwas
umgeschlagenem Rand. Blattzellen locker und derbwandig, getüpfelt, oben
rhombisch-6 seitig, 22—33 u, abwärts mehr rektangulär-6 seitig, oft etwas
schmäler und meist 3 mal so lang, an der Basis wieder lockerer, nach den
Ecken zu schmäler, jedoch nicht rot. Kapsel auf 1—2,5 em langer, unten
geknieter, oben kurz bogig bis fast hakig gekrümmter Seta nickend bis hängend,
etwa 3 mm lang, aus engem, fast gleichlangem, dunklerem Halse dick ellip-
soidisch bis eiförmig, hellbraun und glänzend, mit sehr kleinem, stumpf
kegeligem, mit breiter Warze versehenem, glänzend kastanienbraunem Deckel
und 2—3zellreihigem, breit sich abrollendem Ring, trocken unter der kleinen
Mündung nicht verengt. Peristomzähne trocken eingekrümmt, weit hinauf
orangefarben, schmal gesäumt, mit hellen, mit zerstreuten Papillen besetzten
Spitzen und mit etwa 20, unten durch Zwischenwände verbundenen inneren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms dem äusseren anklebend, von
1 لا Zahnhóhe, orangegelb, mit pfriemenförmigen, nur ritzenförmig
durchbrochenen Fortsätzen und rudimentären Wimpern; letztere teilweise fehlend.
Sporen 33—40 u, grünlichgelb oder auch ockergelb und gekörnelt oder mit
niedrigen Warzen. Reife im Spätsommer.
Auf Torfboden bei Opdal auf dem Dovrefjeld in Norwegen am Fusse des
Olmberget im August 1882 von Pfarrer Chr. Kaurin entdeckt. S. V, 3, a) Habitus-
bild, b und e) obere Bll, d und e) Kapseln, f) Peristom, g) unteres Bl; gez.
nach einem von C. Warnstorf erhaltenen, von Limpr. bestimmten Originalexpl.
` 17. Bryum inflatum Philib. 1886.
Rev. bryol. 1886, S. 81; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 303.
Zwitterig und mit vereinzelten o Blüten. Gelbgrüne bis rótlichbraune,
innen dicht wurzelfilzige, bis 1,5 em hohe Rasen. Bll weit herablaufend,
lanzettlich, 2,5—3,2 mm lang und 1,1—1,5 mm breit, dreireihig wulstig
gesäumt, mit längs zurückgebogenem, an der Spitze flachem Rand und unten
roter, oben grüner, in ziemlich langer, unmerklich gezühnter Spitze auslaufender
Rippe. Blattzellen ziemlich locker rhomboidal. Kapsel auf 2,5 cm langer
Seta birnförmig-kugelig, resp. aus kurzem, engem Halse fast kugelig,
9,5 mm lang und 1,6 mm dick, rotbraun, mit kleinem, abgestumpft kegeligem
Deckel Peristomzühne fast ziegelrot, oben hyalin, mit meistens durch eine,
an der Basis sogar 9—3 Zwischenwände verbundenen inneren Lamellen.
Membran des inneren Peristoms fest anklebend, orangefarben, mit sehr schmalen,
fast fadenförmigen, eng ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und ohne
Wimpern. Sporen fast 40 u.
Bei Nestadvolden und Knudshö auf dem Dovrefjeld in Norwegen von Chr.
Kaurin entdeckt. Auch von Hagen bei Soknedalen und Opdal in Norwegen ges.
(non vidi). Soll gleichsam Übergangsform zwischen arcticum und pendulum sein.
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e 7 x
18. Bryum Kindbergii Philib. 1885.
Rev. br. 1885, S. 83; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 483.
Zwitterig. Niedrige, nur 5 mm hohe Räschen mit roten Stengeln.
Bll. aus verschmälerter Basis oval und zugespitzt, bis 2,8 mm lang und 1,1 mm
breit, 3 reihig wulstig gesäumt, mit schmal umgebogenem, an der Spitze zuweilen
undeutlich gezühntem Rand und nicht sehr kräftiger, gelbbrauner, als Stachel-
spitze auslaufender Rippe. Blattzellen locker, oben rhombisch-6seitig, 24 u
und etwa doppelt so lang, an der Basis rektangulär und nicht rot, nur 20 u.
Kapsel auf 1,5—2 cm langer, dünner, rötlicher Seta nickend bis hängend,
3 mm lang, aus fast gleichlangem, engem Halse schmal eilünglich, resp.
ellipsoidisch, gerade und regelmässig, gelblich, dünnwandig und weich, mit
kleinem, stumpf kegeligem, mit Warze versehenem Deckel und breitem, hellem
Ring, trocken unter der Mündung nicht oder kaum verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand dünnwandig, rektangulär, um die Mündung mehrere Reihen
4—6 seitig. Peristomzähne orangefarben mit schmalen hyalinen Spitzen und
etwa 20, hier und da unten durch eine Zwischenwand verbundenen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhöhe, gelblich, mit schmalen,
nur ritzenfórmig durchhrochenen, freien, hyalinen Fortsätzen, aber ohne Wimpern.
Sporen 20 u, rostgelb und fein punktiert.
In Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen von Dr. N. C. Kindberg
1883 entdeckt und auch von Professor Philibert im Wallis in der Schweiz gesammelt.
Soll sich von Br. arcticum und Aelveticum durch die gerade, regelmässige Kapsel
unterscheiden (non vidi).
19. Bryum norvegicum Warnst. mis. 1895.
Br. arcuatum *) Limpr. 1883 (Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 304), Br. arcticum f. maxima Kaurin,
. Br. areuatulum (Limpr.) Kdb.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 737. 1
Zwitterig. Sattgrüne oder gelbgrüne, innen braunfilzige, 2—3 em hohe
Rasen mit kräftigen, 1 em langen, in der unteren Hälfte fast blattlosen Sprossen.
Schopfbll. aus herablaufender Basis länglichlanzettlich, resp. elliptisch und
zugespitzt, 3,6 mm lang und 1,5 mm breit, sehr breit (meist 4—5reihig) wulstig
gelb gesäumt, mit nur an der Basis umgebogenem Rand, nicht gezähnter
Spitze und kräftiger, gelbgrüner, in den Schopfbll. als glatte oder gezähnte
Stachelspitze austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 medianen,
aufwürts verschwindenden, kleinen Deutern nebst Begleitern, 2—4 lockeren
Bauchzellen, 8—10 ziemlich lockeren Rückenzellen, von denen die mittleren
sich abwärts teilen, resp. verdoppeln, und 3—4 schichtigen inneren Stereiden.
Blattzellen getüpfelt, oben rhombisch- 6seitig, 25-30 u und 1,5—3 mal so lang,
an der Basis rektangulär und nicht breiter, 99-7 M, auch nicht gerötet.
Kapsel auf bis 5 em langer, hellroter, oben in weitem Bogen gekrümmter
Seta horizontal bis übergeneigt, mit dem fast gleichlangen Halse gekrümmt
keulenförmig, oft etwas hochrückig, bis 4 mm lang, gelbgrün und dünnwandig,
'*) Da der Name arcuatum bereits an eine Varietüt von pallens vergeben ist, so dürfte
die Warnstorfsehe Benennung vorzuziehen sein.
ie ER os
mit kleinem, kegeligem, gelbrotem, glänzendem Deckel und breit 3reihig sich
abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht verengt, entleert mehr
rötlichgelbundrotmündig. Epidermiszellen der Kapselwand ziemlich dünnwandig,
meist rektangulär, am Urnenrand 3—5 Reihen abgeplattet und wenige Reihen
rundlich-6 seitig. Peristomzähne orangefarben, gesäumt, oben hyalin und papillös,
mit bis 30, unten durch je eine Zwischenwand verbundenen inneren Lamellen;
Dorsalfelder nach der Basis zu nur schmal rektangulär. Membran des inneren
Peristoms niedrig, von etwa '/, Zahnhöhe, gelb und dem äusseren anklebend,
-mit schmalen, ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 3 rudimentären
Wimpern. Sporen 30—36 u, gelbgrün und feinwarzig. Reife im Juli.
An feuchten, beschatteten Felsen an der Driva bei Opdal auf dem Dovrefjeld
in Norwegen von Pfarrer Chr. Kaurin im Juli 1882 entdeckt und auch aus West-
und Ost-Grónland bekannt. S. IX, 2, a) Bl, b) Schopfbl, c) Kapsel, d) Kapsel-
deckel, e und f) unterer und oberer Blattquerschnitt; gez. nach von C. Warnstorf
erhaltenen Originalexpll.
20. Bryum papillosum Arn. in litt. 1899.
Zwitterig. Nur wenige mm hohe, herdenweise oder zu kleinen Rüschen
vereinte Pflänzchen mit schopfig beblütterten Stengeln und je mehreren ebenso
langen Innovationen. Untere Bll. sehr klein, fast schuppenfórmig, die äusseren
Schopfbll. eilanzettlich und zugespitzt, sowie mit nur kurz austretender Rippe,
die mittleren mit länger autretender, an der Basis roter, aufwärts gelbbräunlicher
Rippe, mit fast längs mitten breit umgeschlagenem Rand, ganzrandig und
ungesäumt, oder höchstens aufwärts sehr undeutlich scheinbar gesäumt. Blatt-
zellen an der mehr oder weniger eiförmig abgerundeten . Basis in mehreren
Reihen rot, quadratisch- bis rektangulür-6seitig, aufwärts rhombisch-6 seitig
und verdiekt. Innere Perichätialbll. ünd Hüllbll aus eifórmiger oder herz-
eiförmiger Basis lanzettlich bis pfriemlich verlängert, flachrandig und mit
weit vor der Spitze verschwindender Rippe. Kapsel auf 1—1,3 cm langer
Seta hüngend, oder horizontal bis aufgerichtet, birnförmig, etwa 2 mm lang,
mit an der Seta abgesetztem, sehr dickem Hals. Peristomzühne lanzettlich-
pfriemlich mit roter Insertion und etwa 10—12 inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristoms dem üusseren fest anhüngend, mit sehr schmalen, kaum ritzen-
förmig durchbrochenen, den Zähnen oft anhüngenden Fortsützen und hóchstens
rudimentären Wimpern. Sporen 18—22 u, gelb und papillös.
Von O. Ekstam 1895 auf Nowaja Semlja entdeckt. S. XIX, 2, a bis
c) Schoptbll, d) inneres Hüllbl., resp. Perichätialbl., e und f) Kapseln, g) Habitus-
ild; gez. nach einem Orginalexpl. aus dem Herbare Leviers. An dem dicken,
plötzlich von der Seta abgesetzten Kapselhals von ähnlichen Arten leicht zu unter-
scheiden. Stellung im System wegen Mangels reichlicheren Materials noch zweifelhaft.
B. Hemisynapsium ۰
Coelomesodon Phil. (ef. Hagen, Musci Norv. bor.).
Untere schief abwärts gerichtete Lamellen doppelbogig, resp. je als 2
nach oben geöffnete Kreisbogen durchleuchtend, an deren Vereinigung die
— 56 سب
Peristomzähne in der Mittellinie bei. durchfallendem Lichte meist perforiert,
resp. aulacodont!) erscheinen.
Enthält die Calophylloidea Kindbergs und einen Teil der /Jaenatostoma
Hagens. Ausländische Arten dieser Gruppe sind mindestens 10 bekannt.
a) Blütenstand einhäusig, autöcisch.
21. Bryum calophyllum R. Brown.
Weisia fornicata Brid. 1819, Br. latifolium Br. eur. 1839, Pohlia Schwgr. 1830, Pohlia
latifolia Bruch., Cladodiwm Brid. 1826; cf. Rbh, Kr. Fl. IV, Nr. 484. Br. intricatum Brid.
1826; cf. Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 737.
` Einhüusig; die kleinen, knospenfórmigen 6 Blüten zu 1 oder 2 am Fusse
des Perichütiums mit eilanzettlichen, bis über die Mitte mit Rippe versehenen,
zugespitzten Hülibll. und zahlreichen, langen, gelben Paraphysen. Gesellig wachsend
oder in lockeren, olivengrünen, 1 —3 cm hohen Rasen mit gelbroten, meist 0,5—1 cm
hohen Stengeln, ebenso hohen Innovationen und locker dachziegelig beblätterten
Sprossen. Bll. etwas fleischig, hohl und stumpf, die unteren kleiner und
entfernt, nur wenig abstehend, fast kreisfórmig run dlich-oval, die Schopfbll.
grösser, locker zusammenschliessend, aus schmälerer Basis breit elliptisch und
in eine stumpfe Spitze verschmälert, nicht oder nur undeutlich gesäumt,
ganzrandig, mit nur nach der Basis zu umgebogenem Rand und gelbbräunlicher,
meist vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren abwärts
mit 2 lockeren Bauchzellen, vier kleinen medianen Deutern nebst Begleiter-
gruppe, 8 lockeren Rückenzellen und stereiden Innenzelien, oberwärts rund,
mit 2—3 lockeren Bauchzellen und zentrierter Begleitergruppe etc, Blattzellen
mässig verdickt und schwach getüpfelt, fast bis zur Basis locker rhombisch-
6seitig, meist 20—33 u und kaum 2—3 mal so lang, die Randreihe jedoch
schmäler, nur 10—15 u und 4—6 mal so lang, oben rundlich- oder oval-6 seitig,
gegen die Basis mehr rektangulür-6seitig und oft 3—6 mal so lang als breit,
an der Insertion rot. Kapsel auf 2,5—3 cm langer, an der Basis geknieter,
oben hakig gekrümmter Seta hüngend, 2—3 mm lang, verkebrt eilünglich,
mit kurzem, dickem Hals von kaum halber Urnenlänge, flach gewólbtem, mit
Warze versehenem, rotem Deckel und 2—3 reihig sich abrollendem Ring, trocken
unter der Mündung nur wenig verengt. Peristomzühne trocken eingebogen,
unten orangefarben und fein punktiert, oben hyalin, schmal gesäumt, in der
geraden Lüngslinie mit kleinen, runden Perforationen, innen mit etwa
25, infolge einer Längsfurchung abwärts ‚scheinbar in 2 Bogen geteilten
Lamellen. Membran des mit dem Sporensack sich nicht ablösenden inneren
Peristoms gelb, von etwa 1l, Zahnhöhe, mit schmalen, linearen, nur ritzenförmig
durchbrochenen Fortsätzen und kurzen Wimpern. Sporen 33—42 u, bräunlich
und fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 339. (Br. latifolium).
Auf feuchtem Sandboden an der Küste des Meeres und der Seeen selten,
namentlich auch in England, Norwegen und Schweden, jedoch auch aus Asien und
1) Von a4os Flöte, eingebohrtes Loch. ۰
Ie 6E ou
Nord-Amerika bekannt; von Blandow bei Waren in Mecklenburg entdeckt. Von
Arnell im Jeniseithale Sibiriens nur im arktischen Gebiete aufgefunden, im Norden
bis nach Spitzbergen verbreitet. S. I, 2, a) Habitusbild, b) äusseres, c) inneres
Peristom, d bis f) oberer, mittlerer und unterer Blattquerschnitt, sowie XII, 7,
a und b) BlL, c) Kapsel, d) Kapseldeckel; gez. nach von P. Olsson in Norwegen
ges. Expll.
| Var. scotieum Am. soll bei Arbroath in Schottland ges. worden sein — (non vidi).
22. Bryum acutum Lindb. 1886.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 307 und 3, S, 739, sowie Lindb. und Arnell Musei Asiae bor.
1890, S. 46.
Einhäusig, autócisch. Herdenweise oder zu lockeren, selten über 1 cm
hohen Räschen. vereinte Pflänzchen mit kurzen Stengeln und verlängerten,
locker beblätterten Sprossen. Bill. aus nur wenig herablaufender Basis
eilänglich, resp. elliptisch und in eine meist undeutlich gezähnte, etwas schiefe
Spitze ausgezogen, mit schmal gesäumtem, an der Basis umgebogenem Rand
nnd dünner, bei den ungesüumten Bil. der sterilen Sprosse vor der Spitze
verschwindender, bei den übrigen aber in der Spitze endender oder sehr kurz
austretender, dünner Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—3 sehr lockeren
Bauchzellen, abwärts mit ebensoviel medianen Deutern nebst Begleitern, 4—7
lockeren Rückenzellen und nicht zahlreichen, mehr substereiden Innenzellen.
Blattzellen locker und dünnwandig, rhombisch-6 seitig, 20—30 u, in der Spitze
verlängert und etwas schmäler, nach der Basis zu mehr rektangulär, jedoch
nicht breiter und mit braunrötlicher Insertion. Kapsel auf bis 4 cm langer,
dünner, oben hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, bis 2,5 mm
lang, kurz, eiförmig oder ellipsoidisch, regelmässig, rötlich, mit kurzem Hals
von kaum halber Urnenlänge, 3reihig sich abrollendem Ring und gewölbtem,
mit dicker, gerader oder schiefer Spitze versehenem Deckel, trocken weinrot
oder hell blutrot und unter der Mündung etwas verengt. Am Urnenrand
mehrere Reihen diekwandiger, rundlich-6 seitiger Zellen. Peristomzähne bleich-
gelb mit orangefarbener Insertion und hyalinen Spitzen, schmal gesäumt, innen
mit abwärts doppelbogigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
etwa '/, Zahnhöhe, mit schmalen, pfriemlichen, nur ritzenförmig durchbrochenen,
nach der ‘Spitze zu oft mit Anhängseln versehenen Fortsätzen und
rudimentären Wimpern. Sporen 28—33 u, grünlichgelb und feinwarzig.
An sandigen Flussufern bei Pumonanki am Bumansfjord in Lapplaud von
Dr. V. F. Brotherus für Europa entdeckt. Nach Arnell auf den Schlammufern
des Jenisei in Sibirien über 67° 20’ n. Br. bis in die arktische Region massenhaft
verbreitet und daselbst schon 1876 aufgefunden. Von Philibert auch am Simplon
der Schweiz in 2000 m gesammelt (cf. Rev. br. 1892, 8. 33). S. XVIII, 6,
s bis c) Bll., d) Kapsel, e) Kapseldeckel, f) Peristom, g) Blattquerschnitt, h) Habitusbild;
gez. nach einem von V. F. Brotherus erhaltenen Originalexpl.
Var. integrifolium mit ganzrandigen Bll. und dickerer Kapsel bildet schon
mehr eine Übergangsform zur folgenden Art. S. IL 8, a bis c) Bll, d) Habitus-
bild, e und f) Kapseln, g) Peristom, h und i) eiut gez. nach einem
von Ch. Kaurin bei Porsanger in Norwegen ges. Expl. : ۲
Vul geo MM A xg li LC uM M 5
UNES T TENE RARE pe
BU ESPECIE. RR
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23. Bryum Axel-Blyttii Kaurin 1889.
Rev. bryol. v. 1889, S. 61; cf. Rbh. Kr. Fl, IV, 2, S. 308 und IV, 3, S. 740.
Einhäusig, autócisch. Habituell nach der Kapsel an Blindü erinnernde,
dem acutum nahestehende, kleinere Pflünzchen mit nur wenige mm hohen
Stengeln und Sprossen. Bll. eifórmig oder breit elliptisch und zugespitzt,
nur bis 1,5 mm lang, die unteren sehr klein, ganz- und flachrandig, ungesäumt
und mit vor der Spitze endender Rippe, die oberen grósser, nur wenig herab-
laufend und in der Form einem verkleinerten Schopfbl. von acutiforme gleichend,
mit undeutlich 1—2zellreihig gesüumtem, gegen die Basis etwas zurück-
gebogenem Rand und in der Spitze endender oder als kurzer Stachel aus-
tretender, kräftiger, brauner, an der Basis roter Rippe. Blattzellen derbwandig,
oben rhombisch-6 seitig, 18—25 u, gegen den Rand etwas enger, die Rand-
zellenreihe meist nur 8—10 u, abwärts mehr rektangulür, an der Basis rot.
Innere Perichätialbll. lanzettlich, einem. gleichschenkeligen Dreieck gleichend,
flachrandig, ungesäumt und kleiner, sowie mit mehr rektangulüren etwas engeren
Zellen. Kapsel auf 2—2,5 cm langer, steifer, dunkelroter Seta hängend, meist
der Seta angepresst, mit dem kurzen dicken Hals von '/,—?/, Urnenlänge
dick birnfórmig, regelmässig, mit kegelig gewölbtem, mit Warze oder kurzer,
dicker, gerader Spitze versehenem Deckel, trocken dunkel weinrot, unter der
kleineren Mündung nicht verengt. Peristomzähne hellgelb, abwärts rosig an-
gehaucht, schmal gesüumt, von der Mitte ab rasch verschmülert, mit hellen
Spitzen und etwa 15, in der unteren Hälfte doppelbogigen inneren Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von höchstens !, Zahnhöhe, mit schmalen,
linearen, ritzenfórmig durchbrochenen, aufwürts oft mit Anhüngseln versehenen
Fortsätzen und kurzen oder rudimentären Wimpern. Sporen 30— 35 u, grünlich-
gelb oder gelblich olivenbraun und fast glatt.
Auf. sandigem Ufer unweit Krockhaugen bei Foldalen in Norwegen von Chr.
Kaurin am 15. August 1888 entdeckt, sowie von Ryan bei Smörstad am Porsangerfjord
etc. ges. S. IL, 7, a bis c) Bll., d) Habitusbild, e) Kapsel; gez. nach einem von
Chr. Kaurin erhaltenen Originalexpl. Nach Philibert am 98. Juli 1888 bei
Lille-Elvedal von Kaurin entdeckt. Nach den vegetativen Organen zwar an ein
kleines Brownü erinnernd, jedoch durch das Sporogon davon wesentlich verschieden.
24. Bryum acutiforme Limpr. 1894.
in litt. nach Kaurin; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 738.
Einhäusig, resp. nach Brotherus auch heteröeisch. Habituell an acutum
erinnernde, gesellig oder vereinzelt zwischen anderen Moosen wachsende Pflinzchen
mit nur wenig kürzeren Stengeln und Sprossen. Untere Bll. kleiner, flach-
und ganzrandig, breit eifórmig und zugespitzt, die oberen grösser, aus nur
wenig herablaufender, meist schwach geöhrter oder abgerundeter Basis
breit elliptisch und zugespitzt, mit schmal (meist 2reihig) gelb gesäumtem, mehr
oder weniger zurückgebogenem Rand und dicht vor oder in der, Spitze ver-
schwindender, an der Basis gelbbrauner bis rötlicher Rippe. Blattzellen locker,
aufwärts rhombisch-6 seitig, 20—30 und selbst 35 u, nach dem gesäumten Rand
und in der Spitze etwas schmäler, abwärts mehr rektangulär-6 seitig, an der
rötlichen Insertion kürzer und braunrot. Kapsel auf 2—3 em langer, steifer,
roter, oben kurz bogig oder hakig gekrümmter Seta hängend, rötlich, aus sehr
kurzem Halse von etwa !/, Urnenlänge mehr oder weniger dick oval, mit flach
gewölbtem, mit Warze versehenem, stumpflichem rotem Deckel, trocken und
entleert weinrot und unter der Mündung kaum oder nicht verengt. Am Urnen-
rand 1—3 Reihen abgeplatteter und einige Reihen rundlich-6 seitiger, dick-
wandiger Zellen. Die übrigen Epidermiszellen der Kapselwand etwas unregel-
mässig und nur teilweise verlängert. Peristomzühne gelb mit etwas papillósen
helleren Spitzen und orangeroter Insertion, breit lanzettlich und fast pfriemlich
verschmälert, kaum gesäumt, aussen abwärts sehr fein und dicht punktiert,
innen mit über 20 Lamellen; letztere weniger bogig als bei acutum. Membran
des inneren Peristoms gelblich, von 1/, Zahnhóhe, mit mehr oder weniger
papillósen, geschlitzten oder auch abwürts gefensterten, oben zuweilen mit kurzen
Anhängseln versehenen, schmalen Fortsätzen und unvollständigen oder je 2
vollständigen knotigen Wimpern. Sporen 25—30 u, bräunlichgelb und glatt,
resp. innen grün und aussen mit orangefarbener Exine. Reife im Juli.
An im Frühling überschwemmten, sandigen Flussufern am Porsangerfjord
(Laxelo) im arktischen Norwegen von E. Ryan und Ch. Kaurin, im Juli 1894
entdeckt und auch aus Grönland und von Spitzbergen bekannt. S. VII, 3, a bis c)
BlL, d und e) Kapseln, h) Habitusbild; gez. nach einem von Ch. Kaurin und f)
Kapsel, g) Kapseldeckel, gez. nach einem von E. Ryan ges. Expl Bei letzterem
Expl. hatten die Kapseln vollständige Wimpern. Diese Art bildet schon mehr den
Übergang zu Eucladodium.
b) Blütenstand zwitterig oder polygam.
Von den Arten dieser Unterabteilung werden Nr. 25 bis 28 von Hagen
und Brotherus bei den /7aematostoma aufgeführt, deren Zähne nach unten ge-
wöhnlich durch eine Bogenlinie und breiten, dieken Fundus gut begrenzt erscheinen.
25. Bryum salinum Hagen 1892.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 334.
Zwitterig (synócisch), mit zahlreichen weinrótlichen Paraphysen. Dichte,
1—1,5 em hohe, oben gelbgrüne oder grüne, innen dicht braun bis schwarz-
braun verfilzte Rasen mit aufrechten Stengeln, schopfigen, kurzen Innovationen
und spürlichen sterilen Sprossen. Bll. nicht herablaufend, die unteren klein
und flachrandig, die oberen aufrecht abstehend, trocken anliegend, lünglich
lanzettlich und scharf zugespitzt, bis 2,1 mm lang, mit unmerklich gezühnter
Spitze, breit gesäumtem, längs umgerolltem Rand und kräftiger, an der
Basis rötlicher, bei den unteren Bll. vor der Spitze endender, bei den oberen
und Schopfbll. als gezähnter, gelbbräunlicher Stachel auslaufender Rippe.
Blattzellen getüpfelt, oben schmal rhombisch, nur 10—12 u, mitten etwa
18 u, meist rhomboidisch-6 seitig, abwärts mehr rektangulär, an der Basis
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lockerer, 22—26 u und weinrótlich, in den Ecken fast quadratisch. Innerste
Perichätialbll. kleiner, flachrandig und ungesäumt, mit austretender Rippe.
Querschnitt der letzteren mit 4 kleinen medianen, aufwärts verschwindenden
Deutern nebst Begleitern, 2 lockeren Bauchzellen, 7—10 differentiierten, auf-
wärts engeren Rückenzellen und grossen, gelben, 2—3 schichtigen stereiden
Füllzellen. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, trübroter, oben kurz bogig gekrümmter
Seta horizontal bis nickend, seltener hängend, aus gleichlangem, engem Halse
eikugelig, regelmässig, matt hellbraun, mit kleinem, gewölbtem, lang und scharf
zugespitztem, gleichfarbigem Deckel und sich abrollendem Ring, trocken unter
der Mündung nicht verengt. Am Urnenrande bis 6 Reifen abgeplatteter
Zellen. Peristomzähne gleichmässig verschmälert, stumpflich, orangegelb mit
roter Insertion, schmal gesäumt, aussen in den unteren Feldern mit feiner
Querstrichelung, in der Mittellinie scheinbar perforiert, innen mit bis 15
abwärts doppelbogigen, deutlich nach dem Typus Hemisynapsium gebauten La-
mellen, oft etwas unregelmässig ausgebildet, zuweilen über der Mitte 2 schenkelig,
oder auch an der Basis gespalten, indem die äusseren Zahnplatten nach der
Basis zu so weit auseinander rücken, dass die Perforation sich zu einem ge-
fensterten Spalt erweitert. Es macht dies den Eindruck, als ob 2 Zähne in
der Mitte zusammengewachsen seien. Membran des anklebenden inneren
Peristoms sattgelb, von mindestens halber Zahnhóhe, mit schmalen, geschlitzten
Fortsätzen und nur halb so hohen Wimpern. Sporen 22—28 u, grüngelb und
fein gekórnelt. Reife Ende Juli.
An grasigen, von der Flut überspülten Meeresufern bei Lyngór (Nedenaes
Amt) an der Südküste Norwegens von Dr. med. J. Hagen zu Drontheim 1891
entdeckt. 8. VII, 6, a bis c) BIL, d) inneres Perichätialbl., e) Habitusbild,
f) Peristom, g) Kapsel; gez. nach einem von Dr. Hagen ges. Originalexpl. (comm.
Ch. Kaurin). Reichlich fruchtende Rasen erinnern lebhaft an ein nicht glänzendes
Leptobryum pyriforme mit mattbrauner Kapsel.
26. Bryum curvatum Kaurin & Arnell 1897.
Rev. br. 1898, S. 3; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 759.
Zwitterig. Herdenweise vereinte, 2—4 em hohe Pflanzen mit im Sande
teilweise verstecktem, 1 cm langem, filzigem Hauptstengel und hier und da
mehr flagellenartigen Sprossen. Schopfbll. gedrüngt anliegend, hohl, breit ei-
förmig und allmählich zugespitzt, ganzrandig und gesäumt, mit gelbem, zurück-
geschlagenem Rand und flacher, undeutlich gezähnter Spitze, sowie mit an der
Basis roter, als gelber, zuweilen gedrehter Stachel auslaufender Rippe. Blatt-
zellen dünnwandig. Bil. der sterilen Sprosse 2 zellreihig gesäumt und mit oft
vor der gezähnten Spitze verschwindender Rippe.. Kapsel auf 2—4 cm langer,
oft geknieter Seta geneigt und gekrümmt, 3—4 mm lang, mit der Urne gleich-
langem, schmalem Halse, breitem, 3zellreihigem Ring und flach konvexem, mit
Spitzchen versehenem, rotgelbem, glänzendem Deckel, trocken unter der Mündung
etwas verengt. Peristomzähne dolchförmig, gelb mit roter Insertion und feinen,
hyalinen, papillösen Spitzen, aussen etwas querstreifig und hell papillös gesäumt,
we AS
innen mit mindestens 20 welligen Lamellen. Inneres Peristom nicht an-
hängend, von ولا bis halber Zahnhóhe, gelb und kaum papillós, mit schmalen,
hellen, am Kiel gefensterten, papillósen Fortsätzen, aber ohne Wimpern. Sporen
30—33 u, gelbgrün und papillós. Reife im Herbst.
Auf Sandboden bei Nyholmen in Norwegen (Tromsoeamt) von Arnell ent-
deckt und auch von Kaurin in Porsanger, Skovro etc. sowie in Lappland ges.,
seltener im südlichen Norwegen. S. XI, 5, a und b) BIL, c) Perichtbl., d) Kapsel-
deckel, e und f) Kapseln; gez. nach einem von Hartmann bei Nyholmen in Nor-
wegen ges. Expl Nach der Kapsel dem Bryum arcticum zwar nahestehend, nach
den Lamellen der Peristomzähne aber an Hemisynapsium sich anschliessend. Kleinere
Expll. erinnern an Br. micans Limpr.
27. Bryum orarium Bom. ۰
Rev. br. 1899, S. 9; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 735.
Zwitterig. Etwas lockere, weiche, gelbgrüne, innen bräunliche, kaum
lem hohe Räschen mit abwärts wurzelhaarigen, aufwärts schopfig beblütterten `
Stengeln. Schopfbll. eiförmig bis eilanzettlich, an der Basis rötlich, ganzrandig,
mit schmal umgebogenem, kaum oder undeutlich gesäumtem Rand und kräftiger,
als kurzer Stachel oder längere Granne austretender Rippe, oder auch in der
Spitze sich auflósender Rippe. Kapsel auf 1—2 cm langer Seta hüngend
oder nickend, 2—3 mm lang, regelmässig, rotbraun, mit dem nur wenig kürzeren
Halse birnfórmig, mit etwas gewölbt kegeligem, mit Spitzchen oder Warze ver-
sehenem Deckel, trocken und entdeckelt unter der Mündung nicht verengt.
Epidermiszellen am Urnenrand in 3—6 Reihen abgeplattet oder rundlich-
6seitig. Peristomzähne gelblich und mit roter Insertion, innen mit 12—16
synapsiumartigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von وا Zahnhóhe,
gelb, mit ritzenfórmig bis elliptisch durchbrochenen Fortsätzen und rudimen-
tären Wimpern. Sporen 20— 25 u, gelbgrün und papillós. Reife im Juni
und Juli.
Am Meeresufer bei Torp auf der Alandsinsel Eckeró 1897 von Bomansson
entdeckt. S. XIV, 5, a) BL, b) Schopfbl, c und d) Kapseln, e) Kapseldeckel,
f) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl.
Bryum aculeatum Jörg. (cf. Rbh. Kr. FI. IV, 3, 8. 740), welches Jórgensen im
Juli 1893 am Reisenelf im nördlichen Norwegen ges. hat, soll gesäumte, an der
Spitze entfernt gezähnte Bil. und Peristomzähne. mit synapsiumartigen Lamellen
ohne Perforation besitzen (non vidi).
28. Bryum retusum Hagen 1897.
cf. Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 794.
Zwitterig. Nur wenige mm bis höchstens 1 em hohe Räschen mit
schopfig beblätterten Stengeln. Bil. kurz herablaufend, aus schmälerer
Basis elliptisch und lanzettlich zugespitzt, 2,4—2,7 mm lang, ganzrandig,
höchstens an der Spitze gezähnelt, 3reihig gelb gesäumt, mit längs schmal
umgebogenem Rand und kräftiger, an der Basis roter, bei den unteren Bll.
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vor der Spitze endender, meist aber in der Spitze mit dem Saum zu-
sammenfliessender, bei den Perichtbll. und Hüllbll. kurz austretender Rippe.
Blattzellen etwas verdickt, derbwandig, aufwärts rhombisch-6 seitig, meist 18 p,
gegen die Basis verlüngert rektangulür, die Saumzellen sehr lang und gegen
die Spitze geschlàngelt. Kapsel auf 1— 1,5 cm langer Seta hängend, mit dem
etwas kürzeren Halse von تسوا Urnenlänge regelmässig birnförmig, mit
2—3reihig sich abrollendem Bor und gewölbtem, mit Warze oder Spitzchen
versehenem Deckel. Peristom demjenigen von inclinatum ähnlich, jedoch die
Zähne von der Mitte an rasch verschmälert, aussen nur schmal gesäumt,
innen mit 12—16 etwas entfernten Lamellen, von denen die unteren hemi-
synapsiumartig gebogen sind. Membran des inneren Peristoms von !/, —'/, Zahn-
höhe, mit schmalen, gefensterten Fortsätzen und rudimentären Wimpern. Sporen
30—34 u und fein punktiert.
Von Ch. Kaurin bei Varanger und am Porsangerfjord im arktischen Nor-
wegen 1894 und 1895 ges. und auch von den Faröinseln und aus Ost-Grönland
" bekannt. Die Pflanze macht nach der matt gelbbraunen Kapsel den Eindruck einer
kleinen nordischen Form von Bryum inclinatum, von dem sie sich aber durch die
nicht oder nur kurz austretende Rippe der Bll. und die doppelbogigen unteren
Lamellen der Peristomzähne unterscheidet. S. XIX, 4, a und b) Stglbll, resp.
äussere Schopfbll., c) Basis, d) Spitze eines mittleren Schopfbl, e und f) Kapseln,
g) Peristom; gez. nach Originalexpll. von Kaurin.
29. Bryum archangelicum Br. eur. 1846.
Br. tauriscorum Limpr. 1883. Br. inclinatum plano-operculatum Breidl.; ef. Rbh. Kr.
"Fl. IV, Nr. 48
ER und mit Ó, seltener o Blüten; erstere mit zahlreichen röt-
lichen Antheridien und Paraphysen und fast rippenlosen, inneren Hüllbll.
Niedrige, innen durch roten Wurzelfilz verwebte, dichte Räschen mit rötlichen,
nur 5 mm hohen Stengeln und dicht schopfig beblätterten Innovationen. Untere
Bll. eilanzettlich, die locker dachziegelig anliegenden Schopfbll. aus nicht
herablaufender, verlängert-eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich zu-
gespitzt, hohl, schmal gesäumt, mit meist etwas umgebogenem Rand und
kräftiger, unten roter, aufwärts gelbgrüner, als lange, gelbe, schwach
gezähnte, oft haarförmige Granne austretender Rippe. Querschnitt der
letzteren typisch, mit 4 kleinen medianen, aufwärts verschwindenden Deutern
nebst Begleitern, 2-3 grossen Bauchzelleu, 7—11 differentiierten Rückenzellen
und stereiden Füllzellen. Blattzellen oben rhombisch-6 seitig, 14—18 u, ab-
wärts mehr rektangulär, an der Basis rot und kurz rektangulär, 20—25 u,
in den Ecken mehr quadratisch und bis 30 u. Kapsel auf nur etwa 1—1,2 cm
langer, oben hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, verkehrt eiförmig
oder kurz ellipsoidisch, mit kurzem, dickem Hals, gelblich- oder rótlich-
braun, mit flach gewólbtem, mit Spitzchen oder winziger Papille versehenem
Deckel und sehr breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht
verengt, auch entleert unverändert. Peristomzähne an der Mündung inseriert,
Eier
ziemlich kurz, lanzettlich, unten gelb und oben bleich, schmal gesäumt, mit
etwa 10—12 deutlichen, unten doppelbogigen inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristoms nicht oder kaum anhängend, bleichgelb, von etwa '/, Zahnhöhe,
mit sehr schmalen, nur ritzenförmig durchbrochenen oder am Kiele schmal
gespaltenen (s. Br. eur.) Fortsätzen und ohne Wimpern. Sporen 25—30 u,
bräunlichgelb oder gelbbraun und gekörnelt, bei den Norwegischen Expll. etwas
grösser und mehr warzig. Reife im August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 333.
An steinigen Abhängen und Triften der Schieferalpen von 2000—2650 m
sehr selten; von Angstróm bei Kipina unweit Archangel am „Weissen Meer“ ent-
deckt. Auch aus dem arktischen Norwegen von Spitzbergen und Grönland bekannt,
sowie von Arnell im Jeniseithale Sibiriens, sowohl in der nördlichen Urwaldregion
wie in der arktischen Region ges. S. VI, 4, a und a’) BlL, b) Kapsel, c) Habitus-
bild, d) Blattspitze, e) Peristom und Ring, f) inneres Peristom; gez. nach einem
von J. Breidler bei Heiligenblut in Kürnthen ges. Expl.
Br. autoicum Arn. (Rev. br. 1898, S. 2), welches Arnell auf der Alpe
Baadfjeld bei Salten in Norwegen im August 1868 ges. hat, macht mir nur den
Eindruck einer Varietät von Br. archangelicum mit einhüusigem Blütenstand, un-
deutlich gesäumtem, zuweilen flachem Blattrand und regelmässigen Lamellen der
Peristomzühne. ;
B. Holmgreni Lindb. 1879, welches Holmgren im Juli 1867 auf der
Alpe Nammals in Lulea-Lappland entdeckt hat, scheint nach der Beschreibung nur
eine Varietät von archangelicum mit etwas kleineren Sporen (von 20—24 u) zu
sein, oder ist gar mit demselben identisch (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 322 und 3,
S. 740).
Bryum Killiasii Amann — Br. rhaeticum Amann, welches Amann im
August 1890 auf dem Albulapass in Graubünden ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
3, S. 741), soll ebenfalls nur eine Subspezies von Br. archangelicuin sein, von dem
es sich durch den fast ganz flachen Deckel mit winziger, oft fehlender Papille
unterscheidet (non vidi).
€. Eucladodium Limpr.
Lamellen der Peristomzähne normal, in der Regel nicht durch Zwischen-
wände verbunden, und das innere Peristom dem äusseren nur locker anhängend.
a) Peristomzühne aussen querstreifig.
30. Bryum opdalense Limpr. 1883.
cf. Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 310.
Zwitterig mit einzelnen 6 Blüten; letztere mit rótlichen Antheridien
und Paraphysen. Herdenweise vereinte, brüunlichgrüne, 5—10 mm hohe Pflänzchen
mit wenigen Bll und 2—4 oft weinrötlichen Sprossen. Untere Bl. breit
oval und schmal gesäumt, die der Sprosse elliptisch und schmäler, mit vor
oder in der Spitze endender Rippe; die Schopfbll. herablaufend, breit
elliptisch oder eilänglich, etwas kurz zugespitzt, 2—2,4 mm lang, hohl,
wulstig breit 2—3 reihig gesäumt, selten an der Spitze etwas gezähnt, mit
abwürts umgebogenem Rand und bei den obersten mit in der zurück-
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gebogenen Spitze kurz austretender Rippe. Blattzellen dünnwandig, locker
rhombisch-6 seitig, 25
und etwas schmäler, jedoch nicht gerötet. Perichätialbll. mehr lanzettlich, am
Rand längs stärker umgebogen, nur die innersten fast flachrandig und un-
gesäumt. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, dicker, steifer, purpurroter, oben hakig
gekrümmter Seta hängend, 3 mm lang, aus kurzem Hals von halber Urnen-
35 u, nach der Basis zu mehr verlängert rektangulär
länge verkehrt eilänglich und meist schwach gebogen, dünnwandig, bleich
gelbgrün, mit flach gewölbtem, orangefarbenem, mit roter Warze ver-
sehenem Deckel und 3reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung
nicht verengt, entleert blass lederfarben. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig, um die Mündung 2—3 Reihen abgeplattet. Peristomzähne breit,
genühert und an der Basis verbunden, gelb mit orangefarbener Insertion, im
oberen Dritteil rasch verschmülert, mit grob papillósen, hyalinen Spitzen, aussen
fein punktiert, innen mit 20 —24, zum Teil doppelbogigen Lamellen. Membran des
inneren Peristoms nicht anhüngend, gelblich, von !/, Zahnhóhe, mit papillósen,
schmalen, lanzettlich-pfriemenfórmigen, kaum ritzenfórmig durchbrochenen, ge-
kielten Fortsützen und nur rudimentüren Wimpern. Sporen 26—32 u, gelb
und feinwarzig. Reife im August.
An sandigen Ufern der Bäche im Thale Skaret bei Opdal in Norwegen von
Ch. Kaurin 1882 entdeckt. S. VII, 7, a bis c) Bll., d und e) Kapseln, f) Habitus-
bild in natürlicher Grösse, g) Peristom; gez. nach einem von Ch. Kaurin
erhaltenen Originalexpl.
Br. tromsöense Rth., eine von Kaurin bei (Laxelo) Porsanger ges. Pflanze
mit regelmässiger, unter der wulstigen Mündung etwas eingeschnürter Kapsel,
kürzerem Peristom, breiteren Fortsätzen, nur 15 Lamellen, etwas grösseren, ge-
körnelten Sporen von 30— 35 u und an der Basis schwach rötlichen Bll, wurde
mir von Kaurin als opdalense (teste auctore) mitgeteilt, bildet jedoch schon mehr
den Übergang zu den beiden folgenden Arten. S. VII, 2, a bis c) Bll, d) Kapsel,
e) Kapseideckel, f) Habitusbild; gez. nach einem von Kaurin im Juli 1894 bei
Porsanger ges. Expl Nach der äusserst charakteristischen Kapsel mit grossem,
flach gewölbtem, mit Warze versehenem Deckel erinnert die Pflanze etwas an
Br. turgidum Bom.
31. Bryum purpurascens (R. Brown) Br. eur. 1846.
Pohlia R. Brown 1824, Hemisynapsium arcticum v. purpurascens Brid. 1826, Pohlia
arctica v. purpur. Schwgr. 1830; cf. Rbh. Kr. Fi. IV, 2, S. 310.
Zwitterig und polyöeisch; Blüten mit gelblichen Paraphysen. Aus-
gedehnte, 1-9 cm hohe, etwas rótliche Rasen mit roten Stengeln und zahl-
reichen, unter deren Spitze entspringenden, schlanken, locker beblütterten
Sprossen. Untere Bil. eilanzettlich, die Schopfbll aus etwas schmälerer,
herablaufender Basis länglich - lanzettlich, resp. schmal elliptisch und
lanzettlich lang zugespitzt, schmal einschichtig gesäumt, ganzrandig, mit
schwach umgebogenem Rand und gelber, als kurze Stachelspitze austreten-
der Rippe. Querschnitt der letzteren typisch, mit 3—4 kleinen medianen
Deutern nebst Begleitern, 2—3 Bauchzellen, 6—8 lockeren Rückenzellen und
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meist 2schichtigen stereiden Füllzellen. Sprossbll. flach und meist ungesäumt.
Blattzellen dünnwandig, oben rhombisch-6 seitig, 18—25 u und etwa 3 mal
so lang, an der Basis mehr rektangulär und nicht rot. Kapsel auf 9 —3 em
langer, dünner, roter, oben in kurzem Bogen gekrümmter Seta hüngend oder
nickend, 2,5—3,5 mm lang, aus der Urne gleichlangem, engem Halse allmählich
BEER regelmässig, bleich gelblich bis rötlichbraun, mit breitem, flach
gewölbtem, mit Spitzchen versehenem, gleichfarbenem Deckel und breit sich
abrollendem Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt. Am Urnenrand
gegen 4 Reihen abgeplatteter Zellen. Peristomzähne gelb mit orangefarbener
Insertion und gelblichen Spitzen, schmal gesäumt, mit schwach zickzae kförmiger
Dorsallinie, aussen fein querstreifig, resp. etwas grubig streifig punktiert,
innen mit etwa 18— 22 fast halbkreisförmigen Lamellen. Membran des anhängen-
den inneren Peristoms von پا Zahnhöhe, mit lanzettlich - -pfriemenförmigen,
gesehlitzten oder schmal oval durch Fortsätzen und unvollständigen
Wimpern. Sporen 30—36 u, gelb und feinwarzig. Reife im Sommer. Br.
eur. Vol. IV, Tab. 336.
Im Sande der Bachufer und auf Torferde auf dem Dovrefjeld in Norwegen,
sowie auf der Kola-Halbinsel, in Schweden, Lappland, sen وی مود
Sibirien und Labrador in Amerika verbreitet, seltener in Süd-Fi ;von
Kapitän Sabine auf der Melville-Insel und W. Ph. Schimper 1844 in Norwegen ent-
deckt. S. V, 4, a) unteres Bl, b) obere Bil., c und d) Kapseln, e und f) Kapseldeckel,
g) Habitusbild; gez. nach einem von Dr. V. F. Brotherus in Lappland ges. Expl. Die
äussere Querstreifung der Zähne ist meist nicht so deutlich, wie bei den beiden
folgenden Arten.
32. Bryum Lindgreni Schpr. 1876.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 311.
Zwitterig. Mit den Innovationen 1 em und darüber hohe Pflänzchen
in nieht rötlichen Rasen und meist ohne sterile Sprosse, sonst purpurascens
nahe verwandt. Bill. bleichgriün, die unteren eilanzettlich und scharf zugespitzt,
die Schopfbll. aus etwas verengter, herablaufender Basis ovallanzettlich,
resp. elliptisch und scharf lanzettlich zugespitzt, 2—3 mm lang und bis 1 mm
breit, 2—3reihig gelb gesäumt, flach- und ganzrandig, mit nur an der
Basis etwas umgeschlagenem Rand und gelbgrüner, als kurze Stachelspitze
austretender Rippe. Blattzellen dünnwandig, nicht getüpfelt, oben rhombisch
und rhomboidisch, 20—28 u, an der Basis mehr rektangulär und rötlich.
Kapsel auf 3 und mehr cm langer, steifer Seta hängend, aus fast gleichlangem,
etwas gebogenem Halse allmühlich oval bis fast eifórmig, gelbbrüunlich,
mit grossem, flach gewölbtem, mit orangefarbener Warze versehenem Deckel
und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung kaum oder
etwas verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, in ziemlich
geraden Reihen nach der Mündung verlaufend, am Urnenrand bis 4 Reihen
abgeplattet. Peristomzähne breit lanzettlich, abwärts braungelb, fast orange,
schmal gesäumt, aussen querstreifig, resp. querstreifig punktiert und mit
zickzackfórmiger Dorsallinie, innen mit 20—24 normalen es: Membran
Roth, Die europäischen Laubmoose. II.
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des anhüngenden inneren Peristoms von halber Zahnhóhe, mit schmalen,
trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, ziemlich eng geschlitzten Fort-
sätzen und unvollständigen Wimpern. Sporen 30—36 u, gelb und feinwarzig.
Reife im Sommer.
In den Tiefländern des arktischen Norwegens, sowie in Schweden; am Wenern-
See bei Lidköping in Schweden von Lindgren 1844 entdeckt. Unterscheidet sich von
Br, purpurascens vorzugsweise durch die nicht rötlichen Bll., den mit Warze ver-
sehenen Kapseldeckel und den oft mehr abgesetzten, dunkleren Hals der braunen
Kapsel. S. X, 5, a) Bl, b und c) Kapseln, e) Peristom, d) Habitusbild; gez. nach
einem von Dr. Ruthe erhaltenen Originalexpl, sowie f) Kapseldeckel, nach einem
von Hagen in Norwegen (Salten) ges. Expl. (comm. Mónkemeyer).
33. Bryum autumnale Limpr. 1883.
BE Kbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 819.
Zwitterig. Herdenweise und lockerrasig, schmutziggrün bis schwürzlich,
mit bis 1 cm hohen Stengeln und 1—2 steifen, gelbgrünen Sprossen. Bil.
sehr breit, aus stark herablaufender Dasis eifórmig und kurz zugespitzt,
2—2,7 mm lang und 1,2—1,5 mm breit, 2zellreihig gelb gesäumt und ganz-
randig, mit in der unteren Hülfte umgebogenem Rand und gelbgrüner bis
schwärzlicher, bei den unteren und Sprossbll. vor oder in der Spitze endender,
ebenso bei den oberen BI., meist nicht, oder höchstens bei den Schopfbll.
etwas austretender Rippe. Blattzellen sehr locker, dünnwandig und nicht ge-
tüpfelt, oben 25—33 u und 2—3 mal so lang, abwärts mehr rektangulär und
schmäler, meist 20 u und 4—5 mal so lang, an der Basis nicht gerótet.
Kapsel auf 2,5—4 cm langer, oben bogig gekrümmter, braunroter Seta nickend
oder hüngend, aus gleichlangem oder fast gleichlangem, dickem, oft etwas ge-
bogenem Halse oval, resp. ellipsoidisch, derbwandig, bleichbraun, mit flach
gewölbtem, mit scharfer Spitze versehenem Deckel und 2reihig sich ablósen-
dem Ring, trocken etwas glänzend und unter der Mündung nicht verengt,
entleert weitmündig. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am Urnen-
rand meist nur eine Reihe abgeplattet und wenige Reihen rundlich-6 seitig.
Peristomzühne brüunlichgelb mit orangefarbener Insertion, breit lanzettlich,
gleichmässig verschmälert, oben gelblich und glatt, aussen querstreifig,
innen mit 22—27 abwärts teilweise etwas bogigen Lamellen. Membran des
nur wenig anhängenden inneren Peristoms von !/ bis halber Zahnhóhe, mit
trocken zwischen den Zühnen durchtretenden, oval geschlitzten Fortsützen und
mehr oder weniger vollständigen Wimpern. Sporen 33—40 u, gelbgrün und
feinwarzig. Reife im Oktober.
Auf feuchtem Ufersand im Skaret-Thale bei Opdal in Norwegen von Pfarrer
Ch. Kaurin 1882 entdeckt. S. V, 8, a) oberes, b) unteres Bl, c und d) Kapseln,
| œ) Peristom, f) Habitusbild; gez. nach einem von Kaurin am 23. Oktober 1882
ok Expl. (comm. Warnstorf) Von dem nahestehenden Lindgreni namentlich durch
* fiio Blattform und das Zellnetz verschieden.
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34. Bryum Bergóense Bom.
Rev. br. 1899, S. 19: cf. Rbh. Kr, Fl. IV, 3, S. 746.
Zwitterig und mit rein G Blüten. Etwas lockere, schwürzliche Räschen
mit bis 1 em hohen Stengeln und kurzen, schopfigeu Innovationen. Schopfbll.
bis 2,5 mm lang, aus abgerundeter Basis verkehrt eifórmig bis eilanzettlich,
mit schmal umgerolltem, ein bis 3 zellreihig undeutlich gesäumtem Rand
und an der Basis roter, als glatte oder gezühnte dünne Stachelspitze aus-
tretender Rippe. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, roter Seta hängend, 2,5 mm
lang, braun, mit dem schwach gekrümmten Halse von ولا Urnenlänge
birnfórmig, mit breit sich abrollendem Ring und kegeligem Deckel. Peristom-
zähne allmählich verschmälert, mit roter Insertion und hellen, fein papillösen
Spitzen,“abwärts gesäumt, aussen fein gestreift, innen mit 15—18, teilweise
doppelbogigen Lamellen. Membran des hellgelben inneren Peristoms mit
schmalen, breit gefensterten Fortsätzen und rudimentüren Wimpern. Sporen
25—30 u, grünlich oder gelb und fein gekórnelt. Reife im Juni.
Am Meeresufer bei Bergön, Parochie Saltvik der Insel Aland von Bomansson
1897 entdeckt und auch von Arnell in Schweden (Gestrikland) am Meeresufer
ges. S. XIV, 2, a und b) Bl., c) Kapseln, d) Kapseldeckel, e) Kapsel mit Deckel,
f) Perichütialbl; gez. nach einem von Bomansson (Finstróm: Gibbóte) ges. Expl.
Von dem nahe stehenden Br. Lindgreni durch den umgeschlagenen Blattrand der
Schopfbll, von Br. senocarpum durch das Peristom verschieden.
35. Bryum serotinum Lindb. 1879.
ef. Rbh. Kr. FI. IV, 2, S. 292 und 334, sowie Lindb. und Arnell: Musci Asiae bor.
1890, S. 48.
Zwitterig; die rötlichen, schmalen Antheridien fast länger als die
Archegonien. Lockere Rasen mit meist kurzen, dunkel rotfilzigen Stengeln
und etwa 1 cm .langen Innovationen, sowie etwas längeren sterilen, locker
beblätterten Sprossen aus unteren Stammteilen. Bll. herablaufend, die unteren
eilanzettlich, flachrandig, ungesäumt und mit vor der Spitze verschwindender
Rippe, die oberen viel grösser, bis 3 mm lang und noch nicht 1 mm breit,
aus elliptischer Basis lanzettlich verlängert, ganzrandig mit gelbbräunlicher,
kurz austretender Rippe und sehr schmal 1—2 reihig gesäumtem, abwärts zurück-
geschlagenem Rand. Querschnitt der Rippe verhältnismässig locker, mit 4 medianen
Deutern nebst Begleitern, 2—4 grossen Bauchzellen, 4—9 lockeren, dünnwandigen,
grossen Rückenzellen und mehr substereiden wie stereiden Füllzellen. Innere
Perichätialbll. lanzettlich und kleiner. Blattzellen oben locker rhombisch oder
rhombisch-6 seitig, 25—35 u, abwärts mehr rektangulär und etwas schmäler,
an der Basis nicht rot. Kapsel auf 1,5—3,5 em langer, gerader, rotbrauner,
oben kurz bogig bis hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, mit nur
l mm langer, ovaler, glanzloser, hellbrauner Urne, mindestens gleichlangem,
zuweilen etwas gekrümmtem Hals, breit sich ablósendem Ring und flach gewólbtem,
mit kurzem Spitzchen versehenem Deckel, trocken unter der etwas —
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Mündung nur wenig oder kaum verengt. Am Urnenrand 2 Zellreihen abgeplattet
und wenige Reihen rundlich-6 seitig. Peristomzähne ähnlich wie bei Br. autumnale,
bräunlichgelb, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen, sehr dicht stehenden,
hohen Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich, von fast halber
Zahnhöhe, mit zwischen den Zähnen durchtretenden, gekielten, schmalen,
papillösen, ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und nur rudimentären
Wimpern. Sporen 35—42 u, gelbgrün und gekörnelt bis feinwarzig. Reife
im September und Oktober.
Auf feuchtem Sande bei Helsingfors in Finnland von S. O. Lindberg 1879
entdeckt. Von J. Sahlberg nach Arnell auch bei Tolstoinos im arktischen
Gebiete Sibiriens aufgefunden. S. VII, 10, a bis c) BIL, d) Kapsel, e) Habitus-
bild, f) Kapseldeckel; gez. und beschrieben nach einem von Dr. V. F. Brotherus
bei Helsingfors (Fredriksberg) im Oktober 1887 ges. Expl. Ist von Br. autumnale
fast nur durch höhere Rasen und schmälere BII., sowie die bei deu oberen Bl.
kurz austretende Rippe verschieden,
36. Bryum calabricum Warnst. und Fleischer in litt. 1896.
Blütenstand?; die rein o Blüten mit 6 und mehr Archegonien und gleich-
langen, gelblichen Paraphysen. Habituell etwas an kleinere, struppige Formen
von Br. gemmiparum erinnernde, dichte, hellgrüne bis weinrótliche, abwärts
brüunliche, 1 cm hohe Räschen mit kurzen, schopfigen Stengeln und zahlreichen
kurzen, nur wenige mm hohen Sprossen und Innovationen. Bill. unten kleiner,
eifórmig und mit weit vor dem kurzen Spitzehen verschwindender Rippe,
aufwärts allmählich grösser, breit eiförmig und kurz zugespitzt, resp. mit kurzem
Spitzclien, ungesäumt, flach- und ganzrandig, die Schopfbll. mehr eilanzettlich,
resp. aus eifórmiger Basis breit lanzettlich verschmälert und plötzlich in ein
kurzes Spitzchen ausgezogen, ungesäumt und ganzrandig, mit mehr oder weniger
umgerolltem bis flachem Rand und schwacher, am Grunde roter, unter oder
mit der Spitze endender Rippe, im Alter schmutzigrot. Querschnitt der Rippe
mit nur 2 basalen, abwärts tangential geteilten Deutern, 3—5 lockeren Rücken-
zellen und wenigen lockeren Füllzellen. Blattzellen vorzugsweise prosenchymatisch,
aufwärts fast rhombisch, 18—20 u und 4—5 mal so lang, die Randzellreihe
nur etwa halb so breit, dagegen an der Basis lockerer, rektangulär-6 seitig
und 25—35 u. Perichätialbll. eilanzettlich und kleiner, ungesäumt, flach- und
ganzrandig. Kapsel auf 1,5 cm langer, braunroter Seta fast horizontal, aus
schmälerem, faltigem Halse von وا bis halber Urnenlänge dick eiförmig, nach
der Mündung zu verschmälert, jedoch nicht unter derselben verengt, mit gewölbtem,
mit Warze versehenem, ziemlich kleinem Deckel, entdeckelt kaum verändert, oval,
braun und engmündig, aufrecht oder übergeneigt, nicht hüngend. Am Urnen-
rand gegen 6 Reihen dunkelroter, kleiner, dickwandiger, rundlich-6 seitiger
Zellen. Peristomzähne verhältnismässig kurz, an der Basis rötlich, nach oben
gelblich, aussen abwärts quer,- aufwärts mehr längsstreifig, innen mit halbkreis-
förmigen, nicht durch Querwände verbundenen Lamellen. Membran des inneren
Peristoms dem äusseren nur locker anhängend, mit oben durchbrochenen Fort-
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sätzen, aber ohne oder mit nur rudimentären Wimpern. Sporen 28— 30 u,
grünlich- bis bräunlichgelb und sehr fein punktiert, fast glatt. Reife im Mai.
Bei Catanara in Calabrien von Max Fleischer am 10. Mai 1895 entdeckt.
S. VII, 8, a bis c) Bll, d und e) Kapseln, f) o Blüte, g) Habtitusbild; gez.
nach einem von C. Pakai erhaltenen Originalexpl.
b) Peristomzähne aussen nur punktiert.
a) Blütenstand zwitterig oder polygam.
Hierher gehören die meisten Arten der Harmatostoma Hagens mit gut
begrenztem, breitem, tief purpurnem, nur selten orangefarbenem Fundus der
Peristomzähne, sowie der Inelinatiformia von Brotherus mit nur schmalem,
nicht gut begrenztem, rotem bis orangefarbenem Fundus der Zähne. Die
Ilaematostoma Hagens zeigen im unteren Teil der nicht perforierten Peristom-
zühne oft 1—2 doppelbogige Lamellen und schliessen sich dadurch an die
Hemisynapsien an.
37. Bryum globosum Lindb. 1866.
Br. mamillatum v. globosum Berggren 1875; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 334.
Zwitterig, oder auch heteröeisch. Niedrige, gelbgrüne, innen bräunliche,
meist nur 5mm hohe Räschen mit schopfig beblätterten Stengeln und schopfigen
Innovationen. Bil. ganzrandig, breit oval, scharf zugespitzt, sehr hohl, mit
aufwärts 1—2 zellreihig bräunlich gesäumtem, zuweilen schmal zurückgebogenem
oder umgeschlagenem Rand und an der Basis rótlicher, bei den unteren ۰
vor der Spitze verschwindender, bei den oberen als kurze, dicke, etwas zurück-
gebogene Stachelspitze austretender Rippe. Perichätialbll. schmäler, die innersten
tlachrandig und ungesüumt, jedoch mit austretender Rippe. Blattzellen etwas
locker, derbwandig und schwach getüpfelt, vorzugsweise rektangulär-6 seitig, meist
18—20 u, von dem aufwärts 1-—2 reihigen, gegen die Basis verschwindenden
Saume meist deutlich abgegrenzt. Kapsel auf 0,8—1,5 cm langer Seta hüngend,
klein, kurz birnfórmig, kleinmündig, blass rötlichgelb, dünnwandig, trocken
wegen des sehr verengten, faltigen, dunkler gefärbten Halses fast kügelig, mit
flach gewólbtem, mit grossem Spitzchen versehenem, kleinem Deckel und
3reihig sich abrollendem Ring. Peristom zwar demjenigen von lacustre ähnlich,
jedoch die Zähne mit nur 10-19 inneren Lamellen. Sporen 18—22 u, brüunlich
und feinwarzig. Reife im Sommer.
Nach Arnell auf nackter Erde auf den Spitzen der Tundrahügel im arktischen
Sibirien; eine der gróssten Zierden der arktischen Zone, die zuerst von Spitzbergen
(Kingsbay) bekannt wurde. Hat grosse Ähnlichkeit mit Br. Graefianum, von dem
es sich durch kleinere Sporen, die an der Spitze nicht gezühnte, kürzer austretende
Rippe und die دپ یو ie bräunliche, mehr an mamillatum eriunernde Kapsel
unterscheidet. S. XX, 3, a) unteres, b und c) obere Bll, d und e) Kapseln,
Kapseldeckel, E Habitusbild; gez. nach einem von Malmgren an der Kingsbay
Spitzbergens ges. Expl. aus dem Herbare S. O. Lindbergs. Vgl. auch die Ab-
bildung in Englers natürlichen Pflanzenfamilien 1, Abt. 3, S. 570.
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38. Bryum turgidum Bom. 1900.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 742 und Bomansson Alands Mossor S. 80.
Erinnert in seinen vegetativen Organen an Br. pendulum, während die
Kapsel mehr die Form von tromsöense oder Kaurinianum besitzt. Es unter-
scheidet sich von Br. Kuurinianım var. Ackermannae durch längere, dolch-
fürmige Peristomzühne mit 20 und mehr inneren Lamellen und etwas weniger
rudimentäre Wimpern.
Von J. O. Bomansson auf der Insel Aland (Saltvik, Kvarnbo) im Juli
1899 ges. S. XII, 11, a) Habitusbild, b und c) Kapseln, d) Kapseldeckel; gez.
nach einem Originalexpl. (comm. Dr. Bauer). Wurde auch von mir am 4. Juni
1883 in feuchten, sandigen Bahnausstichen bei Lampertheim in Hessen in der
Gesellschaft von Br. inelinatum ges., von dem es sich durch die spätere Reife der
Sporogoue leicht beim Sammeln unterscheiden lässt.
Bryum Romoönse Jaap, welches O. Jaap an einem Graben auf den
Viehweiden bei Lakolk auf der nordfriesischen Insel Röm ges. hat, scheint eben-
falls nahe hierher zu gehören, jedoch bedürfen diese Moose noch der sorgfältigeren
Untersuchung reichlicheren Materiales, weil Bryum turgidum und tumidum, nach
dem wenigen mir vorliegenden Materiale zu urteilen, von Bomansson in Alands
mossor S. 80 und 81 etwas unvollständig beschrieben sind.
39. Bryum murmanicum Broth. 1890,
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 333.
Zwitterig. Habituell an serotinum erinnernde, bis 2,5 cm hohe, in den
Boden eingegrabene, ziemlich dichte Räschen mit schwürzlichbraunen, dunkel .
rotfilzigen, 1 em hohen Stengeln und je 1—3 grünen, 1—1,5 em hohen, locker
beblütterten Innovationen. Bil. weit herablaufend, meist gleichgross, die
unteren und Sprossbll. entfernt und abstehend, die Schopfhll. dicht gedrängt,
hohl, eiförmig oder elliptisch und scharf zugespitzt, ganzrandig, mit längs
zurückgebogenem, 2—3reihig gelb gesäumtem Rand und kräftiger, unten
roter, nur bei den Sprossbll. grüner, oben als kurze, oft zurückgebogene
Stachelspitze austretender Rippe. Querschnitt der letzteren ziemlich typisch
mit 4—5 medianen Deutern nebst Begleitern, 3—5 Bauchzellen, 8—12 Rücken-
zellen und zahlreichen stereiden Füllzellen. — Blattzellen diekwandig, oben
länglich-6 eckig, meist 12—15 u und nur 2 bis höchstens 3 mal solang, mitten
18—20 u, an der' Basis rektangulär und 20—25 u. Perichütialbll. nach innen
kürzer und schmäler, die innersten klein dreieckig und nur undeutlich gesäumt.
Kapsel auf bis 3 em langer, geschlängelter, aufrechter, hellroter, glänzender,
oben kurz bogig gekrümmter Seta nickend, 2 mm lang, aus zusammengezogenem,
gleichlangem Halse eifórmig oder oval, regelmässig, hellbraun, nicht glünzend,
dünnwandig, mit kleinem, bleichrotem, flachem und mit Spitzchen ver-
sehenem, zuweilen fast konkavem Deckel trocken unter der Mündung nicht
verengt. Peristom klein, bleich und papillós. Peristomzähne blassgelb, oben
hyalin, innen mit 10—12 hohen Lamellen. Membran des inneren Peristoms
ME ما
frei, von ولا Zahnhóhe, mit gefensterten Fortsätzen, aber ohne Wimpern.
Sporen sehr ungleich, 35—45 u oder auch 40—50 u, grün und warzig.
Reife im Juli.
An sandigen Ufern des Flusses Harlofka auf der Halbinsel Kola in Russisch-
Lappland (Lapponia murmanica) am 25. Juli 1887 von Dr. V. F. Brotherus
entdeckt. S. VII, 9, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Habitusbild; gez. nach einem
von dem Entdecker erhaltenen Originalexpl.
Bryum mutilum Hagen, welches Kaurin 1894 bei Tromsdalen in Nor-
wegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 754), soll sich von dem nahe ver-
wandten Dr. mamillatum (cf. Nr.-61) durch zwitterigen Blütenstand, 2,5 em hohe
Rasen, das mangelhaft entwickelte Peristom mit oft rudimentären Fortsätzen, sowie
Sporen von 23—27 u unterscheiden (non vidi).
40. Bryum Graefianum Schlieph. 1885.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 486.
Zwitterig, mit sehmutziggelben Paraphysen. - Gesellige oder zu schmutzig-
grünen bis schwärzlichen, niedrigen Räschen vereinte Pflänzchen mit sehr
kurzen, nur wenige mm hohen, aufrechten Stengeln und kurzen, schopfig be-
blätterten Innovationen. Untere Bll. klein, die Schopfbll. grösser, dachziegelig,
hohl, "kaum herablaufend, breit eifórmig bis eilanzettlich und pfriemlich
zugespitzt, mit Zreihig gesäumtem, längs schmal umgebogenem Rand und
kräftiger, unten trübroter, aufwärts gebräunter und als fein und entfernt ge-
zähnte Granne austretender Rippe. Querschnitt der letzteren typisch, mit
4 kleinen medianen Deutern nebst Begleitergruppe, 2—4 lockeren Bauchzellen,
6—12 differentiierten Rückenzellen und sehr kräftigem, innerem, vierschichtigem
Stereidenkomplex, oben stielrund, an der Basis etwas flacher. Blattzellen
mässig verdickt und getüpfelt, nach der Spitze zu schmäler und länger,
oberwürts meist schmal rhombisch-6 seitig, 12—18 u, nach der Basis zu mehr
rektangulär, 20—25 u, an der Insertion trüb rotbraun, in den Ecken daselbst kurz
rektangulür bis fast quadratisch und ähnlich wie bei mamillatum erweitert, bis
über 30 u. Perichütialbll. schmal und mit längerer Granne. Kapsel auf
1,5 em langer, dunkler Seta nickend oder hängend, regelmässig, aus kurzem
Halse von meist nur !/, Urnenlänge angeschwollen eilänglich oder verkehrt
eifórmig, etwas مج gelbbräunlich, mit kleinem, flach gewölbtem, mit
Warze versehenem Deckel und breit 3reihig sich abrollendem Ring, trocken
unter der Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand rektangulär-
6seitig, am Urnenrand mehrere Reihen (über 6) rundlich-6 seitig, aber nicht
schmäler und nur eine Reihe abgeplattet. Peristomzähne aus breiterer Basis
dolehfórmig, hellgelb, mit orangefarbener Insertion und hellen, fein papillösen
Pfriemenspitzen, abwürts fein punktiert, innen mit 15— 24 nicht verbundenen
Lamellen. Membran des anhüngenden inneren Peristoms von ولا Zahnhöhe,
gelblich und papillós, mit breit gefensterten Fortsätzen und je 3 rudimentüren
Wimpern. Sporen 25—30 u, gelbgrün und fein gekörnelt. Reife im Juli.
N, RM
An Schieferfelsen der Via mala in der Schweiz im Juli 1883 von Dr.
H. Graef in 950 m entdeckt und auch von einzeluen Standorten Norwegens be-
kannt. S. IX, 6, a bis c) BIL., d bis f) Kapseln, (d) trocken, e) feucht), g) Habitusbild,
b) Schopfbl., i) Peristom; gez. nach einem von E. Jörgensen im arktischen Nor-
wegen auf, der Insel Skjervö im August 1893 ges. Expl., welches nur etwas dünn-
wandigere Kapselwand besitzt, wie die Graef’sche Originalpflanze (det. Limpr.).
Dem Br. globosum Lindb. nahe verwandt.
Var. diehroa Jörg. mit unter der Mündung wenig verengter Kapsel und
lebhaft orangerotem Deckel, welches Jörg. auf der Insel Skjervö im August
1893 ges. hat, macht fast den Eindruck einer besonderen Art. S. IX, 6, k) Kapsel;
gez. nach einem Originalexpl. (comm. E. Bauer). Vgl. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 742.
Br. haematostomum Jörg. von den Uferfelsen bei Talvik im arktischen
Norwegen soll sich von Graefianum vorzugsweise durch lichtgelbe, hängende Kapsel
unterscheiden, während sie bei Dr. Graefianum braun und horizoutal sei (cf.
Hagen Musei Norv. bor. S. 143
Bryum brachycarpuin Bom. (cf. Alands Mossor, S. 76), welches Bomansson
auf der Alands-Insel Móckeló am Meeresufer bei Gloet ges. bat, unterscheidet sich
von Br. Graefianum vorzugsweise durch undeutlich gesäumte Bll. mit dünnwandigerem
Zelluetz und etwas grössere Sporen von 35—40 u (comm. Dr. Bauer).
Br. Graefianum und brachycarpum gehören mit longisetum, subtumidum,
scalariforme, Lagerheimii, Bergöense, lapponicum und hkaematostomum ete. zur Gruppe
der Flaematostoma Hagens.
41. Bryum Kaurinianum Warnst. 1882.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 314.
Zwitterig. Niedrige, unten dunkelbraun verfilzte, im Alter schwärzlich-
grüne Rasen mit unter dem Sehopfe sprossenden Innovationen. Untere Bll.
breit eiförmig und kurz zugespitzt, mit vor oder mit der Spitze endender
Rippe, die Sprossbll. schmal elliptisch mit lang austretender Granne, die
Sehopfbll. bis 2,4 mm lang, aus nicht herablaufender Basis breit eilanzettlich
und zugespitzt, mit mehrreihig einschichtig gesäumtem, längs umgerolltem
Rand und kräftiger, unten trübroter, oben als lange, gezühnte Granne aus-
tretender, dunkler Rippe. Blattzellen diekwandig, getüpfelt und locker, oben
16—20 u und 2—3mal so lang, mitten meist breiter, aber noch nicht doppelt
so lang, an der Basis violett-purpurn und mehr rektangulär. Kapsel auf
2—4 cm langer, dunkelroter Seta nickend, länger als bei Grarsfianum, mit dem
kurzen Halse dick gesehwollen birnfórmig, derbwandig, gelb bis schwärzlich-
braun, mit kleinem, gewölbtem, mit Warze versehenem Deckel und breitem
Ring, trocken und entleert etwas glünzend und unter der weiten Mündung
nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand
nur wenige Reihen rundlich-6seitig. Peristomzähne tief inseriert, aus breiter,
ea Basis allmählich verschmälert, bräunlichgelb mit roter Insertion
TS lichen Spitzen, sowie mit etwa 15 inneren Lamellen. Membran des
" Fee inneren Peristoms gelb, von !/, Zahnhóbe, mit riin Fort-
رد
sätzen und unvollständigen, anklebenden Wimpern. Sporen 30—35 u, grünlich-
gelb und feinwarzig. Reife im September.
An Schieferfelsen bei Vaarstin auf dem Dovrefjeid in Norwegen von Pfarrer
Ch. Kaurin 1881 entdeckt. Steht dem Bryum Graefianum Schlieph. nahe. S. XIV
3, a) Sprossbl, b) Schopfbl., c und d) Kapseln; gez. nach einem von Bómansson
auf Aland (Saltwik) ges. Expl. aus dem Herbare von E. Bauer.
Var. Ackermannae in bis 1,5 cm hohen Rasen mit längeren Sprossen —
von Fräulein Käthe Ackermann in meiner Gegenwart am 9. August 1903 am
Ulrichsteiner Schlossberg im Vogelsberg entdeckt. Steht zu Kaurinianım in dem-
selben Verhältnis wie Br. helveticum zu arcticim.
42. Bryum paludicola Schpr. 1876.
ef. Bbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 314 und 3, S. 748.
Zwitterig!) aber auch mit rein و Blüten, mit zahlreichen gelblichen
Paraphysen. Rasen 1—3 cm hoch mit rosettenartig schopfig beblätterten,
unten dunkel rotfilzigen Stengeln und je einer 4—5 mm hohen, schopfigen
Innovation. Untere Bll. entfernt und kleiner, die Schopfhll. gedrängt, breiter
als bei pendulum, hohl, die äusseren und mittleren aus schmälerer, nicht
herablaufender Basis breit oval, die inneren etwas schmäler und länger, aus
breiterer Basis mehr eilanzettlich, kurz zugespitzt, durch 4 und mehr Reihen
sehr enger und verlängerter Zellen breit gelb gesäumt, mit bei den längeren
Bll. stärker, bei den kürzeren nur an der Basis umgebogenem Rand und
kräftiger, an der Basis verbreiterter, roter, aufwärts gelblicher und als glatte
Stachelspitze austretender Rippe. Blattzellen ziemlich diekwandig, oben bis zum
Saum nicht verschmälert, rhombisch-6 seitig, etwa 20 u, abwärts mehr rektangulär
und breiter, an der Basis purpurrot und namentlich nach den Ecken zu kürzer
und viel breiter. Innere Perichätialbll. mehr lanzettlich. Kapsel auf etwa
3 em langer, purpurroter, oben kurz bogig gekrümmter Seta nickend oder
hängend, mit dem kürzeren Halse von ',—?, Urnenlänge geschwollen
birnförmig, derbwandig, dunkelbraun mit schwärzlichem Halse, mit kleinem,
flach gewölbtem, mit Spitzchen versehenem, glänzend kastanienbraunem Deckel
und breit sich abrollendem Ring, trocken und entleert unter der Mündung
nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand klein, dickwandig, quadratisch
bis kurz rektangulür-6seitig. Peristomzähne klein, trocken eingebogen, gelb
mit orangeroter Insertion, an der Basis vereinigt. Membran des dem üusseren
anhängenden, gelblichen inneren Peristoms mit klaffenden Fortsätzen und
fast ohne Wimpern. Sporen 30 und mehr u und feinwarzig. Reife im September.
In Sümpfen bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld von P. G. Lorentz 1868
entdeckt. S. VII, 1, a bis c) Bil, d und e) Kapseln, f) Habitusbild; gez. nach
einem durch Kaurin aus dem Königl. Herbar zu Kew erhaltenen Originalexpl.
Die Pflanze hat grosse Ähnlichkeit mit einem kleinen Expl. von Bryum lapponicum,
von dem es sich namentlich durch kürzeren Kapselhals und nicht herablaufende
Schopfbll. etc. unterscheidet.
1) Nach Schimper zwitterig, an dem von mir untersuchten Expl. fand ich auch rein
9 Blüten.
—— 9o oo"
Lo.
43. Bryum dovrense Schpr. 1876.
Sehpr. Syn. ed. 2 v. 1876, S. 413; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 296.
Zwitterig (nach den von mir untersuchten Expll. auch rein 6 Blüten
auf bes. Sprossen). Sehr dichte, oben freudiggrüne, innen durch schwarzrote
Wurzelhaare verwebte, 2 cm hohe Rasen mit kurzen Stengeln und schopfig
beblütterten Innovationen. Untere Bll. klein, elliptisch und scharf zugespitzt,
mit vor oder in der Spitze endender Rippe, aufwürts grósser, die oberen in
einen ellipsoidischen oder eifórmigen bis eikugeligen Schopf zusammen-
gedrüngt, breiter als bei pendulum und kürzer zugespitzt, sehr hohl, mit schmal
gesäumtem, nur wenig umgebogenem, abwärts an der Basis zurückgeschlagenem
Rand und als glatte Pfriemenspitze auslaufender Rippe. Zellnetz nach der
Rippe zu etwas locker mit durchscheinend übergreifenden Zellwänden. Kapsel
auf 1—1,5 cm langer, roter, oben hakig gekrümmter Seta hängend oder
nickend, aus kurzem Halse dick ellipsoidisch oder eiförmig, gelbbraun mit
ziemlich grossem, gewölbtem, mit Spitzchen versehenem, orangefarbenem Deckel,
trocken und entleert braun und unter der weiten, roten Mündung kaum
verengt. Peristomzähne linealisch und allmählich pfriemenförmig, abwärts gelb
mit orangefarbener Insertion, oben hyalin. Membran des inneren Peristoms
dem äusseren nach Schpr. anklebend, mit freien, länglich gefensterten Fort-
sätzen und rudimentären oder fast vollständigen Wimpern. Sporen nach
Limpr. 20 u und glatt, nach dem von mir untersuchten Expl., jedoch grösser,
selbst 30 u und mehr. Reife im September.
Auf torfigem Boden bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen von
P. G. Lorentz 1868 entdeckt. Gez. nach einem von Kaurin aus dem Königl.
Herbar zu Kew erhaltenen Originalexpl. S. I, 8, a bis e) Bl., f und g) Kapseln,
h) Habitusbild in natürlicher Grösse. Vielleicht mit Br. Kaurini Phil. verwandt.
Soll jedoch nach Kaurin dem inclinatum näher stehen und wäre daher mit Br.
Kaurinianum Warnst. eher verwandt, was ich aus Mangel an frischem Material
nicht zu unterscheiden vermochte.
44. Bryum lapponicum Kaurin in litt. 1894.
Br. Ekeroense Lind. fiL; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 9, S. 734.
Zwitterig und mit rein d Blüten, mit sehr langen, goldgelben, faden-
fórmigen Paraphysen. Ziemlich dichte, 2—4 cm hohe, oben glünzend gold-
grüne, innen dunkelbraune bis schwürzliche Rasen mit rosettenartig schopfig
beblätterten, unten dunkelrot bis schwärzlich verfilzten, purpurroten Stengeln
und mehreren fast rosettenartigen Innovationen; die grösseren Stengel aus
verschiedenalterigen, schopfig bis rosettenartig beblütterten Sprossen etagen-
mässig aufgebaut. Untere Bll. kleiner, breit eiförmig oder oval, fast kreis-
förmig und kurz zugespitzt, mit vor oder in der Spitze endender Rippe und
oft undeutlich gezähnter Spitze, die oberen, zu einem eikugeligen Schopf zu-
sammengedrängten sehr hohl, aus etwas herablaufender, schmaler Basis
breit elliptisch und zugespitzt, mit abwärts oder fast bis zur Spitze um-
gerolltem, 2—3reihig gelb gesäumtem Rand und mässig starker, an der Basis
XL WR
roter, oben als mehr oder weniger gezühnte Stachelspitze austretender Rippe.
Querschnitt der letzteren typisch, mit 4 kleinen medianen Deutern nebst Be-
gleitern, 2—4 lockeren Bauchzellen, 8—10 differentiierten Rückenzellen und
krüftigem inneren Stereidenkomplex. Blattzellen aufwärts rhombisch-6 seitig,
14—20 u und 2—3 mal so lang, gegen die Spitze etwas länger und schmäler,
abwärts mehr rektangulär, an der Insertion rot, kurz rektangulär und 25—30 u.
Perichätialbll. mehr lanzettlich, mit nicht herablaufender Basis und stärker
umgerolltem Rand. Kapsel auf 2—3,5 cm langer, oben hakig gebogener, gelb-
roter, glänzender Seta niekend oder hängend, aus mindestens gleichlangem
oder längerem, gleichfarbigem Halse diek oder geschwollen birnförmig,
ziemlich regelmässig, derbwandig und dunkel kastanienbraun, mit mässig ge-
wölbtem, glänzend rotem bis rotbraunem, mit Spitzchen versehenem
Deckel und 3zellreihig sich abrollendem, breitem Ring, trocken und entleert
unter der weiten Mündung nicht verengt und mit schmalem, gefurchtem
Halse. Peristomzähne trocken einwärts gekrümmt, orangegelb und mit roten
Platten unter der Mündung inseriert, aus breiter Basis pfriemlich-lanzettlich,
allmählich verschmälert und gesäumt, nur scheinbar nach dem Typus Hemi-
synapsium gebaut, mit etwa 20 inneren, gegen die Basis doppelbogigen La-
mellen. Membran des inneren Peristoms bleich gelblich, von fast با Zahn-
hóhe, mit breit klaffenden, an der Spitze knotigen, etwas kürzeren Fortsützen
und rudimentüren Wimpern. Sporen ungleich, 30—40 u, grünlichgelb, resp.
in Masse gelbgrün und fein punktiert. Reife im Sommer.
In Sümpfen und an Flussufern bei Tromsö in Norwegen im August 1894
von Pfarrer Ch. Kaurin entdeckt, soll jedoch auch in Finnland, in den südlicheren
Gebirgsgegenden Norwegens und auf den Färöinseln gefunden worden sein. S. VI,
5, a bis c) BI, d und e) Kapseln, f) Habitusbild, g und h) Peristom, sowie I,
3, a) äusseres, b) inneres Peristom in etwas grösserem Massstabe; gez. und be-
schrieben nach von Kaurin erhaltenen Originalexpll Vergl. auch die Abbildung
in Englers uatürlichen Pflanzenfamilien I, Abt. 3, S. 572.
45. Bryum tumidum Bom. 1898.
Rev. br. 1899, S. 11; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 750.
Zwitterig. Habituell an Br. turgidum erinnernde, 1—2 cm hohe, innen
braune, rostfilzige Rasen mit schopfigen Stengeln und Innovationen nebst ver-
einzelten, 1 cm langen flagellenartigen Sprossen. Bll. ganzrandig, breit
eiförmig und allmählich zugespitzt, die der Flagellen kleiner, meist ungesäumt
und bei den unteren mit vor der Spitze verschwindender Rippe, die Schopfbll.
mit schmal zurückgerolltem, bald mehr bald weniger, 2—7 zellreihig gesäumtem
Rand und kräftiger, an der Basis roter, als Stachel oder glatte Granne
austretender Rippe. Blattzellen dünnwandig, aufwärts 12—15 u, abwärts
20—25 u, an der Basis rötlich, an den Blattflügeln daselbst sehr erweitert.
Kapsel auf 1—2 cm langer, roter Seta hängend, dick oval, resp. geschwollen
eiförmig, mit dem kürzeren, runzeligen Hals von halber Urnenlänge 2,5—3 mm
lang, mit 2—3 zellreihig sich abrollendem Ring und kleinem, etwas kegelig
le en Saba ie و
mes Uu. ns
gewölbtem, mit dicker Warze versehenem Deckel, trocken unter der Mündung
wenig verengt. Peristomzähne allmählich zugespitzt, mit orangefarbener Insertion
und etwa 20 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms von kaum
halber Zahnhóhe, hell gelblich und schwach punktiert, mit breiten, gefensterten
Fortsätzen und rudimentüren Wimpern. Sporen 30—35 u. Reife im Juli.
Von Bomansson auf der Aland-Insel Äogskar bei Wardö 1898 zuerst gesammelt.
S. XIII, 4, a und b) Schopfbll., c) inneres Hüllbl. der و Blüte, resp. Perichätialbl.,
d) Bil. der Flagellen, die unteren mit vor der Spitze verschwindender Rippe, e und
f) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Bomanssons. Bildet
den Übergang von (raefanum zum Formenkreis von Br. inclinatum.
Bryum: proprium Hagen, welches Kaurin 1894 bei Börselven (Kistrand)
in Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 747), soll sich nach dem Peristom
der inelinatum-Gruppe, nach den herablaufenden Bll. aber mehr an arcticum oder
Lorentzü anschliessen (non vidi) Hagen Musci Norv. bor. S. 135.
Dr. lepidum Hagen, welches Hagen 1894 bei Braendelven und Kistrand im
arktischen Norwegeu ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV. 3, S. 758), soll sich von den
nahe verwandten Arten durch verbältnismässig kurzes Zellnetz unterscheiden, indem
die rhombisch-6 seitigen Zellen meist 20 M und nur 1,5 bis höchstens 3 mal so lang
als breit seien (non vidi) Hagen Musci Norv. bor. S. 138.
46. Bryum Hagenii Limpr. 1895.
cf. Ebb. Kr. FL IV, 2, S. 335.
Zwitterig (synóciseh), mit wenigen Autheridien, zahlreichen Archegonien
und goldgelben Paraphysen. Habituell etwas an Moëi erinnernde, dichte, 1 bis
2 em hohe, innen bräunliche Rasen mit fünfkantigen, am Grunde wurzelfilzigen
Stengeln und meist 7 mm langen, schopfigen Innovationen. Bil. feucht aufrecht
abstehend, trocken verbogen anliegend, meist schmal elliptisch und allmählich
lanzettlich zugespitzt, die Schopfbll. lanzettlich-linealisch, sehr lang und
schmal zugespitzt, bis 4 mm lang und höchstens 1 mm breit, ganzrandig,
am Rand längs schmal umgebogen, mit gelblichem, von 3—6 Reihen verdickter
Zellen gebildetem, einschichtigem Saum und sehr kräftiger, unten trübroter,
aufwärts gelblicher, als unmerklich gezähnte Granne austretender Rippe.
Querschnitt der letzteren mit 2—4 Bauchzellen, 2—4 medianen Deutern, einer
Begleitergruppe, mehrschichtigen Stereiden und bis 14 differentiierten Rücken-
zellen. Blattzellen mit Tüpfeln, in der Spitze schmal rhombisch, 12—14 u,
und fast 4—6 mal so lang, mitten kürzer, rhombisch-6 seitig, 16-18 u und
nur 2-3 mal so lang, an der Basis mehr verlängert rektangulär und purpurrot,
in den Eeken kürzer und erweitert. Innere Perichätialbll. kleiner, flachrandig
und mit austretender Rippe. Kapsel auf 2,5—5 cm langer, dünner, roter,
oben hakig gekrümmter Seta nickend bis fast hängend, mit dem meist etwas
kürzeren Halse von halber bis و Urnenlänge verlängert keulenfürmig,
3,5—5 mm lang, gerade, rütlichbraun, resp. zimmtbraun, unter der roten
Mündung etwas verengt, mit kleinem, flach gewölbtem, mit Spitzchen versehenem,
el ; etwas glänzendem Deckel und 3reihig sich abrollendem Ring.
ue Me ou
Peristomzühne aus breiter Basis von der Mitte ab rasch pfriemenfórmig
verschmälert, gelb mit roter Insertion und langer, fein papillöser, hyaliner
Pfriemenspitze, abwärts papillös gesäumt, mit 14—16 inneren Lamellen, die
zwar wellenförmige Biegungen zeigen, jedoch ohne Perforation. Membran des
inneren Peristoms gelb, von !/ Zahnhöhe, mit trocken zwischen den Zähnen
durchtretenden, breit gefensterten Fortsätzen und sehr kurzen, zarten Wimpern.
Sporen 22—28 u, grün und feinwarzig. Reife im Juli und August.
An Felsen bei Soknedalen im Sóndre Trondjems Amt in Norwegen in 100 m
von Dr. med. J. Hagen 1890 entdeckt und auch von Aland bekannt. Steht
nach der Limpricht'schen Beschreibung zu inclinatum in demselben Verhältnis,
wie ruppinense zu pendulum. S. X, 8, a) unteres Bl, b) Schopfbl., c) Habitusbild,
d) Kapsel, e und f) Kapseldeckel; gez. nach einem von J. Hagen ges. Expl. (comm.
P. Culmann). Die Pflanze zeigt Neigung zur Flagellenbildung und ist mit cirriferum
und inclinatum, wie mir scheint, nahe verwandt. Der Kapselhals ist bald nur von
halber, bald von fast Urnenlünge.
Var. Laubacense, eine dem Br. inclinatum nach den vegetativen Organen noch
nüher stehende Varietüt mit lingerem Kapselhals von Urnenlünge, über 20 Lamellen
der Peristomzühne, Sporen von 20— 24 بر und fast vollstündigen Wimpern ohne,
nur ausnahmsweise mit Anhängseln, deren schmale Sporogone bald mehr an Br.
pallescens, bald etwas an Dr. uliginosum erinnern, — sammelte ich dahier bei
Laubach an der Mauer einer Brücke im Mai 1902. S. XX, 2, a bis d) Kapseln.
Bryum leptocereis Phil. (Rev. br. 1894, S. 86) steht Br. inclinatum und
Hagenii sehr nahe und unterscheidet sich von denselben vorzugsweise durch die
stark verlängerte, von der Mitte aus beiderseits verschmälerte Kapsel mit spitz
kegeligem Deckel, sowie die etwas schmäleren und längeren BII. und Sporen von 16-90 y.
S. XIV, 4, a) Bl., b) Sehopfbl., c und d) Kapseln; gez. nach einem von Bomansson auf
Aland (Saltvik) ges. Expl Auch aus Süd-Finifland und Schweden bekannt.
47. Bryum contractum Bom. ۰,
Rev. br. 1899. S. 9.
Zwitterig. Dichte, grüne, abwärts schwarzbraune, 1—2 cm hohe Rasen
mit 1 cm hohen Stengeln und kurzen, oben dicht beblätterten Innovationen.
Schopfbll. breit linear-lanzettlich und lang zugespitzt, etwas herablaufend, mit breit
zurückgerolltem, 3—5 reihig wulstig gesäumtem Rand und kräftiger, an der
Basis roter, aufwärts gelblicher, als fast glatter Stachel austretender Rippe.
Blattzellen nach der Basis zu rektangulär, aufwärts unregelmässig 6 seitig.
Die Bll. steriler Sprosse mit schwächer umgerolltem Rand. Kapsel auf 1,5 bis
3 em langer, roter, oben gekrümmter Seta horizontal bis nickend, seltener
hängend, regelmässig ellipsoidisch, mit runzeligem Hals von و Urnenlänge
und mit kleinem, kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel, entdeckelt
3—4 mm lang, trocken gegen die kleine Mündung stark verengt. Am Urnenrand
mit 2—3 Reihen kleinerer Zellen. Peristomzähne an der Basis orangerot,
sonst gelblich und mit papillösen helleren Spitzen, allmählich verschmälert,
innen mit 15—16 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von fast halber
Zahnhöhe, gelb und dicht papillós, mit schmalen, oval durchbrochenen
Ls wp
Fortsätzen und rudimentären Wimpern. Sporen 25— 30 u, gelbgrün und punktiert.
Reife im Juni und Juli.
An felsigem und sandigem Meeresufer der Insel Aland 1897 von Bomansson
entdeckt. Unterscheidet sich von Br. Hagenii durch kleinere Kapselmündung und
schmälere Schopfbll. mit breit umgerolltem Rand. S. XIV, 9, a) Bl, b und 0)
SchopfblL, d und e) Kapseln, f) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl. aus
dem Herbare Bomanssons.
Bryum Lagerheimii Jörg., welches E. Jörgensen und G. Lagerheim im
August 1893 am Strande bei Skjervö im arktischen Norwegen gefunden haben
(cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 734), steht vorstehender Art sehr nahe. Es besitzt
sehr dichte, abwärts rostfilzige, über 1 cm hohe Rasen. Schopfbll ähnlich wie bei
contractum, bis 4 mm lang und nur 1 mm breit, mit kräftiger, nur kurz stachel-
spitzig austretender Rippe. Kapsel auf 1-9 cm langer Seta hängend, 3—3,5 mm
lang und kleinmündig. Peristomzühne mit 27 Lamellen, wie Limpricht angiebt,
vermochte ich nicht zu finden. Scheint mir von vorstehender Art nicht spezifisch
verschieden zu sein.
Bryum subtumidum Limpr. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 737) mit zwitterigem
und polyócischem Blütenstand, welches Jórgensen im August 1893 ebenfalls am
Meeresstrande bei Skjervó im arktischen Norwegen ges. hat, soll Br. Lagerheimit
sehr nahe verwandt sein, sich jedoch durch kürzere, nur 1,8 mm lange Kapsel
und kürzere Peristomzähne mit nur 16 entfernten inneren Lamellen davon unter-
scheiden. Eine von Arnell im arktischen Norwegen als subtumidum ges. Pflanze
aus dem Herbare Limprichts (comm. Bauer) macht den Eindruck einer kleineren,
dichtrasigen Varietät von Br. tumidum Bom. Auch die Originalpflanze Jörgensens
macht mir nur den Eindruck einer var. von tumidum mit etwas schmäleren Bll.
und mit weniger erweiterten Blattflügelzellen.
Bryum scalariforme Jörg., welches Jörgensen im August 1893 bei
Guolasjavre im arktischen Norwegen. ges. hat, unterscheidet sich von Br. subtumidum
durch kleinere, wagerechte oder nickende Kapsel, weniger deutlich gesäumte, fast
flachrandige Bll. und schwächer verdickte, dünnwandigere Zellen. Die 6 seitigen
Blattzellen gehen gegen den Rand sehr allmählich in nicht verdickte Randzellen über.
bi: Kr. Fl. IV, 3, S 737.
48. Bryum ammophilum Ruthe 1897.
B. lacustre 8 angustifolium in Dr. C. Baenitz Herb. Eur. 1892; ef. Hedwigia v. 1897,
S. 384ff. u. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 745.
Zwitterig. Ziemlich dichte, kleinere oder ausgedehnte, leicht zerfallende,
0,5—1,5 em hohe Rüschen mit kurzen, meist nur 3—5 mm langen, im Sande
vergrabenen, rótlichen Stengeln und die Schopfbll der letzteren oft nur wenig
überragenden Innovationen. Untere Bll. klein und entfernt, eifórmig bis
eilänglich und zugespitzt, die Schopfbll. grösser, aus eiförmiger oder elliptischer,
nur wenig herablaufender Basis lanzettlich zugespitzt, ganzrandig, nur an der
Spitze oft etwas gezähnelt, mit 2—3 reihig undeutlich gesäumtem, längs fast
bis zur Spitze umgerolltem Rand und an der Basis roter, kräftiger, als
längere, mehr oder weniger gezühnte starre Granne von لام Blattlünge
austretender Rippe. Blattzellen locker, schwach getüpfelt, an der Basis rot,
rektangulär-6 seitig und 20— 28 u, darüber verlängert, mitten mehr rhombisch,
— 79 =
12—16 u und 3—5 mal so lang als breit, gegen die Spitze sehr verlängert
und weit hinauf die lang austretende Rippe begleitend. Innere Perichätialbll.
kleiner, mehr lanzettlich, schmal und mit austretender Rippe. Kapsel auf
2,0 —4 und selbst 5 cm langer, dünner, oben kurz hakig gekrümmter Seta h ängend
oder fast hängend, klein, kurz birnförmig, trocken aus schmalem Hals von
halber bis ?/, Urnenlünge kurz eifórmig bis fast kugelig, kleinmündig, dünn-
wandig, bleich gelblichbraun oder hellbraun und unter der wenig erweiterten
Mündung nicht verengt, mit 2reihig sich abrollendem Ring und kleinem,
rötlichgelbem, flach gewölbtem und mit spitzer Warze versehenem Deckel.
Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, am rötlichen Urnenrand 2—3 Reihen
klein rundlieh-6seitig oder querbreit, die übrigen unregelmässig 4—6 seitig.
Peristomzähne gelblich mit orangefarbener Insertion, abwärts gesäumt, im
oberen '/, hyalin, innen mit 16—18, abwärts dicht genäherten Lamellen. Membran
des inneren Peristoms bleichgelb, von !/, bis halber Zahnhöhe, mit schmalen,
abwürts gefensterten, oben mehr klaffenden, an der Spitze mit wenigen
Anhängseln versehenen Fortsätzen und je 3 rudimentären Wimpern. Sporen
30--36 u, dunkel olivengrün und dicht papillós. Reife im Mai.
Von Dr. Ruthe unweit Caseburg im Mai 1888 im Dünensande der Swine-
Ufer südlich von Swinemünde (Preussen) entdeckt. S. X. 3, a) äusseres Schopfbl.,
b und c) Kapseln, d) Habitusbild, e und f) Kapseldeckel; gez. nach von R. Ruthe
erhaltenen Originalexpll. Ist lacustre nahe verwandt, erinnert jedoch habituell mehr an
mamillatum. Die obersten Schopfbll. sind an der Basis etwas breiter und längs stärker
umgerollt, sodass dieselben etwas weniger elliptisch und mehr lanzettlich erscheinen.
Bryum insularum Bom., welches Bomansson am Meeresstrande der Aland-
insel Harlıolmen im Juli 1872 ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 751), soll wenig
oder nicht gesüumt e, eilanzettliche, am Grunde rote Bll. mit schmal umgerolltem
Rand und auslaufender Rippe, sowie birnfórmige, nur 2,5 mm lange, rote, Kapsel
mit kleinem, kegeligem Deckel auf nur 1 cm langer Seta, sowie Sporen von 20— 25 u
besitzen (non vidi). :
Bryum stenotheca Bom. (Rev. br. 1899, S. 10) in 0,5—1 cm hohen,
innen filzigen Rasen, mit 6—7 zellreihig gelb gesäumten, am Grunde roue
Schopfbll, schwach gekrümmter, keulig-birnförmiger, schmaler Kapsel auf 2—3 em
langer Seta und ockergelben, papillósen Sporen von 20 u, welches Bomansson auf der
Insel Haga Norrholmen (Alandiae) ges. hat, non vidi (ef. Rbh. Kr. Fl. IW 3, S. 751).
Bryum stenodon Hagen, welches Hagen an Schieferfelsen bei Skjerstadt
in Norwegen 1893 ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, B. 752), soll nur schwach
gesäumte, an der Basis weinrote Bll., nickende, fast keulenförmige, 3 mm lange
Kapsel mit kurz kegeligem Deckel, gleichmässig verschmälerte, pien liche, OE
farbene Peristomzühne mit roter Insertion und Sporen von 24— 36 u besitzen (non
vidi). Hagen Musci Norv. bor. S. 145.
| 49. Bryum lacustre Bland. 1804.
Hypnum W. & M. 1807, Mnium Schwer. 1816, Br. cernuum Brid. 1826, Pohlia Hüben.
1833; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 487.
Zwitterig, mit zahlreichen hellrötlichen Paraphysen. وی
: : runde -
oder lockerrasig, weinrötlich, mit sehr kurzen, bis 5 mm hohen, am Gı ۱
un NE BEN,
wurzelhaarigen Stengeln, schopfigen Innovationen und etwas lüngeren, faden-
förmigen, gleichmüssig beblütterten Sprossen. Untere Bll. kleiner und entfernt,
eiförmig und zugespitzt, die Schopfbll. grösser, bis 1,5 mm lang, nicht herab-
laufend, etwas abstehend, kielig-hohl, eilänglich oder elliptisch und kurz und
scharf zugespitzt, schmal gesäumt oder ungesäumt und ganzrandig, mit längs
umgeschlagenem Rand und rötlicher oder gebräunter, vor oder mit der Spitze
endender Rippe. Querschnitt der letzteren ziemlich typisch, mit 4 kleinen,
aufwärts verschwindenden Deutern nebst Begleitergruppe, 2—4 lockeren Bauch-
zellen, 7—9 weitlumigen Rückenzellen und stereiden nebst substereiden
2—3schichtigen Füllzellen. Die Füllzellen sind mehr substereid wie stereid.
Blattzellen nicht getüpfelt, oben regelmässig rhombisch-6 seitig, 12—18 u, ab-
wärts mehr rektangulär, 20 —22 u, an der Insertion fast quadratisch, bis 30 u
und rot. Innere Perichätialbll. kleiner, schmäler und flachrandig. Kapsel auf
1,5—4,5 em langer (in demselben Rasen meist verschieden langer), sehr
dünner, hin und her gebogener, trocken rechts gedrehter Seta nickend oder
hängend, klein (1,5—2,2 mm lang), aus schwach gekrümmtem Hals von
halber Urnenlänge ellipsoidisch, kleinmündig, dünnwandig und hell rötlich-
braun, mit kleinem, kurz kegeligem Deckel und breit sich abrollendem
Ring, entdeckelt unter der mässig weiten Mündung nicht verengt und mit
runzeligem, dunklerem Halse. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
am Urnenrand wenige Reihen kleiner, rundlich 4—6 seitig. Peristomzähne
dicht an der Mündung inseriert, an der Basis vereinigt, schmal lanzettlich-
pfriemenförmig, bleichgelb mit orangeroter Insertion und langer, heller Pfriemen-
spitze, nur schmal gesäumt und fein papillös, mit über 25, abwärts genäherten,
inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb, von !/,—!/, Zahn-
höhe, mit gefensterten, wimperig auslaufenden Fortsätzen und nur rudimen-
tären Wimpern. Sporen 20—25 u, grünlichgelb und feinwarzig. Reife von k
Mai bis Oktober. Br. eur. Vol. IV, Tab. 332. E
Auf feuchtem Sandboden in Norddeutschland, sowie bei Zweibrücken in der ۱
Pfalz, im Elsass etc., in der Ebene, auch in England und Schweden; von Blandow i
1804 bei Waren in Mecklenburg entdeckt. Auch vom Himalaya, aus dem Amur-
gebiete Asiens, dem nordöstlichen Nord-Amerika, sowie von der Kola-Halbinsel, Beeren- |
Eiland und Spitzbergen bekannt. S. Vl, 1, a bis c) BI., d) Kapsel, e) Kapseldeckel; E]
gez. nach einem von C. Warnstorf in der Mark EEE TER (Preussen) ges. Expl.
Bryum Barnesi Wood mit bulbillenartigen Kurztrieben in den Blattachseln
— von Barnes bei Levens in Westmoreland in England ges. — welches Lim- E |
pricht für eine verkümmerte Form von Br. lacustre hielt (oi. Ebh. Kr. FI. IV, 3, =
S. 317), soll noch Dixon Br. atropurpureum nahe stehen und ist jedenfalls Br. Dixoni 43
e verwandt. S. IL 6, a und b) Bll., c) vergrössertes Sprossstück, d) unteres
l, e) Brutknospe, f) Habitusbild; gez. nach einem von Dr. V. F. Brotherus
ee Originalexpl. Habituell hat es Ähnlichkeit mit dem von Kaurin bei
Opdal in Norwegen ges. Br. veronense. A
Das von Limpricht hier angeschlossene Bryum Lorentzü hat nach einem von =
mir untersuchten Mega en impern mit kurzen Anhüngseln und steht daher :
EAE هو ERU T UCM AME
50. Bryum cirriferum De Not. 1869.
Pohlia De Not. 1835; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr, 488.
Zwitterig, mit rötlichen Antheridien und zahlreichen, längeren, oben
gelben Paraphysen. Dichte, durch rostbraunen Wurzelfilz fest verwebte, kaum
1 cm hohe Rasen mit roten Stengeln, kurzen, schopfigen, fertilen Innovationen
und langen dünnen, flagellenartigen, unten mit kleinen Blüttchen, oben mit
entfernten Schuppen besetzten, rankenartig geschlängelten sterilen
Sprossen. Schopfbll. nicht herablaufend, eifórmig und zugespitzt, kielig-hohl,
mit längs umgerolltem, schmal lreihig gesäumtem, zuweilen an der Spitze
etwas gezühntem Rand und krüftiger, an der Basis roter, als entfernt gezühnte
Granne austretender Rippe. Blattzellen oben weit herab rhombisch-6 seitig, 10—16 u,
an der Basis mehr rektangulür, rot und breiter, 20— 24 u, in den Ecken mehr
quadratisch, bis 35 m. Perichütialbll kleiner und flachrandig. Kapsel auf
1,5 em langer, braunroter, oben hakig gekrümmter Seta hängend, mit dem
verschmälerten, fast gleichlangen Halse dick birnfórmig, kastanienbraun, mit
kleinem, halbkugeligem, mit Warze besetztem Deckel und 3—4reihig stück-
weise sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht verengt.
Peristomzühne kurz und bleiehgelb. Membran des inneren Peristoms mit
lanzettlichen, gefensterten Fortsätzen, aber ohne Wimpern. Sporen 22—28 und
selbst 30 u, goldgelb und fein gekörnelt. Reife im August.
Am Gletscherbach Frassinone am Simplonpass von De Notaris 1834 m
1800 m entdeckt. Aus Mangel an einem Originalexpl. nicht gez., zumal Formen
mit rankenähnlichen rötlichen Sprossen bei verschiedenen Arten vorkommen. So
sammelte Professor Ramann bei Trikaten in Livland 1893 auf Kalk ein 1,5 em
hohes, steriles Bryum mit roten, meist unter dem verkümmerten Blütenboden
entspringenden, rankenartig verlängerten, schuppenförmig beblätterten sterilen
Sprossen, welches bis auf die nur stachelspitzig austretende Rippe nach den
vegetativen Organen mit vorstehender Beschreibung ziemlich übereinstimmt, mich
jedoch mehr an eine Varietät von Bryum caespiticium oder obeonicum dem Bl.
nach erinnert. C. Warnstorf hat dasselbe als Br. flagellaceum mir zugesandt (cf.
Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 778). S. XIX, 6, a und b) Schopfbll., c) unteres Bl.
d) Ranke, e) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl.
51. Bryum inclinatum (Sw.) Br. eur. 1839.
Pohlia Sw. 1799, Leskea W. & M. 1807, Cladodium Brid. 1826, Mnium intermedium
var. Röhl. 1813; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 489.
Zwitterig, seltener polygam. Habituell an pendulum v. compactum er-
innernde, dichte, niedrige, bis 1 cm hohe, rostfilzige Rasen mit roten, kurzen
Stengeln und schopfig beblütterten Innovationen. Bll. etwas schmäler als bei
pendulum, die untersten flachrandig, die Schopfbll. mehr verlängert lanzettlich
und lang zugespitzt, nicht herablaufend, oberwürts gekielt, mit 3—5 zell-
reihig breit gesäumtem, bis zur Spitze umgerolltem Rand, meist etwas ge-
zähnter Spitze und an der Basis roter, oben mehr oder minder lang aus-
tretender, kräftiger Rippe. Querschnitt der letzteren oben rund, mit nur
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 6 |
EEE یت تچ nemen
hs del i.
2— 3 lockeren Bauchzellen und mehr zentrierter Begleitergruppe etc. im ent-
wickelteren Teile dagegen mit 4—5 medianen Deutern nebst Begleitern, eben-
soviel gleichgrossen Bauchzellen, 8—12 und selbst 14 differentiierten Rücken-
zellen und sehr zahlreichen, 4—5 schichtigen stereiden Füllzellen. Blattzellen
nicht getüpfelt, aufwärts rhombisch-6 seitig, 15—20 u und meist 3mal so lang,
gegen die Spitze und den Rand schmäler und länger, abwärts mehr rektangulär-
6seitig, an der Insertion rot und bis 30 u. Perichätialbll. kleiner, flachrandig
und mit austretender Rippe. Kapsel auf 2—4 cm langer, unten oft geknieter,
oben hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, aus meist kurzem, zu-
weilen etwas gekrümmtem Halse von halber bis ول Urnenlänge eilänglich
bis fast zylindrisch, mit ziemlich breitem, ars kegeligem und mit
Warze versehenem Deckel und 2reihig sich abrollendem Ring. trocken leder-
braun und unter der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand dickwandig, am Urnenrand nur wenige Reihen kleiner, resp. 2—3 Reihen
abgeplattet. Peristomzühne dicht an der Mündung inseriert, gelb mit helleren
Spitzen und roter Insertion, schmal undeutlich gesäumt und allmählich fein
zugespitzt, mit etwa 20 ziemlich gleichweit abstehenden inneren ۰
Membran des leicht anhängenden inneren Peristoms gelblich, von !/,—!/, Zahn’
höhe, mit freien, weit rundlich oder oval gefensterten, zuletzt klaffenden
Fortsützen und fast ohne, resp. mit nur sehr rudimentüren Wimpern. Sporen
rund oder oval, 18-94 oder 20—28 u, grünlichgelb oder gelbgrün und warzig
punktiert. Reife von Juni bis August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 334
Auf feuchtem Sande wie auf Torf, an erdbedeckten Felsen und an Mauern
durch ganz Europa in vielen Formen von der Ebene bis in die Hochalpen in
2580 m verbreitet; von Olaf Swartz bei Upsala in Sehweden 1799 entdeckt.
Nach Brotherus auch aus dem Kaukasus, Himalaya und Nord-Amerika, und nach
Bescherelle aus Algier bekannt. Von Arnell in Sibirien in der subarktischen
und arktischen Region, von Berggren auf Spitzbergen und in Grónland ges.
S. VI, 7, a) Bl, b) Kapsel; c) Kapseldeckel; gez. nach in feuchten, sandigen
Bahnausstichen bei Lampertheim (Hessen) ges. Expll.
Var. hyperboreum Jörg. in dicht verfilzten Rasen, mit knotig schopfig be-
biätterten Boll der Urne meist gleichlangem Kapselhals und klaffenden Prozessus
des inneren Tee — von Jórg. im August 1895 bei Skjervó im arktischen
Norwegen ges.
52. Bryum fissum Ruthe 1897.
Hedwigia 1897, S. 387; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 746.
: Steht voriger Art sehr nahe. Es besitzt hüngende Kapsel auf 1—2 em
langer Seta, lüngeren Kapselhals von oft fast Urnenlünge, hóheren Kapsel-
deckel, helleres, in den Kielfalten zwischen den Fortsätzen und Cilien sich
leicht trennendes inneres Peristom und blutrot inserierte Peristomzähne mit
nur 16 inneren Lamellen. Reife Ende Mai.
In sandigen Ausstichen bei Swinemünde von Ruthe 1894 entdeckt. S. X, 6,
a) Habitusbild, = xs 9 nep gez. nach einem von R. Ruthe er-
haltenen de وین
RE تن
53. Bryum longisetum Bland. 1808.
Pohlia Hüben. 1833, Br. en var. Hook & Tayl. 1827, Aue Willdenowii Itzigs.
1867, Br. inclinatum forma Br. eur. 1839; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Zwitterig und viru Aa duis niedrige, adt bis 2 cm hohe,
oben freudiggrüne, innen durch braunrote Wurzelhaare dicht verfilzte Rasen
mit roten Stengeln. Bll. denen von inclinatum ähnlich, die Schopfbll. weit ab-
stehend, verlüngert elliptisch oder mehr lanzettlich und sehr la ng zugespitzt,
nicht ERE] am Rand mehr oder weniger umgerollt, mit breitem,
deutlicher abgegrenztem Saum, flacher, schwach gezühnter Spitze und an der
Basis roter, oben als Stachel oder kurze Granne austretender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren ähnlich wie bei inelinatum, jedoch nur mit 4 aufwärts ver-
schwindenden Deutern nebst Begleitern, 3—4 Bauchzellen, 8—192 Rückenzellen
und 3 und mehrschichtigen Stereiden. Blattzellem ähnlich wie bei inelinatum.
Innere Perichätialbll. kleiner, durch die austretende Rippe lang zugespitzt.
Kapsel auf 5—10 em langer, dünner, oben in kurzem Bogen oder hakig ge-
krümmter Seta nickend oder häger, 3,5 mm lang, aus. schmalem, schwach
gekrümmtem Hals von mindestens halber Urnenlänge ellipsoidisch, resp.
dick birnförmig, etwas engmündig, mit kleinem, aus gewölbter Basis kurz
kegelig zugespitztem Deckel und breit sich abrollendem Ring, trocken braun
und unter der Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
quadratisch und rektangulär, mit oft verbogenen Wänden, um die Mündung
bis 6 Reihen kleiner und dickwandiger, davon die beiden oberen abgeplattet.
Peristomzähne gelb, mit roter Insertion und helleren gelblichen Spitzen, ziemlich
lang, schmal gesäumt, gleichmässig verschmälert und mit etwa 12—15 entfernten
inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms nur locker anhängend,
gelblich, von !/, —'/, Zahnhöhe, mit schmalen, oben ritzenförmig durchbrochenen,
abwärts gefensterten bis klaffenden Fortsützen und je 2 unvollständigen
Wimpern. Sporen etwas ungleich, 35—45 und selbst 50 u, grünlichgelb und
warzig. Reife im Sommer.
Auf pfigen, torfigen Wiesen, an periodisch überschwemmten Stellen in der
Norddeutschen Tiefebene, seltener in Bayern und Württemberg; von Willdenow
bei Spandau und von Blandow in Mecklenburg entdeckt. Höchster Standort im
Haspelmoor bei Augsburg in 550m. S. VI, 9, a und b) BIl., c) Kapsel, d) Habitusbild,
e) Peristom; gez. nach einem von R. Ruthe bei Bürwalde in der Mark ges. Expl.
Die Zähne sind etwas entfernter gez, um die Wimpern zu veranschaulichen.
Var. labradorense = Br. labradorense Philib. mit breiteren, am Rand
meist stärker umgerollten Bll., kürzerer, birnfórmiger Kapsel auf nur 3—5 cm
langer Seta, flacherem Kapseldeckel, kürzerem Peristom mit nur rudimentären
Wimpern, sowie grösseren Sporen von bis 55 u — von Ch. Kaurin bei Fladsöter
und bei Porsanger in Norwegen im Juli 1894 ges., sowie aus Nord-Finnland und
Labrador bekannt. (cf. Rev. br. 1889, S. 62.
54. Bryum grandiflorum Arn.
Rev. br. 1899, S. 36; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 748.
Polygam; die grossen 6 Blüten fast scheibenförmig und mit zahlreichen
Antheridien und Paraphysen. Unterscheidet sich von dem nahe Tada
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Br. inclinatum durch nur schmal gesäumte BIL., die zahlreichen, grossen 6 Blüten
und die zuweilen unter der Mündung etwas verengte Kapsel, die sonst im
Allgemeinen grosse Ähnlichkeit mit derjenigen von Br. jissum hat. Seta
2—3 cm lang. Sporen 24—27 u. Die Pflanze macht nur den Eindruck einer
Varietät von Br. inclinatum.
Von H. W. Arnell in Gestrikland in Schweden am Meeresufer 1898 ges.
und auch von Aland bekannt. S. X, 10, a) Schopfbl., b) Sprossbl., c und d) Kapseln;
gez. nach Originalexpll. (comm. Arnell).
Bryum furvum Hagen, welches Kaurin 1894 bei Skjervö (Tromsö Amt)
in Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 742), wird von Hagen wegen
seiner breit gelb gesäumten Bil. mit braun-purpurnem Grunde und dem niedrigen
Kapseldeckel mit scharfer Spitze als besondere Art neben Br. Graefianum gestellt.
Hagen Musei Norvegiae bor.-S. 151.
55. Bryum Therioti Philib. 1897.
Rev. br. 1897, S. 17.
Polygam (polyócisch). Dichte, graugrüne, nur 0,5—1,3 em hohe, habituell
etwas an eine Mielichhoferia erinnernde, abwärts schwärzliche Räschen mit zahl-
reichen fadendünnen, einfachen oder geteilten sterilen Sprossen. Bil. eifórmig
und kurz zugespitzt, ungesáumt und flachrandig. Rippe bei den Schopfbll.
in die Spitze eintretend, sonst vor oder in der Spitze sich auflösend. Die
Schopfbll. zuweilen gegen die Spitze undeutlich 1—2 zellreihig gesäumt. Perichä-
tialbll. mehr dreieckig zugespitzt. Im Allgemeinen dem nordischen Br. Linprichtü
sehr nahestehend, unterscheidet es sich von demselben vorzugsweise durch die
mehr fadenfórmigen sterilen Sprosse, engeres Blattzellnetz (mittlere Blattzellen
nur 12 u) und etwas grössere Sporen von 27— 32 und selbst 35 u.
In den Alpen der Dauphiné in Frankreich auf dem Puy Vacher bei La Grave
in 2600 m im August 1894 von Thériot entdeckt. S. XIV, 7, a) Bl, b und
c) SchofblL, d) Sprossbl, e und f) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl. aus
dem Herbare Thériots.
Bryum boreum Hagen, welches Holmgren am 30. Juli 1868 im arktischen
Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 711), soll zwitterigen Blütenstan
n, habituell an ein rotes Br. Garovaglii erinnern und ungesäumte Bll. mit
schmal umgeschlagenem Rand und lang auslaufender Rippe, sowie Sporen von
18— 20 u besitzen. Hagen Musei Norv. bor. S. 228 (non vidi).
56. Bryum Limprichtii Kaurin 1886.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 392 und 3, S. 754.
Polygam, resp. , و und 5 Blüten an derselben Pflanze. Dichte, 1—2 cm
hohe, oben freudiggrüne, innen brüunliche, mit Schlamm durchsetzte Rasen,
mit roten Stengeln, kurzen, schopfig beblätterten, dick knospenfórmigen fertilen
und etwas verlängerten, schlanken, ziemlich gleichmässig beblätterten sterilen
Sprossen. Schopfbll. aufrecht, klein, breit eifórmig und kurz zugespitzt, sehr
hohl, ungesäumt, flach- und ganzrandig, mit an der Basis trübroter, auf-
wärts grüner, in den unteren Bll. vor der Spitze endender, in den oberen als
u-— WE
kurze, zurückgebogene Stachelspitze austretender Rippe. Querschnitt der letzteren
mit 3—4 kleinen, aufwürts rasch verschwindenden Deutern nebst wenigen Be-
gleitern, 2—3 grossen Bauchzellen, nur 6—7 lockeren Rückenzellen und nicht
zahlreichen stereiden oder substereiden Füllzellen. Blattzellen sehr dünnwandi 8,
nicht getüpfelt, oben rhombisch-6 seitig, 18-94 u und meist nur doppelt so
lang als breit, abwärts mehr rektangulär und grösstenteils schmäler, die Rand-
reihe nur 10 u und 4—5 mal so lang. Scheidchen dick eifórmig. Kapsel
auf nur 1 em langer, roter, oben hakig gekrümmter Seta nickend oder hüngend,
bis 2 mm lang, verkehrt eilänglich, resp. mit dem kurzen Halse von halber
Urnenlünge dick birnfórmig, bleichgelb und dünnwandig, rotmündig, mit kleinem,
flachem, mit Wärzchen versehenem, orangegelbem Deckel und breitem Ring,
trocken unter der Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig, am Urnenrand 2—3 Reihen abgeplattet. Peristomzühne aus breiter
Basis lanzettlich-pfriemenförmig, bleichgelb mit orangefarbener Insertion, gesäumt
und papillós, mit etwa 15—18 inneren Lamellen. Membran des kaum anhängenden
inneren Peristoms gelblich, zart, von mehr als "/, Zahnhöhe, mit schmal pfriemen-
förmigen, ritzenförmig durchbrochenen oder schmal gefensterten Fortsätzen und
ohne Wimpern. Sporen 18—25 u, einzelne bis 30 u, gelbgrün und feinwarzig.
Reife im August.
An nassen Felsen auf dem Gipfel des Berges Knudshö in 1600 m auf dem
Dovrefjeld in Norwegen im August 1885 von Ch. Kaurin entdeckt. Soll nach
E. Levier in 1902 auch in Italien auf dem Mont Emilius der Grayischen Alpen
Piemonts in 3500 m von Professor Vaccari cfr. aufgefunden worden sein. S. VII, 4,
a bis c) Bll, d) Habitusbild, e) Schopfbl, resp. äusseres Perichütialbl, f und
g) Kapseln; gez. nach einem von Ch. Kaurin erhaltenen Originalexpl.
Bryum zonnatum Schpr., eine von P. G. Lorentz bei Bodó im nördlichen
Norwegen gesammelte sterile Pflanze soll nach Limpricht dem Bryum Limprichtii
sehr nahe stehen, während sie nach dem Blattzellnetz schon mehr den Eindruck
einer sterilen Webera macht. S. IL, 4, a bis c) Bll, d) Habitusbild; gez. nach
einem von Dr. V. F. Brotherus erhaltenen Originalexpl. Nach dem Blattquerschnitt,
zu dem mir reichlicheres Material fehlt, soll sie nicht zu den Brya gehören.
8. Blütenstand einhäusig, autócisch, oder auch heterócisch.
57. Bryum litorum Bom. (Rev. br. 1898, S. 10).
cf. Bom. Alands mossor 1900, S. 83.
Heterócisch nach Brotherus, naeh Bomansson aber zwitterig und
mit zahlreichen 6 Blüten an besonderen Sprossen. Niedrige, ziemlich dichte,
habituell fast an .Acaulon erinnernde, höchstens 0,5—1 cm hohe, gelbgrüne,
etwas glünzende, innen rostfilzige Rasen mit verzweigten, spitz knospenfórmigen
Stengeln und einfachen, kürzeren sterilen Sprossen. Untere Stengelbll. klein,
aufwärts grösser, feucht aufrecht abstehend, aus kaum herablaufender Basis
eifórmig bis breit eilanzettlich, mit bei den Schopfbll. bis zur Mitte oder gegen
die Spitze umgeschlagenem Rand und unten roter, vollständiger oder als glatter
oder gezühnter, zurückgekrümmter Stachel austretender Rippe. Bll. der
oaa n S 2
na oW c
sterilen Sprosse eilanzettlich, hohl, mit flachem, ungesäumtem oder undeutlich
gesäumtem Rand und in der zurückgebogenen Spitze endender, oder kurz aus-
tretender Rippe. Blattzellen gegen die Basis rektangulür, am Rand fast
quadratisch, die übrigen unregelmässig-6seitig. Kapsel (nach Bom.) auf
1—1,5 cm langer, gelbroter Seta nickend oder hüngend, 2—2,5 mm lang, ver-
längert birnfórmig und regelmässig, mit dickem, der Urne gleichlangem Hals
und kleinem, kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel, entdeckelt unter
der Mündung nicht verengt und mit 2 Reihen kleinerer Zellen am Urnenrand.
Peristomzühne schmutziggelb mit roter Insertion, schmal gesäumt, aussen
papillós, innen mit etwa 14 Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb,
mit schmalen, am Kiel geschlitzten Fortsätzen, aber ohne Wimpern. Sporen
25— 28 u, rostfarben und papillós. Reife im Juni.
Auf der Insel Norrholmen bei Alandia am Meeresufer 1879 von Bomansson
ges. und auch von der Insel Borkum bekannt. Seltend fruchtend. Erinnert steril
an ein niedriges, ungesäumtes Br. caespiticium oder ein verkümmertes Br. lacustre
mit gezähnten Spitzen der Schopfbll
Bryum subgemmuligerum Kindb. mit Zwitterblüten, welches Kindberg
im Juli 1887 auf dem Dovrefjeld in Norwegen in 1000 m bei Kongsvold ges.. hat,
unterscheidet sich von Br. litorum Bom. fast nur durch gefensterte Fortsätze und
den Zähnen oft anhängende, knotige, zuweilen mit sehr kurzen Anhängseln
versehene, papillöse Wimpern, sowie gelbe Sporen von 18—20 u mit zerstreuten,
flachen Warzen. Es wird von Brotherus zu Eubryum gestellt.
58. Bryum uliginosum (Bruch) Br. eur. 1839.
Didimodon cernuum Sw. 1799, Pohlia Bruch 1826, Cynontodium cernuum Hedw. 1801,
Pohlia stricta Schultz 1828, Cladodiwm Brid. 1826, Br. cernuum (Sw.) Lindb. 1879, Br. turbinatum
v. pallens Drumm.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 491.
Einhüusig, mit terminalen, klein knospenförmigen, den و oft nahestehenden
C Blüten. Etwas lockere, bis 2 em hohe, schmutzig olivengrüne oder bräunliche,
am Grunde braunfilzige Rasen mit trübroten, durch zahlreiche Sprosse und
Innovationen ästigen Stengeln. BII. locker und weich, nicht herablaufend, die
unteren eifórmig und zugespitzt, die oberen aus verschmälerter Basis länglich-
lanzettlich, resp. elliptisch und lang zugespitzt, 3—5 mm lang, mit 2—3 zell-
reihig bräunlich gesäumtem, in der unteren Hälfte umgerolltem, an der
Spitze entfernt und scharf gesägtem Rand und in der Spitze endender oder
kurz austretender, gelber bis bräunlicher Rippe. Bei den Schopfbll. tritt die
Rippe meist als kurzer, dicker Stachel aus, auch ist die eine Zellreihe des
Saums oft doppelschichtig. Querschnitt der Rippe typisch mit 4 medianen Deutern
und grosser Begleitergruppe, 2—4 weiten Bauchzellen, 8— 12 differentiierten
Rückenzellen und zahlreichen, 3--6schichtigen, hier und da mit vereinzelten
Substereiden vermischten Füllzellen, gegen die Basis sogar mit 5 weiten Bauch-
zellen und nur substereiden 3schichtigen Füllzellen. Blattzellen nicht getüpfelt,
mit grossen Chlorophylikörnern, dünnwandig, oben rhombisch-6 seitig, 20—25 u
und -3 mal so lang, nach der Basis zu mehr rektangulür, nicht rot. Innere
argy On
Perichätialbll. kleiner, das innerste flach und ungesäumt. Kapsel auf 3—5 cm
langer, oben bogig gekrümmter Seta horizontal und übergeneigt bis fast nickend,
mit dem der Urne gleichlangen, gebogenen, nicht abgesetzten Halse keulig
birnförmig, hochrückig, klein- und schiefmündig, lange blassgelb bleibend,
mit kleinem, etwas schiefem, kurz kegeligem, warzig gespitztem, glänzendem
Deckel und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nur wenig
verengt und später braun bis dunkel rotbraun. Epidermiszellen der Kapselwand
verdickt, am Urnenrand nur eine Reihe abgeplattet. Peristomzähne dicht an
der Mündung inseriert, breit lanzettlich und über der Mitte rasch pfriemlich
verschmälert, bräunlichgelb mit orangefarbener Insertion und hyalinen Spitzen,
kaum gesäumt und mit mindestens 25 inneren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms gelb, von halber Zahnhöhe, mit an der Basis breiten, gefensterten
bis klaffenden, schmal zugespitzten Fortsätzen und rudimentären Wimpern.
Sporen 25—32 u, bräunlichgelb bis braun und feinwarzig.. Reife im Sommer.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 339.
Auf nassen versandeten Wiesen, in Ausstichen und Torfsümpfen, seltener an
Mauerritzen von der Ebene bis in die Bergregion in 845 m durch Europa, den
Kaukasus, das Amurgebiet und Nord-Amerika zerstreut; von Alexander Braun
bei Karlsruhe in Baden entdeckt. S. XII, 9, a und b) Bil.; c) Kapsel; gez. nach
einem von C. Warnstorf bei Neuruppin (Preussen) ges. Expl.
Var. rivale Limpr. mit kürzeren Bll. und rötlich angehauchter, rothalsiger,
stark gekrümmter Kapsel auf nur 1,5—2,5 cm langer Seta — hier und da mit
der Normalform, insbesondere aber auf dem Dovrefjeld in Norwegen. -
Bryum rufum Fergusson aus England soll sich durch synöcische Blüten,
dunklere Färbung der Rasen und eine regelmässige Kapsel von uliginosum
unterscheiden (non vidi).
59. Bryum campylocarpum Limpr. 1883.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 326.
Einhäusig, autócisch; die kleinen 6 Blütenknospen zunächst der © Blüte,
Habituell nach dem Sporogon an die kleinsten Formen von w//ginosum, im
übrigen auch.an Br. fallaæ erinnernde, bis 2 em hohe, im Alter schmutzig
rötliche Rasen mit etwas schopfig beblätterten Stengeln und längeren, gelbgrünen
Sprossen; beide mit Büscheln trübroter, grobwarziger Wurzelhaare aus den
unteren Blattachseln. Bil. locker gestellt, bis 3,3 mm lang, aus herablaufender,
schmaler Basis schmal elliptisch und lang zugespitzt, wulstig gesäumt und
flachrandig oder nur an der Basis schwach umgebogen, mit vor oder in der
gezähnten Spitze endender Rippe. Blattzellen ähnlich wie bei Dr. uliginosum,
dünnwandig, etwa 20—25 u und 3—5 mal so lang, aufwärts rhombisch-6 seitig,
abwärts mehr rektangulär und mit zahlreichen Chlorophylikörnern, an der
Basis zuweilen trüb rötlich. Kapsel auf 2—3 cm langer, dünner, oben a
Seta übergeneigt bis hängend, aus gebogenem, kurzem Halse von nur ول
halber Urnenlünge eilänglich, hochrückig, gelblich oder giiia uud
4
ADM و
dünnwandig, mit flach gewölbtem, rotwarzigem Deckel, trocken unter der
Mündung nur wenig verengt. Epidermiszellen der Kapselwand minder derb-
wandig, teilweise verbogen, am Urnenrand 2 Reihen abgeplattet. Peristomzähne
bleichgelb (auch an der Insertion), aus breiter Basis allmählich verschmülert,
gesäumt und fein papillös, innen mit 20—24 Lamellen. Membran des kaum
anhängenden inneren Peristoms gelb, von '/,—!/, Zahnhóhe, mit schmalen,
trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, eng geschlitzten oder schmal oval
gefensterten Fortsätzen und unvollständigen Wimpern. Sporen 30—36 und
selbst 40 u, gelblichgrün und fein papillös. Reife im August.
Am Bläsebäkken nahe Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen von
Chr. Kaurin im August 1883 entdeckt. S. I, 9, a bis c) Bll., d) Kapsel, e) Peristom,
f) Habitusbild; gez. nach einem von Chr. Kaurin erhaltenen Originalexpl.
In Bryum litorale Ryan vermutet Limpr. nur eine Form von Br. pyenodermum
(ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 746).
. 60. Bryum calcareum Vent. 1880.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 492.
Einhäusig, beiderlei Blüten genähert zwischen den grösseren Schopfbll.;
die GC zuletzt am Fusse des Perichätiums mit gelben Paraphysen. Weiche,
lockere, 0,5—1 cm hohe Rasen mit gelbgrünen, warzigen Wurzelhaaren am
Grunde der Stengel. Bil. trocken verbogen und runzelig, die unteren entfernt,
schlaff, herablaufend, schmal elliptisch und zugespitzt, mit kurz austretender
Rippe, aufwärts grösser, die Schopfbll. aufrecht abstehend, eilanzettlich bis
fast spatelförmig und lang zugespitzt, bis 2,7 mm lang, mit schmal
gesäumtem, an der Basis etwas umgeschlagenem Rand, zuweilen gezähnelter
Spitze und dünner, gebräunter, austretender Rippe. Blattzellen nicht getüpfelt,
oben rhombisch-6 seitig, meist 20 u und 3—4 mal so lang, an der Basis verlängert
rektangulär, aber niemals rot. Perichätialbll, kleiner, schmal lanzettlich. Kapsel
auf 2 cm langer, roter, zuweilen unten geknieter Seta geneigt bis hängend,
meist regelmässig, mit dem schmäleren, etwas kürzeren und zuweilen etwas
gebogenen Hals birnförmig, hellbräunlich und dünnwandig, mit 3reihig sich
abrollendem Ring und breit kegeligem, stumpflichem Deckel, trocken unter
der Mündung nur wenig verengt und mit dünnem, runzeligem Hals. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig, am Urnenrand etwa 6 Reihen querbreit
oder rundlieh-6 seitig. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, ziemlich
lang, abwärts gelb mit orangefarbener Insertion, aufwärts mit hyalinen, papillösen
Spitzen, gesäumt und mit über 30, abwärts sehr dicht stehenden Lamellen.
Membran des nur locker anhängenden inneren Peristoms gelb und papillös,
von fast halber Zahnhöhe, mit schmalen, den Zähnen gleichlangen, ritzenförmig
durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 etwas kürzeren Wimpern. Sporen
24—32 u, gelb und gekörnelt. Reife Ende August.
An Kalksinter in Höhlen des Lias bei Paganello in den Tridentiner Alpen
in 2050 m von G. v. Venturi am 2. September 1879 entdeckt. S. XIV, 10,
— 89 —
a und b) Schopfbll., c und d) Kapseln, e und f) Hüllbll. der zwischen den Schopfbll.
versteckten Blüten, g) innerstes Perichätialbl.; gez. nach einem Originalexpl.
61. Bryum mamillatum Lindb. 1868.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, 8.328.
Einhäusig, autócisch; die S Blüten den © ähnlich auf kleinen, zwischen
den Schopfbll. versteckten Sprossen. Niedrige, dichte Rasen mit nur etwa
2—5 mm langen Stengeln. Untere Bll. klein und entfernt, die oberen schopfig,
trocken knospenförmig zusammenschliessend, nicht herablaufend, die Sehopfbll.
lünglich-lanzettlich, resp. aus meist abgerunder Basis elliptisch erweitert und
zugespitzt, kielig-hohl mit wulstig gesäumtem, längs umgerolltem Rand und
sehr kräftiger, gelblicher bis bräunlicher, als kurzer, dicker, nur schwach
gezühnter Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 medianen
Deutern nebst Begleitergruppe, 2—4 lockeren Bauchzellen, bis 14 dünnwandigen,
lockeren Rückenzellen und nur substereiden Füllzellen. Blattzellen dünn-
wandig, nicht getüpfelt, oben regelmässig rhombisch-6 seitig, etwa 18 u und
2—3 mal so lang, abwärts etwas breiter und mehr rektangulür, nicht rot, an
den abgerundeten Ecken kürzer und breiter, bis 35 u. Kapsel auf 3—4 cm
langer, roter, dünner, steifer, oben hakig gekrümmter Seta hüngend, regel-
mässig, mit dem kurzen Halse geschwollen birnförmig, 2—3,5 mm lang,
gelbbrüunlich, mit flach gewölbtem, mit Warze versehenem, gleichfarbigem
Deckel, trocken unter der roten Mündung nicht verengt. Peristomzühne orange-
farben, mit roter Insertion und gelblichen Spitzen, gesüumt, innen mit hóchstens:
18 Lamellen. Membran des inneren, nicht anhüngenden Peristoms gelb, von
!/, Zahnhöhe, mit schmalen, trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, nur
eng geschlitzten Fortsätzen und je 3 sehr kurzen Wimpern. Sporen 32—36 u,
gelb und feinwarzig. Reife Ende Juni. :
An sandigen Küsten der Ostsee-Inseln Gothland und Aland. S. VI, 2, a und
b) BlL, c und d) Kapseln, e) Habitusbild, f und g) Peristom, h und i) Kapseldeckel;
gez. nach einem von J. O. Bomansson auf der Insel Aland ges. Expl. Von ۰
warneum vorzugsweise durch Kapsel und Peristom verschieden, jedoch steht es
demselben sonst nahe und wird deshalb von Brotherus noch unter die Piychostoma
zu der Warneiformia Broth. gestellt.
62. Bryum Friederici-Mülleri Ruthe 1899.
ef. Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 744, resp. Nr. 953.
Einhäusig, nach Brotherus auch heteröcisch; die 0 Blüten mit zahl-
reichen Antheridien und Paraphysen. Habituell an eine Frühjahrsform von
Br. lacustre erinnernde, 1—1,8 cm hohe, gelbgrüne Rasen. BI. 2,5—3,5 mm
lang, nicht herablaufend, aus schmälerer, gerader Basis elliptisch oder
eiförmig und zugespitzt, in der Form denen von uliginosum sehr ühnlich, xd
izellreihig wulstig gelb gesäumt, mit gegen die Basis umgeschlagenem ga
und kräftiger, dicker, gelblicher, vollständiger, bei den Schopfbll. als dicke
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Stachelspitze austretender Rippe. Innere Perichätialbll. eilanzettlich und mit
austretender Rippe. Blattzellen und Rippe an der Basis nicht rot, die Rand-
zellen aufwärts kurz und geschlängelt, die übrigen Zellen dünnwandig, gegen
die Basis rektangulär, aufwärts mehr rhomboidisch- bis rhombisch - 6 seitig
und mit etwas gewundenen Wänden. Kapsel auf 1,5—2,5 em langer, rótlicher
Seta hüngend, dick eifórmig, resp. mit dem kurzen Halse von höchstens halber
Urnenlünge dick birnförmig, mit breitem, 3—4 zellreihigem, oft lange am
Urnenrand hängen bleibendem Ring und etwas flach gewólbtem, mit Warze
versehenem Deckel. Peristom ähnlich wie bei Br. lacustre, jedoch die Zähne
mit meist 25 oder auch nur 16—18 inneren Lamellen. Sporen 30—35, ja
sogar 40 u und undurchsichtig. Reife Ende Mai.
Von Fr. Müller an den Bandjedünen auf der Insel Borkum im Mai 1898
entdeckt. Bildet gleichsam eine Übergangsform oder einen Bastard zwischen Br.
uliginosum und mamillatum, indem es sich nach der Blattform an uliginosum, nach
der Kapsel aber an mamillatum anschliesst. S. XIX, 3, a) Bl, b) Schopfbl.,
c) Kapsel, d) Kapseldeckel; gez. nach einem Originalexpl.
Bryum halophytum Hagen (Musci Norv. bor. S. 142) — Br. Arnellii Bom.
(cf. Rev. br.:1901, 8. 52), welches. H. W. Arnell am Meeresufer bei Gestrikland
in Schweden im Juli 1898 sammelte, hat steril sehr grosse Ähnlichkeit mit Br.
mariimum Bom.,;, von dem es sich jedoch dureh schmälere Kapsel auf 1—2 cm
langer Seta und das tiefer unter der Mündung inserierte, nicht. Ptychostomum-artige
Peristom ‚unterscheiden soll. Sporogon non vidi.
63. Bryum malangense Kaurin & Arn. 1898.
` Rev. br. 1898, S. 38; ef. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 759.
Einhüusig, autócisch, Dichte, dunkelgrüne, 1,5—2 cm hohe, innen
gelblich- bis rostbraune Rasen mit kurzen, schwach wurzelhaarigen, nur 0,5 cm
hohen, schopfigen Stengeln und gleichhohen, dünneren Sprossen. Schopfbll.
trocken. knospenfórmig anliegend und nicht verdreht, breit eilanzettlich, ganz-
randig und ungesäumt, oder nur mitten undeutlich gesäumt, mit aufwärts zuweilen
umgeschlagenem; Rand und. kräftiger, dicht vor der Spitze verschwindender
oder kurz stachelspitzig austretender Rippe. Bll. der sterilen Sprosse schmäler,
flachrandig und ungesäumt, jedoch die Randzellreihe schmäler und länger.
Perichätialbll. mit länger stachelspitzig austretender Rippe. Blattzellen an der
Insertion rot und 20 u, aufwärts rhombisch-6 seitig, 10 —14 u, dünnwandig, am
Rand wenige Reihen schmäler und länger und bei den Schopfbll. einen un-
deutlichen Saum bildend. Kapsel auf etwa 1 cm langer, dicker, hellroter
bis bräunlicher, oben bogig gekrümmter Seta geneigt bis nickend, birnfórmig,
mit kürzerem Hals von و Urnenlänge und gewölbtem, mit kurzer stumpfer
Spitze ‚versehenem Deckel, trocken und entleert unter der Mündung nicht
verengt, am Urnenrand mit 2 Reihen schmaler und etwa 5 Reihen rundlich-
6 seitiger Epidermiszellen. Peristomzähne gelb, sehr schmal gesäumt, aussen
papillös und mit Zickzackfórmiger Dorsallinie, mit hellen knotigen Spitzen und
—— 31 —
mindestens 12, abwürts genüherten, unregelmässigen Lamellen. Membran des
inneren Peristoms hell gelblich, von fast halber Zahnhöhe, schwach papillös,
mit schmalen, am Kiel fensterig durchbrochenen, papillösen Fortsätzen und
nur sehr rudimentären Wimpern. Sporen (nach Arnell) 26 u, dunkelgrün und nicht
papillós, nach den von mir untersuchten Expll. 20—25 u, gelblich und fein
papilós. Reife im Juli.
In Felsspalten auf der Insel Maesterviksoe bei Malangen im nördlichen Norwegen
von H. ۱۲۰ Arnell im Juli 1891 entdeckt. S. XI, 9, a) Bl, b) üusseres, c) inneres
Perichütialbl, d) Kapseldeckel, e und f) Kapseln, g) Habitusbild, h) Sprossbl.;
gez. nach einem von Arnell erhaltenen Originalexpl.
Unterscheidet sich von dem nahe verwandten Br. salinum durch ungesäumte
oder undeutlich gesüumte Bll., von archangelicum durch den Kapseldeckel und von
autoienm durch kleinere Sporen ete. Hagen hält es für identisch mit Br. salinum,
dem es allerdings sehr nahe steht.
Bryum imbricatum (Schwgr.) Br. eur. 1839 (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 493),
ist in der Liste der Brya zu streichen, weil nach Philibert sämtliche Expll.
im Herbare Schwaegrichens, die bis jetzt aufgefunden werden konnten, nur Formen
von Webera polymorpha sind (Rev. br. 1889, S. 36). Auch nach der Zeichnung
in der Br. eur. entspricht die Kapsel und das Peristom mit seinen linealisch-pfriemen-
förmigen Zähnen, sowie den Fortsätzen mit Anhängseln und dem daselbst angegebenen
Blattzellnetz eher einer Pohlia. Nur die lang austretende Rippe der Bll. lässt
auf ein Bryum schliessen, weshalb die Pflanze zweifelhaft bleibt. Vgl. auch Bryum
arctogaeum Hagen.
64. Bryum autoicum Arn. (Rev. br. 1898, ٩۰ 2).
Einhäusig, autócisch, oder auch heterócisch. Herdenweise zu lockeren,
nur 1—1,5 em hohen Räschen vereinte Pflanzen mit kurzem, schopfig beblättertem
Stengel und unter dem Perichätium entspringenden Sprossen. Die 6 Blüten mit rötlichen
Antheridien und gelblichen Paraphysen. Bll. breit eifórmig, hohl, ungesäumt, mit flachem,
oder etwas zurückgeschlagenem Rand und an der Basis roter, aufwürts gelblicher,
kräftiger, als glatter Stachel austretender Rippe. Blattzellen gegen die Insertion
fast quadratisch, aufwärts 6 seitig, gegen die Spitze kürzer und rhombisch, ‚gegen
den Rand etwas enger. Kapsel auf nur l em langer, gedrehter Seta geneigt bis
hängend, etwas glänzend, regelmässig birnförmig, mit kurzem, dunklerem Hals von
!,—?/| Urnenlänge und flach gewölbtem, mit Warze versehenem Deckel, trocken
unter der Mündung nicht verengt. Peristomzähne etwa 12 gliederig, gelb und schmal
gesüumt, aussen fein papillós, innen mit regelmüssigen Lamellen. Membran des
inneren Peristoms dem äusseren kaum anhängend, hellgelb und papillös, von halber
Zahnhöhe, mit schmalen, 3 gliederig fein geschlitzten Fortsätzen und ohne Wimpern.
Sporen 30—33 u, schmutziggelb und dicht papillós. : ;
Auf der Alpe Baadfjeld im Thal Junkersdalen bei Salten in Norwegen ‘im
August 1868 von H. W. Arnell entdeckt. Nach einem mir vorliegenden وین و ne
dem Dr. archangelicum (Nr. 29) täuschend ähnlich und wohl nur Varietät uris
ryum Joergensenii Kaur. soll nach Brotherus ebenfalls سس vie
Blütenstand besitzen und nach Limpr. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 741) s von
Br, arehangelicum fast nur durch Peristomzähne ohne Perforation unterscheiden.
"Es steht dem Br. autoicum bedenklich nahe. :
سایق ها اد نت تون سای AAL DEn LE
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Xl dr aT TET = و توت یز
CE ru ی
Y. Blütenstand zweihäusig.
Die Arten dieser Gruppe bilden schon mehr den Übergang zu den Eubrya
und werden von Broth. unter die Leucodontia derselben eingereiht.
65. Bryum faliax Milde 1859.
Br. lacustre 8 alpinum Br. eur. 1839, Br. pallens 8 fallax Jur. 1882; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV. Nr. 494.
Zweihüusig mit meist kleineren JS Rasen; die dick knospenförmigen,
mit den abstehenden, längeren Schopfbll. etwas kópfchenfórmigen C Blüten
mit fast rippenlosen, ungesäumten inneren Hüllbll. und zahlreichen Antheridien
und Paraphysen. Habituell an Br. pallens erinnernde, 1—2 cm hohe, gelblich-
olivengrüne bis bräunliche, lockere Rasen mit brüchigen Stengeln. Bl. unten
und an sterilen Sprossen kleiner und entfernt, kaum herablaufend, elliptisch
oder verkehrt eifórmig und kurz zugespitzt, schmal gesäumt und flachrandig,
oder nur am Grunde etwas umgeschlagen und mit in der Spitze endender
Rippe, die Schopfbll. nieht herablaufend und länger, die äusseren verkehrt
eifórmig bis spatelfórmig und kurz zugespitzt, die inneren elliptisch verlängert
und mehr allmählich zugespitzt, 2—3 reihig gelbbrüunlich gesäumt, mit bis
zur Spitze umgeschlagenem Rand und unten schmutzig-rótlicher, aufwürts gelb-
grüner, als kurzer Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit
2 grossen Bauchzellen, 4 medianen Deutern, einer Begleitergruppe, zahlreichen
inneren Stereiden und etwa 8 lockeren Rückenzellen, oben rund, mit 2—3 Bauch-
zellen, resp. basalen Deutern und mehr zentrierter Begleitergruppe etc. Blatt-
zellen nicht getüpfelt, aufwärts rhombisch-6seitig, 18-94 u, an der Basis
schmutzig-rötlich, mehr rektangulür und kaum breiter. Kapsel auf 3 cm langer,
braunroter, oben bogig gekrümmter Seta nickend oder hängend, ziemlich
regelmüssig, seltener etwas gekrümmt, mit dem gleichlangen Halse birnfórmig,
kleinmündig, gelblich, zuletzt braun bis dunkelbraun, mit gewölbtem, mit Spitzchen
versehenem, kleinem Deckel und breit sich abrollendem Ring, trocken unter
der Mündung nieht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am
Urnenrand 2—5 Reihen abgeplattet. Peristomzähne gelb mit orangeroter
Insertion, schmal gesäumt, oben hyalin und papillós, innen mit 22—30 Lamellen.
Membran des mit dem Sporensack sich ablósenden inneren Peristoms von
'|,—|, Zahnhóhe, mit schmalen, weit hinauf eng durchbrochenen, zuletzt
klaffenden, trocken zwischen den Zähnen durchtretenden Fortsätzen und un-
vollständigen Wimpern. Sporen oft in derselben Kapsel ungleich gross, 16—20
und 25—28 u, ockergelb und feinwarzig. Reife im Juli.
In feuchten, sandigen Ausstichen der Ebene, auch hier und da auf Sandbünken
der Gletscherbüche bis in 2500 m, in Norwegen nur bis 67? 17' n, Br. aufsteigend;
von Milde 1859 um Zedlitz bei Breslau entdeckt. S. XII, 6, a und b) BI.,
c) Kapsel, d) Peristom; gez. nach einem von Milde ges. Originalexpl. und nach
von J. O. Bomansson auf der Insel Alandia ges. Expll. Die Pflanze entspricht
einem Br. pallens mit unvollständigen Wimpern des inneren Peristoms.
Var. baldense Limpr. — Br. baldense Vent. in rötlichbraunen, lockeren Rasen
mit meist dicht vor der Spitze sich auflösender Blattrippe, viel lockererem Zellnetz
zuo $a
(Blattzellen mindestens 25—30 u), sowie regelmässiger Kapsel und nur ritzenfórmig
durchbrochenen Fortsützen des inneren Peristoms — auf Kalk am Monte Baldo in
Tirol in 1200 m durch v. Venturi 1867 entdeckt (Rev. br. 1881, 8. 31). S. XIII, 8,
a bis e) Bl., d und e) Kapseln; gez. nach einem an Liasfelsen des Paganello in
Italien in 1800 m von Venturi ges. Expl aus dem Herbare Leviers.
Bryum purpureum Philib. soll eine Übergangsform zwischen fallax und
oeneum sein, welche Ch. Kaurin 1883 am Olmberget bei Opdal in Norwegen auf-
gefunden hat (Rev. bryol. 1886, S. 24).
66. Bryum oeneum Blytt 1846.
Br. rutilans *) Brid. 1826; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 495.
Zweihäusig; die Blüten mit zahlreichen Antheridien und gelblichgrünen
Paraphysen. Dichte, oliven- oder rótlichgrüne, abwürts und im Alter fast
kupferbraune, unten wurzelfilzige Rasen mit büschelüstigen, bis 3 cm hohen,
brüchigen Stengeln, die in den oberen Blattachseln mit paraphysenartigen,
an älteren Stengeln mehr an sekundäres Protonema erinnernden, gegliederten
Haaren besetzt sind. Bill. ziemlich gleichmässig, aus verengter, etwas
herablaufender Basis breit elliptisch bis verkehrt eifórmig und kurz und
scharf zugespitzt, die oberen etwas lünger und mehr lanzettlich zugespitzt, mit
gelbem oder rótlichem, 2—3reihigem, doppelschichtigem Saum, nach
der Basis zu stärker umgeschlagenem, nur in den oberen Bll. bis zur
Spitze umgebogenem Rand und kráüftiger, roter, meist als Stachelspitze
austretender Rippe. Querschnitt der letzteren ziemlich typisch, mit 9 grossen
Bauchzellen, 2 grösseren oder 3—4 kleineren medianen Deutern nebst Begleitern,
‚nur 5—7 lockeren Rückenzellen und zahlreichen gelben stereiden Füllzellen.
Blattzellen dickwandig und getüpfelt, oben rhombisch-6 seitig, meist 20—25 u
und kaum doppelt so lang, abwärts nach der Basis zu weinrötlich, fast rektangulür
und 3—4 mal so lang als breit. Perichätialbll. viel kleiner, steif lanzettlich.
Kapsel auf 1—2,5 cm langer, purpurroter, oben fast hakig gekrümmter Seta
nickend oder hüngend, meist 2,5 mm lang, etwas gekrümmt, mit dem kürzeren
Halse von meist halber Urnenlänge keulig-birnfórmig, rotbraun, mit kleinem,
konvexem, mit Warze versehenem, gelbem Deckel und 2reihig sich ablósendem
Ring, trocken unter der. Mündung nicht verengt. Am Urnenrand 2—3 Reihen
rötlichgelber kleinerer Zellen. Peristomzähne schmal linealisch - lanzettlich,
gelb mit mehr orangefarbener Insertion und gelblichen Spitzen, breit hyalin
gesäumt und mit 15—22 nieht verbundenen inneren Lamellen. Membran des
anhüngenden inneren Peristoms gelb, vielfach durchlöchert, von پل Zahnhöhe,
mit schmalen, geschlitzten, freien Fortsützen und anhängenden, Ken, breiten
Wimpern. Sporen 20—26 u, grünlichgelb und feinwarzig. Reife im August.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 338.
In feuchten Felsspalten der Schiefer- und Kalkschieferfelsen und in Sümpfen
bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen; zwischen Foystuen und Jeskin
daselbst von Blytt entdeckt, jedoch auch aus Nord-Amerika bekannt. Von Arnell
" hv. rutilans Sehpr. ist synonym mit Webera Schimperi (C. M.).
uc A n
bei Dudinka in der arktischen Region Sibiriens, von Berggren auf Spitzbergen
und in Grönland ges. S. XII, 5, a und b) Bll., c) Kapsel, d) paraphysenartige
Haare in den Blattachseln; gez. nach einem von I. E. Zetterstedt in Norwegen ges.
Expl. Nach der Br. eur. hat die frische Kapsel etwas mehr Ähnlichkeit mit derjenigen
von Dr. arcticum.
Var. gracilescens Schpr. mit etwas längeren, schlanken Stengeln und schmäleren
Blättern — in Norwegen wie in Finmarken.
Br. zonatiforme Kindb. vom Dovrefjeld in Norwegen ist mir noch unbekannt;
cf. Kindberg, Skand. Bladmossflora Nr. 702.
67. Bryum lutescens Bom. 1897.
Kev. br. 1897, S: 1; &. "Ebh: Kr: FE IV; 8, S. 757.
Zweihäusig. Weiche, lockere, 1—2 cm hohe, hellgrüne Rasen mit
locker beblütterten, etwa 1 cm langen zarten Innovationen und roten Stengeln,
abwärts braunfilzig. Untere, an Dr. oeneum erinnernde Bll. entfernt gestellt,
aus enger, herablaufender Basis eiförmig und zugespitzt, ganzrandig, schmal
gesäumt, mit etwas umgeschlagenem Rand und dicht vor oder mit der Spitze
verschwindender Rippe; die Schopfbll. mehr an Br. arcticum erinnernd und mit
mehr oder weniger austretender Rippe. Innere Perichätialbll. lanzettlich,
ungesäumt und flachrandig. Kapsel auf 1—3 cm langer, roter Seta geneigt bis
fast hängend, hellbraun, 2—3,5 mm lang, mit dem der Urne fast gleichlangen, etwas
gekrümmten Halse birnfórmig, mit gewólbtem, mit Warze oder Spitzcehen ver-
sehenem Deckel, troeken und entleert unter der Mündung nicht verengt.
Peristomzähne gelb mit hyalinen, papillösen Spitzen, innen mit etwa 23 nor-
malen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von halber Zahnhöhe, mit
am Kiel durchbrochenen Fortsätzen und rudimentären Wimpern. Nach
Bomansson auch einzelne Wimpern mit Anhängseln. Sporen 14—20 u, gelb
und papillös. Reife im August.
Auf der Insel Aland bei Karlberg (Saltvik) im August 1896 von Bomansson
ges. S. XIV, 12, a) Sprossbl, b und c) Schopfbll., d) innerstes Perichätialbl.,
e und f) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare von E. Bauer.
Soll nach Hagen mit Br. Winkelmanni Ruthe, Br. finmarkieum Kaur. und
Br. fallaciosum Limpr. identisch sein.
68. Bryum versisporum Bom. 1896.
Rev. br. 1896, S. 91; ef. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 756,
Zweihäusig. Weiche, lockere, bräunlichgrüne, oder oben freudiggrüne,
abwärts rotbräunliche, 1—3 em hohe Rasen mit einfachen Stengeln und mehreren,
spärlich beblätterten Innovationen. Untere Bll. entfernt, aus anliegender Basis
abstehend oder zurückgebogen, schmal elliptisch bis lanzettlich, meist 3 mm
lang, die oberen schopfig zusammengedrängt, aufrecht abstehend und länger
zugespitzt, schmal 2 zellreihig gelb gesäumt, fast ganzrandig, mit zurückgerolltem,
gegen die Spitze flachem Rand und stachelspitzig austretender Rippe. Blatt-
zellen meist 20—30 u, abwärts rektangulär, aufwärts mehr rektangulär- bis
|. oval-6seitig. Kapsel auf 2—4 cm langer, dunkelroter Seta geneigt bis horizontal,
2x gb.
3— 5 mm lang, gelblich, verlängert birnfórmig, mit langem, etwas gekriimmtem
oder geradem Hals, breitem Ring und kleinem, gewölbtem, mit Warze oder
Spitzchen versehenem Deckel. Peristomzähne breit lanzettlich, gelb mit orange-
farbener Insertion, über der Mitte rasch verschmälert, schmal hell gesiiumt
und mit papillósen, hyalinen Spitzen, aussen. punktiert, innen mit bis 30 dicht
gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms hellgelb, mit schmal
durchbrochenen oder klaffenden Fortsätzen und rudimentären Wimpern. Sporen
sehr ungleich, 8—12, 20—25, 30—35 und selbst 40—50 u, bräunlichgrün.
Reife im August und September.
Aufder Insel Aland bei Jomala an sandigen Grabenrändern 1877 von Bomansson
entdeckt und auch von erdbedeckten Kalkfelsen aus Südfinnland, sowie aus Schweden
und Norwegen bekannt. S. XI, 2, a und b) Bll. c) inneres Perichätialbl. mit fast
flachem Rand und d und e) Kapseln; gez. nach einem von J. O. Bomansson ges.
Expl. (comm. Dr. Fr. Müller).
Von Br. fallax durch längere, schmälere BII und die Dimensionen der Sporen
verschieden, jedoch sonst sehr nahe stehend. Die Pflanze erinnert nach dem
Peristom etwas an einen Bastard von Br. pallens und pendulum und scheint
Br. purpureum Philib. (Rev. br. 1886, S. 24) nahe zu stehen.
Subgen. II Eubryum C. M. 1848,
Membran des in der Regel nicht anhüngenden, sondern meist mit dem
Sporensack sich ablósenden, freien inneren Peristoms von !/,—?/, Zahnhóhe,
seltener niedriger, mit mehr lanzettlich-pfriemenfórmigen, gefensterten oder
klaffenden Fortsätzen und zu je 2—4 dazwischenstehenden, vollständigen, gleich-
langen, mit seitlichen Anhängseln an den Gliedern versehenen Wimpern.
Zwischenwünde treten bei den inneren Lamellen der Peristomzühne hier und
da mehr unregelmässig auf, auch sind die Kapseln (Sporogone) mehr regelmässig
und seltener gekrümmt.
A. Mesobryum (Kaurin msc.) Limpr.
Arctobryum Hagen, Muse. Norv. bor. 1901, S. 222.
Peristom ptychostomumartig, das äussere dem inneren anhüngend. Lamellen
der Peristomzähne in der unteren Hälfte durch 1—3 Zwischenwände verbunden.
Von Ptychostomum nur durch die Wimpern mit Anhängseln verschieden. Quer-
schnitt der Blattrippe typisch mit medianen Deutern und Begleitern.
Von aussereuropäischen Arten dieser Gruppe ist bis jetzt nur Br. dawsonense
Williams aus Yukon bekannt.
69. Bryum alandense Bom. 1900.
cf, Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 733.
Einhüusig. Dichte, 1,5—3 em hohe, innen braune bis schwürzliche,
gelbgrüne Rasen mit schopfig beblätterten, abwärts filzigen Stengeln und längeren,
dicht beblätterten Innovationen. BI. mehr oder weniger verbogen, dicht gestellt,
die unteren und Sprossbll breit eifórmig, kurz und fein zugespitzt, mit nur
abwärts umgebogenem, schwach gesäumtem Rand, die oberen dagegen mehr
a و
T s ی
eilanzettlich und verlängert, mit weit hinauf umgerolltem, deutlicher gesäumtem
Rand und an der Basis roter, als glatte oder gezühnte Stachelspitze, fast grannig
auslaufender Rippe. Blattzellen oben rhombisch-6 seitig, abwärts allmählich mehr
rektangulär und gegen die Insertion fast doppelt breiter. Schopfbll. über der
abgerundeten, purpurroten, nur bei älteren Bll. mehr violetten Basis oft etwas
verengt, resp. ohrartig erweitert. Nach Bl. und Zellnetz gleichsam die Mitte
zwischen Br. pendulum und angustifolium haltend. Kapsel auf 1—2 cm langer,
oben hakig gekrümmter Seta hängend, mit dem kurzen Halse von noch nicht
halber Urnenlänge eibirnförmig, 2,25 mm lang, mit niedrig gewölbtem, mit
Spitzchen versehenem kleinem Deckel und sehr breitem, 3—4zellreihigem, oben
hellem, unten gelbem Ring von ولا bis fast halber Zahnhöhe. Peristomzähne
gelblich mit helleren Spitzen und purpurroter Insertion, abwärts schmal gesäumt
und aussen punktiert, innen mit etwa 12—15 mehrfach durch Zwischenwünde
verbundenen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von ولا Zahnhóhe,
mit breiten, teilweise gefensterten Fortsützen und mit Anhüngseln versehenen,
auch unvollständigen Wimpern. Sporen 30—35 u, gelbgrün und warzig papillös.
Reife im Juni und Juli.
Von Bomansson am Meeresgestade bei Mariehamn (Aland) am 21. Juni
1897 auf Kies entdeckt. S. XIX, l, a) unteres, b und c) obere BI., ,d und
e) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Leviers. Unterscheidet
Sich nach der Beschreibung von Mesobryum sinuosum durch die viel kürzere Kapsel.
70. Bryum lingulanum Bom. 1899.
Bom. Alands Moss. S. 88; cf. Rbh. Kr. Fl IV, 8, 8,767.
Zwitterig und mit Ğ Blüten. Lebhaft grüne, etwas glünzende, ziemlich
dichte, innen dunkele, höchstens 1 cm hohe Rasen mit braunfilzigen schopfigen
Stengeln und kurzen Innovationen. BI. eifórmig und zugespitzt, hohl und
ganzrandig, breit gesäumt, mit flachem oder nur wenig umgerolltem, gegen
die abgerundete Basis zurückgeschlagenem Rand und kráüftiger, am Grunde
braunroter, stachelspitzig auslaufender Rippe. Sprossbll schwächer gesäumt.
Kapsel auf meist 1,5—2 cm langer Seta geneigt bis hängend, 2—3 mm lang,
dunkelbraun, mit dem der Urne gleichlangen oder etwas kürzeren Halse birnförmig,
mit 2—3 zellreihigem Ring und kleinem, kegeligem, spitzem Deckel, trocken und
entleert unter der Mündung nicht verengt, zuletzt fast schwarzbraun. Peristom-
zühne gelbrot mit roter Insertion und helleren Spitzen, schmal gesäumt, aussen
punktiert, innen mit etwa 10 unten durch Zwischenwände verbundenen Lamellen,
Membran des inneren Peristoms von و Zahnhöhe, papillós, mit breit gefensterten
Fortsützen und papillósen Wimpern mit Anhängseln, letztere zuweilen auch
rudimentär. Sporen 98— 35 u, grünlichgelb und papillós. Reife im Juli.
Auf den Alandsinseln, am Meeresufer bei Gibbölenäs (Finström) von Bomansson
im Juli 1899 entdeckt. Eine Parallelform zu Br. Graefianum mit Eubryum-
Peristom. ٩. XIV, 8, a) BL, b) basaler Blattrand, c) Perichätialbl. mit abwärts
encaman BEG ar EPEE a
u L (comm. R. Bauer).
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71. Bryum dolomiticum Kaur. 1894 ms.
Br. (Mesobryum) Kaurin; ef. Rbh, Kr. Fl. IV, 3, S. 752.
Zwitterig (oder auch heteröcisch), mit roten Archegonien, gelbbraunen
Antheridien und längeren, fadenfórmigen Paraphysen. Etwas lockere, 1—2 cm
hohe, oben gelblich- oder lebhaftgrüne, etwas glänzende, innen an älteren Teilen
braune Rasen mit am Grunde wurzelhaarigen, aufwärts schopfig beblätterten
Stengeln und fast büscheligen, unter der Blüte sprossenden, gleichlangen
Innovationen. Stämmchen mit grossem Zentralstrang. Bi. etwas gedreht
aufrecht anliegend, gekielt, die unteren lanzettlich, sehr klein und entfernt,
aufwärts rasch grösser und zu einem eiförmigen, pinselartigen Schopfe mit ver-
drehten abstehenden Blattspitzen vereinigt; die Schopfbll. verlängert, 3—5 mm
lang, schmal elliptisch und in eine lange Spitze ausgezogen, mit schmal ge-
säumtem, nicht gezähntem, glattem, längs schmal zurückgebogenem, an der
Basis etwas umgeschlagenem Rand und kräftiger, runder, abwärts roter, oben
als Stachelspitze oder Granne austretender Rippe. Querschnitt der letzteren
im grünen Teil rund, abwärts etwas flacher und rot, mit 4 medianen Deutern
nebst Begleitern, oben mit 2—3 Bauchzellen, 8—11 lockeren Rückenzellen
und grosser, gelber innerer Stereidengruppe, abwärts mit 4 Bauchzellen, nur
6—10 weiten Rückenzellen und mehr substereiden, schmalen, dickwandigen
Innenzellen. Blattzellen nur nach der Spitze zu schmal rhombisch-6 seitig,
10—12 u, sonst mehr rektangulär bis rektangulär-6 seitig und 15 u, am Rand
enger, 8—10 u, abwärts breiter, an der Basis rot, an den Blattflügeln kürzer
und breiter, fast quadratisch und bis 30 u. Perichätialbll. lanzettlich, ungesäumt
und mit umgeschlagenem Rand. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, glänzend hell-
roter, dicker, verdrehter oder etwas geschlängelter, oben bogig gekrümmter Seta
geneigt, nickend bis hängend, diek eiförmig, resp. mit dem kürzeren Halse
dick birnförmig, unter der Mündung nicht verengt, gelblich bis rötlichbraun,
mit breit sich abrollendem Ring und aus flach gewölbter Basis etwas kegolig
zugespitztem, fast warzigem Deckel, entleert weitmündig. Peristomzähne
lanzettlich-pfriemenförmig, fein papillös und schmal gesäumt, aussen abwärts
fein punktiert, an der Basis orangerot, innen mit etwa 15 entfernt gestellten,
in der unteren Hälfte durch senkrechte und schräge Leisten verbundenen
Lamellen. Membran des etwas kürzeren inneren Peristoms von پل Zahnhóhe,
mit breit gefensterten Fortsätzen und vollständigen, mit er
Wimpern. Sporen 27—35 u, gelbgrün, glatt oder sehr fuo poke. de
im Juli.
An Dolomitfelsen bei Porsanger im arktischen Norwegen, resp. bei Kolvik
nahe dem Fjordufer im Juli 1894 von Ch. Kaurin entdeckt; Lose n bius
von demselben erhaltenen Originalexpl. S. IL, 5, a) Bl., b) ۳07 ۳۵ = 5 ird
bild, d und e) Kapseln, f) Peristom. Vgl. auch die Abbildung ۹ a
natürlichen Pflanzenfamilien I, Abt. 3, 8. 572. Soll nach Hagen mit ee pe
Jórg. nahe verwandt sein, von dem es sich durch grössere, stark en n ee
unterscheidet. Das ihm nahestehende, autöeische Br. sınuosum = Ha Musei
mehr ohrenartige Erweiterung der Bll. oberhalb der Insertion ( >E
Roth, Die europäischen Laubmoose. II.
"OM TE Y Rel u,
NEBEN EN
c E
Norv. bor. S. 225). Vgl. auch die Abbildung in Englers natürlichen Pflanzen-
familien I, Abt. 3, S. 581.
Bryum dilatatum Jörg. (zwitterig und polyócisch), welches E. Jörgensen
im Juli 1893 bei Tromsö in Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 157),
soll nur schmal gesäumte Schopfbll. und 2,5 mm lange, nickende, trocken unter
der verbreiterten Mündung deutlich verengte Kapsel mit flach gewölbtem,
mit Spitzchen versehenem Deckel, sowie Sporen von 28—35 u besitzen (non vidi).
B. Argyrobryum C. M.
Inneres Peristom frei. Stengel kätzchenförmig. Bll. weisslichgrün und .
ungesäumt. Querschnitt der Rippe mit basalen Deutern ohne Begleiter.
Von aussereuropäischen Arten dieser Gruppe sind bereits 50 bekannt, von
denen jedoch gegen 20 von Br. argenteum nicht spezifisch verschieden sein sollen.
72. Bryum claviger Kaurin 1884.
Br. argenteum v. veronense Molendo 1875, Argyrobryum virescens oe 1883, Br.
veronense De Not. 1866, Br. virescens Kindb. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 58
Zweihäusig. Hellgrüne oder freudiggrüne, etwas ee bis jetzt
nur steril bekannte, ziemlich dichte, 1,5—2 cm hohe Rasen mit schlanken,
roten Stengeln und wenigen stielrunden Ästen, sowie mit aus älteren Stamm-
teilen sprossenden, mehr flagellenartigen, verdünnten Sprossen. Stengel und
Äste abwärts locker beblättert bis fast kahl, aufwärts dichter dachziegelig be-
blättert, kàtzehenfórmig bis stumpf keulenfórmig. Bll. der flagellenartigen
Sprosse entfernt und klein, eirundlich und stumpflich, die unteren BI. der
Áste und Stengel verkehrt eifórmig, die oberen aus halb umfassender Basis
fast kreisfórmig oder breit eirund, sehr hohl, nieht herablaufend, flach-
und ganzrandig, mit kurzem Spitzchen (bei Br. veronense nach Limpr. spitzenlos)
und mit an der Basis rötlicher, aufwärts gelbgrüner, vor der Spitze endender
Rippe. Querschnitt der letzteren unten mit 4 basalen Deutern nebst wenigen
Begleiterzellen, substereiden Innenzellen und meist 6 lockeren Rückenzellen,
aufwärts mit nur 2—3 basalen Deutern ohne Begleiter und nur 4 Rücken-
zellen ete. Blattzellen ziemlich dünnwandig, oberwärts etwas wurmförmig,
10—12 u und etwa 6mal so lang, oder rhombisch und rhomboidisch und nur
4mal so lang, mitten rhombisch-6 seitig, nach der Basis zu mehr rektangulär
und breiter, 18—20 u. Bei dem sehr ähnlichen Br. veronense sind die Blatt-
zellen im oberen Drittel 12—16 u und nur 3mal so lang.
An periodisch überschwemmten Orten, auf nassem Sande der Flussufer in
Norwegen, sowie auch in Steiermark in 2800 m. S. II, 2, a und b) Bilk, c und
d) Blattquerschnitte; gez. nach einem von E. Jörgensen bei Vostfjordalen im
mittleren Norwegen ges. Expl.
Br. veronense De Not. und Br. claviger Kaur. werden von den meisten
Autoren als identisch betrachtet, während nach dem Zellnetz zwischen beiden die
vorerwähnten kleinen Unterschiede bestehen. Br. claviger Kaurin bildet nach dem
Zellnetz schon mehr den cgit zu Anomobryum und erinnert etwas an Anomobr.
a 09 اجه
coneinnatum. Das von Kaurin im Juli 1883 an der Driva bei Opdal in Norwegen
gesammelte, von C. v. Rainer 1834 an der Etsch bei Verona in Oberitalien entdeckte
Br. veronense De Not. steht nach dem Zellnetz schon dem Br. Gerwigii näher.
73. Bryum Gerwigii (C. M.) Limpr. 1895.
Hypnum (Limnobium) C. M. 1891; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 539.
Lockere, nicht zusammenhüngende, bis jetzt nur steril bekannte, weisslich-
grüne, hell rötlich angehauchte, abwärts graue, 2—3 cm hohe Rasen mit faden-
förmigen, aufwärts gleichmässig kätzchenartig beblätterten, leicht zerbrechlichen,
nur am Grunde spärlich bräunlich wurzelhaarigen Stengeln. Untere Bll. mehr
oder weniger bis auf die Rippe zerstört, die oberen aufrecht abstehend, trocken
locker hohl anliegend, zart und klein, aus kaum herablaufender Basis kurz
eiförmig, mehr oder weniger stumpf, löffelartig hohl und mit eingebogener,
stumpfer Spitze, ganzrandig und ungesäumt, mit dünner, unten rötlichgelber,
dicht vor dem Rande in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der
letzteren mit 2—4 basalen Deutern ohne Begleiter, rötlichen Stereiden und
meist 5 differentiierten Rückenzellen. Blattzellen dünnwandig, nicht getüpfelt,
oben rhombisch-6seitig, 12—14 u und 2—4 mal so lang, allmählich nach der
Basis zu mehr rektangulür-6seitig, nach dem Rande zu nicht enger, nach der
Rippe und Insertion zu 14—18 u und zuweilen an der Basis schwach rötlich.
Oberhalb des Rheinfalls bei Schaffhausen an Jurakalkfelsen von Oberbaurat
Gerwig 1865 entdeckt und auch von vereinzelten Standorten aus der Schweiz
bekannt. S. XVI, 9, a und b) BH., c) Blattspitze, d) Habitusbild; gez. nach von
P. Culmann, Jack und W. Baur ges. Expll.
74. Bryum Blindii Br. eur. 1846.
Br. arenarium Saut. 1836, Br. Kiaerii Lindb. 1879, Argyrobryum Kindb. 1883, Br.
Funckii v. subsphaericum Sehpr., resp. Husnot 1889; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 540.
Zweihäusig in gemischten 0 und © Räschen; die 3 Blüten mit stumpf-
lichen, eifórmigen Hüllbll. und langen, fadenfórmigen, goldbrüunlichen Paraphysen.
Herdenweise oder zu kleinen, 0,5—1 cm hohen, weisslichgrünen bis bräun-
lichen, etwas glänzenden Rüschen vereinte Pflünzchen, mit büschelästigen, abwärts
mit warzigem, braunem Wurzelfilz besetzten Stengeln und mit kleinblätterigen,
oberwärts kützchenfórmigen, spitzen Sprossen. Bll. dachziegelig an-
liegend; 1—1,5 mm lang, hohl, ungesäumt und ganzrandig, die unteren eiförmig
und kurz stumpflich zugespitzt, die oberen mehr elliptisch, beide flachrandig,
die Schopfbll. und Perichätialbll. länglich-lanzettlich, resp. aus elliptischer
Basis stumpflich lanzettlich zugespitzt, mit abwärts schmal umgerolltem Rand
und ziemlich kräftiger, mit oder kurz vor der Spitze endender, im Alter
bräunlicher Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 lockeren basalen Deutern,
zahlreichen inneren Stereiden und nur wenigen lockeren Rückenzellen. Blatt-
zellen gelbwandig, mässig verdickt, aufwärts rhombisch und rhomboidisch bis
6seitig, 10—13 u und 4—6 mal so lang, an der Basis mehr ra; rötlich
A * à
SIRO. vae TY (T7 ME TEMA LT A
—.100 —
und dünnwandig, bis 18 u. Kapsel auf 1— 1,5 cm langer, steifer, purpurroter,
an der Basis geknieter, oben kurz hakig gekrümmter Seta hängend, mit dem
kürzeren, angeschwollenen, abgerundeten Hals von halber Urnenlünge verkehrt
eiförmig oder kugelig-birnfórmig, nach der Mündung zu verschmälert,
kleinmündig, derbwandig, kastanienbraun bis schwarzbraun, mit kleinem,
hoch gewólbtem, mit Warze versehenem, glünzend rotbraunem Deckel und 3 bis
4zellreihig sich abrollendem Ring, trocken unter der engen Mündung nicht
verengt, auch entleert nur wenig veründert. Peristomzühne gelb, unterhalb der
Mündung inseriert, trocken aufrecht mit eingekrümmten, helleren, ziemlich
breiten, papillósen Spitzen, gesäumt und mit gegen 30 inneren Lamellen.
Membran des nicht mit dem Sporensack sich ablósenden inneren Peristoms
gelb, von halber Zahnhóhe, mit schmal durchbrochenen, fast gefensterten Fort-
sätzen und papillósen, mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 19-16 u,
gelb bis rostbraun und fein punktiert. Reife im Juli und August. Br. eur.
Vol. EV, Tab. 383.
Auf feinem Ufersande und den Sandbünken der Gletscherbüche, seltener an
Tufffelsen, von der Bergregion in 750 m aufwürts bis 2100 m in den Zentralalpen,
jedoch auch aus Südfrankreich und Norwegen, sowie von den Rocky Mountains
Nord-Amerikas bekannt; von Pfarrer Blind und W. Ph. Schimper 1836 am Bern-
hardin in Graubünden entdeckt. S. XV, 14, a und b) Bll., c) vergrösserter Spross,
d) Kapsel, e) Habitusbild; gez. nach von J. Breidler in Tirol und von E. Jórgensen
in Norwegen ges. Expll.
75. Bryum oblongum Lindb. 1883.
Br. laetum Lindb. 1883; ef. Rbh. Kr. FI. IV, 2, S. 421 und Lindb. & Arnell: Musei Asiae
borealis 1890, S. 38.
Zweihäusig, gemischtrasig; die 6 Blüten mit flachrandigen, stumpfen,
eifórmigen oder eilänglichen Hüllbll. und langen, hellrótlichen Paraphysen.
Der vorigen Art sehr nahe verwandte, herdenweise oder zu lockeren, bleich-
grünen Räschen vereinte, tief in den Boden eingesenkte, kleine Pflänzehen mit
bis 5 mm langen Segen und steifen, fast fadenförmigen Innovationen, abwärts
mit schwärzlichbraunen Wurzelhaaren. Bll. ungesäumt, hohl und ganz-
randig, nicht herablaufend, die unteren klein und schuppenförmig, stumpf
und flachrandig, aufwärts grösser, breit eiförmig und stumpf, die oberen
aus breiter, abgerundeter Basis verlängert elliptisch und stumpflich zu-
gespitzt, mit einseitig umgebogenem Rand und an der Basis roter, aufwärts
gelbbräunlicher, stets vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren
wie bei voriger Art. Blattzellen locker und dünnwandig, nicht getüpfelt,
rhombisch und rhomboidisch bis 6 seitig, 14—18 u, am Rand oberhalb schmäiler,
an der Basis mehr rektangulür und rötlich, in den Ecken kürzer. Äussere
Perichätialbll. fast zungenförmig mit etwas kappenförmiger, stumpflicher Spitze
und längs umgerolltem „Rand, die innersten kürzer, lang und scharf zugespitzt.
Kapsel auf 0,5—1,5 cm langer, bräunlichroter, oben kurz bogig gekrümmter
Seta hängend, aus allmählich erweitertem Halse von mindestens halber Urnen-
— 101 —
länge ellipsoidisch, resp. regelmässig birnförmig, derbwandig, dunkel braunrot
bis schwärzlich purpurn, mit ziemlich breitem, gewölbtem, mit Spitzchen
versehenem, glänzend rotem Deckel und 3reihig stückweise sich ablösendem
Ring, entleert unter der Mündung nicht verengt. Peristomzähne bräunlichgelb
mit rotbrauner Insertion, schmal gesäumt und mit etwa 20 gleichweiten inneren
Lamellen. Membran des nicht mit dem Sporensack sich ablösenden inneren
Peristoms gelb, von 1/4 bis halber Zahnhöhe, mit nicht zwischen den Zähnen
durchtretenden, schmal oval gefensterten bis klaffenden, schmalen Fortsätzen
und mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 18— 20 u, gelbgrün und
fein papillös oder fast glatt. Reife im September.
Auf feuchtem Sande bei Helsingfors in Finnland 1880 von S. O. Lindberg
entdeckt, auch bei Torp in Schweden, sowie bei Opdal und Nyborg in Norwegen
inzwischen aufgefunden, sowie von Arnell bei Tschulkova und von J. Sahlberg
bei Kantaika in der subarktischen Region Sibiriens ges. Verhält sich zu Blindii
ähnlich, wie arenareum Jur. zu atropurpureum und kann daher auch als var. von
Blindii betrachtet werden. S. IX, 8, a) Spross, b) Habitusbild in natürlicher
Grösse, c) Sprossbl, d und e) Kapseln, f und g) Bll; gez. nach einem von J. Hagen
am 14. August 1893 in Norwegen ges. Expl.
76. Bryum argenteum L. 1753.
Hypnum Schrank 17 3, Mnium Hoffm. 1796, Argyrobryum Kindb. 1883; ef. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 541.
Zweihäusig in gemischten 6 und و Rasen; die dick knospenförmigen
d Blüten mit scharf zugespitzten äusseren und breit eifórmigen, nur kurz und
stumpflich zugespitzten, abwärts gelben inneren HüllblL, sowie mit rótlichen,
dicken Antheridien und zahlreichen, längeren, orangegelben Paraphysen. Aus-
gedehnte, oft unregelmässige, mehr oder weniger dichte, weisslichgrüne bis
silberweisse, trocken seidenglünzende Rasen mit aufrechten, abwürts
mit feinwarzigen, braunen Wurzelhaaren besetzten Stengeln und kätzchen-
fórmigen Sprossen; auf trockenen Standorten oft mit eifórmigen Bulbillen in
den Blattachseln. Stamm- und Astbll dachziegelig, hohl, eifórmig und
zugespitzt oder plötzlich in eine längere, schmale, hyaline Spitze ausgezogen,
die Schopfbll. aus elliptischer Basis mehr allmählich verschmälert, nicht herab-
laufend, ungesäumt, flach- und ganzrandig, mit dünner, an der Basis rötlicher,
bereits über der Blattmitte verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren
mit 2 grossen basalen Deutern ohne Begleiter, wenigen (etwa 4) substereiden
Füllzellen und meist 4 lockeren Rückenzellen. Blattzellen dünnwandig, nach
der Spitze zu hyalin und rhombisch, 12 u und 4— 6 mal so lang, mitten rhombisch-
6seitig, 14— 15 u und etwa 3 mal so lang, nach der Basis zu mehr rektangulär
bis quadratisch, rötlich und etwa 18—20 u. Kapsel auf 1—2 cm langer, oft
ungleichlanger, dünner, roter, oben kurz hakig gekrümmter Seta hüngend und
regelmüssig, 2—2,7 mm lang, aus sehr kurzem Hals von !/,—"/, Urnenlänge
ellipsoidisch, blutrot, im Alter dunkler, mit flach gewölbtem bis kegeligem,
niedrigem, etwas spitzem, resp. mit Spitzchen versehenem, orangerotem, etwas
glänzendem Deckel und 3 reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der
— 102 —
Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand
etwa 8 Reihen abgeplattet oder kleiner. Peristomzühne unterhalb der Mündung
inseriert, orangefarben mit helleren Spitzen, abwürts gesäumt, innen mit 22 bis
24 Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich, von halber Zahnhöhe,
mit ritzenfórmig durchbrochenen, trocken zwischen den eingekrümmten Zähnen
durchtretenden Fortsätzen und mit langen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 10—13 u, gelblich und glatt. Reife vom Herbst bis zum Frühjahr.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 384.
Auf sandigem und steinigem Boden, an Wegen und auf Äckern, an Felsen,
auf Ziegeldächern und Kohlstellen etc., von der Ebene bis in die Alpenregion mit
Frucht bis in 1500 m, steril bis in 2500 m häufig. Nach Arnell in der arktischen
Region Sibiriens im Jeniseithale fast ebenso häufig, wie. in südlicheren Gegenden.
Ebenso auf Spitzbergen, in Grönland, sowie in Amerika, und über fast alle Länder
der Erde verbreitet; war schon Dillen in Giessen 1718 bekannt. S. AVEL S
a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) Blattquerschnitt, f) Habitusbild, g und h)
Bulbillen aus den Blattachseln; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. majus Br. eur. in dichteren, höheren, bläulichgrünen Rasen mit fast
spitzenlosen Bll. und nur wenig darüber hervorragender Kapsel — an feuchten
Standorten; .
var. lanatum Br. eur. mit kurzen, dicken, silberweissen Sprossen, lang
zugespitzten Bll. mit in ein hyalines Haar austretender Rippe und mit kürzerer,
lang gestielter Kapsel — an sonnigen, trockenen Standorten, auf Mauern und an
Felsen (Rev. br. 1899, S. 41). $. XI, 6, a und b) Bil, c und d) Kapseln; gez.
nach auf der Schlossgartenmauer dahier bei Laubach ges. Expll.
Br. pseudo-argenteum Warnst. ist mir nicht bekannt geworden.
Br.arvense Warnst, welches Loeske am Wannsee bei Berlin ges. hat, ist
die grüne Schattenform von Br, argenteum und var. lanatum, beide vermischt.
Bryum Venturi C. Müll., resp. De Not. 1869.
Br. elegans Vent. & Bott. 1884; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 542.
Gleichhohe, büschelartige, bis jetzt nur steril bekannte, nicht verwebte, mit
Gletscherschlamm durchsetzte Rasen mit bis 4 cm langen, schlaffen, gleichmässig
beblätterten, kätzchenförmigen, nur am Grunde spärlich wurzelfilzigen, wenig
geteilten Stengeln. BU. locker dachziegelig anliegend, bleichgrün, aus halb umfassender,
flügelartig herablaufender Basis breit eifórmig und zugespitzt, mit
scharfem Spitzchen, nicht gesüumt, hohl, flach- und ganzrandig, mit nicht roter,
aufwürts sehr schmaler, weit vor der Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt
der letzteren homogen, am Grunde 4schichtig, auch die zahlreichen Bauch- und
Rückenzelen kaum differentiiert. Blattzellen dünnwandig, nur schwach getüpfelt,
rhombisch-6 seitig, oben 14 u und bis doppelt so lang, mitten 10 u und 4—5 mal
so lang, abwärts gegen die Basis verlängert und 16 u, jedoch an den herablaufenden
Blattflügeln meist lockerer und kurz rektangulär bis quadratisch.
An Gletscherbächen der Hochalpe Saent im Rabbithale Süd-Tirols durch
۲۰ Venturi entdeckt. Weicht nach Limpr. durch den Bau der Rippe von den
übrigen Vertretern dieser Gattung ab, weshalb seine Stellung im System noch
zweifelhaft ist (non vidi).
— 103 —
C. Eubryum sens. str.
Inneres Peristom frei. Bill. gesäumt oder ungesäumt. Querschnitt der
Rippe typisch mit meist medianen Deutern und mit Begleitern. GO Blüten
knospenfórmig.
a) Blütenstand zwitterig.
Von den Arten dieser Unterabteilung gehören nach Broth. Jr. bimum und
cuspidatum zur Pseudotriquetrum-Gruppe Amanns, Dr. pycnodermum zu den Leuco-
dontia (Am.) und Dr. torquescens zu den Trichophora Kindbergs, alle übrigen Arten
aber zur Gruppe der Caespitibrya Podperas.
a. Bll. gesäumt.
77. Bryum Warnstorfii Ruthe 1899.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 775.
Zwitterig und mit zahlreichen 6 Blüten. Ausgedehnte, dichte, niedrige,
nur 1—2 cm hohe, unten verfilzte, trüb rotbraune Rasen mit schopfigen Stengeln
und zahlreichen, meist mit einer Blüte abschliessenden Innovationen. Wenn
auch nach den vegetativen Organen mit Br. bimum im allgemeinen über-
einstimmend, durch das Sporogon davon doch sehr verschieden. Kapsel auf
nur 1,5—2 cm langer, oben kurz bogig oder hakig gekrümmter Seta nickend
bis hängend, rotbraun, mit dem der Urne gleichlangen Halse länglich birn-
förmig, regelmässig, seltener schwach gebogen und etwas hochrückig, mit hoch
kegelig gewölbtem, mit Warze oder stumpfem Spitzchen versehenem Deckel
und 2—3reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung verengt.
Peristomzähne orangefarben mit roter Insertion und heller, papillöser Pfriemen-
spitze, innen mit nur 20—25 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
halber Zahnhöhe, mit gefensterten Fortsätzen und papillösen, teils knotigen,
teils mit längeren oder kürzeren Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen
16—20 u, grünlichgelb bis ockergelb und durch zerstreute flache Warzen ge-
körnelt. Reife im Juni.
In der Nähe des Bahnhofs bei Usedom in Pommern auf sandigem, mit ver-
modertem Holz vermischtem Boden 1898 von R. Ruthe entdeckt. S. XX, 5, a
bis c) Kapseln; gez. nach Originalexpll. von Ruthe.
78. Bryum bimum Schreb. 1771.
Mnium Brid. 1803, Br. pseudotriquetrum 8 bimum Sehwgr. 1816. Br. ventricosum var.
8 Hook & Tayl. 1818; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 496.
Zwitterig mit zahlreichen rótlichen Antheridien und Paraphysen und
nur selten rein و Blüten. Ausgedehnte, habituell an Br. pseudotriquetrum er-
innernde, mässig dichte, oben olivengrüne, abwärts rötlichbraune bis schwärzlieh-
rote, 2—4 und selbst bis 12 cm hohe Rasen mit geteilten oder büschelästigen,
bis zum Sehopfe dicht rostfilzigen Stengeln. Bl. aufrecht abstehend, ziemlich
derb, unten rot, aus halbumfassender, etwas herablaufender Basis eilanzettlich
oder elliptisch und kurz zugespitzt, die inneren Schopfbll mehr elliptisch
e qp is
verlängert und zugespitzt, durch 3—6 verdickte, gelbliche Zellreihen breit ge-
säumt, gekielt, mit bis zur gezühnten Spitze stark umrolltem Rand und
krüftiger, an der Basis roter, aufwürts brüunlicher, als kurze, gezühnte
Stachelspitze austretender, nur bei den Bll. steriler Sprosse mit oder vor
der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren meist mit 3 lockeren
Bauchzellen, 4 kleinen medianen Deutern nebst Begleitern, 8—10 differentiierten
Rückenzellen und 2—4schichtigen, abwärts roten Stereiden. Blattzellen klein
und ziemlich dickwandig, oberwärts rhombisch-6 seitig, 14—18 u und 2—3 mal
so lang, fast von doppelter Sporenbreite, abwärts mehr rektangulär, 18—24 u
und 4—5 mal so lang, an der Insertion rot, breiter und kürzer, namentlich
auch in den Ecken lockerer, 30—35 u. Perichätialbll. klein, lanzettlich, die
innersten flachrandig und mit nicht austretender Rippe. Kapsel auf 3-4
und selbst 6 cm langer, dünner, purpurroter, oben meist ösenartig gekrümmter
Seta hängend, bis 3,5 mm lang, aus sehr kurzem, nicht abgesetztem Halse
verkehrt eilänglich bis länglichbirnförmig, regelmässig, gelbbraun bis kastanien-
braun, derbwandig, mit breitem, gewölbt kegeligem, mit Spitzchen versehenem,
etwas glänzendem Deckel und breit sich abrollendem Ring, trocken unter
der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am
Urnenrand wenige Reihen rundlich 4—6 seitig, Peristomzähne nahe der
Mündung inseriert, sehr lang und gleichmässig verschmälert, bleichgelb mit
roter Insertion und hyalinen, papillösen Spitzen, breit gesäumt und mit über 30
inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich, von halber Zahn-
höhe, mit gefensterten Fortsätzen und je 2—3 mit sehr langen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen nur 10—14 u, gelb oder grünlichgelb und fast
glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 363.
Auf sumpfigen Wiesen und Torfmooren, in nassen Ausstichen und an feuchten
Felsen von der Ebene bis in die Bergregion in 2000 m durch Europa und fast
über den ganzen Erdkreis bis in die arktische Region verbreitet, seltener in der
Alpenregion; von Schreber bereits 1771 bei Leipzig entdeckt, jedoch auch schon
Dillen 1718 um Giessen bekannt. Wurde sehr häufig mit dem 2 häusigen pseudo-
triquetrum verwechselt. S. XII, 4, a und b) Bll., c) Kapsel, d und e) Blattquer-
schnitte, f) Kapseldeckel; gez. nach in Torfmooren unweit Darmstadt ges. Expll.
Andert vielfach ab als:
Var. longieollum Warnst. mit langem Kapselhals von fast Urnenlänge und
schmaler, bogig gekrümmter Kapsel — bei Altruppin in der Mark (Preussen);
var. obtusioperculatum Warnst. mit dickem, fast halbkugeligem, stumpfwarzigem
Kapseldeckel — ebendaselbst;
var. subnivale Molendo, eine kleinere Alpenform aus den Algäuer Alpen
vom Rauheck in 2450 m;
var. Wilhelmi Podp. in mindestens 4 cm hohen Rasen, mit als kurze, kräftige
Stachelspitze austretender Rippe und kürzerer, plötzlich breit birnförmig erweiterter,
resp. unter der Mündung stark eingeschnürter Kapsel — in Böhmen in 1434 m
von J. Wilhelm 1898 ges. |
Bryum nudum Arnell (Rey. br. 1898, S. 7), welches Arnell bei Turukansk
im Jeniseithale Sibiriens in 65° 55’ n. Br. am Fusse von Baumstämmen 1866
— 105 —
entdeckt hat, soll Br. bimum zwar nahestehen, jedoch durch lockereres Zellnetz und die an
der Basis hellgelben Peristomzähne sich davon unterscheiden. S. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 761.
Br. eratoneuron Podp. scheint nach der Beschreibung der folgenden Art
nahe zu stehen (non vidi) Es soll sowohl synöcisch wie diócisch sein.
79. Bryum cuspidatum Schpr. 1876,
Webera affinis Bruch. 1826, Pohlia paradoxa Hüben. 1833, Br. hybridum Bruch. 1839,
Br. affine Lindb. 1879, Br. bimum v. cusp. Br. eur. ERE Br. cirratum v. Husnot. 1889,
Br. paradoxum Jur. 1882; cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr.
Zwitterig, mit zahlreichen gelben, unten rötlichen Paraphysen. Meist
niedrige, dichte, innen wurzelfilzige, höchstens bis 2 cm hohe Rasen mit wurzel-
filzigen Stengeln und je 1 oder 2, etwa 4—6 mm hohen Innovationen. BI
herablaufend, schmäler als bei binum, die unteren klein eifórmig oder elliptisch
und kurz zugespitzt, die oberen in einen lockeren Schopf zusammengedrüngt,
viel grósser, bis 3,8 mm lang, aus herablaufender, eifórmiger Basis sehr lang
lanzettlich zugespitzt, nur schmal 2—3reihig gelb gesäumt, ganzrandig,
mit längs umgeschlagenem bis umgerolltem Rand und unten rötlicher, aufwärts
gelbgrüner, als mehr oder weniger langer Stachel austretender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren im kräftigeren Teile rund, mit 4 kleinen medianen
Deutern nebst Begleitern, 4 mittelgrossen Bauchzellen, etwa 10 differentiierten
Rückenzellen und zahlreichen stereiden Füllzellen. Blattzellen dünnwandig,
aufwürts rhombisch-6seitig, oben nur 12—14 u, mitten 15— 18 u und etwa
3mal so lang, an der Basis rot, mehr rektangulür, auch an den etwas herab-
laufenden Ecken verlängert rektangulär und nur 20—25 u. Innere
Perichätialbll. kleiner, mit breit umgerolltem Rand und langer Stachelspitze.
Kapsel auf 2—3 cm langer, selten längerer Seta übergeneigt bis hängend, aus
fast gleichlangem, verkehrt kegelfórmigem Halse schmal ellipsoidisch, braun,
mit breitem, gewölbtem und mit Spitzchen versehenem, firnissglänzendem
Deckel und mehrzellreihig sich abrollendem Ring, trocken und entdeckelt
unter der Mündung etwas verengt. Peristomzähne lang und breit, allmählich
verschmälert, gelb mit orangefarbener Insertion, breit gesäumt und mit über
30 inneren Lamellen. Membran des blass gelblichen inneren Peristoms von
halber Zahnhöhe, mit breit gefensterten Fortsätzen und mit langen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen 9—12 u, gelb und glatt, zuweilen auch etwas
ungleich, rund und oval und alsdann 9—12 und 14—16 u. Reife im Sommer.
An Mauern und feuchten Felsen hier und da in der Ebene und Bergregion
verbreitet; von Bruch an Sandsteinfelsen bei Zweibrücken entdeckt. Wird öfters
mit cirratum verwechselt. Nach Arnell im Jeniseithale € bis in die
arktische Region eines der häufigsten Moose. S. XII, 2, a und b) BIL, c) Kapsel;
gez. nach dahier bei Laubach in einem Steinbruch ges. Expll. — d) Kapsel, gez.
nach einem Expl. aus Norwegen.
Var. obtusiusculum Lindb. mit kürzer zugespitzten Bll. und in der Spitze
sich auflósender Rippe — im Norden. Eine mehr an cirratum erinnernde Form
mit grósserer Kapsel auf bis 5 mm langer Seta und stumpferem Kapseldeckel fast
i
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— 106 —
ohne Warze oder Spitzchen sammelte ich auf einer mit Steinkohlenasche gedüngten
Stelle der Wiese hinter dem Darmstädter Friedhof.
Bryum savatile Hagen, welches Hagen im August 1893 bei Skjerstad
im arktischen Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, 8. 762), soll sich von
Br. cuspidatum durch heteröcischen Blütenstand (9 and G), breitere Bll. mit
dünnwandigem Zellnetz und kurz auslaufender Rippe, sowie entfernt papillöse Sporen
von 15—17 u unterscheiden (non vidi).
80. Bryum pycnodermum Limpr. 1884.
cf. Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 345.
Zwitterig, auch mit vereinzelten & Blüten. Herdenweise vereinte
Pflanzen mit bis 1,5 em hohen, etwas schopfig beblätterten, schwärzlichbraun
verfilzten Stengeln und je 1—2 weinrötlichen Innovationen. Bll. trocken etwas
verbogen locker anliegend, feucht abstehend, aus enger, etwas herablaufender
Basis elliptisch bis elliptisch verlängert und lanzettlich zugespitzt, bis 3,3 mm
lang, durch 3—4 Reihen zwei- und dreischichtiger, bräunlicher Zellen
wulstig gesäumt, mit gezähnter Spitze, an der Basis etwas umgebogenem
Rand und dunkel rotbrauner, in den Schopfbll. als gezähnter Stachel aus-
tretender, in den Sprossbll. mit der Spitze endender Rippe. Querschnitt der
letzteren mit 2—3 sehr lockeren Bauchzellen, 3—4 medianen Deutern
nebst Begleitergruppe, 8—12 lockeren Rückenzellen und 2—3 schichtigen
Stereiden. Blattzellen oben rhombisch-6 seitig, 16—25 u und meist 2,5—4 mal
so lang, an der Basis rektangulär und meist nicht breiter, auch nicht gerötet.
Innere Perichätialbll. kleiner und mit bis über die Mitte umgebogenem Rand.
Kapsel auf 3—6 cm langer, braunroter, dünner, oben kurz bogig oder hakig
gekrümmter Seta fast hängend, regelmässig, aus engem, zuweilen schwach bogig
gekrümmtem Halse von etwa ?/, Urnenlünge eilänglich, derbwandig, rotbraun,
mit flach gewölbtem, mit Warze versehenem, etwas glänzendem, gleichfarbigem
Deckel und 2reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung wenig
oder kaum verengt, entleert nicht verändert, zuletzt schwürzlich. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig, am roten Urnenrand 2 Reihen abgeplattet.
Peristomzähne an der Basis verbunden, bräunlichgelb, ziemlich lang, über der
Mitte rasch verschmälert, schmal gesäumt, grob papillös, aussen sehr eng ge-
feldert und punktiert, innen mit 25—30 und mehr Lamellen. Membran des
unten etwas anhängenden inneren Peristoms gelblich und papillös, von !/, bis
halber Zahnhöhe, mit lanzettlich-pfriemenförmigen, geschlitzten bis klaffenden,
trocken zwischen den Zähnen durchtretenden Fortsätzen und mit Anhängseln
versehenen Wimpern. Zuweilen hängt das innere Peristom dem äusseren in
dem unteren Teile der Zähne etwas an, sodass das Peristom demjenigen eines
Ptyehostomum ähnlich erscheint. Sporen meist 25—33 u, zuweilen auch etwas
kleiner, nur 22—28 u, olivengrün bis rostfarben und warzig. Reife im September
und Oktober.
Im Ufersande der Driva bei Stordal in Norwegen im September 1883 von
Pfarrer Chr. Kaurin entdeckt. S. IX, 3, a und b) Bll, c und d) Schopfbll.
e) Kapsel, f) TR g und h) Kapseldeckel, i) Peristom, k) Blattquerschnitt;
— 17 —
gez. nach einem von Chr. Kaurin ges. Originalexpl, sowie nach von J órgensen
im Thal Foldalen in Norwegen ges. Expll.
81. Bryum torquescens Br. eur. 1839.
Br. capillare v. torquescens Husnot 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 498.
Zwitterig mit rötlichen Antheridien und gelben Paraphysen. Br. capillare
sehr ähnliche, breite, niedrige, nur ausnahmsweise bis 9 em hohe, gelblich-
bis bläulichgrüne, innen schwarzrot verwebte und verfilzte Rasen mit kurzen
Stengeln, schopfigen Innovationen und schlanken sterilen Sprossen. BIL trocken
spiralig links gedreht, feucht aufrecht abstehend, die unteren länglich-
lanzettlich, die Schopfbll. aus abgerundeter Basis verkehrt eilänglich bis
spatel-zungenförmig, hohl, am Rand 2—3reihig gelblich schmal gesäumt, ganz-
randig, mit in der unteren Hälfte zurückgeschlagenem Rand, zuweilen undeutlich
gesägter Spitze und rötlichbrauner, als glatte oder gezähnte Pfriemenspitze
auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren über der Basis mit 2 lockeren
Bauchzellen, 4 kleinen medianen Deutern nebst Begleitergruppe, 7—9 etwas
flach ovalen, differentiierten Rückenzellen und 2—3reihigen, rotgelben, dick-
wandigen Füllzellen, resp. Stereiden, oben mit nur 2 basalen Deutern und mehr
zentrierter Begleitergruppe zwischen den Stereiden. Blattzellen oberwärts
rhombisch-6 seitig, meist 16—20 u und etwa 4mal so lang, abwärts mehr
rektangulär, an der Basis rötlich, in den runden Ecken daselbst lockerer,
kürzer und breiter, etwa 30 u. Kapsel auf 2—3 cm langer, roter, geschlüngelter,
oben bogig gekrümmter Seta nickend bis hüngend, mit dem kurzen, etwas ge-
krümmten, nicht abgesetzten Halse von halber Urnenlänge lang verkehrt-
kegelig oder keulenfórmig, derbwandig, blutrot bis dunkel rotbraun, mit
hochgewölbtem, mit scharfer Spitze versehenem, glänzend rotbraunem
Deckel und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand meist rektangulär und sehr dick-
wandig, am Urnenrand 4 Reihen querbreit und quadratisch. Peristomzähne
dicht an der Mündung inseriert, sehr lang, intensiv gelb und gesäumt, mit
hyaliner, papillöser Pfriemenspitze und 25—30 inneren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms gelb, von halber Zahnhöhe, mit breiten, trocken zwischen
den Zähnen durchtretenden, gefensterten Fortsätzen und mit mässig langen
Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 10--14 u, olivengrün bis braun und
punktiert, oder auch nur 8—12 u, mehr gelbbräunlich und fast glatt. Reife
im Mai. Br. eur. Vol. IV, Tab. 358.
Auf kalkhaltigen, erdbedeckten Felsen und an Mauern im südlichen und süd-
westlichen Europa häufig, seltener in der mittleren Zone, wie z. B. dahier bei
Laubach, jedoch auch noch im südlichen Schweden. Nach der Rev. br. (1899,
8. 67) auch aus Tunis bekannt, nach Jaeger & S. sogar fast über die ganze Erde
verbreitet; von Kneiff 1822 an den Festungsmauern bei Strassburg entdeckt und
als Br. oblongum verteilt. S. XII, 3, a und b) BlL, c) Kapsel, d inr e) Blatt-
querschnitte; gez. nach einem von Schimper bei Strassburg bass Expl. ie
Var. fuscescens = Br. fuscescens Spruce mit abweichendem autócischen
Blütenstand, indem die Blüten als kleine, seitenständige Knospen neben E
— 108 —
C oder auf eigenen Innovationen sitzen; von Spruce in den Landes in Frank-
reich entdeckt.
82. Bryum nitidulum Lindb. 1866.
eL. Rbh. Kr: FL IV, 2,8, 347.
Zwitterig mit gelblichen Paraphysen und zahlreichen Antheridien und
Archegonien; letztere meist grün mit purpurrotem Halse. Dichte, gelbgrüne,
trocken glänzende, abwärts rötliche, dicht braunfilzige, niedrige Rasen mit
wenig verzweigten Stengeln und sehr kurzen, meist knospenförmigen, oder etwa
3 mm langen, schmäleren Innovationen. Bll. aufwärts allmählich grösser,
breit oval und etwas spitz, resp. mit stumpflichem, zurückgebogenem Spitzchen,
schmal 2reihig gesäumt, ganzrandig, mit bis zur zurückgebogenen Spitze
umgerolltem Rand und dicker, fast auslaufender Rippe. Blattzellen klein,
namentlich nach der Spitze zu immer kleiner werdend, diekwandig und ge-
tüpfelt, an der Basis etwa 20 u, rötlich und rektangulär, oberwärts mehr un-
regelmässig rhombisch oder rhombisch-6 seitig, nur 12—16 u und bis doppelt
so lang. Äussere Perichätialbll. gross, breit oval, scharf zugespitzt und breit
umgerollt, mit kurz austretender Rippe, die inneren kleiner, einem gleich-
schenkligen Dreieck ähnlich und mit als kurzes Spitzchen austretender Rippe.
Kapsel auf 0,8—1,5 cm langer, rötlicher, oben hakig gekrümmter Seta hüngend,
klein, schwach hochrückig, oval-birnfórmig, dünnwandig, etwas glünzend,
blassgelb, grossmündig, mit allmählich verschmälertem Halse, kurz kegeligem,
mit Spitzchen versehenem, oder stumpflichem, glänzend braunrotem Deckel und
3reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht verengt. Peristom-
zühne blassgelb, lanzettlich-pfriemenfórmig, innen mit dicht gestellten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von halber Zahnhóhe, mit schmalen, ritzenfórmig
durchbrochenen, oben mit Anhängseln versehenen Fortsätzen und mit langen An-
hüngseln versehenen Wimpern. Sporen klein, nur8—12 u, bräunlichgelb und fast glatt.
Am Bell Sound auf Spitzbergen von Vahl 1836 entdeckt und später von
Malmgren, S. Berggren etc. reichlicher ges.; auch aus Grönland bekannt. Soll
nach Berggren teils zwitterige, teils einhäusige Blüten besitzen und subrotundum
nahe verwandt sein, sowie auch in Skandinavien vorkommen. Eine von mir unter-
suchte Knospe hatte rein © Blüten. S. VIII, 2, a und c) Bil, b) Perichätialbl.,
d) Habitusbild, e und f) Kapseln; gez. nach einem von S. Berggren 1868 auf
Spitzbergen ges. Expl. Scheint Br. gilrum (Br. concavum) Hagen nahe zu stehen.
Bryum limosum Hagen, welches von Fridtz um Elvenes in Norwegen
1890 entdeckt und auch von Hagen und Ryan an verschiedenen Standorten auf-
gefunden wurde (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 763), soll heteröeischen Blütenstand
(2 und d), gesäumte, hohle, nicht herablaufende Bll. mit auslaufender Rippe und
schmal umgebogenem Rand, etwas veründerliche, 0,5— 1,5 mm lange Kapsel auf
2 cm langer Seta und grüne, papillóse Sporen von 22 u besitzen (non vidi).
83. Bryum microstegium Br. eur. 1846.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 499.
Zwitterig mit gelben, an der Basis violettrótlichen Paraphysen. Sehr
niedrige, habituell an schmalkapseliges subrotundum erinnernde, dichte, nur
— 109 —
wenige mm hohe Räschen mit mehrmals geteilten, am Grunde wurzelhaarigen
Stengeln und kurzen, knospenförmigen Innovationen. Die wenigen unteren
Bll. klein eilanzettlich und mit vor der Spitze verschwindender Rippe, die
Schopfbll. sehr dicht, fast dachziegelig aufrecht abstehend, mehr elliptisch und
lanzettlich zugespitzt, die inneren lang zugespitzt, kielig-hohl, schmal 2 reihig
gesäumt, flachund ganzrandig, mit krüftiger, unten violett-purpurner, aufwärts
gebräunter, nur bei den unteren Bll. vor der Spitze verschwindender, sonst
mehr oder weniger lang austretender, zuweilen an der Spitze leicht gezähnter
Rippe. Blattzellen etwas dünnwandig, an der Basis violettrot, 15—18 بر und
mehr rektangulär, in den Ecken lockerer, 20—25 u, oben schmal rhombisch,
14 u und etwa 5 mal so lang. Innere Perichätialbll. fast ungesäumt,
schmal lanzettlich, und mit lang austretender Rippe. Kapsel auf 9-3 cm langer,
purpurner, oben bogig gekrümmter Seta nickend, mit dem schmalen, kürzeren
Hals von meist nur halber Urnenlänge länglich-birnförmig, bis 3 mm lang,
regelmässig und kleinmündig, hell bräunlich, mit kleinem, gewölbt kegeligem,
mit Spitzchen versehenem, orangegelbem Deckel und 2reihig sich abrollendem
Ring, trocken unter Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig, mit breiten hellen Rändern, am roten Urnenrand 1—2 Reihen
quadratisch. Peristomzähne nahe an der Mündung inseriert, bleichgelb mit
orangefarbener Insertion und mit hyalinen Spitzen, kaum gesäumt, über der Mitte
ziemlich rasch verschmälert und mit mindestens 20—22 deutlichen inneren
Lamellen. Membran des fast hyalinen inneren Peristoms von mehr als !/, Zahn-
höhe, mit breit gefensterten, trocken zwischen den Zähnen durchtretenden
Fortsützen und mit langen Anhängseln versehenen, zarten Wimpern. Sporen
21—25 u, gelb und gekörnelt. Reife im Juli. Br. eur. Vol. IV, Tab. 362.
Auf trockener Erde in der Alpenregion selten; von W. Ph. Schimper an
Wegründern bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen entdeckt und auch
aus Grönland und Labrador bekannt. S. VIII, 1, a) BL, b und c) Kapseln,
d) Hüllbl. mit Blüte, e) Habitusbild, f) Peristom; gez. nach einem von E. Joergensen
1892 bei Mandalen im arktischen Norwegen ges. Expl.
Var. helvetieum mit teilweise unvollständig ausgebildeten Wimpern des
inneren Peristoms — von Dr. H. Graef 1885 bei Trafoi in der Schweiz ges. S. XII, 10,
a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Peristom, f) Habitusbild; gez. nach einem
von Limpricht und Schliephacke als mierostegium bestimmten Originalexpl.
(comm. Warnstorf).
Bryum submicrostegium Kindb., welches Kindberg bei Kongsvold in
Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 764), soll Sporen von 10 u und
Wimpern mit langen Anhängseln besitzen (non vidi).
Bryum misandrum Hagen, welches Hagen bei Skjerstad im arktischen Nor-
wegen im August 1893 ges. hat (cf. Rbh. sen 3 8. (65), soll sich von
Br. microstegium durch deutlich gelb gesäumte Bll. und die horizontale, unter
der Mündung eingeschnürte Kapsel mit breitem یه i Deckel, sowie
viel breitere, klaffende oder breit gefensterte Fortsätze des inneren Peristoms
und Sporen von 16— 20 u unterscheiden (non vidi).
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— 110 —
84. Bryum aretogaeum Hagen 1901.
Musei Norv. bor., S. 230; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 765.
Zwitterig. Niedrige, nur 0,8—1 cm hohe, sattgrüne, abwärts braune,
dichte, verfilzte Räschen mit nur kurzen, schopfig beblütterten Stengeln und
Innovationen. Bll. trocken anliegend, nicht herablaufend, hohl, die unteren
kleiner und nicht oder kaum gesäumt und flachrandig, die Schopfbll. breit
eiförmig und fein scharf zugespitzt, 1,5 mm lang, undeutlich gesäumt, mit
mehr oder weniger umgeschlagenem Rand, vollständiger oder kurz aus-
tretender Rippe und undeutlich gezähnelter feiner Spitze. Blattzellen zart-
wandig, an der Basis fast quadratisch oder kurz rektangulär, 25—30 u, aufwärts
allmählich schmäler, verlängert-6 seitig und 12—17 u, am Rand in 2—3 Reihen
enger und fast linear. Innere Perichätialbll. aus eiförmiger Basis fein zugespitzt,
flachrandig, ungesäumt und mit dünner Rippe. Kapsel auf 1,5—1,8 cm langer,
oben gebogener Seta übergeneigt bis nickend, matt hellbraun, 2,5 mm lang,
mit dem kürzeren Hals von وی Urnenlänge schmal keulig-birnförmig, mit
hochgewölbtem, mit Warze versehenem, glänzendem Deckel und 3reihig sich
ablösendem Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt. Peristomzähne
gelb, schmal gesäumt und mit roter Insertion. Membran des inneren Peristoms
von halber Zahnhóhe, gelblich und dicht punktiert, mit gefensterten Fortsützen
und kräftigen papillösen Wimpern mit Anhängseln. Sporen 17—22 u, gelb
und sehr fein punktiert. Reife im Juli und August.
Auf nackter Erde bei Vadsö (Finmarkens Amt) im arktischen Norwegen von
W. E. Nicholson am 3. August 1896 ges. S. XIII, 6, a) Schopfbl., b) inneres
Perichütialbl, c und d) Kapseln, e) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl. aus
dem Herbare von W. E. Nicholson. Mit Br. intermedium verwandt und gleichsam
dessen arktische Form. Stimmt übrigens (abgesehen von dem Peristom) in vieler
Beziehung mit der Abbildung von Br. imbricatum Schwgr. in der es europaea
ziemlich überein.
85. Bryum intermedium (Ludw.) Brid. 1819.
Mnium Ludw. 1802, Pohlia Brid. 1803, Hypnum W.& M. 1807, Webera Schwer. 1816,
Br. pallescens 4 iiem Sehwgr. 1830, Br. turbinatum v. Hook & En 1818; cf. Rbh.
Kr. FL IV, N
Z gegen mit zahlreichen rötlichen Antheridien und längeren gelb-
rótlichen Paraphysen. Ausgedehnte, niedrige, höchstens 1—2 cm hohe, lebhaft-
oder gelbgrüne, unten braunfilzige, ziemlich dichte Rasen mit roten Stengeln,
kurzen schopfigen Innovationen und verlängerten, schlanken sterilen Sprossen.
Untere Bll. eilanzettlich bis elliptisch, die Schopfbll. breit länglich-lanzettlich,
resp. aus breiter Basis elliptisch verschmälert und zugespitzt, trocken anliegend,
nicht herablaufend, ganzrandig oder an der Spitze schwach gezähnt, nur
undeutlich gesäumt, mit zurückgerolltem Rand und unten roter, aufwärts
bräunlicher, als entfefnt gezähnte Stachelspitze auslaufender und nur bei
den untersten Bll. vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren
typisch, mit 4 kleinen medianen Deutern nebst Begleitergruppe, 2—4 lockeren
— HE —
Bauchzellen, 6—10 differentiierten Rückenzellen und 3—4schichtigen stereiden
Füllzellen. Blattzellen schwach getüpfelt, mitten rhombisch-6 seitig, 15—18 u
und 3 mal so lang, gegen die Spitze schmüler, 12—14 u und 5—8 mal so
lang, auch am Rand wenige Reihen lünger, etwa 10 u und einen undeutlichen
Saum bildend, an der Basis locker, 20— 25 u, verlängert rektangulür und
rötlich, an den Ecken kürzer und erweitert, bis 35 u. Innere Perichätialbll.
kleiner, mit schmal umgebogenen Rändern und lang austretender Rippe. Kapsel
auf meist 2—3, seltener 4 cm langer, roter, steifer, oben gebogener Seta
horizontal bis nickend, 3 —4mm lang, mit dem der Urne fast gleiehlangen Halse
länglich birnfórmig, meist etwas gekrümmt, zimmetbraun oder rötlichbraun,
spüter dunkler, derbwandig, kleinmündig, mit gewólbt kegeligem, spitzem,
glüinzendem Deckel und stückweise sich ablösendem, mehrzellreihigem Ring,
trocken unter der Mündung nicht oder nur unmerklich verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand 2 Reihen querbreit. Peristom-
zähne dicht an der Mündung inseriert, trocken mit den Spitzen einwärts gekrümmt,
gelb mit orangefarbener Insertion und hyalinen, papillósen Spitzen, breit gesäumt,
innen mit 25—30 normalen Lamellen. Membran des inneren Peristoms blassgelb,
von Y, Zahnhöhe, mit schmal gefensterten oder klaffenden, trocken zwischen
den Zähnen durchtretenden Fortsätzen und nur mit kurzen Anhiüngseln
versehenen Wimpern. Sporen 18—25 u, olivengrün oder rostgelb und fein
gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 356.
Auf feuchtem Sande in Ausstichen, auf Wiesen, an Seeufern. und Sandstein-
felsen etc., durch die Ebene bis 500 m im nördlichen und mittleren Europa, sowie
über viele Länder der Erde verbreitet. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens von
der nördlichen Urwaldregion bis in die arktische Region ges. S. XII, 8, a und b)
Bll., c) Kapsel, g) Kapseldeckel; gez. nach von Schimper in den Vogesen ges. Expll.
Var. Limprichtii Warnst. in hóheren Rasen mit übergeneigter, gekrümmter
. Kapsel auf 4—6 cm langer Seta — bei Altruppin in der Mark (Preussen);
var. subeylindricum Limpr. = regulare ۸ mit hängender, nicht
gekrümmter, schlank keulenförmiger Kapsel — in Sandkauten bei Bärwalde in der
Mark. S. XII, 8, d) Blattspitze, e und f) Kapseln; gez. nach einem von C. Warnstorf
bei Neuruppin ges. und als var. regulare benannten Expl.
An dem lange bleibenden Deckel und nur stückweise sich ablósenden Kapsel-
ring von ähnlichen Arten zu unterscheiden.
86. Bryum nigricans Kaurin 1894.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 762.
Zwitterig, mit hellroten, schmalen Antheridien und violetten oder bräun-
lichen Paraphysen. Lockere, oben freudiggrüne, abwärts schwärzliche, in den
Sand vergrabene, bis 1 cm hohe Räschen mit kurzen, rotfilzigen Stengeln und
schopfigen Innovationen. Untere Bll. klein, eilanzettlich und mit vor der Spitze
endender Rippe, die Schopfbll. grösser, trocken dicht dachziegelig anliegend,
aus ziemlich breiter Basis elliptisch verschmälert und zugespitzt, ungesäumt
as s تن ات وی وگن
— 12 —
(oder nur sehr undeutlich mitten schmal 1—2 zellreihig gesäumt), flach und ganz-
randig, mit gegen die Basis etwas umgebogenem Rand und meist in der
Spitze endender, oder sehr kurz als einzelliger dicker Endstachel austretender,
an der Basis violettroter, dicker, kräftiger Rippe. Blattzellen ziemlich dünn-
wandig, oben rhombisch-6 seitig, 18—22 u und 2—3 mal so lang, in der üussersten
Spitze etwas schmüler, auch am Rand nur etwa halb so breit und daselbst
zuweilen mitten einen undeutlichen, zweizellreihigen Saum bildend, gegen die
Basis verlängert rektangulür, bis 6 mal so lang als breit, aber nicht breiter
wie aufwürts, an der Insertion rótlich violett, an den Ecken meist etwas er-
weitert und kürzer. Kapsel auf etwa 2 cm langer, roter, oben kurz bogig oder
hakig gekrümmter Seta nickend oder hüngend, aus kurzem, engerem Hals von
etwa halber Urnenlünge breit ellipsoidisch, ziemlich regelmässig, 2—2,5 mm
‚lang, dunkel kastanienbraun, mit glänzend rotem, parabolisch hochgewóibtem,
mit minimalem Spitzchen versehenem, an der Basis schmälerem Deckel und
3zellreihig sich ablósendem Ring, trocken unter der Mündung nicht oder kaum
verengt, auch entdeckelt unverändert. Epidermiszellen der Kapselwand sehr
dickwandig, am Urnenrand 2 Reihen abgeplattet und 2 Reihen kleiner rundlich
4—6 seitig. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, sehr lang und
schmal, lanzettlich-pfriemenförmig, gelb bis orangegelb mit roter Insertion und
helleren, fein papillösen, gelblichen Spitzen, innen mit über 30 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von °/,, resp. mehr als بل Zahnhöhe, hell
und sehr fein papillós, mit breit gefensterten bis klaffenden Fortsützen und
mit sehr langen Anhüngseln versehenen Wimpern. Sporen 20— 25 u, gelb-
grün und sehr fein gekörnelt, fast glatt. Reife im Sommer.
Im arktischen Norwegen bei Borselo in 70° nördlicher Breite von Chr. Kaurin
im Juli 1894 entdeckt. ٩. IX, 7, a) Habitusbild, b bis d) BlL, e) stärker ver-
grósserte Blattspitze eines äusseren Schopfbl, f) Kapsel, g) Peristom; gez. nach
einem von Chr. Kaurin erhaltenen Originalexpl. Unterscheidet sich von fuscum
sehr leicht durch den hochgewólbten Deckel, dickere Kapsel und nur selten etwas
umgebogenen, meist flachen Rand der BI.
87. Bryum fuscum Lindb. 1884.
Br. intermedium v. fuscum Bryhn 1891; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 351.
Zwitterig. Kaum 1 cm hohe, mehr herdenweise wachsende, dem inter-
medium nahe stehende Pflänzchen. Bll. trocken verbogen, nur locker aufrecht
anliegend, die unteren und Sprossbll. eilanzettlich oder elliptisch und zugespitzt,
mit nur schmal umgebogenem, schwach gesäumtem Rand und vor der stachel-
artigen Spitze sich auflósender oder als Stachel austretender Rippe; die Schopfbll.
nicht oder kaum herablaufend, feucht aufrecht abstehend, aus eiförmiger Basis
elliptisch verschmälert und lang zugespitzt, deutlich gesäumt, mit längs
breit umgebogenem Rand, flacher, entfernt gezähnter Spitze und an der Basis
etwas verbreiterter, purpurroter, aufwärts bräunlichgelber, als gezähnte, kurze
Granne auslaufender Rippe. Blattzellen nur mässig verdickt, oben nur 10—14 y,
rhombisch bis rhombisch-6 seitig, mitten 15—18 u, abwärts mehr rektangulär,
— 118 —
an der Basis purpurrot und locker rektangulär-6 seitig, 20—28 u, in den Ecken
kürzer. Kapsel auf 2,5—4 cm langer, dünner, brauner Seta horizontal oder
geneigt, meist regelmässig, aus engem, gleichlangem Hals ellipsoidisch,
fast verlängert keulenförmig, 3,5—4,5 mm lang, derbwandig und dunkel rotbraun,
mit kurz kegeligem, matt rotbraunem Deckel und sich abrollendem Ring,
kurz vor der Entdeckelung unter der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand dickwandig, mit gelbroten bis rotbraunen Wänden, am Urnen-
rand 2 Reihen abgeplattet und 9 Reihen kleiner rundlich-6 seitig, nach Limpr.
sogar 4 Reihen abgeplattet. Peristomzähne kräftig, allmählich verschmälert,
gelb mit roter Insertion und hellen papillösen Spitzen, breit gesäumt, innen
mit etwa 20—25 stark entwickelten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
gelblich, von halber Zahnhöhe, mit breiten, trocken zwischen den Zähnen
durchtretenden, gefensterten Fortsätzen und mit meist langen Anhängseln ver-
sehenen Wimpern. Sporen 20—24 u, gelbgrün und fein gekörnelt. Reife im
Oktober.
Auf nassem Sandboden bei Frederiksborg unweit Helsingfors in Finnland von
S. O. Lindberg 1886 entdeckt. Von Br. intermedium v. eylindrieum fast nur durch den
etwas längeren Kapselhals verschieden. S. X, 4, a und b) obere Bll., b’) unteres Sprossbl.,
c) Habitusbild, d und e) Kapseln, f) Kapseldeckel; gez. nach einem von Lindb erg
ges. Originalexpl. (comm. Dr. V. F. Brotherus), sowie 4g) Kapseldeckel, gez.
nach einem von J. Hagen bei Salten in Norwegen ges. Expl. (comm. Mönkemeyer).
Br.tardum Bom., welches Bomansson in sandigen Gräben bei Hullby in
Saltvick auf Aland ges. hat (cf. Rev. br. 1893, S. 87), soll aulakodonte Peristom-
zühne besitzen (non vidi).
88. Bryum Lorentzii Schpr. 1876.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, 8.817.
Zwitterig, mit zahlreichen Paraphysen. Gelblichgrüne, dichte, innen
durch schwarzroten Wurzelfilz verwebte Rasen mit kurzen, schmal schopfig
beblätterten Stengeln und längeren, schlankeren Sprossen. Untere Bll. eilanzettlich
und nur wenig herablaufend, die Schopfbll. weit herablaufend, verlängert
länglich-lanzettlich, resp. aus elliptischem Basalteil verlängert und lang lanzettlich
zugespitzt, durch 3—4 Reihen sehr langer, einschichtiger, dickwandiger Zellen
gelb gesäumt, mit umgebogenem, bis fast umgerolltem Rand, entfernt gezähnter
Spitze und unten roter, kräftiger, oben als gezähnte gelbliche Stachelspitze
oder Granne auslaufender Rippe. Blattzellen dünnwandig und so locker, dass
die Ränder der Zellen durchscheinend über einandergreifen, in der Spitze
schmüler und verlängert, mitten kurz rhombisch-6 seitig, abwärts breiter und
mehr rektangulär, an der Basis purpurrot. Kapsel auf 2—3 cm langer, oben
hakig gekrümmter Seta horizontal bis hängend, aus sehr kurzem Halse verkehrt
eilänglich oder ellipsoidisch, gelbbräunlich und rotmündig, mit hoch gewölbt-
kegeligem, mit Warze versehenem Deckel und breit sich abrollendem Ring,
trocken unter der Mündung nicht oder kaum verengt. Peristomzähne verhältnis-
mässig schmal und klein, unten gelb, ungesäumt, mit 20—25 Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von پل Zahnhöhe, mit breit dudes ice
Roth, Die europäischen Laubmoose. II.
Bi
»
D
— 114 —
und mit kurzen Anhängseln versehenen, teilweise rudimentüren Wimpern
(nach Schpr. cilia imperfecta vel nulla) Sporen etwa 30 u, hell gelblichgrün
und feinwarzig.
Auf Torf bei Bodó in Norwegen 1868 von P. G. Lorentz entdeckt. S. VIII, 3,
a) unteres, b) oberes Bl, c) Schopfbl, d und e) Kapseln, f) Peristom, g) Habitusbild;
gez. nach einem durch Kaurin aus dem Königl. Herbar zu Kew erhaltenen
Originalexpl. Schimper hielt dieses Moos für ein Cladodium, nach dem von mir
untersuchten Expl. hat dasselbe jedoch auch Wimpern mit kurzen Anhängseln, wie
die von Br. intermedium.
89. Bryum flexisetum Lindb. 1890.
Br. alandicum Bom. (Rev. br. 1896, S. 90), Br. constrictum Lindb; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, 8, S. 769.
Zwitterig mit zahlreichen roten Antheridien und gelben Paraphysen am
Fusse des Scheidchens. Lioockere, 0,5—1 cm hohe, gelblich- bis rötlichgrüne,
innen rostfilzige Rasen mit kurzen Stengeln und kurzen, dicht beblätterten
Innovationen. Untere Stengelbll. entfernt und kurz zugespitzt, die oberen mehr
gedrängt und länger, eilanzettlich und oft lang zugespitzt, 4—5 zellreihig gesäumt,
mit zurückgerolltem Rand und krüftiger, am Grunde roter, als kürzerer oder
làngerer, glatter oder gezühnter Stachel austretender Rippe. Blattzellen gegen
die Basis rektangulür-6seitig, 18—25 u und 4 mal so lang, in den Ecken
daselbst oft viel weiter, an der Insertion rot, aufwärts verlüngert-6 seitig, 12—15 u
und nur 3 mal so lang als breit. Perichätialbll. breit eilanzettlich, mit fast
herzförmiger Basis. Kapsel auf 2—3 und selbst 5 cm langer, dünner, roter,
geschlängelter und oben gekrümmter Seta geneigt bis hüngend, dünnwandig,
gelbrot bis hellbraun, dick birnfórmig, mit dick kegeligem, der Urne
gleichlangem oder auch kürzerem Halse, 3zellreihigem Ring und hochgewölbtem,
mit langem Spitzehen versehenem, orangerotem, glänzendem Deckel, trocken
und entleert unter der erweiterten Mündung verengt. Peristomzähne rotgelb,
` dicht gegliedert, mit hellgelben Spitzen, innen mit etwa 30 Lamellen, trocken
eingekrümmt. Membran des inneren Peristoms von fast ?/, Zahnhöhe, hellgelb,
mit am Kiel durchbrochenen Fortsützen und je 3 mit langen Auhäogseli
versehenen Wimpern. Sporen 20—25 u, gelblich und fein papillós. Reife im
Mai und Juni.
Auf der Insel Aland bei Emkarby (Finström) an sandigen Grabenwänden
von Bomansson 1873 entdeckt und von Arnell im Jeniseithale Sibiriens ges.
S. XIV, 6, a) Schopfbl, b) unteres, c) oberes Sprossbl, d bis f) Kapseln; gez.
nach einem Expl. aus dem Herbare von J. O. Bomansson. Eine Parallelform zu
Br. mamillatum (Cladodium), die sich von cirratum durch die rotgelbe, dünnwandige,
zuweilen kurzhalsige Kapsel unterscheidet.
90. Bryum cirratum Hoppe & Hornsch. 1819.
Br. intermedium e cirratum Br. eur. 1839, Br. paradoxum 8 cirratum Jur. 1882; cf. ۰
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Zwitterig, sowie mit vielen C, seltener mit o Blüten; die knospen-
fórmigen, endstündigen 6 Blüten mit zahlreichen gelben, an der Basis rótlichen
— 15 —
Paraphysen und mit verkehrt eiförmigen, plötzlich zu einer grannenartigen
Spitze zusammengezogenen Hüllbll. Breite, dichte, 1—2 cm hohe, etwas
bräunlichgrüne, innen dicht rostfilzige Rasen mit roten Stengeln und oft
schlanken, locker beblätterten, aufrechten Sprossen. Bll. nicht herablaufend,
die unteren entfernt, eiförmig bis eilanzettlich, die Schopfbll. viel grösser, über
3 mm lang, aufrecht abstehend, trocken verbogen locker anliegend, aus eif örmiger
Basis lanzettlich und sehr lang zugespitzt, durch 4— 7 Reihen ein-
schichtiger Zellen breit gesäumt, mit längs umgerolltem, an der Spitze spärlich
gezähntem Rand und kräftiger, an der Basis roter, aufwärts bräunlicher, als
sehr lange, fast glatte oder gezähnte Granne austretender Rippe. Querschnitt
der letzteren typisch, mit 4 medianen Deutern nebst Begleitergruppe, 2—4 grossen
Bauchzellen, 10—14 differentiierten Rückenzellen und 3—4schichtigen gelben
stereiden Füllzellen. Blattzellen getüpfelt, oben lang und schmal, nur 8— 10 u,
mitten rhombisch-6seitig, 12—16 u und etwa 4 mal so lang, gegen den Saum
allmählich schmäler, an der Basis rot, mehr rektangulär und weiter, 24—28 u,
in den abgerundeten Ecken erweitert, bis 35 u und fast quadratisch.
Perichátialbll. nach innen kleiner, schmal dreieckig, resp. lanzettlich, ungesäumt,
mit grannig austretender Rippe und nur die innersten flachrandig. Kapsel auf
3—5 cm langer, dünner, verbogener, oben hakig oder ósenartig gekrümmter,
roter Seta nickend bis hängend, aus oft kürzerem bis fast gleichlangem Halse
ellipsoidisch, bis 3,3 mm lang, regelmässig, braun bis rötlich- oder zimmet-
braun, mit grossem, gewölbt-kegeligem, mit kurzem Spitzchen versehenem Deckel
und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand 2 Reihen abgeplattet und
wenige Reihen rundlich-6 seitig. Peristomzähne nahe der Mündung inseriert,
gleichmässig verschmälert, gelblich und gesäumt, innen mit bis 35 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms bleich oder hell gelblich, von halber Zahnhöhe,
mit breit gefensterten Fortsätzen und mit langen Anhängseln versehenen
Wimpern. Sporen 16—21 u, gelblich- bis bräunlichgrün und fein punktiert.
Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 357.
Auf feuchtem, sandigem Boden, auf Wiesen und Torf, auch an Mauern und
erdbedeckten Felsen, durch fast ganz Europa bis in die Hochalpen in 2600 m
verbreitet, von Hoppe und Hornschuch 1817 in Tirol entdeckt. Nach Arnell
von 60° 20’ bis 69? 40’ n. Br. durch das Jeniseithal Sibiriens in verschiedenen
Formen bis nach Dudinka in der arktischen Region zerstreut. Fehlt nach Schimper
in England. S. XII, 1, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Kapseldeckel; gez. nach einem
von C. Warnstorf bei Neuruppin ges. Expl.
Var. praecoz Warnst. mit schlankerer, entdeckelt unter der Mündung verengter,
etwas kürzerer, schon im Mai reifender Kapsel auf kürzerer, 2—3 cm langer Seta —
von Warnstorf bei Neuruppin und von Ruthe bei Swinemünde in Pommern ges.
` 91. Bryum sysphinctum Limpr. 1883.
ef. Rbh. Kr. FI. IV, 2, S. 352.
Zwitterig, mit vereinzelten Ğ Blüten; letztere wie bei cirratum. Gold-
grüne, innen braunrot verwebte, etwa 1 cm hohe Räschen mit schopfig A
س 116 —
Stengeln und etwa 4 mm langen, am Ende dicht schopfigen Sprossen. BI.
nicht herablaufend, die unteren länglich lanzettlich, zugespitzt und flachrandig,
die Schopfbll. bis 2,4 mm lang, breit einschichtig gesäumt, mit kräftiger,
abwärts braunroter, in der gezähnten Spitze als gezähnter Stachel auslaufender
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 kleinen Deutern nebst Begleitern,
2 Bauchzellen, 8—12 differentiierten Rückenzellen und stereiden Füllzellen.
Blattzellen unmerklich getüpfelt, oben schmal rhombisch-6 seitig, nur 10— 13 u,
gegen die Basis mehr rektangulür, bis 26 u, an der Insertion purpurrot.
Perichätialbll. mit lang austretender Rippe, die innersten kleiner, ganz- und
flachrandig. Kapsel auf 1— 1,8 cm langer, rotbrauner, dünner, oben bogig
gekrümmter Seta nickend oder hüngend, regelmässig, derbwandig, rotbraun bis
blutrot, klein, aus engem Halse von fast halber Urnenlünge plótzlich breit
eiförmig, mit hochgewölbtem, mit kleinem Spitzchen versehenem, glänzend
rotbraunem Deckel und zweireihig sich abrollendem Ring, trocken und entleert
unter der Mündung stark eingeschnürt und weitmündig. Peristomzähne trocken
mit eingekrümmten Spitzen, bleichgelb, schmal und gleichmässig verschmälert,
schmal gesäumt und mit 25—27 inneren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms gelb, von halber Zahnhóhe, mit sehr breit gefensterten, nicht zwischen
den Zähnen durchtretenden Fortsätzen und mit langen Anhängseln versehenen
Wimpern. Sporen 16—20 u, gelb und fast glatt. Reife im August.
Auf Sandbänken der Gebirgsbäche im Thale Skaret bei Opdal in Norwegen
von Chr. Kaurin 1882 entdeckt. Von dem nahe verwandten cirratum durch geringere
Grósse, sowie Kleinheit und Form der Kapsel verschieden (non vidi).
Bryum aristatum Hagen, welches Fridtz bei Ibbestadt (Tromsö-Amt) im
arktischen Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 770), soll sehr lang
begrannte Schopfbll. wie Perichütialbll. besitzen und scheint sich von vorstehender
Art vorzugsweise durch die unter der Mündung nicht verengte Kapsel zu unter-
scheiden (non vidi).
ryum limosum Hagen in bis 2cm hohen Rasen, welches Dr. E. Jäderholm
im Juli 1895 am Berge Gausta, Telemarken, im südlichen Norwegen entdeckt hat,
soll ebenfalls unter der Mündung nicht verengte Kapsel besitzen (non vidi) Hagen
Musci Nor. bor. S. 175.
92. Bryum Lisae De Not. 1869.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 502.
Zwitterig (nach Schpr. irrtümlich zweihäusig), mit zahlreichen gelben,
unten rötlichen Paraphysen. Lockere, gebräunte, nur am Grunde etwas zusammen-
hängende Rasen mit aufsteigenden, 1 em hohen, unten fast kahlen, nur mit
den Resten abgestorbener Bll. besetzten Stengeln und je einer Innovation
unter der Spitze. Untere Bll. locker abstehend und elliptisch, die Schopfbll.
gedrängt aufrecht, trocken angepresst, länglich-lanzettlich und lang zugespitzt,
bis 2,7 mm lang und 0,9 mm breit, mehrreihig gesäumt, ganzrandig, mit abwärts
stärker umgerolltem Rand und an der Basis kräftiger, roter, aufwärts schwächerer,
als entfernt und schwach gezähnte Stachelspitze von !/, Blattlänge auslaufender -
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 medianen Deutern nebst Begleitergruppe, _
— 117 —
4 gleichgrossen Bauchzellen, bis 10 lockeren Rückenzellen und zahlreichen inneren
Stereiden. Blattzellen mässig verdickt, nicht getüpfelt, oberwürts 14— 18 y,
an der Basis rot und verlängert rektangulär, meist 18 u. Innere Perichütialbll.
fast 3 eckig, kleiner und flachrandig. Kapsel auf 2 cm langer, dünner, braun-
roter, oben hakig gekrümmter Seta hängend und regelmässig, bis 3,5 mm lang,
aus verschmälertem, fast gleichlangem Halse eiförmig, engmündig, kastanien-
braun, trocken unter der Mündung nicht verengt, mit kleinem, flach gewölbtem,
mit Warze versehenem Deckel und breit sich ablösendem Ring, entleert dick
birnförmig und weitmündig, mit sehr engem Hals. Peristomzähne bräunlich-
gelb, gesäumt und papillös mit gelblichen Spitzen und etwa 26 inneren Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelb, von mindestens '/, Zahnhóhe, mit schmal
lanzettlichen, oval gefensterten Fortsützen und zarten, mit langen Anhüngseln
versehenen Wimpern. Sporen 16—-20 u, braun und papillös.
In den Bergen von Fenestrelle (Piemont) in 2000 m, von Lisa 1837 entdeckt
und 1854 De Not. mitgeteilt. Soll sich namentlich durch die birnfórmige, entleert
weitmündige Kapsel von der folgenden Art unterscheiden.
93. Bryum subglobosum Schlieph. 1888.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 508.
Zwitterig und mit vereinzelten © Blüten; die © Blüten mit nur wenigen
Antheridien und lüngeren, unten rótlichen Paraphysen. Dichte, niedrige,
schmutziggrüne, im Alter schwürzliche, innen dunkel verfilzte Rasen mit nur
wenige mm hohen Stengeln, kurzen, schopfig beblütterten Innovationen und
gleichmässiger beblütterten sterilen Sprossen. Bll. nicht herablaufend, eilänglich,
resp. aus eifórmiger Basis lanzettlich verschmälert und zugespitzt, die Schopfbll.
länger zugespitzt, bis 2,1 mm lang, gesäumt, ganzrandig, mit längs um-
gerolltem Rand und kräftiger, unten trüb roter, später schwärzlicher, in eine
lange, meist gezähnte Granne auslaufender Rippe. Blattzellen nur wenig
verdickt, nicht getüpfelt, oben 10—16 u und etwa 4 mal so lang, an der trüb
purpurroten Basis 18—22 u. Perichätialbll. nach innen kleiner. Kapsel auf
1,5—2,5 cm langer, rotbrauner, oben hakig gekrümmter Seta hängend, 2,4 bis
3 mm lang, mit dem kürzeren (nach Limpr.) bis fast gleichlangen Halse
geschwollen birnförmig bis fast kugelig, derbwandig, gelblich- bis kastanien-
braun, mit flach gewölbtem, mit kleiner Warze versehenem, lange bleibendem,
etwas glänzendem, gleichfarbigem Deckel und stückweise sich ablösendem Ring,
trocken unter der Mündung nicht verengt, auch entdeckelt unverändert und
ziemlich weitmündig. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand
2 Reihen abgeplattet und wenige Reihen rundlich-6 seitig, die übrigen rektangulär
und auch quadratisch. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, aus
breiter Basis rasch verschmälert, brüunlichgelb mit orangefarbener Insertion
und fein papillóser, hyaliner Pfriemenspitze, sehr breit gesäumt, mit mehr
als 20, dicht und gleichweit abstehenden, zuweilen hier und da durch eine
Zwischenwand verbundenen Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb,
von halber oder ?/, Zahnhóhe, mit trocken zwischen den Zühnen durchtretenden,
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gefensterten bis klaffenden Fortsätzen und zarten, mit langen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen 20—25 u, gelblich- bis olivengrün und glatt,
oder nur sehr fein gekórnelt. Reife im Juli.
Auf erdbedeckten Felsen der Albula in Graubünden von Dr. H. Gräf im Juli
1885 entdeckt. S. IX, 5, a und b) Bll, c) Kapsel, d) Kapseldeckel; gez. nach
einem von Dr. Gräf ges. Originalexpl. (comm. C. Warnstorf). Entdeckelte
Kapsel wie bei subrotundum (4, e), von dem es sich namentlich durch den Blütenstand
unterscheidet.
94. Bryum Baenitzii C. Müll. 1888.
ef. Rbb. Kr. Fl. IV, 2, S. 356.
Zwitterig und mit vereinzelten d Blüten. Habituell an pallescens
erinnernde, lockere, oben gold-grüne, innen rotbraun verfilzte, 1-—2,5 cm hohe
Rasen mit schopfig beblütterten roten Stengeln und je 1-9 schopfigen, fast
pinsel- oder keulenfórmigen Innovationen. Untere Bl. kleiner, kaum gesäumt
und mit kurz austretender Rippe, die Schopfbll. aufrecht abstehend, trocken
anliegend, aus eifórmiger, oder elliptischer, nicht herablaufender Basis lanzettlich
verlängert und lang zugespitzt, bis 3 mm lang, breit gesäumt, mit längs
stark umgerolltem Rand, und kräftiger, an der Basis roter, als fast glatte oder
gezähnte Granne auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie
bei pallescens im kräftigeren Teile mit 4 medianen Deutern nebst Begleitern,
4 Bauchzellen, 10—12 differentierten Rückenzellen und mehrschichtigen stereiden
Füllzellen, an der Basis sogar mit 5 Deutern und 5 Bauchzellen. Blattzellen
dünnwandig, nach der Spitze zu sehr lang und schmal rhombisch, 10—12 y,
mitten mehr 6seitig und 16—18 u, nach der Basis zu lockerer, 20—25 u und
rektangulär-6seitig, an der Insertion rot. Innerste Perichütialbll klein und
flachrandig. Kapsel auf bis 2 cm langer, rötlichbrauner, oben hakig gekrümmter
Seta hängend und regelmässig, aus engem Halse von mindestens halber Urnen-
länge eilänglich, bis 3 mm lang, mit gewölbtem, mit grossem Spitzchen ver-
sehenem Deckel und stückweise sich ablösendem Ring, trocken unter der roten
Mündung nicht oder nur wenig verengt, entleert birnfórmig. Am Urnenrand
eine Reihe querbreiter und 2 Reihen rundlich-6 seitiger Zellen, die übrigen
grösser und meist verlängert. Peristomzähne schmal, zuweilen miteinander
verwachsen, lanzettlich-pfriemenförmig, bräunlichgelb mit orangefarbener Insertion
und heller Pfriemenspitze, breit gesäumt und papillös, sowie mit über 25 inneren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms hell gelblich, von mindestens
1, Zahnhóhe, mit lanzettlich-pfriemenfórmigen, breit gefensterten, papillósen
Fortsützen und zarten, mit langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen
16 —22 u, olivenfarben und fein gekörnelt.
Am Lyngenfjord in Norwegen von Dr. C. Baenitz im Juli 1888 entdeckt.
S. IX, 9 a) unteres, b) oberes Bl., c) Habitusbild, d) Kapsel, e) Peristom; gez.
nach einem von Ch. Kaurin bei Porsanger im arktischen Norwegen ges. Expl.
Wird in Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 771 von Joerg. & Hagen als mit subglobosum
Schlieph. identisch angesehen, wührend andere die Pflanze in den Formenkreis von
pallescens ziehen.
س 119 —
95. Bryum clathratum Am. 1889.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 504.
Zwitterig, auch mit vereinzelten C Blüten; letztere mit zahlreichen
Antheridien und oben gelblichen, unten rótlichen Paraphysen. Dichte, oben
dunkelgrüne, innen bleichbraune Rasen mit 1 cm hohen, nur wenig wurzel-
haarigen Stengeln und gleichlangen oder längeren fadenförmigen Innovationen.
Untere Bll. klein, hohl, breit oval und mit nicht auslaufender Rippe. Die
Schopfbll. gedrängt, eilänglich und zugespitzt, 1,4—1,5 mm lang, undeutlich
gesäumt, ganzrandig, mit bis zur Spitze umgerolltem Rand und kräftiger, an
der Basis roter, aufwärts gelber, als kurze Stachelspitze austretender Rippe.
Blattzellen getüpfelt, oben rhombisch, 14—18 u und 2—3 mal so lang, mehrere
Randreihen enger und länger, einen undeutlichen Saum bildend, an der Basis
weinrot, 18—20 u und kürzer oder länger rektangulär. Innere Perichätialbll.
kleiner und flachrandig, verlüngert-dreieckig. Kapsel auf 1— 1,5 cm langer,
oben bogig gekrümmter Seta nickend, 2 mm lang, mit dem etwas kürzeren
Hals von ?/ Urnenlänge länglich-keulenförmig, meist etwas gebogen, hell
kastanienbraun, mit flach-konvexem, mit Warze versehenem, bräunlich-orange-
farbenem Deckel und breit 2—3reihig, stückweise sich ablösendem Ring,
trocken unter der Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
dickwandig, am Urnenrand 1—2 Reihen abgeplattet und eine Reihe quadratisch.
Peristomzähne bleichgelb, mit orangefarbener Insertion und hyaliner, fein
papillöser Spitze, breit gesäumt, innen mit gegen 30 hohen, doppelbogigen
Lamellen. Membran des mit dem Sporensack sich leicht ablösenden, etwas
kleineren inneren Peristoms fast orangegelb, von پل Zahnhöhe, mit trocken
zwischen den eingekrümmten Zähnen durchtretenden, breit gefensterten bis
klaffenden Fortsätzen und je 9-3 mit langen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 20—28 u, gelbgrün und papillós. Reife im Herbst.
An den Ufern des Landwassers bei Davos in der Schweiz in 1500 m von
J. Amann im Oktober 1888 entdeckt und auch von einzelnen Standorten des
arktischen Norwegens bekannt. Erinnert nach der Lamellenbildung an Hemisynapsium.
Originalexpll. non vidi.
96. Bryum calcicola Arn.
Rev. br. 1898, S. 5; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 770.
Zwitterig. Ziemlich dichte, 1—4 em hohe, etwas glünzende, rostbraune,
nur an den üussersten Spitzen freudiggrüne Rasen, mit längs dicht und gleichmässig
beblütterten, schmal pinselfórmigen, abwärts etwas filzigen, einfachen oder
gabeligen Stengeln und 1 em langen Sprossen. Stengelbll. dicht gedrängt,
locker anliegend, aufwärts etwas grösser, nicht verdreht, schmal elliptisch und
allmählich zugespitzt, nur undeutlich 2 zellreihig gesäumt, mit nach der
Basis zu breiter umgeschlagenem Rand, flacher, gezähnelter Spitze und kräftiger,
unten roter, aufwärts grüner, als lange, gewundene und entfernt gezähnte
Granne austretender Rippe. Blattzellen gegen die Basis rektangulär und rot,
18—20 u, aufwärts 6seitig, 10—12 u und 3--4mal so lang, gegen die Spitze
DUT ند
schmäler und länger, Bll. der sterilen Sprosse etwas herablaufend, an dem
Rand nicht zurückgeschlagen und fast ungesäumt. Perichütialbl. mehr gegen
die Spitze mit umgerolltem Rand. Kapsel auf 1—2 cm langer, glänzend gelb-
roter, oben bogig gekrümmter Seta geneigt, dick verkehrt eiförmig, hellgelb,
dünnwandig, mit kurzem Hals von noch nicht halber Urnenlänge, hellem,
3zellreihigem Ring und flach konvexem, trocken kurz kegeligem, mit Warze
versehenem Deckel, trocken und entleert unter der Mündung nur wenig verengt.
Peristomzähne allmählich verschmälert, gelb mithelleren papillösen Spitzen, gesäumt,
aussen fein papillös, innen mit etwa 23—25 Lamellen. Membran des inneren
‚ Peristoms hell und fein papillös, von fast halber Zahnhöhe, mit papillösen,
schmal durchbrochenen Fortsätzen und Wimpern mit Anhängseln. Sporen
18—22 und selbst 25 u, gelbbräunlich und dicht und fein papillös. Reife im Juli.
An Kalkfelsen bei Stolba im Jeniseithale Sibiriens in 60° 25' n. Br. von
Arnell 1876 entdeckt und auch von Nawaschin 1887 in Russland ges. S.X,
ll, a) BL, b) Perichätialbl, c und d) Kapseln, e) Kapseldeckel; gez. nach einem
von H. Arnell in Sibirien l. c. ges. Expl.
Durch die ungesáumten Bll. und helle Kapsel ete. von cirratum verschieden.
Habituell etwas an Br. Hagen erinnernd.
97. Bryum angermannicum Arn. 1898.
Rev. br. 1898, S. 6; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 766.
- Zwitterig. Lockere Rasen mit nur 0,5 cm langen, schopfig beblütterten
Stengeln und wenigen gleichlangen Sprossen. Schopfbll. nicht verdreht, locker
anliegend, eifórmig bis eilanzettlich und allmählich verschmälert, ganzrandig,
2—3reihig gesäumt, zuweilen flachrandig, meist jedoch mit schmal zurück-
geschlagenem Rand und kräftiger, an der Basis roter, aufwärts gelbgrüner,
stachelspitzig austretender Rippe. Perichütialbll. mit sehr lang austretender,
zuweilen gezähnelter Granne, meist mit etwas umgeschlagenem Rand, nur die
inneren fast flachrandig und schwächer gesäumt. Blattzellen gegen den Saum
nur 12 u, die übrigen 14—18 u. Bill. steriler Sprosse herablaufend, lanzettlich,
nur lzellreihig gesäumt, mit nicht zurückgeschlagenem Rand und nur bei den
oberen Bll. austretender Rippe, an der Spitze zuweilen gezühnelt. Kapsel auf
2—3,5 cm langer, oben gekrümmter Seta geneigt bis hängend, keulig birn-
fórmig, 3 mm lang, mit schwach gebogenem, dunklerem Hals von halber
Urnenlänge und niedrig gewölbtem, mit Warze versehenem, glänzend rótlichem
Deckel, trocken und entleert unter der Mündung nicht verengt. Peristomzühne
gelb mit orangefarbener Insertion und breit hell gesäumt, aussen fein punktiert,
mit hyalinen, nur schwach papillósen Spitzen und etwa 95 seitlich vorstehenden
Lamellen. Membran des inneren Peristoms hellgelb oder hyalin, von halber
Zahnhóhe, papillós punktiert, mit breiten, durchbrochenen, aufwärts plötzlich
verschmälerten, pfriemlich auslaufenden Fortsätzen und teilweise vollständigen,
mit Anhängseln versehenen Wimpern. p 17—23 u, gelbgrün und fein
` papillós. Reife im August.
س 1211 س
In der Provinz Angermanland in Schweden an trockenen Felsen bei Hernösand
von Arnell entdeckt. S. XI, 10, a) Schopfbl., b) inneres Perichätialbl., c) Kapsel;
gez. nach einem von Arnell in Schweden (Angermanland) ges. Expl. Ein dem
Br. stenocarpum analoges Eubryum. Nach den Bil. cirratum nahe, jedoch durch
meist nur 2 zellreihig gesäumte Bll. und hellere Kapsel etc. davon verschieden; auch
von Br. intermedium durch hellere Kapsel verschieden.
98. Bryum delphinense Corb. 1899.
Rev. br. 1899. S. 83.
Zwitterig und mit 6 Blüten, letztere mit oft 30—40 Antheridien und
zahlreichen Paraphysen. Gelbgrüne, etwas glänzende, 9 em hohe, weit hinauf
dicht rostfilzige Rasen mit breit schopfig beblätterten fertilen Stengeln und
schmäleren, fast keuligen, 1 cm langen Sprossen mit meist c Blüten. BU.
lanzettlich und zugespitzt, 3 mm lang, ganzrandig, mit lüngs zurückgerolltem,
4zellreihig gesäumtem Rand und kräftiger, lang stachelspitzig bis grannig aus-
laufender Rippe, die Schopfbll. an der Basis etwas erweitert. Kapsel auf
rotbrauner, 3,5—4,5 em langer Seta horizontal oder aufgerichtet, verkehrt
eiförmig, resp. mit dem gleichlangen Halse keulig birnförmig, bis 6 mm lang,
oft etwas bauchig, mit kegeligem, mit Warze oder Spitzchen versehenem Deckel,
entdeckelt unter der Mündung nicht oder kaum verengt. Peristomzähne abwärts
orangefarben und gesäumt, aufwärts heller und mit papillösen hyalinen Spitzen.
Membran des inneren Peristoms hoch, mit breit gefensterten Fortsätzen und
Wimpern mit langen Anhängseln. Sporen?
An der Gletschergrenze der Hautes-Alpes, unter dem Clot des Cavales des Etancons
in 3000 m am 12. August 1898 von Corbiöre entdeckt. S. XIV, 11, a) Bl.
steriler oder verlängerter d Sprosse, b) Schopfbl. der Û Blütensprosse, c und
d) Kapseln, e) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Thé riots.
Soll nach Philibert dem Br. pallescens am nächsten stehen, von dem es sich jedoch
durch den Blütenstand unterscheidet.
99. Bryum cristatum Phil. ۰
Rev, br. 1897, S. 23; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 748.
Zwitterig. Ziemlich dichte, 1—2 cm hohe, dem Br. Thérioti ähnliche
Rasen mit sterilen und fertilen Sprossen. Bll. nur wenig herablaufend, die
unteren kleiner, eiförmig und zugespitzt, nur 0,5—1 mm lang, flachrandig und
ungesäumt, sowie mit vor der Spitze verschwindender Rippe, die Schopfbll.
bis 1,75 mm lang, eiförmig bis eilanzettlich und zugespitzt, mit flachem, nur
undeutlich gesäumtem Rand und mehr oder weniger stachelspitzig austretender
Rippe, sowie mit gezähnelter Spitze. Blattzellen 15 u und meist 3 mal
so lang als breit. Kapsel auf hóchstens 1,5 cm langer, M bogig gekrümmter
Seta hängend, mit dem etwas engeren Halse von وا ولا Urnenlänge keulig
birnförmig, nur 2 mm lang, mit gewölbtem, mit Ku من Deckel und
breitem Ring. Peristomzähne ungesäumt, gelblich mit hyal lrótlicher
Insertion, aussen mit kammartig vorspringenden Querbalken. Membran des
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inneren Peristoms von halber Zahnhóhe, mit schmalen, lüngs klaffenden Fort-
sätzen und je 2 Wimpern mit kurzen Anhängseln. Wimpern nach Philibert
auch oft rudimentär. . Sporen 18—20 u, gelbgrün und fein papillös.
Von Thériot am Fusse des Gletschers du Lac in der Dauphiné im August
1894 in 2600 m entdeckt. S. XIII, 2, a) BL, b) Schopfbl, c) unteres, resp.
Sprossbl. d bis f) Kapseln, g) inneres Peristom; gez. nach einem Originalexpl.
aus dem Herbare Thériots. Soll nach Limpricht Br. inclinatum verwandt
sein, besitzt jedoch nach dem von mir untersuchten Originalexpl. Wimpern mit
kurzen Anhängseln.
Bryum betulinum Kaurin, welches Jórgensen unter Birken im arktischen
Norwegen ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, 8. 772), soll sich von Lindbergü durch
den zwitterigen Blütenstand und von pseudo-Kunzei durch schmal gesäumte Bll. mit
schmal umgerolltem Rand und warzigen Sporen von 99-96 u unterscheiden (non vidi).
8. Bll. ungesäumt.
100. Bryum Culmannii Limpr. 1895.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 505.
Zwitterig, auch mit vereinzelten d und o Blüten. Habituell an cirratum
oder ein verlüngertes caespiticium erinnernde, 2—4 cm hohe, lichtgrüne, fast
bläulichgrüne, nicht verfilzte, mit Schlamm durchsetzte Rasen mit schlanken,
fadenförmigen, am Grunde nur spärlich wurzelhaarigen, roten Stengeln und
unter dem Schopfe sprossenden, 5—8 mm langen, schlanken, aufrechten, dünnen
Innovationen. Bll. trocken aufrecht anliegend, die unteren und Sprossbll. kleiner,
elliptisch oder eilänglich und zugespitzt, flach- und ganzrandig, nur an der
Basis schwach umgeschlagen, mit vor oder in der Spitze endender oder nur
kurz austretender Rippe, die knospenfórmig zusammenneigenden Schopfbll.
aus nicht herablaufender Basis breit eifórmig und zugespitzt, bis 2,1 mm
lang, kielig-hohl, ungesäumt, ganzrandig, mit abwärts stark umgerolltem
Rand und kräftiger, an der Basis roter, aufwärts bräunlichgelber, als glatte,
meist kurze Stachelspitze austretender Rippe. Querschnitt der letzteren
unten mit 4 kleinen medianen Deutern nebst wenigen Begleitern, 2—3 grossen
Bauchzellen, bis 12 lockeren Rückenzellen und 3schichtigen Stereiden. Blatt-
zellen dünnwandig, nicht getüpfelt, bis oberhalb der Basis rhombisch und
rhomboidisch, 12--18 u und etwa 3mal so lang, an der Basis rot, lockerer,
mehr rektangulär und oft mehr als 20 u. Innere Perichätialbll. lanzettlich,
flachrandig und mit austretender Rippe. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, dünner,
geschlängelter, oben hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, 3 mm
lang, aus kurzem, verschmälertem Halse von ولا Urnenlünge fast zylindrisch,
schmal ellipsoidisch und regelmässig, bleichbraun, mit kegeligem, mit
Spitzchen versehenem, rotem, nieht glänzendem Deckel und spiralig sich ab-
rollendem Ring, trocken unter der Mündung stark eingeschnürt, entleert
weitmündig. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, lang und schmal
dolchförmig, gelb mit roter Insertion und fein papillösen hyalinen Spitzen,
gesäumt, mit etwa 28 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
— 133 —
blassgelb, von über !/ Zahnhöhe, mit trocken zwischen den Zähnen durch-
tretenden, breit gefensterten Fortsätzen und zarten, mit langen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen 15—19 u, gelbgrün und sehr fein gekörnelt.
Reife im. August.
An der Gemmi in der Schweiz beim Daubensee in 2350 m von Dr. med.
P. Culmann zu Zürich im August 1886 entdeckt, jedoch auch aus den Kalk-
schiefergegenden Norwegens und aus Ost-Grónland bekannt. S. XIX, 10, a und
b) Schopfbll., c) inneres Perichätialbl., d) Habitusbild, e) Kapsel; gez. nach einem
Originalexpl. aus dem Herbare Limprichts (comm. E. Bauer). Erinnert nach
Kapsel und Blattzellnetz an ein Br. caespiticium mit ungesäumten Bll., von dem es
sich jedoch durch den © Blütenstand unterscheidet.
Br. polare Hagen aus Grönland und dem arktischen Norwegen soll sich
hiervon durch als lange Granne austretende Blattrippe unterscheiden (Hagen Musci
Norv. bor. S. 186).
101. Bryum pseudo-Kunzei Limpr. 1895.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 506.
Zwitterig, mit zahlreichen hyalinen, den Archegonien gleichlangen
Paraphysen und rötlichen Antheridien. Habituell an caespiticium erinnernde,
sehr dichte, 1 cm hohe, gelbgrüne, innen braunrot filzig verwebte Rasen mit
dünnen, brüchigen. Stengeln, zahlreichen kurzen Innovationen und fast spindel-
förmigen, etwa 5 mm langen sterilen Sprossen. Bll. nicht herablaufend, hohl
und ungesäumt, meist flach- und ganzrandig, diejenigen der sterilen Sprosse
anliegend, eiförmig und scharf zugespitzt, flachrandig und mit kurz austreten-
der Rippe, die längeren, knospenförmig zusammenneigenden Schopfbll. mehr
eilänglich und scharf zugespitzt, bis 1,5 mm lang, mit unten schmal umgebogenem
Rand und an der Basis breiter, roter, aufwärts mehr gelblicher, als kurze,
kräftige, glatte Stachelspitze austretender Rippe. Querschnitt der letzteren
unten mit 4 medianen Deutern nebst wenigen Begleitern, 2—4 Bauchzellen,
9 Rückenzellen und roten substereiden bis stereiden Füllzellen, oben mit nur
2 Bauchzellen, resp. basalen Deutern. Blattzellen dünnwandig und nicht ge-
tüpfelt, oberwärts rhombisch-6 seitig, 14—18 u und etwa 3mal so lang, an der
Basis rot, mehr rektangulär und bis 20 u. Kapsel auf 1,3—1,8 cm langer,
hellbrauner, oben hakig gekrümmter Seta nickend oder hängend, regelmässig,
mit dem verschmälerten Hals von über halber Urnenlänge fast birnförmig,
bräunlichgelb und dünnwandig, mit gewölbtem, mit Warze versehenem, blass-
gelbem, etwas glünzendem Deckel und lange bleibendem, 2 reihigem Ring,
trocken und entleert unter der Mündung verengt. Peristomzähne schmal
dolehfórmig, blassgelb mit orangefarbener Insertion und papillösen hyalinen
Spitzen, deutlich gesäumt, mit etwa 24 inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristoms gelb, von über ولا Zahnhöhe, mit sehr breit gefensterten
Fortsätzen und mit Anhüngseln versehenen Wimpern. Sporen 12—16 u, hell-
gelblich und glatt. Reife im August.
Am Mattmarksee im Wallis in der Schweiz in 2100 m von Dr. med. P.C ulmann
im August 1886 entdeckt. Beschreibung vorzugsweise nach Limpricht, weil die
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mir von Dr. E. Bauer mitgeteilten Expll. aus dem Herbare Limprichts mit
derselben nicht völlig übereinstimmen, sondern teils an Br. caespitieium var. imbricatum
teils an eine Form von Dr. cuspidatum erinnern.
102. Bryum Garovaglii De Not. 1866.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 507.
Zwitterig (nach De Not. irrtümlich 2häusig), mit nur wenigen Geschlechts-
organen und gelben bis rötlichen Paraphysen. Schmutzig gelbgrüne, nur am
Grunde verwebte, sonst locker zusammenhängende, habituell an atro-
purpureum erinnernde, kaum 1 cm hohe Rasen mit aufrechten oder aufsteigen-
den, dünnen, brüchigen Stengeln, kurzen Innovationen und längeren, fast
spindelförmigen Sprossen. Bll. der sterilen Sprosse angedrückt, eiförmig bis
eilänglich und kurz und stumpflich zugespitzt, mit unmerklich gezähnter Spitze
und vor oder mit der Spitze endender Rippe; die Schopfbll. dicht gedrängt,
fast aufrecht, trocken angepresst, eifórmig und scharf zugespitzt, hohl, un-
gesäumt, flach- und ganzrandig und nur bei den inneren an der Basis um-
geschlagen, mit kräftiger, an der Basis roter, aufwärts gelbbräunlicher, als
schwach gezähnte, kurze Stachelspitze auslaufender Rippe. Querschnitt der
letzteren unten mit 3—4 kleinen Bauchzellen, 2 grossen medianen Deutern
nebst 1-9 Begleiterzellen, bis 9 differentiierten Rückenzellen und stereiden
Füllzellen. Blattzellen nur wenig verdickt, nicht getüpfelt, oben rhombisch-
6seitig, 12—18 بر und etwa 3mal so lang, mitten mehr rhomboidisch, an der
Basis mehr rektangulür, bis 20 u und rot. Perichätialbll. am Rande um-
gerollt, die inneren mit vor der Stachelspitze endender Rippe, ühnlich wie bei
Br. concavum. Kapsel auf nur 7—10 mm langer, dünner, purpurroter, oben
schwanenhalsartig gekrümmter oder verbogener Seta nickend oder hüngend,
bis 2 mm lang, regelmässig, mit dem kegelig erweiterten, kurzen Halse von
halber Urnenlänge birnfórmig, kastanienbraun, mit halbkugeligem, mit
Warze versehenem, etwas glünzendem, gleichfarbigem Deckel und lange bleiben-
dem, 2reihigem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand locker, am Urnenrand 2— 4 Reihen querrektangulür. Peristom-
zähne dolchfórmig, bräunlichgelb, kaum gesäumt, mit blassgelblichen, fein
papillösen Spitzen und 16— 20 inneren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms gelb, von با Zahnhöhe, mit trocken nicht zwischen den Zähnen
durchtretenden, 9سا Fortsätzen und je 2 mit Anhängseln versehenen
Wimpern. Sporen nach Limpr. 14 u, goldgelb und fein gekörnelt, nach
De Not. bräunlich und glatt (Jur.). Reife im März.
Im Telliner Thal und am Monte Stelvio von Garovaglio im März 1837 entdeckt
(non vidi) Anatomisch und nach Zellnetz soll das von J. Breidler in Steiermark
in 1950 m an Felsen des Lopernsteins bei Mittendorf 1886 steril gesammelte
Br. confertum Limpr. damit übereinstimmen, eo: sich mehr habituell, sowie
durch breitere Bil. und höhere (2—2,5 cm hohe) Rasen davon unterscheiden.
S. VIII, 7, a bis c) Bll, d) Spross, e) Habitusbild, f) Blattquerschnitt; gez. nach
einem von J. Breidler erhaltenen Originalexpl.
س 125 —
103. Bryum bulbifolium Lindb. 1874.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 363.
Zwitterig, mit zahlreichen brüunlichgelben Paraphysen. Herdenweise
wachsende, sehr niedrige, meist nur 2 mm hohe, dicht knospenfórmig be-
blütterte Pflänzchen mit kätzchenförmigen Innovationen und braunroten, unten
dunkelbraun wurzelhaarigen Stengeln. Bll. nicht herablaufend, bis 1 mm lang, klein,
eifórmig, hohl und stumpf, mit sehr kurzem, zurückgebogenem Spitzchen,
ungesäumt, mit nur bei den inneren Schopfbll. unten zurückgebogenem
Rand, undeutlich gezühnter Spitze und vor dem Spitzchen verschwinden-
der, gebrüunter, an der Basis mehr braunroter Rippe. Blattzellen stark
verdickt, spärlich getüpfelt, rhombisch und rhomboidisch, 16—20 u, an der
Basis braunrot, in den Ecken lockerer. Kapsel auf bis 1 em langer, schwürzlich-
roter, oben hakig gekrümmter Seta hüngend und regelmüssig, mit dem kurzen
Hals von halber Urnenlünge verkehrt kegelfórmig, 1,5 mm lang, derbwandig
und dunkel braunrot, mit gewólbtem, mit Spitzchen versehenem, nicht
glünzendem, dunkelbraunem Deckel und 2reihig, stückweise sich abrollendem
Ring, entdeckelt unter der erweiterten Mündung wenig verengt. Peristom-
zühne ziemlich gross, dicht an der Mündung inseriert, an der Basis verbunden,
schmal, allmählich fein zugespitzt, rötlichbraun und gesäumt, mit etwa 30
inneren. Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und papillós, von
?/ Zahnhöhe, mit schmal gefensterten Fortsätzen und mit Anhängseln ver-
sehenen Wimpern. Sporen 16— 18 u, bräunlich und fein punktiert. Reife
im Sommer,
Auf feuchtem, thonig-sandigem Boden bei Wuontisjärvi in Tornea-Lappmark
von J. P. Norrlin 1867 entdeckt. Vgl. die Abbildung in Englers natürlichen
Pfanzenfamilien I, Abt. 3, S. 582. Originalexpll. non vidi.
b) Blütenstand polygam.
Der Hauptvertreter dieser Unterabteilung gehórt zur Gruppe der Rosulatae
(C. M.) mit aus schopfigen Sprossen zusammengesetzten, an den Enden rosettenartigen
Stengeln. Sie sind vorzugsweise über die würmeren Zonen verbreitet.
104. Bryum provinciale Philib. 1876.
Br. Billarderi Br. eur. 1889, Br. canariense Schpr. 1860, Br. canariense w. prov.
Husnot 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 509.
Polygam, mit fast gleichgestalteten d, و und Z Blüten auf derselben
Pflanze, die fruchtbaren nach Schpr. stets rein Q, sämtlich mit zahlreichen
rötlichgelben, etwas kürzeren Paraphysen. Lockere, 3—6 cm hohe, sattgrüne
oder saftgrüne, innen braune Rasen mit kräftigen, purpurroten, am —
mit rotbraunen W urzelhaaren besetzten, ros tig schopfig beblütterten Stengein
und je 1—2 schopfigen Innovationen. Die rosettenartig schopfige Beblätterung
der bis 1 em langen Jahrestriebe und Sprosse verleiht der Pflanze denselben
eigentümlichen Habitus wie bei Br. canariense. Bll. unten kleiner und entfernt,
eilanzettlich und kurz zugespitzt, die Schopfbll. fast plötzlich grösser,
— 126 —
rosettenartig, feucht abstehend, trocken starr anliegend, nicht verdreht,
elliptisch verlängert und kurz zugespitzt, oder schmal verkehrt eilänglich und
länger zugespitzt, nicht herablaufend, hohl und ungesäumt, mit fast bis zur
Spitze umgerolltem Rand, flacher sägezähniger Spitze und kräftiger, an der
Basis roter, im Alter fast durchaus roter, als glatte oder gezähnte kurze Granne
austretender Rippe. Querschnitt der letzteren unten etwas bikonvex, mit 2—3
grossen Bauchzellen, 4 medianen Deutern nebst Begleitern, 8—10 und selbst
12 dickwandigen Rückenzellen und mehrschichtigen stereiden Füllzellen, auf-
wärts rund, mit meist nur 2 Bauchzellen und grösserer Stereidengruppe.
Blattzellen etwas locker, mässig verdickt und :getüpfelt, aufwärts ziemlich
regelmässig rhombisch-6 seitig, 16-18 u und 2,5—3 mal so lang, abwärts nur
wenig breiter, mehr rektangulär, nur am Rand enger, an der Basis rot, an
der Insertion und in den Ecken daselbst 2--3 Reihen kürzer und breiter, bis
30 u. Perichätialbll. verlängert lanzettlich und lang begrannt, die kleinsten
inneren flachrandig und fast rippenlos. Kapsel auf 2—3 cm langer, roter,
oben hakig gekrümmter Seta hüngend, mit dem kurzen Halse von etwa halber
Urnenlinge lang verkehrt kegelförmig (bis 4 mm lang), rótlichbraun, mit ge-
wülbt-kegeligem, zugespitztem, nicht glänzendem Deckel und breit sich ab-
rollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht eingeschnürt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand 1—2 Reihen quadratisch.
Peristomzähne sehr lang, sattgelb mit roter Insertion und hyalinen Spitzen,
breit gesäumt und mit über 30 inneren Lamellen. Membran des mit dem
Sporensack sich leicht ablösenden inneren Peristoms gelb, von mehr als halber
Zahnhöhe mit breiten, gefensterten bis weit klaffenden Fortsätzen und mit sehr
langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen -i a lebhaft gelbgrün
und glatt. Reife im Frühling. Br. eur. Vol. IV, Tab.
Auf schattigem kalkhaltigen Waldboden in APHIS von Tortella squarrosa
in den Ländern um das Mittelmeer, sehr selten in England, jedoch auch aus Flori
und Californien in Nord-Amerika bekannt: von Hornschuch in Istrien Msn
S. XII, 11, a bis c) Bl, d) Kapsel, e) Peristom; gez. nach einem von A. Bottini
in Etrurien in Italien (prope St. Maria in monte Pisano) ges. Expl. (comm, Warnstorf).
Bryum Corbieri Philib 1887 (cf. Rev. br. 1887 S. 23), welches Professor
L. Corbiére im Juli 1886 in Torfsümpfen bei Gorges (Manche) in Frankreich
entdeckt hat, soll sich von Br. provinciale Phil. durch nur 5—6 mm hohe, rötlich-
braune Rasen mit aufwürts dicht schopfig beblütterten, unten kahlen Stengeln, fast
gleichbreite, linealisch-lanzettliche, längs durch 2 Reihen einschichtiger Zellen
gesäumte, gegen die stumpfliche Spitze stark gezähnte Bll. und kürzere Peristom-
zühne mit nur 22 inneren Lamellen unterscheiden (non vidi) Vgl. Rbh. Kr.
FI. IV, 2, 8. 366.
105. Bryum pumilum Ryan 1901.
cf. Rbh. Kr. FL IV, 3, 8. 776.
` Polygam, resp. zwitterig und autócisch. Niedrige, nur 8 mm hohe,
dichte, innen gelbbraun filzig verwebte Rasen mit schopfigen Stengeln und
zahlreichen knospenfórmigen Innovationen. Bil. nicht herablaufend, die unteren
— 127 —
elliptisch und kurz zugespitzt, die Schopfbll. länger lanzettlich zugespitzt, mit
3reihig gesäumtem, breit umgeschlagenem Rand und in der Spitze sich auf-
lösender Rippe. Blattzellen aufwärts kollenchymatisch verdickt, in den
Ecken der Basis aufgeblasen rundlich quadratisch, Kapsel auf 1,4 cm langer
Seta horizontal bis nickend, mit dem der Urne gleichlangen, gekrümmten und
deutlich abgesetzten Hals keulenfórmig, mit 3reihigem Ring und kegeligem
Deckel. Peristomzähne mit 15—20 inneren Lamellen. Wimpern des inneren
Peristoms zart, papillós, meist knotig oder auch mit Anhängseln. Sporen 16—22 u.
An Dolomitfelsen am Porsangerfjord in Norwegen im Juli 1894 von E. Ryan
entdeckt. Hagen, Musci Norv. bor. S. 191 (non vidi).
c) Blütenstand einhäusig, autöcisch,
seltener heteröeisch und nur ausnahmsweise mit vereinzelten Zwitterblüten,
106. Bryum Lindbergii Kaurin 1886.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 367.
Einhäusig, autöcisch; die 6 Blüte in einer 2blütterigen Knospe neben
der o am Stengelende, zuletzt am Fusse des Scheidchens, mit nur wenigen
Antheridien und gelblichen Paraphysen. Herdenweise vereinte, schmutziggrüne
oder brüunliche Pflänzchen mit 0,5—1 em hohen, am Grunde dunkelbraun-
filzigen Stengeln und verlängerten Sprossen aus älteren Stammesteilen. Untere
Bll. klein und entfernt, aufrecht-abstehend, eilanzettlich, zugespitzt, hohl und
flachrandig, nur schmal gesäumt und mit vor der Spitze verschwindender Rippe, die
Schopfbll. grösser, bis 2,8 mm lang, nur wenig herablaufend, locker auf-
recht abstehend, schmal elliptisch und zugespitzt, mit 2—3 reihigem
gelblichem Saum, nur an der Basis etwas umgebogenem Rand, schwach
gezühnter Spitze und kurz austretender, nicht geróteter Rippe. Blattzellen
dünnwandig, mit übergreifenden, durchscheinenden Rändern, nicht getüpfelt,
oberwärts rhombisch-6 seitig, 18—22 u und 2—3mal so lang, abwärts mehr
rektangulär und bis fast 5mal so lang, an der Basis nicht rot und kaum
breiter. Perichätialbll. mehr lanzettlich und allmählich verschmälert, mit bis
zur Spitze schmal umgebogenem Rand und nur die innersten flachrandig und
mit vor der Spitze verschwindender Rippe. Kapsel auf 1—1,8 cm langer,
oben bogig gekrümmter Seta hängend, mit dem der Urne gleichlangen, engen Halse
gekrümmt keulig-birnförmig, an Dr. pallens erinnernd, dünnwandig und
gelblich, mit ziemlich hoch gewölbtem, mit Warze versehenem, gelbem oder
matt orangefarbenem Deckel und 2reihig stückweise sich ablösendem Ring,
trocken unter der Mündung nicht verengt. Peristomzähne ziemlich lang, gelb
und gesüumt, auch an der Insertion gelb, mit grob papillóser, hyaliner
Spitze und mehr als 25 dichten, etwas bogigen inneren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von ?, Zahnhóhe, mit schmal oval durehbrochenen,
zuletzt klaffenden, fast linealen Fortsätzen und zarten, mit längeren oder
kürzeren Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 18-92 u, brüunlichgelb.
und warzig. Reife im September.
— 128 —
Auf der Alpe Vangefjeld bei Skarbäcken, Parochie Opdal in Norwegen von
Pfarrer Chr. Kaurin 1883 entdeckt und inzwischen auch auf der Passhöhe der
Furka in der Schweiz aufgefunden. S. XVIII, 9, a bis c) BlL, d) Kapsel, e) Habitus-
bild., f) Peristom, g und h) Kapseldeckel; gez. nach einem von Kaurin bei Lille-
Elvedal im mittleren Norwegen ges. Expl.
Bryum amblystegium Ryan, welches Kaurin 1895 im arktischen Norwegen
ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 773), soll sich durch bis 2,5 cm hohe, oliven-
grüne Rasen, unter der Mündung verengte, 2—2,5 mm lange Kapsel und die bald
rudimentüren, bald mit Anhängseln versehenen Wimpern des inneren Peristoms von
dem nahe verwandten Dr. Lindbergii unterscheiden (non vidi).
107. Bryum teres Lindb. 1866.
cf. Bbh. Kr. FI. IV, 2, 8.367.
Einhäusig, autócisch; die c Blüten auf besonderen Innovationen mit
zahlreichen rótlichen Antheridien und Paraphysen. Niedrige, 0,5—1 cm hohe,
gelbgrüne, glünzende Rasen mit roten Stengeln und steifen, aufwürts
kützchenartig beblütterten, leicht abbrechenden, 8 mm langen Sprossen. BH.
aufrecht, nicht herablaufend, in der Form an diejenigen von calophyllum er-
innernd, breit eirund und stumpf, nur die oberen mit kleinem Spitzchen,
1 mm lang, sehr hohl, nicht gesäumt und ganzrandig, die unteren flachrandig,
die äusseren Schopfbll mit bis zur Mitte, die inneren mit bis zur Spitze um-
gebogenem Rand und mit an der Basis roter, unter der Spitze ver-
schwindender Rippe. Blattzellen schwach getüpfelt, oberwürts rhombisch-
6seitig, 16—20 u, an der Basis mehr rektangulär, rot und bis 22 u, in den
Ecken lockerer, bis 28 u. Innere Perichätialbll. kleiner, dreieckig und fast
flachrandig. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, dicker, oben hakig gekrümmter
Seta hängend und regelmässig, 2 mm lang, aus etwas kürzerem Hals von
mehr als halber Urnenlänge ellipsoidisch, resp. birnförmig, braun und etwas
dünnwandig, mit kleinem, gewölbtem, mit Warze versehenem, glänzend purpur-
rotem Deckel und 3reihig stückweise sich ablösendem Ring, trocken unter
der weiten, wulstigen, glänzend roten Mündung verengt. Peristomzähne
ziemlich lang, gelb mit roter Insertion, über der Mitte rasch pfriemlich ver-
schmälert, schmal gesäumt, mit über 30 (nach Limpr. sogar 40) sehr dicht stehenden
inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms blass gelblich, von beinahe halber
Zahnhöhe, mit breit gefensterten Fortsätzen und zarten, mit langen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen 16—20 ù, bräunlichgelb oder gelb und gekörnelt.
Am Rande der Gletscher und an sandigen Bachufern in Spitzbergen und
Grönland, sowie auf den arktischen Tundren Sibiriens. Von Arnell bei Dudinka
und von J.Sahlberg bei Tolstoinos im arktischen Gebiet Sibiriens ges. S. VIII, 6,
a bis c) BlL, d) Perichätialbl, e) Habitusbild, f) Kapsel; gez. nach einem von
S. Bérggren 1868 auf Spitzbergen ges. Expl.
108. Bryum pallescens Schleich. 1816.
Br. speciosum Voit 1839, Br. rupincola Schleich. 1821; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 510.
Einhäusig, autócisch; die 6 Blüten im Schopfe kurzer Innovationen mit
aus verkehrt eiförmiger, fast herzfórmiger Basis zugespitzten inneren ۰
— 129 —
und zahlreichen hellrötlichen Paraphysen. Schwellende, dichte, bis 3 em hohe,
gelbgrüne, innen rötlichbraune, dicht rostfilzige Rasen mit roten Stengeln und
zahlreichen Innovationen. Untere Bll. eifórmig, mit kurzem Spitzchen und
vor der Spitze verschwindender Rippe, die Schopfbll. grösser, trocken etwas
gedreht, aus nicht herablaufender, eifórmiger Basis lanzettlich und lang zu-
gespitzt, hohl und ganzrandig, durch 3—5 Reihen verdickter Zellen breit
gesäumt, mit längs umgerolltem Rand, zuweilen undeutlich gesägter Spitze
und an der Basis kräftiger, roter, aufwärts stark verschmälerter, bräunlicher,
als kürzere oder längere glatte Granne, resp. dünne Stachelspitze austretender
Rippe. Querschnitt der letzteren unten über der Basis mit 4—6 Bauchzellen,
4 medianen Deutern nebst Begleitern, sowie mehrschichtigen Stereiden und
bis 13 differentiierten Rückenzellen, aufwärs nur 2 grosse, weitlumige Bauch-
zellen etc. Blattzellen spärlich getüpfelt, oberwärts rhombisch-6 seitig, 14—18 u
und meist 3mal so lang, an der Basis mehr rektangulär und rot, 22—25 u,
in den Ecken daselbst lockerer. Kapsel auf 1—3 cm langer, geschlängelter,
oben in kürzerem oder weiterem Bogen gekrümmter Seta geneigt, horizontal
oder nickend, regelmässig, meist 4 mm lang, aus fast gleichlangem Halse
ellipsoidisch, resp. keulig-birnförmig, ockerfarben bis rötlich- oder zimmt-
braun, mit hoch gewölbtem, mit kurzem Spitzchen versehenem, glänzendem
Deckel und 2—3reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig, am Urnenrand 2—3
Reihen querbreit, resp. breiter als hoch. Peristomzühne dicht an der Mündung
inseriert, sehr lang, meist bleichgelb mit roter Insertion, im oberen Drittel
hyalin und papillós, schmal gesäumt und mit bis 30 inneren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms hell gelblich, von halber Zahnhóhe mit breit gefensterten,
oben etwas knotigen, zwischen den Zähnen durchtretenden Fortsätzen und mit
langen Anhüngseln versehenen Wimpern. Sporen gelblich oder olivengrün,
14—18 بر und gekórnelt. Reife im Mai, in höheren Lagen später. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 359 und 360.
An feuchten Mauern, nassen Felsabhängen und steinigen Triften von der
Hügelregion bis in die Hochalpen in 2500 m durch Europa, Sibirien und Nord-
Amerika verbreitet, seltener in der Ebene; von Ludwig als Br. boreale im Riesen-
gebirge entdeckt. S. XV, 11, a und b Bll., c bis e) Kapseln, f) Blattquerschnitt;
gez. nach dahier bei Laubach und im Odenwald ges. Expll.
Var. boreale — Br. boreale Schwgr. mit bis 4 cm langen, stark verzweigten
Stengeln, längeren, schmäleren Bll. und kastanienbrauner Kapsel auf 4 cm langer
Seta — an triefenden Felsen in der Alpenregion;
var. contextum Br. eur. in dichten, 5—6 em hohen, innen zonenartig ge-
fürbten Rasen mit kleineren, kurz zugespitzten Bll. und kürzerer, stärker ein-
geschnürter Kapsel auf oft kaum 1 cm langer Seta — an trockenen Felsen in den
Hochalpen, sowie auf Spitzbergen, in Grönland und dem arktischen Gebiet Sibiriens.
Ändert auch in der Länge des Kapselhalses oder dem mehr gewölbten oder mehr
kegeligen Deckel je nach dem Standort ab. Kleinere Formen zeigen nach Limpr.
oft Abweichungen in der Bildung des Peristoms, indem bei denselben die Anhüngsel
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 9
— 130 —
der Wimpern fast vollständig. fehlen. Von Baenitzii durch den Blütenstand, von
Br. caespiticium sowohl durch den Blütenstand, wie auch die grösseren Sporen zu
unterscheiden.
109. Bryum subrotundum Brid. 1826.
Br. brunnescens Schleich. T pohliaeforme Brid. 1826, Br. pallescens à subrot. Br. eur.
1839; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Einhäusig, a mit kurzen dicken 6 und Ç Sprossen. Die
S Blüten mit zahlreichen, langen, gelben, zuletzt rötlichen Paraphysen und
breit eifórmigen, rasch zugespitzten inneren Hüllbll. Letztere mit vor der
Spitze endender Rippe. Herdenweise oder in kleinen, sehr niedrigen, innen
rotbraunfilzig verwebten Räschen mit nur wenige mm hohen Stengeln, knospen-
fórmigen Innovationen und zahlreichen gleichmässiger beblätterten Sprossen.
Bll. nicht herablaufend, hohl und undeutlich schmal gesäumt, die unteren
eilanzettlich, klein und flachrandig, die äusseren Schopfbll. breit eifórmig und
zugespitzt, ganzrandig oder an. der Spitze unmerklich gezähnt, mit nur an der
Basis umgeschlagenem Rand und stachelspitzig austretender Rippe, die inneren
Schopfbll. mehr eilänglich und länger zugespitzt, bis 2 mm lang, mit längs
schmal umgebogenem Rand und länger grannenartig austretender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren typisch, mit 4 medianen Deutern nebst Begleitergruppe,
2—4 Bauchzellen, 10—12 Rückenzellen und mehrschichtigen stereiden Füll-
zellen. Blattzellen spärlich getüpfelt, aufwärts rhombisch bis rhombisch-6 seitig,
18 u und doppelt so lang, an der Basis mehr rektangulär, 20 u und purpurrot,
in den oft fast geöhrten Ecken lockerer und mehr quadratisch. Perichätialbll.
lanzettlich, mit längs umgebogenem Rand und graunig austretender Rippe;
nach innen kleiner, die innersten flachrandig. Kapsel auf 1—2 cm langer,
braunroter, oben kurz bogig gekrümmter Seta horizontal bis hängend, aus engem,
kurzem Hals von etwa halber Urnenlünge dick eifórmig bis fast kugelig,
kleinmündig, hellbraun mit dunklerem Hals, mit kleinem, gewólbtem, mit grosser
Warze versehenem, orangefarbenem Deckel und 2reihig sich abrollendem
Ring, trocken und entleert unter der Mündung nicht verengt.. Epidermiszellen
der Kapselwand diekwandig, am Urnenrand 2 Reihen kleiner. Peristomzähne
dicht an der Mündung inseriert, trocken eingekrümmt, ziemlich gleichmässig
verschmülert, gelb mit orangefarbener Insertion und gelblichen Spitzen, schmal
gesäumt und mit etwa 25 inneren Lamellen. Membran des freien inneren
Peristoms gelb, von über وا Zahnhóhe, mit weit klaffend durchbrochenen
Fortsützen und mit kürzeren oder lüngeren Anbüngseln versehenen Wimpern.
Sporen 18—25 u, gelbgrün und feinwarzig. Reife im Spätsommer. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 361 und 360 var. ۰
Auf steinigem Boden und an humösen Felsspalten, bes. Kalkfelsen im Hoch-
gebirge von 2000— 2900 m. Auch auf dem Dovrefjeld in Norwegen, sowie bei
Dudinka in der arktischen Region Sibiriens und in Kanada und Grónland in Nord-
Amerika; von Hornschuch 1817 in den Salzburger Alpen entdeckt. S. XV, 12,
a und b) Bll, c und d) Kapseln, sowie IX, 4, a und b) BIL, REN, d und
— 131 —
e) Kapseln, f) Kapseldeckel; gez. nach einem von H. Graf zu Solms-Laubach auf
der Albula in Graubünden ges. Expl.
Bryum caespitieciforme De Not. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 512) in sehr
dichten, 1 cm hohen Rasen, mit etwas aufgeblasenen quadratischen Zellen an den
fast geóhrten Blattflügeln, etwas kleineren, fein gekörnelten Sporen von 16—20 y,
und Wimpern ohne Anhüngsel — welches A. Carestia auf den Alpen des Aosta-
Thales im Wallis 1863 sammelte — dürfte wohl ebenfalls in den Formenkreis von
subrotundum gehören (non vidi).
110. Bryum Sauteri Br. eur. 1846.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 513.
Einhäusig, autöcisch; die 6 Blüten im Schopfe kurzer Innovationen
mit eilanzettlichen, rötlichgelben Hüllbll. und zahlreichen, sattgelben, langen
Paraphysen. Innere Hüllbll. der 6 Blüte mit vor der stumpflichen Spitze ver-
schwindender Rippe. Habituell an kleinere Formen von Br. erythrocarpum
erinnernde, dichte, niedrige, meist nur 0,5 cm hohe, bräunliche Räschen mit
wiederholt gabelästigen, am Grunde wurzelfilzigen, roten Stengeln. Bill. aufrecht
abstehend, trocken steif angedrückt, nicht herablaufend, die unteren klein
eilanzettlich, die oberen grösser, mehr elliptisch verlängert und lanzettlich
zugespitzt, kielig-hohl, flachrandig und ungesäumt, mit kräftiger, rotgelber,
als kurzer dicker Stachel austretender Rippe. Blattzellen ziemlich dünnwandig,
oben 9—15 u und bis 9 mal so lang, schmal rhombisch-6 seitig, abwärts allmählich
kürzer und breiter und mehr rektangulär, an der Basis bis 20 u und rötlich.
Innere Perichätialbll. kleiner, mit vor der Spitze verschwindender Rippe.
Kapsel auf 1—1,5, seltener 2 cm langer, dünner, unten geknieter, oben bogig
gekrümmter, blutroter Seta nickend bis hängend, anfangs gelblichrot, reif
dunkel blutrot, mit dem meistens etwas gekrümmten, dunkleren Halse von
halber Urnenlänge schmal keulig-birnförmig und etwas hockrückig, derb-
wandig, glanzlos, mit etwas glänzendem, gewölbt kegeligem oder nur kurz
kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel und breit sich abrollendem Ring,
trocken unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
diekwandig, am Urnenrand 4—5 Reihen querbreit oder quadratisch. Peristom-
zähne dicht an der Mündung inseriert, schmal lineal-lanzettlich, gelb, gesäumt,
im oberen Drittel hyalin, innen mit etwa 24—30 Lamellen. Membran des
inneren Peristoms sattgelb, von mindestens halber Zahnhöhe, mit schmalen,
gefensterten Fortsätzen und nur mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 16-99 u, gelb und feinwarzig, Reife im August und September. Br.
eur. Vol. IV, Tab. 377.
Auf sandigem Boden an den Ufern der Alpenbäche oder auch an Weg-
rändern und Abhängen von 630—1700 m; von W. Ph. Schimper 1840 auf dem
Ufersande der Salzach im Pinzgau entdeckt, jedoch auch in Kärnthen, Steiermark,
Tirol, dem Kaukasus und der Schweiz inzwischen an verschiedenen Orten aufgefunden,
in Norwegen selten. S. XV, 13, a und b) Bll, c) Habitusbild, à und e) Kapseln,
f) Kapseldeckel; gez. nach einem von J. Breidler im Lungau im — ج Expl.
— 132 —
111. Bryum gilvum Hagen 1901.
Br. concavum Hagen 1894 ms. Kaurin; ef, Rbh. Kr. Fl. IV 4. 5.709.
Einhäusig, nach Hagen auch polyöcisch; die 5 Blüten im Schopfe kurzer,
knospenfórmiger Innovationen, mit zahlreichen dicken Antheridien, gelben, abwürts
rótlichen Paraphysen und zugespitzten, zuweilen an der Spitze gezühnten Hüllbll.
Innere Hüllbll verkehrt eifórmig und kurz zugespitzt, an der Basis rótlich
und mit dünner, vor der Spitze endender Rippe. Herdenweise vereinte, zwischen
anderen Moosen wachsende, tief in den Schlamm eingegrabene, oft noch keinen
cm hohe Pflünzchen mit abwärts wurzelhaarigen, oben fast kugelig-knospenfórmig
beblätterten, bis 1,5 cm langen, roten Stengeln und kurzen, knospenfórmigen
Innovationen. Bll. feucht rosettenartig aufrecht abstehend, trocken knospen-
förmig geschlossen anliegend, die äusseren und unteren sehr klein, breit eirund
und kurz und scharf zugespitzt, ungesüumt, flach und ganzrandig, die oberen,
resp. mittleren Schopfbll. mehr breit oval und kurz und scharf zugespitzt oder
mehr stumpf abgerundet und mit aufgesetztem Spitzchen, mit umgeschlagenem
Rand und an der Basis breiter, roter oder violettroter, aufwärts allmählich
verschmälerter, dicht vor dem Spitzchen oder höchstens mit der Spitze
endender, nie austretender Rippe. Blattzellen ähnlich wie bei nifidulum gegen
die Spitze kleiner werdend, dickwandig, oben rhombisch-6 seitig, 10—12 u,
mitten 14—16 u und 3—4 mal so lang, abwärts allmählich mehr rektangulär,
an der Basis rot und 18—25 u, an den Ecken daselbst meist erweitert und
kürzer, 25—35 u. Innere Perichätialbll. sehr klein, lanzettlich zugespitzt,
flach- und ganzrandig und mit fast verschwindender Rippe. Kapsel auf 1 bis
2 cm langer, roter Seta geneigt bis hängend, mit dem fast gleichlangen,
schmäleren Halse birnförmig, hellbraun, dünnwandig und rotmündig, trocken
unter der Mündung nicht verengt, entleert etwas weitmündig. Kapseldeckel
nach Hagen niedrig, kegelig und mit stumpfer Warze. Epidermiszellen der
Kapselwand dünnwandig, am Urnenrand nur wenige Reihen kleiner quadratisch
oder querbreit. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, bräunlichgelb
mit papillösen hyalinen Spitzen und orangeroter Insertion, ungesäumt oder
nur abwärts sehr schmal gesäumt und mit etwa 20 inneren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von ولا Zahnhöhe, hell gelblich, mit schmalen, ge-
fensterten Fortsätzen und mit kurzen Anhüngseln versehenen papillósen Wimpern;
letztere nach Hagen auch öfters fehlend. Sporen 20—25 u, gelblich und
papillös. Reife im Sommer.
Von Dr. J: Hagen und E. Ryan am 18. Juli 1894 in 70? n. Br. am
Porsangerfjord im arktischen Norwegen (Mellanalos) entdeckt. Nach Kaurin mit
Br. bulbifolium und Garovaglii verwandt. S. XVI, 8, a) unteres, b) oberes Bl.,
c) Kapsel, d) inneres Perichütialbl; e) Habitusbild, f bis h) Hüllbll. der 6 Blüte;
gez. nach einem von Chr. Kaurin erhaltenen Originalexpl.
Bryum rosenbergiae Hagen, welches Frau C. Rosenberg im August 1854
an Granitfelsen bei Vasendefjeld an der Südküste Norwegens entdeckt hat, soll
sowohl autöcischen, wie rein weiblichen Blütenstand haben und mit Br. pallescens
verwandt sein (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 714), besitzt jedoch nach dem von mir
— 133 —
untersuchten Originalexpl. aus dem Herbare Jensens Sporen von 14— 16 u und
steht Br. capillare var. meridionale bedenklich nahe. Es ist nach meiner Ansicht
nur eine Varietät von Br. capillare.
d) Blütenstand zweihäusig.
a. Doliolidium CM.
Kleinere, höchstens bis 2 cm hohe Pflanzen mit ziemlich gleichmässig
beblütterten Innovationen. Kapsel (mit Ausnahme vou Br. murale) kurz und
dick tonnenfórmig.
Die Arten dieser mehr über die gemüssigte und würmeren Zonen verbreiteten
Gruppe schliessen sich nach der Kapsel an die Argyrobrya an. Ausländische Arten
derselben sind bereits gegen 60 bekannt. Bei den auslündischen Arten mit rauhem,
runzeligem Halse erinnert das Sporogon an eine Eichel im Becher.
112. Bryum excurrens Lindb. 1886.
Br. versicolor Kaurin 1885; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 408,
Zweihüusig. Habituell der vorigen Art sehr ähnliche und derselben
nahe verwandte Pflänzchen mit kurzen, gelbrot-filzigen Stengeln und nur wenige
mm langen schopfigen Innovationen. Bll. rötlich bis kupferfarben, die unteren
kleiner, eifórmig bis eilanzettlich, flachrandig und mit austretender, gezähnter
Rippe, die Schopfbll. aus abgerundeter, eifórmiger Basis mehr lanzettlich ver-
längert, ohne Granne 1,3 mm lang, ungesäumt und ganzrandig, mit bis oberhalb
der Mitte oder längs zurückgebogenem Rand und gelbroter, als lange, an
der Spitze gezühnte Granne von mindestens پا Blattlänge austretender
Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei versicolor, jedoch mit lockeren
Rückenzellen, abwärts mit 2—4 doppelschichtigen basalen Deutern, wenigen
Begleitern, 9 lockeren Rückenzellen und dreischichtigen Stereiden. Blattzellen
nicht getüpfelt, nur mässig verdickt, verlängert rhombisch, 12—16 u und fast
4—6 mal so lang, an der Basis dünnwandig, mehr rektangulär und 18—20 u,
an den abgerundeten Ecken oval und selbst über 30 u. Kapsel auf 1—1,5 cm
langer, oben kurz bogig gekrümmter Seta geneigt bis hüngend, mit dem der Urne
meist gleichlangen, allmählich verschmälerten Halse birnfórmig, bleichrot und
rotmündig, mit gewölbtem, mit Spitzchen versehenem, glinzend rotem Deckel
und dreireihig, spiralig sich abrollendem Ring, entleert unter der weiten Mündung
zuweilen etwas verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, sonst
wie bei versicolor. Peristomzähne kürzer als bei versicolor, gelb mit orangefarbener
Insertion und breit gesäumt, über der Mitte rasch pfriemlich verschmälert,
innen mit 25 hohen Lamellen. Membran des inneren Peristoms sattgelb, von
halber Zahnhóhe, mit gefensterten Fortsützen und mit Anhängseln versehenen
Wimpern. Sporen 10—14 u, gelbgrün und glatt. Reife im Juli.
Auf feuchtem Sande an den Ufern der Driva bei Opdal in Norwegen von
Chr. Kaurin im Sommer 1885 entdeckt. S. VIIL 4, a und b) BIL, c) Habitus-
bild, d und e) Kapseln; gez. nach einem von N. Bryhn an Flussufern ‚bei Opasi
in Norwegen ges. Expl. Vielleicht nur nordische Varietät von versicolor, von dem
es sich namentlich durch die dickwandigere Kapsel, etwas grössere Sporen und die
als gezähnte Granne austretende Blattrippe unterscheidet.
ON او یت تاو ات نوی
— 134 —
113. Bryum versicolor A. Braun 1839.
Br. turbinatum var. Schwgr. 1830; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 530,
Zweihäusig; die inneren Hüllbll. der 6 Blüten bräunlich, plötzlich zu-
gespitzt und mit nicht austretender, in der Spitze endender Rippe. Paraphysen
gelb und länger als die Antheridien. Herdenweise oder nur zu lockeren, bis
1 cm hohen, unregelmüssigen Räschen vereinte, gelblichgrüne oder bräunliche,
bis rötlich gescheckte Pflänzchen, mit braunfilzigen, steifen, aufrechten Stengeln
und dicht beblätterten. runden Sprossen. Dll. aufrecht abstehend, trocken anliegend,
etwas steif, aus kaum herablaufender, breiter, kurz eiförmiger Basis lanzettlich
zugespitzt, ungesäumt, hohl und ganzrandig, mit etwas umgerolltem Rand
und kräftiger, grünlicher bis rötlichbrauner, als steifer, glatter Stachel aus-
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren stielrund, mit 2—4 abwärts doppel-
schichtigen basalen Deutern, wenigen Begleiterzellen, gelben inneren Stereiden
und 8-10 lockeren Rückenzellen. Blattzellen mässig verdickt, aufwärts schmäler,
in der Spitze verlängert rhombisch, 10 u und mehr als 5 mal so lang, abwärts
mehr 6seitig, 15 u, an der Basis kurz rektangulär und 18—20 u. Kapsel auf
1,5—2 cm langer, steifer, dünner, purpurroter, oben sehr kurz gebogener
Seta plötzlich herabhängend, der Seta anliegend, aus kurzem, dickem, abgerundetem
Halse rundlich-oval bis fast kugelig, dünnwandig, hell rótlichbraun mit
grossem, hoch gewólbtem und mit Spitzchen versehenem, nicht glünzendem,
orangefarbenem Deckel und 3reihig sich abrollendem Ring, entdeckelt unter
der erweiterten Mündung nicht verengt, sondern etwas verkürzt mit
runzeligem, eingedrücktem Halse. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
am Urnenrand 3 Reihen abgeplattet oder quadratisch; Peristomzähne dicht an
der Mündung inseriert, schmal lineal-lanzettlich, durchaus gelb, gesäumt, mit
22—30 hohen inneren Lamellen und auch aussen etwas vortretenden Quer-
. balken. Membran des inneren Peristoms hell gelblich, von mehr als halber
Zahnhöhe, mit trocken zwischen den Zähnen nicht durchtretenden, gefensterten
bis klaffenden Fortsätzen und mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen
8—12 u, hellgelb oder grünlichgelb und glatt. Reife im Spätsommer. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 379.
Auf feuchtem Sand und an schlammigen Flussufern im südlichen Deutschland,
in Österreich und der Schweiz, in der Ebene und Hügelregion bis 950 m hier und
da verbreitet; von Alexander Braun am Rheinufer unweit Basel entdeckt. S. XV,
5, a und b) Bll., c) Habitusbild, d bis f) Kapseln, g und h) Blattquerschnitte;
gez. nach einem von P. Culmann an der Tóss im Kanton Zürich in der
Schweiz ges. Expl.
114. Bryum atropurpureum Autor.
Br. bicolor Dicks. 1801; Br. caespiticium 8 atropurp. Blandow 1808, Br. pulchellum
ropurp. Wahlenb. 1812; Br. caespiticium 8 bicolor Brid. 1817, Br. carneum 8 pusillum
Schultz 1819, Br. slice 8 bicolor Brid. 1826, Br. carneum 8 atropurp. Schwer. 1830,
Mnium bulbillesum Mont. 1841, Mn. bicolor und dichotomum P. Beauv. 1805, Br. gracilentum
Tayl. 1848; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 531.
— 135 —
Zweihüusig mit oft besonderen 6 Räschen; die Hüllbll. der dick knospen-
förmigen Ó Blüten breit eiförmig und zugespitzt, sowie mit austretender Rippe.
Kissenfórmige oder ausgedehnte, mehr oder weniger dichte, niedrige, bis 1 cm
hohe, anfangs gelbgrüne, später sattgrüne, etwas seidenglänzende Rasen mit
braunrot filzigen Stengeln, kurzen fertilen Innovationen und längeren, fast
kätzchenförmigen sterilen Sprossen, auf trockeneren Standorten mit Bulbillen
in den Blattachseln. Bil. aufrecht abstehend, nicht herablaufend, die unteren
klein, eilanzettlich und flachrandig mit vor oder in der Spitze endender Rippe,
diejenigen der sterilen Sprosse aus nicht herablaufender, elliptischer Basis
lanzettlich zugespitzt, die breiteren Schopfbll. aus mehr eiförmiger Basis lanzettlich
zugespitzt, 1,2 mm lang, ungesäumt, hohl und ganzrandig, nur ausnahmsweise
an der Spitze undeutlich gezähnt, mit abwärts stärker zurückgerolltem Rand
und gelber bis bräunlicher, als glatte Stachelspitze austretender Rippe,
Querschnitt der letzteren mit 2—4, abwärts doppelschichtigen basalen Deutern
nebst Begleitern, 6—10 kleinen, differentiierten Rückenzellen und 2—3 schichtigen
stereiden Innenzellen, oder auch an der Basis mit 3—4 kleinen medianen
Deutern, 2 grossen Bauchzellen, 8 kleineren Rückenzelllen und Stereiden, oben
mit nur basalen Deutern und zentrierter kleiner Begleiterpruppe. Blattzellen
nur mässig verdickt, oberwärts rhombisch bis rhombisch-6 seitig, 12—16 u und
meist 2—4 mal so lang, an der Basis mehr kurz rektangulär, 18—22 u und
trübrot. Innere Perichätialbll. kleiner und mit vor der Spitze endender Rippe,
Kapsel auf 1—1,5 cm langer, roter, oben kurz bogig gekrümmter Seta hängend
und regelmässig, aus angeschwollenem, kurzem, nach der Seta zu ab-
gerundetem Halse von etwa halber Urnenlänge dick oval, derbwandig,
dunkel purpurrot, resp. blutrot bis schwarzrot, mit grossem, erweitertem,
hochgewölbtem, mit stumpfem Spitzchen versehenem, glänzend purpurrotem
Deckel und 2—3reihig sich breit abrollendem Ring, entdeckelt unter der weiten
Mündung kaum verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, kurz
rektangulär und quadratisch, am Urnenrande bis 8 Reihen kleinerer, querbreiter
und quadratischer Zellen. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, aus
breiter Basis lanzettlich pfriemenförmig, sattgelb und rötlich angehaucht, mit
hyaliner Pfriemenspitze, kerbig breit gesäumten Rändern und bis 30 inneren
Lamellen. Membran des nicht immer mit dem Sporensack sich ablösenden
inneren Peristoms hell gelblich, von ولا bis halber Zahnhöhe, mit nicht
zwischen den Zähnen durchtretenden, gefensterten bis klaffenden Fortsätzen
und mit langen Anhüngseln versehenen Wimpern. Sporen 812 u, hellgelb
und glatt. Reife im Mai und Juni, im Süden schon im März. Br. eur. Vol. IV,
Tab..378.
Auf feuchtem Sand oder sandigem Lehm, auf Waldwegen und unbebautem
Boden, auch auf Mauerkronen durch die Ebene und Hügelregion, vorzugsweise im
mittleren Europa, bis 1000 m aufsteigend, auch aus Algier, Tunis, dem Ka :
Nord-Amerika und Klein-Asien bekannt; von Blandow 1804 bei Waren in Mecklen-
burg entdeckt, war jedoch auch schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. S. XV, 7,
a und b) Bil, c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
— 136 —
Var. arenarium Husnot — Br. arenarium Jur. mit dicht gestellten, schmäleren,
kleineren Schopfbll. und geneigter bis fast hängender, mit dem verschmälerten,
etwas gebogenen Halse von !/, bis halber Urnenlänge verkehrt eibirnförmiger,
rötlichbrauner bis schwärzlich rotbrauner, weitmündiger Kapsel mit flach ge-
wölbtem, glänzend braunrotem, mit Spitzchen versehenem Deckel, nur 2—5 Reihen
querbreiter Zellen am Urnenrand und etwas grösseren Sporen von 12—15 u —
auf dem Ufersande der Donauinseln von Garovaglio bei Wien entdeckt. S. XV, 7
d) Kapsel nach Limpricht. Nach der Rev. br. 1883, S. 67 auch aus Frankreich
(Bourbon) bekannt.
Bryum Arvenii Arnell 1898.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 783.
Zweihäusig. Br. atropurpureum sehr nahe verwandt, mit etwas schopfig
beblätterten Stengeln und Innovationen und schmäleren, undeutlich 1—2 zellreihig
gelb gesäumten Schopfbll. mit zuweilen fast längs umgerolltem Rand. Kapsel
sehr veränderlich, bald kürzer bald länger, 1—1,5 mm lang, mit bald kurzem,
rundlichem dicken oder längerem, mehr verschmälertem runzlichen Halse. Wimpern
des inneren Peristoms bei gut ausgebildeten Kapseln mit Anhängseln; letztere zu-
weilen verkümmert oder auch die Wimpern nur rudimentär. Sporen 10—14 u,
gelb und glatt.
Von A. Grope 1894 in der Marmorbucht in Ostergotland, sowie von Arven
auf Kalkboden in Westgotland ges. S. XVII, 7, a und b) Bll., c) mittlere Schopfbll.,
d bis f) Kapseln, g) inneres Peristom; gez. nach einem von A. Grope ges. Expl.
Die Pflanze macht den Eindruck einer nordischen Varietüt von Br. atropurpureum.
Ebenso ist Br. Arnellii Kaurin, welches Arnell im August 1891 im ark-
tischen Norwegen (Javronive) ges. hat, nur eine nordische Form von Br. atro-
purpureum mit verkümmertem inneren Peristom, fast ohne Fortsätze und Wimpern.
115. Bryum murale Wils. 1869.
Br. erythrocarpum y murorum Schpr. 1860, Br. murorum Wils. 1865, Br. atro-
purpureum De Not. 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 528.
Zweihäusig; die 6 Blüten wie bei erythrocarpum. Dichte, niedrige, nur
selten 1 cm hohe, gelblich- bis brüunlichgrüne, innen bis zu den neuen Trieben
rotfilzig verwebte, fast kissenfórmige Rasen mit aufrechten Stengeln und steifen
Asten, resp. fertilen und sterilen Sprossen. Bll. feucht steif aufrecht ab-
stehend, trocken anliegend, die unteren lanzettlich und flachrandig, die
äusseren Schopfbll. mehr länglich-lanzettlich, resp. elliptisch verlängert und
lanzettlich zugespitzt, ganzrandig und ungesäumt, nur zuweilen an der Spitze
undeutlich gezähnt, die inneren aus breiter, nicht herablaufender Basis länger
lanzettlich zugespitzt, mit schmal zurückgeschlagenem Rand und kräftiger,
brauner bis trübroter, stielrunder, als mässig langer Stachel auslaufender Rippe.
Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei Br. erythrocarpum, nur mit zahlreicheren
Stereiden und kleineren Rückenzellen, mitten mit 2 doppelschichtigen basalen
Deutern nebst Begleitern, bis 9 flachen Rückenzellen und ziemlich zahlreichen
braunen, 3schichtigen Stereiden. Blattzellen mässig verdickt, oberwürts schmal
rhombisch oder rhomboidisch bis rhombisch-6 seitig, 12—16 u und 3—4 mal
— 137 —
so lang, am Rand etwas enger und länger, an der Basis kurz rektangulär bis
quadratisch, -rötlich und nur wenig breiter. Innere Perichütialbll nur wenig
kleiner. Kapsel auf 1—2,5 cm langer, purpurroter, oben bogig gekrümmter
Seta nickend bis hängend, mit dem schmäleren, meist gekrümmten Hals von
با Urnenlünge dick keulig-birnförmig, derbwandig, purpurrot bis schwärzlich-
rot, mit hochgewölbtem, fast halbkugeligem oder paraboloidischem, kleinem,
etwas glänzendem, blutrotem, mit sehr kleiner Papille versehenem Deckel und
3reihig sich abrollendem, aussen rotem Ring, trocken unter der kleinen Mündung
nicht eingeschnürt. Epidermiszellen der Kapselwand schmal und dickwandig,
am Urnenrand mehrere Reihen kleiner und querbreit. Peristomzähne gelb mit
bleichen Spitzen und orangeroter Insertion, breit gesäumt und mit 28—30
inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms scharf gekielt, gelblich,
von mindestens halber Zahnhóhe, mit breit gefensterten bis klaffenden Fort-
sätzen und mit Anhängseln versehenen Wimpern, demjenigen von erythrocarpum
ähnlich. Sporen 8—12 u, grünlichgelb bis olivenbräunlich und glatt. Reife
im April und Mai.
An Mauern und auf steinigem Kalkboden im südlichen und westlichen Europa,
auch aus Algier, dem Kaukasus und England bekannt, vorzugsweise in der Ebene.
S. XV, 6, a und b) BlL, c) Kapsel, d) Kapseldeckel; gez. nach einem von Bottini
an der Kirchhofsmauer bei Lucca in Italien ges. Expl.
116. Bryum Klinggräffii Schpr. 1858.
Br. erythrocarpum 8 turfaceum Schpr. 1860, Br. turbinatum forma Jur. 1866, Br
macrostomum Jur. 1867, Br. pumilum Sauter 1870, Br. constrictum Husnot 1889;. cf. Rbh.
. Fl Nr. 538.
Zweihäusig; die O Blüten wie bei atropurpureum, Herdenweise oder zu
sehr niedrigen, kleinen, kissenfórmigen, hellgrünen Räschen vereinte Pflünzchen
mit kurzen, roten Stengeln, kurzen, nur wenige mm hohen, etwas schopfigen
Innovationen und bis 5 mm langen, schlankeren, sterilen Sprossen, am Grunde
mit braunroten Wurzelhaaren, auch zuweilen mit sehr kleinen, gestielten
roten Brutkórpern in den Blattachseln der sterilen Sprosse, ähnlich wie bei
erythrocarpum. Bil. etwas steif, die unteren kleiner, eilinglich und fast flach-
randig, mit vor der Spitze verschwindender Rippe, die oberen, nicht zahlreichen
Schopfbll mehr eilanzettlich bis lanzettlich, mit abwärts umgebogenem Rand,
ungesäumt, aufwärts flachrandig und mehr oder weniger deutlich entfernt ge-
zühnt, mit unten rötlicher, aufwärts bräunlicher, als kurzer Stachel auslaufender
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4, abwärts teilweise doppelschichtigen
basalen Deutern, fast ohne Begleiter, 6—8 und selbst 10 kleinen, lockeren
Rückenzellen und 2- bis höchstens 3schichtigen stereiden Füllzellen. Blatt-
zellen mässig verdickt, oben rhombisch-6seitig, 12—14 u und 5—6 mal so
lang, an der Basis mehr kurz rektangulär und rot, 18 u. Kapsel auf is em
langer, dünner, oben hakig gekrümmter, roter Seta hängend, sehr klein, nur
1,8 mm lang, aus kurzem, verschmülertem Halse von höchstens ‚halber Urnen-
länge verkehrt eifórmig oder ellipsoidisch, resp. kurz birnfórmig, blutrot mit
E TP OPO
E E E
— 138 —
verhältnismässig breitem, hochgewölbtem, mit Spitzchen versehenem,
etwas glänzendem roten Deckel und breit sich abrollendem Ring, trocken und
entdeckelt unter der weiten Mündung stark eingeschnürt, entleert
fast kreiselfórmig. Peristomzühne dicht an der Mündung inseriert, breit lanzettlich
und verhältnismässig kurz, gelb mit hyalinen Spitzen, schmal gesäumt, innen
mit etwa 20 dicht genüherten, etwas bogigen Lamellen, auch aussen mit vor-
tretenden Querbalken. Membran des nur schwer mit dem Sporensack sich
ablósenden inneren Peristoms fast hyalin, hell gelblich, von mehr als halber
Zahnhóhe, mit trocken zwischen den Zähnen nicht durchtretenden, ritzenförmig
durchbrochenen bis klaffenden Fortsätzen und je 3 mit langen Anhängseln
versebenen Wimpern. Sporen 10—12 u, gelb oder grünlichgelb und fast glatt,
resp. zerstreut-feinwarzig. Reife im Mai und Juni.
Auf feuchtem, sandig torfigem oder lehmigem Boden, an Grabenrändern,
Bach- und Flussufern im mittleren Europa in der Ebene und niederen Bergregion
bis 1600 m hier und da zerstreut, auf Aland und in Schweden selten; von
H. v. Klinggraeff 1855 bei Löbau in Westpreussen entdeckt. S. XV, 8, a und
b) BlL, c bis e) Kapseln; gez. nach von R. Ruthe an sandigen Ufern der Swine
bei Swinemünde in Pommern ges. Expll. Die an letzterem Standort ges. Expll.
besitzen kleine, gestielte rote Bulbillen in den Blattachseln steriler Sprosse, welche
auf die Verwandtschaft mit erythrocarpum schliessen lassen.
Bryum tenuisetum Limpr. welches J. Breidler 1889 bei Leibnitz in
Steiermark ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 780), soll sich von ۰ erythrocarpum
durch polygamen Blütenstand und ganzrandige, ungesäumte Bll. mit vor oder in
der Spitze endender und nur bei den Schopfbll. auslaufende Rippe unterscheiden.
Die mir vorliegende Pflanze besitzt halbreife, kurze, etwas dicke Kapseln und
macht mir nur den Eindruck einer unreifen Form von Bryum Klinggraeffii, welches
bekanntlich ganz ähnliche Bulbillen wie Br. erythrocarpum in den Blattachseln besitzt.
Br. Klinggraeffii bildet nach den roten Bulbillen in den Blattachseln schon
mehr den Übergang zur folgenden Gruppe.
B. Erythrocarpidium C. M.
Kleinere, nur selten bis 1 em hohe Pflanzen mit ziemlich gleichmässig
beblätterten Stengeln und meist herablaufenden Bll. Kapsel ledergelb bis blut-
rot oder schwarzrot, niemals mit aufgetriebenem Halse, sondern mit dem mehr
oder minder langen Halse länglich-birnfömig bis länglich-keulenförmig.
Ausländische Arten dieser Gruppe sind etwa 40 bekannt.
117. Bryum erythrocarpum Schwgr. 1816.
Br. bicolor Dicks. 1801, Br. sanguineum Brid. 1817, Br. radieulosum Brid. 1817,
Br. Morisii Bruch. 1827; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 597.
Zweihäusig, die Blüten mit aus eifórmiger Basis lanzettlich zugespitzten
äusseren und verkehrt eifórmigen, durch die austretende Rippe stachelspitzigen
inneren Hüllbll, zahlreichen Antheridien und kaum längeren Paraphysen.
Lockere, kaum zusammenhängende, niedrige, selten über 1 cm hohe, meist
oliven- bis bräunlichgrüne, zuweilen rötliche Rasen mit aufrechten Stengeln und
— 139 —
schlaffen, locker beblätterten Ästen, sowie mit runden, gestielten, vielzelligen,
purpurroten Brutkörpern in den unteren Blattachseln (namentlich auf
feuchteren Standorten). BII. schlaff und weich, feucht mehr oder weniger ab-
stehend, trocken hin und hergebogen, locker anliegend, die unteren und die-
jenigen der sterilen Sprosse herablaufend, lanzettlich, fast gesüumt und mit
abwärts zurückgeschlagenem Rand, die Schopfbll. aus schmälerer Basis ver-
längert-lanzettlich, resp. elliptisch verlängert und kürzer oder länger zugespitzt,
zuweilen etwas spatelförmig, ungesäumt oder nur undeutlich gesäumt und
gegen die Spitze entfernt gesägt, mit umgerolltem Rand und schmaler,
gelbgrüner, zuletzt rötlicher, als kurze gezähnte Stachelspitze auslaufender
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—3, seltener 4 abwärts doppelschichtigen
basalen Deutern nebst Begleitergruppe, 5—7 lockeren Rückenzellen und nicht
zahlreichen 2—3schichtigen stereiden Füllzellen. Blattzellen ziemlich locker
und dünnwandig, nicht getüpfelt, oberwärts rhombisch-6 seitig, 18 u und meist
3—4 mal so lang, am Rand schmäler, nach der Basis zu rektangulär, resp.
rektangulär-6 seitig, und oft fast doppelt so breit, an den herablaufenden Ecken
jedoch nicht breiter, sondern eher schmüler. Kapsel auf 1,5—3 cm langer,
meist ungleichlanger und geschlängelter, purpurroter, oben in kurzem Bogen
gekrümmter Seta hängend, mit dem kurzen Halse von ولا bis halber Urnen-
länge länglich-birnförmig, 2—4 mm lang, meist schwach gekrümmt, rótlich-
gelb bis blutrot, halbreif von der Mündung an sich blutrot verfürbend, mit
grossem, hochgewölbtem oder gewölbt kegeligem, mit Spitzchen versehenem,
purpurrotem, firnissglänzendem Deckel und 3zellreihig stückweise sich abrollen-
dem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Peristomzühne dicht an
der Mündung inseriert, rötlichgelb, breit gesäumt, mit pfriemlicher hyaliner
Spitze, innen mit über 30 Lamellen. Membran des leicht mit dem Sporensack
sich ablósenden inneren Peristoms blassgelb, von mehr als halber Zahnhóhe,
mit trocken zwischen den Zühnen durchtretenden, gefensterten bis klaffenden,
stark kieligen Fortsätzen und mit langen Anhängseln versehenen. Wimpern.
Sporen 8—12 u, gelb oder grünlichgelb und glatt. Reife im Juni, in höheren
und feuchten Lagen später. Br. eur. Vol. IV, Tab. 376.
Auf feuchtem, sandig-lehmigem Heideboden, an Gräben und Ausstichen, be-
sonders aber auf Schneisen in Buchenabtriebsschlägen durch die Ebene und Berg-
region bis 1800 m verbreitet, auch aus Asien, Afrika und Amerika bekannt.
S. XV, 9, a und b) Bll, c) Kapsel, d) Kapseldeckel der halbreifen Kapsel, e) Brut-
knöllchen; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. radiculosum Schpr. in dichteren, kräftigeren Rasen mit ‚schwarzroter,
verkehrt kegelförmiger oder keulig-birnförmiger, resp. mehr ellipsoidischer Kapsel
— auf feuchteren Standorten, insbesondere auf frisch aufgehauenen Schneisen im
Buchenhochwald; D. 3 :
ar. marginatum — Br. marginatum Br. eur. in dichteren, rótlichgrünen,
goldglinzenden Rasen mit schmälerer Kapsel, 2 zellreihig ‚rötlich رم روز
flachrandigen Bll. und vor oder in der Spitze endender Blattrippe — von Beno!
an Sandsteinfelsen bei Zweibrücken nur einmal sufgefunden. Br. eur. Vol. IV,
Tab. 379 (Br. apiculatum).
کی جد اھ ات ای ا که c ری وچ vo
س 140 —
Br. marginatum Podp., welches Podpera bei Prag ges. hat, unterscheidet
sich hiervon durch die als lange, dünne, gezähnelte Granne austretende Rippe.
S. XIX, 9, a) Bl, b) Habitusbild, c) Kapsel; gez. nach einem von E. Bauer er-
haltenen O رازه Diese Pflanze erinnert schon mehr an Dr. Haistii und
Bomanssoni, von denen sie jedoch durch das engere Zellnetz etwas abweicht.
Br. erythrocarpum ändert je nach dem Standort etwas ab. Auf humosem
Boden bleiben die Bll. ungesäumt und es wird die Kapsel mehr ellipsoidisch, grösser
und dunkler blutrot, auf sterilem Lehm oder steinigem Boden dagegen bleibt die
Kapsel kleiner, fast zylindrisch, während die Bll. einen mehr oder weniger deut-
lichen Saum zeigen und als forma limbata oder var. marginata sich dem Br.
Bomanssoni nähern. Stets ist jedoch Dr. erythrocarpum durch die blutroten
Bulbillen in den Blattachseln, die es nur mit Br. Klinggraeffü oder nahe ver-
wandten ausländischen Arten gemein hat, von anderen Arten der Gattungen Bryum
und Webera leicht zu unterscheiden.
118. Bryum marginatum Schpr.
ex Museo bot. Berolinense.
Glänzend goldgelbe bis rotbraune, nur 4—5 mm hohe, innen rostfilzige,
dicht kissenförmige Räschen mit etwas schlanker, horizontaler Kapsel auf
2—3 cm langer, roter Seta. Es unterscheidet sich von murale durch 2—4 zell-
reihig gesäumte بلاط meist flachrandige, seltener am Rande umgeschlagene
Perichätialbll. und stark verdicktes Zelinetz.
Von W. Schimper 1847 bei Bayonne im südlichen Frankreich ges. S. XI, 11,
a) Bl, b) Schopfbl, c) jüngeres Sprossbl, d und e) Kapseln; gez. nach einem
von Schpr. ges. Expl. aus dem Berliner botanischen Museum. Als Br. marginatum
scheinen demnach zwei verschiedene Pflanzen seiner Zeit benannt worden zu sein,
die Bruch'sche Pflanze von Zweibrücken mit nicht austretender Rippe, die sich
nach Limpricht an Bryum erythrocarpum anschliessen soll und vielleicht besser
als Varietät von erythrocarpum angesehen wird, sowie die Schimper'sche Pflanze
aus dem südlichen Frankreich mit kräftiger, Ban austretender Rippe und
verdicktem Zellnetz, die sich mehr an murale anschliesst, und nach meiner Ansicht
recht gut als besondere Art betrachtet werden kann. Ob die Bruch’sche Pflanze
hiermit vereinigt werden kann, lässt sich nach der Beschreibung nicht beurteilen.
Sollte sie rote Bulbillen in den Blattachseln besitzen, würde sie wohl Br. erythro-
carpum näher stehen. Vgl. auch Br. marginatum Podp. bei Br. erythrocarpum.
119. Bryum rubens Mitten 1856.
Br. en 8 sylvaticum Hpe. und v. limbatum Berthoumieu 1883; ef. Rbh. Kr.
FLIV, Nr. 0
prn Lockere, gelbgrüne, am Grunde rótliche Rasen mit kurzen,
schopfigen Stengeln und mehr gleichmässig beblütterten, fast 1 cm langen
Sprossen. Br. erythrocarpum nach den roten Bulbillen in den Blattachseln
sehr nahe verwandt. Bll. schmal elliptisch bis lanzettlich und zugespitzt,
flach- und ganzrandig, 3—4 reihig schmal gelblich gesäumt, mit oft schwach
gesägter Spitze und rótlicher, als lange Stachelspitze auslaufender Rippe.
Blattzellen dünnwandig und etwas weiter als bei Br. erythrocarpum, aufwärts
س 1411 —
20 u und 4 mal so lang, gegen die Basis selbst 25 u und bis 5 mal so lang
als breit. Perichätialbll. kleiner und schmäler, mit weniger deutlichem Saum.
Kapsel auf hellroter, meist langer Seta horizontal bis übergeneigt, länglich
keulenfórmig, schmutzigrot, mit etwas gewölbt kegeligem, scharf gespitzem,
hellerem, glänzendem Deckel. Peristomzähne kurz. Sporen 8—9 u, gelb und glatt.
Nach Mitten in England, Zentral-Europa und Asien auf sandigen Plätzen
und an Grabenründern. S. XIII, 1, a) Bl., resp. Sprossbl., b) Schopfbl., c) Perichätialbl.,
d und e) Kapseln; gez. nach einem von H. N. Dixon in Northamptonshire in
England ges. Expl. aus dem Herbare Thériots. Habituell Br. erythrocarpum
täuschend ähnlich.
120. Bryum Bomanssoni Lindb. 1884.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 391.
Zweihäusig. Habituell an kleinere Formen von erythrocarpum erinnernde,
herdenweise vereinte Pflänzchen mit bis 4 mm hohen, nur am Grunde wurzel-
haarigen Stengeln und 2—3 mm langen Sprossen ohne Brutkórper. Bil. klein,
steif aufrecht abstehend, trocken kaum verbogen, die unteren und Sprossbll.
mehr elliptisch, die Schopfbll. aus nicht schmälerer Basis lineal-lanzettlich
und rasch lang und schmal zugespitzt, durch 3—4 Reihen verdickter Zellen
bräunlich gesüumt, mit an der Basis zurückgebogenem, oberwürts flachem,
gesügtem Rand und rotbrauner, als gesügte Stachelspitze austretender Rippe.
Blattzellen dünnwandig und nicht getüpfelt, an der Spitze verlüngert rhombisch,
nur 10 u, mitten mehr 6seitig, 18—20 u und 3—4 mal so lang, abwärts mehr
rektangulür, gegen die Insertion rótlichbraun und lockerer, etwa 30 u. Innere
Perichätialbll. kleiner, flachrandig und ungesäumt. Kapsel auf 1,5—2 cm langer,
dunkelroter, oben in kurzem Bogen gekrümmter Seta hängend, bis 2,7 mm lang,
schwach gekrümmt, aus schmälerem Hals von über halber Urnenlänge
schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, mit kurz kegeligem, stumpflichem,
glänzendem Deckel und 3reihig stückweise sich abrollendem Ring, trocken
unter der Mündung verengt und zuletzt blutrot. Epidermiszellen der Kapsel-
wand dickwandig, am Urnenrand 3—4 Reihen abgeplattet. Peristomzähne
dicht an der Mündung inseriert, hellgelb und gesäumt, an der Insertion
orangegelb, oben rasch pfriemlich verschmälert, innen mit etwa 25 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelblich, von fast halber Zahnhöhe, mit breit
gefensterten, trocken zwischen den Zähnen durchtretenden Fortsätzen und mit
langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 8—9 u, hellgelb und glatt.
Reife im Juli.
Auf der Insel Aland in Finnland auf Sandboden; von J. O. Bomansson
entdeckt, jedoch auch aus Schweden, Frankreich, dem Rhöngebirge und Steiermark
bekannt. S. XV, 10, a) Bl, b und c) Schopfbl., e) Kapsel, d) Habitusbild; gez.
nach einem von Bomansson ges. Originalexpl. (comm. Warnstorf). Die Pflanze
macht den Eindruck einer breit gesäumten Form von Bryum erythrocarpum, dem sie
jedenfalls sehr nahe verwandt ist. i
Bryum Bornholmense Ruthe, welches Prof. Dr. Winkelmann im Juli 1893
auf der Insel Bornholm ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 781), soll sich hiervon
CE = = un
durch bis 4 mm lange, spindelförmige, regelmässige, trocken lang keulenförmige
Kapsel und etwas grössere Sporen von 12 u unterscheiden (non vidi).
y- Alpiniformia Kdb.
Etwas kräftigere Pflanzen in ausgedehnten, mehr oder weniger glänzenden
Rasen mit dicht beblütterten Stengeln, hohlen, schmal elliptischen, in der Regel
ungesäumten Bll. und eilünglich-birnfórmiger Kapsel.
Auslündische Arten dieser Gruppe sind mehr wie 30 bekannt.
121. Bryum Mühlenbeckii Br. eur. 1846.
Br. alpinum v. brevifolium Myrin 1888, Br. brevifolium Lindb., Br. Rawi Austin; cf.
Rbh. Kr. FL IV, Nr. 523.
Zweihäusig. Habituell an alpinum erinnernde, ausgedehnte, dichte,
2—4 und selbst 8 cm hohe, dunkel oliven- oder bräunlichgrüne, nicht
glänzende, innen rötlich- oder schmutzigbraune, schwellende Rasen mit aufrechten
oder aufsteigenden, mehrfach geteilten, bis zu den neuen Trieben rotbraun
filzigen Stengeln. Bll. nicht herablaufend, hohl, die unteren breit eiförmig,
aufwärts mehr elliptisch und kurz und stumpf zugespitzt, die obersten fast
lanzettlich und allmählich stumpflich zugespitzt, bis 2,4 mm lang, ganzrandig
und ungesäumt, mit zurückgeschlagenem Rand und kräftiger, roter bis schwärzlich-
roter, stets vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich
wie bei alpinum, jedoch die Aussenzellen weniger verdickt, mit dünneren Wänden.
Blattzellen locker, mässig verdickt und nicht getüpfelt, oben rhombisch bis
rhombisch-6 seitig, 18 u und 3 mal so lang, mitten 20—22 u und etwa 4 mal
so lang, an der Basis grün oder schwärzlich, mehr kurz rektangulär bis quadratisch
und bis 30 u, nur am Rand aufwärts schmäler und fast nur halb so breit:
Innere Perichätialbll. kleiner und flachrandig. Kapsel im allgemeinen derjenigen
von alpinum ähnlich, auf 1—2 cm langer, braunroter, oben bogig gekrümmter
Seta nickend oder hängend, mit dem verschmälerten Hals von fast Urnen-
länge birnförmig bis verkehrt kegelig, resp. fast keulig-birnförmig, etwa
3 mm lang, regelmässig, derbwandig, braun bis dunkel rostbraun, mit gewölbtem,
mit Spitzchen versehenem, etwas glänzendem, rotem Deckel und breit 3 reihig
sich abrollendem Ring, trocken und entleert unter der Mündung etwas verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand lockerer als bei alpinum, jedoch dickwandig.
Peristomzähne gelb und gesäumt, mit 25 und mehr inneren Lamellen, aussen
papillös, an den untersten Gliedern oft schwach querstreifig. Membran des
inneren Peristoms hell gelblich, von halber Zahnhöhe, mit schmal gefensterten
Fortsätzen und normalen, mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 15— 20 u,
bräunlichgelb und fein punktiert. Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. IV,
Tab. 381.
An feuchten Felsen und auf steinigem Boden lüngs der Wasserlüufe in den
Voralpen und der Alpenregion zerstreut in 1300— 2600 m, jedoch niemals auf
Kalk. Auch aus Finnland, Skandinavien und Nord-Amerika bekannt; von
Pfarrer Mühlenbeck 1839 am St. Gotthard bei Airolo entdeckt. S. XV, 4, a bis
— 13 —
c) BI, d) Kapsel, e) Kapseldeckel; gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach an
der Grimsel gesammelten Expll Unterscheidet sich von der folgenden Art durch
die glanzlosen Rasen und die dunkelbraune, nicht purpurrote Kapsel etc.
122. Bryum alpinum Huds. 1762.
Mnium Swartz 1787; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 524.
Zweihäusig; die zwischen den Schopfbll. eingeschlossene 6 Blüte mit
eiförmigen, zugespitzten, mit Rippe versehenen inneren Hüllbll. Ausgedehnte,
polsterfórmige, gelblich- bis bräunlichgrüne oder purpurrot gescheckte,
goldglünzende, innen rotbraun filzige, nur wenig zusammenhüngende, bis
6 em hohe Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden Stengeln und ziemlich
gleichmässig und dicht beblätterten Sprossen. Bill. steif aufrecht abstehend,
trocken aufwärts dicht kätzchenartig anliegend, elliptisch-lanzettlich, resp.
aus elliptischer, nicht herablaufender Basis lanzettlich zugespitzt, kielig hohl,
ganzrandig und ungesäumt, höchstens an der äussersten Spitze undeutlich
gezähnt, mit in der Mitte fast spiralig umgerolltem Rand und kräftiger,
runder, zuletzt roter, in der Regel als kurzer Stachel austretender, oder mit
der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren unten mit 2 grossen
Bauchzellen, 4 kleinen medianen Deutern nebst Begleitern, 2--3 schichtigen
Stereiden und 9 kleinen, diekwandigen differentiierten Rückenzellen, aufwärts
mit 3—5 kleineren Bauchzellen, resp. basalen Deutern, 7 Rückenzellen und
konzentrierter Begleitergruppe etc. indem die medianen Deuter aufwärts in
Stereiden übergehen. Blattzellen dickwandig und schwach getüpfelt, weit
hinab schmal verlängert-rhombisch, 10—12 u und 4—6 mal so lang,
nur in der Nähe der Insertion lockerer und rötlich, 20—28 u und kurz rektangulär
bis quadratisch. Perichütialbll. lanzettlich und kleiner. Kapsel auf 2 cm langer,
unten oft geknieter, oben in kurzem Bogen gekrümmter, trüb purpurroter Seta
nickend oder hängend, regelmässig, aus verschmälertem, geradem Hals von ,
mehr als halber Urnenlänge verkehrt-eiförmig bis ellipsoidisch oder fast kegelig
birnförmig, derbwandig, blutrot bis dunkel purpurrot, mit hochgewölbtem,
mit Spitzchen versehenem, hellerem, mehr orangerot glänzendem Deckel und
breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nur wenig verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand sehr dickwandig und schmal, am Urnenrand
wenige Reihen abgeplattet und mehrere rundlich-6seitig. Peristomzähne dicht
an der Mündung inseriert, sattgelb und breit gesäumt, mit zahlreichen (über 30)
inneren Lamellen, trocken mit eingebogenen hyalinen Spitzen. Membran des.
mit dem Sporensack sich leicht ablósenden inneren Peristoms hell gelblich und
papillós, von mindestens halber Zahnhóhe, mit breit gefensterten bis klaffenden
Fortsützen und mit langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 14—18 u,
grünlichgelb und fein punktiert. Reife im Sommer, in den Hochalpen im
September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 380.
Auf feuchtem Heideboden, in sandigen Ausstichen und an nassen Felsen,
ausser Kalk, von der Ebene bis in die Alpenregion in 2600 m fast über den ganzen
Erdkreis verbreitet; von Mougeot 1801 in den Vogesen entdeckt. 8. XV, 3,
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س 144 —
a) Bl, b und c) Kapseln, d und e) Blattquerschnitte; gez. nach einem von H. Graf
zu Solms-Laubach im Höllenthal im Schwarzwald ges. Expl.
Var. meridionale Schpr. mit längeren, schmäleren Bll. und schmäleren Blatt-
zellen — im Süden, insbes. in Portugal und Spanien;
var. mediterranewm Boul. in nicht glänzenden Rasen mit mehr eifórmigen
Bll, aber gelber, stachelspitzig austretender Rippe, gleichsam eine Übergangsform
zu gemmiparum oder Mühlenbeckii — von A. Bottini an feuchten Felsen in den
Apuanischen Alpen 1883 ges.;
var. viride Husn. f. gemmiclada Schiffn. in 1—1,5 cm hohen, freudiggrünen,
innen rostroten bis schwürzlichen Rasen mit dünnen, fast fadenfórmigen Stengeln
und leicht abfallenden Sprossen — von Dr. E. Bauer an Moldauuferfelsen bei
Sazawa ges.
Bryum Velenovskyi Podp. in 2—3 cm tiefen, innen rostgelben Rasen mit
gleichmässig beblätterten, kräftigen Stengeln, welches Velenovsky unweit Prag
in Böhmen gesammelt hat, erinnert nach dem Zellnetz an Dr. alpinum, hat jedoch
nicht austretende Rippe und meist unter der Mündung etwas verengte Kapsel auf
3— 3,5 cm langer Seta.
123. Bryum Mildeanum Jur. 1862,
Br. apiculatum Wils. 1855, Br. rubrum Milde 1865, Br. erythrocarpum v. australe
C. Müll; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 525.
Zweihäusig; die Hüllbll der zwischen den Schopfbll. eingeschlossenen
d Blüte aus breit eiförmiger, gelbroter Basis allmählich zugespitzt, mit voll-
ständiger Rippe und umgerolltem Rand. Habituell an kleinere Formen von
alpinum erinnernde, ausgedehnte, polsterförmige, ziemlich dichte, gelbgrüne
oder goldgrüne, seidenglänzende, innen bräunliche, spärlich wurzelfilzige,
1—3 cm hohe Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden, unten lockerer, aufwärts
dichter beblätterten, ästigen Stengeln. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken
anliegend, 2,5 mm lang, aus ziemlich breiter, zuweilen schwach geöhrter, elliptischer
Basis allmählich lanzettlich zugespitzt, ungesäumt und ganzrandig oder an der
Spitze entfernt und klein gezühnt, kielig hohl, mit lings umgerolltem Rand
und ziemlich krüftiger, gelbbrüunlicher, als kurze Stachelspitze austretender,
runder Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei den beiden vorigen
Arten, unten mit 3—4 medianen Deutern nebst Begleitern, 2 grossen Bauch-
zellen, 7—9 mässig verdickten, lockeren Rückenzellen und 2-—3 schichtigen
stereiden Füllzellen, aufwärts rund, mit 3—4 kleineren, lockeren Bauchzellen,
meist 8 Rückenzellen und mehr zentrierter Begleitergruppe ete. Blattzellen
mässig verdickt, oberwürts rhombisch-6 seitig, 10—15 u und 4—5 mal so lang,
nur in der Spitze und am Rand länger und etwas schmäler, abwärts mehr
rektangulär, an der Basis rötlich, kurz rektangulür-6seitig bis quadratisch und
lockerer, 22— 30 u. Perichätialbll. kleiner, mit vollständiger Rippe und umge-
rolllem Rand. Kapsel auf 1,5—2,5 em langer, unten roter, oben gelblicher
und bogig gekrümmter Seta geneigt bis hüngend, 3,5 mm lang, mit dem etwas
gekrümmten, verschmälerten Halse von etwa halber Urnenlünge keulig-birnfórmig,
dünnwandig, anfangs rötlichgelb, später kastanienbraun, mit gewölbtem, scharf
a HE n
gespitztem, orangerotem Deckel und 4reihig sich abrollendem Ring, trocken
unter der Mündung nur sehr wenig verengt. Peristomzähne gelb mit roter
Insertion und hyalinen Spitzen, papillós, gesäumt und mit etwa 30 inneren
Lamellen. Membran des nur schwer mit dem Sporensack sich ablósenden
inneren Peristoms gelb und papillós, von halber Zahnhóhe mit durchbrochenen
oder klaffenden Fortsützen und mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen
12—15 u, grünlichgelb und gekórnelt. Reife im Juli und August.
Auf feuchten, nassen Stellen mit steiniger Unterlage, an kalkarmen Felsen,
Basaltsteinen etc., in der Bergregion und den Alpen bis 2500 m verbreitet, seltener
in Schweden, Norwegen, den Pyrenäen und dem Kaukasus. jedoch meist steril; von
Milde 1854 in Österreichisch Schlesien entdeckt. S. XVI, 10, a und b) Bll.; gez.
nach dahier bei Laubach ges. Expll. und c) Kapsel nach einem von J. Breidler
bei Bugendorf in Steiermark ges. Expl. (comm. Moenkemey er).
Von kleineren Formen der vorigen Art in frischem Zustande durch die mehr
gelbgrüne Farbe und die an der Spitze leicht zerbrechlichen Stämmchen zu unterscheiden.
124. Bryum gemmiparum De Not. 1866.
Br. alpinum rop reme De Not. 1838, Br. muticum Lange 1868, Br. alp. v. gemmi-
parum Husnot 1889; cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 526.
Zw ug in gemischten 6 und © Rasen; die 6 Blüten mit rippenlosen
inneren Hüllbll. Ziemlich dichte, am Grunde rotbraun filzige, mit Erde durch-
setzte, 1—3 cm hohe, hell spangrüne bis bräunlichgrüne, niemals rötliche Rasen
mit aufrechten, dicht und ziemlich gleichmässig beblätterten Stengeln und je
1—3 bis 1 cm langen Innovationen mit oft bulbillenartigen Kurztrieben
in den oberen Blattachseln. Bil. feucht aufrecht abstehend, trocken dach-
ziegelig anliegend, nicht herablaufend, die unteren eiförmig und zugespitzt, die
oberen mehr elliptisch und meist stumpflich kurz zugespitzt, ganzrandig, sehr
hohl, fast nachenförmig, und mit bis über die Mitte, resp. bei den inneren
Schopfbll. bis zur Spitze umgerolltem Rand und kräftiger, gelber, in der Regel
nicht austretender, vor oder mit der Spitze endender Rippe. Querschnitt
der letzteren an der Basis mit 4 medianen Deutern nebst Begleitern, 3—4
grossen Bauchzellen, bis 14 lockeren Rückenzellen und mehrschichtigen Stereiden,
darüber mit 4—6 etwas kleineren Bauchzellen und .kleineren Deutern, oben
mit nür 4 kleineren Bauchzellen, resp. basalen Deutern, zentrierter Begleitergruppe
und nur 10 lockeren Rückenzellen. Blattzellen wenig verdickt und spärlich
getüpfelt, mit grosskörnigem Chlorophyll, oberwärts rhombisch-6 seitig, 10 bis
15 u, mitten 16—20 u und 4—6 mal so lang als breit, gegen den Rand in
mehreren Reihen enger, nur 10—12 oder 8—10 u und länger, nach der Basis
zu weiter und lockerer, mit fast quadratischen Randreihen und bis 30 u, jedoch
niemals gerótet. Innerste Perichütialbll kaum so lang als das Scheidchen.
Kapsel auf 1—2 em langer, braunroter, oben bogig gekrümmter Seta nickend
oder hüngend, aus kurzem Halse eifórmig bis ellipsoidisch, resp. birnfórmig,
derjenigen von Mühlenbeckü ähnlich, rotbraun und engmündig, mit hoch
gewölbtem, kegelig zugespitztem, oft stumpflichem Deckel und en sich
Roth, Die وش Laubmoose. II.
TP green ETIN
— 146 —
abrollendem Ring. Peristomzähne gelblich. Membran des inneren Peristoms
bleich, mit breit gefensterten bis klaffenden Fortsätzen und zarten, mit An-
hängseln versehenen Wimpern. Sporen 10—13 u. Reife im Mai.
Auf feuchtem und nassem kalkhaltigen Boden in den Ländern um das Mittelmeer,
sowie in Belgien und Frankreich, in Korsika bis 1000 m aufsteigend, selten fruchtend;
von De Not. 1837 in Sardinien entdeckt. S. XV, 1, a bis c) Bl., d) Habitusbild
(gez. nach einem von Dr. Levier bei Florenz in Italien ges. Expl) und e) Kapsel,
f) Kapseldeckel; gez. nach einem von Heldreich in Griechenland ges. Expl
Eine schlankere Form mit längeren Stengeln und schmäleren, kielig hohlen,
nachenförmigen Bll. mitin der stumpflichen Spitze endender Rippe, welche M. Fleischer
an Kalkfelsen in den Bächen bei Rapallo in Ligurien im Oktober 1896 ges. hat,
wurde mir als Dr. Geheebii mitgeteilt, womit sie jedoch nicht übereinstimmt. Sie
ist vielmehr als Br. gemmiparum var. subalpinum (Warnst.) zu bezeichnen.
125. Bryum Fleischeri Warnst. 1896.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 782.
Dichte, habituell an eine sehr zarte Form von Br. gemmiparum erinnernde,
1—2 cm hohe, oben hellgrüne, abwärts rötliche bis schwärzliche Polster, die
bis zu den hellen Gipfelsprossen mit Kalkstaub durchsetzt sind. Stengel trüb rot
bis violett, fast gleichmässig beblättert, einfach oder nur wenig geteilt. Die
Bll. älterer Triebe dunkler, schmal eilanzettlich, nur wenig herablaufend, feucht
wie trocken locker aufrecht abstehend, kaum hohl, fast flach, ungesäumt und
ganzrandig, mit dicht vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen der Randreihe
10 u und bis 8 mal so lang, mitten regelmässig rhombisch-6 seitig, 15—18 u
und 4—5 mal so lang, an der Basis mehr rektangulär, kaum breiter und nur -
2—3 mal so lang, im Allgemeinen dünnwandig. Bis jetzt nur steril bekannt.
Von M. Fleischer auf der Insel Liri bei Neapel auf überspülten Kalkfelsen
am 9. Juli 1895 ges. S. XX, 6, a und b) ältere Bll, c) Blattspitze eines jüngeren
Bl. Steht Br. gemmiparum, von dem es sich durch schmälere, etwas herablaufende
Bill. unterscheidet, sehr nahe und kann auch als Varietüt desselben betrachtet werden.
Br. liriense W., welches M. Fleischer ebenfalls auf der Insel Liri bei
Neapel ges. hat, soll sich von vorstehender Art durch bis zur Mitte herab stumpflich
gezähnte Bll. und weit vor der Spitze verschwindende Rippe unterscheiden (non vidi).
126. Bryum rivulare Arn. 1898.
Rev. br. 1898, S. 4; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 780.
Nur steril bekannt. Lockere, 2—3 em hohe. an ein kräftiges ۶
erinnernde, oben freudiggrüne, innen dunkele Rasen mit einfachen, roten, abwärts
etwas wurzelhaarigen, mehr oder weniger braunfilzigen, gleichmässig beblütterten
Stengeln. Bll. trocken locker anliegend, nieht gedreht, etwas entfernt gestellt,
kielig-hohl, aus schmälerer, lang herablaufender Basis eifórmig bis eilanzettlich
und scharf zugespitzt, mitten 2 und selbst 3— 4zellreihig gesüumt, mit abwärts
zurückgeschlagenem, gegen die Spitze flachem, zuweilen entfernt gezühntem
Rand und grüner, oder an der Basis schwach rótlicher, in der Spitze sich
— 147 —
auflösender, resp. bei den unteren Bll. vor der Spitze verschwindender, bei
den oberen kurz austretender Rippe. Blattzellen dünnwandig, mitten 10—12 u
und bis 6 mal so lang, gegen die Basis kürzer, doppelt so breit und fast
quadratisch, resp. kurz rektangulär-6 seitig.
An Flussufern in Vestergötland in Schweden im Jahre 1893 von Arnell
entdeckt. S. XI, 1, a) oberes, b) mittleres Bl, c) Habitusbild; gez. nach einem
von Arnell am Fusse des Berges Billingen in Schweden ges. Originalexpl. Krüftiger
als das nahe verwandte Barnes! und durch bei den oberen Bll. austretende Rippe
davon verschieden. Schmalblätterige Formen erinnern mehr an Br. Mildeanum,
von dem es sich jedoch durch den Blattsaum unterscheidet.
d. Trichophora Kindb.
Ziemlich kräftige Pflanzen mit schopfig beblätterten Stengeln und schopfigen
Innovationen. Bll. trocken anliegend, verbogen oder spiralig links um den
Stengel gedreht, verkehrt eilünglich bis spatelfórmig und in eine haarartige
Spitze auslaufend, seltener durch die austretende Rippe begrannt. Kapsel mit
dem verschmälerten Halse lünglich-zylindrisch bis lünglich-keulenfórmig.
Auslündische Arten dieser Gruppe sind gegen 60 bekannt.
127. Bryum capillare L. 1771.
Mnium L. 1784. Hypnum Weis 1770, Br. squalidum Vill. 1786; cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr.514.
Zweihäusig; die Ğ Blüten mit aus verkehrt eiförmiger Basis lanzettlich
zugespitzten Hüllbll. und mit zahlreichen Antheridien und Paraphysen. Ziemlich
dichte, weiche, meist 2—3 em hohe, lebhaft bis sattgrüne oder schmutziggrüne,
innen rötlichbraune, durch warzigen Wurzelfilz dicht verwebte Rasen. Bil.
weich, feucht aufrecht abstehend, trocken anliegend, wellig verbogen oder
spiralig links um den Stengel gedreht, die Schopfbll. fast rosettenartig
gehäuft, verlängert verkehrt-eilünglich bis breit spatelfórmig und plötzlich
in eine lange, haarähnliche, oft zurückgebogene Spitze ausgezogen, bis 3,5 mm
lang, durch 1—4 Reihen diekwandiger Zellen gelblich oder bräunlich gesäumt,
ganzrandig und nur in der Spitze schwach gezähnt, mit schwach zurückgebogenem
Rand und im Alter rótlicher, noch vor der Haarspitze endender oder
auch auslaufender und an der Spitze etwas gezähnter Rippe. Querschnitt der
letzteren unten über der Basis mit 3—4 Bauchzellen, 4 medianen Deutern
nebst Begleitern, sowie diekwandigen Innenzellen und bis 10 lockeren Rücken-
zellen, aufwärts mit nur 2 Bauchzellen und 2 medianen Deutern etc. und
schliesslich oben mit nur 2 basalen Deutern, wenigen Begleiterzellen im Zentrum
der Stereiden und etwa 6 lockeren Rückenzellen. Blattzellen locker, mässig
verdickt und nicht getüpfelt, oberwärts rhombisch-6 seitig, 24—32 u und 2- bis
höchstens 3 mal so lang, an der etwas herablaufenden Basis rötlich, rektangulär
und nicht breiter. Innere Perichätialbll. etwas kürzer, schmal lineal-lanzettlich,
mit längs umgerolltem Rand und lang austretender Rippe. Kapsel auf 2—4 cm
langer, roter, oben in weitem Bogen gekrümmter Seta horizontal oder nickend,
sehr lang (bis 4,5 mm), etwas gekrümmt, aus verschmülertem, reg Hals
— 148 —
von !j bis halber Urnenlänge verlängert keulenfórmig bis fast zylindrisch,
bei des Reife vom Halse an sich färbend, gelblich- bis rötlichbraun, mit
grossem, gewölbtem, mit Spitzchen versehenem, glänzend braunrotem Deckel
und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung verengt, entleert
aufsteigend. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand 4 Reihen
querbreit. Peristomzähne sehr lang, bräunlichgelb und gesäumt, mit meist
roter Insertion und heller papillöser Pfriemenspitze, sowie mit etwa 25 mässig
entwickelten inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb, von fast
halber Zahnhöhe, mit gefensterten oder klaffenden, trocken zwischen den Zähnen
durchtretenden Fortsätzen und mit langen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 12—18 u, meist ungleich, grünlichgelb und fein punktiert. Reife im
Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 368 und 369.
Auf Waldboden, an Bäumen und Felsen, sowie auch an faulem Holz und auf
Dächern von der Ebene bis in die Alpenregion in 2700 m häufig und in den ver-
schiedensten Formen fast über den ganzen Erdkreis verbreitet; war schon Dillen 1718
um Giessen bekannt. Von Arnell 1876 in der Urwaldregion Sibiriens zwischen dem 58."
und 63." n. Br. an verschiedenen Stellen aufgefunden. S. XVI, 3, a) Bl., b) Kapsel und
XVI, 5, Peristom; gez. nach dahier bei Laubach auf Waldboden ges. Expll.
Var. macrocarpum Hüben. — var. cuspidatum Schpr. in dichten, verfilzten
Rasen, mit als langer, brüunlicher Stachel austretender Rippe und kürzerer,
dicker, rötlichbrauner Kapsel mit purpurrot glänzendem Deckel — in Fels- und
Mauerspalten und auf Dächern, häufiger im Süden; S. XVI, 3, c) Bl, d) Kapsel;
gez. nach dahier bei Laubach an verwittertem blasigen Basalt ges. Exi
Var.flaceid Schpr. mit locker und flatterig beblättert hlanl 1
kurzen, 1 zellreihigen, biädulicheh Brutfäden in den Achs ein der schmal تا ماع
Schopfbll. — an schattigen feuchten Standorten; S. XVII, 5, a bis c) Brutfäden.
Var. meridionale Schpr. mit am Rand zurückgerollten, schmal gesäumten
Schopfbll., kräftiger, als lange Granne austretender Blattrippe und fast hängender,
langer, verkehrt-kegelfórmiger rotbrauner Kapsel Br. torquescens ähnlich —
im südlichen Frankreich, in Italien und in Spanien;
v. Ferchelii Schpr. ist schon mehr Übergangsform zu Br. elegans. S. XVI, 3, e) BL,
f) stärker vergrössertes Zellnetz; gez. nach einem auf dem Katzenbuckel im Oden-
wald in einem Brunnentrog ges. Expl.
Var. triste Limpr. — Br. triste De Not. in rotbraunen, lockeren, dicht ver-
filaten Rasen, mit längeren, stengelbürtigen Brutfäden, sowie mit 2—3 reihig ge-
säumten Bll. und vor der verlängerten Blattspitze endender Rippe — auf Granit
am Lago Maggiore von De Not. entdeckt;
var. ustulatum Rth. in im Alter rotbraunen Rasen und wie bei triste mit protonema-
artigen, verzweigten stammbürtigen Brutfäden zwischen den oberen Bll., jedoch
mit bei den Schopfbll als Stachel austretender Rippe und kleinerer, mehr birn-
fórmiger Kapsel — dahier bei Laubach auf eisenhaltigem Kies am Waldrand 1895
von mir entdeckt. S. XVII, 1, a) unteres, b) mittleres, c) oberes Bl, d) äusseres
Perichätialbl., e und f) alte Kapseln, g und h) Blattquerschnitte, i) Brutfüden und.
k) Habitusbild, sowie XVI, 3, g) stammbürtige Brutfäden. Diese letzteren beiden
Varietäten triste und ustulatum werden vielleicht besser als besondere Art behandelt.
Da ich triste nicht besitze, auch von ustulatum bis jetzt nur 2 bereits entdeckelte
س 149 —
alte Kapseln gefunden habe, so vermag ich hierüber vorläufig noch kein bestimmtes
Urteil abzugeben. Bei Br. capillare v. flaccidum sind die Brutfädenbüschel mehr
achselständig, während die Brutfüden von »stulatum fast aus jeder Zelle des Stengels
entspringen können.
128. Bryum Donianum Grev. 1828.
Br. corsieum Walk., Br. insulare De Not. 1837, Br. platyloma Br. eur. 1889, Br. Mülleri
Spruce 1849, Br. capillare ۵ corsicum Brid. 1826; cf, Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 515.
Zweihäusig; die mehr geschlossenen, dick knospenfórmigen dG Blüten
mit fast rippenlosen innersten Hüllbll. und zahlreichen A ntheridien und Paraphysen.
Ziemlich dichte, bis 2 cm hohe, gelbgrüne bis bräunliche, innen rotfilzig ver-
webte Rasen mit kurzen, dicht schopfig beblütterten Stengeln und kurzen
Innovationen. Stammquerschnitt mit sehr grossem. hyalinen Zentralstrang.
Schopfbll. aufrecht abstehend, trocken kielig zusammengefaltet und mehr wellig
verbogen wie verdreht, nur zuweilen etwas spiralig links gedreht, aus schmälerer,
nicht herablaufender, abgerundeter Basis verkehrt eiförmig bis breit
spatelförmig verlängert und zugespitzt, kielig-hohl, rings durch 3—5 doppel-
schichtige, dickwandige Zellreihen wulstig gelb gesäumt und an der Spitze
l- oder 2reihig gezähnt, mit sehr kräftiger, an der Basis breiter und roter,
aufwärts runder, gelber, als kurze dicke Stachelspitze auslaufender Rippe.
Querschnitt der letzteren mit 4—7 doppelschichtigen basalen Deutern, resp.
4—7 aufwärts verschwindenden medianen Deutern nebst Begleitern, ebensoviel
gleichgrossen Bauchzellen, bis 15 lockeren Rückenzellen und zahlreichen stereiden
Füllzellen. Blattzellen schwach getüpfelt und dünnwandig, oberwärts regelmässig
rhombisch-6 seitig, 16—20 u und 2—3 mal so lang, abwärts mehr rektangulär-
6seitig bis verlängert-rektangulär, an der Basis rot und lockerer, nur kurz
rektangulär-6 seitig und 25—35 u. Perichätialbll. mehr lanzettlich, die innersten
kaum länger als das Scheidehen und ungesäumt. Kapsel auf 2—4 cm langer,
purpurroter, oben bogig gekrümmter Seta geneigt bis nickend, bis 6 mm lang,
aus fast gleichlangem Halse etwas gebogen, schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch,
derbwandig, braun bis rötlichbraun, mit gewölbtem und mit Warze versehenem
oder mehr gewölbt-kegeligem und mit Spitzchen versehenem, glänzend
kastanienbraunem Deckel und breitem, 3zellreihig sich abrollendem Ring,
trocken und entleert unter der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand dickwandig, am Urnenrand 1—2 Reihen querbreit und wenige
Reihen kleiner, nach Limpr. sogar 5 Reihen querbreit. Peristomzähne sehr
lang, trocken kuppelförmig zusammenneigend, bräunlichgelb mit feiner, papillöser,
hyaliner Pfriemenspitze und rotgelber Insertion, breit gesäumt, mit bis 35 stark
entwickelten inneren Lamellen. Membran des nur schwer mit dem Sporensack
sich ablösenden inneren Peristoms blassgelb, von halber Zahnhóhe, mit breiten,
gefensterten Fortsätzen und je 2—3 mit langen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 9—12 u, gelb und glatt. Reife im April und Mai. Br. eur. Vol. IV,
Tab. 366 (Br. platyloma).
Auf steinigem Boden, an Mauern und auf Felsen in den Gegenden um das
Mittelländische Meer, in Europa wie im nördlichen Afrika verbreitet, seltener in
wa ار i
England. S. XVI, 6, a und b) Bll, c und d) Kapseln; gez. nach einem von
Arcangeli in Calabrien (Italien) ges. Expl.
129. Bryum septemvasale Rth.
Br. capillare var. mucronatum Rth. in litt. 1889.
Zweihäusig, die Ó Blüten bis jetzt unbekannt. Ziemlich dichte, 1,2—2 cm
hohe, meist sterile Rasen mit einfachen oder wenig geteilten, roten, abwürts
rostfilzigen Stengeln. Fruchtende Pflanze den sterilen Rasen beigemischt. Bl.
trocken eingekrümmt und mehr oder weniger gedreht, im Allgemeinen elliptisch
und kurz zugespitzt, 2—3zellreihig gesäumt, mit bei den unteren Sprossbll.
dicht vor der Spitze endender, bei den übrigen aber als kurzer, dicker Stachel
austretender, an der Basis roter Rippe und mit abwärts umgerolltem Rand.
Querschnitt der Rippe mit 5—7 doppelten basalen Deutern ete., resp. ähnlich
wie bei Br. Donianum, mit 5—7 Bauchzellen und ebensoviel medianen Deutern.
Blattzellen ziemlich gleichbreit, aufwärts rhombisch-6 seitig, 10—15 u und doppelt
so lang als breit, gegen die Basis mehr rektangulär, kaum breiter und bis
4 mal so lang als breit. Kapsel auf 2,5 cm langer Seta übergeneigt, mit dem
der Urne gleichlangen Halse keulig-birnförmig, mit gewölbtem, mit Warze ver-
sehenem Deckel. Peristomzähne orangefarben und mit roter Insertion, abwärts
breit hell gesäumt, über der Mitte rasch verschmälert und mit helleren
. papillósen Spitzen, innen mit mehr als 25 dicht genäherten Lamellen. Membran
des leieht sich ablósenden inneren Peristoms dicht papillós, von mehr als halber
Zahnhóhe, mit breit gefensterten Fortsätzen und Wimpern mit Anhängseln.
Sporen 11—13 u, gelb und glatt. Reife im Juni.
Auf steinigem, kurz berastem Boden und auf schwach berasten Wegen auf
dem Ringelsberg und Rotenberg dahier bei Laubach, jedoch fast stets steril und
nur einmal Ende Mai 1889 mit wenigen Kapseln gefunden. S. XVI, 14, a) Blatt-
querschnitt, b und c) Schopfbll., sowie XVII, 2, a und b) obere, resp. Schopfbll.,
c und d) Sprossbll, e) Kapsel, f) Querschnitt der Rippe, g) Peristom; gez. nach
einem auf dem Ringelsberg dahier ges. Expl. Zwischen den Rasen wachsen mit-
unter einzelne habituell an Br. luridum erinnernde Pflänzchen einer Form von
Bryum pendulum, dessen Sporogone jedoch früher reifen und nach den grósseren
Sporen von 25—35 u sich leicht ausscheiden lassen. S. XVII, 8, a) Schopfbl.,
b) halbreife Kapsel.
Darum Vorsicht bei der Aufstellung neuer Arten!
Bryum subrutilum Limpr., welches Kaurin an Kalkfelsen im nördlichen
„Norwegen im Juli 1894 ges. hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 771), soll sich von
dem sehr nahe verwandten Br. capillare durch nicht herablaufende, an den Ecken
der Basis abgerundete Bll, niedrigen, stumpfen Kapseldeckel und etwas gróssere
Sporen von 16— 20 u unterscheiden (non vidi).
Bryum restitutum De Not. 1866.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 379.
; Zweihäusig, nur steril mit و Blüten bekannt. Dichte, 1 cm hohe, braun-
rote, innen mit gro bwarzigem Wurzelfilz rostfarben verwebte Rasen mit schlanken,
— 161 —
durch unter der Spitze sprossende Innovationen gabelteiligen oder büschelästigen
Stengeln. Bll. gedrängt, feucht wie trocken locker dachziegelig, aus nicht herab-
laufender Basis verkehrt eilänglich oder breit länglich, sehr hohl, die unteren flach-
randig, die oberen längs umgerollt, ganzrandig, 2reihig bräunlich gesäumt,
mit kräftiger, an der Basis roter, oberwärts bräunlicher, an der stumpfen Spitze
als zurückgebogenes, kurzes, brüunliches, an der Spitze entfürbtes, schwach
gezühntes Haar austretender Rippe, resp. stumpf mit zurückgebogenem, kurzem
Stachel. Querschnitt der Rippe mit 2—4 medianen Deutern, 2—4 Bauchzellen,
differentiierten Rückenzellen und zahlreichen substereiden Füllzellen. Blattzellen
mässig verdickt und getüpfelt, oberwärts rhombisch-6 seitig und rhomboidisch,
12—18 u, an der Basis kurz rektangulär-6 seitig, rot und 20 u.
Auf Weideland oberhalb Erba bei Como in Ober-Italien von De Notaris 1833
gesammelt (non vidi) Soll mit Dr. capillare nahe verwandt sein.
Bryum Pfefferi De Not. aus den Veltliner Alpen soll ebenfalls hierher
gehóren (non vidi).
130. Bryum obconicum Hornsch. 1839.
Br. capillare 8 obconicum Hüben. 1833; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 516.
Zweihüusig. Dichte, 1—1,5 em hohe, gelblichgrüne, bis zu den neuen
Trieben braunrot filzig verwebte Rasen mit schopfig beblütterten Stengeln und
kurzen Innovationen. Untere Bll. entfernt, eifórmig und schmal gesüumt, die
Schopfbll. feucht aufrecht abstehend, trocken zusammenschliessend anliegend,
nicht oder kaum gedreht, bis 2,5 mm lang, aus nieht herablaufender und :
nicht oder kaum verschmälerter Basis eifórmig oder elliptisch und zu-
gespitzt, kielig hohl, mehr oder weniger breit gesäumt, ganzrandig oder nur
an der Spitze entfernt gezühnt, die unteren mit bis zur Mitte, die oberen aber
mit weiter hinauf spiralig umgerolltem Rand und starker, an der Basis
roter, oberwürts gelber, als meist glatter, krüftiger Stachel austretender
Rippe. Querschnitt der letzteren typisch, mit 4 medianen Deutern nebst Be-
gleitergruppe, 2—4 lockeren Bauchzellen, bis 14 Rückenzellen und mehr-
schichtigen Stereiden. Blattzellen wenig verdiekt und schwach getüpfelt, ober-
wärts rhombisch-6 seitig und rhomboidiseh, 16—20 u und 3—4 mal so lang,
abwürts mehr rektangulür, au der Basis rötlich und 20—28 u, an den Ecken
daselbst fast quadratisch. Perichätialbll. linearisch-lanzettlich, die innersten
flachrandig und begrannt. Kapsel auf 2,5—3 cm langer, braunroter, oben bogig
gekrümmter Seta nickend bis hängend, regelmüssig, bis 5 mm lang, mit dem
schmäleren, meist gleichlangen Halse verkehrt kegelig bis zylindrisch-keulen-
fórmig, derbwandig, rotbraun bis schwärzlich, mit fast halbkugelig gewölbtem,
meistens mit Spitzchen versehenem, glänzend braunrotem Deckel und breit
sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung kaum verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand diekwandig, etwas unregelmässig, am Urnenrand gegen
4 Reihen querbreit. Peristomzähne sehr lang, trocken kuppelartig zusammen-
neigend, bräunlichgelb mit roter Insertion und gelblichen Spitzen, breit
gesäumt, papillös und mit etwa 30 stark entwickelten inneren Lamellen.
Membran des mit dem Sporensack sich leicht ablösenden inneren Peristoms
— 1537 نت
gelb, von mehr als halber Zahnhöhe, mit sehr breiten, gefensterten Fortsätzen
und mit langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 8—11 u, hellgelb
und glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 367.
An feuchten Sandsteinfelsen und an Mauern in Zentraleuropa, Grossbritannien
und den Pyrenäen ziemlich selten. Nach Jaeg. & S. auch aus Tasmanien und Neu-
Seeland bekannt; von Bruch bei Zweibrücken in der Pfalz entdeckt. S. XVI, 11,
a) Bl, b) Perichätialbl., c und d) Kapseln, e) Habitusbild, gez. nach einem von
R. Graf zu Solms-Laubach bei Braunfels ges. Expl, sowie XI, 7, a) Bl., b) Hüllbl.
der O Blüte, c) Kapsel; gez. nach einem von Dr. Krause auf Teneriffa ges. Expl.
Var. aristatum mit länger als Granne austretender Rippe — auf der Friedhofs-
mauer zu Rastede bei Oldenburg von Dr. Fr. Müller 1898 entdeckt.
Von capilare durch die derberen, an der Basis nicht verschmälerten, lang
zugespitzten Schopfbll. und etwas kleinere Sporen etc. verschieden.
131. Bryum elegans Nees v. Esenb. 1826.
Br. capillare v. cochlearifolium Brid. 1826, Br. capillare à laetevirens Hüben. 1833; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 520.
Zweihäusig. Weiche, dichte, 3—5 em hohe, oben fast sattgrüne, innen
rötlichbraune, braunrot filzig verwebte Rasen mit schlanken Stengeln und
zahlreichen, fast kätzchenförmigen Innovationen. Bll. kleiner und kürzer als
bei Br. capillare, die unteren eirundlich oder verkehrt eilänglich, schmal
gesäumt, löffelartig hohl und flachrandig, die Schopfbll. etwas grösser,
dachziegeliganliegend, aus verschmälerter, rötlicher Basis verkehrt eilänglich,
kielig-hohl, 2—3 zellreihig bräunlichgelb gesäumt, mit an der Basis etwas
zurückgeschlagenem, oberwärts entfernt gezähntem Rand und mässig starker,
im Alter roter, sonst gelber, als zurückgebogene glatte Granne auslaufender
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 kleinen medianen Deutern und
wenigen Begleitern, 2—3 lockeren Bauchzellen, 6 bis höchstens 8 lockeren
Rückenzellen und nicht zahlreichen, meist doppelschichtigen substereïden bis
stereïden Füllzellen, oben mit nur 2 basalen Deutern ete. Blattzellen locker,
kurz rhombisch-6 seitig, 20—25 u und meistens kaum doppelt so lang, gegen
die Basis mehr rektangulär und rötlich, bis 28 u. Kapsel auf 1—2 cm langer,
roter, oben bogig gekrümmter Seta horizontal oder nickend, mit dem fast
gleichlangen, etwas verdickten, trocken deutlich abgesetzten Halse verlängert
birnfórmig bis fast zylindrisch, lichtbraun und rotmündig, mit hoch gewölbtem,
kaum gespitztem, fast orangefarbenem Deckel und breit sich abrollendem Ring,
trocken und entdeckelt unter der Mündung nur schwach verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand diekwandig, am Urnenrand 2 Reihen rundlich-6 seitig.
Peristomzähne gelb mit roter Insertion und hyalinen Spitzen, papillös, schmal
gesäumt und mit etwa 25 inneren Lamellen. Membran des nur schwer mit
dem Sporensack sich ablösenden inneren Peristoms gelb, von ولا Zahnhöhe,
mit schmalen, ritzenfórmig durchbrochenen bis klaffenden Fortsützen und mit
kurzen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 11—14 u, gelb und fein
punktiert. Reife im Juli und August. |
— 13 —
In den Spalten feuchter Kalkfelsen und kalkhaltiger Gesteine durch die Berg-
und Alpenregion Europas von 900—2800 m, insbesondere auch aus Süd- Finnland
und Skandinavien, von Spitzbergen und Nord-Amerika bekannt. S. XVI, 4, a bis
c) Bll., d) Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler in Steiermark ges. Expl.
Hierzu werden von J. Breidler unterschieden:
Var. Ferchelii Breidl. mit anliegenden, verkehrt eifórmigen, plótzlich in
ein gewundenes, haarfórmiges Spitzchen verschmälerten, ungesäumten Bll. mit
vor der Spitze sich auflósender Rippe und mit kleiner, verkehrt eifórmiger bis
birnfórmiger Kapsel — in den Alpen;
var. carinthiacum Breidl. mit aufrecht abstehenden, breiteren, schlaffen,
verkehrt eifórmigen Bll., kürzerem Spitzchen und vor demselben ۸ EE Rippe —
in den Kärnthener E)
132. Bryum Haistii Schpr. 1876.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 529.
Zweihäusig. Sehr dichte, verfilzte, 0,8—1,5 em hohe, rötliche Räschen
mit verzweigten roten Stengeln und gleichhohen fertilen und sterilen, dicht
beblätterten Sprossen. Untere Bll. kleiner, verkehrt eifórmig, einreihig rötlich
gesäumt und mit austretender, lang stachelspitziger Rippe, die oberen Bl.
etwas schopfig und grösser, verkehrt eiförmig bis elliptisch, denen von Br. elegans
ähnlich oder schmäler elliptisch, ganzrandig oder gegen die Spitze undeutlich
wellig gezähnt, 2 zellreihig weinrot bis braunrot gesäumt, mit von der
Mitte abwärts bald mehr bald weniger zurückgeschlagenem Rand und
roter, als kräftige, gelbrötliche, zurückgekrümmte Granne austretender Rippe.
Perichätialbll. lanzettlich. Blattzellen rhombisch-6 seitig, derbwandig, meist 18 u
und 1,5—2,5 mal so lang als breit, gegen die Basis mehr rektangulär bis fast
quadratisch, die gelbroten Randzellreihen viel schmäler, stark verdickt und
meist doppelt so lang wie die übrigen Laminazellen. Blattsaum etwa 3—4 Zellen
vor der Insertion verschwindend und daselbst in fast quadratische Zellen über-
gehend. Kapsel (nach Schpr.) auf langer, dicker, steifer Seta hängend, mit
dem längeren Halse verlängert keulenförmig, schlank, mit hoch konvexem, mit
Warze versehenem Deckel, trocken unter der Mündung eingeschnürt. Peristom-
zähne unten rostfarben. Membran des inneren Peristoms bleich, mit klaffen-
den Fortsätzen und mit zarten, mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen
klein. Reife im Juni.
An Weinbergsmauern bei Cressier (Neuchatel) in der Schweiz von Apotheker
Haist entdeckt. S. XIII, 5, a bis c) Bll; gez. nach einem von Meylan bei
Cressier im April 1897 auf Weinbergsmauern ges. Expl. aus dem Herbare Boissier.
Kürzere und breitere Schopfbll. erinnern an ein rot gesäumtes Br. elegans, die
längeren mehr an ein gesäumtes erythrocarpum mit als kräftige Granne austreten-
der Rippe. In der oberen Hälfte erinnern die Bil. auch an Bryum Stirtoni.
€. Caespitiformia.
Caespitibryum Podp.
Meist kleinere Pflanzen mit höchstens 2, ausnahmsweise bis 3 em langen
Stengeln und sehr kurzen, knospenförmigen, seltener mehr kätzchenartigen
|
:
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|
Oy amem m
— 154 —
oder fadenfórmigen Innovationen. BU. weder herablaufend noch gedreht, ge-
säumt oder ungesäumt. Kapsel lichtbraun bis kastanienbraun oder braunrot.
Aussereuropüische Arten dieser Gruppe sind kaum mehr wie 10 bis jetzt bekannt,
jedoch werden die meisten synócischen und autócischen Kubrya von Brotherus
hierher gerechnet.
133. Bryum Jackii C. Müll. 1864.
ef. Bbli Kr: FEL IV, Nr. 517.
Zweihüusig; die 6 Blüten unbekannt. Sehr dichte, 3 cm hohe, oben
gelbliehgrüne, innen durch grob papillösen rostbraunen Wurzelfilz dicht ver-
webte, zonenartig gefürbte, rotbraune Rasen mit schlanken roten Stengeln,
kurzen fertilen Innovationen und längeren, dünnen, ranken- oder flagellen-
artigen, am Grunde mit dicht ea a یم رت Blüttchen, oberwürts
mit sehuppenartigen Bll. besetzten sterilen Sprossen. Stengelbll. gedrängt
aufrecht anliegend, trocken schwach verbogen, wenig oder nicht herab-
laufend, steif, eilanzettlich und zugespitzt, 2—2,4 mm lang, hohl, schmal ge-
säumt, mit stark umgerolltem Rand, entfernt gezühnter Spitze und
kräftiger, unten purpurroter, oberwärts bräunlicher, als schwach gezähnte, mässig
lange Granne austretender Rippe. Blattzellen gegen die Spitze rhombisch,
weit herab klein und dickwandig, nur etwa 10—12 u und 2—3 mal so
lang, abwärts mehr rektangulär, aber kaum breiter, gegen die Basis plötzlich
weit lockerer, purpurrot und länger, in den fast bauchigen Ecken mehr
quadratisch. Innere Perichätialbll. kleiner, lanzettlich und flachrandig. Kapsel
auf 1,5—2 em langer, roter, dünner, bogig bis hakig gekrümmter Seta horizontal
bis hängend, meist 3 mm lang, aus dünnem, der Urne mindestens gleichlangem Halse
schmal ellipsoidisch, braun mit kegelfórmigem, mit scharfem Spitzehen
versehenem, glänzend schwarzrotem Deckel und breit sich abrollendem
Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand derbwandig und klein, am Urnenrand mehrere Reihen rundlich-6 seitig.
Peristomzähne ziemlich lang, sattgelb, ungesäumt, fein papillös und mit gelb-
lichen Spitzen, sowie mit über 30 inneren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms gelb, von halber Zahnhöhe, mit etwas kürzeren, gefensterten Fort-
sützen und zarten knotigen Wimpern. Sporen 18 u, gelblich und feinwarzig.
Reife Ende August.
In den Kärnthner Alpen, — der Wallnerhütte unter der Pasterze bei
Heiligenblut in 2060 m 1860 von Apotheker J. B. Jack entdeckt. S. XI, 12, a
und b) Stengelbll., c) Schopfbl, d und e) Kapseln, f) Habitusbild; gez. nach einem
Originalexpl. aus dem Berliner bot. Museum.
134. Bryum badium Bruch. 1826.
Br. caespiticium v. badiwm Brid. 1826, Br. tectorum De Not. 1875, Br. caespit. v.
gracilescens Br. eur. 1839; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 518.
Zweihäusig, mit oft eigenen 6 Räschen; die inneren Hüllbll. der dick
kópfchenfórmigen c Blüten sehr breit und flachrandig. Lockere, leicht zer-
fallende, niedrige, bis 1 cm hohe, gelbgrüne, meist jedoch rötlich- oder
-
— 15 —
bräunlichgrüne, etwas glänzende, nur am Grunde filzige Rüschen mit kurzen,
in den Sand eingegrabenen Stengeln, trocken geschlossen knospenförmigen,
schopfigen fertilen Innovationen und steifen, ungleichen, pinselfórmigen
sterilen Sprossen. Durch die langen Grannen der trocken anliegenden Bll.
gleichen die Sprosse schmalen Pinseln. Bll. steif aufrecht, trocken anliegend,
die unteren klein, aus etwas herablaufender Basis eilanzettlich, die oberen
allmählich etwas grösser, die Schopfbll. aus eiförmiger, kaum herablaufender
Basis lanzettlich und länger zugespitzt, deutlich gesäumt, ganzrandig oder nur
an der Spitze entfernt und undeutlich gezähnt, mit fast längs umgerolltem
Rand und kräftiger, unten gelber oder roter, als gelbbräunliche, etwas ge-
zähnte Granne (von '/, bis halber Blattlänge) austretender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren fast durchaus rund und ziemlich typisch, mit 4 medianen,
oberwärts allmählich verschwindenden Deutern nebst Begleitergruppe, 2 (seltener 3)
grossen Bauchzellen, 10—14 lockeren Rückenzellen und mehrschichtigen (meist
4—5schichtigen) stereiden Füllzellen, welch’ letztere an der Basis teilweise
substereid werden, während oben die Begleitergrupp triert erscheint. Blattzellen
dünnwandig und nicht getüpfelt, in der verlängerten Spitze der oberen BI.
rhombisch und nur 12 u, die übrigen oberwärts rhombisch-6seitig, 16—20 u
und etwa 3—4 mal so lang, am Rand 2—4 Reihen länger und schmäler,
8—10 u, einen deutlichen Saum bildend, an der Basis locker rektangulär-
6seitig und rot, 20—28 u, in den öfters abgerundeten Ecken etwas auf-
geblasen. Innere Perichätialbll. kürzer, schmäler und mit fast längs umgerolltem
Rand. Kapsel auf 2—3 em langer, steifer, roter, oben hakig gekrümmter
Seta hängend, aus kurzem, etwas aufgetriebenem Halse von fast halber
Urnenlänge ellipsoidisch bis verkehrt eifórmig, 2—3 mm lang, die kürzeren
fast kurz birnförmig, rötlichbraun bis dunkel rotbraun, mit hoch gewölbtem,
grossem, mit Spitzchen versehenem, glänzend blutrotem oder gelbrotem Deckel
und breit 3reihig stückweise sich ablösendem Ring, trocken unter der
Mündung verengt, bei den grösseren Kapseln in der Form an diejenige von
eaespitieium erinnernd. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, am Urnen-
rand 3 Reihen fast quadratisch. Peristomzähne gelb mit roter Insertion und
gelblichen, papillösen Spitzen, gesäumt und mit mindestens 25 niedrigen inneren
Lamellen. Membran des mit dem Sporensack sich leicht ablösenden inneren
Peristoms gelblich, von halber Zahnhöhe, mit schmalen, gefensterten Fortsätzen
und mit langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 10—14 u, grünlich-
gelb und fein gekörnelt. Reife im Mai und ‚Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 375 ß
(Br. caespitieium v. gracilescens).
Auf feuchtem Sandboden, auch in tonigen und kalkigen Ausstichen und an
nassen Mauern, vorzugsweise durch die Ebene und niedere Bergregion bis in die
Alpenthäler zerstreut, seltener in England, Schweden und dem Kaukasus, auch
seltener in höheren Lagen, wie am Splügen in 2100 m; von Bruch bei
SeoubHüsben adde & XVL 13, a bà Gg BH, a mi e) Kapseln; gez.
nach auf feuchtem Sandboden hinter dem Darmstädter Friedhof in der Gesell-
schaft von pendulum ges. Expll.
— 156 —
135. Bryum caespiticium L. 1753.
Mnium Hedw. 1782, Hypnum Schrank 1789; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 519.
Zweihäusig mit meist eigenen 6 Rasen; die inneren Hüllbll. der c 7 Blüten
breit verkehrt-eiförmig, kurz zugespitzt und mit vor der Spitze verschwinden-
der Rippe. Sehr dichte, niedrige, nur selten 2—2,5 em hohe, bleichgrüne oder
gelblichgrüne, innen durch feinwarzigen, rostroten W urzelfilz dicht verwebte,
kissenfórmige Rasen mit kurzen Stengeln und zahlreichen schopfigen Innovationen.
Untere Bll. klein und entfernt, eilanzettlich oder nur lanzettlich und mit stachel-
spitzig austretender Rippe, die oberen grösser, schopfig gehäuft locker dach-
ziegelig anliegend, eilanzettlich oder elliptisch und lanzettlich zugespitzt, un-
deutlich gesäumt, hohl und ganzrandig, oder nur an der Spitze undeutlich
gezähnt, mit spiralig umgerolltem Rand und kräftiger, an der Basis roter,
aufwärts gelblicher, als langer Stachel oder glatte Granne auslaufender
Rippe. Querschnitt der letzteren typisch, ähnlich wie bei Br. badium, jedoch
mit meist nur 3—4schichtigen stereiden Füllzellen und an der Basis bis
4 Bauchzellen. Blattzellen nur wenig verdickt und nicht getüpfelt, oberwürts
rhombisch bis rhombisch-6 seitig, 14—18 u und etwa 4 mal so lang, gegen die
Spitze etwas enger und länger, namentlich aber am Rand enger und länger,
fast linear und nur 7—9 u, an der nicht herablaufenden Basis mehr rektangulär,
bis 25 u und gerötet, nach den Ecken zu fast quadratisch, 25—35 u. Innere
Perichätialbll. kleiner, ungesäumt und flachrandig, aus eiförmiger Basis lanzettlich
und mit grannig austretender Rippe. Kapsel ; 3,5 cm langer, steifer,
trübroter oder bräunlicher, oben in kurzem Bogen gekrümmter Seta nickend
oder hängend, aus kurzem Halse von halber Urnenlänge verlängert ellip-
soidisch bis fast zylindrisch, 3—4 mm lang, gelbbraun, derbwandig, mit
grossem, gewölbt-kegeligem, mit Warze versehenem, glänzend braunem
Deckel und 2—3 reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung
verengt, nur unreif und feucht mehr eiförmig und nicht verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand einige Reihen querrektangulär.
Peristomzähne bräunlichgelb mit roter Insertion und helleren Spitzen, papillös
und gesäumt, mit über 25 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
gelblich, von halber Zahnhöhe, mit abwärts sehr breiten, klaffenden oder breit
gefensterten Fortsätzen und mit sehr langen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 10—14 u, gelb und glatt. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. IV,
Tab. 374 und 375.
Auf Mauern, an Felsen, unkultivierten Orten, auf Kohlplätzen und alten
Feuerstellen, an trockenen wie feuchten Standorten, von der Ebene bis in die
Hochalpen in 3400 m gemein. Nach Arnell im Jeniseithale Sibiriens bis zum
59." und am Obflusse bis zu 61° 30' n. Br. aufsteigend. Auch aus Kleinasien,
Algier, resp. Afrika, sowie Nord- und Süd- Amerika bekannt und fast über die ganze Erde
verbreitet; wird schon 1718 von Dillen im Cat. Giess. erwühnt. S. XV, 2,
a) unteres, b) oberes Bl. c) trockene, d) frische, feuchte Kapsel; gez. nach dahier
bei Laubach ges. Pon
— 157 —
Var. imbricatum Schpr. wit etwas glänzenden, kützchenfórmigen sterilen
Sprossen und dicht anliegenden hohlen, kurz zugespitzten Bll. — von trockeneren
Standorten — wird häufig mit Dr. Kunzei Horusch. verwechselt, das völlig ungesäumte
Bll. mit etwas kürzerem, lockererem Zellnetz besitzt (S. XVII, 14).
Ändert je nach dem Standort in der Form der Kapsel mehrfach ab. So
unterscheidet Warnstorf:
Var. macrocarpum, mit grösserer, unter der Mündung nur wenig verengter
Kapsel und stumpfwarzigem Kapseldeckel — in feuchten Sandgruben bei Neuruppin.
S. XIX, 7, a) innerstes Perichütialbl, b und c) Kapseln.
Var. brachycarpum, mit kürzerer Kapsel und flacher gewólbtem Deckel mit
Spitzchen — auf Sandboden von Ruthe bei Swinemünde gesammelt. S. XIX, 7,
d) Kapsel.
Var. strangulatum, mit unter der Mündung sehr stark verengter Kapsel
— auf der Kirchhofsmauer bei Neuruppin. S. XIX, 7, e) Kapsel. Diese letztere
Varietät nähert sich schon mehr der Normalform, wie sie dahier bei Laubach auf
allen Mauern häufig vorkommt. Ihr nahe steht:
Var. sylvaticum in etwas flatterigen, noch keinen cm hohen, an cuspidatum
erinnernden Rasen, mit längerem, schmalem, oft deutlich abgesetztem Kapselhals
von ?/ bis fast Urnenlinge — von mir auf einer Waldblösse mit steinigem Boden
auf dem Ramsberg bei Laubach dahier im Juni 1897 gesammelt.
Bryum conspicuum Podp. aus der Umgebung Prags soll durch die Kapsel-
form an Br. badium erinnern, sich von demselben aber durch dickere Stengel,
grössere, in eine kürzere, aber kräftige Granne verschmälerte Bll. mit nur unten
etwas umgebogenem Rand und grosse, lockere Blattzellen unterscheiden (non vidi).
136. Bryum Funckii Schwgr. 1816.
Br. julaceum Funck, Br. articulatum Sendt. resp. C. M. 1848; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 534.
Zweihäusig mit oft besonderen S Rüschen; die inneren Hüllbll. der
. dicken, geöffneten S Blütenknospen verkehrt-eifórmig und mit austretender
Rippe. Paraphysen rötlich und kaum länger als die Antheridien. Herden-
weise oder zu niedrigen, höchstens 1—2 em hohen, weisslichgrünen,
unregelmüssigen, lockeren Rasen vereinte Pflänzchen mit rostbraunem warzigen
Wurzelfilz, dicht schopfig beblätterten, kurzen Stengeln, knospenförmigen
Innovationen, und kurzen, dicken, kätzchenförmigen sterilen Sprossen.
Bll. dachziegelig anliegend, klein und nicht herablaufend, fast löffelartig
kielig-hohl, die unteren Stengelbll. und die Sprossbll. eifórmig, ungesäumt,
flach- und ganzrandig, nur die inneren Schopfbll. und Perichätialbll. mit
umgerolltem Rand, die äusseren und mittleren mehr elliptisch und kurz
zugespitzt, nur die innersten lanzettlich, alle mit sehr kräftiger, unten roter,
aufwärts gelber, als kurze Stachelspitze austretender Rippe. Querschnitt
der letzteren ziemlich typisch, aufwärts stielrund, mit 2—5 mässig weiten Bauch-
zellen, 9—14 differentiierten Rückenzellen und zahlreichen inneren Stereiden.
Nach der Basis zu zeigen sich nur 7—9 Rückenzellen und treten unterhalb
der Bauchzellen einzelne kleine mediane Deuter und Begleiter hervor, indem
die 4 medianen Deuter sehr rasch in Stereiden übergehen, auch die Begleiter
— 158 —
nach oben verschwinden. Blattzellen wenig verdickt, nach den Rändern zu
meist rhomboidisch, 12—15 u und 4—8 mal so lang, die übrigen oberwärts
rhombisch-6 seitig, 16—20 u und nur 2—4 mal so lang, an der Basis mehr kurz
rektangulür und rot, in den Ecken daselbst zuweilen erweitert und alsdann 30— 40 u.
Kapsel auf 2—3 cm langer, dünner, purpurroter, oben bogig gekrümmter Seta
nickend bis hüngend, mit dem kurzen Halse von halber Urnenlänge lünglich-
birnfórmig, meist gelbbraun, mit kurz kegeligem, orangefarbenem, mit Spitzchen
versehenem, nicht glänzendem Deckel und 3reihig sich abrollendem Ring,
trocken unter der Mündung wenig oder kaum verengt, sonst im Allgemeinen
derjenigen von caespitieium ähnlich. Epidermiszellen diekwandig, rektangulär
bis 6seitig und teilweise quadratisch, am Urnenrand 2—3 Reihen abgeplattet
und querbreit. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, trocken aufrecht,
blassgelb mit hyalinen eingekrümmten Spitzen, schmal gesäumt und mit etwa
30 inneren Lamellen. Membran des mit dem Sporensack sich ablösenden
inneren Peristoms fast hyalin, von halber Zahnhöhe, mit trocken zwischen den
Zähnen durchtretenden, klaffenden Fortsätzen und mit Anhängseln versehenen,
papillösen Wimpern. Sporen 15—20 u, grünlichgelb oder gelb und fein gekörnelt.
Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 382.
Auf sonnigem, sandig kalkigem oder mergeligem Boden, an alten Mauern,
auf Nagelfluh und Molasse durch die Ebene und Bergregion bis in die Alpen im
mittleren Europa zerstreut, selten fruchtend. Nach Schpr. auch aus Brasilien bekannt;
von Chr. Funck im Fichtelgebirge entdeckt. Von Arnell bei Potkamina Tunguska etc.,
im nördlichen Urwaldgebiet Sibiriens 1876 in grosser Menge auf nackter Erde auf-
gefunden. Steigt nach Levier in Piemont bis 3430 m. S. XVI, 1, a und b) BIL,
e und d) Kapseln, e und f) Blattquerschnitte; gez. nach von Glowacki in Steiermark
und von C. Grebe an den Ufern der Weichsel ges. Expll. Bei letzteren Expll.
sind die Bll. mindestens um die Hälfte grösser als in der Zeichnung angegeben ist.
137. Bryum Kunzei Hornsch. 1819.
Br. 6 N (c ums Br. eur. 1839 ex p., Br. euespitieium v. Kunzei Warnst. 1885;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, N
rg jeu 1—2 cm hohe, fast polsterfórmige Rasen mit
fadenförmigen, abwärts filzigen, aufwärts schopfig beblätterten Stengeln und
1 cm langen, kätzchenartigen Sprossen. Sprossbll. dicht gestellt, fast gleichgross,
mit abgebogener Stachelspitze locker anliegend, eiförmig bis verkehrt
eiförmig, ungesäumt, flach- und ganzrandig, mit an der Basis roter, stachel-
spitzig austretender Rippe. Schopfbll. mehr verkehrt eiförmig, mit gegen die
Basis schmal umgebogenem Rand und mehr als Granne austretender Rippe.
Blattzellen sehr dünnwandig und locker, aufwärts rhombisch-6 seitig, abwärts
mehr kurz rektangulär und meist 18 u. Kapsel auf 1,5 em langer, oben haken-
förmig gebogener Seta hängend, fast birnfórmig, mit grossem, gewölbtem, mit
Warze versehenem Deckel. Peristomzähne mit 26 inneren Lamellen. Sporen
12—15 u, gelbgrün und glatt. Reife im Sommer.
An trockenen Felsen und Mauern in den Hochalpen bis 2800 m; von
Hornschuch 1817 in Tirol entdeckt. S. XVII, 4, a und b) Sprossbll., c) Schopfbl.,
س 159 —
d) Hüllbl der © Blüte, e) Habitusbild, f) Kapsel; gez. nach einem von Brotherus
erhaltenen Expl. Von Pr. comense durch das lockerere, kürzere Zellnetz verschieden,
von caespiticium durch die völlig ungesäumten Bll.
138. Bryum comense Schpr. 1876.
Br. imbricatum De Not. 1869, Br. caespiticium forma Vent. 1884, Br. Philiberti Amann
1889, Br. caespit. v. comense Husnot 1889; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 535.
Zweihäusig; die o Blüten mit zahlreichen Archegonien und längeren,
goldgelben, unten rótlichen Paraphysen, die 6 mit nur wenigen Antheridien
und Paraphysen. Habituell an cwespiticium erinnernde, niedrige, dichte, etwa
lem hohe, innen rótlichbraune, mit Erde durchsetzte, nur locker an der Basis
durch Wurzelhaare zusammenhängende Räschen mit aufrechten, 5 mm hohen,
dünnen Stengeln und je 3—5 gleichhohen, schlanken, stielrunden sterilen Sprossen,
zuweilen auch mit kleinblütterigen flagellenartigen Sprossen. Bll. der Sprosse
gleichmässig und dicht gestellt, aufrecht oder kützcbenartig anliegend, die unteren
kleiner und eiförmig, aufwärts éilünglich, resp. aus nicht herablaufender, ab-
gerundeter, schmälerer Basis breit elliptisch und kurz zugespitzt, die Schopfbll.
mehr elliptisch verlängert und länger zugespitzt, ungesäumt, ganz- und flach-
randig, nur die innersten mit umgerolltem Rand, sämtlich mit unten roter,
aufwürts gelbbrüunlicher, als kürzerer oder lüngerer Stachel austretender Rippe.
Querschnitt der letzteren unten mit 2—3 lockeren Bauchzellen, 4 medianen
Deutern nebst Begleitern, etwa 9 differentiierten Rückenzellen und 3 schichtigem
Stereidenband, oben mit nur 2—3 basalen Deutern, resp. lockeren Bauchzellen
und mehr zentrierten Begleitern ete. Blattzellen diekwandig und getüpfelt,
oberwärts rhombisch bis rhombisch-6 seitig, 14—18 u, nach der Spitze und dem
Rand zu etwas schmäler, an der Basis kurz rektangulür bis quadratisch und
rot, in den Ecken lockerer, fast quadratisch und 25—35 u. Innere Perichitialbll.
schmal lanzettlich, lang zugespitzt, mit austretender Rippe und fast flachrandig.
Kapsel auf 1,5—2 cm langer, dünner, braunroter, oben hakig gekrümmter Seta
hängend, klein, 2 mm lang, aus der Urne gleichlangem Halse oval, rótlichbraun oder
braun, mit grossem, halbkugeligem, mit roter Warze versehenem Deckel und
breitem Ring, trocken unter der weiten Mündung eingeschnürt, entleert
infolge des verengten Halses fast kreiselfórmig. Peristomzühne sattgelb, trocken
mit eingebogenen gelben Spitzen, breit gesäumt und mit 22— 26 inneren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb, von halber Zahnhóhe, mit
gefensterten Fortsützen und zarten, mit Anhüngseln versehenen, oft unvollständigen,
verkürzten Wimpern. Sporen 10—12 u, olivengrün und glatt. Reife im Frühling.
An Mauern bei Como in Oberitalien, in den Pyrenäen und bei Davos in der
Schweiz bis 1600 m; von Garovaglio 1840 bei Como entdeckt. Die Pflanze
macht steril den Eindruck einer südlichen Form von Br. caespiticium ۰ imbricatum.
S. XVI, 7, a bis c) Bll; gez. nach einem von Pyr bei Ariège in Frankreich in
400 m an Mauern ges. Expl aus dem Herbare Renaulds.
Var. pulvinatum in bis 2,5 cm hohen, dicht kissenförmigen, innen zonen-
artigen Rasen mit zahlreichen dünnen, fadenförmigen Sprossen und zierlicher Kapsel —
س 160 —
an sonnigen Wänden des Steinbruchs auf dem Ramsberg bei Laubach in 300—510 m
im Juni 1897 mit Frucht von mir gesammelt. S. XVII, 3, a und b) Bll., c und
d) Kapseln, e) unteres, f) oberes Sprossbl., g) steriler Spross, h) inneres Perichätialbl.,
i) Peristom; gez. nach dahier l. c. ges. Expll.
139. Bryum Combae De Not. 1866.
ef. Hbh, Rr. EL IV, S, B. 44.
Dieht kissenförmige, bis jetzt nur steril bekannte, leicht zerfallende, 1 cm
hohe, seidenglünzende, bleichgrüne, innen zimmetbraune Rasen mit dünnen,
gleichmässig beblätterten, gelbliehen, brüchigen, nur am Grunde spärlich wurzel-
haarigen Stengeln und gleichhohen, stielrunden, stumpfen Ästen. Bil. locker
dachziegelig anliegend, feucht aufrecht abstehend, nicht herablaufend, die
unteren eiförmig und klein, aufwärts allmählich grösser, bis 1,2 mm lang,
elliptisch, fast zungenförmig kurz und stumpflich zugespitzt, hohl, ungesäumt,
flach und ganzrandig, nur an der Spitze zuweilen etwas krenuliert, mit dünner,
gelber, dicht vor der stumpflichen Spitze endender Rippe. Querschnitt der
letzteren unten mit 2 lockeren Bauchzellen, 2—4 medianen Deutern nebst
1—2 Begleiterzellen, etwa 6 lockeren Rückenzellen und nur wenigen Stereiden,
oben mit 2—4 basalen Deutern, resp. lockeren Bauchzellen, nur 4 Rückenzellen
und einer Gruppe von etwa 8 gelben Stereiden. Blattzellen mässig verdickt,
nicht getüpfelt, an der Spitze mehr oval oder spindelfórmig, 9—10 u und
etwa 2—3 mal so lang, mitten mehr rhombisch-6 seitig und rhomboidisch,
10—12 u und 4—8 mal so lang, abwärts mehr rektangulär, an der Basis zart
und dünnwandig, fast hyalin und etwa 18—22 u.
In den Bergen Sardiniens von Comba 1836 entdeckt. S. II, 10, a bis d) Bll.;
gez. nach einem von Moris & Lisa in Sardinien ges. Expl. (comm. M. Fleischer).
Unbestimmt in bezug auf die Stellung im System, weil bis jetzt nur steril
oder zu wenig bekannt, sind folgende Arten:
140. Bryum Payoti Schpr. 1876.
Bryum Blindii v. Payoti Husnot 1889, Webera Limpr. 1895; ef. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 468 und "Mer br. 1897, S. 22.
Zweihüusig. Schwellende, weiche, 4— 6 cm hohe, glanzlose, nicht ver-
filzte, innen schwärzliche Rasen, mit brüchigen, dünnen Stengeln und unter
der Spitze sprossenden, gleichfórmig beblätterten, sterilen Jahrestrieben.
Stämmchen scharf 5 kantig, aufwärts mit nur dünnem Centralstrang. Bll. dach-
ziegelig, feucht aufrecht, sehr zart und weich, aus breit eiförmiger, weit
herablaufender Basis kurz und oft stumpflich zugespitzt, sehr hohl, flach
und ganzrandig, nur an der Spitze undeutlich gezühnt, mit vor der Spitze endender,
gelbgrüner, nicht krüftiger, ebenfalls herablaufender Rippe. Querschnitt der
letzteren ühnlich wie bei Webera gracilis, im mittleren Teile mit 2 grossen medianen
Deutern, wenigen Begleitern, 4 lockeren Bauchzellen, 8—10 lockeren Rücken-
zellen und nicht zahlreichen stereiden Füllzellen, welche abwärts mehr substereid
werden. Blattzellen ziemlich gleichförmig, sehr dünnwandig, mit sichtbarem.
— 1061 —
Primordialschlauch, oben rhomboidisch und rhombisch-6 seitig, 10— 18 u, abwärts
mehr rektangulär- 6seitig, meist 18 u, jedoch auch bis 25 u. Sporogon (nach
Philibert, Rev. br. 1897, S. 22) dasjenige eines Eubryum's. Peristomzähne
ziemlich lang, bleich mit gefürbter Insertion. Inneres Peristom gut entwickelt,
mit breiten, rundlich durchbrochenen Fortsützen und Wimpern mit Anhüngseln.
An den Gletscherbüchen des Mont Blanc bei Chamounix von Payot entdeckt,
auch von Breidler in Steiermark und den Salzburger Alpen in 2100 bis 2500 m
aufgefunden. 8. II, 13, a bis d) Bll, e) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez.
nach einem von J. Breidler am Schwarzeck bei Zederhaus in Salzburg ges. Expl.
Die von demselben in den Sölker Alpen in Steiermark ges. Expll. haben etwas
spitzere 1,
Var. tenue (Br.: Funckii v. tenue Boul. 1884 und Br. tenue Rav.) mit in der
Regel kurz austretender Rippe — in Frankreich (non vidi).
Unterscheidet sich von dem ähnlichen Dr. Thérioti Philib. durch das Peristom
und den 2häusigen Blütenstand.
141. Bryum Geheebii ©. M. 1861.
Br. Funckii forma Milde 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 537.
Habituell etwas an Gerwigü oder Anomobryum concinnatum erinnernde,
lockere, nicht verwebte, 1,5—3 cm hohe, hellgrüne Rasen, mit aufrechten, faden-
förmigen, gegen die Spitze rundlich beblätterten, abwärts roten bis schwärz-
lichen, mit nur wenigen Wurzelhaaren besetzten Stengeln; in den Blattachseln
hier und da mit Kurztrieben. Bll. ziemlich dicht gestellt, abwärts etwas
abstehend, aufwärts dichter dachziegelig und anliegend, fast durchaus gleichgross,
etwa 1 mm lang und 0,7 mm breit, eifórmig und kurz stumpflich zugespitzt,
hohl und ganzrandig, ungesäumt, nicht oder nur wenig schmal herab-
laufend, mit zuweilen an der Basis etwas umgeschlagenem Rand und gelber,
mit oder dicht (1— 2 Zellen) vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt
der letzteren (nach Limpr.) unten mit 2—3 Bauchzellen, 4 medianen Deutern
und einer Begleitergruppe etc., oberwürts mit 5—2 basalen Deutern ete., und
meist 8lockeren Rückenzellen. Blattzellen dünnwandig, gegen die Spitze rhombisch-
6seitig, 14—16 u und 3—4 mal so lang, gegen die Ränder etwas enger, in der
äussersten Spitze meist kürzer, gegen die Basis mehr rektangulär und 16—20 y.
Bis jetzt nur steril bekannt.
Am Aarufer bei Brugg in der Schweiz an überrieselten Kalkfelsen von Apotheker
A. Geheeb 1861 entdeckt, auch 1885 wieder daselbst gesammelt. S. XI, 8, a) unteres,
b und e) obere BJI. d) Habitusbild; gez. nach einem Originalexemplare aus dem
Berliner bot. Museum. Habituell von Formen des Br. gemmiparum sehr verschieden,
zumal die fadenfórmigen Stengel durch die dachziegelige Beblätterung aufwärts etwas
dicker und stumpflich erscheinen.
142. Bryum Baueri Schiffner.
Nur steril mit o Blüten bekannt. Habituell an Br. confertum oder Tues
Payoti erinnernde, mindestens 2 cm hohe, oben freudiggrüne, abwärts rostbraune,
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 11
— 12 —
verfilzte Rasen mit einfachen, ziemlich gleichmässig beblätterten Stengeln. Bil.
aufwürts trocken verbogen anliegend, abwürts mehr aufrecht abstehend, aus
gerader Basis elliptisch und rasch zugespitzt, ungesäumt und ganzrandig,
mit bis zur Stachelspitze umgeschlagenem Rand und in oder mit der Spitze
endender Rippe. Blattzellen ziemlich gleichmässig rundlich-6 seitig, 25—30 u,
gegen die Basis mehr rektangulür-6seitig und 2—3 mal so lang als breit, auch
gegen den Rand daselbst monn plir- -6seitig und nur 18 u. Innere
ätialbll. lanzettlich, fl g und mit vor der Spitze verschwindender Rippe.
Im Villnösser Thal in Süd-Tirol in 900 m am 31. August 1899 von Schiffner
entdeckt. S. XI, 3, a und b) BlL, c) Hüllbl. der rein O Blüte; gez. und beschrieben
nach einem von C. Warnstorf erhaltenen Originalexpl. Die Pflanze ist durch das
lockere, rundlich-6seitige Zellnetz von habituell ühnlichen Bryum- und Webera-
Arten leicht zu unterscheiden.
143. Bryum Dixoni Card. 1901.
Rev. br. 1901, S. 73: cf, Rbh, Kr. FL IV, 3, S. 788.
Bis jetzt nur steril bekannt. Kleine, sehr dichte, oben gelblichgrüne,
innen braune, abwärts durch papillósen Wurzelfilz dicht verwebte, 1,5— 2,5 cm
hohe Räschen mit aufrechten, brüchigen, verzweigten Stengeln, trocken etwas
goldglänzend. In den Blattachseln der oberen Bll. mit eiförmigen Bulbillen.
Stammquerschnitt stumpf fünfkantig und mit dünnem, armzelligem Zentralstrang.
Bll klein, bis 1 mm lang, trocken anliegend und nicht gedreht, feucht mehr
aufrecht abstehend, gegen die Sprossenden dachziegelig, eilanzettlich und kurz
zugespitzt, an der Basis schmal herablaufend, flach- und ganzrandig, nur zuweilen
undeutlich gezähnelt, ungesäumt, mit kräftiger, dicht vor der Spitze endender
oder kurz auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren nach Cardot mit
2—3 lockeren Bauchzellen, meist 2—3 medianen Deutern, 6—8 differentiierten
Rückenzellen und einer Gruppe von 8— 10 stereiden Füllzellen. Blattzellen
etwas verdickt, oben kurz rhombisch, 12—15 u und doppelt so lang als breit,
abwärts mehr rektangulür-6seitig bis rektangulär und 20 u, in den Ecken der
Basis fast quadratisch. Die Randzellreihe aufwärts nur 8—10 u, jedoch keinen
eigentlichen Saum bildend.
Auf Felsen im Strombette des Alt-Sugach, Ben Narnain Argyllshire, in Schottland
im Juli 1898 von H. N. Dixon entdeckt. S. XIII, 3, a) Sprossstück, b und c) BIl.,
d) Brutknospe aus den Blattachseln; gez. nach einem Originalexpl. "Wenn auch
das mehr auf trockenerem, sandigem Standort gewachsene Br. Barnesi Wood (cf. S. 80)
durch weniger verfilzte, etwas lockere Räschen und mehr abstehende Bll. habituell
sehr abweicht, so scheinen sich doch beide Pflanzen ziemlich nahe zu stehen, nur
sind die Brutkörper bei Barnesi mehr verlängert und öfters gehäuft.
Bryum zonatum Schpr. s. S. 85.
144. Bryum gelidum Hagen 1890.
ef. Rbh. Kr. FL IV. 2, S. 834.
Habituell etwas an Webera commutata var. flum erinnernde, 4 cm hohe,
= rötlich re, grüne. innen braune Rasen mit fadenförmigen, abwärts
— 163 —
filzigen, dicht anliegend, gleichmässig beblätterten, einfachen oder nur wenig
geteilten Stengeln. Bll. schmal eilanzettlich, zwar an eine Webera erinnernd,
jedoch durch das mehr rektangulür-6seitige Zellnetz und die bei den oberen
Bll. stachelspitzig austretende Rippe davon verschieden. Blattzellen ziemlich
gleichmässig, rektangulär bis rhombisch-6 seitig, die rektangulüren meist 12 u
und 4 mal so lang als breit, die rhomboidischen dagegen 15 u und nur 3 mal so lang
als breit. Zellwände oft rötlich. Blattrippe bei den unteren Bll. nicht aus-
tretend, sondern wenige Zellen vor der Spitze verschwindend. Erinnert zwar
sehr an eine Webera, jedoch bleibt die Stellung ähnlich wie bei Payoti bis zur
Auffindung des Sporogons zweifelhaft.
Von Hagen in Norwegen (Kristiansamt) am 11. August 1887 in 1800 m
gesammelt. S. XVII, 6, a und b) Bil, c) Habitusbild, d) stärker vergrösserte
Blattspitze; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare von J. Hagen (comm.
Brotherus).
C Rosulata C. M.
Mit schopfigen Stengeln, deren Jahrestriebe gegen das schopfige Ende
rosettenartig beblüttert sind.
Aussereuropüische Arten dieser auf die wärmeren Gegenden beschränkten
Gruppe sind bereits mehr als 100 bekannt. Sie bilden schon mehr den Übergang
zur Gattung Rhodobryum.
145. Bryum canariense Brid. 1826.
ef. Schpr. syn. ed. IL, S. 453.
Zweihäusig mit fast gleichgestalteten 6 und o Pflanzen. Habituell an
kleinere Formen von Br. provinciale erinnernde, gelblich- bis freudiggrüne, meist
lem hohe, leicht zerfallende, mehr oder weniger dichte Rasen mit aufrechten,
schopfig beblütterten Stengeln und gleichhohen, unten fast kahlen, oben rosetten-
artig beblütterten Innovationen. Untere Bll. sehr klein, eilanzettlich, die oberen
plötzlich viel grösser, dicht gehäuft und feucht rosettenartig abstehend, trocken
mehr knospenfórmig sich zusammenschliessend, elliptisch und kurz zugespitzt
oder aus breiter, abgerundeter Basis elliptisch verlängert und kurz zugespitzt,
hohl, ungesüumt und ganzrandig, mit nur undeutlich klein gesügter Spitze,
mitten, schwach zurückgebogenem Rand und kräftiger, gelbgrüner, als kurzer
Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren ziemlich typisch, mit
4 medianen, aufwärts verschwindenden Deutern nebst Begleitern, 2—3 grossen
Bauchzellen, 8 lockeren Rückenzellen und meist 3schichtigen Stereiden, aufwärts
rund, mit nur 4 kleinen Bauchzellen, resp. basalen Deutern, 6—8 lockeren ju
Rückenzellen und mehr zentrierter Begleitergruppe. Blattzellen aufwürts schmal A
rhombisch-6 seitig, fast spindelfórmig, 12—16 u und meist 3—4 mal so lang,
nach der Spitze zu nur wenig schmäler, aber am Rand gegen die Blattmitte
länger und enger, fast linealisch und 8—10 u, nach der Basis zu mehr rektangulär
und allmählich kürzer und lockerer, 20—25 u, an den abgerundeten Ecken
fast quadratisch. Kapsel auf 1—2 cm langer, oben meist nur schwach gekrümmier :
Seta geneigt bis nickend, mit dem oft etwas gekrümmten, nur wenig ver-
schmälerten Halse von fast Urnenlünge schmal Biene ecu oder -
— 164 —
verkehrt kegelig bis zylindrisch, rötlichbraun, mit hochgewölbtem, mit kurzem,
stumpfem Spitzchen versehenem, glänzend purpurrotem Deckel, trocken und
entleert unter der ziemlich weiten Mündung kaum verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand mehrere Reihen querbreit und
kleiner rundlich-6seitig. Peristomzähne orangegelb, fein papillös, breit gesäumt,
mit hellen Spitzen und etwa 20 inneren Lamellen. Membran des mit dem
Sporensack sich leicht ablösenden inneren Peristoms von mindestens halber
Zahnhöhe, hell gelblich und fein gekörnelt, mit breiten, klein gefensterten oder
klaffenden Fortsätzen und mit Anhängseln versehenen, zarten Wimpern. Sporen
14—18 u, gelbgrün und fein gekörnelt. Reife im April.
An Felsen bei Monchique in Algarvien vom Grafen H. zu Solms-Laubach 1866
entdeckt; häufiger auf den Azoren und den Kanarischen Inseln, auf Korsika und
Madeira. S. XVI, 12, a und b) BlL, c und d) Kapseln, e) Habitusbild; gez. nach
einem von A. Moller in der Serra de Monchique im Juni 1887 ges. Expl. (comm.
Brotherus). Wird von Limpricht zu Br. provinciale Phil. gezogen (cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 509), dem es sehr nahe steht.
D. Makrobryum.
Kräftigere, meist mehrere cm hohe Pflanzen mit ziemlich gleichmässig
beblätterten Stengeln und dick knospenfórmigen bis fast scheibenförmigen
S Blüten.
In Englers natürlichen Pflanzenfamilien teilt Brotherus die Arten dieser
Unterabteilung nochmals in:
a) Leucodontium Amann mit ungetüpfelten Blattzellen und blassgelblichem
bis gelblichem Peristom (cf. Rev. br. 1893, S. 44), Nr. 146, 148, 150, 153, 154
und 155;
b) Pseudotriquetra Aw. mit mehr oder minder deutlich getüpfelten Blattzellen
und dunkleren, gelben Peristomzähnen mit roter Insertion, Nr. 147, 152 und 156.
Bei der geringen Anzahl der hierher gehörenden europäischen Moose glaube ich
hiervon absehen zu können. Ausländische Arten dieser beiden Gruppen sind gegen
60 bekannt.
146. Bryum cyclophyllum (Schwgr.) Br. eur. 1839.
Br. tortifolium Funck 1826, Mnium Schwgr. 1827; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 543.
Zweihäusig in besonderen Ğ und o Rasen; die S Blüten fast köpfchen-
fórmig mit 3—4 abstehenden Schopfbll, 4—5 knospenförmig zusammen-
schliessenden, rótlichgelben, kurzrippigen, eifórmigen, spitzen HüllblL, sowie
langen, goldgelben, fadenfórmigen Paraphysen. Sehr lockere, weiche, freudig-
grüne Rasen mit kurzen, aufrechten, abwürts in den Hiteclicit mit braunen,
warzigen Wurzelhaaren besetzten, aus dem Schopfe innovierenden Fruchtstengeln
und aus der Basis sprossenden, lüngeren, selbst bis 8 cm langen, schlaffen,
gleichmässig locker beblütterten Sprossen. Bll. feucht abstehend,
trocken verbogen und verdreht, die unteren und die der sterilen Sprosse ent-
fernt, aus sehr schmaler, herablaufender Basis breit verkehrt eifórmig
bis fast kreisfórmig, die wenigen Schopfbll. lünger, breit oval, ebenfalls
~ herablaufend, stumpf, hohl, flach und ganzrandig, durch 1—3 Reihen schmaler,
— 15 —
nicht verdickter Zellen undeutlich gesäumt, mit dünner, vor der abgerundeten
Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren unten mit 2—3 grossen
Bauchzellen, 3 kleinen medianen Deutern, wenigen Begleitern, nur wenigen
substereiden Innenzellen und 6—8 Rückenzellen, im oberen Teil mit nur
3—4 basalen Deutern und mehr gleichartigen übrigen Zellen. Blattzellen
locker und dünnwandig, nicht getüpfelt, aufwürts rhombisch-6 seitig, 20—28 u ۰
und 2—3 mal so lang, gegen die Spitze kürzer, mitten mehr rhomboidisch,
am Rand enger, 12—10 u, an der Basis rektangulär, 20—25 u und nicht ge-
rötet. Innere Perichätialbll. viel kleiner, ungesäumt, dreieckig, stumpflich zu-
gespitzt und mit fast vollständiger Rippe. Kapsel auf 2—3 cm langer, dünner,
roter, oben hakig gekrümmter Seta hüngend, regelmässig, bis 2 mm lang,
mit dem kürzeren Halse von etwa !/, — ?/, Urnenlünge kurz birnfórmig, weit-
mündig und unter der Mündung stark eingeschnürt, dünnwandig, gelb-
grün, rótlieh bis bräunlich, mit grossem, gewölbtem, mit Warze oder Spitzchen
versehenem, glänzend gelblichem Deckel und mehrzellreihig sich abrollendem
Ring. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, am Urnenrand 4 Reihen
abgeplattet. Peristomzähne trocken aufrecht, hellgelb, gesäumt und mit 22—25
niedrigen inneren Lamellen. Membran des mit dem Sporensack sich ablósen- .
den inneren Peristoms blass gelblich, von mindestens halber Zahnhóhe, mit
breiten, gefensterten Fortsützen und mit langen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 8—12 u, gelbgrün und glatt. Reife im Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 370.
Auf schlammigem, torfigem Boden, an Teichen und Grüben der Torfmoore,
zwischen Zriophorwm etc. in der Ebene und niederen Bergregion von Europa,
Sibirien und Nord-Amerika zerstreut, jedoch selten fruchtend; von Funck 1826
im Fichtelgebirge entdeckt. Nur 1 cm hohe Rasen sammelte Arnell bei Dudinka
in der arktischen Region Sibiriens. S. XVIII, 1l, a und b) Bil, c) Kapsel,
d) Haarbildungen in den Achseln der Schopfbll.; gez. nach einem von Dr. Fr. Müller
im Herrnmoor bei Varel in Oldenburg ges. Expl.
147. Bryum neodamense Itzigsohn 1841.
Br. pseudotriquetrum 9 cavifolium Schpr. 1856; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 544,
Zweihüusig; die äusseren Hüllbll. der dicken, fast scheibenförmigen
d Blüten mit der oberen Hälfte abstehend, wie bei Br. pseudotriquetrum.
An schlankere Formen des letzteren erinnernde, etwas lockere oder dichtere,
2—10 cm hohe, oben schmutzig- oder oliven- bis bräunlichgrüne, innen braun-
filzig verwebte bis schwärzliche Rasen mit schlanken, locker beblütterten Stengeln
und schlanken Sprossen aus älteren Stammteilen. Bll. weich, meist aufrecht
abstehend, trocken gedreht locker anliegend, die unteren entfernt und kleiner,
eifórmig und stumpf mit vor der Spitze endender Rippe, die oberen rasch
grösser, schopfig gehäuft oder rosettenartig abstehend, aus schmälerer, etwas
herablaufender Basis verkehrt eilänglich oder breit elliptisch, kurz und
stumpf zugespitzt, löffelartig hohl oder mit etwas kappenförmiger,
stumpfer Spitze, flach- und ganzrandig und durch 3—8 verdickte, 1 schichtige
Zellreihen gelblich bis bräunlich gesäumt, mit höchstens an der Basis etwas
— 166 —
zurückgeschlagenem Rand und unten roter, oben vor der Spitze endender,
oder auch bei den obersten Schopfbll. sehr kurz austretender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren unten mit 4—5 grossen Bauchzellen, 4 medianen Deutern
nebst Begleitern, 3—4schichtigen Stereiden und 8—12 Rückenzellen, oben
rund, mit 4 basalen, von den übrigen Zellen weniger verschiedenen Deutern etc.
- Blattzellen nur wenig verdickt und schwach getüpfelt, oberwärts kurz und
breit rhombisch-6 seitig, 18—20 u und kaum doppelt so lang, an der Spitze
etwas schmäler; mitten 22 u, nach der Basis zu mehr verlängert rektangulür,
an der Insertion kürzer, bis 26 u und rötlich. Perichätialbll. lanzettlich und
zugespitzt, mit bis über die Mitte zurückgeschlagenem Rand. Kapsel auf meist
4 em langer, oben hakig gekrümmter Seta hüngend, regelmässig, aus der Urne fast
gleichlangem Halse schmal ellipsoidisch, resp. fast verkehrt kegelförmig, 4 mm
lang (nach Limpr. etwas dicker wie bei pseudotriquetrum), brüunlich, mit kegelig-
gewölbtem, mit Spitzchen versehenem Deckel und breit sich abrollendem Ring,
trocken unter der Mündung etwas verengt. Peristom nur wenig kleiner als
bei pseudotriquetrum. Sporen 12—16 oder 14—20 u, gelblich und glatt.
Reife im Juni.
Auf sumpfigen Wiesen kalkhaltiger Torfmoore durch die Ebene und Bergregion
bis 2000 m zerstreut; von Dr. Herm. Itzigsohn bei Neudamm in der Mar
entdeckt. S. XVIII, 3, a und b) BIl., c) Kapsel; gez. nach einem von C. Warnstorf
bei Neuruppin (Preussen) ges. Expl.
Var. ovatum Lindb. = Br. ovatum Jur. in dichten, 8—10 cm hohen,
weniger wurzelfilzigen Rasen, mit breit ovalen oder verkehrt eilänglichen, mit kleinem
Spitzchen versehenen, löffelförmig hohlen Bll. und an der schmalen, herablaufenden
Blattbasis zurückgeschlagenem Rande — in Steiermark, Salz urg, Krain, Tirol,
Lappland und Norwegen, jedoch nur selten fruchtend. Nach Arnell im arktischen
Gebiete Sibiriens bei Dudinka und Tolstoinos, sowie auf der Malo-Briochovsky-Insel
und Spitzbergen ziemlich häufig. S. V, 7, Bl; gez. nach einem von P. Olsson
bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen ges. Expl.
Var. turgens — Br. turgens Hagen mit bei den oberen Bll. fast längs
umgeschlagenem, 3zellreihig gesäumtem, herablaufendem Blattrand, kurz zu-
gespitzten, breiteren oberen Bll. und oft rankenartigen Flagellen — von Kindberg
auf der Knudshóhe im Dovrefjeld Norwegens gesammelt. S. XIX, 5, a und b) untere,
b und c) obere Bll; gez. nach einem Originalexpl. (comm. Levier).
148. Bryum obtusifolium Lindb. 1866.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 429 und 3, S. 784. ;
Zweihäusig. Habituell an vorige Art sich anschliessende, 4—7 cm
hohe, schmutziggrüne, rötlich angehauchte Rasen mit schlaffen Stengeln und
dünnen achselständigen Sprossen. Bll. locker gestellt, aus schmülerer, weit herab-
laufender Basis breit oval und stumpf abgerundet, ungesüumt und
ganzrandig, sehr hohl, oben fast kappenfórmig, mit abwürts schmal umgerolltem
Rand und vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren ühnlich wie
.. bei eyelophyllum, mit 9-3 grossen Bauchzellen, 3 kleinen, aufwürts verschwinden-
| den medianen Deutern nebst wenigen Begleitern, 5—6 lockeren Rückenzellen
— 167 —
und nur wenigen (bis 8) substereiden Füllzellen, oben mit nur 2 basalen
Deutern, 4—6 lockeren Rückenzellen etc. Blattzellen sehr locker, nur wenig
verdickt und unmerklich getüpfelt, chlorophyllreich, an der äussersten Spitze
klein oval oder rundlich-6 seitig, die übrigen oben rhombisch-6 seitig, 18—22 u
und bis doppelt so lang, abwärts mehr rektangulär-6 seitig, 3—4 mal so lang
und teilweise breiter, nur am Rand enger, an der Insertion nicht rot, kurz
rektangulär und bis 30 u. Kapsel nickend bis hängend (nach Limpr.), regel-
mässig, mit kurzem Hals von halber Urnenlänge und hochgewölbtem, mit
Spitzchen versehenem Deckel, 2,2 mm lang, trocken unter der weiten Mündung
nicht verengt. Sporen 17—20 u, bleichgrün und gekörnelt. Reife im Sommer.
Auf Spitzbergen gemein, seltener in Grönland und den arktischen Tundren
Sibiriens, auch auf dem Gipfel von Knudshöhe in Norwegen in 1400 m von
Chr. Kaurin 1885 aufgefunden. Von J. Sahlberg und H. W. Arnell bei
Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens und von A. N. Lundström auf der
Samojeden-Halbinsel noch in 72? 18 n. Br. gesammelt. S. V, 5, a) Bl, b und
c) Blattquerschnitte; gez. nach einem von E. Jórgensen auf Knudshóhe in Nor-
wegen ges. Expl.
149. Bryum Jaapianum Warnst. in litt.
Verhandlungen des Bot. Vereins der Provinz Brandenburg von 1901, S. 74.
Zweihüusig, und nur mit o Blüten bekannt. Habituell an eine zarte
Form von Br. neodamense erinnernde, 3 cm hohe, olivengrüne, innen rostbräunliche,
abwärts verfilzte Rasen mit einfachen oder gabelig geteilten, unter der و Blüte
je 2 kurze Innovationen austreibenden Stengeln. Bil. kaum herablaufend und
ungesüumt, die unteren aus breiter, an den Ecken etwas gerundeter Basis
lanzettlieh, die oberen mehr eilanzettlich, resp. aus eirunder Basis lanzettlich
verlängert, mit flachem Rand und nur bei den unteren Sprossbll. dicht vor
der Spitze endender, bei den übrigen Bll. aber als kurzer, dicker Stachel aus-
tretender, fast gleichdicker, roter Rippe. Zellnetz verhältnismässig locker und
sehr dünnwandig, meist rektangulür-6seitig. Am Rand eine oder 2 Reihen
mehr rhomboidisch bis verlängert rektangulür, 10 u und bis 6 oder 7 mal so
lang, die mittleren Zellen 18—20 u und nur 1'/,—2 mal so lang, die Zellen
an der Basis gerötet, rundlich bis kurz rektangulür-6seitig und über 40 u.
Innerstes Hüllbl. der ọ Blüte dreieckig und mit vor der Spitze endender Rippe.
Von O. Jaap in Tonausstichen am Bahnhof bei Kuhbier (Pritzwalk) in der
Provinz Brandenburg am 25. August 1900 entdeckt. S. XX, 4, a) Schopfbl,
b) innerstes Hüllbl der و Blüte, c) Spitze des unteren BL einer Innovation,
d) Habitusbild; gez. nach einem von O. Jaap erhaltenen Originalexpl.
150. Bryum Duvalii Voit. 1511.
Br. Weigelii Sprengel 1807, Mnium Schwgr. 1816, Br. ventricosum var. Schwgr. 1830;
cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 545. dp.
Zweihäusig mit besonderen 6 Räschen; die fast scheibenförmigen d Blüten
mit weit abstehenden Schopfbll. und kleineren, breit verkehrt eifórmigen, plótzlich
zugespitzten, mit Rippe versehenen Hüllbll. Ausgedehnte, oft 5—10 cm tiefe,
ne ee ie a en. A A ET a
— 168 —
blassgrüne bis rötliche, nicht verwebte lockere Rasen mit aufrechten, abwärts
wurzelhaarigen Stengeln und aus dem Schopfe entspringenden, sehr langen,
schlanken, nur entfernt beblätterten Sprossen. Bil. entfernt und nur
oben etwas dichter gestellt, abstehend bis zurückgebogen, trocken verbogen
eingeschrumpft, ziemlich gleichmässig, nur die unteren etwas kürzer, aus ziemlich
breiter, weit herablaufender Basis eiförmig oder eilanzettlich und kurz
zugespitzt, etwas pfeilförmig, flach- und ganzrandig, 2—3 mm lang, mit nur
abwärts umgeschlagenem, nicht oder undeutlich gesäumtem Rand und zarter,
vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren unten mit 4 kleinen
medianen Deutern nebst einzelnen Begleitern, 2—3 grossen Bauchzellen, mässig
verdickten Innenzellen und bis 7 von den angrenzenden wenig verschiedenen
lockeren Rückenzellen, oben rund, mit nur 2 basalen Deutern und mehr gleich-
artigen übrigen Zellen. Blattzellen dünnwandig und nicht getüpfelt, fast
durchaus kurz rhombisch-6 seitig, 18—20 u und 2—3 mal so lang, gegen den Rand
enger, etwa 10 u, an der Basis mehr rektangulär, jedoch nicht rot, an den
herablaufenden Blattflügeln meist nur 10—15 u und über 10 mal so lang.
Perichätialbll. mehr lanzettlich. Kapsel auf 2—6 cm langer, dünner, roter,
oben kurz bogig oder hakig gekrümmter Seta hängend, aus ziemlich langem
Halse von fast Urnenlänge verkehrt eiförmig oder dick oval, regelmässig, dünn-
wandig, gelbbräunlich bis rötlichbraun, mit gewölbtem, mit Warze ver-
sehenem, gelbbraunem, nicht glänzendem Deckel und breit sich abrollendem
Ring, trocken und entleert unter der Mündung ziemlich stark eingeschnürt.
Epidermiszellen der Kapselwand etwas dünnwandig, am Urnenrand 2—4 Reihen
abgeplattet und mehrere Reihen rundlich-6seitig. Peristomzühne sehr lang,
hellgelb mit hyalinen Spitzen, gesäumt und mit bis 40 abwärts dicht gestellten
inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms blassgelb, von mehr als
halber Zahuhöhe, mit gefensterten Fortsätzen und mit langen Anhängseln ver-
sehenen, papillösen Wimpern. Sporen 11-14 u, gelb und schwach punktiert,
fast glatt. Reife im Juni und Juli. Br. eur. Vol. IV, Tab. 371.
Auf quelligen Wiesen im Sumpf und Moor, von der Ebene bis in die
Alpenregion in 2600 m, in Europa wie Nord-Amerika, doch seltener fruchtend;
von Pastor Weigel schon vor 1806 bei Schmiedeberg in Schlesien entdeckt und
von Duval später bei Regensburg gesammelt. Von Arnell am 26. Juli 1876
auch bei Antsiferova im Jeniseithale Sibiriens aufgefunden, sowie auch aus Alaska
und Grönland bekannt. S. XVIII, 8, a und b) ولاظ c) Kapsel; gez. nach von
Schimper auf dem Hoheneck in den Vogesen und von mir auf der Breunges-
heiner Heide im Vogelsberg ges. Expll. Erscheint an letzterem Standort namentlich
nach trockenem Frühjahr.
151. Bryum Stirtoni Sehpr. 1876,
Br. barbatum Wils.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 431.
Zweiháusig; die Ğ Blüten unbekannt. Weiche, dichte, freudiggrüne,
innen ausgebleichte, weit hinauf dicht rotfilzig verwebte, 3—4 em hohe Rasen
mit schlanken, büschelästigen, purpurroten Stengeln. Bll. etwas herablaufend,
— 169 —
ungesäumt und ganzrandig, die unteren klein und entfernt, nur 1 mm lang,
eiförmig und kurz stumpflich zugespitzt, scheinbar abgerundet, sowie mit vor
dem zurückgekrümmten, haarartigen kurzen Spitzchen endender Rippe, aufwärts
grösser, bis 1,35 mm lang, die oberen eilanzettlich, oft mehr allmählich zu-
gespitzt und in eine fast haarförmige, zurückgebogene Spitze ausgezogen,
mit unten roter, aufwärts gelbgrüner, mit der Spitze endender oder haarartig
auslaufender Rippe. Blattrand bei den äusseren Schopfbll. nur an der Basis,
bei den inneren Schopfbll. und den lanzettlichen Perichätialbll. aber weit
hinauf umgerollt. Blattzellen ziemlich gleichmässig, gelb- und derbwandig,
oben rhombisch-6 seitig, 18 u und 2 bis fast 3 mal so lang, an der Basis
spärlich getüpfelt, etwa 20 u und gerötet. Bis jetzt nur steril bekannt.
Auf dem Ben Ledi in Schottland von Dr. Stirton und A. M. Kinlay ent-
deckt und auch aus der Provinz Ringerike Norwegens und von Ost-Grönland
bekannt. S. XIV, 1, a) unteres, b) mittleres, c) oberes Bl., d) Perichätialbl., e) Habitus-
bild; gez. nach einem von W. Schimper 1865 in Schottland ges. Expl. aus dem
Berliner bot. Museum. Die Verwandtschaft mit Dr. elegans var. carinthiacum (cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 785) erscheint mir zweifelhaft.
152. Bryum Reyeri Breidler 1888.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 546.
Zweihüusig; die o Blüten mit breit lanzettlichen, scharf zugespitzten, un-
gesäumten, kleinen Hüllbll, die 6 und Früchte bis jetzt unbekannt. Dichte,
schwellende, etwas glünzende, olivengrüne bis rotscheckige, innen braune oder
schwärzliche, mit grobwarzigem Wurzelfilz dicht verwebte Rasen mit
kräftigen, 3—12 cm langen, weinroten bis schwarzroten, gabelästigen Stengeln
und schlanken, kleiner beblätterten Sprossen aus älteren Stammteilen. Stamm-
querschnitt fünfkantig, mit hyalinem, kollenehymatischem Zentralstrang, lockerem,
dickwandigem, rotem Grundgewebe und 1—2schichtiger stereider Rinden-
schicht. Bll. unten kleiner, rötlich, breit eifórmig und stumpf oder kurz zu-
gespitzt, flachrandig mit vor der Spitze verschwindender Rippe, aufwärts
allmählich grösser, länglich-lanzettlich, resp. aus schmaler, etwas herab-
laufender Basis elliptisch verlängert bis fast lanzettlich und mit Spitzchen
oder scharf zugespitzt, an diejenigen von alpinum erinnernd, nur grösser, etwas
faltig, mit verbogenem, abwärts breiter, oben nur schmal umgerolltem Rand,
ganzrandig oder an der Spitze undeutlich gezähnt, mit unten roter, aufwärts
sehr schmaler, vor oder in der Spitze endender oder als zurückeobogonas
Spitzehen kurz austretender Rippe. Querschnitt der letzteren abwärts mit
4 lockeren Bauchzellen, 4 medianen Deutern ohne Begleiter, mehrschichtigen
Stereiden und zahlreichen (mehr als 15) wenig oder nicht differentiierten
Rückenzellen, oben mit nur 4 kleinen basalen Deutern und ziemlich gleich-
mässigen, dickwandigen bis stereiden übrigen Zellen. Blattzellen sehr diek:
wandig und getüpfelt, im Alter rötlich, sehr schmal und lang rhombisch
und rhomboidisch, fast linear und oft etwas geschlängelt, 6—12 p und 5—8 mal
— 170 —
so lang, am Rand enger, aber nicht länger und daher nur einen undeutlichen
Saum bildend, an der Basis rasch breiter, mehr rektangulär, weinrot und 18 — 20 u.
An Gneiss, Granit- und Glimmerschieferfelsen im Sprühregen alpiner Wasser-
fälle, von Prof. Dr. Alexander Reyer 1884 im Pusterthal in Tirol in 900— 1400 m
entdeckt, auch von Breidler bei Schladming in Steiermark 1888 aufgefunden.
S. IX, 1, a bis c) Bll, d und e) Blattquerschnitte; gez. nach einem von Dr. Reyer
an dem ersteren تس ges. Originalexpl. (comm. J. Breidler, resp. Warnstorf).
Steht nach dem Zellnetz dem Br. alpinum v. meridionale am nächsten.
153. Bryum pallens Swartz 1799.
Hypnum Web. & Mohr 1807, Br. attemuatum Brid. 1896, Br. obscurum Sendt.,
Ptychostomum cernuum Hüben. 1833; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 547.
Zweihäusig in meist gemischten Rasen; die knospenförmigen 6 Blüten
scheinbar kópfehenfórmig zwischen den obersteu (aus breiter, hohler, aufrechter
Basis lanzettlichen, oben abstehenden) Schopfbll., mit aus eifórmiger Basis
zugespitzten Hüllbll. und zahlreichen, langen, gelbrötlichen Paraphysen. Meist
niedrige, lockere oder dichtere, selten 3—4 em hohe, schmutzig oliven-
bis bräunlichgrüne oder weinrote, unten braunfilzige Rasen mit kurzen
Stengeln und je 1—3 Innovationen aus dem Schopfe. BI. aufrecht abstehend,
trocken locker anliegend und nur wenig verdreht, bis 2,4 mm lang, aus ver-
schmülerter, weit herablaufender Basis schmal elliptisch bis verkehrt
eilänglich und zugespitzt, die grösseren Schopfbll. oft etwas spatelfórmig, durch
2—3 Reihen verdickter Zellen ein- oder zweischichtig brüunlich gesüumt,
ganzrandig oder an der Spitze undeutlich gezühnt, mit abwürts etwas umgerolltem
Rand und kräftiger, im Alter bräunlicher, in der Spitze endender oder als
kurzer Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 kleinen
medianen Deutern nebst Begleitergruppe, 2-3 grossen Bauchzellen, zahlreichen
inneren Stereiden und 6—8 lockeren Rückenzellen, oben rund, mit 9-4 basalen
Deutern, resp. Bauchzellen und mehr zentrierter Begleitergruppe etc. Blatt-
zellen locker und dünnwandig, nicht getüpfelt, oberwürts rhombisch-6 seitig,
18—22 u und etwa 2—3 mal so lang, an der Basis verlängert rektangulär,
bis 20 u, an den herablaufenden Ecken 10—15 u und bis 8 mal so lang.
Perichätialbll. lanzettlich und zugespitzt, die innersten kleiner und flachrandig.
Kapsel auf (in demselben Rasen oft ungleichlanger) 1—4 cm langer, braunroter,
oben in flachem Bogen gekrümmter Seta horizontal bis niekend, mit dem
sehr langen, einwürts gekrümmten Halse von 1—2 Urnenlüngen و
birnförmig, meistens etwas gekrümmt, seltener regelmässig, anfangs gelblich
bis bräunlichgelb, mit etwas glänzendem, grossem, gewölbtem, mit Warze ver-
sehenem, orangegelbem Deckel und mehrreihig breit sich abrollendem Ring,
trocken unter der Mündung nicht oder kaum verengt, im Alter kastanienbraun
SR وس ور ری بو EN der Kapselwand diekwandig, am Urnen-
i ählich rundlich-6seitig bisrektangulär.
Peristormzähne gelb Tu gelber bis ساموت نوم Insertion, nur sehr schmal
gesäumt und mit bis über 30 niedrigen inneren Lamellen. Membran des nur
— 171 —
schwer mit dem Sporensack sich ablösenden inneren Peristoms gelb, von
*/„ Zahnhóhe, mit schmalen, trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, eng
geschlitzten Fortsätzen und mit langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen
16—25 u, grünlichgelb bis rostbraun und feinwarzig. Reife im Juli und August.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 373.
An feuchten, schattigen Steinen, sowie auf feuchtem Sand-, Lehm- und Moor-
boden von der Ebene bis in die Hochalpen in 2600 m verbreitet. Nach Arnell
im Jeniseithale Sibiriens in der subarktischen Region gemein und bis nach Dudinka
in der arktischen Region aufsteigend. Wird schon von Dillen im Cat. Giessensis
1718 erwähnt. S. XVIII, 10, a und b) Bil, c bis e) Kapseln; gez. nach bei
Laubach und Darmstadt ges. Expll.
Var. speciosum Schpr. — v. mierostomum Br. eur. in höheren Rasen mit grosser,
länger gestielter Kapsel mit kleinem Deckel — in feuchten Schluchten der Hochalpen;
var. arcuatum Schpr. mit bogig gekrümmter, geneigter Kapsel — auf feuchtem
Sande und mehr in den Alpen; die Kapsel (c) gez. nach einem am Frankenstein
in der Bergstrasse über der Frankenberger Mühle im Modauthale unweit Darmstadt
ges. Expl.
Var. abbreviatum Schpr. in niedrigen, dichten Rasen mit kaum 5 mm langen
Stengeln, fast kugeliger Urne‘ und stark verengtem Kapselhals — in Steiermark;
die Kapsel (e) gez. nach einem dahier bei Laubach auf feuchtem, blasigem Basalt
in einem alten Steinbruch ges. Expl.
Var. angustifolium Breidl. mit sehr schmalen Schopfbll. und 4—5 mm langer
Kapsel -— in feuchten Spalten der Kalkfelsen in Steiermark;
var. brevisetum Lindb. in 2—4 cm hohen, dichten, weichen Rasen mit breit
eiförmigen Bll. und kurzer, dicker Kapsel auf nur 1—2 cm langer Seta — an den
Ufern des Jenisei in Nord-Sibirien.
Das dem Br. pallens Sw. sehr nahe stehende Br. meeseoides Kindb., welches
bisher nur aus Nord-Amerika bekannt war, soll nach Dixon im Juli 1898 von
Nicholson bei Bolkesjö (Telemarken) in Norwegen ges. worden sein (Rev. br
1899, S. 92). Dasselbe zeigt grosse Verwandtschaft zu Br. pallens var. arcuatum
Schpr., ja ist vielleicht mit demselben identisch.
154. Bryum turbinatum (Hedw.) 1816.
Mnium Hedw. 1792, M. nigricans Brid. 1803, Hypnum W. & M. 1807, Br. nigricans
Dieks, 1801; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 548
Zweihüusig, mit zuweilen eigenen 6 Rasen; die dicken, fast scheiben-
förmigen Ğ Blüten zwischen abstehenden Schopfbll. mit zahlreichen Antheridien
und lüngeren Paraphysen, sowie mit aus hohler Basis lanzettlichen, aufrecht
abstehenden äusseren und kleineren, fast kreisfórmigen, plötzlich zugespitzten
inneren Hüllbll., die innersten eirundlich und rippenlos. Ausgedehnte, mehr
oder weniger dichte, niedrige, meist 1— 2, seltener und nur steril 3—4 und
mehr em hohe, schmutziggrüne bis rötlichbraune, innen rostbraun filzige
Rasen mit aufrechten Stengeln, kurzen Innovationen und gleichhohen sterilen
Sprossen. Bll. etwas straff aufrecht abstehend, trocken locker anliegend,
die unteren kleiner und entfernt, eifórmig und zugespitzt, nur wenig herablaufend,
flach und ganzrandig, die oberen allmählich grösser, bis 2 mm lang, aus kaum
— 172 —
1 4 |
۲ ter, nicht herablaufender, eiförmiger Basis lanzettlich lang und
scharf zugespitzt, gekielt, durch 2—3 Reihen nicht verdickter, längerer Zellen
undeutlich schmal gesäumt, ganzrandig oder an der Spitze undeutlich gezähnt,
mit abwärts umgeschlagenem Rand und kräftiger, bräunlicher, als kurze,
glatte Stachelspitze auslaufender oder austretender Rippe. Querschnitt
der letzteren mit 2—3 medianen Deutern nebst Begleitergruppe, 2—3 lockeren
Bauchzellen, 6—8, seltener 10 lockeren Rückenzellen und 3--4 schichtigen
braunen Stereiden, oben rund mit 2—3 basalen Deutern, resp. lockeren Bauch-
zellen und kleinerer, mehr zentrierter Begleitergruppe ete. Blattzellen nur wenig
verdickt und nicht getüpfelt, oberwärts rhombisch-6 seitig, 18—20 u und
2—3 mal so lang, am Rand in wenigen Reihen enger, abwärts mehr rektangulär,
an der Insertion der Schopfbll. rot und fast quadratisch, oft bis 28 u, in den
Ecken nicht schmäler, sondern ebenfalls kurz rektangulär bis quadratisch.
Innere Perichütialbll kleiner. Kapsel auf 2-4 cm langer, gelbroter, oben
kurz bogig bis hakig gekrümmter Seta hängend, aus der Urne gleichlangem
Halse dick oval, resp. diek birnförmig, regelmässig, gelblich bis rötlichbraun, mit
gewölbtem, mit Spitzchen versehenem, etwas glänzendem, gelbbräunlichem Deckel
und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der weiten Mündung stark
eingeschnürt, entdeckelt fast kreiselfórmig und mit eingeschrumpftem,
verschmälertem, stark faltigem Hals. Epidermiszellen der Kapselwand dick-
wandig, am Urnenrand meist einige Reihen abgeplattet und einige rundlich-
4—6seitig. Sporensack ungestielt. Peristomzähne gelb, sehr schmal gesäumt,
mit helleren papillösen Spitzen und bis 30 niedrigen inneren Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelblich, von beinahe halber Zahnhöhe, mit
schmalen, trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, ritzenförmig durch-
brochenen bis klaffenden Fortsätzen und mit langen Anhängseln versehenen,
papillösen Wimpern. Sporen 14—18 oder 15— 20 u, brüunlichgelb und fein-
warzig. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 372.
In feuchten, sandigen Ausstichen, auf sumpfigen Wiesen, an Ufern und
Mooren von der Ebene bis in die Alpenregion in 2400 m und fast über den ganzen
Erdkreis verbreitet; von Hedwig bei Chemnitz in Sachsen entdeckt, wird jedoch
. schon von Dillen in der Historia musc. v. 1741 erwähnt. S. XVIII, 5,
a und b) BlL, c und d) Kapseln; gez. nach in Torfstichen bei Bickenbach unweit
Darmstadt ges. Expll.
Var. gracilescens Schpr. eine schlankere, feinstengelige Form — an den-
selben Standorten wie die Normalform,
155. Bryum Schleicheri Schwgr. 1816.
Br. alpinum Schleich. 1786, Mnium glaciale Schleich. 1807, Br. turbinatum مق
und gracilescens Schpr. 1856; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 549.
Zweihäusig mit eigenen Ğ Rasen und fast scheibenfórmigen 6 Blüten,
ähnlich wie bei der vorigen Art. Weiche, lockere, 3—10 em hohe, freudig-
oder gelblichgrüne, innen brüunliche bis schwürzliche, nur spürlich wurzel-
filaige, schwellende Rasen mit unten locker, aufwärts dichter, gedunsen
— 173 —
beblätterten Stengeln und Sprossen. Bil. fast abstehend, trocken locker anliegend,
die unteren entfernt und kleiner, eiförmig und kurz zugespitzt, die oberen
allmählich grösser, aus schmälerer, weit herablaufender, breit eiförmiger
oder elliptischer Basis lanzettlich verlängert und zugespitzt, hohl, 3—5 reihig
gesäumt, flach und ganzrandig oder nach der Spitze zu schwach gezähnt, mit
bei den Schopfbil. abwärts umgeschlagenem Rand und bräunlicher, kurz stachel-
spitzig austretender oder auslaufender Rippe. Querschnitt der qi ühnlich
wie bei voriger Art mit 2—4 medianen Deutern nebst Begleitern, 2 grossen
Bauchzellen, bis 10 lockeren Rückenzellen und zahlreichen, meist 3 Aries
Stereiden, oben rund, mit 2—4 basalen Deutern und mehr zentrierten Begleitern
usw. Blattzellen sehr locker und dünnwandig, oberwürts 20—30 und selbst
30—40 u und 2—3 mal so lang, mitten 30—40 u, abwärts mehr rektangulär-,
resp. parenchymatisch-6 seitig, 30—35 u und etwa 4— 5 mal so lang, nur an der
Insertion kürzer und breiter. Perichätialbll. lanzettlich und nach innen kleiner.
Kapsel auf 4—6 cm langer, oben kurz hakig gekrümmter Seta hängend, aus
kürzerem Halse von halber Urnenlünge ziemlich lang verkehrt eifórmig oder
dick oval, im allgemeinen derjenigen von turbinatum ähnlich, nur grösser,
3—4 mm lang, trocken unter der Mündung stark eingeschnürt. Peristomzähne
gelb, sehr lang und mit etwa 40 inneren Lamellen. Membran des inneren:
Peristoms fast orangefarben, von halber Zahnhöhe, mit rundlich oder oval
durchbrochenen, resp. gefensterten Fortsätzen und mit langen Anhängseln ver-
sehenen Wimpern. Sporen 16—20 u, bräunlichgelb und fein punktiert. Reife
im August und September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 372 f.
In kalten, quelligen Sümpfen, an Gräben und Bachründern der Berg- und
Alpenregion; von Schleicher im Wallis in der Sehweiz entdeckt. Nach Bescherelle
auch aus Algier und nach Brotherus aus dem Kaukasus, vom Himalaja und Nord-
Amerika bekannt.
Var. angustatum Schpr. mit schlankeren Ästen und kleineren, schmäleren Bll.,
auch zuweilen vor der Spitze verschwindender Rippe — mit der Normalform;
var. latifolium Schpr. = Br. latifolium (Schleich.) Brid. in höheren Rasen
mit gedunsen beblätterten Stengeln und Sprossen und breiteren, mehr abgerundeten
oder nur kurz zugespitzten, flachrandigen, an der Spitze oft kappenförmigen, 3 bis
5reihig gesäumten, ganzrandigen oder gezähnelten Bll. und 4 mm langer Kapsel —
an kälteren Standorten, auch auf Aland. S. XVIII, 4, a) Bl. der Normalform,
b) Bl. der v. angustatum, c) Bl. der v. latifolium, d) Kapsel; gez. nach von Schpr.
in den Vogeseu und von mir auf der Breungeshainer Heide im Vogelsberg ges. Expll.
156. Bryum pseudotriquetrum Schwgr. 1816.
Br. ventricosum Dieks. 1785 und eubitale Dicks. 1790, Mnium Hedw. 1792, Hypnum
W. & M. 1807, Br. subobliquum Lindgr. 1842; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 550.
Zweihüusig, gemischtrasig, mit dick knospenfórmigen oder fast scheiben-
fürmigen Ğ Blüten, deren äussere Bll. aus breit eifórmiger, fast herzförmiger
Basis mit der oberen lanzettlichen Hälfte abstehen; die eigentlichen Hüllbll.
der d Blüte kleiner, herzeifórmig und zugespitzt, das innerste mit kürzerer
Rippe. Dichte, oliven- oder schmutzig- bis brüunlichgrüne, oft rótlich angehauchte,
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weithinauf braunfilzig verwebte, an bönum erinnernde, 3—10 em hohe Rasen
mit kräftigen, steifen, wenig beasteten, kantigen Stengeln. Querschnitt der
Stimmehen mit deutlichen falschen Blattspuren. BU. derb, die unteren ent-
fernter und eilanzettlich, aufwärts grösser, bis 4,5 mm lang, dichter zusammen-
gedrängt, feucht aufrecht abstehend, trocken verbogen locker anliegend,
aus herablaufender, etwas schmälerer Basis elliptisch und kurz oder mehr
allmühlich zugespitzt, durch 3—5 Reihen etwas verdickter Zellen gelblich
bis bräunlich gesäumt, mit bis gegen die schwach gesügte Spitze um-
geschlagenem Rand und krüftiger, an der Basis roter, in der Spitze endender
oder als mehr oder weniger gezühnter Stachel austretender Rippe.
Querschnitt der letzteren typisch, abwärts mit 4 medianen Deutern nebst
Begleitergruppe, 3—4 lockeren Bauchzellen, 10—12 lockeren Rückenzellen und
3—4 schichtigen roten Stereiden, oben rund und mit kleineren basalen Deutern,
resp. Bauchzellen, mehr zentrierter Begleitergruppe und von den Stereiden
weniger differentiierten Rückenzellen. Blattzellen nur mässig verdickt und
schwach getüpfelt, gegen die Basis meist etwas stärker verdickt, oberwärts
rhombisch-6 seitig, 16—20 u und meist doppelt so lang, gegen die Basis mehr
rektangulär oder parenchymatisch-6 seitig, 25—32 u, höchstens 3—4 mal so lang
und rot, an der Insertion kürzer. Innere Perichätialbll. kleiner und lanzettlich.
Kapsel auf 2—8 cm langer, purpurroter, oben meist kurz bogig gekrümmter
Seta nickend oder hängend, seltener mehr aufgerichtet, 4—5 mm lang, aus
meist gleichlangem Halse verlängert keulenförmig, regelmässig oder auch gekrümmt
bis bauchig, rotbraun, mit hochgewölbtem, mit Spitzchen versehenem, glänzendem
gleichfarbigen Deckel und breit sich abrollendem Ring, trocken unter der
Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig, am Urnen-
rand wenige Reihen abgeplattet und rundlich 4— 6seitiy. Peristomzähne
gelb mit roter Insertion und hyalinen Spitzen, sehr lang, breit gesäumt
und papillös, aussen abwärts dicht gegliedert, innen mit über 30 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelb, von fast halber Zahnhöhe, mit trocken
zwischen den Zähnen nicht durchtretenden, breit gefensterten Fortsätzen und
mit langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen oft ungleich, 14—18,
seltener bis 20 u, gelbgrün bis bräunlichgelb und feinwarzig. Reife im Sommer.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 364.
In Sümpfen und Mooren, an kalkhaltigen Quellen, an Bächen und auf nassen
Felsen von der Ebene bis auf die Hochalpen in 2800 m fast über den ganzen.
Erdkreis in verschiedenen Formen verbreitet, auch in Nord-Amerika; war schon
Dillen bei Giessen 1718 bekannt. Im Jeniseithale Sibiriens nach Arnell gemein
und in verschiedenen Formen bis in die arktische Region verbreitet. S. XVIII, 7,
a und b) Bil, c und d) Kapseln; gez. nach in Torfmooren ges. Expll. Wurde
frü häufig mit E. bimum verwechselt und ändert je nach dem Standort
Var. gracilescens Schpr. mit schlanken Stengeln, kleinblätterigen Sprossen
und hochgestielter, langhalsiger ve — auf der Albula in der Schweiz, aber
auch ud bei femen. |
o . vielfa s ab.
س 17⁄5 —
var. duvalioides Itzigs. = flaccidum Schpr. in lockeren Rasen mit breiteren,
schlaffen, herablaufenden, abstehenden BI. und kürzerer Kapsel — in der Mark
(Preussen);
var. compactum Schpr. in sehr dichten Rasen mit kürzerer, verkehrt eifórmiger
Kapsel auf kürzerer, oft nur 1 cm langer Seta — an trockeneren Standorten im
Hochgebirge.
Auch Br. bimoideum De Not. in 2—3 cm hohen Rasen, welches zwischen
pallescens und pseudotriquetrum. stehen soll und von Rainer am Monte Braulio im
eltlin gesammelt wurde, scheint nach der Beschreibung hierher als var. zu ge-
hóren (non vidi) Vgl. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 442.
Nach Englers natürlichen Pflanzenfamilien gehóren hierher noch:
Br. subelegans Kindb. vom Dovrefjeld in Norwegen und Br. ۸
Phil. aus dem Fluelathal in der Schweiz, die mir bis jetzt nicht bekannt
geworden sind,
9. Gatt. Rhodobryum ) (Schpr.) Limpr. 1895.
Bryum Subg. Rhodobryum Sehpr. 1860 und Sect. Platyphyllum C. Müll. 1848; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 444.
Krüftige, im Allgemeinen mit voriger Gattung übereinstimmende Wald-
und Sumpfmoose, die sich jedoch nieht nur durch einen Spross unter der
Spitze verjüngen, sondern auch unterirdische Ausläufer entwickeln. Stengelbll.
meist klein und schuppenfórmig, nur die obersten, rosettenartig ausgebreiteten
bedeutend grósser, verkehrt eifórmig bis breit spatelfórmig und mit gesügtem
Rande. Blüten zweihäusig, die 6 scheibenfórmig. Kapseln zu 1—3 in
demselben Periehütium. Es bildet diese Gattung den Ubergang von Bryum
zu Mnium: die europäische Art schliesst sich nach dem Querschnitt der Rippe
dem Mnium medium und affine an, während bei manchen ausländischen Arten
die Stereidengruppe fehlt.
Von europäischen Arten dieser Gattung ist bis jetzt nur eine bekannt, aus-
ländische Arten sind dagegen noch 39 beschrieben.
1. Rhodobryum roseum (Weis) Limpr. 1895.
Mnium Weis 1770, Bryum Schreb. 1771, Mnium proliferum Leyss. 1783, Hypnum
Schrank 1789, Br. Polla rosea Brid. 1826, Br. proliferum Sibth. 1794; cf. Rbh. Kr. F1. IV, Nr. 552.
Zweihäusig mit niedrigeren 3 Rasen; die 6 Blüten scheiben-knospenförmig,
mit grossen, rosettenartig ausgebreiteten Schopfbll. und kleineren, eine geöffnete
Knospe bildenden, eilanzettlichen, ganzrandigen inneren Hüllbll, sowie mit
kurz gestielten, rötlichen Antheridien und zahlreichen, mit kleinen Blättchen
vermischten, fadenförmigen, hellen, gelblichen Paraphysen. Herdenweise oder
zu lockeren, freudig- bis sattgrünen Rasen vereinte Pflanzen mit 5—10 cm
langen, kräftigen, unter der Spitze oder auch durch die Blüte einen neuen
Spross austreibenden, oben rosettenartig beblätterten Stengeln und unter-
irdischen, wurzelfilzigen Ausläufern. Stengelbll. unterhalb der Rosette klein
1) Von fóbov Rose nach dem Habitus der Schopfbll. und von Bryum.
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س 1716 —
und schuppenförmig, etwas herablaufend, lünglich-lanzettlich und mit vor der
Spitze endender, dünner Rippe, die oberen Bll. schopfig gehüuft und rosetten-
artig ausgebreitet, sehr gross, oft 10—12 mm lang und 3—4 mm breit,
trocken wellig und verdreht, die äusseren verkehrt-eilänglich, die mittleren
mehr verlängert spatelförmig und zugespitzt, mit abwärts zurück-
geschlagenem, aufwärts scharf gesägtem Rand und aus breiter Basis allmählich
verschmälerter, vor der Spitze verschwindender Rippe. Der Querschnitt
der letzteren zeigt ziemlich homogene lockere Zellen, die sich um eine zentrale,
von einem kleinen, sichelförmigen Stereidenband getragene Begleitergruppe
gruppieren. Blattzellen locker, nur mässig verdickt und schwach getüpfelt, ober-
würts rhombisch-6seitig, 20—35 u, an der Basis verlängert rektangulär und
nur 20—25 u, am zurückgeschlagenen Rand enger und länger, gleichsam einen
Saum bildend. Perichätialbll. kleiner, lanzettlich und lang zugespitzt. Kapsel
(oft 2—3 aus einem Perichütium) auf 4—5 cm langer, purpurroter, dicker,
oben kurz bogig gekrümmter Seta hängend, aus sehr kurzem Hals von kaum
1' Urnenlänge verlängert verkehrt eifórmig und schwach gekrümmt, oder mehr
dick ellipsoidisch, derbwandig und anfangs gelblich, später rotbraun, mit hoch-
gewölbtem, mit Warze versehenem, glänzend kastanienbraunem Deckel und mehr-
zellreihig breit sich abrollendem Ring, trocken unter der Mündung nicht verengt.
Peristomzähne sehr lang, gelb mit roter Insertion, breit gesäumt und mit
zahlreichen inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms sattgelb, von
halber Zahnhöhe, mit breit gefensterten Fortsätzen und mit sehr langen An-
hängseln versehenen Wimpern. Sporen 18— 24 u, brüunlich und warzig. Reife
im Herbst und Winter. Br. eur. Vol. IV, Tab. 365.
Auf feuchtem Boden und über Steinen in schattigen Wäldern, auch auf be-
schatteten Wiesen etc. von der Ebene bis in die untere Alpenregion in 2100 m
häufig, seltener fruchtend. Auch in Nord-Amerika, Japan und dem Himalaya verbreitet,
sowie von Arnell in der Urwaldregion Sibiriens im Jeniseithale gesammelt. S. XVIII, 2,
a) BL, b und ec) Kapseln, d) Habitusbild, e und f) Blatttquerschnitte; gez. nach
von Schimper bei Strassburg mit Frucht ges. Expll.
Fam. XXVI. Mniaceae.
Vorzugsweise hohe oder tiefrasige, krüftige, bryumartige Sumpf- oder
Wald-, resp. Felsmoose mit kantigen, meist filzigen, mit Niederbll. und Laubbll.
besetzten, aufrechten Stengeln und vielgestaltigen, mannigfaltigen, jedoch
niemals innerhalb der Perichütialbll. (wie bei den Bryaceen) entspringenden
Sprossen. Querschnitt des Stämmchens 5 bis mehrkantig, mit gut begrenztem
Zentralstrang, lockerem, getüpfeltem Grundgewebe mit falschen (blind endenden)
Blattspursträngen und bei den Sumpfmoosen mit mehr lockeren, bei den übrigen
mit stärker verdickten, engeren Rindenzellen. Sprossung entweder grund-
ständig, als aufrechte Schösslinge oder kriechende Stolonen, oder aus der
Region der Sehopfbll, sowohl als aufrechte, zuweilen an der Spitze ge-
krümmte Aste, wie als peitschenartig herabgebogene, an der Spitze wurzelnde
Flagellen mit aufwärts kleineren, oft 2zeiligen Bll. Niederbll. entfernt, klein
— 17 —
und schuppeufórmig. Laubbll. aufwärts grösser und dichter, im Schopfe rosetten-
förmig, aus schmälerer, herablaufender Basis verkehrt eiförmig, elliptisch oder
spatel- und zungenförmig, lschichtig, mit meist ein- oder mehrschichtig ge-
säumtem, oft grob gezühntem Rand und sehr krüftiger, vor oder in der Spitze
endender, resp. austretender Rippe, seltener ungesäumt oder ganzrandig. Quer-
schnitt der Rippe bikonvex und nach 3 verschiedenen Typen ausgebildet: 1. Ent-
weder bryumartig, mit medianen Deutern, einer sternf órmigen Begleitergruppe,
doppelten Stereidenbändern und differentiierten Bauch- und Rückenzellen, wie
z. B. bei Mnium hornum; oder 2. aus mehr homogenen Zellen wie bei Rhodo-
bryum und M. medium mit bandförmiger Begleitergruppe und sichelfórmigem
unteren Stereidenband; oder 3., wie bei Muium punctatum mit nur differentiierter
Begleitergruppe und im übrigen aus ziemlich homogenen Zellen gebildet.
Blattzellen vorzugsweise parenchymatisch, rundlich vielseitig oder 6 seitig,
mit oft verdickten, getüpfelten Wünden, namentlich auch oberwürts rundlich-
6seitig. Blüten zwitterig oder zweihäusig; die G (und 7) scheibenfórmig mit
grösseren, breiteren äusseren und kleineren inneren Hüllbll nebst keulen-
fórmigen (bei den و nur fadenförmigen) Paraphysen. Aus demselben Perichätium
entspringen meist mehrere Sporogone mit zylindrischem Scheidchen ohne
Ochrea. Da der Blütenboden sich an der Bildung des Scheidehens hier nicht
beteiligt, so finden sich die vertrockneten Archegonien und die Paraphysen
stets am Fusse desselben. Perichütialbll im Verhältnis zu den Laubbll. oft
sehr klein und ungesäumt, jedoch stets mit Rippe. Kapsel auf verlüngerter,
steifer Seta geneigt und horizontal oder nickend bis hüngend, aus meist kurzem,
undeutlichem Hals dick ellipsoidisch bis fast kugelig, meist dünnwandig, mit
gewölbtem, stumpfem, oder mehr kegelig gewólbtem, kürzer oder länger ge-
schnäbeltem Deckel und schmälerem, meist nur 2reihig sich abrollendem Ring.
Haube schmal, kappenfórmig und früh abfallend. Columella nach der Ent-
deckelung einschrumpfend; Spaltöffnungen, ausser bei rostratum, nur am Halse
und vorzugsweise kryptopor, seltener pseudo-phaneropor. Peristom doppelt.
Die Zühne des üusseren Peristoms nach dem Typus der Diplolepideen gebaut,
das innere mit kielfaltiger Membran und Fortsätzen, jedoch je nach den beiden
Europäischen Gattungen verschieden ausgebildet. Sporen meist gross.
1. Gatt. Mnium!') (Dill. Schpr. 1851.
Inneres und äusseres Peristom von gleicher Länge. Zähne des äusseren
sehr krüftig und lang, an der Basis nicht verbunden, grünlichgelb oder ge-
brüunt bis braunrot, allmühlich stumpflich zugespitzt, mehr oder weniger ge-
süumt, aussen papillós und mit zickzackfórmiger Lüngslinie, innen mit normalen,
nur hier und da verbundenen Lamellen. Membran des mit dem Sporensack
sich leicht ablósenden inneren Peristoms gelb bis rötlichgelb, meist von halber
Zahnhóhe, zuweilen durchlóchert, mit lanzettlichen, oval gefensterten oder
klaffenden Fortsützen und je 2—3 nur knotigen, vollstándigen Wimpern ohne
Anhängsel.
1) Von uriov Seemoos,
Roth, Die europäischen Laubmoose. IH.
Du MINE Le
Aussereuropüische Arten dieser Gattung waren bis zum Jahre 1879 nach
Jaeger & S. erst 19 bekannt, wührend bis jetzt von Brotherus schon 45 auf-
gezühlt werden.
A. Biserratae Limpr. 1893.
Polla Mitt.
Bl. am Rande 2reihig gezühnt und meist wulstig gesäumt. Querschnitt
der Rippe ähnlich wie bei Bryum mit medianen Deutern, einer kleinen, stern-
fórmigen Begleitergruppe und 2 Stereidenbündern, von denen das obere kleiner
und oft nur auf wenige Zellen reduziert erscheint oder auch manchmal fehlt,
während das untere meist hufeisenförmig ist.
1. Mnium hornum L. 1753.
Bryum Huds. 1762, M. stellatum Lam. 1778, Hypnum W. & M. 1808, Br. stellatum
Lam. 1805, Br. Polla horna Brid. > a. ophyllum Lindb. 1879, M. hornum a serratifolium
Weis 1770; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Zweihäusig; die و ea G Blüten mit zahlreichen (oft 80—90)
Antheridien und keulenförmigen, mit spitzer Endzelle versehenen Paraphysen.
Ziemlich dichte, etwas schwellende, 2—6 und selbst 10 em hohe, dunkel
olivengrüne, unten rostrot verfilzte Rasen mit einfachen, aufrechten, unten
klein und schuppenförmig, aufwärts grösser und dicht beblätterten Stengeln
und aufrechten, grundständigen, dicht beblätterten, oben nur wenig ge-
krümmten Sprossen, seltener mit sterilen Sprossen aus der Region der Schopfbll.
Stammquerschnitt mit gelbem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe, falschen
Blattspuren und kleinzelliger Rinde. Bill. aufrecht abstehend, trocken wellig
und etwas gedreht, hart und fest, aufwärts keine Rosette bildend, nur dichter,
länger und schmäler, 5—7 mm lang, aus schmälerer, nicht oder kaum herab-
laufender Basis kürzer oder länger elliptisch und zugespitzt, durch 3—4 Reihen
2- und mehrschichtiger, schmaler Zellen braunrot gesäumt und 2reihig kurz,
grob und scharf gezähnt, mit rötlicher, vor der Spitze endender, oben am
Rücken gezähnter Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei spinosum
mit einer Schichte medianer Deuter nebst kleiner, sternförmiger Begleiter-
gruppe, doppelten Stereidenbändern, von denen das obere sehr klein und ab-
wärts auf wenige Zellen reduziert ist, sowie mit 1- und 2schichtigen differentiierten
Bauch- und Rückenzellen. Nach der Basis zu wird die Rippe im Querschnitt
lockerzelliger, auch das hufeisenfórmige untere Stereidenband schwächer. Blatt-
zellen oben unregelmässig eckig bis rundlich, 20—28 u, an der Basis nur
wenig verdickt, weder getüpfelt noch kollenchymatisch verdickt, verlängert
rektangulär und schmäler, nur 15 u. Perichätialbll. klein und schmal lanzettlich-
pfriemenförmig, fast ungesäumt und ganzrandig. Kapsel (einzeln) auf 2—5 cm
langer, nicht gedrehter, oben gelbroter und bogig gekrümmter Seta horizontal
bis nickend, vorzugsweise ellipsoidisch oder verlängert verkehrt eiförmig,
4—5 mm lang, grünlichgelb und rotmündig, mit hochgewölbtem, mit Warze
versehenem, gelbem, am Rande kerbigem Deckel und 2—3 reihig sich
— 179 —
abrollendem Ring, entdeckelt anfangs gelb, zuletzt ‚braun. Epidermiszellen der
Kapselwand dickwandig, rund oder oval, am Urnenrand 2—4 Reihen kleiner
und rot. Spaltöffnungen kryptopor mit engem oder etwas erweitertem Vorhof.
Peristomzähne sehr lang, grünlichgelb, hyalin gesäumt, mit bis 40 inneren
Lamellen. Membran des fast orangefarbenen inneren Peristoms nicht durch-
löchert, von ?/ Zahnhóhe mit trocken zwischen den Zähnen durchtretenden,
schmal lanzettlichen, oval gefensterten, pfriemenfórmig auslaufenden, im Pfriemen-
teil fein geschlitzten und oben mit Anhängseln versehenen Fortsätzen nebst
vollständigen nicht knotigen Wimpern. Sporen 28—40 u, gelbgrün oder satt-
grün und warzig punktiert. Reife im April und Mai. Br. eur. Vol. IV, Tab. 390.
Auf feuchtem Waldboden, in Schluchten und an Grabenrändern, in Erlen-
brüchen, auf Moorboden und an feuchten kieselhaltigen Felsen, jedoch nie auf
Kalk, durch die Ebene und Hügelregion im mittleren Europa bis 850 m häufig,
oft in Massenvegetation, auch in den Pyrenäen verbreitet, in den Alpen dagegen
sehr selten. Auch aus Algier und Nord-Amerika bekannt; wird schon von Dillen
in der Historia musc. von 1741 erwähnt. S. XXI, 5, a und b) Bll., c) Kapsel,
d) unterer, e) oberer Blattquerschnitt; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. sublaeve Milde in niedrigen Rasen mit weit vor der Spitze ver-
schwindender, am Rücken fast glatter Rippe — an Sandsteinfelsen in der Rhön.
Von M. stellare, in dessen Gesellschaft es dahier wächst, durch die länger
zugezpitzten sterilen Sprosse schon habituell leicht zu unterscheiden.
2. Mnium orthorrhynchum Brid. 1817.
M. serratum var. Schwaegr. 1816, Bryum Polla ete. Brid. 1826, Bryum marginatum
B orthorrh. Hartm. 1843. Asirophyllum Lindb. 1879, er serratum v. Hartm. 1849. M. serratum
Penninum De Not. 1838; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 5
Zweihüáusig in meist besonderen 0 "anh die ziemlich dicken, scheiben-
fórmigen d Blüten mit herzfórmigen, zugespitzten inneren Hüllbll. und keuligen
Paraphysen. Dichtere, dunkelgrüne, 2—5 und selbst 7 cm hohe, unten rótliche,
mässig filzige Rasen mit 5kantigen, aufrechten, purpurroten Stengeln und nicht
zahlreichen, aufrechten, oben müssig gekrümmten, dicht beblätterten, oft
unter den d Blüten entspringenden sterilen Sprossen. Bll. aufrecht abstehend,
trocken wellig und gedreht, aus kurz herablaufender Basis eilänglich und
elliptisch, zugespitzt oder. mit Spitzchen, die unteren rötlich, fast ganzrandig
und schmal gesäumt, die oberen mehr verlängert, bis 4,5 mm lang, 2—3 reihig
wulstig, 2—3schichtig rot gesäumt und bis zur Mitte herab 2reihig scharf
gesägt, mit roter, oberwärts am Rücken gezähnter, in dem Spitzchen enden-
der Rippe. Querschnitt der letzteren unten plankonvex, aufwärts bikonvex bis
fast rund, mit medianen Deutern, sternförmiger Begleitergruppe, 2 roten hufeisen-
förmigen Stereidenbündern und ein- bis dreischichtigen, lockeren Rücken- und
Bauchzellen. Blattzellen unregelmässig eckig bis rundlich, kleiner als bei dem
ihm ähnlichen serratum, fast bis zur Basis ziemlich gleichgross, 15—18 u
oder auch bis 25 u, stark verdickt, jedoch nicht getüpfelt, an der Basis
mehr kurz rektangulür. Perichätialbll. lanzettlich-pfriemenfórmig und gezähnt,
die innersten fast ganzrandig und kaum länger als das agen Kapsel
— 180 —
(einzeln) aur 1,5—2,5 cm langer, unten roter, oben gelber und gekrümmter
Seta horizontal bis nickend, länglich ellipsoidisch, gerade und regelmässig,
ziemlich derbwandig, grünlichgelb bis braun; mit kurzem Halse, gelblichem,
aus kegeliger Basis mehr oder weniger gerade geschnübeltem, am Rande
kerbigem Deckel und zweireihigem, lange bleibendem, rotrandigem Ring. Peristom-
zühne gelbgrün, gelb gesäumt, dicht und fein papillös, mit etwa 30 niedrigen,
hier und da verbundenen inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
gelb, von halber Zahnhóhe, an den Seiten der meist geschlitzten Kielfalten
durchlóchert, mit breit gefensterten Fortsützen und knotigen Wimpern,
die unteren Fenster meist vertikal geteilt. Sporen 25— 35 u, gelbgrün
bis bräunlichgrün und feinwarzig punktiert. Reife im Juli und August. Br. eur.
NOL IV; Tab. 391.
In Wäldern auf Kalk und kalkhaltigem, steinigem Boden von der Bergregion
aufwürts hier und da in Europa sowohl, wie auch in Zentralasien, Japan und Nord-
Amerika verbreitet, in den Alpen häufig und daselbst bis 3300 m aufsteigend, im
Norden bis nach Lappland und Spitzbergen vordringend; von Blandow entdeckt.
Nach Bescherelle auch aus Algier bekannt und von Arnell bei Mjelnitsa im
nórdlichen Urwaldgebiet Sibiriens gesammelt. S. XXI, 6, a) Bl, b) Kapsel; gez.
nach von E. Zetterstedt in Norwegen und von P. Culmann bei Kandersteg an
der Gemmi in der Schweiz ges. Expll.
Var. nivale Pfeffer in kleineren, dichten Rasen, mit breiteren, schmüler gesäumten,
fast ganzrandigen BI. — am Piz Gallegione von Pfeffer in 2700 m an Glimmer-
schieferfelsen gesammelt.
3. Mnium inclinatum Lindb. 1867.
yet sinat Lindb. 1879, rt used ian v. incl. Kindb. 1883; cf. Schpr. syn.
ed. IL, S. 488 und Rbh. Kr. FL IV,
Zweihäusig. Habituell an Me Formen von orthorrhynehum erinnernde,
nur 2--3 cm hohe, schlanke Pflanzen mit e grösseren, wulstig rot gesäumten,
zweireihig gesägten, elliptiscl it! itzchen versehenen BII. Perichätialbll.
mehr lineal-spatelförmig oder schmal EEE Blattzellen sehr klein,
nur 14—18 u. Kapsel auf 1,5 cm langer, oben nur in flachem Bogen gekrümmter
Seta aufgerichtet bis geneigt, eilänglich, 2 mm lang, mit allmählich in
die Seta verschmälertem Hals, dünnwandig, rötlichgelb und weitmündig,
mit aus niedrig-kegeliger Basis gerade oder schief zugespitztem Deckel.
Peristomzühne gelb. Membran des inneren Peristoms rötlichbraun, von halber
Zahnhöhe, mit etwas klaffenden Fortsätzen und zarten Wimpern. Sporen bräunlich.
An erdbedeckten Felsen der Alpe Käxa in Russisch-Lappland von S. O. Lindberg
1856 entdeckt (non vidi).
Mnium subinclinatum Philib. (Rev. br. 1895, S. 40 ff.), welches Philibert
1876 in den Seealpen Frankreichs an der Italienischen Grenze gesammelt hat,
besitzt ebenso wie inclinatum keinen geschnübelten, sondern nur einen spitz kegeligen
Deckel, jedoch eine braune, 3—4 mm lange Kapsel, schmälere Blätter und lockereres
. Zellnetz mit Blattzellen von durchschnittlich 25 u (non vidi).
— 181 —
4. Mnium lycopodioides (Hook.) Schwer. 1826.
Bryum Polla lyc. Brid. 1826, Bryum Hook. 1827, Astrophyllum Lindb. 1879, Polla
Brid. 1827, M. orthorrhynchum var. lycop. Husnot. 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 555.
Zweihäusig. An orthorrhynchum sich anschliessende, lockere, dunkel-
grüne, unten rotfilzige, bis 4 cm hohe Rasen mit locker beblätterten Sprossen.
Bll. aufrecht abstehend, trocken verbogen und gedreht, weit herablaufend,
die unteren fast ganzrandig, eiförmig oder elliptisch, aufwärts grösser, die oberen
fast zungenförmig, scharf zugespitzt und mit Spitzchen, bis 5 mm lang, durch
2—3 rotbraune Zellreihen doppelschichtig wulstig gesäumt und fast bis zur
Basis zweireihig scharf gesägt, mit roter, oberwärts am Rücken gezähnter, kurz
stachelspitzig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren wie bei orthor-
rhynchum. Blattzellen unregelmässig eckig bis rundlich, meist 13— 920 u, nur
oben von der Rippe nach dem Rand zu in schrügen Reihen, einzelne mitten
bis 28 u, nach der Basis zu rektangulür, nur mässig verdickt und nicht getüpfelt.
Perichätialbll. schmal lanzettlich, ungesäumt, aber scharf gezähnt, die inneren
‘fast pfriemenfórmig. Kapsel auf 2—3 cm langer, rötlicher, oben gebogener
und verdiekter Seta horizontal bis nickend, aus kürzerem Halse verlängert
ellipsoidisch bis keulig-zylindrisch, etwas gekrümmt, dünnwandig,
grünlichgelb bis braun, mit aus kegelig gewölbter Basis lang abwärts geschnübeltem,
am Rande zackigem Deckel und 2reihigem, lange bleibendem Ring. Peristom-
zühne trüb gelbgrün, undeutlich gesäumt und mit etwa 24 niedrigen inneren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms fast orangefarben, von halber Zahn-
höhe, nicht durchlöchert, mit breit gefensterten Fortsätzen und kaum knotigen
Wimpern. Sporen 16-24 u, bräunlichgelb und feinwarzig papillös. Reife
im Juni und Juli. Br. eur. Vol. IV, Tab. 392.
An feuchten steinigen Abhängen, Wegrändern etc. im bewaldeten Schiefer-
und Urgebirge der Alpen von 400—1500 m ziemlich selten, jedoch auch aus den
Pyrenäen, Finnland, Lappland und Norwegen, dem Himalaja und Zentralasien
bekannt; von Wallich in Ostindien entdeckt und von W. Ph. Schim RP bei
Gastein am Fusse des Gamskaar in Europa 1843 zuerst [vere Häufige
Nepal, Tibet, Ost-Indien und dem Himalaja-Gebirge. S. XXI, 7, a) Habitusbild,
b) Bl, c) Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler in Steiermark ges. Expl.
(comm. Brotherus).
Das ihm nahe stehende Mnium distantifolium Kindb., welches Kindberg
auf dem Dovrefjeld Norwegens ges. hat, non vidi.
5. Mnium riparium Mitt. 1864.
M. serratum v. pei H. Müll. 1864, M. ambiguum H. Müll. 1866 und Astrophyllum
Lindb. i ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 556. Mn. marginatum v. Husn. 1889; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, 788.
a in besonderen d Rasen; die 6 Blüten mit breit elliptischen,
mit Spitzchen versehenen, gesäumten äusseren und viel kleineren, aus verkehrt
eifórmiger Basis lanzettlich zugespitzten, fast ungesäumten, gegen die Spitze
"undeutlich gezühnten inneren Hüllbll., zahlreichen Antheridien und rótlichen,
— 182 —
keulenfórmigen Paraphysen. Lockere, hellgrüne, angefeuchtet blüulichgrüne,
innen rostfarbene, am Grunde nur mässig verfilzte, 9-4 cm hohe Rasen, mit
aufrechten, purpurroten Stengeln und oft zahlreichen, aufrechten, oben etwas
gekrümmten, sterilen grundstündigen Sprossen, im allgemeinen schlanker, weicher
und zarter, als das nahe verwandte serratum. Stammquerschnitt mit gelbem
Zentralstrang, dickwandigem, rotem Grundgewebe und engen Rindenzellen.
Bll. ziemlich dicht gestellt, trocken stärker verschrumpft und verkrümmt als
bei vorigen Arten, kurz herablaufend, oval-lanzettlich oder elliptisch und kurz
zugespitzt, 2,4—3,6 mm lang, durch 1—3 Reihen doppel- oder mehrschichtiger
Zellen rot gesäumt und zweireihig kurz und stumpf gezühnt, mit roter, vor
oder in der Spitze sich auflósender, oben am Rücken gezühnter Rippe.
Querschnitt der letzteren bikonvex, mit medianen Deutern und kleiner Begleiter-
gruppe, sowie 2schichtigen lockeren Bauch- und Rückenzellen; das obere
Stereidenband meist nur angedeutet, das untere mehrschichtig, rot und sichel-
fórmig. Blattzellen weniger unregelmässig, eckig bis rundlich, stark verdickt
und spärlich getüpfelt, klein, 16—20 u, gegen die Rippe abwärts mehr oval-
6seitig, an der Basis kurz rektangulär und bis 25 u. Innere Perichätialbll.
schmal lanzettlich-pfriemenförmig, ungesäumt, aber gezähnt. Kapsel (oft 2 aus
demselben Perichätium) auf 8—15 mm langer, rötlicher Seta derjenigen von
serratum ähnlich. Peristomzähne grünlichgelb, gesäumt und papillös, mit etwa
30 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms sattgelb, von !/, Zahnhöhe,
nicht durchlóchert, mit oval gefensterten bis klaffenden, an der pfriemenfórmigen
Spitze nur ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und knotigen Wimpern.
Sporen 20—32 u, hellbräunlich und fein punktiert (nach Schpr. doppelt grösser
als bei serratum). Reife im Mai.
An Bachufern, Wegrändern ete., in der Bergregion des mittleren Europas
von 500—1300 m, aber auch in England, Norwegen und Schweden, meist in Gesellschaft
von serratum; von Dr. Herm. Müller 1861 bei Paderborn in Westfalen entdeckt.
Nach Brotherus auch aus dem Kaukasus, West-Himalaja und aus Nord-Amerika
bekannt. Von Arnell in einigen Exemplaren im Urwaldgebiet Sibiriens gesammelt.
Ist im Norden mehr durch orthorrhynehum vertreten. S. XXII, 7, a) Bl., b) Habitus-
bild der Ö Pflanze; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt in وش E 18
Norwegen ges. Expl.
6. Mnium Blyttii Br. eur. 1846.
Astrophyllum Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 557.
Zweihäusig; die o Blüten mit fadenfórmigen Paraphysen. Dichte, lebhaft-
grüne, innen rote, dicht rostfilzige, im Wasser blaugrün sich verfürbende,
4—8 em hohe Rasen mit aufrechten Stengeln und Sprossen. Bll. aus schmälerer,
roter, herablaufender Basis oval und kurz zugespitzt, etwas kürzer und breiter
wie bei serratum, mehr denen von stellare ähnlich, die unteren ganzrandig, aufwärts
dichter gestellt und grösser, mehr verlängert, die obersten fast spatelförmig und
zugespitzt, 4 mm lang, durch 1—2 Reihen ein- oder 2schichtiger, verdickter
Zellen rot gesäumt und bis zur Mitte herab ein- oder 2reihig kurz und
. stumpf gezähnt, mit roter, vor oder mit der Spitze endender, am Rücken glatter
— 183 —
Rippe. Querschnitt der letzteren mit nur 2—4, seltener 5 lockeren Bauchzellen,
2—4 medianen Deutern nebst kleiner Begleitergruppe, unterem Stereidenband
und bis 9, meist einschichtigen Rückenzellen. Das obere Stereidenband fehlt.
Blattzellen unregelmässig, eckig bis rundlich, 22—28 u und schwach verdickt,
namentlich in den Ecken etwas kollenehymatisch. Kapsel auf 1,5 em langer
Seta wie bei stellare, dem die Pflanze überhaupt sehr nahe steht. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig und grösstenteils verlängert rektangulär,
am Urnenrand rundlich 4—6 seitig. Peristomzähne | gelbgrün, stumpflich,
gesäumt und mit meist 25 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
fast orangefarben, von halber Zahnhöhe, nicht durchlöchert, mit gefensterten,
am Kiel aufwärts ritzenförmig durchbrochenen, oben plötzlich pfriemenförmig
verschmälerten Fortsätzen und knotigen Wimpern. Sporen 18—24 u, bräunlich-
gelb und fein punktiert. Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 400.
In schattigen Felsspalten auf dem Dovrefjeld in Norwegen von W. Ph. Schimper
1844 entdeckt, sowie von der Kola-Halbinsel, Spitzbergen und Sibirien bekannt,
steril auch am Peterstein im schlesisch-mährischen Gesenke. Wird in Schprs. Syn.
ed. II als mit stellare identisch angesehen, von dem es sich jedoch durch den 1 bis
2 zellreihig gesäumten Blattrand, die ganzrandigen unteren Bll. und dichtere Rasen
unterscheidet. Vielleicht nur nordische Varietät von stellare. S. XXI, 11, Blatt-
querschnitt. Tritt nach Arnell in Sibirien an der Nordgrenze des M. stellare auf
und ist bis in die arktische Region verbreitet. Von A. N. Lindström daselbst
noch in 70° 10’ n. Br. aufgefunden.
Mnium pseudo- Blyttii Am, welches Amann in den Spalten der Gneiss-
felsen des Pischahorns in Graubünden in 2500 m im September 1891 steril
gesammelt hat, soll sich von vorstehender Art durch im Wasser nicht blau werdende,
unten ein-, oben zweizellreihig rötlich gesäumte Bll. unterscheiden. Rbh. Kr.
Fl. IV, 3, S. 788.
7. Mnium serratum Schrad. 1791.
Bryum Schrad. 1794, Bryum marginatum Dicks. 1790, Mnium marginatum Pal. Beauv.
1805, Hypnum marginatum W. & M. 1807, Polla Brid. 1827, Hypnum serratum W. & M.
1803, Astrophyllum marginatum Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 558.
| Zwitterig; Paraphysen zahlreich, lang fadenförmig, zum Teil mit an-
geschwollenen Endzellen. Lockere, 2—4 cm hohe, blass- oder lebhaftgrüne
bis brüunliche, unten mässig rostfilzige Rasen mit einfachen, purpurroten
Stengeln und aufrechten, locker beblütterten Sprossen. Bll. feucht aufrecht
abstehend, trocken kraus, verschrumpft und verbogen, weit herablaufend,
die unteren entfernt, eiförmig oder eilanzettlich und meist ganzrandig, aufwärts
grósser und dichter, jedoch nicht rosettenartig zusammengedrängt, die oberen
aus enger Basis elliptisch verlängert und zugespitzt, 4—5 mm lang, rings durch
2. 5 Reihen verdickter, zwei- bis mehrschichtiger Zellen gelb oder rötlich
wulstig gesüumt und bis über die Mitte herab 2reihig kurz gesägt, mit
roter, vor oder in der Spitze sich auflösender, oben am Rücken glatter Rippe.
Querschnitt der letzteren mit medianen Deutern, sternförmiger Begleitergruppe,
2 gelbroten Stereidenbändern und ein- oder 2schichtigen lockeren Aussenzellen.
— 184 —
Blattzellen unregelmässig eckig bis rundlich, 22—30 u, verdickt und kollen-
chymatisch, jedoch nicht getüpfelt, an der Basis rektangulär. Perichätialbll.
klein, schmal zungenförmig bis lanzettlich, meist ungesäumt und nur an der
Spitze stumpf gezähnt. Kapsel (einzeln) auf 2—3 cm langer, hellrötlicher Seta
horizontal bis nickend, aus sehr kurzem Halse länglich ellipsoidisch, gelblich
und fast rotmündig, ziemlich dünnwandig, mit aus kegelig gewölbter Basis
schief geschnäbeltem, hellgelbem Deckel und 2reihigem, am Deckel hängen
bleibendem Ring, entleert bräunlichgelb. Spaltöffnungen kryptopor mit sehr
engem Vorhof. Peristomzähne gelbbraun, gesäumt und fein papillös, mit bis
30 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms orangefarben, von halber
Zahnhóhe, nicht durchlóchert, mit breit gefensterten, im Pfriementeil geschlitzten
und mit Anhängseln versehenen Fortsätzen und mit knotigen Wimpern. Sporen
rund oder oval, 22—30 u, grünlichgelb und fein punktiert. Reife im April
urd Mai. Br. eur. Vol. IV, Tab. 391.
Auf schattigem, sandigem Waldboden, in Schluchten, an Hohlwegen, Bach-
ufern, Felsspalten etc. von der Ebene bis in die Alpenregion in 2000 m hier und
da in Europa verbreitet und auch aus dem Kaukasus, dem Himalaja, von Sibirien
und Nord-Amerika bekannt. S. XXI, 4, a) Bl, b) Kapsel und VIII, 10, Blatt-
querschnitt; gez. nach bei Darmstadt ges. Expll.
Var. Fillionii Pfeffer in kleineren, blassgrünen Rasen mit kugeliger Kapsel —
in höheren Lagen, von Fillion 1866 in Rhätien entdeckt und von Pfeffer am
Splügen in 1500 m gesammelt;
var. integrifolium Lindb. mit ganzrandigen oder fast ganzrandigen Bll. —
von Holmgren 1842 in Schweden gesammelt;
var. apiculatum Lindb. in kleineren Rasen mit kurzen Bll. und mit kurz
kegeligem, nur mit Spitzchen versehenem Kapseldeckel — von Fristedt 1833 in
Schweden entdeckt.
8. Mnium spinulosum Br. eur. 1846.
M. Grünerii Schpr. Mser.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 559.
Zwitterig mit fadenförmigen, gelblichen Paraphysen und sehr kleinen,
lanzettlichen, gezähnten innersten Hüllbll Dichte, ausgedehnte, 3—4 cm hohe,
sattgrüne Rasen mit einfachen, unten fast blattlosen, filzigen Stengeln und
wenigen aufrechten, grundständigen Sprossen. Bll. unten klein und entfernt,
aufwärts grösser und dichter, die oberen rosettenartig aufrecht abstehend,
trocken anliegend, etwas wellig, aber nicht kraus, aus verschmälerter, herab-
laufender Basis breit verkehrt-eiförmig, 4—5 mm lang, die inneren Schopfbll.
mehr breit spatelförmig und zugespitzt oder mit Spitzchen, rings mehrschichtig
rötlich gesäumt und 2—3reihig gezähnt, mit roter, in der Stachelspitze enden-
der, am Rücken nicht gezähnter Rippe. Querschnitt der letzteren mit medianen,
teilweise geteilten Deutern, einer grossen sternförmigen Begleitergruppe und
2 roten Stereidenbündern etc. aufwärts rund und mit zahlreichen, meist
lschichtigen Bauch- und Rückenzellen. Blattzellen mehr oder weniger rundlich-
6eckig, 22—33 u, gleichmässig verdickt, aber nicht getüpfelt. Perichätialbll.
fast ungesäumt, breit lanzettfórmig und gezühnt. Kapsel (zu 2—6 aus einem
— 15 —
Perichätium) auf 2—3 cm langer, hell rötlichgelber, oben hakig gekrümmter
Seta nickend bis hängend, lang ellipsoidisch, dünnwandig, grünlichgelb mit
orangefarbener Mündung, sowie mit aus hochgewölbter, rotgelber, fast kegeliger
Basis kurz geschnäbeltem Deckel und 2reihig sich abrollendem Ring, entleert
gelb und zuletzt rötlichbraun. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
am Urnenrand mehrere Reihen gelbrot, rundlich-6 seitig und derbwandiger.
Spaltöffnungen kryptopor mit wenig oder kaum verengtem Vorhof. Peristom-
zähne gelblich- bis rötlichbraun, an der papillösen, gelben Spitze gesäumt,
innen mit etwa 30 gleichweit abstehenden Lamellen. Membran des inneren
Peristoms intensiv- bis bräunlichgelb, von fast halber Zahnhöhe, mit je
2—3 Wimpern und trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, breit ge-
fensterten Fortsätzen; das obere und untere der 6—7 Fenster meist vertikal
geteilt. Sporen 16—24 u, hell rostbraun und fein punktiert. Reife im Juni.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 394.
Auf dem Humus der Nadelwaldungen, besonders der Fichten und Tannen in
der Bergregion Mittel- und Süd-Deutschlands von 300— 1200 m, jedoch auch aus
den Pyrenüen, dem Kaukasus und den nórdlichen Teilen von Nord-Amerika be-
kannt; von Dr. Grüner in Mähren entdeckt. S. XXII, 10, a) Bl, b) Kapsel,
c) Habitusbild, d) stürker vergrósserte Blattzellen; gez. nach einem von Dr. Progel
bei Waldmünchen in Bayern ges. Expl.
9. Mnium spinosum (Voit) Schwgr. 1816.
Bryum Voit 1810, M. desti 8 spin. Röhl. 1813, ges: Brid. 1827, M. melanostomum
Brid., Astrophyllum Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr
Zweihäusig mit oft a 6 Rasen; E 6 DRS G Blüten
mit ganzrandigen, herzförmigen, zugespitzten inneren Hüllbll. und keulenförmigen
Paraphysen. Ausgedehnte, lockere, leicht zerfallende, 3—6 cm hohe, nur
am Grunde wurzelfilzige, dunkelgrüne Rasen mit einfachen, schwarzroten, oft
oben geteilten, weit hinauf nur mit schuppenförmigen Niederblättern
besetzten Stengeln und zuweilen flagellenartigen, unter dem Perichätium oder
aus dem Perigonium entspringenden, oben gekrümmten, dicht beblätterten sterilen
Ästen. Laubbll oben schopfig zusammengedrängt, feucht abstehend bis
zurückgebogen, trocken wellig verdreht bis gekräuselt, bis 8 mm lang,
aus herablaufender, schmälerer Basis verkehrt-eiförmig verlängert bis breit
spatelförmig, zugespitzt und mit Spitzchen, rings mehrschichtig rötlich ge-
säumt und 2reihig scharf gezähnt, mit unten roter, aufwärts grüner bis rötlicher,
oben am Rücken gezähnter, in dem Spitzchen austretender Rippe. Querschnitt
der letzteren ähnlich wie bei spinulosum mit doppelschichtigen medianen
Deutern nebst Begleitergruppe, doppelten Stereidenbändern und 2—3 schichtigen
differentiierten Bauch- und Rückenzellen, aufwärts mehr rund. Blattzellen
eckig bis rundlich-6seitig, 22—28 u, oberwärts meist in schiefen Reihen ge-
ordnet, nur 15—25 u und fast 2—3 mal so lang, an der Basis mehr rektangulär,
noch etwas länger und schmäler, verdickt und getüpfelt. Perichätialbll. klein,
fast ungesäumt, aber gezähnt, schmal lanzettlich und lang zugespitzt. Kapsel
— 186 —
(zu 2—7 aus einem Perichätium) auf 2 cm langer, purpurroter Seta horizontal
bis nickend, dick oval, resp. ellipsoidisch, etwas derbwandig, gelbgrün bis
rötlichbraun und rotmündig, mit aus gewölbter Basis kurz und dick geschnäbeltem
Deckel und 2reihig sich abrollendem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand
derbwandiger als bei voriger Art. Spaltöffnungen kryptopor mit weitem Vorhof.
Peristomzähne rotbraun mit orangegelben, papillösen, gesäumten Spitzen und
etwa 30 inneren, niedrigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms orange-
gelb, von halber Zahnhóhe, nicht durchlóchert, mit trocken zwischen den Zähnen
durchtretenden, gefensterten bis klaffenden Fortsätzen und etwas knotigen
Wimpern, Sporen 23—33 u, gelbgrün oder grünlichgelb und fein punktiert.
Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. 1V, Tab. 393
Auf dem Humus der Nadelwaldungen, insbesondere der Fichten und Tannen
in der Bergregion Mittel- und Süd-Deutschlands verbreitet, im Alpengebiet bis zur
oberen Baumgrenze oft in Massenvegetation, seltener in höheren Lagen bis 2500 m;
von W. Voit 1809 in Mittelfranken entdeckt. Seltener in Skandinavien, Finnland
und Britannien, in den Pyrenäen und Nord-ltalien, sowie Zentralasien und Nord-
Amerika. S. XXII, 8, a) Bl, b) Kapsel, c) Habitusbild und VIII, 9, Blattquer-
schnitt; gez. nach in Thüringen und in den Alpen ges. Expll.
Eine var. mierocarpon wurde von Arnell und Lundstróm im Jeniseithale
Sibiriens in 61° n. Br. gesammelt.
B. Serratae Limpr. 1893.
Eumnium Mitt.
Bll. am Rande lreihig gezähnt und 1 schichtig gesäumt. Querschnitt
der Rippe mit mehr bandförmiger Begleitergruppe, nur einem, meist sichel-
förmigen Stereidenbande und im übrigen mit mehr homogenen Zellen.
10. Mnium undulatum (L.) Weis 1770.
M. rn ۵ undulatum L. 1753, Br yum dendroides Neck. 1771, Br. ligulatum
Schreb. 1771, M. neunten Willd. 1787, Hypnum wndatum Schrank. 1789, Polytrichum
undatum Schrank 1792, Bryum Sibth. 1794, Hypnum ligulatum Web. & M. 1803, Polla ligulata
Brid. 1827, Den Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 561.
Zweihäusig; die breit scheibenfórmigen 6 Blüten mit zahlreichen Anthe-
ridien und keulenfórmigen Paraphysen, vermischt mit kleinen Blüttchen. Aus-
gedehnte, lockere, sattgrüne, nur am Grunde filzige Rasen mit baumartigen,
aus niederliegender Basis aufrechten, bis 12 cm hohen Fruchtstengeln, zwischen
deren Schopfbll. zahlreiche peitschenartig niedergebogene, sterile Sprosse
entspringen, und mit langen, kriechenden oder auf- und absteigenden Ausläufern.
Stammquerschnitt mit von einer Schutzscheide umgebenem, rotem Zentralstrang,
falschen Blattspuren und diekwandigen, engen Rindenzellen. Bll. abstehend bis
zurückgebogen, trocken zurückgekrümmt und wellig kraus, herablaufend, mit
kaum verschmälerter Basis, die unteren mehr entfernt, verkehrt eilänglich,
aufwärts grösser und dichter gestellt, die Schopfbll. rosettenartig gehäuft,
— 187 —
verlängert zungenfórmig, meist 9—12 mm lang, die innersten mehr spatel-
zungenfórmig, alle wellig, abgerundet und stumpf mit kurzem Spitzchen,
durch 3—5 Reihen verdiekter Zellen einschichtig gesäumt und rings durch
1—2zellige, einreihige Zähne scharf gesägt, mit in dem Spitzchen endender
Rippe. Querschnitt der letzteren bikonvex, mit sehr lockeren medianen Deutern
nebst sternförmiger Begleitergruppe, rotgelbem, sichel- bis hufeisenförmigem
Stereidenband und mehrschichtigen lockeren Aussenzellen, die nur gegen die
Peripherie etwas enger werden, insbesondere sind die äusseren Bauchzellen
gewöhnlich kleiner und dickwandiger. Blattzellen unregelmässig eckig, sowie
verdickt und kollenchymatisch, und infolge dessen rundlich oder oval erscheinend,
15—30 u und nicht getüpfelt, abwärts gegen die Rippe zu etwas grösser und
mehr 6seitig. Innere Perichätialbll. sehr klein eilanzettlieh. Kapsel (meist
2—10 aus einem Perichätium) auf 2—4 cm langer, roter, oben gelber und
hakig gekrümmter Seta nickend bis hängend, aus kurzem, verkehrt kegelfórmigem
Halse oval oder lang ellipsoidisch, derbwandig, grünlich- oder rötlichgelb bis
rotbraun, mit hochgewölbtem, mit Spitzchen versehenem Deckel und 9 reihigem,
aussen rotem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand infolge der stark ver-
dickten Wände rundlich oder oval, gegen den Urnenrand rötlich. Spalt-
Öffnungen kryptopor und mit mässig verengtem Vorhof. Peristomzähne sehr
lang, gelbgrün, schmal gesäumt, mit sehr papillöser Spitze und bis 50, hier
und da durch Scheidewände verbundenen inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristoms rotgelb, resp. dunkel orangegelb und fein papillós, von
lj, Zahnhóhe, an den Seiten der Kiele durchlöchert, mit breit ge-
fensterten, an der Pfriemenspitze mit Anhängseln versehenen Fortsätzen
und knotigen, papillösen Wimpern. Sporen 22— 35 u, die ovalen selbst
bis 40 u, hell bräunlich und feinwarzig punktiert. Reife im Mai. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 389.
In schattigen Gebüschen, in Wäldern und auf Waldwiesen, auf feuchtem Boden
von der Ebene bis in die obere Bergregion in 1600 m fast überall in Europa mit
Ausnahme der arktischen Region häufig, im Norden nur bis 67° n. Br. aufsteigend,
aber auch aus Tunis, Algier, von den Kanaren und Azoren und aus Japan bekannt.
War schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. S. XXI, 3, a) Bl, b) Kapsel,
c) Habitusbild, d) Blattquerschnitt; gez. nach bei Darmstadt ges. Expll.
Var. cuspidatum Jens. mit mehr allmählich zugespitzten Bl. — von
C. Jensen auf den Faeroer-Inseln gesammelt.
11. Mnium rostratum Schrad. 1791.
Br. serpyllifolium var. Huds. 1762, M. ellipticum Hoffm. 1796, M. longirostre Brid.
1808, Hypnum W. & M. 1803, Bryum longirostre Brid. 1819, Polla Brid. 1827, Astrophyllum
Lindb. 1879, Mnium serpyllif. var. Wahlenb. 1826; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 562.
Zwitterig mit fadenförmigen Paraphysen und lanzettlichen, ungesäumten,
ganzrandigen innersten Hüllbll. ckere, niederliegende, nur 2 cm hohe, satt-
grüne, unten rostrot verfilzte, verworrene Rasen mit aus niederliegender Basis
EEE بو سم gy
— 188 —
aufrechten, einfachen, schopfig beblätterten Fruchtstengeln und zahlreichen
grundständigen, kriechenden, locker 2zeilig beblätterten Stolonen. Untere
Bil. eirundlich, die oberen aus schmaler, kurz herablaufender Basis verkehrt
eiförmig bis breit zungen- und spatelförmig, stumpf abgerundet und mit
kurzem Spitzchen, 3—5 mm lang, feucht abstehend, etwas wellig, trocken
zurückgeschlagen mit zurückgebogenem, krausem Rand, durch 3—5 Reihen
verdickter Zellen einschichtig gesäumt und bis unter die Mitte herab
stumpf einzellig gezähnt, mit kräftiger, am Rücken glatter, in dem Spitzchen
endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit lockeren medianen Deutern,
bandförmiger Begleitergruppe, einem sichelförmigen Stereidenband und meist
vierschichtigen Aussenzellen, die äusseren Bauchzellen kleiner. Blattzellen
rundlich-bis oval-6seitig, stark verdickt und kollenchymatisch, jedoch nicht
getüpfelt, am Saum nur 20—25 u, gegen die Rippe zu grösser, 30—40 u,
abwärts nach der Basis zu länger 6seitig; daselbst zwischen Saum und Rippe
an der Insertion oft nur wenige Reihen verlängert rektangulär, so dass sich
Saum und Rippe fast berühren. Perichätialbll. lanzettförmig, ungesäumt und
ganzrandig. Kapsel (zu 1—6 aus einem Perichätium) auf 2--4 cm langer,
unten roter, oben gelber, bogig gekriimmter Seta horizontal bis nickend,
dick oval, resp. ellipsoidisch, dünnwandig, gelblich und rotmündig, mit lange
bleibender Haube, zweireibigem Ring und aus kegelig gewölbter Basis lang
geschnäbeltem, glattrandigem, bleichgelbem Deckel, entdeckelt unter der
Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapselwand locker und dünn-
wandig, fast regelmässig 5 und 6seitig, am Urnenrand mehrere Reihen etwas
abgeplattet und kleiner. Spaltöffnungen über die ganze Urne zerstreut,
kryptopor mit engem Vorhof. Peristomzähne weniger lang, grünlichgelb, schmal
gesäumt, mit grob papillöser Spitze und etwa 25 inneren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms orangefarben, von halber Zahnhöhe, in der Kielnaht
mit kleinen Löchern, sowie mit breit gefensterten, in der Pfriemenspitze nur
ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und knotigen Wimpern. Sporen
20—28 u, hellgrün und warzig punktiert. Reife im April und Mai. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 395.
An schattigen Felsen und feuchten schattigen Mauern, in Schluchten, auf
feuchtem Waldboden ete. von der Ebene bis in die Alpenthäler in 2100 m allgemein
verbreitet, insbesondere auf Sandboden, in wärmeren wie in kälteren Zonen;
auch aus Kamerun, von dem Kilimandscharo, aus Australien, von Neu-Seeland,
Nord- und Süd-Amerika und Asien bekannt. Wird schon 1741 in der Hist. musc.
von Dillen erwühnt. Von Arnell in der mittleren Waldregion Sibiriens bei
Krasnojarsk und Jeniseisk gesammelt. S. XXI, 1, a und b) Bll, c) Kapsel; gez.
nach von C. Warnstorf in der Mark (Preussen) ges. Expl. Nach Brotherus
ist eine grosse Anzahl ausländischer Arten hiervon nicht spezifisch verschieden,
insbesondere M. Nietneri C. M. aus Ceylon, M. rhynchophorum Hook. aus dem
tropischen Asien, M. ligulatum C. M. aus Bolivia, M. rhynchomitrium CO. M. aus
Brasilien, M. chloroloma C. M. aus Argentinien, M. prorepens C. M. von den
Sandwich-Inseln, M. Novae-Zealandiae Col. aus Neu-Seeland und M. Eckloni C. M.
aus ٠
— 189 —
12. Mnium Drummondii Br. & Sch. 1843.
M. spinosum Hook., Brywm affine Wils. 1841, M. affine var. minus Sull. 1846, Astro-
phyllum Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 563.
Zwitterig, nach Lindberg auch mit dG Pflüinzchen. Habituell an
M. spinulosum erinnernde, dichte, oben firnissglünzende, grüne, innen durch
glatten, roten Wurzelfilz verwebte Rasen mit aufrechten Stengeln und meist
aufrechten, seltener bogig niedergekrümmten Sprossen. Bll. feucht wie trocken
aufrecht abstehend, nicht kraus, die unteren kleiner, breit oval und verkehrt
eifórmig mit zurückgebogenem Spitzchen, die oberen aus weit herablaufender,
enger Basis breit verkehrt eifórmig, zugespitzt und mit Spitzchen, im oberen
Teil zurückgebogen, hohl und flachrandig, die Schopfbll mehr ver-
lüngert verkehrt-eifórmig bis spatelförmig, nach innen schmäler, am Rand
durch 2.—4 Reihen verdickter Zellen lschichtig gelb gesüumt und über der
Mitte mit 1- oder 2zelligen, langen, wimperigen Zühnen besetzt, mit unten
kräftiger, grüner, am Rücken glatter, in dem Spitzchen sich auflösender Rippe.
Querschnitt der letzteren mit medianen Deutern, bandfórmiger Begleitergruppe,
einem hufeisenförmigen unteren Stereidenband, 3schichtigen Bauchzellen und
doppelschichtigen Rückenzellen. Blattzellen regelmässig 5- und 6seitig,
35—50 u, gleichförmig verdickt, weder getüpfelt noch kollenchymatisch, nach
der Basis zu mehr rektangulär-6 seitig. Innere Perichätialbll. kleiner, lanzettlich
und mit auslaufender Rippe. Kapsel (meist 2—3 aus einem Perichätium) auf
1,5—2,5 cm langer, unten roter, oben gelber, hakig gekrümmter Seta hängend,
dick oval, etwas dünnwandig, gelblich und rotmündig, mit stückweise sich ab-
lósendem, aussen rotem, 2zellreihigem Ring und gewölbtem, orangefarbenem,
mit rotem Spitzchen versehenem, am Rande zackig-kerbigem Deckel. Epidermis-
zellen der Kapselwand ziemlich locker und etwas verdickt, unregelmässig oval-
6seitig, am Urnenrand wenige Reihen mehr rundlich-6 seitig, nur die Randreihe
dünnwandig. Spaltöffnungen pseudophaneropor, resp. kryptopor mit
weitem Vorhof, Peristomzühne mässig lang, grünliehgelb bis bräunlich, schmal
gesäumt, stumpflich und mit etwa 25 hohen inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristoms rötlichgelb, von وا Zahnhöhe, nieht durchlöchert, mit
breit gefensterten, an der Pfriemenspitze mit Anhängseln versehenen Fort-
sätzen und mit knotigen oder mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 16—24 u, gelblich und warzig gekörnelt. Reife im Mai.
Auf feuchtem Waldboden oder an morschen Baumstämmen in Russisch-
Finnland, Livland und dem Urwaldgebiet Sibiriens, jedoch auch bei Karlsruhe in
Ober-Schlesien von J. Milde aufgefunden. Wurde zuerst aus Nord-Amerika bekannt.
S. XXII, 9, a) Bl, b) Kapsel, c) Habitusbild, d) stärker vergrósserte Blattzellen;
gez. nach einem von E. Zickendrath bei Zaroslaw in Russland im Mai 1891
ges. Expl. (comm. Brotherus).
13. Mnium cuspidatum (L.) Hedw. 1801.
M. serpyllifolium 8 cuspidatum L. 1753, Bryum Schreb. 1771, Hypnum aciphyllum
W. & M. 1807, Polla Brid. 1897, M. silvaticum Lindb. 1868, Astrophyllum silvaticum Lindb.
1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 564.
acc N و
Zwitterig mit fadenförmigen, langen Paraphysen und breit lanzettlichen,
an der Spitze gezähnten innersten Hüllbll. Mehr oder weniger lockere, aus-
gedehnte, 1—2, seltener bis 4 cm hohe, gelblich- oder lebhaftgrüne, unten
filzig verwebte Rasen mit einfachen, aufrechten, unten mit Niederbll. besetzten
Fruchtstengeln, unterhalb des Schopfes entspringenden, aufrechten, sowie grund-
ständigen, stolonenartig sich niederlegenden, und an der Spitze wieder auf-
steigenden Sprossen nebst Auslüufern. Niederbll. rundlich bis verkehrt-eifórmig, `
ungesäumt und ganzrandig. Stengelbll. aus sehr schmaler, herablaufender
Basis verkehrt-eifórmig, an den Stolonen oft kürzer, mehr rundlich und zu-
gespitzt, die Schopfbll. mehr elliptisch und zugespitzt, resp. stachelspitzig,
5—6 mm lang, am Rand durch 3—5 Reihen verdickter Zellen lschichtig gelb
gesiumt und von der Mitte aufwärts mit 1—2zelligen, scharfen Zähnen be-
setzt, mit kräftiger, brauner, vor oder in der Stachelspitze endender, oben am
Rücken glatter Rippe. Querschnitt der letzteren bikonvex, mit mehreren
medianen Deutern, einer Begleitergruppe und sichelfórmigem unteren Stereiden-
band, sowie 2—3 schichtigen Bauchzellen und doppelschichtigen Rückenzellen;
nur zuweilen ist auch ein oberes Stereidenband angedeutet. Blattzellen klein,
rundlich- oder oval-6seitig. ziemlich gleichmässig, kollenchymatisch verdickt,
oberwärts 15—20 u, nach der Rippe zu und abwärts 22—28 u, an der Basis
nur wenige Reihen mehr rektangulär und getüpfelt. Innere Perichätialbll.
lanzettlich, mit verschwindendem Saum und stumpf gezähnter Spitze. Kapsel
(einzeln) auf 1,5—2,5 cm langer, rötlichgelber, oben bogig oder hakig ge-
krümmter Seta horizontal oder nickend, dick oval oder verkehrt-eiförmig,
2,5 mm lang, grünlichgelb bis gelbbraun, oft zweifarbig, insbesondere nach der
Lichtseite dunkler, mit 3zellreihig stückweise sich ablösendem Ring und ge-
wölbtem, stumpflichem, oft fast halbkugeligem, am Rande kerbigem Deckel
mit oder ohne Warze. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, am
Urnenrand rundlich-6 seitig und nur wenig kleiner. Spaltóffnungen kryptopor
mit engem Vorhof, oft gepaart. Peristomzähne lang, allmählich verschmälert,
grünlichgelb und schmal gesäumt, mit etwa 30 inneren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms rotgelb, von ?/, Zahnhóhe, an den Kielseiten durch-
löchert, mit breit gefensterten, an der Pfriemenspitze mit Anhängseln ver-
sehenen Fortsätzen und knotigen Wimpern. Sporen 22—30 u, grün und warzig
punktiert. Reife im April und Mai. Br. eur. Vol. IV, Tab. 396.
uf schattigem Waldboden, in Gebüschen, an Baumwurzeln, erdbedeckten
Felsen, faulen Baumstümpfen und dergleichen von der Ebene bis in die Bergregion
in 2130 m durch fast ganz Europa häufig, auch in Asien, Afrika und Amerika ver-
breitet; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. ٩ XXI, 2, a) Habitusbild,
b) Peristom und 10, a und b) BlL, c) Kapsel, d) stärker vergrössertes Zellnetz;
gez. nach bei Darmstadt und dahier bei Laubach ges. Expll. Erreicht in Norwegen
107 30 a. Be.
` 14. Mnium medium Br. eur. 1838.
M. affine v em und v. medium Husnot 1889, Astrophyllum Lindb. 1879;
ef. Rbh. Kr Fl. v, Nr. 565
— 191 —
Zwitterig mit zahlreichen langen, fadenförmigen Paraphysen und un-
gesäumten, lanzettlichen inneren Hüllbll. mit stachelig austretender Rippe.
Habituell an kräftige Formen von affine erinnernde, lockere, hellgrüne, 5 und
mehr em hohe Rasen mit aufrechten, dicht rostfilzigen Stengeln und grund-
ständigen, herabgebogenen Sprossen, seltener mit Ausläufern. Bll. herablaufend,
die unteren entfernt, fast rundlich-eiförmig und zugespitzt, die rosettenartig
zusammengedrängten Schopfbll. aus verschmälerter Basis breit elliptisch
und zugespitzt, 6—10 mm lang und halb so breit, durch die herablaufenden
Blattflügel etwas pfeilfórmig, nach innen schmäler, mehr spatelfórmig und
mit stachelartigem Spitzehen, durch 3—5 verdickte Zellreihen breit ein-
schiebtig gesiumt und ringsscharfgesügt, mit vor oder in dem stachelartigen
Spitzchen endender Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei undulatum mit
medianen, mitunter tangential geteilten Deutern nebst grosser Begleitergruppe,
schmalem, sichelförmigem Stereidenband und zahlreichen mehrschichtigen, nach
aussen meist kleiner werdenden Bauch- und Rückenzellen. Blattzellen mitten
in etwas undeutlichen Schrägreihen, rundlich- oder oval-5 und 6eckig, deutlich
kollenchymatisch und getüpfelt, am Rand nur 25 u, gegen die Rippe und.
Basis fast doppelt breiter, etwa 45 u, nur an den herablaufenden Blattflügeln
wieder schmäler, verlüngert-6 seitig bis verlängert rektangulär. Perichütialbll. klein,
schmal lanzettlich, ungesäumt und ganzrandig oder nur stumpf gezähnt und mit aus-
tretender Rippe. Kapsel (meist 2—3 aus demselben Perichätium) auf3—# cm langer,
unten roter, oben gelber, hakig gekrümmter Seta hängend oder nickend, gelbgrün
bis rötliehbraun, rotmündig, aus sehr kurzem Halse dick oval bis fast verkehrt
eifórmig, mit kegeligem, mit Spitzehen versehenem, hellerem, glattrandigem
Deckel und 2zellreihigem Ring. Epiderimiszellen der Kapselwand locker und
gleichmässig schwach verdickt, am Urnenrand etwa 4 Reihen abgeplattet und
querbreit. Peristomzähne sehr lang, hell gelbgrün, schmal gesäumt, oben grob
papillös und innen mit etwa 35 abwärts genäherten Lamellen. Membran des
inneren Peristoms rotgelb und papillös, von !/, Zahnhöhe, nicht durchlöchert,
mit breit oval gefensterten bis klaffenden, in der Pfriemenspitze nicht geschlitzten,
aber mit Anhängseln versehenen Fortsätzen und schwach knotigen, papillösen
Wimpern. Sporen 22—32 u, grünlichgelb und warzig punktiert. Reife im Mai
und Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 398.
n quelligen Sümpfen, Gräben und Bächen, in. Wäldern und Büschen von
der Ebene bis in die Voralpen in 2400 m zerstreut, jedoch nicht auf Kalk; von
Thomas im Wallis und von Funck im Fiehtelgebirge entdeckt. Nach Arnell im
Jeniseithale Sibiriens im nórdlichen Teile des Urwaldgebiets verbreitet, seltener im
subarktischen Gebiet, wohl aber von Spitzbergen, Nord-Amerika, Japan und dem
Binal وا B, XXI, D; a) BL, d and D) Schopf- und ۲ ۱۳۱۱۵۵۱۸۲ Th اوه
Grósse, c) Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler im Bürgerwald bei Leoben
in Steiermark ges. Expl. Unterscheidet sich von affine nicht nur durch den Blüten-
stand, sondern auch schon durch die mehr vorwärts gerichteten, nur 1-2 zelligen
Zähne der Bll. etc. a ne
Var. eurvatulum — Mnium curvatulum (Lindb.) Limpr., mit kürzerer, lángli
zylindrischer, etwas gekrümmter, entdeckelt unter der Mündung verengter, weitmündiger
— 192 —
Kapsel mit flach kegelig gewölbtem Deckel — wurde von Holmgren in Lappland
in mit M. medium gemischten Rasen aufgefunden. S. XX, 7, a) innere Hüllbll.
der Š Blüte, b) Blattspitze, c und d) Kapseln. Letztere sind nur */ş so lang als
die von M. medium und reifen später als die Normalform, auch sind die Bll. der
Varietüt trocken sehr stark gekráuselt. Gez. nach einem Originalexpl. aus dem
Herbare S. O. Lindbergs.
15. Mnium affine Bland. 1804.
Mn. serpyllifolium 8 cuspidatum Tı. ex. p. 1753, M. cuspidatum Neck. 1770, Bryum
polymorphum Neck. 1771, Hypnum cuspidatum Schrank 1789, H. aciphyllum W. & M, 1807,
Brywm Brid. 1819, Bryum aciphyllum Voit 1811. Br. Polla spinosa Brid. 1826, Polla spinosa
Brid. 1827, Polla Brid. 1827, M. uliginosum Brid., Astrophyllum cuspidatum Lindb. 1879;
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 566.
Zweihäusig; die keulenfórmigen Paraphysen der 6 Blüten mit fast
kugeliger Endzelle. Lockere, 5—8 cm hohe Rasen mit aufrechten, weithinauf
rostfilzigen Stengeln und herabgekrümmten, wurzelnden sterilen Sprossen.
Bll. der letzteren eirundlich und mit Spitzchen, die Stengelbll. aufwärts grösser,
oben zu einer Rosette zusammengedrängt, abstehend bis zurückgebogen, trocken
wellig mit zurückgeschlagenem, gekräuseltem Rand, aus schmälerer Basis verkehrt
eifórmig bis fast zungenfórmig, 10 mm lang und halb so breit, die inneren
mehr elliptisch bis fast spatelfórmig und zugespitzt oder mit stachelartigem
Spitzchen, nicht oder nur wenig herablaufend, durch 3—4 Reihen verdickter
Zellen gelb gesäumt und meist durch 2—4 zellige, lange Zähne scharf gesägt,
mit vor oder in der Stachelspitze sich auflósender, am Rücken glatter Rippe.
Querschnitt der letzteren unten plankonvex, aufwärts mehr -bikonvex, mit
medianen Deutern nebst bandartiger Begleitergruppe, an welche sich auf der
Unterseite vereinzelte Stereiden anlehnen, sowie mit mehrschichtigen lockeren
Aussenzellen, von denen die Bauchzellen sich nach aussen verkleinern. Blatt-
zellen in deutlicheren schrügen Reihen, getüpfelt, aber kaum kollenchymatisch,
mehr gleichmässig verdickt, unregelmüssig 6seitig, 20—35 u und meist doppelt
so lang, am Rand rundlich-6 seitig und nur 20—25 u, gegen die Rippe länger
und breiter, nach der Basis zu mehr rektangulär, 20—25 u und bis 4 mal so
lang als breit. Perichätialbll. schmal spatelförmig, undeutlich gesäumt, mit
langen Zähnen und austretender Rippe. Kapsel (1—5 aus demselben Perichätium)
auf 2,5 und selbst 5 cm langer, roter, oben gelblicher Seta hängend, 4 mm
lang, regelmässig oval, resp. dick ellipsoidisch, gelbgrün bis gelbbraun, rot-
mündig, nach der Lichtseite oft dunkler, mit hochgewölbtem, gelbrotem, mit
Warze versehenem, fast glattrandigem Deckel und 2 zellreihigem Ring. Epidermis-
zellen der Kapselwand oft etwas kollenchymatisch verdickt, am Urnenrand bis
4 Reihen abgeplattet. Spaltöffnungen kryptopor mit weitem Vorhof. Peristom-
zähne sehr lang, gelbgrün, schmal gesäumt, oben grob papillós, innen mit
30—40 sehr hohen Lamellen. Membran des inneren Peristoms rotgelb, von
fast halber Zahnhöhe, nicht durchlöchert, mit breit gefensterten, an der Pfriemen-
spitze mit Anhängseln versehenen Fortsätzen und knotigen oder mit kurzen
Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 22— 32, aber auch 25—38 u, bleich
—. 198: —
oder gelblich und fein punktiert. Reife im April und Mai. Br. eur. Vol. IV,
ab. 397
Auf feuchtem Waldboden, auch auf Wiesen und Moorboden durch die Ebene
und Bergregion bis in 1400 m und selbst bis 1970 m fast über den ganzen Erd-
kreis verbreitet; von Blandow 1804 in Mecklenburg entdeckt. Nach Arnell im
Jeniseithale Sibiriens durch das ganze Gebiet häufig und bis in die arktische
Region aufsteigend. Auch auf Spitzbergen und in Grönland nicht selten.
Var. elatum Schpr. ex p. in höheren, meist sterilen Rasen mit schlanken
Stengeln und aufrechten Sprossen — an sumpfigeren Standorten;
var. humile Milde mit kürzeren, länger gezühnten Bll. — in Kiefernwaldungen
bei Karlsruhe;
var. integrifolium Lindb. mit kleineren, dichter beblätterten Stengeln und
ganzrandigen oder fast ganzrandigen Bll. — auf sandigen Wiesen etc.; insbesondere
auch in Spitzbergen und dem arktischen Norwegen.
S. XXI, 8, a) Bl, b) Kapsel, c) Schopfbl. in natürlicher Grösse; gez. nach
von Schpr. in den Vogesen und 8, d) Bl. von var. iniegrifolium nach von mir auf
sandiger Wiese unter Gebüsch in der Nähe des Bot. Gartens bei Darmstadt ges. Expll.
16. Mnium ciliare (Grev.) Lindb. 1878.
M. affine 8 ciliare C. M. 1848; Astrophyllum Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 479.
Zweihüusig. Bildet nach den bald mehr oder weniger herablaufenden
Bll. gleichsam eine Übergangsform von affine zu Seligeri, unterscheidet sich
jedoch von beiden durch die schmälere, meist mit 2 einzelnen Zellen aus-
laufende Blattspitze, die aufwärts gegen die Spitze schmälere Rippe und den
schwächeren, nur 2—3 zellreihigen Saum mit sehr langen, 4—5 zellreihigen,
wimperigen Zähnen.
Von Lindberg 1854 auf feuchtem Sandboden in Schweden und von Brotherus
im Kaukasus gesammelt, jedoch auch von Schimper bereits 1836 in den Vogesen
aufgefunden und als Mnium affine verteilt. S. XX, 9, a) Blattspitze, b) Kapsel;
gez. nach einem von Schpr. 1836 in den Vogesen ges. Expl.
17. Mnium Seligeri Jur. 1869.
M. affine 3 elatum Br. eur. 1838, M. insigne ae plur., Hypnum marginatum Seliger,
Astrophyllum Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Zweihäusig und affine sehr nahe cv Mehr oder weniger lockere,
7-10 em hohe, weiche Rasen mit längs rostfilzigen Stengeln und aufrechten,
locker beblätterten, spitzigen sterilen Sprossen. Bll weit herab-
laufend, am Rand 4reihig gesüumt, mit in der kurzen Spitze austretender
Rippe und nur sehr kurzen, stumpflichen, meist einzelligen Zähnen. latt-
zellen in divergenten Reihen, gleichmässig verdickt, getüpfelt und deutlich
kollenchymatisch, auch meist etwas kleiner wie bei affine. Innere Perichätialbli.
sehr klein, lanzettlich, meist ungesäumt und ganzrandig. Spaltöffnungen am
Hals der Kapsel zahlreich, kryptopor mit verengtem Vorhof. Im übrigen von
affine kaum abweichend. Sporen 20—25 u, bleich und warzig papillós. Reife
im Mai und Juni.
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 13
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س 19% —
In Sümpfen und an Quellen in Wäldern, Wiesen und Torfmooren von der
Ebene bis in die Alpenthäler Europas in 1400 m, mit Ausnahme der Mittelmeer-
länder, häufiger als affine, nur seltener fruchtend. Form der Bll. ähnlich wie bei
medium, XXI, 9, d, jedoch mit dem Zellnetz von affine, 8, a und nur kurzen,
stumpfen Zähnen. S. XX, 8, a) Blattbasis; gez. nach von Forster bei Zürich
und von mir dahier bei Laubach ges. Expll.
18. Mnium rugicum Laurer 1833.
M. affine y rugicum Br. eur. 1838, M. insigne 8 pumilum Lindb. 1868, M. paludosum
Warnst. 1885, Astrophyllum Kindb, 1883; ef. Rbk. Kr. Fl. IV, Nr. 568
Zweihäusig; die 6 Blüten mit keulenförmigen, die و mit fadenförmigen,
goldgelben Paraphysen. Habituell an Cinelidium stygium erinnernde, bis 10 cm
hohe, ziemlich dichte, schwärzliche Rasen mit aufrechten, schwarzbraun filzigen
Stengeln und aufrechten, entfernt beblätterten, gegen die Spitze gelbgrünen
Sprossen. Sprossbll. entfernt, fast kreisrund, oft etwas ausgerandet und mit
Spitzchen. Stengelbll. entfernt, abstehend, kurz herablaufend, hohl, breit
oval, die Schopfbll. etwas länger oval, abgerundet und mit kurzem Spitzchen,
4—6 mm lang und mindestens halb so breit, 3—4reihig einschichtig gesäumt
und ganzrandig, nur ausnahmsweise gegen die Spitze mit vereinzelten stumpfen
Zähnen, aber mit vor oder in der Spitze sich auflösender Rippe. Querschnitt
der letzteren mit lockeren medianen Deutern, flacher, an 6 Deuter sich an-
lehnende Begleitergruppe, sichelförmigem Stereidenband und mehrschichtigen
Aussenzellen; die äusseren Bauchzellen kleiner und mehr verdickt. Blattzellen
nicht oder kaum kollenchymatisch, am Saum 25—35 u, gegen die Rippe
35—40 u, nur wenig verdickt und in divergierenden Reihen. Innere Perichätialbll.
lanzettlich mit lang austretender Rippe. Kapsel (zu 1—2) auf 4 cm langer,
dünner, unten roter, oben gelblicher Seta geneigt bis nickend, oval, dünnwandig,
blass gelblich, rotmündig mit stumpfem, kurz kegeligem, mit winziger Papille
versehenem, fast glattrandigem, gelbrotem Deckel und 2zellreihigem Ring.
Peristomzähne-grünlichgelb, nur an der dünnen Spitze gesäumt, fein papillös
und mit etwa 40 gleichweiten inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
orangefarben, niedrig, von kaum !/, Zahnhóhe, in der Kielnaht geschlitzt,
mit oval gefensterten bis klaffenden, in der Pfriemenspitze nur ritzenfórmig
durchbrochenen Fortsützen und kaum knotigen Wimpern. Sporen 20—30 u, hell
bräunlichgrün oder bräunlichgelb und warzig gekórnelt. Reife Ende Mai.
An den Ufern des Hertha-Sees auf der Insel Rügen von Professor Laurer
in Gesellschaft von affine zuerst entdeckt, auch am Molechow-See bei Neuruppin
im Mai 1882 von C. Warnstorf mit Früchten gesammelt. S. VIII, 11, a) Bl.
b) desgl in natürlicher Grósse, c) Peristom, d und e) Kapseln; gez. nach einem
von C. Warnstorf an dem vorerwühnten Standort ges. Expl.
C. Integerrimae Limpr. 1893.
Rhizomnion Mitt.
| Bll. meist ganzrandig, gesäumt oder ungesäumt. Querschnitt der Rippe
ohne Stereiden, nur mit einer zentralen Gruppe kleiner dünnwandiger Zellen
— 15 —
(Begleitergruppe), die von lockeren, ziemlich homogenen grösseren Zellen rings
umgeben sind.
19. Mnium stellare Reich. 1778.
Bryum Sehrad. 1796, Hypnum W.& M. 1807, Polla Brid. 7, Astrophyllum Lindb.
1879; ef. Rbh. Kr. FI, IV, Nr. 569.
Zweihäusig mit besonderen 0 Rasen; die Paraphysen der scheiben-
fórmigen c Blüten keulenfórmig mit kugeliger Endzelle. Habituell an M. serratum
erinnernde, 2—6 cm hohe, dunkelgrüne, im Wasser blaugrün sich verfürbende,
innen durch bräunlichen Wurzelfilz verwebte, ziemlich dichte, oft ausgedehnte
Rasen mit aufrechten, locker beblätterten Stengeln und aufrechten, grundständigen,
oben oft etwas gekrümmten sterilen Sprossen. Bll. aufrecht abstehend, trocken
wellig und etwas gedreht, aufwärts grösser, meist 3 mm lang, aus kurz
herablaufender Basis breit elliptisch bis elliptiseh verlüngert und scharf zugespitzt,
meist bis zur Mitte herab mit kurzen stumpfen Zühnen, ungesüumt, nur
hier und da mit einzelnen gestreckten Zellen am einschichtigen Rand, und mit
dünner, im Alter rótlicher, am Rücken glatter, weit vor der Spitze endender
Rippe. Querschnitt der letzteren nur mit zentrierter Begleitergruppe,
im übrigen mehr homogen, oberseits 3-, unterseits 9-schichtig. Blattzellen fast
durchaus unregelmüssig rundlich-mehreckig, 20— 30 u, etwas verdickt, nicht
getüpfelt, jedoch kollenchymatisch, auch an der Basis nur kurz rektangulür-
6seitig. Perichätialbll. lineal-spatelfórmig mit Spitzchen. Kapsel (einzeln) auf
1,5—3,5 em langer, roter oder rótlichbrauner Seta horizontal bis fast nickend,
etwas ungleich ellipsoidisch bis verkehrt eifórmig, nach dem Hals zu meist
etwas gekrümmt, kurzhalsig, anfangs olivengrün, an Hals und Mündung
sich gelb verfärbend, mit hoch gewólbtem, stumpfem Deckel ohne Papille
und 1—2 reihig sich abrollendem Ring, entleert zuletzt dunkelbraun. Epidermis-
zellen der Kapselwand etwas dünnwandig, am Urnenrand mehrere Reihen
kleiner, abgeplattet oder rundlich-6 seitig, gelbrot und diekwandiger. Spalt-
öffnungen kryptopor mit engem Vorhof. Peristomzähne gelbgrün, später rostbraun,
gesäumt und mit über 30 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
sattgelb, von °/, Zahnhóhe, nicht durchlóchert, mit knotigen Wimpern und
gefensterten Fortsätzen, deren Fenster oft vertikal geteilt sind. Sporen
22—30 u, grünlichgelb oder gelbgrün und fein punktiert. Reife im Mai und
Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 401. »
Auf feuchtem, schattigem, sandig-lehmigem Waldboden, an Baumstümpfen
und in Felsspalten von der Ebene durch die Bergregion in 1500 m häufig und
fast über die ganze nórdliche Halbkugel verbreitet, in Norwegen bis 70? 25' auf-
steigend; von Reichard bei Frankfurt a. M. 1788 entdeckt, wird jedoch auch
schon von Dillen in der Hist. musc. von 1741 erwähnt. Erreicht im Jenisei-
thale Sibiriens nach Arnell nur den 64." nórdlicher Breite. Var. densum Gravet,
larum und obscurum Warnst. werden von Limpr. mehr als Formen betrachtet.
S. VIII, 8, a) Habitusbild, b) Kapselring, c) Peristom, d) Blattquerschnitte, sowie
XXII, 4, a) Bl, b) Kapsel; gez. naeh dahier bei Laubach ges. — :
— 196 —
20. Mnium hymenophylloides Hüben. 1833.
Bryum Hartm. 1838, Astrophyllum Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 570.
Zweihäusig; die o Blüten mit fadenfórmigen Paraphysen und fast linealen,
schmalen, scharf zugespitzten inneren Hüllbll., die & unbekannt. Ziemlich dichte,
lebhaftgrüne, etwas glänzende, innen hellbraune, 6—7 cm hohe, nur mässig
filzige Rasen mit dünnen, dunkelbraunen, brüchigen, aufrechten Stengeln und
grundständigen, etwas zweizeilig beblätterten, aufrechten sterilen Sprossen.
Stammquerschnitt 5 kantig, mit kleinem Zentralstrang und falschen Blattspuren
im lockeren Grundgewebe. Bil. aufrecht abstehend, trocken nur etwas wellig,
derb, hohl und kaum herablaufend, ganzrandig, die unteren fast kreisförmig
und mit kleinem stumpflichen Spitzchen, die oberen aus sehr schmaler
Basis mehr oval, breit elliptisch und mit Spitzchen, am Rande. durch
2 Reihen einschichtiger, nur wenig verdickter Zellen gesäumt, mit an der
Basis verbreiterter, meist dicht vor der Spitze endender und fast die ganze
Basis einnehmender Rippe. Querschnitt der letzteren bikonvex, fast homogen
mit zentraler Begleitergruppe; im kräftigeren Teil ist die zentrale Begleiter-
gruppe beiderseits von je 2—3 Reihen lockerer, dickwandiger Zellen eingeschlossen,
von denen die beiden inneren unteren Reihen stärker verdickt, mehr substereid
bis fast stereid sind und dadurch gleichsam ein unteres Stereidenband bilden,
so dass sich der Querschnitt mehr demjenigen von M. Blyttii anschliesst.
Blattzellen ziemlich regelmässig rundlich-5 und 6seitig, am Saum 22 u und
mehr, gegen die Rippe 32 u, verdickt, getüpfelt und kollenchymatisch. Kapsel
nach Hübener auf 1,5—2,5 cm langer Seta hängend, länglich-eiförmig, mit
gewölbtem, purpurrotem, mit schwarzem Wärzchen versehenem Deckel. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 399.
Auf feuchter Erde, in Felsspalten und Höhlungen im Alpengebiete, besonders
auf Kalk; von Hübener 1828 bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen
entdeckt, jedoch auch in der Schweiz, Steiermark, Tirol und Kürnthen iu 700— 2200 m.
Von Arnell im nördlichen Urwaldgebiet des Jeniseithales und von J. Sahlberg
am N. Tunguska in Sibirien auf Kalk gesammelt. Seltener in den nördlichen
Teilen von Nord-Amerika. S. XXII, 3, a) unteres Bl, b) Schopfbl, c) stärker
vergróssertes Zellnetz, d) Blattquerschnitt; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt
bei Kongsvold in Norwegen ges. Expl.
21. Mnium cinclidioides (Blytt) Hüben. 1833.
Bryum Blytt 1835, Astrophyllum Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 571.
Zweihäusig; die 6 Blüte mit keulenförmigen, die و mit längeren faden-
fórmigen Paraphysen. Sehr lockere, lebhaft grüne, glänzende, 10—15 cm hohe,
steril oft doppelt so hohe Rasen, mit aufrechten, schwarzbraun oder rostfilzigen
Stengeln und grossblätterigen, aufrechten sterilen Sprossen. Stammquerschnitt mit
sternfórmigen falschen Blattspuren. Bil. schlaff abstehend, trocken wellig, nicht
herablaufend, ungesäumt oder durch 1—3 Reihen تا nicht verdickter
Zellen scheinbar gesäumt, ganzrandig, zuweilen oben mit einigen undeutlichen,
stumpfen Zähnen, die unteren breit oval und abgerundet, mit sehr kleinem
— 19 —
Spitzchen, aufwärts allmählich grösser, aus enger Basis oval oder elliptisch,
abgerundet oder ibn: رن مب m MC ohne Spitzchen, die rosettenartigen
Schopfbll. breit ig oder verl ilänglich, meist 9 mm lang, ebenfalls aus-
gerandet oder mit Spitzchen, alle mitvorderSpitzeendender, abwärts erweiterter,
oft mehr als die halbe Basis ویب ps Querschnitt der letzteren
bikonvex, ziemlich homogen, nur mit di örmiger innerer Begleiter-
gruppe und auf beiden Seiten derselben 3— 5 schichtig. Äussere Perichütialbll.
spatelförmig, die inneren klein und lanzettlich. Blattzellen von der Rippe nach
dem Rand zu in deutlich schräg aufsteigenden Reihen, verlängert rhombisch
bis 6seitig, mitten 25—30 u und 3—5 mal so lang, gegen die Rippe abwürts
etwas breiter, aufwärts und gegen den Rand allmählich kleiner, schwach verdickt
und getüpfelt, aber nicht kollenchymatisch. Kapsel (zuweilen zwei aus einem
Perichätium) auf 5—8 cm langer, dünner, unten dunklerer, oben rötlicher,
hakig gekrümmter und verdickter Seta hängend, aus kurzem Halse dick oval,
gelblichbraun und rotmündig, mit 2zellreihigem Ring und aus gewölbter
Basis kegelig zugespitztem oder mit Spitzchen versehenem Deckel, entleert
kurz eiförmig und gestutzt. Epidermiszellen der Kapselwand locker und dünn-
wandig, am Urnenrand mehrere Reihen (etwa 6) abgeplattet, gelbrot und dick-
wandiger. Spaltöffnungen kryptopor mit mässig verengtem Vorhof. Peristomzähne
dunkel gelbbraun bis schwarzbraun, unten scheinbar perforiert und mit über
30 etwas doppelbogigen, nach dem Typus von Hemisynapsiwm gebauten inneren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms brüunlich orangegelb, von ولا Zahn-
hóhe, hier und da durchlóchert, sehr papillós, mit trocken zwischen den Zühnen
durchtretenden, klaffenden Fortsätzen und knotigen, papillósen Wimpern. Sporen
26—36 u, oder auch 36—42 u, grünlich oder hellbrüunlieh und warzig punktiert.
Reife im Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 402.
In Sümpfen, auf nassen Wiesen, in Torfmooren, an den Ufern der Seen und
Flüsse von der Ebene bis in die Alpenregion in 2100 m zerstreut, in Europa wie
in Nord-Amerika, jedoch nur im Norden fruchtend; von Blytt in Norwegen entdeckt.
Nach Arnell im Jeniseithale Sibiriens in den nördlichen Nadelwäldern häufig und
bis in die arktische Region aufsteigend. S. XXII, 2, a) Bl, b) Kapsel, c) ver
vergróssertes Zellnetz; gez. nach von Schultze im Riesengebirge und von H. W. Arnell
in Angermanland in Schweden ges. Expll. Durch die im unteren Teile der ionini
und Äste verbleichenden, nicht rötlichen, zuletzt schwärzlichen Bll. von der folgenden
Art leicht zu unterscheiden.
22. Mnium punetatum (L.) Hedw. 1782.
serpyllifolium a punctatum L. 1753, Mn. serpyllifolium Neck. 1770, a
موم Neck. 1771, Bryum Schreb. 1771, سوه Schrank 1789, Polla Brid.
Astrophyllum Lindb. Pius ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Zweihäusig; die scheibenrórmigen ð ae mit keulenförmigen Paraphysen.
Lockere, meist 2—4, seltener bis 10 cm hohe, sattgrüne oder schwärzlichgrüne,
unten rötliche Rasen mit kräftigen, weit hinauf dunkel braunfilzigen Stengeln
und zahlreichen aufrechten, sterilen Sprossen, resp. Asten. Stammquerschnitt
mit sternförmigen falschen Blattspuren. Bll. locker abstehend bis zurückgebogen,
=
— 198 —
trocken wellig bis kraus, nicht herablaufend, die unteren entfernt, aus sehr
enger Basis fast kreisrund oder verkehrt-eirundlich, aufwärts grösser, oben
eine 4—6 blütterige Rosette bildend, aus schmaler, von der Rippe aus-
gefüllter Basis verkehrt eispatelfórmig, oft 8—11 mm lang und über halb so
breit, abgerundet oder ausgerandet und mit sehr kurzem Spitzchen, rings durch
2—4 Reihen verdickter, mehrschichtiger Zellen rótlichbraun wulstig
gesäumt, mit in das Spitzchen eintretender oder kurz vor demselben sich
auflösender Rippe. Querschnitt der letzteren bikonvex und ziemlich homogen,
jedoch mit differentiierter, zentraler Begleitergruppe. auch die beiden äusseren
Reihen der Bauch- und Rückenzellen dickwandiger als die beiden inneren, die
Begleitergruppe einschliessenden Reihen. Blattzellen in divergenten Reihen,
neben dem Saum nur 20—25 u, meist rundlich-6 seitig, nach der Rippe zu viel
grösser, mehr oval-6seitig und selbst 40—50 u, gleichförmig verdickt und
kollenchymatisch, jedoch nicht getüpfelt. Innerste Perichütialbll. fast kleiner
als das Scheidchen, dreieckig-lanzettlich und ungesäumt. Kapsel (meist einzeln,
seltener zu 2 aus einem Perichütium) auf 2—4 em langer, gelbroter, oben
bogig gekrümmter Seta horizontal bis nickend, zuweilen nur geneigt, meist
regelmässig ellipsoidisch, seltener etwas hochrückig oder schiefmündig, etwas
dünnwandig, gelblichgrün und rotmündig, mit rótlichgelbem, aus kurz kegeliger
Basis geschnübeltem, rotrandigem Deckel und 1—3reihigem Ring, entdeckelt
etwa 3—4 mm lang und fast 2 mm breit, entleert zuletzt brüunlichgelb oder
rótlichbraun. Epidermiszellen der Kapselwand rundlich-5 und 6 seitig, rings
stark verdickt, am Urnenrand nur wenige Reihen kleiner und gelbrot. Spalt-
óffnungen kryptopor mit engem Vorhof. Peristomzähne gelblich oder grünlich-
gelb, gesäumt, papillös und mit über 30 inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristom gelb, von halber Zahnhöhe, nicht durchlóchert, mit geschlitzten
bis klaffenden Fortsätzen und knotigen Wimpern. Sporen 28— 38 u, bräunlich-
gelb und fein punktiert. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. IV, Tab. 387.
Auf der Erde oder über Steinen, namentlich an Hohlwegen und in Schluchten
der Waldungen, auch auf sumpfigen Wiesen, an feuchten Felsen, Quellen und Bächen
von der Ebene bis in die Alpen in 1500 m über die ganze nördliche Halbkugel
der Erde verbreitet, jedoch nicht auf Kalk; von Dillen schon 1718 am Hangenstein
bei Giessen gesammelt. Von Arnell noch im südlichen Teile des Urwaldgebiets
im Jeniseithale Sibiriens 1876 aufgefunden. S. XXII, 2 a und b) Bll., c) Kapsel,
d) Habitusbild; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expl
Var. elatum Schpr. in dichteren, grösseren, ER an M, einclidioides
erinnernden, 10 cm hohen Rasen mit dicht rostfilzigen Stengeln und grösseren
Bll. — in den Sümpfen höherer Gebirge bis in 2200 m, seltener in der Ebene.
Durch die im Alter rötlichen, nie bleichen Bll. von einelidioides leicht zu unterscheiden.
23. Mnium subglobosum Br. eur. 1846.
M. pseudopunctatum Br. & Sch. 1843, Bryum mnioides Wils. 1844, M. punct. var.
subgl. Hue, Astrophyllum pseudopunetatum Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 573.
Zwitterig mit zum Teil keulenfórmigen سنوی بط Habituell an eine
. kleine, zarte Sumpfform von punctatum erinnernde, lockere, zuweilen bis über
10 cm tiefe, dunkelgrüne, innen rötliche, braun- bis schwarzrot-filzige Rasen.
— 199 —
Bll. sehr entfernt, nur au der Spitze der Stengel wenige zu einem lockeren
Schopfe vereint, alle abstehend, trocken wellig, kurz herablaufend, aus schmaler
Basis verkehrt eirund, abgerundet bis ausgerandet, ohne Spitzchen, durch
1—3 Reihen verdickter, 1- oder 2schichtiger Zellen schmal gelb gesäumt,
mit weder an der Basis noch an der Spitze verbreitertem, sondern eher ver-
schmälertem Saum, und schwächerer, vor der Spitze endender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren fast homogen, jedoch mit armzelliger zentrierter Begleiter-
gruppe. Zellnetz demjenigen von punctatum ähnlich, nur lockerer, auch am
Rand neben dem Saum schon 25—35 u, weniger verdickt, kaum kollenchymatisch
und nur undeutlich in divergenten Reihen. Perichütialbll klein, zungen- bis
spatelfórmig. Kapsel (1—2 aus einem Perichätium) auf 3—5 cm langer, roter,
oben bogig gekrümmter Seta nickend, aus kurzem, dünnem, rötlichem Halse
klein oval, verkehrt-eiförmig bis fast kugelig-oval, dünnwandig, rotmündig,
grünlichgelb bis hellbraun, mit lang kegelig zugespitztem, resp. kurz und
gerade geschnäbeltem Deckel und 2zellreihigem Ring. Epidermiszellen der
Kapselwand dickwandig, rundlich oder oval 5- und 6seitig, am Urnenrand
mehrere Reihen kleiner und gelbrot, Peristomzähne weniger lang als bei
voriger Art, gelbbraun bis rotbraun, über der Mitte rasch pfriemenförmig und
längsstreifig papillös, innen mit etwa 20 Lamellen. Membran des inneren
Peristoms orangegelb, von ولا Zahnhöhe, nicht durchlóchert, mit ritzenförmig
durchbrochenen, später klaffenden Fortsätzen und oft unvollständigen Wimpern.
Sporen 32—48 u, gelbgrün und warzig. Reife im April und Mai. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 388.
In Sümpfen und auf torfigem Waldboden von der Ebene bis in die Alpenregion
in 2270 m im mittleren und nördlichen Europa zerstreut, von Blytt auf dem
Dovrefjeld in Norwegen und von Hampe auf dem Harz entdeckt. Auch aus
Canada und dem Felsengebirge in Nord-Amerika bekannt. Nach Arnell in den
Nadelwäldern Sibiriens im nördlichen Urwaldgebiet des Jeniseithales häufig und bis
in die arktische Region aufsteigend. S. XXII, 6, a) Bl., b) Kapsel; gez. nach
von N. C. Kindberg bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen und von
mir neben Sphagnum Girgensohnii unter Fichten auf der Breungeshainer Heide
im Vogelsberg ges. Expll.
2. Gatt. Cinclidium") Swartz 1801.
An die in Sümpfen wachsenden Mnia sich habituell anschliessende, tief-
rasige Sumpfmoose mit dicht filzigen, aufrechten, einfachen oder durch unter
der Spitze entspringende, aufrechte, sterile Sprosse verüstelten Stengeln.
Bll. meist entfernt und locker, nur am Schopfe eine armblätterige Rosette
bildend, aus enger Basis verkehrt-eifórmig oder elliptisch, ganzrandig und
durch dickwandige Zellen rötlich gesäumt, mit vor oder in der Spitze enden-
der Rippe. Querschnitt der letzteren wie bei den Serratae voriger Gattung,
mit einem unteren Stereidenband. Blüten zwitterig oder zweihäusig, die 6
scheibenförmig. Haube klein und hinfällig, schmal kegelig und an der Basis
1) Von سره Gitter, wegen des inneren Peristoms.
— 200 —
ein- bis mehrfach geschlitzt, glatt, rötlichbraun mit dunklerer Spitze, und nicht
über den Deckel herabreichend. Kapsel auf verlängerter Seta meist hängend,
aus dickerem, deutlicher abgesetztem Halse oval bis fast kugelig, mit nicht
geschnübeltem Deckel und nicht differentiiertem, nur aus abgeplatteten Zellen
gebildetem, stückweise sich ablósendem Ring. Spaltóffnungen am Halse kryptopor
oder pseudo-phaneropor. Peristom doppelt, beide tief inseriert, aber ungleich
lang. Die Zähne des äusseren Peristoms kurz und gestutzt, gelblich,
mit gerader Dorsallinie und normalen inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristoms niedrig, orangefarben und zuweilen durchlóchert, mit
16 schmalen Fortsützen, welche oben über den Zähnen zu einer dieselben
überragenden, faltigen, an der Spitze meist durchbrochenen Kuppel
verbunden sind. Sporen gross.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung sind keine weiter bekannt, ausser
etwa C. Macounii Kdb. aus dem Felsengebirge Nord-Amerikas, das sich jedoch von
C. stygium nicht wesentlich unterscheiden soll.
1. Cinclidium stygium Sw. 1801.
Meesea Brid. 1803, Amblyodon Pal. Beauv. 1805, Mnium Br. eur. 1838; cf. Rbh. Kr.
F1. IV, Nr. 574.
Zwitterig; Blüten scheibenförmig mit fast fadenförmigen, goldbräunlichen
Paraphysen und aus eiförmiger oder verkehrt-eiförmiger Basis plötzlich schmal
lanzettlichen, stachelspitzig auslaufenden, ungesäumten oder fast ungesäumten
Hüllbll., sowie mit zahlreichen gelblichen Antheridien und rötlichen Archegonien.
Lockere, 10 und mehr cm tiefe, bräunlichgrüne bis rötliehbraune oder schwärzliche,
weit hinauf rostbraun oder schwärzlich verfilzte Rasen mit aufrechten, einfachen,
oder durch kleiner beblätterte sterile Sprosse verästelten Stengeln. Bll. ab-
stehend oder zurückgebogen, oben hohl, trocken wellig kraus, die unteren ent-
fernt, rundlich eiförmig und stumpf, auch die Sprossbll. verkehrt eiförmig
und stumpf, die oberen Stengelbll. dagegen aus sehr enger, nicht herab-
laufender, mehrere Zellreihen hoher, fast stielartiger Basis plötzlich breit
eiförmig oder elliptisch und fast stachelig zugespitzt, durch 3—5 Reihen
verdickter Zellen 1 schichtig braunrot gesäumt und ganzrandig, mit vor
oder in dem Spitzchen endender, bräunlicher Rippe. Querschnitt der letzteren
demjenigen der Mnia serrata ähnlich, aufwärts rundlich bikonvex, mit lockeren,
undeutlichen medianen Deutern nebst einer Begleitergruppe, die von einem
hufeisenförmigen Bande substereider bis stereider Zellen getragen wird und
mit meist doppelschichtigen lockeren Aussenzellen; abwärts fast plankonvex
und mehr homogen. Blattzellen in deutlichen divergenten Reihen, verdickt
und getüpfelt, meist etwas verlängert 4—6 seitig, oben etwa 20—25 u und fast
2—3 mal so lang, mitten durchschnittlich 30—35 u, nach dem Rand zu kürzer
und enger, auch nahe der Insertion schmäler, aber viel länger. Perichätialbll.
spatelförmig, die inneren viel kleiner, mehr lanzettlich, ungesäumt und ganz-
randig oder hier und da gezähnt. Kapsel auf bis 8 cm langer, gelbroter, oben
verdickter, hakig gekrümmter Seta hüngend, aus angeschwollenem Halse von
پل Urnenlänge dick oval, dünnwandig, gelblichgrün und wie bereift, mit halb-
— 201 —
kugeligem, stumpfem oder mit kurzem Spitzchen versehenem, glattrandigem
Deckel und abgeplattetem, stückweise sich ablösendem, 2zellreihigem Ring,
mit Deckel 3—4 mm lang und 1,5—2 mm dick, entleert rostgelb mit orange-
farbenem Hals. Spaltöffnungen am Hals kryptopor mit nur wenig verengtem
Vorhof. Peristomzähne grünlichgelb, kurz und: breit, nach oben nur wenig
verschmälert und gestutzt, fein punktiert, mit oberwärts ausgefressenen Seiten-
rändern und etwa 12 inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms
gelbrot, von halber Zahnhöhe, mit schmalen, oben zu einer die Zähne weit
überragenden Kuppel vereinten Fortsätzen. Kuppel mit vereinzelten Löchern
und kleiner Scheitelöffnung. Sporen ungleich gross, teils nur 20 u, die meisten
jedoch 40—50 und selbst 45—65 u, gelbgrün und gekörnelt. Reife im Juni
und Juli. Br. eur. Vol. IV, Tab. 385.
In tiefen Sümpfen von der Ebene bis in die Alpenregion in 2500 m durch
Europa zerstreut, von der gemässigten bis in die arktische Zone; von Olaf Swartz
bei Upsala in Schweden entdeckt. Häufiger im Norden, in Norwegen und Schweden,
und auch aus den nördlichen Teilen Nord-Amerikas und von Kamtschatka bekannt.
S. XXIII, 9, a) Bl, b) Kapsel, c) Peristom, d) Habitusbild, e und f) Blattquer-
schnitte, sowie XXVII, 16 Peristom vergróssert, links inneres Peristom mit einem
Teil der Kuppel, rechts äusseres, resp. Peristomzühne; gez. nach einem von R. Ruthe
bei Bärwalde in der Mark (Preussen) ges. Expl.
2. Cinclidium subrotundum Lindb. 1867.
ef. Rbh. Kr. FL IV, 2, 8.49.
Zwitterig, mit zahlreichen faden- und keulenförmigen Paraphysen. Etwas
kleinere, nur 6—9 cm tiefe, schwarz verfilzte Rasen mit einfachen Stengeln
und zuweilen etwas niedergebogenen, am Ende verdünnten Sprossen. Bll.
entfernt und abstehend, nur die oberen grünlich, die übrigen mehr schwärzlich,
aus kurzer, nicht herablaufender, sehr enger Basis rundlich, jedoch oben
abgerundet oder ausgerandet und mit winzigem Spitzchen, fast ver-
kehrt herzförmig, durch 2 Reihen verdickter Zellen meist doppelschichtig
rot gesäumt, mit von der Mitte abwärts etwas umgebogenem Rand und in oder
dicht vor dem Spitzchen sich auflösender Rippe. Querschnitt der letzteren
ähnlich wie bei C. stygium. Blattzellen nur schwach getüpfelt, in divergenten
Reihen aufsteigend, sonst wie bei voriger Art, höchstens etwas weiter, am
Saum rundlich 4—6 seitig, 18-95 u, gegen die Rippe 30—40 u und bis doppelt
so lang. Kapsel auf 2—4 em langer, oben kurz bogig gekrümmter Seta nickend
bis hängend, klein, nur 2 mm lang, aus kurzem, gekrümmtem Halse rundlich-
oval und kleinmündig, rötlichgelb und rotmündig, mit hochgewölbtem, meist
mit kurzem Spitzchen versehenem Deckel und wenigen pseudo-phaneroporen
Spaltöffnungen am Halse. Peristomzähne gelblich, etwas länger und schmäler
als bei stygium. Membran des inneren Peristoms gelb, von '/, Zahnhöhe, mit
langen und schmalen, mit unregelmässigen Anhängseln versehenen, rotgelben
Fortsätzen, deren gitterig durchbrochene-Kuppel mit dem Deckel leicht abfällt.
Sporen grün, sonst wie bei C. stygium, meist 30—55 u und warzig gekörnelt.
Reife im August.
EN DEE
— 2802 —
In den Sümpfen Norwegens, Lapplands, Finnlands, Grönlands und Sibiriens;
von Al. Drake 1853 bei Saltdalen in Norwegen entdeckt. Von Arnell auch bei
Dudinka in der arktischen Region Sibiriens gefunden. S. XXIII, 10, a) Bl,
b) Kapsel, c) Spitze eines Sprossbl; gez. nach einem von Sophie Möller auf
dem Filefjeld in Norwegen ges. Expl. (comm. C. Warnstorf).
3. Cinclidium latifolium Lindb. 1877.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 495 und Arnell Musei Asiae bor. 1890, S. 15.
Zweihäusig. Selten in eigenen, abwärts rötlich oder schwarzfilzigen
Rasen, meist zwischen anderen Sumpfmoosen, mit 4— 13 cm hohen Stengeln
und zahlreichen aufrechten, spitzen, steifen Sprossen. Bil. nicht herablaufend,
abstehend-zurückgebogen, 3 mm lang und breit, durch lüngs nieder-
gebogene Ränder nach unten kahnfórmig-hohl, 2—3reihig 1schichtig
gesäumt und mit in dem kleinen Spitzchen sich auflösender Rippe. Blattzellen .
in divergenten Reihen, mässig verdickt und getüpfelt, aber nicht kollenchymatisch.
Kapsel auf 4 cm langer Seta hängend, dem Stiele angepresst, dickhalsig, oval,
hell rostrot, mit hochgewölbtem, fast halbkugeligem Deckel und zuweilen gepaarten,
fast pseudo-phaneroporen Spaltöffnungen am Halse. Peristomzähne etwas kürzer
als bei voriger Art, breit gestutzt und wenig verschmälert. Membran des inneren
Peristoms orangefarben, von kaum halber Zahnhöhe, hier und da durchlöchert,
mit schmalen, ritzenförmig durchbrochenen, oben zu einer Kuppel vereinten
Fortsätzen. Kuppel, Deckel und Sporen wie bei stygium. Reife Mitte August.
Am Ende der Waldvegetation auf den Schlamminseln in der Jenisei-Mündung
in Nord-Sibirien von John Sahlberg im August 1876 entdeckt und auch von
Arnell bei Dudinka und Tolstoinos daselbst in der arktischen Region massenhaft
aufgefunden. Vorläufig zu den Exoten gezeichnet, da mir noch kein speziell Europäischer
Standort bekannt ist.
4. Cinclidium arcticum (Br. eur.) C. Müll. ۰
Mnium Br. eur. 1846; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 497.
Zweihäusig; die scheibenförmigen 6 Blüten mit keuligen, die و mit
sehr kurzen fadenförmigen Paraphysen. Habituell an stygium erinnernde, grün-
liche ‚bis rötliche, zuletzt weinrote Rasen mit etwas schlankeren Stengeln und
fast die Kapsel erreichenden Sprossen. Bll. aus herablaufender, schmaler
Basis verkehrt-eifórmig und mit Spitzchen, die unteren entfernt, etwas eispatel-
förmig und mit Spitzchen, die oberen dichter gestellt, mehr verkehrt eirundlich
und mit Spitzchen, 3,6 mm lang und 2 mm breit, alle hohl, resp. naeh oben
hohl, rings wulstig, 1—2schichtig rostrot gesäumt, mit von der Mitte ab-
würts umgerolltem Rand und in dem Spitzchen sich auflósender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren demjenigen der vorigen Arten ühnlich, mit zentraler, von
einem roten unteren Stereidenband getragener Begleitergruppe, welche am
Rücken von 2, an der Bauchseite von 3—4 Reihen lockerer, ziemlich gleich-
grosser Zellen umgeben sind. Blattzellen nicht in deutlichen Reihen, die
Randzellreihe des Saumes meist doppelschichtig. Kapsel auf 2—3 cm langer,
— 203 —
oben nicht angeschwollener Seta fast hängend, aus ziemlich langem, weniger
dickem Halse von fast Urnenlänge schmäler ellipsoidisch als bei den vorigen
Arten, resp. mit dem Halse länglich-birnförmig, anfangs bleich, später
rostbraun, mit sehr hoch gewölbtem, meist mit Warze versehenem Deckel und
zahlreichen kryptoporen Spaltöffnungen am Halse. Spaltöffnungen mit deutlich
verengtem Vorhof. Ein Kapselring ist nach Schpr. nicht vorhanden. Peristom-
zähne schmäler und länger als bei stygium und mit mehr als 12 inneren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms orangerot, fast so lang als die
Zähne, mit schmalen, geschlitzten und mit vielen unregelmässigen An-
hängseln versehenen, oben zu einer Kuppel verbundenen Fortsätzen. Kuppel
und Sporen ähnlich wie bei stygium, jedoch die Kuppel mehr zugespitzt, auch
die Sporen zuweilen etwas grösser und mehr grünlichbraun. Reife im Sommer.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 386.
Auf dem Dovrefjeld in Norwegen am Fusse des Berges Knudshöe von
W. Ph. Schimper 1844 entdeckt. S. XXIII, 8, a) Bl, b) Kapsel, c) Peristom,
d) Querschnitt durch den Blattsaum; gez. nach einem von N. C. Kindberg auf
Knudshöe im Dovrefjeld ges. Expl. Diese Art zerlegt Kindberg neuerdings in
C. virescens Kdb. mit grünen Sprossen und breiteren Bll. — vom Dovrefjeld in
Norwegen -- und in C. polare Kdb. mit bedeutend kleineren, tiefroten Bll. — von
Spitzbergen. cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 789.
5. Cinclidium hymenophyllum (Br. eur.) Lindb. 1867.
Mnium Br. eur. 1846; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 575.
Zweihäusig; die 6 und o Blüten mit braungelben, keulenfórmigen,
am Ende kugelig angeschwollenen Paraphysen. Die 6 Blütensprosse oberwürts
kleinblütterig bis fast blattlos und mit dicken, scheibenfórmigen Blüten. Sehr
hohe und dichte, oft 10—25 em hohe, blaugrüne, innen rótliche, braunrot
filzig verwebte Rasen mit schlanken, roten, geteilten Stengeln und aufrechten,
allseitig beblätterten Sprossen. Nach der Verästelung sich an Cinclidium oder
Mnium punetatum anschliessend und daber gleichsam den Ubergang von Mnium
zu Cinclidium bildend. Stammquerschnitt mit rótlichem Zentralstrang. BI.
genähert, aufrecht abstehend, trocken etwas gekräuselt, weich, aus herab-
laufender, breit eiförmiger Basis verschmälert und stumpflich zu-
gespitzt, durch 1 oder 2 Reihen etwas verdickter Zellen 1schichtig gesäumt,
mit am Rücken glatter, vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der
letzteren fast homogen, mit kleiner, an wenige substereide Zellen sich abwärts
anschliessender zentraler Begleitergruppe, ähnlich wie bei Mnium hymenophylloides,
jedoch die Aussenzellen weniger dickwandig. Blattzellen locker und ziemlich
regelmässig rundlich oder oval 5—6 seitig, meist 35—40 u, gleichmässig ver-
dickt, getüpfelt und nur wenig oder kaum kollenchymatisch. Sporogon noch
unbekannt. Br. eur. Vol. IV, Tab. 400.
An erdbedeckten Felsen bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen von
W. Ph. Schimper 1844 entdeckt, auch aus Lappland und Grönland und von
Spitzbergen bekannt, sowie von W. Pfeffer in der Schweiz auf Kalkschiefer und
RE n Rn ee
هن E ERA URS V
CETUR u OO
— 204 —
Hornblendegestein in 1900— 2470 m aufgefunden. Nach Arnell an grasigen,
feuchten Bachufern bei Dudinka und Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens
in reichlicher Menge. S. XXII, 1, a und b) Bll, c) Blattquerschnitt; gez. nach
einem von J. E. Zetterstedt bei Kongsvold in Norwegen ges. Expl.
Fam. XXVII. Meeseaceae.
Torf- und Sumpfmoose in meist ausgedehnten und tiefen, seltener filzig
verwebten Rasen mit aufrechten, kurzfilzigen Stengeln, je 1—2 Innovationen
seitlich der Gipfelblüte und schlanken Sprossen aus älteren Stammteilen; in
den Achseln der oberen Bll. meist mit kurzen Keulenhaaren. تاد
3—5 kantig, mit Zentralstrang, getüpfeltem, lockerem Grundgewebe, kleinzelliger
Rinde und oft besonderer Aussenrinde. Bil. ziemlich gleichgross, nur an
sterilen Sprossen aufwärts kleiner, 3—8reihig gestellt, abstehend bis sparrig
zurückgekrümmt, eilanzettlich oder verlängert bis lineal-lanzettlich, einschichtig,
ungesäumt, zuweilen am Rande gesägt, mit meist vor der Spitze endender
Rippe. Querschnitt der letzteren ohne Deuter und Begleiter, mit zahlreichen
Bauch- und Rückenzellen und ziemlich gleichartigen, selten mehr stereiden
Innenzellen. Blattzellen parenchymatisch, bei Amblyodon mehr rhombisch-6 seitig,
sehr locker und dünnwandig, bei den übrigen Arten aufwärts derbwandig, kurz
rektangulär bis rundlich-4—6seitig, nicht papillós, weder getüpfelt noch
kollenchymatisch. Blüten zwitterig, heterócisch und zweihäusig, die © mit
fadenförmigen, die scheibenfórmigen S mit mehr keulenfórmigen Paraphysen.
Perichätialbll. grösser und mit scheidiger Basis. Kapsel auf verlängerter Seta
symmetrisch, mit dem aufrechten, kürzeren oder längeren Halse
gekrümmt birnförmig, hochrückig, eng- und schiefmündig, mit stückweise
sich ablösendem, kleinzelligem Ring und kleinem, kurz kegeligem, stumpfem
Deckel, nur bei Catoscopium klein und kurzhalsig, entleert unter der Mündung
niemals verengt. Haube kappenförmig, glatt, klein und hinfällig; Ochrea nur
bei Paludella vorhanden. Spaltöffnungen normal phaneropor, nur bei Catoscopium
fehlend. Assimilationsgewebe aus Schwammparenchym gebildet. Kolumella
einschrumpfend. Peristom bei Catoscopium einfach, sonst doppelt, bei Paludella
beide fast gleichlang, bei Meesea und Amblyodon aber die Zähne des äusseren
viel kürzer, denen von Cinclidium ähnlich. Membran des mit dem Sporensack
sich nicht ablósenden inneren Peristoms sehr niedrig, den Zühnen anhüngend,
kielfaltig, mit höchstens rudimentüren Wimpern und 16 viel längeren,
schmal linealischen, kieligen Fortsätzen, die meist aus unregelmässigen
Dorsal- und Ventralplatten zusammengesetzt sind und daher am Rande oft
lappig gekerbt erscheinen. Sporen gross.
1. Gatt. Paludella') Ehrh. 1788,
Tiefrasige, dicht filzig verwebte Sumpfmoose mit aufrechten, dicht und
fast gleichmässig 5reihig beblätterten, kurzfilzigen Stengeln und je einer unterhalb
1) Sumpfbewohner, Sumpfmoos von palus, paludis Sumpf.
— 205 —
der Spitze austreibenden Innovation. Bil. aus aufrechter, anliegender, herab-
laufender Basis sparrig zurückgekrümmt, mit nach der Spitze zu gesägtem
Rand. Blattzellen oben klein, derb, unregelmässig rundlich-6 seitig, müssig
verdickt und beiderseits mamillós, an der Basis verlüngert rektangulür,
dünnwandig und hyalin. Blüten 2hüusig. Kapsel auf sehr langer Seta fast
aufrecht, aus weniger deutlichem, nicht abgesetztem Halse fast keulenfórmig
oder zylindrisch und gekrümmt, mit aus gewölbter Basis kurz kegelig zugespitztem
Deckel. Peristom doppelt, beide gleich lang, das innere ohne Wimpern,
demjenigen von Webera A. Pohlia ähnlich.
Bis jetzt nur in einer einzigen Art bekannt.
1. Paludella squarrosa (L.) Brid. 1817.
Bryum L. 1763, Mnium L. jun. 1787, Orthopyxis P. Beauv. 1805, Hypnum Paludella
W. & M. 1807; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 576 u. IV, 3, S. 790.
Zweihäusig; die scheibenfórmigen ی Blüten mit keulenfórmigen Paraphysen.
Ausgedehnte, 10—15 cm tiefe, dichte, durch glatten Stengelfilz verwebte,
oben gelblich- bis lebhaftgrüne, innen rotbraune bis schwürzliche Rasen mit
unter der Spitze sprossenden, meist gabelteiligen filzigen Stengeln und purpur-
roten Keulenhaaren in den oberen Blattachseln. Stammquerschnitt mit kleinem
Zentralstrang und ohne besondere Aussenrinde. Bll. ziemlich dicht gestellt,
gedrängt, bis 2 mm lang, aus anliegender, aufrechter, herablaufender, verkehrt-
eiförmiger Basis breit lanzettlich verlängert und fast sichelförmig sparrig
zurückgekrümmt, stark gekielt, mit von der Mitte an zurückgerolltem Rand,
dünner, vor der Spitze endender Rippe und durch mamillös vorspringende
Zellen gesägter Spitze. Querschnitt der Rippe ziemlich homogen, 2—4 schichtig,
im entwickelteren Teile mit lockeren Aussenzellen und einer oder 2 Reihen
etwas dickwandigerer Innenzellen. Blattzellen des abstehenden oberen Teils
rundlich-6 seitig, 12—16 u und papillös-mamillös, an der Basis verlängert, hyalin
und mehr rektangulär, meist 3—4 mal so lang als breit, nur in den Ecken
daselbst kürzer und oft gebräunt. Perichätialbll. nebst den angrenzenden
Schopfbll. grösser, bis 3,6 mm lang, mehr lanzettlich, aufrecht und mit fast
längs umgebogenem Rand. Kapsel auf 4—6 cm langer, dünner, roter, rechts
gedrehter Seta aufgerichtet, aus aufrechtem, kurzem Halse eilänglich bis fast
zylindrisch und etwas gekrümmt, 4 mm lang, gelbbräunlich bis rötlichbraun,
glatt, mit gewölbt kegeligem, mit Warze versehenem, kurzem Deckel und
ziemlich grosszelligem, 2 zellreihigem, stückweise sich ablösendem Ring. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig. Peristomzähne gelb, papillös, lineal-lanzettlich,
oben stumpflich zugespitzt, kaum gesäumt, mit über 25 inneren Lamellen,
Membran des inneren Peristoms niedrig, von '/ Zahnhöhe, mit schmal linearen,
ritzenfórmig durchbrochenen und oben mit kurzen Anhängseln versehenen Fort-
sätzen, jedoch ohne Wimpern. Sporen 15—20 u, gelb und papillós. Reife im
Juni Br. eur. Vol. IV, Tab. 312.
In tiefen Sümpfen Finnlands, Norwegens und Schwedens, sowie des nórdlichen
Deutschlands, seltener mehr südlich und westlich bis in die Voralpen in 1850 m;
a SCRI HET TCI EOS وید ین بو وت
— 206 —
auch aus Nord-Amerika, Grönland, Labrador usw. bekannt. Nach Arnell im Jenisei-
thale Sibiriens, sowohl in der nördlichen Urwaldregion wie in der arktischen
Region, ebenso wie auf Spitzbergen und in Grönland nur steril. Auf der Breunges-
hainer Heide im Vogelsberg ebenfalls nur steril. S. XXIII, 6, a) Bl, b) Kapsel,
c) Peristom, d bis f) Blattquerschnitte; gez. nach einem von C. Warnstorf in der
Mark Brandenburg in Preussen cfr. ges. Expl.
2. Gatt. Amblyodon') P. Beauv. 1805.
Habituell, insbesondere nach der Kapselform an Meesea, nach dem glatten,
lockeren Blattzellnetz und der Haube aber an Funaria sich anschliessende
Torfmoose. Blattzellen oben locker rhombisch-6 seitig und dünnwandig. Blüten
sowohl zwitterig wie einhäusig an derselben Pflanze, ohne besondere Perigonialbll.:
die O mit keulenfórmigen Paraphysen. Peristomzühne nur halb so lang
als das innere Peristom, an der Basis verschmolzen, aus breiter Basis allmählich
verschmilert, stumpflich zugespitzt und mit kräftigen inneren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms niedrig, von etwa halber Zahnhöhe mit sehr langen,
lineal-lanzettlichen, das äussere Peristom um Zahnlänge überragenden Fort-
sätzen, also das innere Peristom noch einmal so lang als das äussere, aber
ohne Wimpern. Sporen sehr gross.
is jetzt nur in einer einzigen Art aus Europa und wahrscheinlich einer aus
Nord-Amerika bekannt. (Meesea Macounii Aust. — Bullet. Torrey Bot. Club. 1874.)
l. Ambiyodon dealbatus (Dicks.) P. Beauv. 1805.
Bryum Dicks. 1790, Bryum Celsii L., Meesea Swartz 1799; ef. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 577.
Heterócisch, resp. 9, S und و Blüten auf derselben Pflanze; die etwas
scheibenfórmigen S Blüten mit gelben, durch die angeschwollene Endzelle
keulenfórmigen Paraphysen. Habituell an Meesea trichodes, resp. uliginosa
erinnernde, lockere, bleichgrüne, 1— 1,5 und selbst 2 cm hohe, etwas glänzende
Rasen mit fast gabelig verzweigten, nur am Grunde wurzelfilzigen, fünfkantigen
Stengeln; in den oberen Blattachseln mit paraphysenartigen Haaren. Stamm-
querschnitt mit Zentralstrang, lockerem, dünnwandigem Grundgewebe und davon
nicht verschiedener Rinde. Bil. schlaff, aufrecht abstehend, trocken ver-
schrumpft anliegend, glatt, die unteren entfernt, elliptisch oder verkehrt eilünglich
und lanzettlich zugespitzt, flach- und ganzrandig, die oberen mehr zungenförmig-
lanzettlich und schürfer zugespitzt, 3—4 mm lang und 1 oder nur 0,5 mm breit,
mit stumpf gezühnter Spitze und gelblicher, weit vor der Spitze endender
Rippe. Querschnitt der letzteren mit differentiierten Bauch- und Rückenzellen
und kleineren, engeren Innenzellen, an der Basis 5schichtig und verbreitert,
oben mit 2—4 Bauchzellen ete. Blattzellen sehr locker und dünnwandig,
oben rhombisch-6seitig und rhomboidisch, 20—30 u und meist 3—4 mal so
lang, abwürts lánger, mehr rektangulür und wasserhell. Kapsel auf 2—4 cm
langer, hellroter, oben links gedrehter Seta mit dem aufrechten, angeschwollenen
1) Von dußkis stumpf und dos Zahn.
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Hals von و Urnenlünge gekrümmt länglich-birnförmig, meist 3 mm lang,
engmündig, dünnwandig, gelblich bis rötlichbraun, mit kurz kegeligem, stumpfem
Deckel und einreihigem, kleinzelligem, stückweise sich ablösendem Ring, im
Alter kastanienbraun. Spaltóffnungen am Halse zahlreich, phaneropor mit
langer, enger Spalte. Membran des inneren Peristoms nur '/—/, von der
Hóhe der ritzenfórmig durchbrochenen, an der Spitze hier und da durch
Anhängsel verbundenen Fortsütze. Sporen 35—45 u, olivengrün bis rost-
farben und grosswarzig. Reife im Juni und Juli. Br. eur. Vol. IV, Tab. 307.
Auf Torfboden, insbesondere torfigen, nicht zu feuchten Wiesen und an feuchten,
mit Humus bedeckten, verwitterten Kalk- und Gypsfelsen von der Ebene bis in die
Alpenregion in 2500 m im mittleren und nördlichen Europa, sowie in Nord-Amerika;
von Blandow 1805 in Mecklenburg entdeckt. S. XXIII, 1, a und b) Bll., e) Kapsel,
c und d) Peristom von aussen und innen, f) Spore, g) Antheridium mit Paraphysen;
gez. nach einem von C. Warnstorf bei Neuruppin (Preussen) und nach von
Schimper in den Vogesen ges. Expll.
3. Gatt. Meesea') Hedw. 1882.
Tiefrasige, nur locker zusammenhängende Sumpfmoose mit längs dicht
wurzelfilzigen, unter der Blüte sprossenden Stengeln. Bll. eilanzettlich bis
lineal-lanzettlich und meist herablaufend. Blattzellen oberwärts klein, mehr
oder weniger derbwandig und glatt, vorzugsweise rektangulür oder rektangulär-
6seitig, abwärts mehr verlängert und dünnwandiger, an der Basis wasserhell.
Blüten zwitterig, einhäusig und zweihäusig, die 6 scheibenförmig und mit keulen-
fórmigen Paraphysen. Kapsel auf sehr langer Seta mit dem aufrechten, gleich-
langen Halse gekrümmt keulig-birnfórmig, derbwandig und engmündig,
mit kleinem, gewölbt-kegeligem, an der Spitze zuweilen genabeltem Deckel und
schmalem Ring. Peristomzähne gelblich, sehr kurz und stumpf, entfernt gegliedert
und mit schmalen inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms im
Verhültnis zu den Fortsützen sehr niedrig, jedoch nicht viel niedriger als die
Zühne, mit kurzen rudimentüren Wimpern und mehrfach lüngeren, linearen,
aus 2-reihigen Dorsal- und unregelmüssigen Ventralplatten zusammen-
gesetzten, in der Kiellinie scheinbar durchbrochenen Fortsätzen
mit oft anhüngenden, nicht resorbierten oberen Stücken der Wimpern.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. noch 3
bekannt, wührend jetzt bereits doppelt so viel beschrieben sind.
1. Meesea trichodes (L.) Spruce 1849.
Bryum Er 1741 und L. 1758, Hypnum Web. 1778, Meesia uliginosa Hedw. 1787,
Mnium L. jun. 1787, Pues uliginosum Gmel. 1791, Amblyodon uliginosus P. Beauv. 1805;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 578.
Polygam, zwar meist einhäusig, jedoch auch mit Blüten. Dichte,
breite, 1—4 und selbst 10 cm hohe, gelblich- bis sattgrüne, etwas glünzende,
1) Zu Ehren des holländischen Gürtners D. Meese, Verfasser einer 1670 erschienenen
Flora; von Hedw. ursprünglich Meesia benannt.
— 208 —
innen braune, durch rostfarbenen Stengelfilz mehr oder weniger verwebte Rasen
mit scheinbar gabelig, resp. dichasial, seltener sympodial oder büschelig ver-
zweigten, 8 reihig und aufwärts allmählich grösser beblätterten Stengeln. Stamm-
querschnitt mit Zentralstrang und lockerem, allmählich in die 1schichtige,
englumige Rinde übergehendem Grundgewebe. In den Achseln der oberen
Bll. befinden sich oft paraphysenartige Haarbildungen. Bl. kaum herab-
laufend, aufrecht abstehend, seltener einseitswendig, die unteren klein
und lanzettlich, die oberen grósser, mehr lineal-lanzettlich, an der Basis
nicht breiter, meist stumpf, seltener zugespitzt, rinnig-hohl, ganzrandig, mit
zurückgerolltem Rand und breiter, kräftiger, bis ول der Basis einnehmen-
der, vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren aufwärts
rundlich und homogen, abwárts sehr flach und breit, mit dünnwandigen, weit-
lumigen, lockeren Innenzellen und viel engeren, kleineren, dickwandigeren
Bauch- und Rückenzellen. Blattzellen aufwärts dickwandig, vorzugsweise
kurz rektangulür, 9—12 u, an der Spitze mehr quadratisch oder rundlich-
6seitig, gegen die Basis dünnwandig und mehr verlängert-rektangulär.
Perichätialbll. länger und an der Basis etwas breiter, sonst nicht verschieden.
Kapsel auf 1.—8 cm langer, dünner, roter, oben links gedrehter Seta aus fast
gleichlangem, aufrechtem Halse gekrümmt-birnfórmig, bis 3,5 mm lang, gelblich-
braun bis braun, mit kleinem, stumpf kegeligem, genabeltem, resp. am Scheitel
eingedrücktem Deckel und lreihigem, in einzelnen Zellen sich ablósendem
oder auch teilweise am Deckel hängen bleibendem Ring. Peristomzähne ge-
sondert, gelb bis brüunlich, nur durch eine zarte Membran an der Basis ver-
bunden, kurz und stumpf, in der Dorsallinie oben zuweilen durchbrochen,
aussen fein quer gestrichelt, innen mit bis 12 unterbrochenen Lamellen. Membran
des inneren Peristoms gelblich, niedriger als die Zähne, mit rudimentären
Wimpern und mehrfach lüngeren, linearen, stumpflichen oder 2 spitzigen, lappig
buchtigen, in der Kiellinie scheinbar durchbrochenen Fortsätzen. Sporen
40—55 u, gelblichgrün und fein punktiert. Reife im Juni, in den Alpen
später. Br. eur. Vol. IV, Tab. 308.
In Sümpfen und Torfmooren, auf feuchtem Sande der Meeresufer oder an
überrieselten Felsen von der Ebene bis in die Alpen in 2000 m nicht selten, auch
in Nord-Amerika und Asien; war schon Dillen 1720 um Giessen bekannt. Nach
Arnell nur spärlich im Jeniseithale Sibiriens, jedoch häufiger nach Norden bis
Dudinka in der arktischen Region. Auch auf Spitzbergen und in Grönland weit
verbreitet. S. XXIII, 7, a und b) Bll., c) Kapsel, d und e) Peristom von aussen
und innen, f) Deckelrand mit Ringstück; gez. nach von N. C. Kindberg in Nor-
wegen und von Schimper in den Vogesen ges. Expll.
Var. alpina Schpr. — M. alpina Funck, in dichteren, 4—5 cm hohen Rasen
mit steifen, meist kurz zugespitzten Bll. und kürzerer, dickerer Kapsel auf 3—4 cm
langer Seta — bis in 2750 m in den Alpen;
var. minor Schpr. — M. minor Brid. in kaum 1 cm hohen, dichten Rasen
mit kürzeren, linearen, stumpfen Bll. und kurzer, dicker Kapsel auf oft kaum 1 cm
—n Seta — ebenfalls in den Alpen von 1800-9800 m.
س 209 —
2. Meesea Albertinii (Alb.) Br. eur. 1841.
M. hexagona Alb. 1827, Diplocomium hexastichum Funck 1820; cf. Rbh. Kr. Fl. 1۷1۳.9,
Einhäusig; die knospenförmigen 6 Blüten endständig auf besonderen
Innovationen und mit keulenförmigen Paraphysen, die 9 mit fadenförmigen
Paraphysen. Lockere, an kleinere Formen von longiseta erinnernde, gelblich-
grüne, innen rostfarbene, bis 5 cm hohe Rasen mit scheinbar gabelteiligen,
5 zeilig beblätterten, mit warzigem Filz bedeckten Stengeln. Stammmquerschnitt
mit kleinem Zentralstrang, lockerem, gegen die braunrote 1— 2 schichtige Rinde
deutlicher abgegrenztem Grundgewebe und dünner Aussenwand der Randzellen,
also blatteigener Aussenrinde Bill. abstehend, trocken weniger kraus als
bei longiseta, die unteren entfernt und lanzettlich, die oberen länger, aus herab-
laufender, schmal elliptischer Basis lanzettlich und meist stumpflich
zugespitzt, ganzrandig und hóchstens an der stumpfen Spitze undeutlich gezühnt,
mitten gekielt, mit längs zurückgerolltem Rand und allmählich verschmälerter,
vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit lockeren Bauch-
und Rückenzellen und gleichartigen diekwandigeren, rótlichen Innenzellen.
Blattzellen aufwärts etwas kollenchymatisch verdickt, kurz rektangulär und
14—18 u, abwärts verlängert-6 seitig bis rektangulär und oft fast doppelt breiter,
sowie gelblich bis bräunlich. Perichätialbll. aufrecht abstehend. Kapsel auf
bis 6 cm langer, rötlicher, gedrehter Seta aus fast gleichlangem, weniger an-
geschwollenem, aufrechtem, oft etwas gekrümmtem Halse kurz eiförmig oder
oval, geneigt und hochrückig, 3—4mm lang, gelbbräunlich bis rötlichbräunlich,
mit kleinem, kurz kegeligem, stumpfem, genabeltem Deckel, aber ohne
differentiierten Ring, entleert stark einwärtsgekrümmt. Epidermiszellen der
Kapselwand wie bei den übrigen Arten, an der Bauchseite mehr rundlich
5—6 seitig, dickwandig und kollenchymatisch, an der oberen, resp. Rückenseite
mehr rektaugulür und etwas, weniger verdickt, am Urnenrand zahlreiche Reihen
(bis 10) kleiner und mehr querbreit. Peristomzähne sehr klein, bleich und
zart, nicht gesondert, von dem inneren Peristom sich nur undeutlich abhebend,
später in der Mittellinie durchbrochen oder gespalten, innen mit nur
3—6 schwach angedeuteten Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb
bis rótlichgelb, fast ohne Wimpern, mit 3—4 mal so langen lineal-lanzettlichen,
rótlichgelben Fortsätzen, denen noch rudimentäre, hellgelbe Wimpernstücke
anhängen. Sporen 40—55 u, gelbgrün bis brüunlich und fein gekórnelt. Reife
Ende Mai und Anfang Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 310.
Auf nassen Torfwiesen, in schwammigen Sümpfen und Mooren der Nord-
deutschen Ebene, sowie in Süd-Deutschland, im allgemeinen selten; von dem Herrn-
huter Bischof Albertini 1817 in Nieder-Schlesien entdeckt. S. XXIII, 4, a, b
und c) Bil, d) Kapsel, e) Peristom; gez. nach einem von Juratzka in Ober-
Ungarn ges. Ł
Var. pygmaea Itzigs. eine kleinere Form in nur 1,5 cm hohen, dichten
Rasen — auf einer trockneren Wiese bei Neudamm in der Mark Brandenburg von
Dr. H. Itzigsohn gesammelt.
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 14
— 210 —
: 3. Meesea longiseta Hedw. 1787.
Amblyodon P. Beauv. 1805, Tristichis Ehrhr. 1788, Diplocomium W. & M. 1807; ct.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 580.
Zwitterig mit zahlreichen faden- bis keulenfórmigen Paraphysen. Lockere,
bis 10 em tiefe, dunkelgrüne, innen schwürzliche Rasen mit fast einfachen,
rundlich-5 kantigen, filzigen Stengeln und hier und da mit mehr 3 kantigen
Sprossen. Stammquerschnitt mit kleinem, gelbem Zentralstrang, meist 3schichtiger
Rindenschicht und wenig verschiedener Aussenrinde. Bl. 6- und 8zeilig,
aus aufrechter, herablaufender Basis abstehend, trocken kraus, entfernt, die
unteren eilanzettlich, die Schopfbll. grösser, bis 5 mm lang, aufrecht abstehend,
aus herablaufender, breit eifórmiger bis elliptischer Basis lanzettlich ver-
längert, spitz oder stumpflich, flach- und ganzrandig, zuweilen mitten am
Rand schwach umgebogen oder auch an der gekielten Spitze undeutlich gezühnt,
mit vor oder in der Spitze endender, oberwürts stielrunder, an der Basis ver-
flachter Rippe. Querschnitt der letzteren homogen 5- und 6 schichtig, die
etwas verdickten, gelbwandigen Innenzellen oberwärts von den Aussenzellen
kaum verschieden. Blattzellen kaum verdickt, ziemlich gleichartig,
oberwärts vorzugsweise kurz rektangulär oder rhombisch bis rhombisch-6 seitig,
12—16 u, abwärts allmählich breiter und verlängert, bis über 20 u und selbst
3—5 mal so lang. Kapsel auf meist 10 cm langer, rötlicher, geschlängelter
und gedrehter Seta aus aufrechtem, fast gleichlangem Halse gekrümmt
lünglieh-birnfórmig, bis 5 mm lang, geneigt, dünnwandig, bräunlichgelb bis
braun, mit kleinem, rotem, stumpf kegeligem Deckel und 2 reihigem, stückweise
sich ablösendem Ring, entleert stärker gekrümmt und dunkler braun. Epidermis-
zellen der Kapselwand wie bei voriger Art. Peristomzähne gelb, gesondert,
gestutzt und kaum verschmälert, nicht durchbrochen, aussen fein querstreifig,
innen mit 10—14 niedrigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms sehr
niedrig, gelb, mit je 3 kurzen Wimpern und nicht geschlitzten, lanzettlichen Fort-
sätzen von fast 3facher Zahnhöhe. Sporen 35—45 u, gelblich bis rostfarben und
sehr fein punktiert. Reife im Juni, in den Alpen später. Br. eur. Vol. IV, Tab. 309.
In tiefen Torfsümpfen von der Ebene bis in die Alpen in 1750 m im mittleren
und nördlichen Europa zerstreut und auch aus Nord-Amerika bekannt; von
Willdenow 1784 in der Jungfernhaide bei Berlin entdeckt. Von Arnell über
63° n. Br. im Jeniseithale Sibiriens in dem Urwaldgebiet bis in die arktische
Region bei Dudinka aufgefunden. S. XXIII, 3, a) BL, b) Kapsel, c) Blattquerschnitt;
gez. nach von Ruthe bei Bärwalde und von Schimper in den Vogesen ges. Expll.
4. Meesea triquetra (L.) Aongstr. 1844.
Mnium L. 1753, Bryum Hook. & Tayl. 1818, Diplocomium tristichum Funck 1820,
Meesea tristicha Br. eur. 1841; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 581.
Zweihäusig; die scheibenfórmigen d Blüten mit fast keulenfórmigen
Paraphysen und am Rande gesügten Hüllbll. Ausgedehnte, lebhaft- bis dunkel-
grüne, 10—15 em tiefe, innen schwärzliche Rasen mit aufrechten, filzigen
Stengeln und je 1—2 unter der Spitze entspringenden Sprossen; in den Achseln
سد 211 =
der oberen Bll. mit kurzen, violetten, paraphysenähnlichen Haaren. Stamm-
querschnitt 3kantig, mit grossem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und
4—6 schichtigen, gelbwandigen, stereiden Rindenzellen, auch hier und da mit
Aussenrinde. Bll. 3zeilig, aus halbumfassender, weit herablaufender, breiter,
eifórmiger Basis lanzettlich, sparrig abstehend, scharf zugespitzt, oben ge-
kielt und rings scharf gesägt (nach Limpr. nur bei der var. gesägt), mit vor
oder in der Spitze endender, an der Basis durch 2—3 schichtige Laminazellen
verbreiterter Rippe. Schopf- und Perichätialbll. länger und schmäler, mit fast
pfriemenförmiger Spitze. Querschnitt der Rippe demjenigen der vorigen Art
ähnlich, jedoch bis 8schichtig, an der Basis oft durch geteilte Laminazellen
verbreitert, sowie mit teilweise doppelschichtigen Bauch- und Rückenzellen
und zahlreichen substereiden Innenzellen. Blattzellen oben mässig verdickt,
meist rektangulär, oft unregelmässig, 10—14 u, abwärts verlängert-6 seitig oder
rektangulär, wasserhell und breiter, etwa 20 u. Kapsel auf 8—10 cm langer,
purpurroter, unten rechts, oben links gedrehter Seta geneigt, aus meist gleich-
langem Halse gekrümmt länglich-birnförmig,- 5—6 mm lang, trocken stärker
eingekrümmt, bräunlichgelb bis rötlichbraun mit stumpf kegeligem Deckel und
2reihigem, bleibendem Ring. Peristomzähne bleich, klein und zart, gegen-
seitig verbunden und gestutzt, in der Mittellinie oft gespalten oder durch-
brochen. Membran des inneren Peristoms niedrig, mit kurzen Wimpern und
linearen, scheinbar längs durchbrochenen, lappig buchtigen, rötlichen Fort-
sätzen von fast 4facher Zahnhöhe. Sporen 32—42 u, gelbgrün und fein ge-
kórnelt. Reife im Juni und Juli. Br. eur. Vol. IV, Tab. 311.
In tiefen Sümpfen und auf schwanken Torfmooren von der Ebene bis in die
Bergregion in 1850 m durch das mittlere und nördliche Europa zerstreut, fehlt
jedoch in Britannien. Nach Arnell auch hier und da im Urwaldgebiet Sibiriens,
jedoch häufiger daselbst in der arktischen Region und nicht selten fruchtend. Auf
Spitzbergen und in Grönland nicht selten und auch noch von anderen Standorten aus
Nord-Amerika bekannt. S. XXIII, 2, a) Bl, b) Kapsel, c und d) Blattquerschnitte;
gez. nach einem von H. Graf zu Solms-Laubach im Grunewald bei Berlin un
Schimper im Jura ges. Expll.
Var. timmioides Sanio, eine kräftige Form mit grösseren, ringsum gesägten
Bil. und grannenartig austretender Rippe — auf schaukelnden Seeufern in
Ost- und West-Preussen;
var. gigantea Sanio, eine schwimmende Form mit bis 30 cm langen Stengeln
— auf dem Roten-Bruch bei Lyck in Ost-Preussen.
4. Gatt. Catoscopium') Brid. 1826.
In den vegetativen Organen an Meesea sich anschliessende, nach der
Kapsel an Discelium erinnernde, dichtrasige, nicht verwebte alpine Sumpfmoose
mit faden-dünnen, filzigen, gleichmässig beblätterten Stengeln und nicht
herablaufenden, aufrecht abstehenden Bl. Kapsel auf mässig langer Seta
horizontal, sehr klein, kurzhalsig, eikugelig, etwas hochrückig, derbwandig,
1) Von zaro niederwürts und oxoz£c ich besehe, spähe, wegen der Richtung der Kapsel.
cc WIN uc
hornartig spröde und ohne Spaltóffnungen. Peristomzähne breit lanzettlich,
bleich und stumpflich. Inneres Peristom fehlend oder höchstens angedeutet.
Bis jetzt nur in einer einzigen Art bekannt.
1. Catoscopium nigritum (Hedw.) Brid. 1826,
Weisia Hedw. 1792, Bryum Dicks. 1793, Grimmia Smith; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 582.
Zweihäusig; die knospenförmigen 6 Blüten mit fadenförmigen Paraphysen,
die Ç ohne solche. Dichte, nur locker zusammenhängende, oben lebhaft- oder
olivengrüne, innen rostbraune bis schwärzliche, oft 8—10 em hohe Rasen mit
gleichförmig 5—8reihig beblätterten, mit warzigem Filz besetzten, faden-
dünnen, verzweigten Stengeln und schlanken Sprossen aus älteren Stammteilen.
Stammquerschnitt mit grossem Zentralstrang, jedoch ohne Aussenrinde. BII.
nicht herablaufend, lanzettlich bis oval-lanzettlich und lang und scharf, die
obersten fast pfriemlich zugespitzt, aufwärts etwas gekielt, ganzrandig, mit
‚schmal umgeschlagenem Rand und in der Spitze verschwindender Rippe.
Querschnitt der letzteren mit dickwandigen, homogenen Zellen, meist 3 Bauch-
zellen, 7—9 Rückenzellen und wenig verschiedenen Füllzellen. Blattzellen
weit hinab derbwandig, oben rundlich-quadratisch oder kurz rektangulär, 8—9 y,
abwärts an der Basis länger und nur wenig breiter, 10—12 u, nur die Rand-
reihe in den Ecken der Basis quadratisch und 14 u. Perichätialbll. aus halb-
scheidiger Basis länger lanzettlich-pfriemenförmig zugespitzt und flachrandig.
Kapsel auf 1—1,5 em langer, purpurroter, oben rechts gedrehter Seta
horizontal, klein, aus sehr kurzem, gekrümmtem, in die Seta verschmälertem
Halse dick-, fast kugelig-oval und hochrückig, rótlichbraun bis glünzend
schwarz, hornartig hart und derbwandig, mit flachem, stumpf kegelig zu-
gespitztem Deckel, aber ohne Ring. Sporensack der Kapselwand rings an-
liegend. Haube kappenförmig, zuweilen nur geschlitzt und an der Seta
hángenbleibend. Peristomzähne bleich, eingekrümmt und kurz, aus breiter
Basis stumpf lanzettlich mit unregelmässigen Rändern, innen nur an der Basis
mit einzelnen, niedrigen Lamellen. Inneres Peristom nur membranartig an-
gedeutet. Sporen 38— 50 u, bräunlich und fein warzig punktiert. Reife im
Juli und August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 313.
Auf nassem, feuchtem Ton- und Kalkboden hier und da in der Bergregion
und den Alpen von 800 —2230 m, in der Nähe der Bäche und Flüsse, selten in
tieferen Lagen und häufiger im Norden, insbesondere auf dem Dovrefjeld in Nor-
wegen, in Finnland und Schweden, aber auch aus Nord-Amerika bekannt. Von
Arnell in einem Sumpfe bei Dudinka in Sibirien in der arktischen Region ge-
sammelt. S. XXIII, 5, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Peristom, f und
g) Blattquerschnitte; gez. nach einem von J. Breidler in der Ramsau bei Schladming
in Steiermark ges. Expl.
Fam. XXVIII. Aulacomniaceae.
Erd- und Sumpfmoose in durch glatten Stengelfilz verwebten Rasen,
mit dureh wenige Innovationen unter der Gipfelblüte dichotom verzweigten
— 213 —
Stengeln und oft schlanken sterilen Sprossen aus älteren Stammteilen; häufig
mit Pseudopodien, d. h. fast blattlosen, nur mit Niederbll. besetzten Ver-
längerungen der Stengel, die ein Köpfchen ellipsoidischer Brutkörper tragen
(s. Band I, Taf. I, 6). Stammquerschnitt 5 kantig, mit Zentralstrang, lockerem,
getüpfeltem Grundgewebe, mehrschichtiger Rinde und meist lockerer Aussen- -
rinde. Bll. Sreihig, gedrängt, aufwärts grösser, lanzettlich oder elliptisch
verlängert bis verkehrt-eilànglich und mit meist vor der Spitze endender Rippe.
Querschnitt der letzteren plankonvex, mit mehrzühligen, bogig verlaufenden
medianen Deutern, kleiner Begleitergruppe, 2 Stereidenbändern und differentiierten
Bauch- und Rückenzellen. —Blattzellen parenchymatisch, klein, rundlich,
nicht getüpfelt, aber stark verdickt, kollenchymatisch mit rissig bis siebartig
verdickten Pfeilern und daher buchtig, oval bis 6seitig, meist mit je einer
langen hyalinen Papille auf den Aussenwünden, an der Basis etwas mehr
rektangulür und glattwandig, daselbst oft 2- und 3schichtig, gelbbraun und
lockerer. Blüten der Europäischen Arten 2häusig, die 6 knospen- oder
scheibenförmig. Kapsel (einzeln) auf verlängerter, gedrehter Seta aufrecht
oder geneigt, meist symmetrisch, eilänglich bis fast zylindrisch, etwas hoch-
rückig und gekrümmt, kurzhalsig, derbwandig, mit 8 dunkleren Streifen,
kürzerem oder längerem kegeligem Deckel und sich abrollendem, differentiiertem
Ring, trocken und entleert längsfurchig. Haube schmal kappenförmig,
lang geschnäbelt und hinfällig. Spaltóffnungen nur am Halse, normal phaneropor.
Peristom doppelt, demjenigen der Gattungen Mnrium und Bryum ähnlieb, das
innere mit sehr hoher, faltiger Membran, je 9-4 vollständigen, knotigen
Wimpern ohne Anhängsel und klaffenden Fortsätzen. Sporen klein und fast glatt.
1. Gatt. Aulacomnium ) Schwgr. 1827.
Mnion Dill. 1718, Sphaerocephalus Necker 1748, Arrhenopterum Hedw. 1801, 8
Pal. Beauv. 1805, Gymnocephalus Schwgr. 1816, Fusiconia P. Beauv. 1822, Gymnocybe
Fries 1827, Peromnion Schwgr. 1828, Limnobryum Rabenh. 18
Die einzige Europäische Gattung dieser ER daher die Charaktere
derselben mit denen der Familie übereinstimmend. Die zu dieser Familie noch
gehörende ausländische Gatt. Zeptotheca besitzt durchaus glatte Blattzellen und
eine lang austretende Blattrippe.
Von aussereuropäischen Arten erwähnt Schimper in der Br. eur. das
lhüusige A. heterostichum (Arrhenopterum Hedw.) S. Vol. IV, Tab. 403 daselbst.
Nach Jaeg. & S. waren jedoch bis zum Jahr 1879 deren schon 4 bekannt, wührend
Brotherus bereits 6 aufzühlt. Sie sind vorzugsweise über die kälteren und ge-
mässigten Zonen der nördlichen Halbkugel verbreitet.
A. Orthopyxis (Pal. Beauv.) Jur. 1882.
Die d Blüten knospenfórmig und mit fadenfórmigen Paraphysen. Basale
Blattzellen 1 schichtig.
1) Von h ač Furche, Streifen und uio» Moos wegen der gestreiften und gefurchten Kapsel.
— 214 —
1. Aulacomnium androgynum (L.) Schwgr. 1827.
Mnium L. 1753, M. angustifolium Neck. 1771, Bryum Web. 1778, Hypnum Schrank 1789,
ee en Pal- Beauv. 1805 EEE 1816, F'usiconia P. Beauv.1822,@ymnocybe Fries.
895, Bryum (Streptotheca) W. A 825, Sphaerocephalus Lindb. 1867; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 583.
Zweihüusig; die a 6 Blüten mit aus breiter Basis
lineal-lanzettlichen bis pfriemlichen Hüllbl. und fadenförmigen Paraphysen.
Dicht polsterförmige, oben lebhaftgrüne, innen rostrote, durch glatten Filz
verwebte, 1—5 cm hohe Rasen, mit aufrechten Stengeln, je 1—3 Sprossen
unter der Blüte und vielen Pseudopodien mitje einem kugeligen Köpfchen
mehrzelliger, ellipsoidischer Brutkórper. Stammquerschnitt mit 4—5 zellreihiger,
rötlicher Rindenschicht, aber ohne differentiierte Aussenrinde. Bill. aufrecht-
abstehend, trocken gedreht und einwärts gebogen, nicht herablaufend, die unteren
eilanzettlich, die Schopfbll. aus etwas elliptischer Basis breit lineal-lanzettlich,
bis 3mm lang, mit ausgefressen gezähnter, scharfer Spitze, abwärts an
der Basis umgerolltem Rand und vor der Spitze verschwindender, am Rücken stark
vortretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit medianen Deutern, kleiner
Begleitergruppe, 2 Stereidenbändern und diekwandigen, nicht papillösen Bauch-
und Rückenzellen. Lamina auch an der Basis einschichtig. Blattzellen fast |
bis zur Basis klein rundlich, 12 u, stark verdickt, beiderseits mit je einer langen
Papille, bei den Schopf- und Perichätialbll. an der Basis mehr rechteckig,
etwas schmäler, derbwandig, gelblichgrün und glatt, und stets einschichtig,
Perichätialbll. nach innen schmäler und fast pfriemlich auslaufend. Haube bis
zur Kapselmitte reichend. Kapsel auf 1—2,5 cm langer, dünner, oben links
gedrehter, rötlichgelber Seta aus kurzem Halse aufrecht und fast regelmässig
ellipsoidisch oder auch geneigt, eilänglich und etwas hochrückig, 2,7 mm lang,
achtstreifig, trocken gefurcht, rötlichbraun und unter der Mündung etwas ver-
engt, mit 2reihig sich abrollendem Ring und stumpf kegeligem, am Rande
krenoliertem Deckel, entleert fast horizontal, rotbraun und tiefer gefurcht,
Epidermiszellen der Kapselwand schmal rektangulär und sehr stark verdickt,
am Urnenrand mehrere (5— 6) Reihen rot und rundlich. Peristomzähne lanzettlich-
pfriemlich, bleichgelb, mit hyalinen, pfriemenförmigen, trocken eingekrümmten
Spitzen, fein punktiert, abwärts schmal hell gesäumt, aussen mit ziekzackförmiger
Dorsallinie und innen mit etwa 40 gleichweit abstehenden Lamellen. Membran
des mit dem Sporensack sich ablösenden inneren Peristoms sehr zart, hyalin,
von halber Zahnhöhe, mit lang klaffenden, lanzettlichen Fortsätzen und meist
knotigen, vollständigen Wimpern. An einzelnen Gliedern der Wimpern befinden
sich mitunter sehr kurze esse بویت 8—10 u, gelblich und fast glatt.
Reife im Juni. Br. eur. Vol. IV, 406,
An schattigen, kalkfreien CHR visco Quadersandsteinen, an faulen
Baumstümpfen, sandigen Hohlwegen und Bóschungen im Walde von der Ebene bis
in die untere Bergregion fast ganz Europas, sowie auch in Nord-Amerika, mit
Frucht mehr im Norden; fehlt in Italien. Wird schon 1718 im Catal. Giess. von
Dillen erwähnt. S. XXIV, 9, a und b) Bll., c) Kapsel, sowie Band I Tafel I,
Nr. 6 Pseudopodium; gez. nach am Böllenfallthorhaus bei Darmstadt an Wegböschungen
auf Granitboden mit Frucht ges. Expll.
1
i
— 215 —
B. Gymnocybe (Fries) Jur. 1882.
Die 6 Blüten scheibenförmig und mit keuligen Paraphysen. Basale
Blattzellen 2—3 schichtig.
2. Aulacomnium palustre (L.) Schwgr. 1827.
. Mnium L. 1758, Bryum Neck. 1771, Br. ventricosum Sibth. 1794, Hypnum W. & M.
1803, Orthopyxis P. Beauv. 1805, Hypnum elodes W. & M. 1807, Gymnocybe Fries. 1825,
Bryum (Streptotheca) W. Arn. 1825, Limnobryum Rabenh. 1863, Sphaerocephalus Lindb. 1879;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 584.
Zweihäusig; die scheibenfórmigen & Blüten mit aus breiterer, auf-
rechter Basis lineal-lanzettlichen, abstehenden Hüllbll. und fast keulenfórmigen,
oben kurzgliedrigen Paraphysen. Ausgedehnte, gelblichgrüne, innen durch
rostroten, glatten Stengelfilz verwebte, 10 und mehr cm tiefe, schwammige Rasen
mit krüftigen, aufrechten oder aufsteigenden, fünfkantigen Stengeln und unter
der Gipfelblüte entspringenden Innovationen, oder auch Sprossen aus ülteren
Stammteilen. Sterile Rasen oft mit Pseudopodien, ühnlich wie bei voriger Art.
Stammquerschnitt mit gelbbrauner, stereider Rindenschicht und dünnwandiger,
sphagnumartiger Aussenrinde. Bll. aufrecht abstehend, trocken gewunden
und verdreht, aus halb umfassender, etwas herablaufender Basis, lanzettlich bis
lineal-lanzettlich und meist schmal scharf zugespitzt, gekielt, mit bis gegen die
Spitze umgerolltem Rande, krenuliert gezühnter Spitze und in derselben ver-
schwindender Rippe. Querschnitt der letzteren mit mehrzühligen medianen
Deutern und kleiner sternfórmiger Begleitergruppe, doppelten, 2—3 schichtigen
Stereidenbündern und zahlreichen differentiierten, dickwandigen Bauch- und
Rückenzellen, aufwärts mehr rund, abwärts plankonvex. Blattzellen unregel-
mässig eckig bis rundlich oder oval etwa 14—18 u, kollenchymatisch oder
grubig verdiekt, und daher etwas sternförmig, beiderseits mit je einer hyalinen
Papille, an der Basis rektangulür, glatter und nur etwas aufgeblasen, in wenigen
Querreihen 2—3schichtig und gebräunt, jedoch an den fast geöhrten
Ecken nur einschichtig und oval-6seitig. Perichätialbll. länger zugespitzt und
nach innen kleiner. Kapsel auf 3—6 cm langer, unten rötlicher und rechts,
oben gelblicher und links gedrehter Seta geneigt, symmetrisch, 3,5—4 mm lang,
aus kurzem Halse dick eilänglich, resp. aus eiförmiger Basis hochrückig und
verschmälert, achtstreifig, mit kurz geschnäbeltem, gelblichem, am de
kerbigem Deckel und 3—4reihig sich abrollendem Ring, trocken gefurcht und
unter der Mündung eingeschnürt, entleert horizontal bis nickend, rotbraun und
tief längsfurchig. Peristomzähne sehr lang, gelblich bis rostfarben, fein papillös
und hell gesäumt, mit 40—50 gleichweiten inneren Lamellen. Membran des
inneren Peristoms hyalin, von halber Zahnhöhe, mit lanzettlichen, längs schmal
klaffenden Fortsätzen und meist knotigen Wimpern. Sporen 10—13 u, gelblich
oder grünlich rostbraun und fast glatt. Reife im Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 405.
Auf sumpfigen Waldwiesen und in Torfmooren von der Ebene bis in die
Alpen in 2800 m durch ganz Europa, Algier und Nord-Amerika verbreitet, oft in
Massenvegetation; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. Nach Arnell im
— 216 —
Jeniseithale Sibiriens gemein und bis 71° 55’ in der arktischen Region aufsteigend.
Auf Spitzbergen und in Grönland meist steril. S. X XIV, 8, a) Bl, b und c) Kapseln,
d) Peristom, e) stärker vergrösserte Blattzellen, g) Antheridium und Paraphysen,
f) Blattquerschnitt; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. imbricatum Br. eur. in lockeren, weniger filzigen Rasen mit stumpfen,
ganzrandigen, dachziegelig anliegenden Bll. — auf trockeneren Standorten, insbesondere
an felsigen Abhängen der Alpen;
var. fasciculare Br. eur. mit büschelig geteilten Stengeln, knotig beblätterten
Ästen und kurzen stumpfen Bll. — in Sümpfen der subalpinen Region;
var, polycephalum Br. eur. mit zahlreichen Pseudopodien und fast pfriemen-
fórmig zugespitzten Laubbll — mit der Normalform;
var. submersum anio, einebabituell an Hypnum fluit i de, schwimmende
Form — in Waldtümpeln bei Lyck in Ost-Preussen, usw., 0 ME formenreich.
3. Aulacomnium turgidum (Wahlenb.) Schwgr. 1827.
Hypnum Wahlbg. 1808, Hypnum illecebrum L. 1755, Mnium arrhenopterum Smith
1804, Arrhenopterum Wahlenb. 1807, Mnium Wahlenb. 1819, Bryum Swartz 1814, Gymnocybe
Lindb. 1867, Bryum (Streptotheca) W. Arn. 1825, Sphaerocephalus Lindb. 1879; ef. Rbh.
Kr. FL IV, Nr. 585
Zweihäusig; die scheibenfórmigen 6 Blüten mit aus hohler Basis
sternfórmig abstehenden, den Laubbll. ähnlichen, fast zungenfórmigen, stumpfen,
abstehenden Hüllbl. und keulenfórmigen Paraphysen mit spitzer Endzelle.
Habituell der var. imbricatum der vorigen Art ähnliche, gelblichgrüne, innen
braune, leicht zerfallende, nicht verwebte, bis 20 cm tiefe Rasen mit brüchigen,
unregelmässig üstigen, an der Spitze oft keulig verdickten, achtzeilig kátzchenartig
beblätterten Stengeln. Glatter kurzer Stengelfilz nur in den Blattachseln, jedoch
nie zwischen den Bll. vortretend. Stammquerschnitt mit Aussenrinde. BII.
kaum herablaufend, verlängert verkehrt eifórmig, oder spatel-zungenfórmig
und breit abgerundet, ganzrandig, lóffelartig hohl, mit von der Mitte
abwärts spiralig umgerolltem Rand und schwacher, gelblicher, weit vor der
Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit meist 4—6, an der
Basis sogar bis 8 medianen Deutern nebst wenigen Begleiterzellen, flachen, nur
1—2 schichtigen, doppelten Stereidenbündern und zahlreichen dickwandigen,
differentiierten Bauch- und Rückenzellen; im flachen Basalteil sind die Rücken-
zellen mehr substereid und die Laminazellen neben der Rippe in wenigen Reihen
doppelt. Blattzellen rundlich-5 und 6seitig, etwa 18 u, kollenchymatisch
und grubig verdickt, mit buchtig-sternfórmigem Lumen und beider-
seits je einer kurzen Papille, an der Basis mehr rektangulär-6 seitig, glatt,
gelbbrüunlieh ünd zweisehichtig. Perichätialbil. länger und stumpflich, nur
die innersten kleiner, lanzettlich und spitz. Kapsel auf 1,5—3,5 cm langer,
unten roter, oben gelblicher Seta geneigt, symmetrisch, aus kurzem Halse
eilänglich, 3—3,5 mm lang, gelblichbraun, achtstreifig, mit stumpf kegeligem
Deckel und 2reihig sich abrollendem Ring, entleert längsfurchig und unter
der Mündung verengt. Peristom wie bei palustre, die Fortsätze des inneren
— 217 —
Peristoms zuletzt in 2 Schenkel gespalten. Sporen 10—13 u, gelblich und
glatt. Reife im Juli. Br. eur. Vol. IV, Tab. 404.
Auf feuchten steinigen Triften und torfigem Boden in den Alpen von 1900
bis 2500 m, jedoch nicht auf Kalk, häufiger im Norden, in Skandinavien, Lappland
und Grönland; von Wahlenberg in Skandinavien entdeckt. Nach Arnell in den
Sümpfen des nördlichen Urwaldgebiets, sowie an den Tundrahügeln der arktischen
Region Sibiriens verbreitet. Von A. N. Lundström noch in 73° 30' m. Br.
daselbst gesammelt. Auch auf Spitzbergen und in Grönland gemein. S. XXIV, 10,
a) Bl, b) stürker vergrósserte Blattzellen, c und d) Kapseln, e) Antheridien mit
. Paraphysen, f und g) oberer und unterer Blattquerschnitt; gez. nach einem von
J. E. Zetterstedt in Norwegen ges. Expl.
Fam. XXIX. Bartramiaceae.
Erd-, Fels- und Sumpfmoose in meist polsterfórmigen, bläulich- bis
dunkelgrünen, innen rostfarbenen Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden,
mehr oder weniger mit glattem oder papillósem Filz besetzten Stengeln, je
1—2 Innovationen und zuweilen quirlständigen, unter der Blüte entspringenden
Sprossen. Stammquerschnitt 3- oder 5- und mehrkantig, mit begrenztem Zentral-
strang, dünnwandigem, getüpfeltem, lockerem Grundgewebe, 1—5 reihiger, eng-
zelliger, gefürbter Rindenschicht und oft mit deutlicher Aussenrinde. Bl.
meist nicht herablaufend, eilanzettlich bis lanzettlich-pfriemenfórmig, nie gesäumt
oberwürts am Rand oder auch an der oft auslaufenden Rippe gezühnt oder
gesägt und zuweilen doppelschichtig. Querschnitt der Rippe mit mehreren
medianen Deutern, armzelliger Begleitergruppe, einem unteren, seltener auch
einem oberen Stereidenband, ein- oder mehrschichtigen Bauchzellen und oft
mamillösen Rückenzellen. Blattzellen oberwärts klein, derb, quadratisch bis
verlängert rektangulär und selbst linearisch, beiderseits mamillös und papillös
(Plagiopus ausgenommen), an der Basis dünnwandiger, oft wasserhell und glatt,
verlängert rektangulär oder 6seitig, seltener kürzer. Perichätialbll. nur länger,
sonst wenig verschieden. Blüten zwitterig, l- und 2häusig, die 6 knospen-
oder scheibenförmig. Haube kappenförmig, klein und hinfällig. Kapsel (meist
einzeln) auf gerader, selten gedrehter Seta aufrecht oder geneigt, aus un-
deutlichem Halse mehr oder weniger kugelig, oder auch ohne Hals, oft
hochrückig, schiefmündig und streifig bis längsfurchig, mit sehr kleinem,
kegelig-gewölbtem, kurzem, seltener etwas geschnäbeltem, glattrandigem Deckel
und fast ohne Ring, entleert an der Mündung gestutzt, an der Basis ein-
gedrückt und gefurcht. Epidermiszellen der Kapselwand locker, am Urnenrand
mehrere Reihen stark abgeplattet. Spaltöffnungen normal phaneropor und nur
am Kapselgrunde. Sporensack klein, lang gestielt und durch Spann-
fäden mit dem doppelschichtigen Assimilationsgewebe der Kapselwand ver-
bunden. Peristom meist doppelt, seltener einfach oder fehlend. Peristomzühne
(16) tief inseriert und durch eine mehrschichtige Leiste mit der Urnenwand
verbunden, feucht kegelfórmig oder horizontal zusammenneigend, nach dem
س 218 س
Typus der Diplolepideen gebaut, dolehfórmig, glatt oder papillös und mit
kräftig entwickelten, aufwärts oft durch Verdickungen verbundenen
Lamellen. Inneres Peristom, wenn vorhanden, kürzer, mit anfangs klaffenden,
später in 2 divergente Schenkel gespaltenen Fortsätzen und rudimentären
Wimpern anf niedriger kielfaltiger Membran. Sporen gross, rund, oval oder
nierenförmig und papillös.
1. Gatt. Bartramia') Hedw. 1789.
Erd- und Felsmoose an weniger feuchten, mehr trockenen Standorten in
lockeren, weichen, glanzlosen, dunkel- oder bläulichgrünen, innen bräunlichgelben,
durch fein papillösen Stengelfilz verwebten Rasen mit dichasial und scheinbar
monopodial verzweigten Stengeln ohne quirlständige Aste. Stammquerschnitt
mit nur kleinzelliger, seltener ohne Aussenrinde. BII. 8reihig, aus
schmaler, meist halbscheidiger Basis allmählich oder plötzlich lang pfriemen-
förmig mit oberwärts doppelschichtiger Lamina und gesägtem Rand, sowie
mit kräftiger, in der Spitze endender oder auslaufender, und oft am Rücken
gesägter Rippe. Blattzellen oberwärts meist derb, klein, rechteckig und beiderseits
mamillós, resp. mamillós-papillós, an der Basis verlängert bis fast linear,
nicht erweitert, glatt und dünnwandig. Blüten terminal knospeniürmig, zwitterig,
paröcisch und einhäusig, die 6 neben den و mit 2 kleinen Hüllbll und zahl-
reichen fadenfórmigen Paraphysen. Kapsel auf. kürzerer oder längerer, kaum
gedrehter Seta aufrecht und regelmässig oder geneigt, symmetrisch und hoch-
rückig, fast kugelig und ohne Hals, gestreift und gefurcht, mit kleinem
gewölbtem, stumpf zugespitztem Deckel, entdeckelt gestutzt und eingedrückt.
Peristom einfach oder doppelt, nur selten fehlend, mit an der Spitze freien
Zähnen, das innere meist ohne Wimpern. |
Aussereuropüische Arten dieser (und der folgenden) Gattung waren nach
Jaeg. & S. bis zum Jahr 1879 noch 50 bekannt, wührend bis jetzt etwa die doppelte
Anzahl beschrieben ist.
l. Bartramia subulata Br. eur. 1846.
Weisia viridissima Brid. 1896, B. ithyphylla var. Husnot 1890; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 586.
Parócisch; die Antheridien in den Achseln eines Subperichätialbl. mit
goldgelben, mehr keuligen Paraphysen. Kleine, diehte, habituell an eine kleine
ithyphylla erinnernde, hóchstens 1-9 cm hohe, oben blüulichgrüne, innen
bräunliche, unten durch fast glatten, roten Wurzelfilz verbundene Räschen
mit aufrechten Stengeln und je 1 oder 9 Innovationen. Stammquerschnitt mit
grossem, gelbem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe, etwas engerer Rinde,
aber ohne Aussenrinde. Bil. dicht aufrecht abstehend, trocken dachziegelig
angepresst, etwa 2 mm lang, steif, aus heller, halbscheidiger, fast verkehrt-
eifórmiger Basis plötzlich lineal-pfriemenförmig, flachrandig, mit
') Von Hedwig zu Ehren des Amerikaners John Bartram bereits 1789 benannt.
— 219 —
aufwärts 2—3schichtiger Lamina, fein und scharf gesägtem Rande und in
der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren an der Basis verflacht,
durch subkostale Zellen erweitert und fast homogen, aufwärts plankonvex mit
1—2 schichtigen lockeren Bauchzellen nebst mehrzähligen medianen Deutern und
unter denselben zahlreiche, kleine verdickte Füllzellen, die sich von den
mamillósen Rückenzellen nur wenig unterscheiden. Blattzellen ziemlich dünn-
wandig, oberwürts klein, rektangulür, nur 6 u und mamillós, an der scheidigen
Basis locker, fast wasserhell, verlüngert rektangulür, zart und glatt, über 10 u,
an den Rändern schmäler. Innere Perichätialbll. an der Basis längsfaltig.
Kapsel auf 4—8 mm langer, dicker, steifer, roter Seta aufrecht und regel-
mässig, kurz ellipsoidisch bis kugelig, derbwandig, rötlichbraun, von der
Mündung bis zur Mitte mit dunkleren Streifen, kleinem, stumpf kegelig ge-
wölbtem, fast glattrandigem Deckel und i 1—2reihigem, stückweise
am Deckel und Urnenrand hängenbleibendem Ring, trocken längsfurchig, in
der Mitte zusammengezogen und an der Basis eingedrückt. Epidermiszellen
der Kapselwand mässig verdickt, meist länglich-6 eckig, am Urnenrand bis
6 Reihen abgeplattet. Spaltöffnungen nur am Kapselgrund. Peristom fehlend
oder rudimentär, zuweilen einzelne Zähne ausgebildet. Sporen 94-9 u,
nierenförmig, rostbraun und fein punktiert oder unregelmässig warzig. Reife
im August und September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 315
Auf steinigem Boden, in Felsspalten etc. in der f und Hochalpenregion
der Zentralalpen in 2100— 2700 m. Fehlt im Norden und in den Pyrenäen, ist
dagegen aus dem Himalaja-Gebirge Asiens bekannt; von W. Ph. Schimper 1843
im Pinzgau entdeckt, jedoch bereits 1817 von Hornschuch in den Tauern gesammelt.
S. XXIV, 7, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler im Lungau in
Steiermark in 2450 m ges. Expl.
2. Bartramia ithyphylla (Haller) Brid. 1803.
Bryum alpinum viridissimum ete. Haller 1740, Br. pomiforme 8 majus Web. 1778,
Bartr. pomiformis Wahlenb. 1812; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 587.
Zwitterig mit zahlreichen fadenfórmigen Paraphysen. Etwas starre,
mässig dichte, gelblich- bis bläulichgrüne, infolge der hellen, glänzenden
Blattscheiden an den Stengeln oben weisslich durchleuchtenden, unten
durch fein papillósen Stengelfilz rostbraunen Rasen mit schlanken, steifen Stengeln
und je 1—2 Innovationen. Stammquerschnitt stumpf 5 kantig, mit grossem Zentral-
strang, lockerem Grundgewebe, 1—2schichtiger, kleinzelliger Rinde und dünn-
^wandiger Aussenrinde. Bll aufrecht abstehend, 4—6 mm lang, trocken nur
locker steif aufrecht bis abstehend, aus fast gleichbreiter, weiss glänzender
Basis plótzlich lang lineal-pfriemenfórmig, rinnig-hohl, flachrandig und scharf
gesügt, beiderseits papillós, mit an der Basis durch subkostale Zellen er-
weiterter, aufwürts fast den ganzen Pfriementeil ausfüllender ‚Rippe.
Querschnitt der letzteren an der Basis flach, fast homogen, T5 schichtig, mit
weitlumigen, ziemlich dünnwandigen Zellen, aufwürts mit medianen Deutern,
doppelschichtigen, dickwandigen Bauchzellen und stark papillösen, dickwandigen
Rückenzellen, von denen die mehrschichtigen inneren Füllzellen im Lumen
— 220 —
kaum verschieden sind; auch die äusseren Bauchzellen stark mamillós. Blattzellen
im oberen Teil meist verlängert rektangulür, 6—7 u, im scheidigen Basalteil
wasserhell, länger und weiter, fast linear, etwa 8—11 u, jedoch gegen den
Rand enger. Kapsel auf 1—2 cm langer, roter, kaum gedrehter Seta geneigt
und symmetrisch, fast kugelig, hochrückig, gestreift, hellbraun mit stumpfem,
kurz kegeligem, glattrandigem Deckel und ohne Ring, trocken und entleert fast
horizontal, tief längsfurchig, gestutzt und eingedrückt. Peristom doppelt.
Zähne des äusseren Peristoms breit lanzettlich oder dolchförmig, rot, mit
unregelmässigem Rand, aussen fein punktiert, innen mit bis 14 niedrigen Lamellen,
zuweilen durchbrochen oder an der Spitze gespalten. Fortsätze des orangegelben
inneren Peristoms in 2 schmale divergierende Schenkel von halber Zahnhöhe
geteilt, auf niedriger Basilärmembran. Wimpern nur unvollständig ausgebildet.
Sporen 25—35 u, rostfarben und warzig. Reife im Mai, in höheren Lagen
später. Br. eur. Vol. IV, Tab. 317.
Auf lehmiger und sandig toniger Erde an Hohlwegen, in Waldschluchten, an
Felsspalten der Basalt-, Kalk- und Grauwackenformation, von der Ebene bis in die
Alpenregion in 3260 m durch ganz Europa verbreitet, auch in Asien und Nord-
Amerika häufig. Von Arnell in der arktischen Region bei Dudinka und Tolstoinos
in Sibirien gesammelt. Nach Berggren auch auf Spitzbergen und in Grönland
gemein. S. XXIV, 4, a) Bl, b) frische, c) trockene Kapsel, d) Peristom, e und
f) unterer und oberer Blattquerschnitt; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. rigidula Schpr. — var. strigosa Wahlenb. mit kürzeren, steifen, zer-
brechlichen, aus minder weissglünzender Basis weniger rasch verschmülerten Bll. —
auf dem Dovrefjeld in Norwegen und in Grónland.
3. Bartramia breviseta Lindb. 1868.
B. ithyphylla v. breviseta Kdb. 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 538.
Zwitterig. In 1,5—3 cm hohen, bis zu den üussersten Spitzen dicht
rostrot verfilzten, etwas von Oreas erinnernden, glanzlosen Rasen mit
aufrechten, dünnen, dicht beblütterten Stengeln. Bll. denen von thyphylla ähnlich,
jedoch feiner gezähnelt. Blattzellen des Scheidenteils gegen den Rand sehr
eng. Kapsel auf nur 1—3 mm langer Seta zwischen die Schopfbll. eingesenkt,
aufrecht und gerade, seltener etwas geneigt, fast kugelig. Peristom meist
rudimentär. Sporen 32—40 u, braun und grobwarzig. Reife im Juni.
Von Th. Fries und R. Henschen in Felsspalten der Insel Maasoe bei
Mangeröe in Finnmarken (Norwegen) entdeckt und nach Kindberg auch aus
Finnland, Schweden und Lappland bekannt. S. XX, 10, a bis c) Bll, d und
e) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare S. O. Lindbergs.
Unterscheidet sich von der in ihrer Gesellschaft wachsenden B. ithyphylla durch
fast glanzlose, nicht weissglänzende Blattscheiden,
4. Bartramia Halleriana Hedw. 1789.
Bryum norvegieum Gunn. 1772, Br. laterale Lightf. 1777, Br. pendulum Oeder 1780,
Webera Hedw. 1782, W. elandestina Hedw. 1782, „Bryum recurvum Wulf. 1788, Br. Bartramia
Gmelin 1791, Mnium laterale Hoffm. 1796, Br. pomiforme 8 Halleri Vill., Bartr. lateralis
Clairville 1811, Bartr. norvegica Lindb. 1863; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 588.
— 221 —
Einhäusig; die G Blüte wie bei pomiformis terminal neben der C, spüter
am Fusse des Scheidchens mit 2 kleinen Hüllbll. Weiche, schwellende, etwas
lockere, oft 10—15 em hohe, lebhaft oder gelblichgrüne bis brüunlich ge-
scheckte, weit hinauf durch gelbroten, fein papillósen Filz verwebte
Rasen mit aufsteigenden, scheinbar monopodial oder gabelig bis büschelig
verzweigten Stengeln. Stammquerschnitt ähnlich wie bei itAyphylla, jedoch
6kantig. Bll. 6—10 mm lang, aus breiter, halbscheidiger, gleichbreiter
Basis ziemlich rasch pfriemlich-borstenförmig, meist lseitig weit abstehend,
trocken geschlüngelt und verbogen, über der Basis etwas umgerollt, gegen
die flache Spitze am Rand und am Rücken der austretenden Rippe weit
hinab grob und scharf gesägt. Querschnitt der Rippe ähnlich wie bei
pomiformis gebaut, im unteren Teil durch subkostale Zellen erweitert und mehr
homogen, im oberen fast 3eckig, mit 2 grossen medianen Deutern, 2 — 3schichtigen
lockeren Bauchzellen, rundlichem unteren Stereidenband und wenig differentiierten
mamillósen Rückenzellen. Blattzellen im oberen Teil dickwandig, kurz rektangulär,
bis 9 u, schwach mamillös und nach der Spitze zu unregelmässig 2— 93 schichtig,
im basalen Teile verlängert, wasserhell und kaum breiter, 8—10 u. Kapsel
(zuweilen 2 scheinbar aus demselben Perichätium) durch den neuen Spross
zur Seite gedrängt und daher scheinbar lateral, auf nur 3—5 mm langer,
etwas abwürts gebogener, roter Seta geneigt und symmetrisch, eirundlich
bis fast kugelig, hockrückig und schiefmündig, hellbraun mit gewólbt kegeligem,
zugespitztem Deckel, ohne Ring, trocken zusammengezogen, lüngsfurchig und
oft jahrelang nicht abfallend, so dass sich ältere und jüngere Kapseln gleich-
zeitig an derselben Pflanze finden. Epidermiszellen der Kapselwand locker
rundlich oder oval-6seitig und dickwandig. am Urnenrand 3—6 Reihen ab-
geplattet. Peristom doppelt. Zähne des äusseren Peristoms bräunlichrot,
aufwärts schmal gelb gesäumt und mit bis 24 inneren Lamellen; inneres
Peristom kürzer, mit gelber bis orangegelber Membran, in 2 Schenkel ge-
spaltenen Fortsätzen und nur einzelnen. meist verkümmerten Wimpern. Sporen
14—18 u, rostfarben und warzig. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 320.
An schattigen, kalkärmeren Felsen und steinigen Abhängen durch die untere
Berg- und Alpenregion des mittleren und nördlichen Europas bis in 2500 m und
fast über den ganzen Erdkreis verbreitet, gern an Wasserfällen; von Haller in
der Schweiz entdeckt. S. XXIV, 6, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach von Schimper
in den Vogesen ges. Expll, sowie nach Expll. aus dem Thüringer Wald.
5. Bartramia pomiformis (L.) Hedw. 1801.
Bryum L. 1758, Webera Hedw. 1782, Mnium L. jun. 1787, Bartr. vulgaris Lamarck
& De Cand. 1805, B. crispa 8 minor Sw. 1807, B. crispa 8 pomiformis Lindb. 1879,
B. crispa v. nigrescens Kindb. 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 589.
Einhäusig; die terminalen Ğ Blüten neben den رو später am Fusse des
Scheidehens mit 2 mit Rippe versehenen, stachelspitzigen Hüllbll, resp. mit
Stütz- und Deckbl. Gewöhnlich stehen 2—4 durch Hüllbll getrennte 6 und
Ọ Blüten am Gipfel der Innovationen. Weiche, schwellende, meist polster-
förmige, 9-8 cm hohe, bläulich- oder gelblich- bis dunkelgrüne, weit hinauf
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durch braunen, fein papillösen Filz verwebte Rasen mit einfach geteilten oder
mehrfach verzweigten Stengeln. Stammquerschnitt mehrkantig, mit Zentral-
strang, braunroter, lschichtiger Rinde und kleinzelliger Aussenrinde. Bil.
aufrecht abstehend oder abstehend, trocken verbogen bis kraus, aus gelblicher,
nicht scheidiger, etwas elliptisch verlängerter Basis allmählich lanzettlich-
pfriemenförmig, gekielt, bis über die Mitte am Rande umgerollt, an der
Spitze und am Rücken der Rippe weit herab grob gesägt. Lamina 1 schichtig,
nur die Randzellreihe oberwärts doppelschichtig. Querschnitt der bei den
oberen Bll. als stachelige Granne austretenden Rippe ähnlich wie bei Halleriana,
aufwärts am Rücken stark vortretend, mit 2 medianen Deutern nebst wenigen
Begleitern, 2—3 Schichten lockerer, diekwandiger Bauchzellen, zahlreichen
differentiierten, mamillösen Rückenzellen und einem sichelförmigen, 3 schichtigen
Band stereider oder etwas substereider Füllzellen; stellenweise erscheint auch
die Deuterreihe (2—5) mehr geteilt, so dass bis 5 teilweise doppelreihige
Deuter die Mitte der Rippe durchziehen. Blattzellen mässig verdickt, im oberen
Teil meist quadratisch, 8—10 u, und stark mamillös, an der Basis gelblich,
verlängert rektangulär bis linear und kaum breiter, nur weniger verdickt.
Kapsel auf 1—2 cm langer, unten von niedriger, zerfetzter Ochrea umgebener,
roter Seta geneigt bis horizontal, fast kugelig, hochrückig, mit aus gewölbter
Basis kurz kegeligem Deckel, ohne Ring, trocken zusammengezogen, eingedrückt
und tief längsfurchig. Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig, am Urnen-
rand 6—10 Reihen abgeplattet. Peristom doppelt. Zähne des äusseren Peristoms
aus breiter Basis rasch verschmälert, papillös, gelbbräunlich und schmal gelb
gesäumt, mit etwa 14 inneren Lamellen, das innere kürzer, meist ohne Wimpern,
mit orangegelber Membran und in 2 divergierende Schenkel gespaltenen Fort-
sützen. Sporen 18—25 u, rostfarben und grobwarzig. Reife im April und
Mai. Br. eur. Vol. IV, Tab. 319.
Auf kalkarmem Waldboden, in Schluchten und Hohlwegen, an steinigen Ab-
hängen und quarzhaltigen Felsen, von der Ebene bis in die Voralpenregion in
1950 m allgemein verbreitet, auch in Algier, Asien und Nord-Amerika; war schon
Dillen 1718 am Hangenstein bei Giessen bekannt. S. XXIV, 1, a) Bl, b bis
d) trockene und frische Kapseln, e) inneres Peristom, f und g) Blattquerschnitte;
gez. nach bei Darmstadt und bei Laubach ges. Expll.
Var. erispa Schpr. — Bartr. hercynica Floerke in kräftigeren, habituell an
Halleriana erinnernden Rasen mit längeren, krausen Bll. und von den jungen Sprossen
etwas überragter Kapsel auf aufrechter Seta — an feuchteren Standorten mehr in
der Ebene, jedoch auch bei Antsiferova in Sibirien (Arnell);
var. heteromalla C. Müll. — Bartr. heteromalla Brid. mit sichelförmig
einseitswendigen Bll. — in Schweden und Nord-Amerika.
6. Bartramia strieta Brid. 1803.
Bartr. strictifolia Tayl. 1846; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 590.
Zwitterig; die knospenfórmigen Blüten mit zahlreichen langen, orange-
زر fadenförmigen Paraphysen. Breite, fast kissenförmige, nur 1—2,5 cm
— 223 —
hohe, oben gelblich- bis freudiggrüne, innen brüunliche, mit Erde durchsetzte
und durch rostfarbenen, fein papillósen Filz verwebte, dichte Rasen mit auf-
rechten, steifen, gabelig geteilten, 5 kantigen Stengeln. Stammquerschnitt mit
grossem, gelbem Zentralstrang, jedoch ohne Aussenrinde. Bil. Sreihig, ge-
drängt aufrecht abstehend, trocken steif aufrecht und zerbrechlich, die Schopfbll.
grösser, 3—4 mm lang, lanzettlich und allmählich in eine pfriemliche Spitze
verschmälert, am Rande der hohlen Basis schwach zurückgeschlagen, oberwärts
flach, doppelschichtig und sehr mamillös, mit scharf gesägter Pfriemenspitze
und gelber, auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren unten mit 6 medianen
Deutern, 1—2 reihigen Bauchzellen, wenigen unteren Stereiden und fast stereiden,
mamillósen Aussenzellen, aufwürts zunüchst demjenigen von pomiformis ühnlich,
oben jedoch mit meist 4 medianen Deutern nebst kleiner Begleitergruppe,
doppelten Stereidenbändern und stark mamillösen Aussenzellen, auch die
Laminazellen oben doppelschichtig. Blattzellen sämtlich grün, verdickt und
kurz rektangulär, 7—9 u, an der Basis neben der Rippe etwas weiter und
etwa 3—4 mal so lang als breit, in den Ecken wenige Reihen kürzer, fast
quadratisch und lockerer, meist 14—18 u. Kutikula fein lüngsstreifig. Kapsel
auf 1—2 cm langer, steifer, oben stumpflich 4kantiger Seta aufrecht oder
schwach geneigt, ziemlich regelmässig eikugelig, fein längsstreifig, mit flach
gewölbtem, stumpfem oder mit Warze versehenem, glattrandigem Deckel, aber
ohne Ring. Epidermiszellen der Kapselwand etwas kollenchymatisch verdickt,
am Urnenrand 5—6 Reihen abgeplattet. Peristom einfach, die 16 Zähne
gelbrot, lanzettlich, am Rande buchtig oder ausgefressen und in der Längslinie
zuweilen durchlöchert, innen mit etwa 8 schwachen Lamellen. Sporen 22— 30 u,
kugelig, rostfarben und grobwarzig. Reife im März. Br. eur. Vol. IV, Tab. 316.
Auf kiesiger Unterlage, in Hohlwegen, an grasigen Abhängen und erdbedeckten
Felsen in den Ländern um das Mittelmeer von 300—1900 m, jedoch auch: aus
Amerika und Neu-Holland bekannt. Soll auch in England gefunden worden sein.
u XXIV, 3, a) Bl, b) Kapsel, c) Peristom, d und e) Blattquerschnitte; gez. nach
von E. Levier in Italien ges. Expll.
2. Gatt. Plagiopus') Brid. 1826.
Bartramia Subg. Oreadella C. M. 1849.
An die vorige Gattung sich eng anschliessende Felsbewohner kalkhaltiger
Gesteine, die sich von derselben nur durch 3kantigen Stengel mit lockerer,
sphagnumartiger Aussenrinde, stachelig-papillósen Wurzelfilz und fast
glatte, weder mamillöse noch papillöse Blattzellen mit nur warzig gestrichelter
Kutikula unterscheiden.
Nach Limpricht soll sich diese Gattung auch durch interlamellare Ver-
dickungen in der oberen Hälfte der Peristomzähne von der vorigen unterscheiden,
während ich senkrechte Verbindungen der inneren Lamellen mehr bei Bartr.
1) Von mAayıos quer, schief, schräg und rois Fuss, weil die Kapsel nicht mit ihrer Mitte,
sondern schräg der Seta a
ee Rn:
س 224 —
ithyphylla etc. gefunden habe, aber nicht bei Plagiopus Oederi. Von aussereuropäischen
rten dieser Gatt. ist nach C. M. nur PL Javanicus aus Java bekannt.
1. Plagiopus Oederi (Gunn.) Limpr. 1895.
Brywm Gunn. 1772, Br. pomiforme 8 Oederi Vill. 1786, Br. lacerum Vill. 1786, Bartr.
gracilis Floerke 1799, Mnium gracile Funck, Bartramia Oederiana Sw. 1800, B. longiseta
Brid. 1803, B. alpina Schleich., B. subintegrifolia P. Beauv. 1805, B. grandiflora Schwgr. 1816;
cf, Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 591.
Zwitterig mit zahlreichen goldgelben, langen, straffen Paraphysen. Mehr
oder minder dichte, dunkelgrüne oder bräunlich gescheckte, innen rostbraune,
durch stachelig-papillósen Filz verwebte, bis 10 cm hohe Rasen mit dünnen,
schlanken, 3kantigen, mehrfach gabelig bis fast büschelig verzweigten Stengeln
Stammquerschnitt mit undeutlichem, armzelligem Zentralstrang, derbwandigem,
lockerem Grundgewebe, 2schichtiger, kleinzelliger Rinde und sehr lockerer,
hyaliner Aussenrinde; die Aussenwände der sphagnoiden Rindenzellen im
Alter kollabiert. BH. allseitig abstehend bis zurückgekrümmt, trocken gedreht,
aus aufrechter, nicht scheidiger, elliptischer Basis lanzettlich lang zugespitzt
aufwärts scharf gekielt, resp. kielig zusammengefaltet, mit bis über die Mitte
umgeschlagenem Rand, weit herab (mit Doppelzähnen) scharf gesägter Spitze
und schmaler, oben am Rücken einfach gesägter, mit der Spitze endender
Rippe. Lamina lschichtig mit oberwärts doppelschiehtiger Randreihe. Quer-
schnitt der Rippe mit fast homogenen, diekwandigen Zellen, die inneren
nicht kleiner, die Aussenzellen turgid und mit warzig gestrichelter Kutikula,
gleichsam wie mit zahlreichen winzigen Papillchen besetzt, an der Basis jedoch
glatt und oft gelbwandig. Blattzellen diekwandig, oberwärts kurz rektangulär und
quadratisch, bis 10 u, von der Mitte an abwärts länger, neben der Rippe an
der Basis bis 18 u, in den Ecken etwas kürzer, lünglich-6seitig. Kapsel auf
1—1,5 cm langer, purpurroter Seta schwach geneigt, klein, fast kugelig und
schwach hochrückig, undeutlich gestreift, braun, mit kleinem, stumpf kegeligem,
kurzem Deckel, ohne Ring, trocken gestutzt und stark längsfurchig. Epidermis-
zellen der Kapselwand verdickt, aber nicht kollenchymatisch, am Urnenrand
5—8 Reihen abgeplattet, die 4 obersten sehr flach. Peristom doppelt. Zähne
des äusseren Peristoms schmal dolchförmig, rötlichbraun und glatt, mit etwa
18 inneren Lamellen, das innere kürzer, hellgelb, ohne Wimpern, mit sehr
niedriger Membran und anfangs klaffenden, sehr bald in divergierende Schenkel
gespaltenen Fortsützen. Sporen 24— 30 u, meist nierenförmig, rostrot und mit
pustelartigen Warzen. Reife im Mai, in höheren Lagen später. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 318.
An feuchten, schattigen Kalkfelsen von der Bergregion bis in die Alpen in
2700 m in Europa, sowie in Nord- und Süd-Amerika; insbesondere auch in Skandinavien
und in Britannien. Von Arnell im nördlichen Urwaldgebiet Sibiriens und von
Sahlberg bei Kantaika in der subarktischen Region daselbst gesammelt, jedoch
auch von Spitzbergen bekannt.
Var. condensata Brid. in niedrigen, dicht verfilzten, kompakten Rasen mit
schlanken Stengeln und kürzeren Ästen — auf sonnigen Paun. der Hochalpen von
— 225 —
1900—2700 m. S. XXIV, 2, a) Bl., b) Kapsel, c) Peristom, d und e) Blatt-
querschnitte; gez. nach von Schimper im Jura und von J. E. Zetterstedt in
Norwegen ges. Expll.
3. Gatt. Anacolia') Schpr. 1876.
Nach Verzweigung, Blatt und Zellnetz an die Gattung Bartramia sich
eng anschliessende Felsbewohner in dichten Rasen mit abwürts stark rost-
filzigen Stengeln. Stammquerschnitt rundlich-mehrkantig, mit Zentralstrang
und mehrzellreihiger Rindenschicht, aber ohne Aussenrinde. Blüten zwei-
häusig, die 6 knospenförmig mit fadenförmigen Paraphysen. Kapsel auf
sehr kurzer Seta meist aufrecht und symmetrisch, fast kugelig, dünnwandig
und ungestreift, mit kleinem, gewólbtem Deckel, ohne Ring, trocken nicht
gefurcht, sondern nur runzelig. Peristom fehlend.
Ist ebenso wie die nahe verwandte Gattung (rlyphocarpus auch in einigen
ausländischen Arten bekannt.
1. Anacolia Webbii (Mont.) Schpr. 1876.
Glyphocarpus Mont. 1838, Bartramia C. M. 1849, Bartramia granatensis Schpr. Coroll.
1856; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 547.
Zweihüusig; die c Blüten knospenförmig und mitfadenförmigen Paraphysen.
Dichte, brüunlichgrüne, innen braunrot durch stachelig-papillósen Filz verwebte,
3—10 em hohe Rasen mit gabelig, resp. dichasial verzweigten, brüchigen Stengeln.
Stammquerschnitt mit begrenztem Zentralstrang, lockerem, kollenchymatischem
Grundgewebe und 3—4 schichtiger, kleinzelliger, roter, aussen warzig-mamillöser
Rinde, - ohne Aussenrinde. Bil. gedrängt steif und starr abstehend, trocken
anliegend, brüchig, aus nicht scheidiger, zweifurchiger, eifórmiger Basis
lang lineal-lanzettlich bis pfriemlich verschmülert, am Rand bis über die Mitte
umgerollt und oberwürts sehr fein scharf gesügt, mit aufwürts doppelschichtiger,
beiderseits mamillöser Lamina und kräftiger, am Rücken stark vortretender,
als gesägte Granne auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit mehreren
(meist 6) medianen Deutern nebst wenigen Begleiterzellen, mit doppelschichtigen,
dickwandigen, lockeren Bauchzellen, zahlreichen Stereiden und nur wenig davon
verschiedenen, mamillösen Rückenzellen. Blattzellen sämtlich diekwandig,
oben kurz rektangulär und sehr eng, etwa 8 p, im Lumen dagegen 4—6 u,
nach der Basis zu mehr quadratisch und bis 10 u, an der Insertion gelblich.
Kapsel auf kurzer, dieker, dem zylindrischen Scheidehen gleichlanger Seta
aufrecht und regelmässig, fast kugelig, dünnwandig, rostbraun, weder gestreift
noch gefurcht, mit sehr kleinem, gewölbtem, orangefarbenem Deckel, ohne
Ring. Am Urnenrand 5—6 Reihen abgeplatteter Zellen. Spaltöffnungen spärlich.
Peristom fehlend. Sporensack klein. Sporen 22—28 u und rostbraun.
An Felsen im äussersten Süden Europas und im nördlichen Afrika; von
W. Ph. Schimper 1847 im Thale Xenil der Sierra Nevada in Spanien und von
Mabille in Korsika cfr. gesammelt, jedoch bereits früher von W ebb auf Teneriffa entdeckt.
! Von àráxoAos gestutzt, abgekürzt oder kurzbeinig, wegen der kurzen Seta der Kapsel.
Roth, Die europäischen Laubmoose. Il. 15
زیت ات هی a an ed سای دس نی
Nach Bescherelle auch aus Algier und nach Schliephacke von Madeira bekannt.
S. XXV, 11, a) Bl, b) Blattquerschnitt; gez. nach von Bottini in Sicilien
ges. Expll.
4. Gatt. Conostomum ') Swartz 1806.
In schwellend polsterfórmigen, dichten, dureh glatten Filz verwebten
Rasen wachsende Erd- und Felsbewohner mit dünnen, schlanken, brüchigen,
5 kantigen Stengeln und büscheligen Asten. Stammquerschnitt mit grossem,
begrenztem Zentralstrang, sehr lockerem Grundgewebe, 1— 2 schichtiger, dick-
wandiger Rinde und sphagnumartiger Aussenrinde. Zellnetz der Bil.
demjenigen von Bartramia ähnlich. Blüten zweihäusig, die 6 fast scheibenförmig
mit etwas keulenfórmigen Paraphysen. Kapsel auf verlüngerter Seta geneigt,
kurzhalsig, verkehrt eifórmig, etwas hochrückig, gestreift, mit kurz und dick
geschnübeltem Deckel, ohne Ring. Peristom einfach, aus 16 schmal lanzett-
lichen, gewólbt kegelig zusammengeneigten und an den Spitzen anfangs gitter-
artig verbundenen Zähnen gebildet.
In mehreren Arten in den Anden Süd-Amerikas und den Gebirgen Neu-
Hollands vertreten. Nach Jaeger & S. waren bis zum Jahre 1879 bereits 4 ausser-
europüische Arten bekannt, wührend bis jetzt schon etwa 10 beschrieben sind.
1. Conostomum boreale Swartz 1806.
Bryum tetragonum Dicks. 1790, Gr immia conostoma Smith 1804, Con. arcticum Sw.
1826, "us tetragonum Lindb. 1863, Bartramia conostoma Br. eur. 1842; ef. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 5
zen g, mit fast scheibenförmigen 6 Blüten. Dichte, feste, glanzlose,
oben blaugrüne oder meergrüne, innen rostfarbene, glattfilzig verwebte, 2—4
und steril selbst 10 cm hohe, meist polsterfórmige Rasen mit schlanken, gabelig
bis fast büschelig verzweigten, brüchigen, fünfkantigen Stengeln. Bll. fünf-
zeilig, dicht gedrängt anliegend, steif und brüchig, die unteren lanzettlich
mit vor der gesägten Spitze endender Rippe, aufwärts allmählich länger, 1,5 mm
lang, schmal lanzettlich, zugespitzt und mit stachelig austretender Rippe, alle
gekielt, 1schichtig, fast glatt, gegen die Spitze mamillös und am Rand gesägt.
Querschnitt der Rippe an der Basis mehr homogen, aufwärts mit 2—5 medianen
Deutern nebst einer Begleitergruppe, mit unteren substereiden bis stereiden
Füllzellen und 1schichtigen lockeren Bauch- und Rückenzellen. Blattzellen
derbwandig, vorzugsweise rektangulür, oberwürts 9—11 u, an der Basis rötlich-
gelb und nach der Rippe zu breiter, bis 15 u. Perichätialbll. grösser, mit
halbscheidiger Basis und dünner Rippe. Kapsel auf 1-9 cm langer, gelbroter,
oben links gedrehter, am Fusse mit zerschlitzter Ochrea umgebener Seta
geneigt, dick verkehrt eiförmig, gestreift und gefurcht, gelblichbraun, mit etwas
aufgeblasenem, kurzem Hals, kleinem, gerade oder schief kegelig geschnäbeltem
Deckel von و Urnenlinge und undeutlichem, bleibendem Ring, trocken und
entleert mit 9—11tiefen Furchen. Peristomzähne aussen purpurrot, scheinbar
1) Von xówos Kegel und oriua Mündung wegen des Peristoms.
— 227 —
mit Dorsallinie, nach unten jedoch oft mehrplattig gegliedert, innen orangerot
mit zahlreichen Lamellen und infolge dessen buchtigen, unregelmässigen Seiten-
rändern. Sporen 35—48 u, zum Teil nierenförmig, rostfarben und grosswarzig.
Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 322.
Auf Humus kieselhaltiger Gesteine in den Hochalpen der Tatra und der
Zentralalpen von 1800— 2800 m, häufiger im Norden Europas, in Schottland,
Norwegen etc. jedoch auch aus Nord-Amerika und dem nördlichen Asien bekannt.
Von Lundström auf der Samojedenhalbinsel noch in 72° n. Br. aufgefunden.
S. XXV, 1, a) oberes, b) unteres Bl, c) Kapsel, d) Blattquerschnitt und XXVII, 7,
Peristom; gez. nach einem von V. F. Brotherus in Lappland ges. Expl.
5. Gatt. Breutelia’) Schpr. 1856.
Bartramia Sect. Plicatella ©. M. 1849. .
In mehr oder weniger dichten, durch feinpapillósen Filz innen verwebten
Rasen wachsende Fels- und Sumpfbewohner mit unregelmüssig verüstelten,
rostfilzigen Stengeln und oft quirlständigen, unter der Blüte entspringenden,
kürzeren Sprossen. Stammquerschnitt mit grossem Zentralstrang, lockerem
Grundgewebe, 3—4schichtiger, kleinzelliger Rinde und sphagnumartiger
Aussenrinde (s. XXVII, 10). Bll. etwas glänzend, aus längsfaltiger,
halbscheidiger, breiter Basis sehr lang lanzettlich verlängert und unterseits
durch lange hyaline Papillen auf der Querwand oder am unteren Ende der
Zellen rauh. Blattzellen diekwandig und vorzugsweise linearisch. Blüten
zweihäusig, die 6 dick scheibenförmig, mit aus aufrechter, hohler Basis
rosettenartig abstehenden Hüllbll und fast keulenförmigen, goldgelben
Paraphysen. Kapsel auf kürzerer, schwanenhalsartig gebogener, oder längerer
aufrechter Seta geneigt bis hängend, kugelig oder eilänglich, gestreift und
gefurcht, mit kleinem, warzigem oder kurz kegeligem Deckel. Im übrigen
wie bei Bartramia.
Nach Jaeger & S. waren bis zum Jahr 1879 bereits 39 aussereuropüische Arten
dieser Gattung bekannt, wührend bis jetzt schon mehr als 60 beschrieben sind.
1. Breutelia arcuata (Dicks.) Schpr. 1856.
Hypnum chrysocomum Dicks. 1790, Mnium Dicks. 1793, Bryum Hull 1799, Bartramia
Swartz 1801, Mnium chrysocomum Hedw. 1801, Breutelia chrysocoma Lindb. 1863; ef. Rbh.
Kr. Fl. IV, Nr. 593 und IV, 3, S. ۰
Zweihüusig, mit scheibenfórmigen 6 Blüten. Ausgedehnte, ziemlich
lockere, kräftige, habituell etwas an Hylocomium iriquetrum erinnernde, glänzend
gelbgrüne, innen durch diehten Stengelfilz rostrote Rasen mit 10—15 cm langen,
aufsteigenden, unregelmässig verzweigten Stengeln und kürzeren und längeren
Ästen. Bil. Sreihig, dicht gestellt, fast gleichgross, 3—4 mm lang, aus nicht
herablaufender, breiter, verkehrt eiförmiger, halbumfassender, mehrfach
längsfurchiger Basis lang lanzettlich verlängert und sparrig abstehend, über
der Basis aufwärts am Rand scharf gesägt, mit schmaler, in der Spitze endender
1j Nach Breutel, Bischof der Herrnhuter Brüdergemeinde in der Oberlausitz ( 1875)
imp nt.
von Sehimper benann hs
Sca
Rippe und auf der unteren Seite mit je einer langen Papille an jeder Zelle,
resp. an den Zellquerwünden. Querschnitt der Rippe oben bikonvex mit nur 9,
im Basalteil dagegen mit bis 6 grossen medianen Deutern, flachem unteren
Stereidenband und nur wenig differentiierten, meist doppelschichtigen Bauch-
und Rückenzellen; in dem flacheren, breiten basalen Querschnitt erscheinen
einzelne Deuter mitunter tangential geteilt. Begleiterzellen fehlen. Blattzellen
dickwandig und linearisch, nur 5—7 u, nicht getüpfelt, an der Basis nach
dem Rand zu breiter und lockerer, mehr rektangulär bis quadratisch,
16—20 u, an der Insertion rotgelb. Perichätialbll. eilanzettlich, steif aufrecht,
nach innen kleiner und nicht papillós. Kapsel auf kurzer, geschlüngelter oder
schwanenhalsartig gebogener Seta geneigt bis hüngend, eikugelig, dünnwandig,
rötlichgelb, gestreift, kleinmündig, mit sehr kleinem, rótlichem, stumpf kurz-
kegeligem Deckel, ohne Ring, trocken gefurcht. Peristom doppelt, demjenigen
von Bartramia Halleriana ähnlich; die gelbroten, nicht gesäumten äusseren
Zähne mit meist 22 hohen inneren Lamellen, das innere Peristom mit etwas
kürzeren, in 2 gespreitzte Schenkel gespaltenen Fortsätzen auf niedriger, kiel-
faltiger Membran und mit vereinzelten, nur rudimentären Wimpern. Sporen
20—28 u, rund und nierenförmig, gelblich und breitwarzig. Reife im Juni.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 321.
An feuchten, überrieselten Felsen, auch auf nassem Heideland und Wiesen in
Britannien, Norwegen, der Schweiz (am Vierwaldstädter See), in den Pyrenäen und
auf Korsika; von Rich. Richardson entdeckt. S. XXV, 2, a) Bl, b) stärker ver-
grössertes Zellnetz, c und d) Blattquerschnitte, e und f) Kapseln, sowie XXVII, 10,
Stammquerschnitt; gez. nach einem von H. Graf zu Solms-Laubach auf den Hebriden
(Insel Skye) ges. Expl.
6. Gatt. Bartramidula Schpr. 1846.
Niedrige, kleine, kaum 1 cm hohe, lockerrasige Erd- und Felsbewohner
` mit aus niederliegender Basis aufsteigenden, unter der Blüte quirlförmig sprossen-
den, glattfilzigen Stengeln. Stammquerschnitt rund, mit Zentralstrang, lockerem
Grundgewebe, 1 schichtiger, dickwandiger Rinde und sphagnumartiger
Aussenrinde. Nach Bl. und Zellnetz an eine schmalblätterige Philonotis er-
innernd. Blüten meist zwitterig und mit fadenförmigen Paraphysen, jedoch
bei ausländischen Arten auch 2 häusig. Kapsel (oft 2—5 aus demselben
Perichätium) auf kurzer, bogig aufgerichteter, schwanenhalsartig gekrümmter
Seta horizontal bis nickend, regelmässig, mit dem kurzen Halse kugelig-
birnförmig, dünnwandig und lockerzellig, weder gestreift noch gefurcht, mit
flach konvexem Deckel, ohne Ring und ohne Peristom.
Ausländische Arten dieser Gattung sind bereits 16 bekannt.
1. Bartramidula Wilsoni Br. eur. 1846.
Glyphocarpa? cernua Wils. 1841, Bartramia (Philonotula) C. Müll. 1848, Bartramidula
cernua Lindb. 1863, Philonotis Braithw. 1895; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 555 u. IV, 3, S. 790.
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Zwitterig, mit fadenförmigen Paraphysen. Kleine, lockere, bleichgrüne,
etwas glänzende Räschen mit aus niederliegender Basis aufsteigenden, glatt-
filzigen, unter der Blüte quirlfórmig sprossenden, 4—8 mm langen Stengeln. BI.
aufrecht abstehend oder einseitswendig, dicht gestellt, schmal lanzettlich und scharf
zugespitzt, an der Basis nicht faltig, oberwürts scharf gezühnt, lschichtig, mit
unten flacher, oben am Rücken gezühnter, vor der Spitze endender Rippe.
Querschnitt der letzteren aufwürts mit 2 medianen Deutern, 2 Bauchzellen,
gelbrótlichen Stereiden und lockeren Rückenzellen. Blattzellen nicht oder
kaum mamillös, verlängert-rektangulär, oben derbwandig, 10 u, an der Basis
dünnwandiger und lockerer, 16—18 u. Perichätialbll. etwas länger, mit halb-
scheidiger Basis und dünnerer Rippe. Kapsel (meist 2—5 aus einem Perichätium)
auf 5 mm langer, schwanenhalsartig gekrümmter Seta horizontal oder
nickend, regelmässig, mit dem kurzen Halse kugelig-birnförmig, oben etwas
abgeplattet, mit kleiner, enger Mündung und schwach gewölbtem, unmerklich
warzigem Deckel, im übrigen wie oben bereits angegeben. Am Urnenrand
4—6 Reihen mehr querbreiter Zellen, an der Basis 3 Reihen Spaltöffnungen.
Sporensack sehr klein und lang gestielt. Sporen rund oder etwas nierenförmig,
28—35 u, braun und warzig. Reife im Oktober. Br. eur. Vol. IV, Tab. 327.
An mit Humus bedeckten Felsen in Irland, England und Schottland selten;
von Wilson 1829 in Irland entdeckt. S. XXV, 7, a und b) BlL, c) Habitusbild
in natürlicher Grösse, d) Schopf stärker vergróssert, e) Kapsel; gez. nach einem
von J. Fergusson in Schottland ges. Expl. (comm. Brotherus).
7. Gatt. Philonotis') Brid. 1827.
Bläulich- oder gelblichgrüne, meist dichtrasige, quellenliebende Sumpf-
moose oder auch Bewohner feuchter Felsen mit mehr oder weniger glattfilzigen,
gabelig, resp. dichasial verzweigten und unter der Blüte quirlförmig sprossen-
den aufrechten oder aufsteigenden Stengeln. Stammquerschnitt 5 kantig, mit
Zentralstrang und sphagnumartiger Aussenrinde. Bll. meist ziemlich gleich-
mässig oder an 6 und و Sprossen zweigestaltig, meistens aufrecht abstehend
oder einseitswendig, eilanzettlich oder lanzettlich, an der Basis gefurcht oder
ungefurcht, scharf zugespitzt, gezähnt oder gesägt, mit lschichtiger Lamina
und vollstindiger oder auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit
medianen Deutern und Begleitern, 2 Stereidenbündern und differentiierten
Aussenzellen. Blattzellen verlängert rektangulär mit einer mamillösen
Papille am oberen oder unteren, oder an beiden Enden jeder Zelle, an der
Basis lockerer. Blüten selten 1häusig und alle knospenförmig, meist 2 häusig,
mit scheibenförmigen 6 Blüten und keulenfórmigen Paraphysen. Kapsel
auf meist sehr langer Seta geneigt bis horizontal, fast kugelig und in die
Seta verschmälert, klein- und schiefmündig, gestreift und gefurcht mit kleinem,
gewölbtem bis stumpf kegeligem Deckel, aber ohne Ring. Peristom doppelt.
Die längeren Zähne des äusseren Peristoms mit zahlreichen inneren Lamellen,
1) Feuchtigkeit liebend, von 204 befreundet und votis Nässe.
— 230 —
sowie aufwürts oft mit interlamellaren Verdickungen; das innere Peristom mit
anfangs klaffenden, später in divergierende Schenkel geteilten Fortsätzen und
dazwischen je 2 mehr oder weniger vollstindigen Wimpern auf kielfaltiger
Membran von !4,—!/, Zahnhóhe. Sporen oft nierenförmig, meist rotbraun
und warzig.
Zur Unterscheidung der einzelnen Arten sind namentlich die Hüllbll der
Ğ Blüten von besonderer Wichtigkeit. Ausländische Arten dieser Gattung waren
nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879 bereits 87 bekannt, während jetzt schon
über 170 beschrieben sind.
A. Philonotula.
Einhäusig und mit knospenförmigen GO Blüten.
1. Philonotis rigida Brid. ۰,
Bartramia Bals. & De Not. 1833; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 594.
Einhäusig; die terminale knospenförmige J Blüte neben der o mit
eilanzettlichen, lang zugespitzten, gesägten Hüllbll., langen, schmalen Antheridien
und fadenförmigen, nur wenig keuligen Paraphysen. Hüllbll. der o Blüte und
Perichätialbll. mit sehr lang als gezähnter Stachel oder Granne austretender
Rippe. Niedrige, meist nur 1 em hohe, brüunlichgrüne, glänzende, unten durch
roten, feinwarzigen Wurzelfilz verwebte Rasen mit dünnen, wenig verästelten,
unter der Blüte büschelig sprossenden, brüchigen Stengeln. Bll. steif auf-
recht abstehend, trocken angepresst, etwas schmal lanzettlieh mit schwach
umgebogenem, rings scharf gesägtem Rand und kräftiger, grannenartig aus-
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren unten bikonvex, aufwärts stiel-
rund, mit 2—4 medianen Deutern ohne Begleiter, etwas differentiierten, mamillösen
Aussenzellen und substereiden Füllzellen. Blattzellen oberwärts derbwandig,
schmal rektangulär, 7 u, mit je einer mamillösen Papille am oberen Ende
oder an den Querwänden der Zellen wie bei Breutelia, an der Basis lockerer,
verlängert rektangulär oder rektangulür-6seitig, am Rand kürzer, an der In-
sertion orangegelb. Perichätialbll. mehr eilanzettlich und lockerzellig, mit als
lange, gezähnte Granne austretender Rippe. Kapsel auf 1—1,5 em langer,
unten geknieter, roter Seta schwach geneigt, verhältnismässig gross und dick,
fast kugelig, hellbraun, gestreift und trocken tief gefurcht, engmündig, mit
kleinem, gewölbt kegeligem, resp. gewölbtem und mit kegeligem Spitzchen ver-
sehenem Deckel und ohne Ring. Epidermiszellen der Kapselwand locker, mit
verdickten Längswänden, am Urnenrand mehrere Reihen abgeplattet und mit
verdickten Querwänden. Peristomzähne rotbraun, fein papillös und schmal ge-
säumt, mit unregelmässigen Seitenrändern und etwa 15 inneren Lamellen.
Inneres Peristom orangegelb, längsstreifig papillös, mit unregelmässig durch-
löcherten Fortsätzen und je 2 hier und da verbundenen, meist unvollständigen
'"impern. Sporen 22—28 u, rundlich oder nierenförmig, letztere bis 32 u,
dunkelbraun und dicht warzig. Reife im Mai. Br. eur. Vol. IV, Tab. 326.
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Auf feuchter, sandiger Erde oder an feuchten Felsen in den Ländern um
das Mittelländische Meer, auch in England und in Irland, im allgemeinen selten.
Var. gracilis Schpr. mit längeren Stengeln und Sprossen in über 2 em
hohen Rasen und mit länger gestielter Kapsel — in den Wäldern bei Pisa und in
Calabrien. S. XXV, 6, a) Bll, b) Perichätialbl., c) Kapsel; gez. nach einem von
A. Bottini in Italien ges. Expl.
B. Euphilonotis.
Zweihäusig und mit scheibenfórmigen Ğ Blüten.
2. Philonotis marchica (Willd.) Brid. 1827.
Leskia Willd. 1787, Mnium Hedw. 1789, Bryum Roth 1800, Bartramia Swartz 1801,
Bartr. dioica Crome, Bart. fontana 8 pumila Turn. und 8 marchica Hook, & Tayl. 1818; ef
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 595.
Zweihäusig; die Hüllbll. der dick knospen-scheibenfórmigen
G Blüten aus hohler, eifórmiger, breiter Basis scharf zugespitzt, gesägt
und mit vor oder in der Spitze endender, dünner Rippe. Paraphysen der
d Blüten lang keulenfürmig, die der o kürzer als die Archegonien und faden-
förmig. Mehr oder minder dichte, 3—4 und selbst 10 em hohe, etwas glänzende,
gelblichgrüne, bis zu den neuen Trieben rostrot verfilzte Rasen mit ziemlich
gleichmässig beblätterten, aufrechten Stengeln, 1—3 Innovationen und quirl-
ständigen subfloralen Sprossen. Bll. aufrecht abstehend, selten einseitswendig,
lanzettfórmig, resp. aus etwas elliptischer Basis lanzettlich scharf zugespitzt,
oberwärts gekielt, flachrandig, scharf gesägt, mit lschichtiger, an der Basis
nicht faltiger Lamina und dünner, am Rücken oben gesägter, kurz aus-
laufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 medianen Deutern,
2— 4 Bauchzellen, grosser Begleitergruppe, einem sichelförmigen unteren
Stereidenband und differentiierten Rückenzellen. Blattzellen mässig verdickt,
verlängert rektangulär, 7—9 u, mit je einer mamillösen Papille am oberen,
. der Blattspitze zugekehrten Ende, abwärts lockerer, bis doppelt so breit, in den
Ecken der Basis kürzer, an der Insertion gelblich. Perichätialbll. nicht länger als
das Scheidchen. Kapsel auf 3—5 cm langer, geschlängelter, dünner Seta
horizontal, kugelig, mit kurzem Halse, dünnwandig, hochrückig, anfangs
gelblichgrün und zuletzt braun, gestreift und tief gefurcht, mit stumpfem, kurz
kegeligem Deckel ohne Ring, oder mit nur angedeutetem, kleinzelligem, 1reihigem
Ring, dessen flache Zellen teilweise am Deckelrand hängen bleiben. Epidermis-
zellen der Kapselwand locker, rundlich- oder oval-4— 6 seitig und dickwandig,
am Urnenrand 5—6 Reihen abgeplattet. Peristomzähne purpurn oder rotbraun
und papillós, undeutlich gesäumt, mit bis 25, oben durch Verdickungsleisten
verbundenen, kräftigen Lamellen. Inneres Peristom nur wenig kürzer, mit
nicht (resp. nach Schpr. nur wenig) durchbrochener, papillöser Membran,
2schenkeligen Fortsützen und kurzen Wimpern. Sporen rund und oval,
20—25 u, dunkel rotbraun und warzig. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV,
Tab. 323.
Auf sumpfigen Wiesen, in Gräben und Ausstichen, an Teichufern etc. auf
sandig-lehmigem oder feuchtem Heideboden durch die Ebene und niedere Berg-
region in Europa und Algier verbreitet und bis 1000 m aufsteigend; von Willdenow
in der Mark Brandenburg entdeckt. S. XXV, 8, a) Bl, b) Perigonialbl, c) Kapsel,
d) stärker vergrösserte Zellen, e) inneres Peristom; gez. nach von mir bei Darmstadt
und von Golenz bei Schwiebus in der Mark Brandenburg ges. ۰
Var. gemmifera Warnst, eine Form mit Brutknospen in den Blattachseln —
in Kiesausstichen bei Alt- und Neu-Ruppin von C. Warnstorf ges
var. capillaris Milde, eine sterile Form mit fadendünnen, roten Stengeln —
von Milde in Schlesien und von mir dahier bei Laubach gesammelt.
Philonotis anceps Bryhn = Ph. subcapillaris Kdb. (cf. Kdb. Skandinav.
Bladmossflora 1903, Nr. 591), welehe Bryhn an feuchten Felsen bei Balholmen
in Norwegen in 61? n. Br. im August des Jahres 1899 gesammelt hat, besitzt
schmal zugespitzte Perigonialbll mit pfriemlich auslaufender Rippe und soll sich
von ähnlichen capillaris-Formen durch den umgeschlagenen Blattrand ihrer schmal
lanzettlichen B)l. unterscheiden. Sie nähert sich nach ihrem sehr lockeren Blatt-
zellnetz von abwärts 12—14 u der Ph. lawa Limpr. und besitzt viel längere,
glatte Perichätialbll. als Ph. marchica (cf. Rev. br. 1900, S. 12).
hilonotis media Bryhn dagegen, welche Hagen bei Kjöndalen in Norwegen
(Nedenaesamt) 1891 gesammelt hat, steht den beiden folgenden Arten nahe und
steht gleichsam zwischen diesen und Ph. marchica in der Mitte. Ihre lanzettlichen
Bll. sind meist an einer Seite etwas umgerollt und fast ohne Papillen, nur die im
Basalteil stark faltigen Perichütialbll sind aufwärts am Rücken papillós. S. XIII, ®
a) Bl. der o Pflanze, b) Sprossbl., c) Perichätialbl., d) Kapseldeckel, e) Kapsel,
f und g) Hüllbll der S Blüte; gez. nach einem Expl. aus dem Herbare ۰
cf, Rbh. Kr. Fl. IV, 3, 8. 793.
Philonotis rivularis Warnst. in bläulichgrünen, an ein junges zartes Mniobryum
albicans erinnernden, höchstens 1,8 cm hohen Räschen mit schmal lanzettlichen,
flachrandigen, bis unter die Mitte grob gezühnten, nur 0,7 mm langen, beiderseits
glatten Bll. — in fliessendem Wasser und an Wehren in der Mark Brandenburg —
macht mehr den Eindruck einer Jugendform. Bei den kräftigeren Pflänzchen der
Räschen beginnen an den Bll. aufwärts die oberen Ecken der Randzellen sich
bereits papillenartig vorzuwölben, sonst könnte man in Versuchung kommen, diese
zarten Pflänzchen für eine Webera oder ein Mniobryum zu halten.
3. Philonotis Arnellii Husnot 1890.
Ph. marchica v. capillaris Limpr. 1875; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 596 ex p. und Rev.
br. 1890, S. 43.
Zweihäusig; die و Blüten mit sehr langen Archegonien, fadenförmigen,
längeren Paraphysen und aus eiförmiger Basis rasch in eine lange, von der
Rippe ausgefüllte, gezähnte Pfriemenspitze ausgezogenen Hüllbll., die & Blüten
-— $ehorbenfórnig mit - verkehrt eifórmiger Basis rasch lang lanzettlich
den und zurückgebogenen Hüllbll. Antheridien
und vsu ‚Parapkıysen der d Blüten etwas länger als bei Ryani, die ۰
mit an der Basis verbreiterter, in der scharfen Spitze endender Rippe. Lockere,
niedrige, meist nur 1 em hohe, freudiggrüne, am Grunde etwas filzige Rasen
mit haarfeinen, aufrechten oder aufsteigenden, meist einfachen Stengeln und
— 233 —
unter der o Blüte entspringenden quirlstündigen Sprossen. Bll. feucht wie
trocken aufrecht abstehend, etwa 1 mm lang, schmal lanzettlich und lang zu-
gespitzt, resp. aus nicht gefurchter, in den Ecken wenig herablaufender, schmal
elliptischer Basis lang und scharf pfriemlich zugespitzt, mit flachem, aufwärts
scharf gesägtem Rand und dünner, in der Spitze endender Rippe. Querschnitt
der letzteren mit 2—4 medianen Deutern ohne Begleiter, lockeren Bauch-
und Rückenzellen und 2schichtigen stereiden Füllzellen. Blattzellen fast glatt,
höchstens hier und da in der oberen Ecke mit einer schwachen Papille, auf-
wärts 7——9 u und meist 3-—5 mal so lang, abwärts kürzer und kaum breiter,
an der Basis bis 12 u und kurz rektangulär, nur. bei den Perichätialbll. bis
18 u und verlängert rektangulär-6 seitig. Perichätialbll. aus gelblicher, eiförmiger
Basis in eine lange, von der Rippe fast ausgefüllte, fein gezähnte Pfriemen-
spitze ausgezogen. Kapsel auf 1—1,5 cm langer Seta geneigt oder horizontal,
rundlich oval bis verkehrt-eiförmig, gestreift und gefurcht, mit stumpf kegeligem,
mit Papille versehenem Deckel, ohne Ring. Epidermiszellen der Kapselwand
sehr unregelmässig 4—6 seitig, nicht locker, mit etwas verdickten, buchtigen
Rändern, am Urnenrand etwa 5—6 Reihen kleiner, rundlich-6 seitig oder ab-
geplattet. Peristomzähne rotgelb, lanzettlich und ungesäumt, mit buchtigen
Rändern und zuweilen an der Spitze etwas durchlöchert. Inneres Peristom
oft nur unvollständig ausgebildet, heller gelb und den Zähnen fetzenweise an-
hängend. Sporen 16—22 u, bräunlich und fein warzig punktiert. Reife im Sommer.
Von E. Ryan bei Ansö in Norwegen, Smaalenenes-Amt im Juli 1895 ge-
sammelt; jedoch bereits von Arnell am 2. Juni 1884 am Fusse der Felsen bei
Boarp (Smaland) in Schweden entdeckt. S. XXVI, 9, a) Bl., b) und f) Perigonialbll.,
c) Kapsel, d) Antheridium mit Paraphyse, e) Habitusbild in natürlicher Grósse;
gez. und beschrieben nach einem von Ryan ges. Originalexpl. (comm. Warnstorf).
Wahrscheinlich ist hiermit die sterile Ph. marchica v. capillaris Milde identisch.
Es lüsst sich dies jedoch nur nach den Blüten unterscheiden.
4. Philonotis Ryani Phil. 1890.
Ph. capillaris Lindb.; ef. Rev. br. 1897, S. 3 und 82ff. Ph. fontana v. capillaris
Arnell 1884, ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 596 ex p. und IV, 3, S. 791.
Zweihüusig; die و Blüten unbekannt, die Blüten mehr knospen-
heibenfórmig mit aufrecht abstehenden oder oben zusammenschliessenden,
aus verkehrt-eifórmiger Basis rasch lanzettlich verschmälerten, teilweise stumpf-
lichen Hüllbll Letztere etwas kürzer zugespitzt als bei voriger Art und mit
in der Spitze endender oder dicht vor derselben sich auflósender Rippe, auch
Antheridien und Paraphysen etwas kürzer als bei Arnelli. Habituell der
vorigen Art sehr ühnliche, weniger weiche, 1—2 cm hohe, am Grunde kaum
filzige Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden, fadendünnen, roten Stengeln
ohne quirlständige Sprosse. Bll. trocken locker anliegend, feucht aufrecht
abstehend, 0,8—1 mm lang, aus herablaufender, elliptischer Basis etwas kurz
lanzettlich zugespitzt, hohl, mit dicht stumpflich gesägter Spitze und ziemlich
gleichbreiter, in der scharfen Spitze sich auflósender Rippe. Querschnitt der
»
í
1 )( ۳ 1
۳ o 5
— 234 —
letzteren ähnlich wie bei voriger Art mit 2 medianen Deutern, differentiierten
Aussenzellen und nicht zahlreichen, aufwärts nur wenigen stereiden Füllzellen.
Blattzellen meist kurz rektangulär, oben 9—11 u und meist nur 2 bis höchstens
3 mal so lang, nur in der Spitze die obersten Schichten 8 u und 4 mal so
lang, an der Basis meist 14 u und nur kurz rektangulür, an den Ecken daselbst
mitunter bis 18 u, sámtlich fast glatt oder hier und da an den unteren Enden
etwas mamillós vorgewölbt. Sporogon unbekannt.
Von N. Bryhn auf schlammigem Boden im mittleren Norwegen bei Ringerike
am 15. Mai 1894 gesammelt; wurde jedoch auch früher schon mit der vorher-
gehenden Art verwechselt. S. XXVI, 8, a) BL, b und c) Perigonialbll., d) Antheridium
mit Paraphyse; gez. nach einem von N. Bryhn ges. Expl. (comm. Kaurin).
Hiermit identisch ist wahrscheinlich die sterile Ph. fontana var. capillaris,
jedoch lüsst sich dies nur nach den Blüten feststellen. Die Pflanze steht in dem-
selben Verhältnis zu fontana, wie die vorige Art zu marchica. Dass Limpricht
die Varietüt capillaris von fontana und marchica beide als mit Ph. Arnellii identisch
betrachtet (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 596) scheint mir nicht gerechtfertigt.
5. Philonotis laxa Limpr. 1895.
Ph. fontana v. propagulifera J. Weber und marchica var. Limpr.; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 597.
Bis jetzt nur steril bekannt und vielleicht nur Wasserform von marchica.
Lockere, weiche, hellgrüne Rasen mit oft flutenden, spärlich mit glatten
Wurzelhaaren besetzten, mehrere em langen, schlaffen Stengeln und leicht ab-
fallenden aehsilláren Kurztrieben im oberen Teil derselben. Stammquer-
schnitt mit armzelligem Zentralstrang. Bll. sehr locker gestellt, feucht wie
trocken abstehend, nicht herablaufend, lanzettlich oder eilanzettlich und
scharf zugespitzt, mit flachem, kurz gezähntem Rand und sehr dünner, .
vor oder mit der Spitze endender, oben am Rücken nur schwach gezähnter
Rippe. Querschnitt der letzteren mit medianen Deutern ohne Begleiter,
1 schichtigen Bauch- und Rückenzellen und nur wenigen stereiden Füllzellen.
Blattzellen rektangulär, locker, dünnwandig und nicht getüpfelt, gegen die
Spitze 10 u und 3—5 mal so lang, unten mehr rektangulär-6 seitig, bis 18 u
und nur 2—4 mal so lang, hier und da aufwärts an der Ventralfläche der
oberen Zellecken mamillös vortretend. Sporogon unbekannt.
Auf feuchten Mauern am Züricher See bei Meilen in der Schweiz vo
J. Weber 1884 entdeckt, in flutender Form von Beckmann bei Bassum in
Hannover gesammelt. S. XXVI, 10, a und b) BlL, c) Habitusbild; gez. nach
einem von C. Roemer im Juni 1876 bei Eupen in Belgien ges. Expl
6. Philonotis borealis (Hagen) Limpr. 1895.
Ph. fontana var. borealis Hagen 1888; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 564.
Nur steril bekannte, dichte, bis 6 cm hohe, oben am letzten Jahrestriebe
gelbgrüne bis lebhaftgrüne, innen brüunliche bis schwärzliche, durch fein
papillósen Wurzelfilz verwebte Rasen mit dünnen, einfachen Stengeln ohne
— 235 —
quirlständige Äste, Aussenrinde des Stengels in der Jugend chlorophyllhaltig.
Bll. anliegend, mit eingebogenen Spitzen, meist gleichgross, 1,2 mm lang und
über halb so breit, sehr hohl, eifórmig bis breit eifórmig und zugespitzt, nicht
gefurcht, flachrandig, nur an der Basis am Rand etwas umgeschlagen, rings
mit einfachen, stumpflichen Zähnen besetzt, sowie mit kräftiger, vor- oder in
der Spitze endender, am Rücken rauher Rippe. Querschnitt der letzteren mit
4—6 medianen Deutern, wenigen Begleitern, kräftigem unteren und an-
gedeutetem oberen Stereidenband, kleinen Bauchzellen und lockeren Rücken-
zellen. Blattzellen alle locker, reich an grosskörnigem Chlorophyll,
oberwärts beiderseits mamillös, unregelmässig quadratisch und kurz rektangulär,
10—14 u, abwärts mehr verlängert, gegen die Insertion rektangulär-6 seitig
und selbst bis 94 u. Mamillen oft an beiden Zellecken, meist jedoch an dem
der Basis zugekehrten Ende.
Auf von Schneewasser durchtränkter Erde in 1800 m am Berge Galdhö von
Dr. J. Hagen 1887 entdeckt. S. XXVI, 7, a bis c) Bl., d) Habitusbild; gez. nach
einem Originalexpl. des Entdeckers (comm. P. Culmann). Gehört in den Formen-
kreis der Ph. fontana.
7. Philonotis calcarea Schpr. 1856.
Bartramia Br. eur. 1842; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 598.
Zweihäusig; die Hüllbll. der dick scheibenförmigen G Blüten aus
aufrechter, kurz verkehrt-eifórmiger Basis lanzettlieh scharf zugespitzt
und horizontal abstehend, sowie mit auslaufender Rippe. Kräftige, gelblich-
bis freudiggrüne, 10—20 cm tiefe, innen dicht braunfilzig verwebte Rasen
mit aufrechten, dichasial und scheinbar monopodial verzweigten, roten Stengeln,
nebst quirlständigen subfloralen Sprossen. Im allgemeinen robuster als fontana.
BU. ziemlich gleichmässig, 2—3 mm lang, einseitswendig bis fast sichel-
förmig abstehend, breit eilanzettlich, resp. aus kurzer, breiter, etwas eiförmiger
Basis lanzettlich lang und scharf zugespitzt, gekielt, aufwärts scharf gesägt,
mit an der schwach faltigen Basis umgerolltem Rand und sehr kräftiger,
oben am Rücken gezähnter, auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren
mit mehrzähligen, kleinen medianen Deutern, flacher Begleitergruppe, 2 kräftigen
Stereidenbändern und lockeren Bauch- und Rückenzellen. Blattzellen durchaus
verlängert rektangulär, oberwärts nur 8—9 u und mindestens 3—5 mal so
lang, beiderseits mit je einer an der Spitze hyalinen, mamillösen Papille am
unteren Ende, nach der Rippe zu an der Basis breiter, bis 18 und selbst
24 u und 3—6 mal so lang, an der Insertion gelblich. Astbll. und die der
8 Sprosse oft anliegend, kleiner und lockerer. Perichätialbll. fast doppelt
so lang als das Scheidchen. Kapsel auf 6—8 em langer, kräftiger Seta
horizontal, eikugelig und hockrückig bis fast kugelig, gestreift, mit kurzem, in
die Seta verschmälertem Hals und kurz kegeligem, meist stumpfem Deckel,
ohne Ring, trocken rotbraun und mit vielen tiefen Furchen. Epidermiszellen der
Kapselwand in den dunkleren Streifen mit stark verdickten Längswänden,
am Urnenrand zahlreiche Reihen (meist 7—12) abgeplattet. _Peristomzähne
— 236 —
aus breiter Basis allmählich verschmälert, rótlichgelb, grob papillös,
gesäumt, zuweilen oben gespalten und mit etwa 26 aufwärts genäherten Lamellen,
resp. oben mit oft querovalen interlamellaren Verdickungen. Membran des
inneren Peristoms längsreihig grob papillös, nicht durchbrochen, von 1 باس Zahn-
höhe und mit kurzen, oft kaum die halbe Höhe der Fortsätze erreichenden
Wimpern. Sporen 20—26 u, zum Teil nierenförmig, braunrot, resp. rostbraun
und warzig. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 325.
An kalkhaltigen Quellen und Sümpfen von der Ebene bis in die Alpenregion
in 2300 m in Europa, Algier und Nord-Amerika verbreitet; von Bruch bei Zwei-
brücken entdeckt. S. XXV, 10, a) BI, b) Kapsel, c) Perigonialbl; gez. nach
einem von K. Forster bei Zürich in der Schweiz ges. Expl.
Var. mollis Vent. in nicht verfilzten, sterilen Rasen mit zarteren Stengeln
und fast glatten Bll. — von G. v. Venturi in Italien am Wege nach Meano im
Trentino gesammelt, jedoch nach Kindberg auch aus Schweden bekannt.
Hierher dürfte auch die bis 6 cm hohe, schlanke sterile Philonotis Schliephacket
Róll gehören, welche Dr. Róll an Kalkfelsen der Schwitzhöhle bei Herkulesbad in
Ungarn gesammelt hat. Vergl. Hedwigia 1902, Rep. S. 216. Sie ist gleichsam
die capillaris-Form von Ph. calcarea.
8. Philonotis fontana (L.) Brid. 1827.
Mnium L. 1762, Bryum Schreb. 1771, Hypnum Schrank 1789, Bartramia Sw. 1800,
B. font. 8 major Hook. & Tayl. 1818, Didymodon mollis Schpr. 1876; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 599.
- Zweihüusig; die Hüllbll. der scheibenfórmigen S Blüten aus aufrechter,
rötlichgelber, breiter Basis lanzettlich verschmälert, stumpf und abgerundet,
horizontal abstehend, rings gesägt, mit vor der Spitze endender, abwärts
verflachter Rippe. Ausgedehnte, oben bläulichgrüne, oft 10—20 cm tiefe,
unten rotbraune, glattfilzig verwebte Rasen mit dichasial und nur scheinbar
monopodial verzweigten Stengeln, nebst quirlständigen subfloralen Sprossen.
Bll. meist zweigestaltig, die kürzeren, bis 1,6 mm langen oberen Bll. der 3 Sprosse
dem Stengel angepresst, aus hohler, breit eifórmiger Basis kurz zugespitzt und
flachrandig, mit in der Spitze endender Rippe, die unteren mehr denen der
و Pflanze ähnlich; letztere länger, bis 2 mm lang, aufrecht abstehend und
oft etwas einseitswendig, mehr eilanzettlich, schürfer zugespitzt, mit abwürts
umgerolltem Rand und grannenartig austretender, aufwärts stielrunder Rippe,
an der Basis auf jeder Seite mit 2—3 Falten und rings durch Zwillings-
mamillen gezühnt. Querschnitt der Rippe oben rund, mit 2—6 medianen Deutern,
wenigen Begleitern, doppelten Stereidenbündern und engeren Bauch- und weiteren
Rückenzellen, letztere namentlich nach der Basis zu weitlumiger. Blattzellen
oberwürts meist verlüngert rektangulär, 7—8 u, mit je einer mamillösen Papille
am unteren Ende, zuweilen auch teils am unteren, teils am oberen Ende,
im breiteren Teile des Bl. kürzer, etwa 10 u und nur 2—3 mal so lang, an
| asis mehr rektangulär-6 seitig und 18 M, an der Insertion gelblich.
Perichätialbll. faltig, das Scheidchen überragend, nur die innersten kürzer.
Kapsel auf 3—7 cm langer, dünner Seta geneigt, eikugelig und hochrückig,
= —
derbwandig, mit aus konvexer Basis kegeligem, meist spitzem Deckel, aber
ohne Ring, trocken gekrümmt und längsfurchig. Peristomzähne aufwärts
schmäler als bei voriger Art, fast pfriemenförmig, purpurrot, fein papillös
und nicht gesäumt, mit mindestens 20 inneren Lamellen und zwischen denselben
im oberen Teil mit rundlichen Verdickungen. Membran des inneren Peristoms
unregelmässig papillós, nicht durchbrochen, von etwa !/, Zahnhóhe, mit die
Höhe der Zähne nicht erreichenden Fortsützen und je 2—3 letzteren fast gleich-
langen Wimpern. Sporen 20—28 u, hellbraun und warzig, oft nierenfórmig.
Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 324.
An Quellen und Bächen, in Gräben, auf sumpfigen Wiesen und in Torfmooren,
von der Ebene bis in die Hochalpen in 1900 m verbreitet, auch aus Indien, Algier
und Nord-Amerika bekannt und fast über den ganzen Erdkreis bis in die arktische
Region verbreitet; war schon Dillen um Giessen 1718 bekannt. i و
a) Bl., b) Perigonialbll., c) Kapsel, d) Blattquerschnitt, sowie XXVII, 15, a) Antheridien
mit Paraphysen, b) Peristom; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. alpina Brid. in nur 2 em hohen, kräftigen Rasen mit eilanzettlichen,
stachelspitzigen Bll. — in den Alpen;
var. falcata Brid. mit sichelfórmig-einseitswendigen, an der Basis gefurchten
Bll., habituell an calcarea erinnernd, — mehr in der Ebene und den Voralpen;
var. capillaris Lindb. in sterilen, 1—2 cm hohen Rasen mit fadendünnen
Stengeln — wahrscheinlich identisch mit Ph. Ryani Phil.
var. adpressa Ferg. mit flagellenartig schlanken, schlaffen, wenig wurzel-
haarigen Stengeln, schlaffen, breit eifórmigen Bll. mit abgestumpfter, fast kappen-
förmigere Spitze oder kurz zugespitzt, mit dicker Rippe und kleineren, fast ovalen
oberen Blattzellen, — in sterilen Rasen am kleinen Teiche des Riesengebirges.
S. XXVI, 3, a und b) Bll, c) Habitusbild; gez. nach einem von ۰ Smith in
Schottland ges. Expl.
Var. gracilescens Warnst. mit 8—10 cm langen, dünnen, schlanken Stengeln —
von Dr. E. Bauer auf nassen Wiesen im Erzgebirge und von mir in einem Torf-
moore bei Seligenstadt im Juni 1882 reich fruchtend gesammelt. Var. polyclada
Warnst. ist mehr die sterile Form dieser Varietät.
9, Philonotis caespitosa Wils. 1865.
Ph. fontana b caespitosa Krptgfl. v. Schles. 1875; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 600.
Zweihüusig; die inneren Hüllbll der dicken, fast scheibenfórmigen
d Blüten aufrecht abstehend, breit eifórmig (1,5 mm lang und breit)
und scharf zugespitzt, mit in der Spitze endender oder kurz austretender
Rippe. Ziemlich dichte, 4— 8 cm hohe, mässig durch schwarzbraunen Filz
verwebte, gleichsam eine Übergangsform zwischen marchica und fontana bildende
Rasen mit zum Teil an der Spitze hakig gekrümmten Asten und oft ovalen
Kurztrieben in den Blattachseln. Stammquerschnitt mit nur kleinem Zentral-
strang, 1—2 zellreihiger stereider Rinde und sphagnumartiger Aussenrinde.
Bll. wie bei fontana zweigestaltig, die anliegenden eiförmig, zugespitzt, hohl
— 238 —
und flachrandig, bis 1,2 mm lang, die einseitswendigen mehr lanzettlich,
sichelfórmig und lünger zugespitzt, bis 1,4 mm lang, alle mit dünner stachel-
spitzig austretender Rippe, ungefurchter faltenloser Basis und rings fein
gezühntem Rande. Querschnitt der Rippe rundlich bikonvex, mit nur 2—3 medianen
Deutern, meist 4—5 lockeren Bauchzellen, 7—8 lockeren Rückenzellen, wenigen
einschichtigen oberen und doppelschichtigen unteren Stereiden. Blattzellen
derbwandig, oberwärts verlängert rektangulär, 8 u und 3—4 mal so lang, mit
Je einer mamillösen Papille am unteren Ende, an der Basis mehr oval oder
länglich 4—6 seitig, 14—18 u, durchsichtig und glatt. Kapsel auf 5 cm langer
Seta horizontal, eikugelig, hochrückig, gestreift und gefurcht. Beide Peristome
fast gleich lang; die rotbraunen ungesäumten Zähne des äusseren Peristoms mit
bis 24 inneren Lamellen und oben querovalen interlamellaren Verdickungen.
Sporen 20—28 u, dunkelbraun und warzig. Reife im Sommer.
Auf sumpfigen Wiesen, nassen Heiden und an Seeufern hier und da zerstreut;
von J. Milde 1862 bei Breslau entdeckt. S. XXVI, 6, a) Bll, b) Perigonialbll.,
c) Habitusbild, d) Kapsel, e) Peristom, f) Blattquerschnitt; gez. nach von J. Milde
bei Breslau und von Dr. Bolle bei Berlin ges. Expll.
10. Philonotis seriata (Mitten) Lindb. 1879.
Bryum lycopodiiforme Schleich. 1807, Bartramia Mitt. 1859, Ph. fontana var. Breidl.
1891, Bartramia fontana var. falcata Hook.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 601.
Zweihäusig; die inneren Hüllbll. der fast scheibenfórmigen 6 Blüten
aufrecht abstehend, aus breiter, hohler Basis eiförmig, mit stumpfer
Spitze, schwach gezühnt und mit vor der Spitze endender Rippe. Kräftige,
etwas starre, mässig rostfilzige, leicht zerfallende Rasen, mit fast kützchen-
fórmig 4—5 kantig beblätterten Stengeln und Sprossen. Bill. zweigestaltig,
die der 6 Sprosse mit stumpferer, fast kappenfórmiger Spitze und vor
derselben endender Rippe, die übrigen mehr deltoidisch-eifórmig, scharf
zugespitzt mit kräftiger, stachelspitzig austretender, abwürts am Rücken sehr
rauher Rippe, alle angedrückt und in Reihen geordnet, mit hohler, beider-
seits gefurchter Basis. Querschnitt der Rippe rundlich und bikonvex, oben
mit 2, abwärts mit bis 8 medianen Deutern, fast ohne Begleiter, mit lockeren
mamillösen Bauch- und Rückenzellen und doppelten Bändern substereider
bis stereider Füllzellen, davon das obere Stereidenband 2—3 schichtig, das untere :
meist 4schichtig. Im übrigen von Ph. fontana kaum verschieden. Peristom-
zähne mit 30—36 inneren Lamellen und an der Spitze rundlichen interlamellaren
Verdickungen. Die schmalen Fortsätze und Wimpern des inneren Peristoms
so lang als die Zähne. Sporen 18—22 u, gelb und punktiert. Reife im Juli
und August.
An Bachründern der oberen Berg- und Alpenregion, meist über 1800 m,
— 239 —
e) Kapsel; gez. nach von J. Breidler in Steiermark und von Bryhn in Norwegen
cfr. ges. Expll.
Philonotis erassicostata Warnst. mit doppelt so starker Rippe als fontana,
welche Artaria am Comosee in 2400 m steril ges. hat, non vidi. Vgl. i I
EL IV, 3, 8. 796.
ll. Philonotis tomentella Mol. 1864.
Ph. Kayseri & Arnoldi Mol. 1862; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 602.
Zweihäusig; die Hüllbll. der fast scheibenfórmigen 6 Blüten aufrecht
abstehend, flachrandig, breit lanzettlich und lang und scharf zugespitzt,
mit dünner, in der Spitze endender oder auslaufender Rippe. Dichte,
gelbgrüne, weit hinauf dicht rostfilzige Rasen mit schlanken, oberwärts fast
sparrig beblütterten, 5 kantigen, dünnen Stengeln. Stammquerschnitt mit
3—4 schichtiger, kleinzelliger, stereider Rinde und sphagnoider Aussenrinde.
Bll. allseitig aufrecht abstehend bis zurückgebogen, lanzettlich und
lang zugespitzt, im Basalteil in der Regel nicht faltig, aufwärts gezühnt, mit
längs umgerolltem Rand und als lange, gesügte Granne austretender
Rippe. An den Bll. unterhalb der Blüten sind die Spitzen oft unvollständig
entwickelt, so dass diese BI. fast kappenförmig abgerundet erscheinen und meist
durchaus kürzeres, mehr 6seitiges Zellnetz besitzen. Querschnitt der Rippe
mit 2 medianen Deutern, sternförmiger Begleitergruppe, flachen, doppelten
1—2 schichtigen Stereidenbändern und mamillösen Bauch und Rückenzellen;
die Bauchzellen oft nur wenig differentiiert. Blattzellen rektangulär, oben 6 u
und mindestens 3—5 mal so lang, abwärts etwas breiter, bis 10 u, an der
Basis kurz rektangulär-6seitig und 12 bis 18 u, fast sämtlich in den unteren
Ecken mamillós. Perichätialbll. doppelt so lang als das Scheidchen. Kapsel
auf 5 cm langer, dünner Seta geneigt, klein, eilünglich, dünnwandig, rótlich-
braun, nur undeutlich gestreift und schwächer, mehr gegen die Mündung gefurcht,
mit spitz kegeligem Deckel. Peristomzähne weniger lang, aus breiter Basis
lanzettlich-pfriemenfórmig, gelblichbraun und fein papillós, nicht oder nur sehr
schmal gesäumt, mit etwa 20 inneren Lamellen und oberwärts rundlichen Ver-
dickungen zwischen denselben. Membran des nur wenig kürzeren inneren Peristoms
sehr papillós, an den Seiten der Kielfalten fensterartig durchbrochen,
mit nur geschlitzten oder 2 schenkelig geteilten Fortsätzen und denselben
gleichlangen Wimpern. Sporen 16—22 und selbst 24 u, rund und oval, hell-
braun und feinwarzig. Reife im Hochsommer.
An feuchten kalkhaltigen Felsen in der Alpenregion von 1600 m aufwürts;
von Molendo am Grossglockner entdeckt. S. XXVI, 11, a und b) Bll, c) Kapsel,
d) Habitusbild; gez. nach einem von Molendo ges. Expl. aus dem Herbare Laurer's
comm. Warnstorf).
12. Philonotis alpicola Jur. 1864, welche Limpricht mit vorstehender Art ver-
einigt, besitzt nach den von J. Breidler am oberen Giglachsee bei Schladming
in Steiermark ges. Expll. stumpfere Hüllbll der 6 Blüten, weniger stark
— 240 —
umgerollten Blattrand und auch Papillen am oberen Ende der Zellen, nähert sich
daher mehr dem Formenkreis der fontana, während sich die Molendo’sche
tomentella eher an calcarea anschliesst.
Auf kalkhaltigen Felsen der Alpenregion, insbesondere in Steiermark und
der Tatra. S. XXVI, 5, a) Bl, b bis d) Perigonialbll., e) Habitusbild, f) Blatt-
querschnitt; gez. nach einem von J. Breidler an vorbenanntem Standort ges. Expl.
Fam. XXX. Timmiaceae.
Kalk liebende, lockerrasige Erd- und Felsbewohner mit krüftigen, einfachen
oder gabelig, resp. dichasial geteilten, unten filzigen, dicht beblütterten, runden
Stengeln. Stammquerschnitt mit grossem, gegen die Sprossanlage oft geteiltem
Zentralstrang und lockerem, getüpfeltem, allmühlich in die Rinde übergehendem
Grundgewebe, aber ohne Aussenrinde. Bll. 8reihig, fast gleichlang, nur am
Gipfel oft etwas grósser, aus nicht herablaufender, anliegender, halbscheidiger
Basis breit verlüngert lineal-lanzettlich, feucht allseitig abstehend, trocken
mehr aufgerichtet oder eingekrümmt, gekielt, ungesäumt, mehr oder weniger
sägezähnig, mit eingebogenen Rändern und kräftiger, mit der Spitze endender
Rippe. Querschnitt der letzteren an der Basis mehr homogen, aufwürts mit
mehreren medianen Deutern, wenigen Begleitern, 2 Stereidenbändern,
mehrschichtigen Bauchzellen und differentiierten Rückenzellen. Lamina 1 schichtig.
Blattzellen im abstehenden Teil klein, rundlich- 4—6 seitig, auf der Oberseite
der Bll. mamillós vorgewólbt unterseits auf einer mehr oder weniger ver-
dickten Wand gleichsam aufsitzend; im scheidigen Basalteil hyalin oder gelblich,
verlängert rektangulär bis linear und getüpfelt. Blüten einhäusig mit 1—3
terminalen 6 Blütenknospen, resp. S Sprossen neben der و Blüte oder 2häusig
mit scheiben-knospenförmigen, aus der Mitte oft weiter sprossenden 6 Blüten.
Kapsel (einzeln) auf verlängerter, dicker Seta (ohne Ochrea) geneigt oder
horizontal bis nickend, aus kurzem Halse oval oder dick ellipsoidisch, mit
gewülbtem, fast halbkugeligem, mit Warze versehenem oder schwach genabeltem
Deckel und 2—3 reihigem, grosszelligem Ring. Haube lang und schmal kappen-
fórmig. Kapselhals innen mit Schwammparenchym. Sporensack dem Assi-
milationsgewebe der Kapselwand anliegend. Kolumella einschrumpfend. Epi-
dermiszellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand kleiner, aber nicht
abgeplattet, Spaltóffnungen normal phaneropor, oft bis zur Urnenmitte. Peristom
doppelt, tief inseriert, durch 4 Zellschichten mit der Urne verbunden; beide
gleichlang. Zähne des äusseren Peristoms an der Basis verschmolzen, breit
lanzettlich, gelblich, abwärts punktiert-querstreifig, aufwärts heller und grob
papillös-längsstreifig, mit zahlreichen, hier und da durch schräge Wände
verbundenen inneren Lamellen. Inneres Peristom frei, gelblich, mit sehr hoher
Membran ohne eigentliche Fortsätze, sondern statt deren mit 64 fadenfö rmigen,
hier und da gabelig verbundenen, meist zu 3—5 an der Spitze vereinten
und oft mit dornigen Anhüngseln versehenen, papillósen Wimpern. Sporen
klein und fast glatt. ۱ |
— 241 —
1. Gatt. Timmia') Hedw.
Die einzige Gattung dieser Familie, daher die Charaktere der Gattung
mit denen der Familie übereinstimmend.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind bereits 6 bekannt.
1. Timmia megapolitana Hedw. 1787.
Mnium Gmel. 1791, M. Timmia Hoffm. 1796, T. cucullata Michx, 1803, T. polytrichoides
Bird. 1803, Orthopyxis P. Beauv. 1805, T. viridis N. Mser. in Brid. 1827, T. polytr. a viridis
Brid. 1817; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 604, T. neglecta Warnst.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 969.
Einhäusig; die terminalen & Sprosse neben der o Blüte. Antheridien
mit nur kurzem Stiel von höchstens ول der Länge der wasserhellen Schläuche.
Paraphysen länger, fadenfórmig und gelblich. Etwas lockere, gelblich- oder
freudiggrüne, 3—6 em hohe, nicht glänzende, abwärts verfilate Rasen mit
aufrechten oder aufsteigenden, am Grunde rostfarben wurzelfilzigen, einfachen,
oder auch gabelig geteilten Stengeln. Bil. aufwärts allmählich grösser,
6—10 mm lang, aus gelblicher, am Rücken aufwärts papillóser, scheidiger Basis
lineal-lanzettlich, im oberen Teil breiter als bei bavarica, mehr demjenigen von
austriaca oder einer Timmiella in der Form ähnlich, feucht abstehend bis zurück-
gebogen, trocken bogig gekrümmt, rinnig-hohl, von der Spitze bis zum
scheidigen Basalteil grob gesägt, mit kräftiger, rötlicher, oberwärts am
Rücken papillöser, in der Spitze sich auflösender Rippe. Querschnitt der
letzteren mit mehrzähligen (bis 11) medianen Deutern, doppelten mehrschichtigen
Stereidenbändern, 1- oder auch stellenweise 2 schichtigen differentiierten Rücken-
zellen und 2—4schichtigen lockeren Bauchzellen, davon die äussere Reihe
spitz mamillös vorgewölbt. Grüne Blattzellen rundlich 4—6 seitig, 12—16 u,
nach innen mamillós. Zellen der scheidigen Basis dagegen grösstenteils gelblich
und verlängert rektangulär bis linear, etwa 10 u, am Rand enger, im oberen
Teil der Basis papillös. Kapsel auf 2—2,5 cm langer, steifer, kaum gedrehter,
roter Seta schräg aufgerichtet, nur wenig geneigt, aus verschmälertem, kurzem
Halse oval oder verlängert ellipsoidisch, etwas hochrückig, gelbbraun, mit gewölbtem,
orangegelbem, am Scheitel vertieftem und in der Vertiefung mit kleiner
Papille versehenem Deckel, sowie mit 3reihigem, bleibendem, ziemlich gross-
zelligem Ring, trocken kaum gefurcht, entleert weitmündig, rostbraün und
runzelig. Epidermiszellen der Kapselwand ziemlich gleichmässig oder etwas
kollenehymatisch verdickt, oben rundlich- 6 seitig, abwärts mehr rektangulär.
Spaltöffnungen bis zur Urnenmitte reichend. Peristomzähne in der oberen
Hälfte hyalin und längsstreifig papillös, in der unteren Hälfte gelblich, aussen
querstreifig punktiert und innen mit zahlreichen, dicht gestellten und gleichweit
entfernten Lamellen, über der Mitte zuweilen in der Mittellinie durchbrochen
oder an der Spitze geteilt. Wimpern des inneren Peristoms auf sehr hoher
Membran von etwa halber Zahnhöhe, an den Knoten nach innen mit papillösen,
1) Nach Joachim Christian Timm, dem Verfasser von „Florae Megapolitanae
Prodromus“ (1788) benannt.
Roth , Die europäischen Laubmoose. II. 16
re —
dornigen Anhängseln. Sporen 13—15 u, hellgelb und fein papillös. Reife
im Frühling.
Auf kalkhaltigen, sumpfigen Wiesen in der norddeutschen Ebene und auf der
Insel Rügen, häufiger in Nord-Amerika; von J. C. Timm bei Malchin in Mecklenburg
entdeckt. Nach Bescherelle auch aus Algier bekannt. Nach Arnell durch das
ganze Urwaldgebiet des Jeniseithales in Sibirien gemein und bis in die subarktische
Region von N. Tunguska aufsteigend. S. XXV, 12, links oben a) Kapsel, b) Peristom;
gez. nach einem von Kalmuss bei Elbing in West-Preussen ges. Expl, das mir
von Warnstorf als 7. neglecta mitgeteilt worden. Das Bl. ist am oberen Teil
etwas breiter als bei bavarica, auch weiter herab dichter gezühnt und hat oft im
oberen Teil mehr die Form einer Timmiellu. Ob es gerechtfertigt ist, die an der
Chausseeböschung bei Gross-Wesseln unweit Elbing in West-Preussen ges. Pflanze
als besondere Art (T. neglecta Warnst.) auszuscheiden, vermag ich aus Mangel
Timm’scher Originalexpll. nicht zu entscheiden.
2. Timmia bavarica Hessi. 1822.
T. polytrichoides Brid. p. p. 1803, T. polytr. a viridis Brid. p. p. 1817, T. megapolitana £
bavarica Brid. 1827, T. viridis N. Mser. in Brid. p. p. 1827, T. austriaca 8 umbilicata Hartm.
1832, T. austr. y bavarica Hüben. 1838 und T, austr. 8 alpina Hartm. 1838; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 606.
Einhäusig; die schmal knospenfórmigen Ğ Blüten (resp. Blütensprosse)
zu 1—3 neben der و Blüte. Antheridien gelb, sehr lang gestielt, der Stiel von
etwa */ der Länge des Schlauches und umgeben von mehr fadenfórmigen,
längeren, gelblichen Paraphysen. Lockere, lebhaftgrüne, innen gebräunte, unten
braunrotfilzige, 3—8 cm hohe Rasen mit dichasial oder büschelig verzweigten
Stengeln. Bll. gedrängt, fast durchaus gleichgross, 6—8 mm lang, aus
scheidiger Basis ziemlich rasch lineal-lanzettlich, feucht abstehend bis zurück-
gekrümmt, trocken bogig eingekrümmt bis kraus, infolge der eingebogenen
Ränder röhrig-hohl, bis zur Mitte herab gezähnt, weiter herab nur undeutlich
oder nicht gezähnt, mit gelbgrüner, am Rücken glatter, mit der Spitze
endender Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei megapolitana, aufwärts
bikonvex, mit 6 —12 medianen Deutern, doppelten Stereidenbändern, mamillósen
äusseren Bauchzellen und differentiierten 1—2 schiehtigen Rückenzellen; die
bis 4schichtigen Bauchzellen trennen das obere Stereidenband durch einzelne
Zellen mitunter in 2—3 Gruppen. Blattzellen im grünen Teil klein, fast
quadratisch, 7—8 u, in dem scharf abgegrenzten hyalinen, scheidigen
Basalteil verlängert rektangulär bis linear, dünnwandig und am Rand sehr
purpurroter Seta horizontal bis nickend,
ellipsoidisch, meist etwas gekrümmt, dünn-
wandig, gelblichbraun, mit rotgelbem, gewölbtem, am Scheitel etwas eingedrücktem,
resp. genabeltem Deckel und sich abrollendem Ring, entleert schwach gefurcht.
Epidermiszellen der Kapselwand etwas dünnwandig und locker, quadratisch und
kurz rektangulär, gegen den Urnenrand rundlich-6 seitig. Spaltöffnungen bis
.. zur Urnenmitte reichend. Peristomzähne oft noch länger als bei megapolitana,
. an der Basis verschmolzen, oben papillös längsstreifig, abwärts gelblich, aussen
CO XP S
punktiert querstreifig und deutlich gesiumt, innen mit zahlreichen, dicht gestellten
Lamellen ohne Verbindungswände. Membran des inneren Peristoms von 1/, bis
بل Zahnhöhe, mit knotigen, nach innen mit stachelartigen Anhüngseln
versehenen Wimpern. Sporen 14— 18 u, gelbbräunlich und papillós. Reife
im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 407.
In Klüften und Hohlengen an schattigen Felsen und steinigen Abhüngen der
Kalkgebirge von 650—2600 m in Europa wie Nord-Amerika; von Ch. Funck im
Fichtelgebirge entdeckt. S. XXV, 5, a und b) BI., c) Kapsel, d) stärker vergrósserte
Zellen, e) Perigonialbll. und Antheridien nebst Paraphysen, sowie XXVII, 13,
a) Peristom, b) Blattquerschnitt; gez. nach von E. Kolb im Schwäbischen Jura
und von H. Graf zu Solms-Laubach an der Gemmi in der Schweiz ges. Expll.
Var. salisburgensis (Hoppe) Lindb. in krüftigeren Rasen mit einfachen
oder gabelig verzweigten Stengeln, trocken fast straffen Bll. und gelblichen, nur
am Rande hyalinen Blattscheiden — in den Hochalpen. In der Br. eur. werden
bavarica und megapolitana als eine einzige Art behandelt. Beide sind nahe verwandt.
Letztere ist mehr die Pflanze der Ebene, während erstere von der Bergregion bis
in die Hochalpen aufsteigt.
3. Timmia norvegica Zett. 1862.
T. megapolitana 8 norvegica Lindb. 1864; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 605.
Zweihäusig; die knospen-scheibenfórmigen 9 Blüten mit sehr lang
gestielten Antheridien (Stiel beinahe von Schlauchlünge) und fast keulenfórmigen
Paraphysen. Lockere oder dichtere, gelblichgrüne, unten braune, wurzelfilzige,
bis 6 cem hohe Rasen mit aufrechten Stengeln und paraphysenühnlichen, hyalinen
Haaren in den oberen Blattachseln. Bll. im Alter an der Insertion leicht
abbrechend, aufwärts länger und schmäler, 6—10 mm lang, aus kurzer,
nur undeutlich scheidiger, bleichgelber oder braun gescheckter Basis
allmählich lineal-lanzettlich, feucht aufrecht abstehend, trocken bogig bis
spiralig eingekrümmt, fast kraus, rinnig-hohl, bis zur Mitte herab undeutlich
und entfernt gesügt, mit krüftiger, roter, mit oder vor der Spitze endender, am
Rücken grob papillóser Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wie bei
austriaca mit 6—11 medianen Deutern, doppelten Stereidenbündern, 2— 4 schich-
tigen Bauchzellen und 1—2schichtigen, aussen grob papillósen oder mamillós
vorgewólbten Rückenzellen, im Basalteil gegen die Insertion mehr homogen
und flach. Blattzellen oberwürts rundlich 4—6 seitig, 10—12 u, innen mamillös,
aussen stark verdickt, abwärts allmählich rektangulär, im basalen Teil bräunlich-
gelb, verlängert rektangulär und getüpfelt, neben der Rippe sehr breit,
18 u, rektangulär bis 6seitig, gegen die Ränder enger, im oberen Basalteil
derbwandig, nur an der Insertion zartwandig und hyalin. Kapsel (nach
Jur.) auf 2 cm langer Seta horizontal, aus kurzem Halse länglich oval mit
rotgelbem, parabolisch-halbkugeligem, mit kleinem Spitzchen versehenem Deckel.
Haube meist an der Seta zurückbleibend. Wimpern des inneren Peristoms
zart, ohne Anhängsel. Sporen 19—23 u und glatt. Reife im Juli und August.
In humosen Felsspalten, auf feuchten, steinigen Abhängen und Triften der
Alpen, insbesondere auf Kalk, von 1150— 2600 m, in der Schweiz, Tirol, ein etc.,
| 16*
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häufiger in Norwegen und Schottland; von C. & R. Hartmann 1854 bei Kongsvold
auf dem Dovrefjeld in Norwegen entdeckt. Nach Arnell in Sibirien die nórdlichste
Art, im arktischen Gebiet bei Dudinka und Tolstoinos. Von Lundstroem daselbst
noch in 72" 40' n. Br. gesammelt und auch aus Spitzbergen und Grónland bekannt.
S. XXV, 4, a und b) Bll.; gez. nach einem von J. Breidler in Steiermark ges. Expl.
4. Timmia austriaca Hedw. 1801.
Mniwm P. Beauv. 1805, T. polytrichoides 8 lutescens Brid. 1817, T. megapolitana v.
Hook. & Tayl. 1827, T. lutescens Brid. 1827; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 607. í
Zweihäusig, in besonderen 0 Rasen; die knospen-scheibenförmigen
S Blüten mit hochscheidigen Hüllbll, kürzer gestielten, längeren Antheridien
(Stiel nur Y,,—"/, der Sehlauehlünge) und fast keulenfórmigen Paraphysen.
Ausgedehnte, krüftige, etwas glänzende, 10—20 cm hohe, gelblichgrüne,
innen rötlichbraune, unten filzige Rasen. Bll. fast gleichgross, 6—8 mm lang,
aus aufrechter, hell rótlichbrauner, scheidiger Basis plótzlich schmal lineal-
lanzettlich, feucht aufrecht abstehend, trocken anliegend oder eingekrümmt,
rinnig-hohl, fast bis zur Basis scharf, aufwürts stürker und grob gesügt, mit
rötlicher, gegen die stumpfliche Spitze am Rücken gesügter, in der Spitze
endender Rippe. Querschnitt der letzteren oben rund, mitten bikonvex, im
Basalteil plankonvex, im mamillösen Teile des Blattes mit zahlreichen (bis 10)
grossen medianen Deutern, krüftigen, doppelten Stereidenbündern und meist 1-
oder 2schichtigen Bauch- und Rückenzellen, im Basalteil verschwinden die
Stereidenbünder und es erscheinen neben zahlreichen (bis 16) grossen medianen
Deutern nur ein- oder mehrschichtige, homogene, lockere Aussenzellen. Blatt-
zellen oberwärts meist quadratisch, 10—12 u, gegen den Scheidenteil scharf
abgegrenzt, an der Basis rotgelb, meist linear und eng, 7—9 M, nur nächst der
Rippe etwas breiter, 12—14 u, dickwandig und getüpfelt, auch an der Insertion
derb und gefärbt. Kapsel auf 4—6 cm langer Seta horizontal, aus deutlichem,
etwas abgesetztem Halse von fast ولا Urnenlünge ellipsoidisch, derbwandig,
rotbraun und schwach gestreift, trocken breit gerippt, mit hochgewölbtem, fast
halbkugeligem, orangerotem, mit Spitzchen versehenem Deckel und 2—3 zellreihig
sich ablösendem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand rektangulär mit etwas
unregelmässig verdickten, wellig gewundenen Wänden, gegen den Urnen-
rand mehr rundlich-6 seitig. Spaltóffnungen nur am Halse. Peristomzähne
sehr lang, unten gelblich, gesäumt und aussen fein punktiert, innen mit zahl-
reichen, hier und da durch Schrägwände verbundenen Lamellen, an der Basis
verschmolzen, oben grob papillös längsstreifig und mit knotig vortretenden
Gliedern. Membran des inneren Peristoms bleich und glatt, mit nur schwach
knotigen Wimpern ohne Anhängsel. Sporen 19-16 u, gelb bis rótlichgelb
und fast glatt, resp. nur fein papillós. Reife im Juli und August. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 408.
Am Fusse alter Bäume auf der Erde, an steinigen Abhängen und auf felsigem
Kalkboden in schattigen Waldungen der Voralpen und der Alpenregion, sowohl in
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Europa wie in Nord-Amerika, oft Massenvegetation bildend, von 700—2600 m,
auch in den Pyrenüen, Britannien und Skandinavien; von Frólich auf dem Schneeberg
in Nieder-Österreich entdeckt. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens sowohl in
der nördlichen Urwaldregion wie in der arktischen Region gesammelt, Auch aus
Grónland und von Spitzbergen bekannt. S. XXVII, 14, a) Peristom, b und c) Blatt-
querschnitte, sowie XXV, 3, a) Bl, b) Kapsel, c) Antheridium und Paraphysen;
gez. nach einem von Rómer auf Schiefer im Bodethal im Harz ges. Expl.
5. Timmia elegans Hagen (cf. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 798) in dichten, oben
gelbgrünen, innen rostbraunen Rasen. Stengel abwärts mit normalen, an
norvegica erinnernden Bll. Im oberen Teil des Stengels aber sind die Bll. mehr
pfriemlich bis bandförmig verlängert, sodass die Rasen einen Dieranum-artigen
Habitus erhalten. Blattrippe gegen die Spitze am Rücken gezühnt. Bis jetzt
nur in G Rasen bekannt.
Von Dr. J. Hagen in Norwegen, Nordlandsamt, Salten,' Serfolden in Fels-
spalten im August 1893 entdeckt. An den bandförmig verlängerten oberen BII.
von den übrigen Arten leicht zu unterscheiden. S. XX, 1, a) unteres, b) oberes Bl.,
c) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl.
Fam. XXXI. Polytrichaceae.
Sumpf-, Erd- und Felsmoose von zum Teil sehr ansehnlicher Grósse, die
hóchst organisierten Arten akrokarpischer Moose enthaltend, in meist aus-
gedehnten, lockeren Rasen mit aufrechten, starren, oft einem 1jührigen Nadel-
holzpflänzehen gleichenden. Stümmchen. Der unterirdische, rhizomartige Teil
des Stengels entspringt einem oft zu förmlichen Strüngen vereinten Wurzel-
haargeflecht, resp. unterirdischen Protonema und ist an seiner Oberfläche dicht
mit Wurzelhaaren besetzt. Aus diesem mehr rhizomartigen, horizontalen, unter-
irdischen Teile erheben sich die aufrechten oder aufsteigenden, einfachen oder
gabelig bis büschelig geteilten oberirdischen Stämmchen, die in ihrem unteren
Teile oft blattlos oder nur mit schuppenartigen Niederblättern, resp. bei Sumpf-
moosen mit gelblichweissem Filze bedeckt sind. Der Stammquerschnitt des
oft schwärzlichen unterirdischen Teils ist 3kantig, mit gewöhnlichem Zentral-
strang, dünnwandigem Grundgewebe und enger Rindenschicht, derjenige des
oberirdischen, beblätterten Teils dagegen infolge der Blattspuren 5- und mehr-
kantig und oft abweichend von allen übrigen Moosen gebaut. Das Zentrum
besteht statt des einfachen Zentralstrangs meist aus einem Komplex von Zell-
gruppen, die durch stärker verdickte, oft gelb oder bräunlich gefärbte Wände
voneinander geschieden sind. Sie sind von einem dünnwandigen Ring, von dem
die Blattspuren ausgehen, und ausserdem oft von einer 1—3 schichtigen, bräun-
lichen Schutzscheide umgeben, an welche sich das von den Blattspuren durch-
zogene lockere Grundgewebe, das nach aussen allmählich in die dickere Rinden-
schicht übergeht, anschliesst. Niederbll. nur klein schuppenförmig, entfernt
und 3reihig gestellt. Laubbll. meist aus einem dem Stengel anliegenden
یت ها راد a ی
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— 246 —
Scheidenteil lanzettlich-pfriemlich bis zungenförmig verlängert, abstehend oder
zurückgebogen, trocken rinnig bis röhrig, mit breiter, kräftiger, auf der Bauchseite
oft mit Lamellen bedeckter, am Rücken aber dornig gezähnter, selten vor,
meist mit der Spitze endender, oder als Granne austretender Rippe. Querschnitt
der letzteren mit dünnwandigen Bauchzellen, dickwandigen Rückenzellen, 2 flachen
Stereïdenbändern, zwischen denen sich 2 Schichten von 5 und mehr Deutern
oder auch wohl noch.kleinere Gruppen von Zentralzellen und einzelnen Durchlass-
zellen befinden, durch doppelschichtige Laminazellen oft scheinbar verbreitert.
Blattzellen parenchymatisch, weder eigentlich papillós noch mamillós, auch
nie getüpfelt, nur die Cuticula zuweilen gestrichelt, im Scheidenteil, wo ein
soleher vorhanden, sehr dünnwandig, verlängert-6seitig und rektangulär bis
linear, im oberen, chlorophyllhaltigen Teil klein und derbwandig, quadratisch,
rundlich 6seitig oder querbreit, nach der Rippe zu oft 2schichtig oder mit
Längslamellen besetzt. Blüten selten l häusig, resp. parócisch, meist 2 häusig;
die 6 Blüten becher- bis scheibenfórmig und oft aus der Mitte weitersprossend.
Kapsel (meist einzeln) auf verlängerter, oben oft bandartig verbreiterter, hohler,
von kleinem, mit Parenchymzellen umgebenem Zentralstrang durchzogener Seta
anfangs aufrecht, später geneigt bis nickend, stielrund oder prismatisch (4- und
6kantig) bis kubisch, fast ohne Hals, aber oft mit apophysenartigem, ab-
geschnürtem, scheibenartigem Ansatz unter der Urne und mit aus konvexer
Basis kegeligem oder geschnäbeltem Deckel nebst 1 zellreihigem, stückweise
sich ablósendem Ring, oder auch ohne Ring. Spaltöffnungen zahlreich am
Hals oder zwischen Urne und Hals, 1- oder 2zellig, zuweilen durch Teilung
der Schliesszellen 4zellig. Sporensack meist im Luftraum der Kapsel frei
aufgehängt (Pogonat. nanum ausgenommen), also auf beiden Seiten von einem
Luftraum umgeben und als äusserer Sporensack durch Spannfäden mit der
Kapselwand, als innerer Sporensack aber durch Spannfäden mit der Columella
in Verbindung, und daher das Assimilationsgewebe sowohl dem Amphithecium
wie dem Endotheeium angehörend. Haube kappenförmig, nur selten. nackt
oder an der Spitze rauh, zuweilen mit wenigen aufrechten Haaren, meist aber
mit am Scheitel entspringenden Haaren perückenartig bedeckt.
Peristom einfach, aus Bündeln bastfaserähnlicher Zellen zusammen-
gesetzt, die sich nicht pyramiden-, sondern hufeisenförmig zu 32—64 zungen-
förmigen, ungegliederten Zähnen vereinigen, teils ohne, teils mit nach innen
gerichteten kammartigen Flügeln (Leiodon und Pierygodon Lindb.). Ausserdem
ist die Urne nach der Entdeckelung noch durch eine aus der Erweiterung des
oberen Endes der Columella hervorgegangenen Paukenhaut (Epiphragma,
resp. Diaphragma) verschlossen, die entweder aus einer dünnen, glattrandigen
Scheibe mit Aussackungen unterhalb des Randes (wie bei Pterygodon) oder einer
dickeren, teller- oder trichterförmig vertieften, am Rande buchtig-ausgezackten
Scheibe besteht, deren Vorsprünge mit den Zähnen alternieren (wie bei Leiodon).
In der Regel fällt die Paukenhaut erst ab, nachdem die sehr kleinen Sporen
durch die Offnungen zwischen den bei trockenem Wetter sich aufrichtenden
. Peristomzühnen bereits ausgestreut sind.
1. Gatt. Catharinea') Ehrh. 1780.
Atrichum Pal. Beauv. 1805.
Herdenweise oder in lockeren, dunkelgrünen Rasen wachsende Erdmoose,
deren einfache, nur selten geteilte Stämmchen etwas an Rhodobryum oder Mnium er-
innern. Stammquerschnitt mit echten Blattspuren und oft deutlich begrenztem, poly-
trichoidem Zentralstrang. Unterirdischer, rhizomartiger Stengel kriechend
mit seilartig zusammengedrehten, verzweigten Rhizoiden und zahlreichen auf-
steigenden oder aufrechten, am Grunde filzigeu Sprossen. Dll. ziemlich weich,
die untersten schuppenförmig bis lanzettlich, ‘die oberen grösser, aus nicht
scheidiger Basis elliptisch verlängert oder zungenförmig, oft querwellig, trocken
kraus, grob und scharf gezähnt und in der Regel schmal wulstig gesäumt,
mit schmaler, vor oder in der Spitze endender, am Rücken meist dornig ge-
zähnter Rippe. Querschnitt der letzteren mit 1—2 Reihen grosser medianer
Deuter und noch 1—2 Reihen Zentralzellen, mit doppelten Stereidenbändern und
differentiierten Aussenzellen, sowie mit aus gleichförmigen Zellen gebildeten
Lamellen über den Bauchzellen. Die wenigen Lamellen (4—8, seltener mehr) sind
auf die Innenseite der Rippe beschränkt. Blattzellen rundlich-6 seitig und glatt, an
der Basis mehr rektangulär, jedoch meist chlorophylihaltig. Blüten 1häusig
und 2häusig, die d knospen-becherförmig und mit fadenförmigen Paraphysen.
Kapsel auf verlängerter, um die zentrale Achse hohler Seta etwas geneigt,
lang walzenförmig rund und etwas gekrümmt, oder kürzer verkehrt-eiförmig,
mit kurzem Hals ohne Spaltöffnungen und mit aus hochgewölbter, fast halb-
kugeliger Basis lang geschnäbeltem, glattrandigem Deckel, aber ohne Ring.
Epidermiszellen der Kapselwand glatt und nicht getüpfelt, nur mit stark ver-
diekten Längswänden, vorzugsweise rektangulär, am Urnenrand mehrere Reihen
abgeplattet oder klein rundlich-6 seitig. Sporensack der Kapselwand und
der stielrunden Columella anliegend, nur am Fusse desselben ein kleiner
Luftraum mit Spannfäden. Haube lseitig geschlitzt, an der Spitze meist rauh
oder kurzhaarig, sonst glatt. Peristom einfach, aus 32 bleichen Zähnen mit
rötlichgelber Mittellinie und tlügelartigen Anhängseln gebildet (Zeiodon Lindb.).
Paukenhaut flach mit zackigem Rande. Sporen olivengrün.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & 8. bis zum
Jahr 1879 noch 19 bekannt, während jetzt schon mehr als 40 beschrieben sind.
A. Lepidophyllae Kindb.
Mit an der Unterseite der Bll. gezühnelter Lamina.
1. Catharinea undulata (L.) Web. & Mohr 1803.
Bryum L. 1753, Br. phyllitidifolium Neck. 1771, C. Callibryon Ehrh. 1780, Mnium
Swartz 1781, Polytrichum Hedw. 1782, Oligotrichum Lam. 1808, Atrichum E Beauv. 1805,
Cath. Ehrharti Voit 1812, Callibryum Zenk. 1822, Callibryum polytrichoides Wib. 1799; ef.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 608.
1) Von Ehrhart zu Ehren der Kaiserin Catharina II. von Russland benannt. Limpr.
schreibt nach N. v. E. u. a. Catharinaea. Atrichum von d und #etë, ohne Haar.
— 248 —
EMT di EH ابد :
Parócisch, oder polyócisch; die terminalen c Blüten mit ungesäumten,
ganzrandigen, herzfórmigen und kurz zugespitzten oder aus breit ovaler Basis
kurz zugespitzten Hüllbll, kurz gestielten, schmalen Antheridien und faden- ۱
fórmigen Paraphysen, die o Blüten dagegen aus der Mitte der 6 sprossend.
Gewöhnlich schliesst die einjährige Pflanze mit einer 6 Blüte ab, aus deren r
Mitte später ein Spross mit و Blüte hervorwüchst. Die Antheridien stehen ۱
teils im Zentrum zwischen den Paraphysen, teils in den Achseln der inneren
Hüllbl. Herdenweise oder zu lockeren Rasen vereinte, dunkelgrüne, 1—8 cm
hohe Pflanzen mit meist einfachen Stengeln. Bll. entfernt, die unteren schuppen-
förmig, oft etwas schräg inseriert infolge der Drehung des Stengels, klein und
ohne Lamellen, die oberen grösser, verlängert lanzettlich bis schmal zungen-
förmig, 5—8 mm lang, hohl und querwellig, feucht geschlängelt abstehend
bis zurückgebogen, trocken kraus, auf der Unterseite der Lamina mit schrägen
Reihen kleiner Zähne, am Rand durch 2—3 Reihen doppelschichtiger Zellen
wulstig gelblich gesäumt und durch grobe, kräftige, meist doppelreihige Zähne
scharf gesägt, mit auf der Bauchseite lamellöser, am Rücken oben dornig ge-
zähnter, in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit doppel-
schichtigen medianen Deutern, lockeren Aussenzellen, doppelten Stereiden-
bändern und 4—8 meist 2—5 zellreihigen Lamellen über den Bauchzellen, abwärts
mit noch einer Reihe Zentralzellen unter den Deutern und beim Verschwinden der
Lamellen mit doppelschichtigen Bauch- und Rückenzellen; letztere etwas kleiner
als die Bauchzellen und stärker verdickt. Blattzellen derbwandig und verdickt,
rundlich-6 seitig, 18—25 u, am Rand mehr queroval, nach der Basis zu kurz
rektangulär. Kapsel (einzeln) auf 2—4 cm langer, roter Seta geneigt, mehr
oder weniger gekrümmt zylindrisch, seltener fast regelmässig, entdeckelt |
meist 4—5 mm lang, derbwandig, anfangs lederbraun, später rotbraun, mit 1
aus hochgewölbter, halbkugeliger Basis lang pfriemlich geschnäbeltem Deckel 1
von fast Urnenlänge. Haube an der Spitze durch kleine Zähnchen rauh.
Peristomzähne 32, bleich und papillös, mit rötlichgelber Mittellinie und auf
sehr niedriger Basilärmembran von etwa !/—!/ Zahnhöhe, etwas länger als
bei angustata und an der Spitze ähnlich wie bei Pogonatum mehr abgerundet. t
Sporen 16—24 u, gelbgrün bis olivengrün und fast glatt. Reife vom Herbst 1
bis zum Frühjahr. Br. eur. Vol. IV, Tab. 409 und 410. D
Auf kahlem Boden in lichten Laubwaldungen, insbesondere in Licht- und
Abtriebsschlägen, auf Heiden, Bergwiesen und Brachäckern von der Ebene bis in die
Voralpen in 1200 m in Europa wie Nord-Amerika sehr häufig, in der Schweiz
noch in 2070 m; war schon Dillen in den Wäldern um Giessen 1718 bekannt und ist
nach Hscharälle auch in Algier aufgefanden worden. 8. XXVIII, 9, a und
b) BIL, c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. minor W. & M. eine kleinere Form mit gekrüuselten Bll. und kürzerer,
regelmässiger, aufrechter Kapsel auf nur 2 cm langer Seta — an trockneren F
Standorten;
PORE UE ER
4 EUR IZ. UL p ruv in SE mine
var. attenuata Schpr. mit schmäleren, stärker gekräuselten Bll. und schmälerer
Kapsel — verbreiteter in Nord-Amerika,
—. 249 —
2. Catharinea Haussknechtii (Jur. & Milde) Brotherus 1884.
Atrichum Jur, & Milde 1870, Cath. anomala Bryhn vix Cath. lateralis Vaiz. 1889,
Atrichum fertile Nawaschin 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Parócisch, scheinbar zwitterig, mit der vun einer Gipfelknospe im
scheibenförmigen, vertieften Blütenstand. Lockere, olivengrüne, nicht zusammen-
hängende Rasen mit 1,5—2,5 cm langen, der vorigen Art sehr nahe ver-
wandten Pflänzchen. piis Art unterscheidet sich von kleineren Formen der
vorigen Art vorzugsweise durch den Blütenstand, die zu 2—6 aus demselben
Schopfe sich erhebenden Sporogone und kleinere Sporen. Kapsel auf nur
8—15 mm langer, strohgelber oder rötlichgelber, dünner, geschlüngelter Seta
fast aufrecht, schmal zylindrisch, derjenigen der folgenden Art sehr ühnlich,
anfangs purpurrot, später gelbbrüunlich. Sporen nur 10—14 u, gelbgrün und
fast glatt. Reife im Winter.
Auf feuchtem Boden lichter Waldungen, insbesondere an Bachufern, nur von
wenigen Standorten Europas bekannt, z. B: bei #speries in Nord-Ungarn, bei Tölz,
in den Bayrischen Alpen, im Sihlwald bei Zürich (Rev. br. 1900, S. 47), im
Algäu in 1000 m usw.; von Professor Haussknecht bei Lenkoran im Kaukasus
entdeckt, aber auch von Zetterstedt bereits am 23. September 1856 im Vallée
d'Hospiee in den Pyrenüen gesammelt. Wird zwar von Limpricht als eigene
Art behandelt, dürfte jedoch nur als var. der vorigen Art zu betrachten sein,
zumal ich dahier bei Laubach auch grössere Expll. mit 2—6 Sporogonen gefunden
habe, die sich von der Normalform kaum unterscheiden lassen.
3. Catharinea angustata Brid. 1819.
Polytrichum undulatum 8 minus Hedw. 1787, Pol. controversum Brid. 1798, Atrichum
controversum P. Beauv. 1805, Polytrichum Brid. 1806, Pol. eylindrieum Swartz 1813, Atrichum
Br. eur. 1844, Atr. jio tu Mitten 1857; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 610.
Zweihüusig, in meist besonderen 6 Rasen; die 3 Blüten mit oft un-
gezühnten, ganzrandigen, herzfórmigen und kurz zugespitzten inneren Hüllbll.
Lockere, nur 1— 2, seltener bis 5 cm hohe, dunkelolivengrüne oder rötlichbraune
Rasen mit aufrechten, roten Stengeln. Bll. fester und meist kleiner als bei
undulata, nur 4—4,5 mm lang, aufrecht abstehend, kaum wellig, trocken
kraus, schmal lineal-lanzettlich, mehr nach der Spitze zu auf der Rückseite
der Lamina mit etwa 2 Reihen Zähnchen besetzt, dureh 2 doppelschichtige
Randreihen gesäumt und scharf gezühnt, resp. gesägt, mit breiter, auf der
Bauchseite mit 4—8, 6— 9zellreihigen Lamellen besetzter, am Rücken nur an
der Spitze gezühnter Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 Reihen Deuter
und einer Reihe Zentralzellen oder mit einer Reihe Deuter und 2 Reihen
Zentralzellen, sowie mit sichelförmigem unteren und zuweilen in Gruppen auf-
gelóstem bis verschwindendem oberen Stereidenband etc. Blattzellen enger
als bei den vorigen Arten, oben rundlich-6seitig, meist 10—15 u, abwärts bis
18 u, an der Basis kurz rektangulär und nicht breiter. Haube an der Spitze
durch Zähnchen, resp. kurze Haare stachelig raub. Kapsel auf 1—2 cm
langer, purpurroter Seta fast aufrecht, schmal zylindrisch, bis 4 mm
— 250 —
lang und nur 0,5 mm dick, gerade oder nur schwach gekrümmt, anfangs
hell blutrot, resp. purpurrot, später rótlichbraun, mit aus dunkelroter, halb-
kugeliger, glünzender Basis geschnübeltem Deckel von mindestens halber
Urnenlünge. Peristomzühne kürzer als bei den vorigen Arten, bleich und
papillós, mit rótlichgelber Achse. Sporen klein, 10-14 u, hell gelbgrün und
fast glatt. Reife im Herbst und Winter. Br. eur. Vol. IV, Tab. 411.
Auf lehmigem Sand- und Heideboden, namentlich auf Brachückern, sowie
sterilen Weiden und Wiesen bis in die Bergregion in 900 und selbst 1700 m,
jedoch weniger häufig in Europa, wie in Nord-Amerika und fast über die ganze
Erde verbreitet; von ©. F. Schultz bei Neu-Brandenburg in Mecklenburg entdeckt.
S. XXVII, 1, a und b) Peristom, c) Blattquerschnitt, d) Haube, sowie XXVIII, 11,
a) BL, b) Kapsel; gez. nach bei Darmstadt und dahier bei Laubach auf Vieh-
weiden ges. Expll.
B. Leiophyllae ۰
Mit auf der Unterseite der BII. glatter Lamina.
4. Catharinea tenella Röhl. 1814.
Mnium orthorrhynchum Brid. 1817, Polytrichum undulatum 8 minus Funck 1890,
Bryum Polla orthorrhyncha Brid. 1827, Atrichum Br. eur. 1844; ef. Rbh. Kr. ۲ SNr ol
Zweihäusig; die inneren Hüllbll. der c Blüte ganzrandig, herzförmig
und kurz zugespitzt. Lockere, gelblichgrüne, nur 0,5—2, selten 3 em hohe
Rasen mit einfachen, gelblichgrünen, dicht beblätterten Stämmchen. Querschnitt
derselben mit undeutlich begrenztem Zentralstrang und im allgemeinen dünn-
wandigen Zellen. Untere Bll. schuppenförmig, die oberen rasch grösser,
3—4,5 mm lang, weich, aufrecht abstehend, trocken verdreht mit gekräuseltem
Rand, aus etwas schmälerer Basis elliptisch-lanzettlich bis zungenförmig, kaum
querwellig, am Rande 1- oder 2reihig doppelschichtig gesäumt und bis unter
die Mitte herab gezähnt, mit vor oder in der Spitze endender, auf der Bauch-
seite nur mit 2—4 Lamellen besetzter, am Rücken oben gezähnter Rippe,
jedoch auf der Unterseite der Lamina glatt oder nur ausnahmsweise mit ver-
einzelten Zähnchen. Querschnitt der Rippe mit rudimentärem oberen Stereiden-
band ete. Blattzellen weniger rundlich, 4—6 seitig, 18—24 u, die querbreiten
sogar bis 30 u, an der Basis gegen die Rippe kurz rektangulür-6seitig und
nicht schmäler, gegen den Rand jedoch mehr rektangulär, etwas länger und
oft nur halb so breit. Kapsel auf 1—2 cm langer, gelblicher bis fleisch-
farbener, von zerfetzter Ochrea umgebener Seta schwach geneigt, nur 2 mm
lang, verkehrt-eiförmig bis ellipsoidisch, gelblichbraun, mit aus fast halb-
kugeliger, dunkel rotbrauner Basis geschnäbeltem Deckel von Urnenlänge.
Haube fast glatt, an der Spitze nur etwas höckerig, bis zur Kapselbasis
reichend und lange bleibend. Epidermiszellen der Kapselwand meist quadratisch
oder rundlich- bis rektangulär-6 seitig und mit stark verdiekten Wänden.
Peristomzähne etwas grösser als bei voriger Art, fein papillös und gegen die
Spitze verschmälert, sowie mit gelblicher Achse. Sporen 14—21 u, gelblich
und fast glatt. Reife im August und September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 412.
— 251 —
Auf sandig-lehmigem Heideboden, an Wiesengräben und Torfstichen (nicht
auf Kalk) von der Ebene durch die niedere Bergregion bis 1100 m zerstreut, aus-
nahmsweise höher aufsteigend; durch v. A/bertini auf Torf im Isargebirge entdeckt
und an Röhling als Polytrichum controversum mitgeteilt. Von Arnell auch bei
Nikulina in der mittleren Waldregion Sibiriens gesammelt. S. XXVIII, 8, a) Bl.,
b) Kapsel, c) Habitusbild; gez. nach einem von C. Warnstorf bei Neu-Ruppin
(Preussen) ges. Exp
5. Catharinea crispa (James) Lindb. 1867.
Atrichum James 1855, Atr. laxifolium Wils., A. tortifolium Sull. 1856; ef. Rbh. Kr.
FI. IV, 2, S. 599
Zweihüusig mit besonderen G Rasen. Lockere, gelblich- oder olivengrüne
Rasen mit locker beblütterten, 5—10 cm langen, dünnen Stengeln. Stamm-
querschnitt mit nur undeutlich begrenztem Zentralstrang. Untere Bll. klein,
die oberen aus schmälerer Basis ziemlich breit elliptisch und scharf
lanzettlich zugespitzt, feucht abstehend, kaum querwellig, trocken kraus,
2 reihig rótlichgelb und doppelschichtig gesäumt, nach der Spitze zu gesägt,
mit am Rücken glatter, auf der Bauchseite mit 1—4 niedrigen Lamellen
besetzter, vor oder in der Spitze endender Rippe und glatter Unterseite der
Lamina. Blattzellen rundlich-6 seitig, ziemlich locker, 25—30 u und nur schwach
verdickt, mitten querbreit und selbst bis 40 u, an der Basis etwas verlängert-
6seitig bis rektangulär und nicht verdickt. Querschnitt der Rippe mit 2 Reihen
sehr lockerer medianer Deuter, zwischen denen sich meist 1—3 kleine, stern-
förmige Begleitergruppen befinden, mit kleinem, oft getrenntem oberen und
stärkerem, sichelfórmigem unteren Stereidenband, sowie mit lockeren Aussen-
zellen. Lamellen meist nur 3 Zellreihen hoch. Kapsel (meist 2—3 aus dem-
selben Perichätium) aufrecht oder geneigt, schwach gekrümmt, schmal verkehrt
kegelförmig, mit aus hochgewölbter Basis geschnäbeltem Deckel. Haube an
der Spitze mit Zähnchen. Peristomzähne bleich, schmal und ungleich. Sporen?
Reife im Spätherbst.
An grasigen, steinigen Bachufern in England, jedoch nur steril, mit Frucht
in Nord-Amerika. S. XXVIII, 10, a) Bl, b) Blattquerschnitt; gez. nach einem
von Dr. Wood in England ges. sterilen Expl.
2. Gatt. Oligotrichum') Lam. & De Cand. 1815.
Habituell an vorige Gattung sich anschliessende, auf der Erde wachsende
Gebirgsmoose mit einfachen, aus unterirdischen Stolonen sprossenden Stengeln.
Stämmehen 5kantig, mit undeutlich begrenztem Zentralstrang. Bll. lanzettlich,
trocken hakig eingekrümmt anliegend, an der Basis nur undeutlich scheidig,
oberwärts entfernt gesägt und durch die eingeschlagenen Ränder fast róhrig
hohl, ungesäumt, mit breiter, auf der Bauchseite mit welligen, krenulierten
Lamellen besetzter, oben stachelspitzig austretender Rippe. Querschnitt der
letzteren demjenigen von Catharinea ähnlich; die wenigen Lamellen auf die
1) Von diiyos wenig und 4 reıkos Haar wegen der Haube.
EEE
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Rippe beschränkt, querwellig und mit nicht verdickten Randzellen. Blattzellen
dickwandig, oben quadratisch bis rundlich-6 seitig, an der Basis mehr rektangulür.
Zellen der Lamellen gleichfórmig. Blüten 9 hiüusig, die 6 scheibenfórmig und
aus der Mitte sprossend. Haube lseitig gespalten und nur spärlich mit
aufrechten Haaren besetzt. Scheidchen ohne Ochrea. Kapsel auf verlüngerter,
um die zentrale Achse hohler Seta aufrecht, aus kurzem Halse eilänglich,
drehrund und gerade, mit aus gewölbter Basis kegelig zugespitztem oder kurz
geschnäbeltem Deckel und grossen phaneroporen 2- und 4zelligen Spalt-
öffnungen am Halse. Äusserer Sporensack durch Spannfäden mit der Kapsel-
wand verbunden, der innere mit 4 tiefen Längsfalten und durch Spannfäden
mit der scheinbar 4flügeligen Columella verbunden. Peristomzähne ungleich,
bleich und ohne Mittellinie (Zeiodon). Sporen klein.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum
Jahre 1879 noch 8 bekannt, wührend bis jetzt schon die doppelte Anzahl beschrieben ist.
1. Oligotrichum hereynicum (Ehrh.) Lam. & De Cand. 1815.
Bryum incurvum Huds. 1778, Catharinea Ehrh. 1787, Polytrichum Hedw. 1787, Ortho-
trichum Hoffm. 1796, Atrichum P. Beauv. 1805, Cath. sancta Brid. 1819, Pogonatum inter-
medium Brid. 1827, Olig. incurvum Lindb. 1864, Cathar. sudetica Presl.; ef. Rbh. Kr.
Fi. IV, Nr. 612.
Zweihäusig; die scheibenförmigen Ğ Blüten mit breit verkehrt eiförmigen,
mit Spitzchen versehenen inneren Hüllbll, gekrümmten Antheridien und teils
fadenförmigen, teils spatelfürmig verbreiterten Paraphysen. Lockere,
leicht zerfallende, schmutzig- oder gelblichgrüne bis rötlichbraune, 9—3 em
hohe Rasen. Untere Bil. schuppenförmig, aufwärts allmählich grösser, bis
4,5 mm lang, feucht etwas abstehend und einwärts gebogen, trocken anliegend
und hakig eingekrümmt, nicht wellig, die obersten aus fast scheidiger Basis
lineal-lanzettlich, ungesäumt, aufwärts röhrig-hohl, mit entfernt und klein ge-
zähntem oder auch undeutlich gezähneltem Rand und stachelspitzig aus-
tretender, oben am Rücken mit 2—4 kammfórmig gezühnten, rudi-
mentáren Lamellen, auf der Bauchseite aber mit 8— 19 querwelligen Lamellen
besetzter Rippe. Querschnitt der letzteren oben mit zahlreichen medianen
Deutern, doppelten Stereidenbündern und lockeren Aussenzellen, abwürts mit
bis 3 Reihen Deuter und 9 Reihen Zentralzellen nebst doppelschichtigen Aussen-
zelen, aber ohne Stereiden. Blattzellen dickwandig,
mässig 4—6 seitig oder auch querbreit, 12—18 y,
Kapsel auf 1—3 cm langer,
aufrccht, aus eifórmi
unter der Mündung ver
oberwürts etwas unregel-
an der Basis rektangulür.
dicker, oben rechts gedrehter und gefurchter Seta
ger Basis verlüngert, dünnwandig, hellbrüunlich, trocken
engt, mit kurzem, verschmälertem Hals und aus konvexer
Basis kegelig zugespitztem bis kurz geschnübeltem Deckel, entleert lüngsfurchig.
Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, am Urnenrand mehrere (5 bis
.8) Reihen abgeplattet, davon die oberste in einzelnen Zellen sich ablósend.
Haube bis zur Kapselmitte reichend und spürlieh mit aufrechten Haaren besetzt.
Peristomzühne bleich und nicht papillós, oft unregelmässig und zuweilen längs
— 253 —
geteilt. Sporen 10—15 u, gelblichgrün und glatt. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 413.
Auf feuchtem, sandig-thonigem oder lehmigem Boden (nicht auf Kalk) in
der Bergregion und in den Alpen bis 2800 m; von Ehrhart bereits 1780 entdeckt.
Niedrigster Standort bei Passau in 400 m und in den Sudeten in 750 m. S. XXVII, 4,
a) Peristom, b) Blattquerschnitt, sowie XXVIII, 6, a) Bl., b) Kapsel, c) Antheridium
mit Paraphysen; gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach an der Grimsel in der
Schweiz ges. Expl
Var. lazum Braithw. mit 5—6 cm hohen, schlanken, lockerer beblätterten
Stengeln — auf dem Isergebirge etec.;
var. ambiguum Bryhn, mit fast glatter, nur an der Spitze spärlich papillóser
Haube — im Thale Saetersdalen in 1200— 1300 m von Bryhn in Norwegen
gesammelt (non vidi).
3. Gatt. Psilopilum ') Brid. 1827.
Nach den vegetativen Organen und dem Blütenstand an die vorige
Gattung sich anschliessende, herdenweise oder zu lockeren Hasen vereinte
Erdmoose. Sie unterscheiden sich von der vorigen Gatt. durch die schmale,
kahle, nur an der Spitze etwas hóckerige Haube und die engmündige, stark
gekrümmte und von den Seiten zusammengedrückte Kapsel. Innerer Bau
der Kapsel und der Seta wie bei Oligotrichum. Bll. an der Basis mehr oder
weniger scheidig.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung warden von Jaeger & S. noch 5
aufgezählt, während bis jetzt schon 12 beschrieben sind.
1. Psilopilum laevigatum (Wahlenb.) Limpr. 1895.
Polytrichum eg 1819, Pol. glabratum Wahlenb. 1803, Catharinea Brid. 1819,
Cath. glabrata Hook. 1813, Psilop. arcticum ve 1827, Oligotrichum Br. eur. 1844 und
Olig. glabratum [Ped PU cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, ۰ 609.
Zweihüusig; die 6 Blüten mit qii kurz zugespitzten Hüllbll.
und teils faden-, teils spatelfórmigen Paraphysen. Herdenweise vereinte,
brüunlichgrüne, etwa 1 cm hohe Pflänzchen mit einfachem, locker dachziegelig
beblättertem Stengel. Bll. aus ziemlich langer, scheidiger Basis aufrecht ab-
stehend, verkehrt eifórmig oder im oberen Teil elliptisch bis elliptisch verlängert,
hohl und ganzrandig, nur an den eingebogenen Rändern der stumpfen, fast
kappenförmigen, eingekrümmten Spitze krenuliert, mit nicht austretender, abwärts
und am Rücken nicht lamellöser, auf der Bauchseite des oberen Teils aber
mit zahlreichen welligen Lamellen besetzter Rippe. Querschnitt der letzteren
mit meist doppelter Reihe medianer Deuter, denen sich abwärts noch Zentral-
zellen anschliessen, mit doppelten, schmalen Stereidenbändern und lockeren
Aussenzellen. Über den Bauchzellen erheben sich mehr als 10 zellreihige Lamellen.
Wo das obere Stereidenband verschwindet, verdoppeln sich die Bauchzellen.
Blattzellen oberwürts rundlich 4—6 seitig, 18—924 u, abwärts verlängert, an der
1) Von yıÃés kahl, nackt und 22202 Filz, Hut, ER wegen der Haube.
ی
ENTE EE X T
س 254 —
Basis verlängert rektangulär und nur 10—14 u. Haube etwas glänzend. Kapsel
auf kaum 1 cm langer, steifer Seta aufrecht, aus eiförmiger Basis stark gekrümmt
und gegen die Mündung allmählich verschmälert, seitlich zusammen-
gedrückt, anfangs rostbraun, später dunkler, schwarzbraun, mit kurz geschnäbeltem
Deckel und an der Basis mit grossen zweizelligen Spaltóffnungen, deren Schliess-
zellen zuweilen verschmelzen. Epidermiszellen der Kapselwand im schmäleren
Teile sehr verlängert und mit stärker verdiekten Längswänden, die übrigen
lockerer, mehr 6seitig und gleichmässiger verdickt, am Urnenrand zahlreiche
Reihen abgeplattet und kleiner rundlich-6 seitig. Peristomzähne länger als bei
voriger Art, bleich, ungleich und oft gespalten (Leiodon). Paukenhaut trichter-
fórmig. Sporen 18— 22 u, gelb und fein punktiert. Reife im Sommer. Br.
eur. Vol. IV, Tab. 414.
Auf nacktem Sande der Fluss- und Meeresufer, seltener auf thonigem Schlamm-
boden oder Torf, in der arktischen Zone Europas, Nord-Amerikas und Asiens,
insbesondere in Island, Spitzbergen, Lappland, Grönland und Sibirien; von Wahlenberg
in Lappland entdeckt. S. XXVIII, 7, a) Bl, b und c) Kapseln, d) Habitusbild,
e) Antheridium mit Paraphysen; gez. nach von V. F. Brotherus in Lappland
ges. Expll.
4. Gatt. Pogonatum!') Pal. Beauv. 1805.
Herdenweise wachsende, aus Stolonen wie aus Protonema sich entwickelnde
Erdmoose mit dreikantigem, rhizomartigem unteren Teile und aufsteigendem
oder aufrechtem, baumartigem, starrem, zuweilen verästeltem, 5kantigem oberen
Stengel. Stammquerschnitt des rhizomartigen Teils mit gewöhnlichem, der des
nadelholzähnlichen beblütterten Teils mit zusammengesetztem Zentralstrang und
Blattspursträngen. Untere Bll. klein, aufwärts allmählich grösser, starr auf-
recht oder abstehend, ungesäumt, aus häutiger, scheidiger Basis rasch
lanzettlich oder lineal-lanzettlich bis pfriemlich und meist scharf gesägt, mit
doppelschichtiger, nur am Rand einschichtiger schmaler Lamina und im Basal-
teil schmaler, aufwärts verbreiterter, an der Bauchseite lamellöser, fast den
ganzen oberen Teil ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren im oberen
Teil mit 2 Reihen mehrzähliger medianer Deuter, nebst einer Reihe Zentral-
zellen, 2 Stereidenbündern, dickwandigen, meist querbreiten Rückenzellen und
über den lockeren Bauchzellen mit zahlreichen Lamellen, die auch noch
auf die zweischichtige Lamina übergehen. Randzellen der Lamellen
zuweilen grösser und papillös. Blattzellen klein und derb, rundlich-6 seitig, am
einschichtigen Rand mehr quadratisch, gegen die Basis mehr querbreit oder
queroval, im Scheidenteil dagegen schmal rektangulür oder verlüngert-6 seitig,
dünnwandig und meist hyalin. Blüten zweihäusig, die Ğ becherfórmig und meist
aus der Mitte sprossend, mit breit eifórmigen bis herzförmigen, zugespitzten
äusseren und kleineren, spatelfórmigen bis lanzettlichen inneren Hüllbll nebst
faden- und spatelfórmigen Paraphysen. Haube kappenförmig, vom Scheitel
aus mit langen, abwärts gerichteten Haaren besetzt, die wie ein perücken-
.7) Von z@yao» der Bart, wegen der filzigen Haube.
— 255 —
artiger Filz die Kapsel meist vollständig einhüllen. Kapsel (einzeln)
auf verlängerter, um den zentralen Strang hohler, unten mit röhriger Ochrea
umgebener, oben rechts gedrehter Seta aufrecht oder geneigt, ziemlich regel-
mässig, seltener schwach gekrümmt, stielrund, mit aus gewölbter Basis
geschnäbeltem Deckel, aber ohne Ring, weder mit Hals noch apophysenartigem
Ansatz und daher auch ohne Spaltóffnungen. Kapselwand aussen häufig
rauh infolge mamillöser oder kegelförmiger Ausstülpungen der Epidermiszellen.
Ausserer, nicht buchtiger Sporensack durch Spannfäden mit der Kapselwand,
der innere kreuzweise längsfaltige dagegen durch Spannfäden mit der Columella
verbunden (P. nanum ausg.). Peristomzähne 32, braunrot oder mit rótlichbrauner
Achse, hufeisenfórmig auf vortretender Basilärmembran (Leiodon). Sporen
klein. Reife im Spätherbst und Winter.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum
Jahr 1879. noch etwa 100 bekannt, deren Anzahl sich jedoch inzwischen noch um
fast die Hälfte vermehrt hat.
A. Aloidella C. M.
i Bll. Aloe-artig mit meist nicht austretender Blattrippe. Randzellen der
Lamellen den übrigen Zellen derselben gleichfórmig, dünnwandig und glatt.
1. Pogonatum nanum (Schreb.) P. Beauv. 1805.
Polytrichum Dill. 1741 und er 1771, Polytr. pumilum Swartz 1795, Pol. aloöfolium
var. Seop. 1772, Catharinea Röhl. 1800, Pol. ericoides Hoffm. 1796, Pol. intermedium Brid.
1806, Pol. semidiaphanum Brid. dam Mnium polytrichoides v. rotundifructum Ehrh. 1780,
Pogonatum pumilum P. Beauv. 1805, Pog. intermedium Röhl. 1813, Pog. subrotundum Lindb.
1864, Pog. polytrichoides Brockm. 1869; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 613.
Zweihüusig; die nicht aus der Mitte sprossenden 6 Blüten mit faden-
fórmigen Paraphysen, breit eifórmigen bis verkehrt eifórmigen, zugespitzten
üusseren und lanzettlichen inneren Hüllbll. Herdenweise oder zu lockeren Rasen
vereinte, olivengrüne bis rötlichbraune Pflänzchen mit kurzen, nur 4—10 mm
hohen, einfachen, nicht verüstelten Stengeln. Stammquerschnitt abwürts 3-, aufwürts
5kantig. Bll. aus kurzer, halbscheidiger Basis starr abstehend, trocken ein-
gekrümmt, die oberen 3—4 mm lang, lanzettlich bis schmal zungenfórmig, gegen die
stumpfliche, fast abgerundete Spitze entfernt schwach gezühnt, mit nicht
austretender, am Rücken glatter Rippe und bis 35, aus gleichfórmigen, glatten
Zellen gebildeten, schwach welligen inneren Lamellen. Randzellen der letzteren
rundlich und glatt. Querschnitt der Rippe typisch wie oben angegeben. Blatt-
zellen oberwärts quadratisch, 12—15 u, im Scheidenteil rektangulär-6 seitig und
ziemlich derbwandig, nur gegen die Ränder dünnwandig, etwas schmäler und
mehr verlängert rektangulär. Innere Perichätialbll. mit schwacher Rippe, ohne
Lamellen und ganzrandig. Haubenfilz gelbbraun, nicht unter die Kapsel herab-
reichend. Kapsel auf 1—2,5 em langer, dünner, geschlängelter, roter
Seta aufrecht oder geneigt, و bis urnenförmig, ziemlich derbwandig,
bräunlichgelb, mit breitem, aus flach gewölbter Basis kurz und gerade
geschnäbeltem Deckel, ohne Spaltöffnungen, entdeckelt kreiselfórmig und unter
— 256 —
der erweiterten Mündung eingeschnürt. Epidermiszellen der Kapselwand klein,
ohne Ausstülpungen, durch rings stark verdickte Wände unregelmässig rundlich
oder oval, nur etwas aufgetrieben und dicht und fein papillós, am Urnenrand
wenige Reihen kleiner. Ausserer Sporensack der Kapselwand locker anliegend,
innerer mit der Columella verschmolzen. ^ Peristomzühne auf nur wenig vor-
tretender Membran von kaum وی Zahnhóhe ziemlich lang, oben hufeisenförmig
abgerundet, nicht papillós, gelblich mit braunroter, breiter Achse. Sporen
15—20 u, gelblich und fast glatt. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 415.
Auf sandig-thonigen Blössen in lichten Wäldern, auf Heideboden, an Hohl-
wegen und Abhängen etc., jedoch nicht auf Kalk, durch die Ebene und Hügelregion
bis 650 m in Europa verbreitet. Auch aus Algier, Nord-Amerika und Asien bekannt.
Von Schreber bei Leipzig entdeckt; war jedoch auch schon Dillen 1718 um Giessen
bekannt. S. XXVII, 5, Peristom und XXVIII, 1, a) Bll., b) Habitusbild in natürlicher
Grösse, c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach und bei Darmstadt ges. Expll.
Var. longisetum Schpr., mit längeren Bll. und längerer Kapsel auf 3—5 cm
langer Seta — von E. Hampe bei Halle a. S. ges. und auch aus Schleswig und
Holstein bekannt.
Bastarde zwischen Pog. nanum und aloides sind nicht gerade selten. Einen
solehen beschreibt Brunnthaler in der Osterreichischen bot. Zeitung von 1897,
S. 46—48.
2. Pogonatum aloides (Hedw.) P. Beauv. 1805.
Polytrichum Hedw. 1787, Pol. subrotundum var. Huds. 1762, Pol. nanum Weis. 1770,
Pol. mnioides Neck. 1771, Pol. aloëfolium var. Scop. 1772, Pol. rubellum Menz. 1798,
Catharinea Röhl. 1800, Mnium polytrichoides var. longifructum Ehrh. 1780, Mnium polytrichoides
var. 8 L. 1753; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 614
Zweihäusig; die 6 Blüten aus der Mitte, die o Pflanzen zuweilen unter
der Spitze sprossend. Paraphysen fadenfórmig bis schwach keulig. Herden-
weise oder zu lockeren Rasen vereinte, 05, —2 cm hohe, dunkelgrüne Pflünzchen
mit in der Regel einfachem Stengel. Stammquerschnitt abwärts 3 kantig, mit
einfachem, undeutlich begrenztem Zentralstrang, gelblichem Grundgewebe und
mehrreihiger, kleinzelliger, diekwandiger, roter Rindenschicht. Untere Bil. klein
eilanzettlich, die oberen grösser, 4—7 mm lang, aus scheidiger Basis abstehend,
trocken locker anliegend und eingekrümmt, verlängert lanzettlich und zugespitzt,
mit weit herab scharf gesigtem Rand, nicht austretender, gegen die Spitze
am Rücken gezühnter Rippe und 40—60 aus gleichfórmigen, glatten Zellen
gebildeten inneren Lamellen. Querschnitt der Rippe typisch. Blattzellen oben
| rundlich 4—6seitig, 15 u, am Rand über dem Basalteil kleiner und unregel-
mässig 3—6 seitig, im Scheidenteil verlängert rektangulär oder rektangulär-6 seitig
und hyalin. Kapsel auf 1,5— 3,5 cm langer, roter Seta aufrecht oder schwach
geneigt, aus eifórmiger Basis walzenförmig, dünnwandig, anfangs gelbgrün,
später hellbraun, mit aus gewölbter Basis kegeligem oder kurz geschnäbeltem,
roirandigem Deckel, trocken runzelig und unter der kaum erweiterten Mündung
schwach eingeschnürt. Haubenfilz oben bräunlich, abwärts weisslich, über
۰
— 257 —
die Kapsel herabreichend. Epidermiszellen der Kapselwand mit mamillóser, am
Scheitel tüpfelartig verdünnter Ausstülpung. Sporensack durch Spann-
füden mit Columella und Kapselwand verbunden und auf der inneren Seite
mit 4 Lüngsfalten. Peristomzähne 32—40, rotbraun mit ausgebleichtem Rand,
kürzer als bei voriger Art, jedoch auf mehr vortretender Basilärmembran von
1, bis fast ولا Zahnhóhe. Sporen 9—12 u, gelbgrün bis olivenbrüunlich und
glatt. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur. Vol. IV, Tab. 416
Auf sandig-thonigem, im allg. kalkürmerem Boden, an Bóschungen der Wald-
wege, steinigen Abhängen, Hohlwegen und Felsspalten durch die Ebene und niedere
Bergregion Europas bis 1000 m häufig, auch in Algier, Nordamerika und Asien
verbreitet, in den Alpen bis 2200 m aufsteigend. War schon Haller 1837 bekannt.
, 6, Peristom, sowie XXVIII, 5, a) Bl, b) Kapsel, c) Habitusbild; gez.
ما مت bei Laubach ges. Expll.
Var. minimum Crome — p Dicksoni Hook. — y defluens Brid. mit kürzerem,
noch nicht 1 cm langem Stengel, fast ovaler Kapsel und weit über dieselbe herab-
reichendem Haubenfilz — an schattigen Weg- und Grabenrändern;
var. Driosianum — P. Briosiauum Farneti und v. obtusifolium Am. mit
grösseren, feinwarzigen Sporen von 14—20 u, und stumpferen, lanzettlich-zungen-
fórmigen, gegen die Spitze gesügten Bll — wurde 1888 auf steinigem Kalkboden
von R. Farneti in Oberitalien entdeckt (non vidi); wohl Übergangsform zwischen
dieser und der vorhergehenden Art.
B. Cephalotrichum C. M.
Bll. mit stachelspitzig bis grannig austretender Rippe. Randzellen der
Lamellen grósser als die übrigen, dickwandig und mehr oder weniger papillós.
3. Pogonatum urnigerum (L.) P. Beauv. 1805.
Polytrichum L. 1753, Pol. dubium Scop. 1760, Bryum Neck. 1768, Pol. axillare Lam.
1768, Pol. pulverulentum Raymar 1780, Pol. fasciculatum Michx. 1803, Catharinea و
Röhl. 1800, zo pulverulentum P. Beauv. 1805, Pog. fasciculatum P. Beauv.; cf. Rbh.
M IV, Ar.
ETE die becherfórmigen, aus der Mitte sprossenden 6 Blüten
mit faden- und spatelfórmigen Paraphysen. Lockere, 2—4 und selbst 10 cm
hohe, bläulichgrüne, im Alter unten rótlichbraune Rasen mit aufsteigenden
oder aufrechten, durch seitliche fertile Sprosse fast büschelig geteilten oder
baumartig verüstelten Stengeln. Stammquerschnitt mit Blattspuren und begrenztem,
zusammengesetztem Zentralstrang, sowie unter der o Blüte mit 2 getrennten
Zentralsträngen. Bil. unten klein und schuppenförmig, aufwärts dichter und
grösser, 6—8 mm lang, aufrecht abstehend, trocken anliegend, aus hyaliner,
kurzscheidiger Basis lineal-lanzettlich und lang zugespitzt, mit entfernt scharf
gezähntem Rand, als Stachelspitze austretender Rippe und zahlreichen
inneren, auf den doppelschichtigen Teil der Lamina übergehenden Lamellen.
Randzellen der letzteren doppelt grösser als die übrigen, diekwandiger und
papillös. Querschnitt der Rippe typisch, ähnlich wie bei Polytrichum. Blatt-
zellen über der Basis querbreit, im Scheidenteil verlängert ee und
Roth, Die europäischen Laubmoose. ۰
— 258 —
hyalin. Perichätialbll. länger scheidig. Haubenfilz gelbbraun, über die Kapsel
herabreichend. Kapsel auf 1—5 cm langer, rötlicher Seta aufrecht oder schwach
geneigt, eilänglich, resp. aus eiförmiger Basis fast zylindrisch verlängert, rötlich-
bräunlich, mit rotem, aus flach gewölbter Basis geschnäbeltem Deckel, trocken
unter der Mündung nur wenig verengt. Epidermiszellen der Kapselwand rundlich
oder oval, diekwandig und mit gerader, starker, kegeliger Mamille ohne
tüpfelartige Verdünnung am Scheitel. Sporensack mit Kapselwand und Columella
durch Spannfüden verbunden und auf der inneren Seite mit 4 Längsfalten.
Peristomzühne 32, gelbrot, gleichmässig, breit und kurz, jedoch grösser als bei
voriger Art, auf vortretender Membran von ',—'/, Zahnhóhe, fein papillós
und an den Rändern ausbleichend. Sporen 10—14 u, bleich oder gelblich
und glatt, in Masse gelb. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur. Vol. IV,
Tab. 417.
Auf feuchtem, kiesigem oder sandig-thonigem Boden, an Waldründern, steinigen
Abhängen und Böschungen, sowie auf Heideboden von der Ebene bis in die
untere Alpenregion in Europa und Nord-Amerika häufig und selbst bis 2500 m auf-
steigend. Findet sich nach Arnell auch in Sibirien von der Waldregion bei Jeniseisk
bis Selivanina in der subarktischen Region. Wird schon 1741 in der Hist. muse.
von Dillen erwähnt. S. XXVIII, 2, a) Bl, b) Kapsel, c) Habitusbild, d) Blatt-
querschnitt; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. humile Schpr. mit nur wenig geteilten, oft einfachen, sehr niedrigen
Stengeln und kürzerer Kapsel — in trockneren, höheren Lagen. Wird leicht ver-
wechselt mit P. capillare.
Var. erassum Schpr. mit krüftigeren, fast einfachen Stengeln und dickerer,
eiförmiger Kapsel auf kürzerer Seta — in feuchteren, höheren Lagen.
Pogonatum Wahlenbergii Kindb. in kleineren Rasen, mit verästelten, abwärts
in den Sand vergrabenen Stengeln, kürzeren, breiteren, in der Form an diejenigen
von P. capillare und aloides erinnernden, fast ganzrandigen, meist nur undeutlich
gezühnten Bll. mit in der Spitze endender oder nur sehr kurz austretender Rippe,
und mit grossen, papillósen Endzellen der Lamellen, sowie mit kürzerer, dicker
Kapsel auf nur 1—2 cm langer Seta, welches H. W. Arnell im Jeniseithale Sibiriens
ges. hat, soll nach Kindb. (cf. Skandin. Bladmossflora v. 1903, Nr. 246) auch in
innland und Schweden gefunden worden und nach Rbh. Kr. Fl. IV, 3, B. 800
mit Polytr. capillare var. minus Wahlenb. identisch sein.
4. Pogonatum capillare (Michx.) Brid. 1827.
Polytrichum Michx. 1808, Pol. urnigerum var. capillare Wahlenb. 1826, Pog. longidens
Aongstr. 1852; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S, 611.
Zweihäusig. Herdenweise vereinte, habituell an P. nanum oder die
var. humile der vorigen Art erinnernde Pflänzchen mit einfachen, unten fast
kahlen 3 kantigen, oben 5kantigen, dicht beblätterten, meist nur einige mm
hohen Stengeln. Bll. unten klein, die oberen aus kurzscheidiger Basis lineal-
lanzettlich und zugespitzt, flach rinnig, starr aufrecht, trocken meist nicht
eingekrümmt, mit scharf gesägtem Rand, breiter, als kurzer Stachel aus-
tretender Rippe und zahlreichen Lamellen. Querschnitt der Rippe ähnlich
— 259 —
wie bei voriger Art; die Randzellen der Lamellen viel grösser als die übrigen
Zellen, diekwandig, gebräunt und warzig-papillös, jedoch flacher und querbreit,
gestutzt bis schwach eingedrückt. Blattzellen am Rand der Lamina querbreit
und mit stark verdickten Querwänden, nach der Basis zu mehr rektangulär.
Perichätialbll. hoch scheidig und pfriemlich verschmälert mit grannen-
artig austretender Rippe. Haubenfilz fast die ganze Kapsel einhüllend.
Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, gelbrötlicher Seta geneigt, dick oval, resp.
kurz ellipsoidisch, dünnwandig, gelbbräunlich und rotmündig, mit aus hoch-
gewölbter Basis kurz und dünn geschnäbeltem Deckel, trocken und entleert
gestutzt eifórmig. Epidermiszellen der Kapselwand rund oder oval mit als
hyaline Mamille vorgewólbter Aussenwand. Peristomzühne ähnlich wie
bei nanum, schmäler und fast doppelt so lang als bei wrnigerum, jedoch
bleich, mit rotgelber Achse und sehr fein punktiert, auf kaum vortretender
Basilirmembran. Sporen 16—21 u, gelblich und fein gekörnelt. Reife im
September.
Auf kahlem Sande an den Flussufern im hohen Norden Europas wie Nord-
Amerikas und Asiens. In Schweden, Lappland und Finnland sehr verbreitet, auch
aus der subarktischen und arktischen Region Sibiriens und aus Vg bekannt.
Von G. Wahlenberg 1802 in Lappland entdeckt. S. XXVIII, 4, a) Bl,
b) Perichütialbl, c) Kapsel, d) Lamellen; gez. nach einem von Dr. V. F. Brotherus
in Lappland ges.
Var. dentatum — P, dentatum Menzies mit krüftiger austretender Rippe und
stärker gezühntem Rand mit 5—7 zelligen Zähnen — in Skandinavien und Canada.
5. Gatt. Polytrichum’) Dill. 1718.
In lockeren, ausgedehnten Rasen wachsende, derbe, krüftige, bis fusshohe
Erd- und Sumpfmoose mit steifen, festen, fast holzigen, aus unterirdischem
Rhizome sprossenden, aufsteigenden oder aufrechten, einfachen, nur selten
geteilten, abwürts oft weissfilzigen Stengeln. Unterer Teil des Stengels 3 kantig,
kahl oder mit schuppenförmigen Blättchen besetzt, oberer, beblütterter Teil
5- und mehrkantig, habituell an junge Nadelholzpflänzchen erinnernd. Stamm-
querschnitt mit gut begrenztem, aus dick- und dünnwandigen Zellen zusammen-
gesetztem Zentralstrang, echten Blattspursträngen, allmählich dickwandiger
werdendem Grundgewebe und gelbroten, fast stereiden Rindenzellen. Die
Mitte des Zentralstrangs nimmt ein Komplex diekwandiger, lockerer, durch
zarte Wände gefächerter, oft braun gefärbter Zellen ein. (S. XXVII, 3.)
Bll. denen der vorigen Gattung im Allg. ähnlich, mit doppelschichtiger, nur
in einem schmalen Randstreifen einschichtiger, teils ganzrandiger, teils mit grossen,
vorwärts gerichteten Zähnen besetzter Lamina, sowie mit zahlreichen inneren,
aus gleichartigen oder zweierlei Zellen gebildeten Lamellen. Querschnitt der
Rippe wie bei der Familie bereits angegeben, demjenigen von Pogonatum
ähnlich. Blüten zweihäusig, zuweilen in besonderen 6 Rasen; die becher-
bis scheibenförmigen, stets aus der Mitte ی d Blüten mit
1) Von sols viel und i£, دم Haar, wegen der filzigen Haube.
— 260 —
verkehrt-eifórmigen bis fast herzfórmigen, zugespitzten oder mit Spitzchen ver-
sehenen inneren Hüllbll., zahlreichen grossen Antheridien nebst faden- und spatel-
fórmigen Paraphysen. Perichätialbll. meist aufrecht und grösser. Haube durch
den sehr langen Filz die Kapsel meist vollständig einhüllend. Kapseln (einzeln)
auf sehr langer, starrer, unten von kegelig-róhrenfórmigem Scheidehen umgebener,
gelber oder roter, trocken oben verflachter und rechts gedrehter Seta anfangs
aufrecht, später geneigt bis horizontal, prismatisch, 4—6kantig, mit halb-
kugeligem Hals oder von der Urne abgeschnürter, scheibenfórmiger, apo-
physenartiger Anschwellung, sowie aus gewölbter oder kegeliger Basis
geschnäbeltem Deckel. Spaltóffnungen zwischen Urne und Ansatz oder am
Hals. Ring fehlend oder einreihig in einzelnen Zellen sich ablósend. Sporen-
sack in der Urne frei aufgehängt, mehrfach lüngs- und querfaltig, nach aussen
mit der Kapselwand, nach innen mit der Columella durch Spannfäden verbunden.
Paukenhaut an der Peripherie oft verdickt und zackig. Peristomzähne meist
64, mit gefärbter Längsachse und auf gefürbter Basilärmembran, teils mit
flügelartigen Anhängseln auf der inneren Seite (Pierygodon Lindb.), teils ohne
solche (Zeiodon Lindb.). Sporen klein. Br. eur. Vol. IV, Tab. 426.
Wie die vorige Gattung ist auch diese sehr reichlich ausserhalb Europas
vertreten. Waren doch nach Jaeger & S. bis zum Jahre 1879 bereits 30 ausser-
europäische Arten derselben bekannt, während bis jetzt schon über 100 beschrieben sind.
A. Aporotheca Limpr. 1895.
Epidermis der Urne ohne Tüpfel. Hals fast halbkugelig und weniger
deutlich, resp. nicht durch Einschnürung von der stumpf- 5 und 6 kantigen
bis rundlichen Kapsel abgegrenzt.
1. Polytrichum alpinum L. 1753.
P. urnigerum var. 8 Huds. 1762, Catharinea Röhl. 1800, P. norvegicum Hedw. 1801,
Pogonatum Röhl. 1812, Pog. norvegieum P. Beauv. 1805, Polytr. furcatum Hornsch. 1820,
Pol. ferrugineum Brid. 1806. Pog. furcatum Brid. 1827; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 617.
Zweihäusig. Lockere, leicht zerfallende, schmutziggrüne oder rötlichbraune,
bis 20 cm hohe Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden, unten geschlängelten,
blattlosen, dreikantigen und schwärzlichen, aufwärts fast büschelig in gleichhohe
Aste geteilten, mehrkantigen, beblätterten Stengeln. Untere Bil. klein und
schuppenförmig, die oberen aus etwas glänzender, weisslicher, hochscheidiger
Basis lineal-lanzettlich und pfriemlich zugespitzt, feucht abstehend bis zurück-
gebogen, trocken anliegend, durch die aufgerichteten Ränder rinnig-hohl, mit
weit herab grob und scharf gesägtem Rand und als rötliche Granne austretender,
gegen die Spitze am Rücken gesägter, innen lamellöser Rippe. Lamellen
(bis 40) nicht krenuliert, im Querschnitt mit grösserer, eiförmiger, papil-
löser, bräunlicher Randzelle. Blattzellen oberwärts quadratisch oder querbreit
und mit gestrichelter Cutieula, im Scheidenteil hyalin und verlängert rektangulär,
an der Insertion gebräunt und 2—3 schichtig. Haubenfilz rötlichbraun, die
Urne nicht ganz bedeckend. Kapsel auf 3—5 cm langer, rötlichgelber, oben
rechts gedrehter Seta geneigt, dick ellipsoidisch oder eiförmig, schwach hoch-
— 261 —
rückig, ohne Kanten, dünnwandig, gelblichgrün bis hellbraun, rotmündig
und glatt, aussen nicht mamillös, mit kleinem, kegelig geschnäbeltem Deckel
von mindestens halber Urnenlänge, und mit zahlreichen einzelligen Spalt-
öffnungen am mehr oder weniger deutlichen Halse, trocken unter der
Mündung kaum verengt, zuletzt dunkelbraun bis schwürzlich. Epidermiszellen
der Kapselwand unregelmässig und gross, weder mamillös noch getüpfelt, nach
der Mündung zu abgeplattet, am Urnenrand eine Reihe roter, kleiner, quadratischer
Zellen, die einen bleibenden Ring darstellen. Sporensack mit Kapselwand und
Columella durch Spannfäden verbunden, auf der inneren Seite mit 4 Längsfalten
wie bei Pogonatum, zu der diese Art den Übergang bildet. Peristomzähne
unregelmässig, 40—64, mit anfangs gelbroter, später bleichender Achse auf
gelbroter Basilirmembran (Leiodon). Sporen 16— 21 u, ockerfarben und fein
punktiert. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 418.
Auf steinigen, grasigen Abhängen und an erdbedeckten Felsen von der oberen
Bergregion aufwärts, in den Alpen von 800—2300 m allgemein verbreitet und
selbst bis 2900 m aufsteigend, auch in Asien und Nordamerika verbreitet ünd oft
Massenvegetation bildend. Ausnahmsweise auf Torf in der Norddeutschen Ebene
bei Ostrow-Lewark in Westpreussen. Findet sich im nördlichen Asien vom 61.°
n. Br. bis zu 72° in der arktischen Region und ist in Spitzbergen eines der
gemeinsten Moose. S. XXVIII, 3, a) Bl, b und c) Kapseln, d) Lamellen eines Blatt-
querschnittes, e) Epidermiszellen der Kapselwand; gez. nach von Schimper in den
Vogesen und an der Albula in der Schweiz ges. Expll Andert in Bezug auf die
Gestalt der Kapsel vielfach ab:
Var. arcticum (Sw.) Brid. — P. sylvaticum Menz. — Pog. Pylaisii Brid.,
mit schlanken, meist einfachen oder weniger ästigen Stengeln, fast zylindrischer,
bleicher Kapsel auf 4 cm langer Seta und oft undeutlichem Kapselhals — in den
Hochalpen und dem hohen Norden; .
var. septemtrionale (Sw.) Brid. in niedrigen Rasen mit kürzeren, fast einseits-
wendigen, ganzrandigen oder nur mit wenigen Zühnen an der Spitze besetzten 1۰
und aufrechter, eikugeliger Kapsel mit undeutlichem Halse — ebenfalls in hóheren
Lagen;
var. brevifolium (R. Br.) Brid. — Pol. campanulatum Hornsch., mit
niedrigen, bis 3 em hohen, büschelüstigen Stengeln, dachziegelig anliegenden, kurzen,
steifen Bll, kleiner eikugeliger Kapsel auf 2 cm langer Seta und weisslicher, die
ganze Kapsel einhüllender Haube — ebenfalls in hóheren Lagen;
var. simplex Schpr. mit einfachen, nur 1 cm hohen Stengeln, dachziegelig
anliegenden, trocken etwas eingekrümmten, kurzen, kastanienbraunen Bll. und eiförmiger
bis eikugeliger Kapsel auf nur 1 cm langer Seta — in den Hochalpen.
2. Polytrichum deeipiens Limpr. 1890.
cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 618, Polytrichum ohioense Ren. & Card. (Rev. bryol. 1885,
S. 11 und 12).
Zweihäusig; die becher-scheibenfórmigen Ğ Blüten mit verkehrt eifórmigen,
allmählich zugespitzten und an der Spitze gesägten Hüllbll. Habituell an
alpinum erinnernde, blaugrüne bis rotbraune, nicht stengelfilzige, 4—8 cm
hohe Rasen mit meist einfachen Stengeln. Zentralstrang des Stammquerschnitts
a N
— 262 —
mit einer kleinen Gruppe brauner, dickwandiger Zellen. Bll. abstehend bis
zurückgebogen, trocken flatterig verbogen, aus gelblicher, am Rande hyaliner,
scheidiger Basis linealisch-pfriemenförmig, mit grob gezähntem, schmalem
Spreitenrand, als kurze, gefärbte und gezähnte Granne austretender,
am Rücken oben nur mit vereinzelten Zähnchen besetzter Rippe und 32—42 inneren
Lamellen. Randzellen der letzteren im Querschnitt nach oben meist etwas
verbreitert, gestutzt bis schwach ausgerandet. Blattzellen oberwärts meist
quadratisch, 10-14 u, über dem Scheidenteil querbreit und mit längsgestrichelter
Cuticula, an der Basis rektangulär. Kapsel auf 4—5 cm langer, dünner,
geschlängelter, unten roter, oben strohgelber Seta aufrecht oder geneigt bis
nickend, schwach vier- und fünfkantig, grünlichgelb bis hellbräunlich, mit
kleinem, halbkugeligem, nur undeutlich von der Urne abgeschnürtem Hals und
aus flach gewölbter Basis lang und schiefgeschnäbeltem, orangefarben berandetem
Deckel von fast Urnenlänge, entdeckelt 3—5 mm lang und unter der rötlichen
Mündung wenig verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, 4—6 seitig
bis rektangulär, am roten Urnenrand mehrere Reihen abgeplattet. Spaltöffnungen
zahlreich am Hals und einzellig. Sporensack durch Spannfüden mit Columella
und Kapselwand verbunden, innen mit 4 Lüngsfalten. Peristomzühne 64, gleich-
mässig, kurz und breit, stumpf, fein papillós, aufwärts bleich, abwärts gelblich,
obne gefärbte Achse und ohne Anhängsel (Leiodon). Sporen 8—10 u, ocker-
gelb und fein punktiert.
Am Schmücker-Graben in Thüringen von Dr. K. Schliephacke 1882 als
P. formosum v. pallidisetum gesammelt, auch im Riesengebirge 1886 von Fräulein
H. Lettgau aufgefunden, jedoch nach Renauld & Cardot schon vor 1885 aus
Amerika bekannt. S. XXVI, 2, a) Habitusbild, b) Blattquerschnitt; gez. nach
einem Thüringer Originalexpl. Nach Lindberg fil. soll Pol. ohioense Ren. & C. nicht
krenulierten, stark verdickten, mehr oder minder papillósen Lamellenrand mit kleineren
Randzellen besitzen und auf Nord-Amerika beschrünkt sein; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3,
S. 800.
3. Polytrichum formosum Hedw. 1801.
P. attenuatum Menz. 1798, P. commune v. attenuatum Hook. & Tayl. 1818, P. aurantiacum
var. Wahlenb. 1826, Atrichum anomalum Milde 1869, P. commune v. aurantiacum Wahlenb.
1826; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 619
Zweihüusig. Lockere, sattgrüne, im Alter brüunliche, 10—15 cm
hohe Rasen mit einfachen, selten geteilten, nur am Grunde filzigen, aufrechten
oder aufsteigenden Stengeln. Zentralstrang auf dem Stammquerschnitt gut be-
grenzt, aus einer mittleren Gruppe brauner, dickwandiger, und mehreren
Schichten hyaliner, dünnwandiger Zellen gebildet. Bil. aus weisslicher,
scheidiger, langer Basis sparrig abstehend bis zurückgebogen, bis 12 mm
lang, trocken locker anliegend, lineal-lanzettlich mit pfriemlicher Spitze, am
flachen, schmalen Spreitenrand scharf gesägt, mit breiter, dieker, am Rücken
stark vortretender und als grobgesägte, rote, dicke Granne austreten-
der Rippe und etwa 60 niedrigen, aus kleinen gleichfórmigen Zellen ge-
bildeten inneren Lamellen. Blattzellen oberwärts quadratisch bis rundlich-6 seitig,
— 263 —
kleiner als bei gracile, nur 12—15 u, über dem Scheidenteil querbreit, an der
Basis schmal verlängert rektangulär und hyalin, an der Insertion 2 schichtig.
Kapsel auf 4—8 cm langer, gelbroter, trocken oben oft flacher Seta anfangs
aufrecht, später geneigt, stumpf 5—6 kantig, länglich, prismatisch, dünn-
wandig, grüngelb bis ledergelb, mit verkehrt eikegeligem, trocken ziemlich
deutlich von der Urne abgegrenztem Ansatz oder Halse, sowie mit
kegelig geschnübeltem, rotrandigem Deckel von '/, Urnenlünge und stückweise
sich ablósendem, einfachem Ring, entleert horizontal, gestutzt, mit verkürztem,
mehr apophysenartigem Halse. Epidermiszellen der Kapselwand unregelmässig
4—6 seitig, dickwandig, aber nicht getüpfelt. Spaltöffnungen zwischen Hals
und Urne. Haubenfilz hell rotbraun, die ganze Kapsel einhüllend.
Peristomzähne 64, gleichmässig, gelblich, breit und stumpf hufeisenförmig auf
vortretender orangefarbener Basilärmembran von !/,—'/, Zahnhóhe und nur
an der Basis mit dunklerer, gelber Längslinie. Sporen 10—14 u, rötlichgelb
oder ockerfarben und fein punktiert. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV,
Tab, 420.
In schattigen Laubwaldungen von der Ebene bis in die obere Bergregion, in
der Normalform bis zur Waldgrenze häufig, in Europa wie in Algier und Nord-
Amerika und fast über den ganzen Erdkreis verbreitet. S. XXVII, 8, Peristom,
sowie XXIX, 8, a) Bl, b und c) Kapseln; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. pallidisetum (Funck) Steudel mit kürzeren Stengeln und langer, schmaler
Kapsel auf hell strohgelber Seta — in Felsritzen der Berg- und Alpenregion und
selbst in die Hochalpen bis in 2200 m aufsteigend.
4. Polytrichum gracile Dicks. 1798.
P. longisetum Swartz. 1799, P. aurantiacum Hoppe 1800, P. marginatum Wahlenb.
1803, P. attenuatum 8 aurantiacum Turn. 1804, P. nigrescens Lam. 1805, P. commune var.
attenuatum Hook. & Tayl. 1818, P. formosum var. Vent. 1884 und var. #۸ ۵ Hartm.
1820, P. commune var. aurantiacum Wahlenb. 1826; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 620. Catharinea
Dixoni Braithw. 1885; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 801.
Zweihäusig. Etwas dichtere, gelbgrüne, nur 3—10 cm hohe Rasen
mit unten stark filzigen, aufrechten, einfachen Stengeln. Stammquerschnitt
wie bei voriger Art. Bil. feucht abstehend bis zurückgekrümmt, trocken dicht
anliegend, die oberen meist 6—7 mm lang, aus scheidiger Basis lanzettlich
und zugespitzt, kürzer und mit breiterem Spreitenrand als bei formosum,
flachrinnig und scharf gesügt, mit breiter, als kurze, rote, gezühnte Granne
auslaufender Rippe und etwa 30—45, undeutlich krenulierten, aus gleich-
förmigen Zellen gebildeten, inneren Lamellen. Blattzellen oberwärts in
mehreren Reihen rundlich-6 seitig, 18 u, über dem Scheidenteil querbreit, an
der Basis verlängert rektangulär und hyalin, an der Insertion 2
Haube mit rostgelbem Filz, oft kaum die halbe Urne einhüllend und gewöhnlich
mit dem Deckel abfallend. Kapsel auf 6-8 cm langer, gelbroter Seta meist
geneigt, eiförmig, nur schwach 5- und 6kantig, grünlichgelb und
rotmündig, mit verkehrt kegeligem, nicht abgeschnürtem Hals, einfachem,
Ew
— 264 —
kleinzelligem, bleibendem, rotem Ring und aus kegeliger Basis lang nnd dünn ge-
schnübeltem Deckel von halber Urnenlünge. Peristomzähne bleich, meist
weniger als 64, entweder 32 regelmüssige oder bis zu 64 abwechselnd
grössere und kleinere auf nur wenig vortretender Basilirmembran. Letztere
kaum halb so hoch als bei voriger Art. Sporen dagegen grösser als bei
voriger Art, 18—24 u, grünlichgelb bis olivenfarben und feinwarzig. Reife
im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 421.
Auf Torfboden von der Ebene bis in die Alpenregion in 2100 m dure
Europa wie Nord-Amerika verbreitet. Im nördlichen Asien vom 60.? n. Br. bis
in die arktische Region nach Arnell nicht selten, jedoch von Spitzbergen und
aus Grónland nicht bekannt. Von Hoppe 1799 bei Salzburg entdeckt. S. XXVII, 9,
Peristom und XXIX, 7, a) Bl, b) Kapsel, c) Lamellen eines Blattquerschnitts;
gez. nach von A. Wallnöfer in Kärnthen und von mir auf der Breungesheiner
Heide am Geiselstein im Vogelsberg ges. Expll.
B. Porotheca Limpr. 1895.
Epidermiszellen der Kapselwand mit Tüpfeln, resp. mitten vorgewölbt
und mit tüpfelartiger Verdünnung. Hals apophysenartig von der scharf
vierkantigen Urne abgeschnürt.
5. Polytrichum sexangulare Flörke 1799.
P. crassisetum Lam. 1805, P. septemtrionale P. Beauv. 1805, P. helveticum Schleich.
1815; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 621.
Zweihäusig. Ausgedehnte, dichte, sattgrüne oder rostbraune, nicht
verfilzte, meist niedergedrückte Rasen mit 2—10 em hohen, unten fast kahlen
3kantigen, schwärzlichen, aufsteigenden, im beblätterten Teile aufgerichteten,
5kantigen, meist einfachen oder am Grunde in 2—3 Äste geteilten Stengeln.
Stammquerschnitt aufwärts mit zusammengesetztem, gelbem Zentralstrang. BU.
bis 6 mm lang, starr abstehend bis einwärtsgebogen, oft etwas einseits-
wendig, glänzend, aus kurzer, breiter, scheidiger Basis plötzlich verlängert
lanzettlich, kurz und stumpflich zugespitzt, ganzrandig mit eingebogenen
Rändern, sowie mit breiter, in der Spitze endender oder sehr kurz austretender,
am Rücken glatter Rippe und bis 35 inneren Lamellen. Letztere am Saum
nicht papillós, die Randzellen im Querschnitt eifórmig oder elliptisch, nur
wenig grösser als die übrigen, aber nach aussen, resp. an der Spitze sehr
stark verdickt. Blattzellen oberwärts rundlich-6 seitig, 15—18 u, oder auch
querrektangulär und 20 u, über dem Scheidenteil querbreit, an der scheidigen
Basis hyalin, daselbst nächst der Rippe kurz rektangulär, nach dem Rand zu
verlängert und kaum halb so breit, nur 6—10 u. Perichätialbll. hochscheidig,
die innersten kleiner. Haubenfilz rostbraun, nur bis zur Urnenmitte reichend.
Kapsel auf 2—4 em langer, dicker, gelbroter, oben rechts gedrehter Seta
(ohne Ochrea) aufrecht oder geneigt, eiförmig bis fast kubisch und stumpf
4—6kantig, rötlichbraun, mit kleinem, abgeschnürtem Ansatz und kegelig
dick geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge, ohne Ring, im Alter
— 265 —
schwärzlich. Epidermiszellen der Kapselwand klein, regelmässig, fast quadratisch
und mit je einer runden, tüpfelartigen Verdünnung. Sporensack beiderseits
mit 4—6 Längsfalten und durch Spannfäden mit Kapselwand und Columella
verbunden. Spaltöffnungen in 2—3 Reihen am Halsteil. Peristomzähne 64,
bleich, schmal und regelmässig, auf fast gleichhoher, rotgelber Membran, an-
fangs mit orangegelber Längslinie. Sporen 15—18 u, gelb bis rötlichgelb und
glatt. Reife von Juli bis September. Br. eur. Vol. IV, Tab. 419.
An lange vom Schnee bedeckten Orten, in Mulden und Vertiefungen des
Hochgebirges von 1600 m aufwärts, oft in Massenvegetation, steril noch in 3200 m,
auch in den Pyrenäen häufig, seltener in Schottland, Kamtschatka und Skandinavien.
S. XXIX, 4, a) Bl, b) Kapsel, sowie XXVII, 2 Blattquerschnitt; gez. nach einem
von P. Culmann in der Schweiz ges. Expl.
6. Polytrichum piliferum Schreb. 1771.
P. commune var. y L. 1753 und var. pilosum Wils. 1770, Pol. pilosum Neck. 1771,
P. pilifolium Gray 1821; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 622.
Zweihäusig. Lockere, niedrige, meist nur 2—3, seltener bis 5 cm hohe,
bläulichgrüne, durch die Haarspitzen der Bll. grau schimmernde, im Alter
brüunliche Rasen mit aus wurzelhaarigem, unterirdischem Rhizome entspringen-
den, aufrechten, einfachen, unten fast kahlen, dünnen Stengeln. Bll. unten
schuppenförmig, aufwärts grösser, fast schopfig, feucht steif abstehend, trocken
dicht dachziegelig anliegend, 4—6 mm lang, aus scheidiger, gelblicher Basis
verlängert lanzettlich, ganzrandig mit eingeschlagenen Rändern, über der
scheidigen Basis durch vorspringende Randzellen undeutlich krenuliert, mit
breiter, am Rücken glatter, als hyaline, feingesägte Granne, resp. als
Haar austretender Rippe und mit nur 20—32 meist niedrigen inneren Lamellen.
Letztere am Saum zwar nicht papillös, jedoch durch die dickwandigen kegel-
förmigen Mamillen der im Querschnitt etwas grösseren, flaschenförmigen
Randzellen krenuliert. Blattzellen oberwärts querrektangulär, an der scheidigen
Basis verlängert-rektangulär, nach dem Rand zu enger und hyalin. Perichätialbll.
länger, zart und flachrandig, mit längerer Granne und ohne Lamellen. Hauben-
filz hellbraun, über die Kapsel herabreichend. Kapsel auf 3 em langer, dicker,
roter Seta anfangs aufrecht, später geneigt bis fast horizontal, eifórmig- oder
ellipsoidisch-4kantig, derbwandig, hellbraun, mit schwach abgeschnürtem, trocken
fast scheibenfórmigem Hals, sowie aus niedrig-gewölbter Basis kurz kegelig
geschnäbeltem, rotem Deckel und kleinzelligem, 1 reihigem, bleibendem Ring.
Epidermiszellen der Kapselwand ziemlich gross, 4— 6 eckig, vorgewölbt und
scheinbar gehöft-getüpfelt mit runden und ovalen Tüpfeln. Spaltöffnungen
nur an der Einschnürung zwischen Urne und Ansatz. Sporensack beiderseits
mit 4 Längsfalten und durch Spannfäden mit Kapselwand und Columella
verbunden. Peristomzähne 64, regelmässig, lanzettlich und stumpf, bleich mit
gelber Längsachse und auf nur wenig vortretender, gelber Basilärmembran.
Sporen meist 9—11 u, aber auch 11—15 p, oft etwas ungleich, gelb oder
gelbgrün und glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 422.
— 266 —
Auf Sandboden und an sonnigen, mit Erde bedeckten Felsen von der Ebene
bis auf die Hochalpen in Europa, Nord-Amerika und den gemissigten Zonen Asiens
häufig, seltener im arktischen Gebiet. Auf Spitzbergen nur steril. Wird schon
von Dillen in der Hist. musc. von 1741 erwähnt. S. XXIX, 5, a) Bl, b) Kapsel,
c) Epidermiszellen der Kapselwand, d) Lamellen eines Blattquerschnitts; gez. nach
bei Laubach und bei Darmstadt ges. Expll.
Var. Hoppei (Hornsch.) Rabh. in dichteren Rasen mit kürzeren, lünger
begrannten Bll. und fast kubischer, gelbroter, aufrechter Kapsel auf nur 1—1,5 cm
langer Seta — im Hochgebirge bis in 3000 und selbst 3400 m.
Polytrichum boreale Kdb. vom Dovrefjelde Norwegens, mit gegen die
gezühnte Haarspitze papillós gezühnelten, sonst ganzrandigen Bll., etwas
dickerer, eifórmiger Endzelle der Lamellen, am Rücken oben rauher Rippe und
fast kubischer Kapsel (cf. Kindb. Skandin. Bladmossflora v. 1903, Nr. 254) bildet
gleichsam eine Übergangsform zwischen P. piliferum und hyperboreum, welch’ letzterem
es ziemlich nahe steht (cf. Rev. br. 1894, S. 38).
7. Polytrichum hyperboreum R. Brown 1824.
Pol. piliferum 8 hyperboreum C. M. 1848; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2,8, 697.
Zweiháusig; mit aus der Mitte sprossenden d Blüten und oft mehr-
stockigen 6 Pflänzchen zwischen den O. Lockere, habituell mehr an strictum
erinnernde, jedoch nicht verfilzte, der vorigen Art nahe verwandte, oliven-
grüne, im Alter brüunliche, 6—10 cm hohe Rasen mit dünnen, nicht filzigen,
einfachen oder kurz büschelig verüstelten, aufrechten Stengeln. Bl. feucht
aufrecht abstehend, trocken locker dachziegelig anliegend, die unteren schuppen-
förmig und mit ausgebleichten Ründern, die oberen grósser, 5—7 mm lang,
aus scheidiger, gelblicher Basis gleichlang lanzettlich verlängert, ganzrandig
und mit eingebogenen Rändern, sowie mit breiter, als hyaline, dicht, kurz
und stumpflich gesägte Granne, resp. als Haar auslaufender, am Rücken
glatter Rippe, sowie mit mehr als 30 inneren Lamellen, an der Insertion
doppelschichtig. Querschnitt der Lamellen bei den jüngeren Bil. ähnlich wie
bei juniperinum mit etwas grösserer, eiförmiger, oben mit breiter Papille mamillös
verdickter Endzelle, bei den älteren dagegen ähnlich wie bei sexangulare mit
kaum breiterer, sehr verlängerter und verdickter Endzelle und an den Seiten
durch stark vortretende Querwünde krenuliert. Blattzellen oben 4—6 seitig,
etwa 20 u, im Basalteil verlängert rektangulär, gelblich und schmäler. Perichätialbll.
breit und scheidig, mit fast glattem Haar, die inneren kleiner und fast
durchaus zart und scheidig, mit aufwärts ausgebleichten Rändern und etwas koll-
enchymatischem, hyalinem, 6 seitigem Zellnetz. Kapsel auf 2—3 em langer, oben
verflachter Seta später geneigt bis horizontal, hellbraun, kürzer als bei strictum,
fast kubisch, 4kantig, mit aus flach gewölbter Basis kurz kegelig zugespitztem
Deckel und trocken fast scheibenförmig abgeschnürtem Hals. Epidermiszellen
der Kapselwand 4—6seitig, nach aussen vorgewölbt und verdünnt, und
infolgedessen scheinbar mit nur undeutlichen, grossen Tüpfeln, am Urnen-
rand zahlreiche Reihen abgeplattet, breiter als hoch. Peristomzähne 64, schmäler
— 267 —
und länger als bei piliferum, hufeisenförmig, gelb mit ausgebleichten Rändern
und auf kaum vortretender, rotgelber Membran. Sporen 15—18 u, gelb oder
gelbgrün und glatt. Reife im Sommer.
Eine rein arktische Art des hohen Nordens, auf der Insel Melville, auf Spitz-
bergen, sowie in Lappland und Grönland. Auf den sandigen, trockenen Tundra-
hügeln bei Dudinka und Tolstoinos in Sibirien nach Arnell in Massenvegetation.
S. XXVI, 1, a) Bl, b) Perichätialbl., c) Perigonialbl. (in etwas kleinerem Massstab),
d) Antheridium, d Paraphyse; gez. nach einem von Chr. Kaurin bei Tana im
arktischen Norwegen im Juni 1895 ges. Expl.
8. Polytrichum juniperinum Willd. 1787.
P. commune var. 8. L. 1753, var. minus Weis 1770 und var. juniperifolium Ehrh. 1780,
P. juniperifolium Roth 1788, P. implicatum Voit 1812; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr, 623.
Zweihüusig. Lockere, ausgedehnte, 5—10 cm hohe, blaugrüne Rasen
mit meist einfachen, aus filzigem, unterirdischem Rhizom entspringenden Stengeln
und ohne eigentlichen Stengelfilz. Stammquerschnitt oben mit zusammen-
gesetztem Zentralstrang und echten Blattspuren. Niederbll. schuppenfórmig.
Laubbll abstehend bis fast zurückgebogen, trocken aufrecht, die oberen
8—10 mm lang, aus scheidiger Basis lineal-lanzettlich, ganzrandig, mit breit
eingeschlagenen, zuweilen entfärbten und etwas krenulierten Rändern, breiter,
am Rücken gegen die Spitze oft sägezähniger, als kurze, dicke, braunrote,
gesägte Granne austretender Rippe und bis 50, am Saume nicht
papillösen, krenulierten Lamellen. Querschnitt der letzteren mit ovalen, am
Rand durch eine dickwandige, vorgewölbte Mamille vergrósserten Endzellen.
Blattzellen oberwärts in deutlichen Reihen querrektangulär, am scheidigen
Basalteil verlängert-rektangulär und gelblich, nach dem Rand zu enger und
hyalin. Perichätialbll. länger begrannt und am Rande häutig. Haubenfilz nur
oben braun, abwärts weisslich, die ganze Kapsel einhüllend. Kapsel auf
2—6 cm langer, rötlicher Seta anfangs aufrecht, 4 kantig, verlängert prismatisch
und gelblichgrün, zuletzt braun und horizontal, mit tief abgeschnürtem, scheiben-
förmigem Hals, resp. Ansatz und aus flach gewölbter Basis kurz geschnäbeltem
oder scharf zugespitztem Deckel, ohne Ring. Epidermiszellen der Kapselwand
meist querbreit oder oval-6 seitig und mit spaltenförmigen Tüpfeln. Spaltöffnungen
nur an der Einschnürung. Peristomzühne 64, breit lanzettlich bis stumpf
hufeisenförmig, fein papillós, bleich mit gelber Längsachse, auf nur wenig
vortretender, orangegelber Basilirmembran. Sporen 8—10 u, gelb oder grünlich-
gelb und glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 423.
Auf Heideboden, an steinigen Abhängen, Waldwegen etc. von der Ebene bis
in die Hochalpen in 2800 m in Europa, Nord-Amerika und den gemässigten Zonen
Asiens häufig, jedoch auch aus Algier, sowie aus der arktischen Zone Sibiriens
bekannt. Von Lundstroem noch in 71° 55' n. Br. in Asien gefunden. War
schon 1583 Dodonaeus als „muscus capillaris major“ bekannt und wird auch von
Dillen 1718 und 1741 erwähnt. S. XXVII, 3, a und b) Blattquerschnitte,
c) Lamellen stärker vergrössert, d) Stammquerschnitt, sowie XXIX, 10, a) BL,
b) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach und bei Darmstadt ges. Expll.
— 268 —
Var. alpinum Schpr. in niedrigeren, dichteren Rasen, mit kürzeren, länger
begrannten Bll., fast kubischer Kapsel und schneeweissem Haubenfilz — in höheren
Lagen bis an die Schneegrenze;
var. mamillatum = P. mamillatum Lindb. mit nicht geschnübeltem, sondern
nur warzigem Kapseldeckel — in Finnland und bei Opdal in Norwegen. S. XXIX, 10,
c) Kapseideckel; gez. nach einem von H ag en bei Opdal ges. Expl. (comm. Mónkemey er).
9. Polytrichum strictum Banks 1798.
Pol. affine Funck 1802, P. juniperinum var. W. & M. 1807, var. affine Fiedl. 1844
und var. gracilius Wahlenb. 1812; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 624.
Zweihäusig. In oft 10—30 cm tiefen, von Torfmoosen durchsetzten,
schwellenden, abwärts dicht verwebten Rasen, mit schlanken, steifen, weit-
hinauf dicht mit gelblichweissem, schwammigem Filz besetzten Stengeln.
Der vorigen Art sehr nahe verwandt. Bll kürzer und schmüler, meist
4—5 mm lang, steif aufrecht-abstehend, trocken dicht angepresst, mit
nur 25—35 niedrigen Lamellen und doppelschichtiger Insertion, am Rand des
Scheidenteils durch hyaline, lineare Zellen gesäumt. Blattquerschnitt ähnlich
wie bei P. juniperinum. Haubenfilz mehr gelbbraun, seltener weisslich. Kapsel
auf 6—10 cm langer, dünner Seta aufrecht, 4seitig, fast kubisch und rötlich-
gelb. Peristomzähne nur wenig kürzer als bei voriger Art, bleich, auf hell-
gelblicher Basilärmembran von etwa !/, Zahnhöhe. Epidermiszellen der Kapselwand
ziemlich gleichgross, rundlich 4—6 seitig, mit rings verdickten Wänden und
runden oder ovalen, wie gehöft erscheinenden Tüpfeln. Sporen 8—10 u, gelb
und glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. IV, Tab. 424.
Auf Torfboden in Gesellschaft von Sphagnen von der Ebene bis in die
Alpen in Europa und Nord-Amerika allgemein verbreitet. Erreicht im nördlichen
Asien noch den 73.5 n. Br. in der arktischen Region. S. XXIX, 6, a) Bl,
b) Kapsel, c) Habitusbild, d) Epidermiszellen der Kapselwand; gez. nach auf der
Breungesheiner Heide im Vogelsberg ges. Expll.
Var. alpestre (Hoppe) Rabenh. mit noch kürzeren Bll., hellroter, kubischer
Kapsel und schneeweissem Haubenfilz — in höheren Lagen von 1850—2300 m.
10. Polytrichum commune L. 1753.
commune a majus Weis 1770, a serrulatum Retz. 1779 und a yuecaefolium Ehrh.
1780, P. serratum Schrank 1789, P. yuccaefolium Ehrh. 1791, P. propinquum R. Brown 1824,
P. quadrangulare Gilib. 1824; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 625.
: Zweihüusig. Dunkelgrüne, ausgedehnte, locker polsterfórmige Rasen
mit oft 30-40 cm langen, kräftigen, fast holzigen, nicht filzigen, einfachen
oder auch 2—3 teiligen, aus 3kantigem, rhizomartigem Teile sich erhebenden
Stengeln. Stammquerschnitt mit zusammengesetztem,
1 : von einem 5kantigen
Ring kleinerer,
l dünnwandiger Zellen begrenztem Zentralstrang und echten,
von dickwandigen Zellen ringförmig umschlossenen Blattspuren. Untere Bll.
schuppenförmig, die oberen grösser, entfernt und locker gestellt, feucht ab-
stehend-zurückgebogen, trocken mit verbogen abstehenden Spitzen anliegend,
zuweilen teilweise fast sparrig abstehend, aus lang scheidiger, weisslich-bräunlicher,
— 269 —
glänzender Basis lanzettlich bis pfriemlich verlängert, 8—12 mm lang, flach-
randig, scharf und grob gesägt, mit flacher, breiter, als braune oder rote
gesägte Pfriemenspitze auslaufender, oberwärts fast die ganze Blattspreite ein-
nehmender Rippe und etwa 50—70 niedrigen, am Rande längsfurchigen inneren
Lamellen. Querschnitt der letzteren mit grösseren und breiteren, herz-
förmigen, resp. halbmondförmig ausgebuchteten Randzellen. Blattzellen
oberwärts quadratisch, über dem Scheidenteil querrektangulär, an der Basis
linear, gegen den Rand enger und hyalin. Perichätialbll. hochscheidig, die
beiden innersten kürzer und kurz zugespitzt. Haubenfilz seidenglänzend, gold-
gelb oder goldbrüunlich und bis unter die Kapsel reichend. Kapsel auf
6—12 em langer, glänzend gelbroter Seta anfangs aufrecht, später horizontal,
oval und scharf 4kantig, mit breit abgeschnürtem, fast scheibenfórmigem Hals
und flach gewülbtem, rotrandigem, meist nur kurz zugespitztem Deckel, ohne
Ring, im Alter rotbraun. Epidermiszellen der Kapselwand ziemlich regelmässig
4—6 seitig, dickwandig, mit kleinen, anfangs rundlichen, später schmal elliptischen
Tüpfeln. Spaltóffnungen nur in der Einschnürung. Peristomzähne 64, breit
und bleich, spüter mitten abwürts hell brüunlich, auf niedriger, gelblicher
Membran. Sporen 8—10 u, gelblich und glatt. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. IV, Tab. 425.
Auf feuchtem Waldboden, Heiden, Triften und Torfmooren von der Ebene
bis auf die Hochalpen in 2300 m häufig, aber nicht auf Kalk, auch in Nord-
Amerika und den gemässigten Zonen Asiens verbreitet, seltener in der arktischen
Region, wie z. B. bei Dudinka in Sibirien (Arnell) War von Prachatitz schon
1418 bekannt. S. XXIX, 9, a) Bl, b) Kapsel, c) Habitusbild, sowie XXVII, 11
Lamellen eines Blattquerschnitts; gez. nach bei Darmstadt ges. Expll.
Var, uliginosum Hüben. mit verlängerten Stengeln und sehr langen, fast sparrig
abstehend zurückgekrümmten Bll. — in tiefen Waldsümpfen der Ebene;
var. minus Weis in kleineren, habituell an juniperinum erinnernden Rasen
mit kürzeren, trocken mehr anliegenden Bll. und kleiner, fast kubischer Kapsel —
an trockneren Standorten der Berg- und Alpenregion; :
var. fastigiatum Wils. mit gabeligen oder büschelüstigen Stengeln und kleiner,
fast kubischer Kapsel — auf trockeneren Mooren Englands und Skandinaviens;
var. nigrescens Warnst. mit schwürzlichem Haubenfilz — auf Sumpfwiesen
bei Spandau von Prager 1897 gesammelt.
11. Polytrichum perigoniale Michx. 1805.
. yuccaefolium 8 perig. Mart. 1817, P. commune a campestre Wall. 183] und £ perigoniale
Br. eur. 1844; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 626.
Zweihäusig. Hellgrüne, dichtere oder lockere, polsterfórmige Rasen
mit 5—8 cm hohen, zuweilen 2—3teiligen, nur am Grunde filzigen Stengeln.
Bll. trocken locker dachziegelig anliegend. Im allgemeinen der vorigen Art
sehr nahe verwandt und namentlich durch die Perichätialbll. davon verschieden,
welche sämtlich häutig und lang grannenförmig zugespitztsind. Hauben-
filz rostbraun und unter der Kapsel zusammenschliessend. Kapsel auf 4—6 cm
zc 0 —
langer Seta aufrecht, zuletzt horizontal, fast kubisch, mit flach gewólbtem, sehr
kurz zugespitztem Deckel. Epidermiszellen der Kapselwand klein, 5- und
6 eckig, mit kleinen, runden oder elliptischen, gehóften Tüpfeln. Peristom-
zähne stumpf, bleich oder gelblich, auf anfangs gelber, zuletzt braunroter
Basilirmembran. Sporen 8—10 u, gelbgrün und glatt. Reife im Juni.
An trockneren, weniger schattigen Standorten, am Rande der Torfmoore und
auf sandigen Heiden von der Ebene bis in die Alpenregion vereinzelt. Wird von
den meisten Autoren nur als Varietät der vorigen Art betrachtet.
12. Polytrichum fragilifolium Lindb. fil. 1897.
P. Jensenii Hagen 1898, P. commune var. integrifolium Jens., P. eubicum var. integri-
folium Broth. 1890; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 801.
Zweihäusig. Stengel 19-90 cm hoch, abwärts rötlich filzig, mit unten
meist anliegenden, gegen die Sprossenden aufrecht abstehenden Bil. Letztere
leicht abbrechend, aus lang scheidiger Basis allmählich zugespitzt, die unteren
kürzer zugespitzt und oft stumpflich gezähnt, die oberen dagegen länger zu-
gespitzt und meist ganzrandig. Lamellen der Bil. wie bei commune mit
herzfórmigen Endzellen. Perichätialbll. aus hochscheidiger Basis in eine
lange grannenfórmige bis fast haarfórmige Pfrieme auslaufend. Kapsel auf
4—6 cm langer Seta aufrecht, kurz 4—6 seitig, mit deutlich abgeschnürtem,
rundlichem Hals und flach gewölbtem, dünn und schief geschnäbeltem Deckel.
Haubenfilz dunkelbraun, unter der Kapsel zusammenfliessend. Epidermiszellen
mit kleinen, oft undeutlichen, runden oder ovalen, einfachen Tüpfeln. Sporen
10—14 u, gelbgrün und glatt.
Von Brotherus und Harald Lindberg an sandigen Meeresufern und
zwischen Torfmoosen in Finnland gesammelt, jedoch auch aus Spitzbergen bekannt.
HB AX, I2 a) Bl, b) Perichätialbl., c) Bl. steriler Sprosse, d) Querschnitt der
Blattlamellen, e) Kapsel; gez. nach einem von H. Lindberg bei Sakkola am
feuchten Meeresufer ges. Expl.
Polytrichum Swartzii Hartm. — P. alpestre Sw. in tiefen, schwarzbraunen
Rasen mit gabelig oder büschelig geteilten, unten graufilzigen Stengeln, hochscheidigen,
deutlich kurz gesügten Bll., nur schwach halbmondförmig ausgerandeten Lamellen,
kleiner, eiförmig-kubischer Kapsel auf 5—8 cm langer Seta, mit aus kegelig
konvexer Basis geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge und mit nur
einfach rund oder oval sehr gross getüpfelten Epidermiszellen der Kapselwand — in
den Sümpfen Schwedens und Finnlands. Unterscheidet sich namentlich durch
grössere Tüpfel der dünnwandigen Epidermiszellen von P. perigoniale und wird
von Brotherus als Subspezies von P, commune betrachtet. $. XX, 11, a) BL
b) Lamellen, c) Epidermiszellen; gez. nach einem von Brotherus bei Helsingfors
ges. Expl Die Blattzellen des einschichtigen Randes sind über der Basis in
3—b5 Reihen deutlich sichtbar. Die Endzelle der 6—8 zellreihigen Lamellen ist
oft weniger deutlich herzförmig, meist nur schwach ausgebuchtet und oft fast
querbreit.
. Polytrichum inconstans Hagen soll nach Jensen nur eine Wasserform von
P. Swartzü sein (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 801).
— 21 —
Fam. XXXII. Buxbaumiaceae.
Vereinzelt oder herdenweise, seltener in flachen, niedrigen Rasen auf
sandig-lehmiger Erde oder an faulenden Stümmen wachsende Waldmoose mit
sehr verkürzten, minimalen Stämmchen auf erst spät verschwindendem Protonema.
Die beiden, nach dem Bau der Kapseln in dieser Familie vereinten Gattungen
sind in ihren vegetativen Organen sehr abweichend gebaut. Bei ۵
sind die Bl. sehr vergänglich, einschichtig und ohne Rippe, bei Diphyseium
dagegen bleibend, mit Rippe und oberwärts zweischichtig. Blattzellen bei
beiden Gattungen parenchymatisch und nicht getüpfelt. Haube sehr klein,
kegelförmig oder fast fingerhutartig und hinfällig. Kapsel fast sitzend oder
auf 1—1,5 cm langer, dicker, hohler und wie bei den Polytrichaceen von einem
Zentralstrang durchzogener Seta aufrecht oder geneigt bis horizontal, sowie mehr
oder weniger dorsiventral ausgebildet, auf einer Seite stark bauchig vor-
gewölbt, im übrigen schief eiförmig und allmählich gegen die sehr enge
Mündung verschmälert, ohne oder mit sehr kleinem Hals, mit kleinem, spitz-
oder stumpf-kegeligem, mit dem oberen Teil der Columella abfallendem
Deckel und mit oder ohne differentiierten Ring. Sporensack gestielt, der dicken,
fast flaschenfórmig erweiterten Columella nach innen anliegend und nur aussen
von einem mit Spannfüden durchzogenen Luftraum umgeben. Spaltöffnungen
am Grund der Kapsel oder des Halses. Peristom doppelt, das äussere aus
16 kurzen Zühnen oder sogar 3—4 Zahnreihen, das innere dagegen nur aus
einer bleichen, papillósen, kielfaltigen Róhre mit 16 oder 32 Falten gebildet.
Sporen sehr klein. Br. eur. Vol. IV, Tab. 428 und 427 und Vol. VI, Tab. 641.
1. Gatt. Buxbaumia') Haller ۰
Vereinzelt und herdenweise zerstreut auf nackter Erde oder an faulem
Holz wachsende einjährige Waldmoose, die zur Zeit der Blüte wegen des
viel verzweigten, lange bleibenden Protonemas an ein bräunliches Ephemerum-
Pflänzchen erinnern, nach erfolgter Befruchtung aber, oder beim Abbrechen
der jungen fleischigen Seta einer behaarten, bräunlichen, kleinen Peziza mit blossem
Auge gleichen und ohne Kapsel sehr leicht übersehen werden. Bll. klein,
eiförmig und eilanzettlich, ohne Rippe und ohne Chlorophyll, mit gekerbtem oder
gelapptem Rand, dessen einzelne Zellen später zu langen, braunen Fäden
auswachsen, die das während der Entwickelung des Sporogons zum dicken
fleischigen Scheidchen umgebildete Stüimmchen wie mit einem Filz einhüllen.
Blattzellen derbwandig, locker länglich-6 seitig und nicht getüpfelt. Blüten
9 häusig. Das Ğ Pflänzchen ohne Stamm, nur aus einem, dem Protonema
aufsitzenden und nur ein einzelnes Antheridium einschliessenden, muschel-
förmigen Hüllbl. mit Rhizoiden bestehend. Antheridien eikugelig mit ei ihig
Stiel, der aus einem Protonemaast hervorgeht; auch das Hüllbl. ist als ein
verbreiterter Protonemaast zu betrachten. Die Q Pflanze besitzt ebenfalls meist
1) Nach J. C. Buxbaum, Professor in Petersburg (+ 1730) benannt.
— 272 —
nur ein oder 2 Archegonien !) ohne Paraphysen, jedoch ein kleines, von mehreren
Bll. umgebenes Stämmchen. Die Randzellen der später auftretenden Bll. und
insbesondere der Perichätialbll. wachsen meistens sehr bald zu bräunlichen
Fäden aus, die das fleischige, dicke Scheidehen filzartig umgeben und aus
denen sich später wieder Protonema entwickelt. Zur Zeit der Fruchtreife sind
fast alle Bll. bereits wieder zerstört. Haube sehr klein, fingerhutähnlich, braun,
derb und kahl, und bereits vor der Kapselreife abfallend. Kapsel auf 0,5—2 cm
langer, dicker, rotbrauner, mit zahlreichen Warzen besetzter, hohler, von
einem Zentralstrang durchzogener, also ähnlich wie bei Polytriehum gebauter
Seta aus kurzem, zylindrischem Halse schief aufrecht, später fast horizontal,
dorsiventral gebaut, im Umfang eiförmig oder eilänglich, an der Unter-
seite bauchig gewölbt, an der Oberseite nur flach gewölbt oder flach, zuweilen
beide Seiten, Ober- und Unterseite durch eine Kante getrennt oder auch
wohl verschieden gefärbt, mit lange bleibendem, stumpf kegeligem, aufrechtem
Deckel und unter der äusseren Epidermis mit durch ein Vorperistom angedeutetem
Ring. Spaltöffnungen einzellig kryptopor oder zweizellig phaneropor, nur auf
eine schmale Zone zwischen Hals und Seta beschränkt. Peristom doppelt.
Das äussere Peristom kurz, entweder einreihig, einem Vorperistom anhängend,
oder 3 und 4reihig mit unregelmässig gegliederten Zähnen; das innere dagegen
eine häutige, papillöse Röhre mit 32 Falten bildend. Sporen sehr klein.
Ausser den nachstehenden beiden Europäischen Arten sind mir nur noch
Buzb. Piperi, javanica und tasmanica aus der Literatur bekannt.
A. Eubuxbaumia Lindb. 1879.
Zähne des äusseren Peristoms einreihig und mit breitem Vorperistom
resp. Ring (nach Schpr.).
1. Buxbaumia aphylla L. 1757.
B. caulescens Schmid. 1758, Saccophorum P. Beauv. 1805, Hippopodium Fabrie. 1743,
B. curiosa Gray 1821, B. vulgaris Brid. 1826; cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 627.
Zweihüusig, jedoch und Q Pflanze auf demselben Protonema. Ver-
einzelt oder zerstreut herdenweise wachsende, scheinbar blattlose Moospflünzchen.
Bll. eifórmig mit gekerbtem Rand; die Randzellen sehr bald zu Protonemafüden
auswachsend. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, dicker, roter, mit grossen Warzen
besetzter Seta aus aufrechtem Halse schief aufsteigend bis fast horizontal,
einem spitzen Ei mit oberseits lüngs abgeschnittenem Segmente gleichend, mit
flacher, von einem rotbraunen, wulstigen Rande umgebener, grüner oder
hellbrauner Oberseite und purpurroter oder glünzend brauner
gewölbter Unterseite, sowie stumpf kegeligem, lange bleibendem Deckel.
Aussere Verdickungsschicht der Kapselmembran von der Mündung an mehr
oder weniger weit abwärts sich lostrennend und zerreissend. Zellen derselben
3 Vach Limpricht nur je 1 Archegonium, ich habe jedoch bei Buxbaumia aphylla
deren wiederholt zwei gefunden, von denen das eine noch weniger entwickelt und kleiner war.
— 273 —
etwas derbwandig, fast regelmässig rundlich 5- und 6seitig. Spaltóffnungen
1 zellig, kryptopor, an der wallartigen Basis des Halses. Äusseres Peristom
lreihig und bleich, den anhängenden Ring, resp. das Vorperistom nur wenig
überragend. Sporen 7—9 u, gelbgrün und glatt. Reife im April und Mai.
Br. eur. Vol. IV, Tab. 427 und Vol. VI, Tab. 641.
Auf sandig-tonigem Waldboden, in Nadel- und Laubwäldern, gerne an den
Böschungen der Waldwege, an Hohlwegen ete. von der Ebene durch die Bergregion
bis in 1600 m, auch in Norwegen und Schweden, jedoch nicht auf Kalk. enso
aus Nord-Amerika und dem nördlichen Asien bekannt. Nördlichster Standort nach
Arnell bei Dudinka und Tolstoinos in Sibirien. S. Bd. I Taf. I, 4, a) Ọ Pflanze,
b) Archegonium, c) 6 Pflanze, d und e) Bll. und blattartiges Protonema, ferner
XXVII, 12, Stimmchen bei Entwicklung des Sporogons, sowie XXIX, 1, a) Habitus-
bild, b) Bll. zur Zeit der Reife, c) Kapsel, d) Spitze der entdeckelten Kapsel mit
üusserem und innerem Peristom und von der Mündung an einreissender Verdickungs-
` Schicht der Epidermis; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. Junge, blühende
Pflänzchen findet man am sichersten nach dem ersten Herbstregen gegen Ende
ugust oder Anfang September. Sie gleichen alsdann einer sehr kleinen gelb-
lichen Peziza,
B. Polyodon Schpr. 1860.
Zähne des äusseren Peristoms 4reihig und mit schmälerem Vorperistom,
resp. Ring.
2. Buxbaumia indusiata Brid. 1826.
B. aphylla 8 viridis Moug. 1815, B. viridis Brid. 1823, B. aphylla 8 indusiata Wahlenb.
1838; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 628.
Zweihäusig. Vereinzelt wachsende, der vorigen Art sehr ähnliche Pflänzchen.
Bll. am gekerbten Rand sehr bald in Protonemafüden auswachsend. Kapsel
auf nur 0,5—1 em langer, dicker, gelblichroter, mit kleineren Warzen besetzter
Seta aus kurzem, gelbgrünem Halse fast aufrecht, gleichfarbig, blass olivengrün
oder gelbgrün bis gelbbräunlich, mit etwas gewölbter, nur undeutlich begrenzter
Oberseite und stärker gewölbter Unterseite, sowie kürzerem, stumpfem, konvex-
kegeligem Deckel, entleert hellbraun. Verdickungsschicht der Kapselmembran
(indusium) nach der Sporenreife auf der ganzen Bauchseite der Länge nach
aufreissend und nach beiden Seiten bis zum Rand der Rückenfläche sich
zurückrollend. Spaltöffnungen 2zellig, phaneropor, an der wulstigen Basis des
Halses. Ring, resp. Vorperistom meist 2 zellreihig, in einzelnen grossen Zellen
sieh ablösend. Ausseres Peristom aus 3—4 Zahnreihen gebildet, die äusseren
ähne kürzer, die inneren länger, bleich rötlich, gegliedert oder auch hier und
da durchbrochen und fein papillös. Inneres Peristom wie bei voriger Art eine
zahlreich gefaltete Röhre bildend. Sporen 8—12 u, grün oder grünlichgelb
und glatt. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. IV, Tab. 428 und Vol. VI,
Tab. 641.
An morschen, faulen Baumstümpfen, seltener auf humoser oder nackter Erde
in Nadelwaldungen, von der Ebene durch die Bergregion des mittleren Europa
bis in 1500 m vereinzelt und sehr zerstreut, jedoch auch aus ee bekannt;
Roth, Die europäischen Laubmoose. I.
— 274 —
von Bridel, resp. De Candolle 1809 in der Schweiz entdeckt. S. XXIX, 3,
a) reife Kapsel, b) entdeckelte Kapsel mit zerrissenem Indusium, c und d) desgl.
in natürlicher Grósse, e) Peristom; gez. nach von E. Prayer bei Neuruppin und
von mir dahier bei Laubach ges. Expll Der Ring, resp. das Vorperistom schiebt
sich in 2 Reihen dicker, gelber, den Ringzellen ähnlicher Zellplatten unter den
dünnen Epidermiszellen der Kapselwand am Urnenrande hervor.
2. Gatt. Diphyscium') (Ehrh.) Mohr 1803.
Rasenbildende, mehrjährige, niedrige Erdmoose, die nach der bauchigen,
sitzenden Kapsel an Buzbaumia, nach sterilen Rasen dagegen an eine kräftige
Barbula convoluta erinnern. Protonema teilweise flächenartig erweitert mit fast
schildförmigen Assimilationsorganen. Stengel kurz, ohne Zentralstrang und
nur aus lockeren, dünnwandigen Zellen zusammengesetzt. Bl. bleibend, die
unteren und diejenigen steriler Pflanzen bei der einzigen europäischen Art
schmal zungenförmig bis verlängert-spatelförmig, stumpf oder kurz zugespitzt,
ganzrandig, mit nicht austretender Rippe, oberwürts chlorophyllreich, sowie
2schichtig und beiderseits warzig-mamillös, bei der fruchtenden Pflanze nach
oben allmählich in die abweichend gebauten Perichätialbll. übergehend.
Perichätialbll. breiter und fast häutig, verlängert eilanzettlich, resp. aus ei-
förmiger oder elliptischer Basis lanzettlich zugespitzt, mit lang gefranster
Spitze und als sehr lange Granne austretender Rippe. Blüten 2 häusig, die
knospenförmigen Ğ mit zahlreichen kurzgestielten Antheridien und langen,
fadenförmigen Paraphysen, die © mit mehreren Archegonien und kürzeren
Paraphysen. Perichätialbll. eilanzettlich mit verschwindender Rippe. Kapsel
auf minimaler, bleicher Seta fast sitzend, zwischen die Perichätialbll. eingesenkt,
schief eikegelig, an der Basis sehr bauchig, an der Mündung verschmälert,
grünlich bleichgelb, dünnwandig, nicht kantig und gleichfarbig, ohne Hals, mit
spitz kegeligem, leicht abfallendem Deckel und differentiiertem Ring.
Haube klein, spitz kegelig, glatt, kahl und ganzrandig. Spaltöffnungen 2 zellig
phaneropor in 2 Reihen an der Basis der Kapsel. Innerer Bau der letzteren
wie bei Buxbaumia. Peristom doppelt. Das äussere Peristom ringförmig, mit
16 kurzen, mehr oder weniger gesonderten, dreieckigen Zähnen; das innere
nur eine weissliche, dicht papillöse, kielfaltige, gestutzte, oben offene Röhre
mit 16 Falten bildend. Sporen sehr klein.
Ausländische Arten dieser Gattung waren nach Jaeg. & S. bis zum Jahre 1879
bereits 7 bekannt, zum Teil mit austretender Rippe und nicht gefransten Perichätialbll.
Bis jetzt sind schon 11 beschrieben.
1. Diphyscium sessile (Schmid.) Lindb. 1863.
bau mia Schmid. 1758, Phascum subulatum var. Huds. 1762, Ph. subulatum Oeder
1777, Ph. montanum Huds. 1778, Ph. Halleri Retz. 1779, Bryum phascoides Wulf. 1788,
tud foliosa Web. 1778, Webera Diphyseium Ehrh. 1779, Diphyscium foliosum Mohr 1803,
ymenopogon heterophyllum P. Beauv. 1805. Webera sessilis Lindb. 1863; ef. Rbh. Kr.
FL IV, Nr. 629.
1) Von dis doppelt und qox; Blase, Magen, wegen der Kapsel.
— 275 —
Zweihüusig, gemischtrasig. Flache, ausgebreitete, niedrige, 5—10 mm
hohe, oben dunkelgrüne bis bräunliche, unten mehr rotbraune Rasen. Bill.
trocken brüchig, gedreht bis gekrüuselt. Blattzellen der zungen- bis spatel-
fórmigen Bll. oberwürts 2—3 schichtig, dickwandig, rundlich-4— 6 seitig, teil-
weise querbreit, 10—14 u, beiderseits warzig-mamillós, an der 1schichtigen
Basis fast hyalin, verlüngert-6 seitig oder kurz rektangulär und glatt. Quer-
schnitt der gebrüunten Rippe aus ziemlich weitlumigen, dickwandigen, gleich-
artigen Zellen gebildet. Perichütialbll. lockerzellig, hüutig, an der Basis gelblich,
an der Spitze wimperig gefranst und mit lang austretender Granne. Blattzellen
derselben mit stärker verdickten Querwünden. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig, 4—6 eckig, abwärts mit etwas gewundenen Wänden, am Urnen-
rand einige Reihen kleiner, rundlich und dickwandiger. Kapsel mit 1 reihigem,
grosszelligem, stückweise sich ablósendem Ring, sonst wie bereits oben an-
gegeben. Sporen 8—10 u, grünlichgelb und fein gekörnelt. Reife im Juli
und August. Br. eur. Vol. IV, Tab. 428 und Vol. VI, Tab. 641.
Auf sandig-tonigem Boden an Wegböschungen, steinigen Abhängen und auf
Blóssen in den Waldungen, besonders auf Heideboden, von der Ebene durch die
Bergregion bis in die Alpen Europas in 2500 m, jedoch auch aus Nord-Amerika
bekannt; von Haller bei Bern in der Schweiz entdeckt. S. XXIX, 2, a) Habitus-
bild der fruchtenden Pflanze, b und c) Bll., d und e) Peristom; gez. nach dahier
bei Laubach ges. Expll Findet sich auf dem Dovrefjeld Norwegens nach Kaurin
noch bis in 1000 m (cf. Rev. bryol. 1885, S. 14).
Var. acutifolium Lindb. — .Didymodon Camusii Husnot mit längeren, scharf
zugespitzten Laubbll. und glatter Granne der Perichütialbll — an denselben
Standorten wie die Normalform (ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 802).
Subtribus II. Pleurocarpae.
(Seitenfrüchtler.)
Längenwachstum des Hauptsprosses unbeschränkt. Archegonien und
Antheridien entwickeln sich am Gipfel von Seitensprossen, die in der
Regel als Kurztriebe ausgebildet sind. Nur bei Fontinalis und Cryphaea
sind die etwas längeren و Seitensprosse unterhalb der Geschlechtsorgane und
ihrer Hüllbll auch mit Laubbll. besetzt, jedoch erfolgt keine Weiterentwickelung
derselben durch Innovationen, d. h. durch Aussprossung unter dem Gipfel.
Fam. XXXIII. Fontinalaceae.
Im Wasser flutende, an der Basis durch ein Polster brauner oder gelb-
roter, glatter Rhizoiden an Steine oder Holz befestigte Moose mit sehr langen,
zähen, dünnen, aufwärts reichlich verästelten, abwärts oft nur mit rudimen-
tären Ästen und Blattresten besetzten Stengeln. Stammquerschnitt meist 3 kantig,
seltener 5kantig oder rund, ohne Zentralstrang und ohne Blattspurstränge, mit
ziemlich gleichmässigen, lockeren, nach der Peripherie zu mehr verdickten und
gefärbten Zellen. Bll. meist glänzend, 3- oder 5reihig, eifórmig ug gun
س 276 —
oder lanzettlich bis lanzettlich-pfriemenförmig, kielig zusammengefaltet oder
hohl und selbst flach, meist an der Basis herablaufend, ganzrandig und höchstens
an der Spitze gezähnt, rippenlos (bei Fontinalis) oder mit einfacher Rippe
(bei Dichelyma). Blattzellen glatt, prosenchymatisch, schmal rhombisch-
oder rhomboidisch-6seitig, an der gelbroten Basis oft 2—3 schichtig, sowie
lockerer und getüpfelt. Blüten mit wenigen Geschlechtsorganen und Paraphysen.
Perichätialast etwas verlängert, am oberen Ende in das rudimentüre Scheidchen
übergehend. Perichütialbll. der eingesenkten Kapsel anliegend oder die ver-
lüngerte Seta röhrig umwickelnd. Haube kahl, klein kegelig, oder kappen-
fórmig und bis unter die Kapsel reichend, wie bei Dichelyma. Kapsel auf
rudimentürer oder etwas verlüngerter Seta aufrecht und regelmässig, ohne
Hals, sowie ohne Luftraum, ohne Spaltöffnungen und ohne Ring, mit
kurz kegeligem oder geschnäbeltem Deckel. Peristom doppelt. Die Zähne
des äusseren Peristoms fast linealisch, gelbrot, ungesäumt, in der Mittellinie
zuweilen durchbrochen und mit innen lamellenartig vortretenden Querbalken;
das innere Peristom ohne Basilärmembran, aus 16 fadenförmigen, mit An-
hängseln versehenen, selten freien, gewöhnlich durch zahlreiche Quer-
glieder gegen die Spitze hin verbundenen Fortsätzen bestehend,
sodass dasselbe gleichsam einen parabolischen, gitterartigen
Kegel bildet.
Die Gattungen und Arten dieser Familie sind mehr über die gemässigten
und nördlichen Zonen verbreitet. In den Tropen fehlen die Fontinalis- und
Dichelyma-Arten.
1. Gruppe Fontinaleae.
Stengel reichlich büschelig verästelt. BU. kielig zusammengefaltet oder
rinnig-hohl, meist herablaufend und oft mit deutlich geöhrten Blattflügeln,
jedoch ohne Rippe. Blattzellen schmal rhombisch- oder rhomboidisch-6 seitig,
in den Ecken der Basis an den Blattflügeln lockerer, kürzer und mehr oder
weniger aufgeblasen. Perichütialbll. dachziegelig anliegend, oval bis fast kreis-
örmig. Haube klein kegel-mützenförmig. Kapsel auf meist rudimentürer Seta
eingesenkt und mit kegeligem Deckel. Peristomzähne linealisch, zuweilen in
der Teilungslinie durchlóchert. Sporen meist ungleichgross.
Von aussereuropüischen Gattun
gen gehören hierher Aydropogon, Cryptangium
und Wardia, aus Europa nur Fontinalis.
1. Gatt. Fontinalis (Dill) L. 1832.
Flutende, meist etwas glänzende Wassermoose mit dünnen, am Grunde
durch Büschel glatter Wurzelhaare an die Unterlage befestigten, 3kantigen bis
runden Stengeln und verlängerten, zugespitzten Asten. Bll. 3reihig, weder
einseitswendig noch sichelförmig, eiförmig bis schmal lanzettlich, scharf
kie oder mehr rinnenförmig und rundrückig, ganzrandig und höchstens an
der Spitze etwas gezähnt, an Asten und Stengeln meist gleichartig, mit
lschichtiger, nur an der Insertion 2—3 schichtiger und verschieden gefärbter
— 277 —
Lamina. Blattzelen schmal prosenchymatisch, abwärts fast linearisch, gegen
die Insertion gefärbt und getüpfelt, an den Blattflügeln kürzer rektangulär-
6seitig bis quadratisch, erweitert und oft aufgeblasen. Blüten zweihäusig,
selten paröcisch, mit fadenförmigen Paraphysen. Geschlechtsäste an Haupt-
wie an Nebensprossen, scheinbar achselständig, die 0 Blütenknospen hier aus-
nahmsweise spitzer als die ©, letztere anfangs kürzer und stumpflich, zuweilen
an der Basis mit Wurzelhaaren und während der Entwickelung des Sporogons
sich noch um 2—4, zwischen die Hüllbll. einschiebende Blattkreise (Sub-
Perichätialbll.) verlängernd. Perichätialbll. der Kapsel anliegend. Haube kaum
über den Deckel herabreichend, im Alter an der Basis zerfetzt. Kapsel auf
rudimentärer Seta von den Perichätialbll. mehr oder weniger eingeschlossen,
eifórmig oder ellipsoidisch, mit kegeligem, glattrandigem Deckel, aber ohne
Ring. Äusseres Peristom sehr hygroskopisch, purpurn oder gelbrot, dem inneren
gleichlang; inneres einen kielfaltigen, oben offenen, gegitterten Kegel bildend,
dessen 16 einzelne Fortsätze durch Querglieder verbunden und nach innen mit
Anhängseln versehen sind, oder wenn sie frei sind, nur seitliche Anhängsel tragen.
In seiner Monographie der Fontinalaceen (Memoires de la Société Nationale
des Sciences etc. de Cherbourg, Tome XXVIII, p. 1—152 von 1892) unterscheidet
J. Cardot nach der Beschaffenheit der Stengelbll.:
1. Tropidophyllae mit kielig zusammengefalteten Bll, nämlich F. islandica,
Heldreichit, antipyretica, arvernica, Kindbergii, gothica und 4 exotische Arten.
9. Heterophyllae mit dimorphen Laubbll., 3 exot. Arten und F. Camusi Card.
3. Lepidophyllae mit hohlen Bll., und zwar F. squamosa und dalecarlica
nebst 4 exot. Arten.
4. Malacophyllae mit weichen, fast flachen BI., nämlich F. longifolia,
seriata, hypnoides, Duriaei und 7 exot. Arten.
5. Stenophyllae mit nur wenig hohlen, verlängert lanzettlichen, linealisch
zugespitzten Bll., F. ۰
6. Solenophyllae mit röhrenförmig hohlen, lineal-lanzettlichen Bll, zwei
nordamerikanische Arten.
Aussereuropäische Arten waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879 etwa
12 bekannt, während bis jetzt schon mehr als 40 beschrieben sind.
A. Tropidophyllae ۰
Bll. mehr oder weniger fest und kielig zusammengefaltet, im Alter oft
gespalten.
1. Fontinalis antipyretica L. 1753.
Hypnum Neck. 1771, F. trifaria Voit 1812, Pilotrichum C. M. 1850; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 630.
Zweihüusig; die Blütenknospen der oft etwas kleineren 6 Pflanzen mit
eifórmigen oder elliptischen und zugespitzten, die der o mit stumpfen ovalen
Hüllbll., beide mit hyalinen Paraphysen. Grosse, flutende, gelblich- oder
olivengrüne bis schwürzliche, meist glanzlose Rasen mit bis 50 und selbst
70 em langen, mehrfach geteilten und oft durchaus scharf 3kantig beblätterten,
— 278 —
dunkelbraunen bis schwarzen Stengeln und mehr oder weniger abstehenden,
stumpf zugespitzten Ästchen und Ästen. Bll. aufrecht abstehend, meist
5—6 mm lang, aus schmälerer, weit herablaufender Basis breit eiförmig und
kurz lanzettlich zugespitzt, mit stumpflicher Spitze, kielig zusammengefaltet,
mit scharfem, gekrümmtem Kiel, ganzrandig und an einer oder beiden
Seiten der Basis hier und da zurückgeschlagen. Blattzellen mässig verdickt,
mit geschlängeltem Primordialschlauch, verlängert rhomboidisch bis rhombisch-
6seitig, ziemlich gleichförmig, meist 12—15 u, an der Spitze 6 mal, abwärts bis
15 mal so lang, an der Insertion, insbesondere nach dem Kiele zu 2—3 schichtig
und getüpfelt, nach dem Rand zu in den nicht geöhrten Ecken lockerer,
2schichtig und mehr rektangulär, über 20 u, jedoch nicht aufgeblasen, grün
oder bräunlich. Perichätialäste nicht wurzelnd. Obere Perichätialbll. sehr
gross und breit, bleichbraun, mit breit abgerundeter, meist zerschlitzter Spitze,
die reife Kapsel locker becherförmig umgebend. Kapsel fast vollständig ein-
gesenkt, eiförmig bis dick ellipsoidisch, 9-3 mm lang, derbwandig, olivengrün
bis braun, nicht kantig, mit kegelförmigem, gelblichem oder matt bräunlichem
Deckel, trocken und entleert unter der Mündung etwas verengt. Peristomzähne
linealisch, an den Spitzen paarweise verbunden, dunkel purpurrot, warzig-
papillös und mit schrägen Streifen, zuweilen in der Mittellinie stellenweise
durchbrochen, innen mit 25—30 Lamellen. Inneres Peristom ein gitter-
förmiger, oben offener, blutroter Kegel; die Querglieder der 16 papillösen
Fortsätze nach innen mit Anhängseln. Sporen in derselben Kapsel meist un-
gleichgross, teils 20—26 u, teils nur 15—18 u, olivengrün und fein punktiert.
Reife im Sommer. Br. eur. Vol. V, Tab. 429,
An Steinen, Holz und Baumwurzeln, mehr in fliessendem, wie in stehendem
Wasser, gern an Quellen und in Forellenbächen, von der Ebene bis in die Vor-
alpen in 1750 m häufig, sowohl in Europa, wie in Algier und Nord-Amerika,
seltener im Jeniseithale Sibiriens, sowie in Finnland und Skandinavien; war schon
Dillen 1718 um Giessen bekannt. S. XXX, 9, a) BL, b und c) Kapseln, d) C,
e) G Blüte nach der Br. eur., f) Antheridium mit 6 Hüllbll,, g) Bll. in natürlicher
Grósse; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. alpestris Milde in metallisch glänzenden, grünen oder goldgelb und
kupferrot gescheckten, krüftigen Rasen mit kurz zugespitzten, stumpfen, kielig-
nachenförmigen, in der Kiellinie stark gekrümmten, sehr breiten, resp. bis 5 mm
breiten und 6 mm langen Bll., etwas weiteren Blattzellen (18—24 u) und mit
zahlreichen, 2schichtigen, sehr lockeren, rundlich 4—6 seitigen Blattflügelzellen —
auf den Kümmen des Riesen- und Isergebirges, sowie im Kleisbächlein bei Haida
in Bóhmen.
Font. Heldreichii C. M., welche Dr. Heldreich im September 1887 in
Thessalien in mehr als 1000 m gesammelt hat, ist hiervon kaum verschieden.
Var. montana H. Müll. in nur schwach glänzenden, brüunlichgrünen, minder
kräftigen Rasen, mit spitzen Ästen, kurz herablaufenden, schwach geóhrten, an
der stumpfen Spitze undeutlich gezühnten, kielfaltigen, viel schmäleren, noch nicht
ر. derbwandigen, engeren Blattzellen (10—14 u),
— 279 سب
und gut begrenzten bräunlichen Blattflügelzellen — in höheren Berggegenden West-
falens, schon mehr Übergangsform zu gracilis;
var. gigantea Sulliv. — robusta Cardot, in sehr kräftigen, nicht glänzenden
Rasen mit stumpfen, an der abgerundeten Spitze undeutlich gezühnelten, bis 6 mm
langen und 3 4,5 mm breiten Bll. mit oberwürts weit kürzeren, rhombischen Zellen :
(20 u), meist lschichtigen Blattflügeln und kleinerer Kapsel — vereinzelt in
Teichen und langsam fliessenden Bächen in Westpreussen und Steiermark, auch am
Landgrafenbrunnen im Vogelsberg, häufiger in Nord-Amerika;
var. latifolia Milde in glanzlosen, kräftigen, schwimmenden Rasen mit weit
herablaufenden, locker gestellten, kurz zugespitzten, spitzen oder stumpflichen, in
der Spitze undeutlich gezähnten, schlaffen Bll. von 6,5 mm Länge und 3 —4 mm
Breite — in Seen in Ost- und Westpreussen;
var. minor Rth. eine kleinere Form in schwürzlichgrünen Rasen mit kleineren,
nur 3—4 mm langen und 2 mm breiten, abstehenden Bll. und stumpferen Hüllbll.
der fast paraphysenlosen CO Blüten — dahier bei Laubach in einem periodisch aus-
trocknenden Waldbach;
var. lara Milde mit undeutlich gekielten, etwas schlaffen, dunkelgrünen,
entfernten, abstehenden Bll. — in Schlesien, Westpreussen und Baden, auch dahier
bei Laubach einmal von mir gesammelt.
Ändert überhaupt vielfach ab. Im fliessenden Wasser sind die Áste und
Stengel dünner, mehr parallel gerichtet, die Bll. fester, mehr anliegend und schärfer
gekielt. Je stärker das Gefäll, um so weiter hinauf sind die Stengel abwärts kahl
oder die Bll. in der Kiellinie gespalten, während im stehenden Wasser die Stengel
bis zur Basis beblättert bleiben und die Bll. grösser und weicher, sowie weniger
gekielt erscheinen. Ein periodisches Austrocknen des Standorts im Sommer fördert
die Fruchtbildung.
2. Fontinalis arvernica Renauld 1888.
F. antipyretica var. arvernica Husnot 1892; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 631.
Zweihüusig. Schlanken, kleineren Formen der vorigen Art nahe stehende,
gelblichgrüne, etwas glünzende, meist jedoch durch Diatomeen und Algenüber-
züge mehr graugrün erscheinende Pflanzen mit 20—40 cm langen, oben rot-
braunen, abwärts von Bll. entblössten, mehr schwärzlichen 3—5 kantigen Stengeln
und aufwärts anliegenden, verlängerten und verschmälerten Asten. Stamm-
querschnitt rundlich 3—5 kantig, mit gelblichem Grundgewebe und gelbroter,
substereider Rindenschicht. Bll. etwas entfernt gestellt, schmäler als bei voriger
Art, meist 4—6 mm lang, aus enger, schmaler, herablaufender, nicht geöhrter
Basis oval-lanzettlich, resp. verlängert elliptisch und ziemlich scharf und lang
zugespitzt, Hebs RSet mit gekrümmtem Kiel und abwärts an
einer Seite oft Rand, an der Spitze zuweilen mit 2—5 Zähnchen.
Blattzellen verlängert, mit . geschlüngeltem Primordialschlauch, meist 12—18 u
und 6—9 mal so lang, in der Spitze nur 3 mal so lang als breit, an der Insertion
gelbrot, 2schichtig und getüpfelt, in den herablaufenden Ecken daselbst lockerer,
oval bis 6 seitig, jedoch nicht aufgeblasen. Perichütialast schlanker als bei
: voriger Art, nicht wurzelnd, mit dichter anliegenden, abgerundeten, oben zerrissenen,
— 280 —
den Urnenrand oft überragenden Hüllbll. Kapsel eingesenkt, verlängert ellip-
. soidisch bis fast zylindrisch, mit schmal kegeligem, rotgelbem Deckel, entdeckelt
2,6 mm lang, trocken stumpf 5—6kantig und leicht gefurcht, unter der
Mündung nur wenig verengt. Inneres wie äusseres Peristom purpurrot und
dicht grob papillös; die Zähne des äusseren an der Basis durchlöchert und
innen mit bis 40 Lamellen, die Querleisten des inneren mit Anhängseln. Sporen
ziemlich gleichgross, 18—23 u, gelbgrün, fein papillös oder fast glatt.
Von Renauld im See Pavin am Puy de Dóme in der Auvergne in Frankreich
in 1200 m 1886 entdeckt. S. XXXI, 6, a) Bl, b) desgl in natürlicher Grósse,
c) entdeckelte Kapsel, sowie XX X, 12, Fruchtast; gez. nach einem von dem Entdecker
erhaltenen Originalexpl.
3. Fontinalis dolosa Card. 1896.
Rev. bryol. 1896, S. 68; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 802.
Zweihäusig. Ziemlich weiche, gelblichgrüne, abwärts rostfarbene, etwas
glänzende Pflanzen mit fusslangen, an der Basis von Bll. entblóssten, hin und
her gewundenen, fiederästigen, roten .Stengeln und ungleichen, abstehenden,
allmählich zugespitzten, gewundenen Asten. Bll. locker gestellt, etwas weich,
aufrecht abstehend, die grösseren Stengelbll. in einem halben rechten Winkel
abstehend, gegen die Astspitzen: dachziegelig anliegend, im allgemeinen etwas
zweigestaltig. Stengelbll. stark herablaufend, nur schwach geöhrt mit etwas
eingedrückten, schmalen Blattflügeln, eilanzettlich, meist stumpflich zugespitzt,
an der Spitze gezühnelt, abwürts mehr oder weniger deutlich gekielt und
zusammengefaltet, im Alter oft gespalten, 5 mm lang und 2—2,1 mm breit, auf-
wärts gegen die Sprossenden länger und schmäler und nur an der Basis gekielt.
Astbll. kleiner und schmäler, fast flach, nur zuweilen schwach gefaltet, verlängert
lanzettlich und an der Spitze gezühnelt, 3,5—4 mm lang. Blattflügelzellen
ziemlich deutlich oval-6 seitig und gebräunt, etwa 20 u und doppelt so lang
als breit, die übrigen meist 10 u und 12—16 mal so lang als breit, linear,
gewunden und dünnwandig. Perichätium eifórmig; die oberen Hüllbll. etwas
kreisfórmig und zuletzt zerrissen und zerschlitzt. Kapsel halb eingesenkt, klein,
oval mit abgerundeter Basis, oft unter der Mündung schwach verengt, etwa
2mm lang. Peristom purpurrot; die Zähne linealisch und mit 25—30 inneren
Lamellen, das innere Peristom dagegen gitterfórmig und mit Anhängseln.
In England von James Saunders in stehendem Wasser an untergetauchtem
Holze und an Kalksteinen bei Limbury (Bedfordshire) entdeckt. S. XXXI, 8,
a) Habitusbild, b) BL, c) Blattspitze; gez. nach einem von M. Fleischer bei
Rapallo in Italien ges. Expl.
Steht einer zarten F, Kindbergii Ren. & Card. zwar nahe, unterscheidet sich
jedoch davon durch weniger lang zugespitzte Stengelbll. und fast flache Astbll.,
sowie die nur halb eingesenkte Kapsel. Habituell gleichsam zwischen Font. arvernica
und baltica die Mitte haltend. Die etwas mit Kalk inkrustierte englische Normal-
bh (ine dem ins Dixons) hat nur etwas steifere, gegen die verdünnten
lieg p und schärfer gekielte Stengelbll. S. XXXI, 8, _
d und e) Blattspitze von einem Stamm- und Astbl. z 2
— 2831 —
4. Fontinalis islandica Cardot. 1891.
Rev. bryol. 1891, Monogr. Font. 1892, S. 70; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 657.
Bis jetzt nur steril bekannte, gelblichgrüne oder rostfarbene, weiche Pflanzen
mit geschlüngelten, unregelmüssig gefiederten, 15—20 cm langen Stengeln und
verlängerten, locker beblätterten, aufrecht abstehenden Asten. Bll. entfernt,
aufrecht-abstehend, 4—5,5 mm lang und noch nicht 1 mm breit, kielig zusammen-
gefaltet, lànglich- oder schmal-lanzettlich und lang und scharf zugespitzt,
ganzrandig oder an der Spitze schwach gezühnt und oft längs der Kiellinie
gespalten. Astbll. schmäler, mehr linealisch-lanzettlich, nur 0,65—0,75 mm breit.
Blattzellen sehr gross und lang, in der Mitte 10—20 mal so lang als breit,
gelblich mit ziemlich dieken Wänden, nicht gleichmässig, sondern schmälere
und breitere miteinander abwechselnd, in den Ecken der Basis einige
grössere, gelbliche, fast 6seitige Zellen mit weichen, dicken, rötlichgelben
Wänden, über 30 u und doppelt so lang. Blattquerschnitt mit schief zur Blatt-
ebene gerichteten Scheidewänden, die oft vortreten, so dass der Querschnitt
knotig und sehr unregelmässig erscheint.
In der Bay von Faxkrudfjord in Island 1865 von Jardin gesammelt.
Namentlich durch schmälere Bll. und das Zellnetz von antipyretica verschieden,
indem imi Querschnitt grössere und kleinere Zellen mit einander abwechseln.
S. XXXII, 7, a—c) Bll, d) Habitusbild, e) Blattquerschnitt; gez. nach einem
Originalexpl.
5. Fontinalis gracilis Lindb. 1868.
F. subglobosa Wils. 1869, F. antipyretica v. gracilis Schpr. 1876; cf. Rbh. Kr. Fl. IV
Nr. 632.
Zweihäusig. Hellgrüne bis dunkelgrüne, firnissglünzende, habituell
zwischen antipyretica und dalecarlica stehende, oder an antipyretica var. montana
erinnernde, dicht verüstelte Pflanzen mit 30—50 cmlangen, an der Basisentblätterten,
reichlich verästelten, aufwärts dicht beblätterten Stengeln und scharf zugespitzten,
dreikantigen, grösseren und kleineren, meist den Stengeln parallelen Asten. Bll.
locker anliegend, etwas straff aufrecht, aus weit herablaufender, schwach
geóhrter Basis eilanzettlich und stumpflich, 3—4 mm lang, scharf
gekielt, kahnfórmig-hohl und ganzrandig, die älteren meist in der fast geraden
Kiellinie gespalten. Blattzellen mit geschlüngeltem Primordialschlauch, derb,
verlängert rhomboidisch, 12—14 u und meist 8—10 mal so lang, in der Spitze
etwas breiter, 18 u und nur 4 mal so lang, an der Insertion 2—3 schichtig,
orangegelb und getüpfelt, in den gut begrenzten Blattflügeln kürzer und lockerer,
gelbbraun, einschichtig und blasig erweitert, verlängert 4— 6 seitig und
25—30 u. Perichätialäste an der Basis oft wurzelnd. Kapsel entweder
regelmässig und von derjenigen von antipyretica kaum verschieden, oder etwas
einseitig bauchig-urnenförmig, mit stumpf kegeligem Deckel. Peristom-
zähne mit Schräglinien und zerstreuten kleinen Papillen, an der Basis nicht
durchlöchert. Inneres Peristom ein purpurroter Gitterkegel, dessen Querglieder
— 1282 —
nur wenige kurze Anhängsel tragen. Sporen 18—24 u, olivengrün und fein
gekórnelt. Reife im Juli und August.
In Bächen der Bergregion bis in die Alpen, hier und da in die Ebene herab-
steigend, auch in Finnland, Dünemark und Skandinavien. Wird wegen der an den-
selben Standorten in den Vogesen gefundenen Übergangsformen von Schpr. nur als
eine Varietüt von antipyretica angesehen. Von Arnell noch bei Dudinka im Jenisei-
thale Sibiriens im arktischen Gebiete gesammelt. S. XXX, 8, a) Bl; gez. nach
einem von Roemer im Harz ges. Expl.
Var. Grebeana eine sehr weiche Form mit weit herab mehr oder weniger
anliegend, dicht beblütterten Stengeln, meist weniger deutlich gekielten, an den
geöhrten Blattflügeln weit herablaufenden, mitten mehr hohlen, jedoch gegen die
gezühnelte, oft zurückgekrümmte Spitze deutlicher gekielten Bll. — von C. Grebe
1899 in ruhig fliessenden Büchen und Tümpeln im Reinhardswald nahe am Forst-
haus Mariendorf gesammelt. Die Pflanze unterscheidet sich von Font. dolosa, an.
welche sie nach der Blattform und nach der zurückgekrümmten Blattspitze erinnert,
durch mitten hohle, kürzere Stbll. und dichter, mehr anliegend beblätterte Sprosse.
Sie steht zur Normalform von gracilis in ähnlichem Verhältnis wie die var. laza zur
Normalform von F.antipyretica. Laut nachträglich erhaltener brieflicher Mitteilung
stellt Cardot die Pflanze in den Formenkreis der F. dolosa.
6. Fontinalis sparsifolia Limpr. 1895.
cf. Rbh. Kr. FI. IV, 2, S. 659.
Zweihäusig; die 6 Blüten unbekannt. Habituell an eine etwas schlaffe,
zarte P. gracilis erinnernde Pflanzen mit bis 20 em langen, weit hinauf schwürz-
lichen, von Asten und Bll. entblóssten, runden Stengeln und spürlichen dünnen,
fadenförmigen, spitzen Asten. Bll. aufwärts grün, abwärts schwürzlich,
entfernt gestellt, anliegend bis aufrecht abstehend, weit herablaufend, nicht
geóhrt, mit fast gerader Kiellinie zusammengefaltet, 3—3,6 mm lang,
lanzettlich-linealisch und scharf zugespitzt, an der Spitze gezühnt, unten am
Rand lseitig zurückgeschlagen. Astbll. nur 2 mm lang, rinnig und mit Längs-
furche. Blattzellen dünnwandig und mit gewundenem Primordialschlauch,
9—11 u und 7—10 und selbst 16 mal so lang, an der Spitze der Bll. 14 u
und nur 3—4 mal so lang, an der Insertion 2schichtig und getüpfelt, in den
Blattflügeln dagegen nur 1 schichtig, hyalin oder bräunlich und nicht aufgeblasen.
Perichätialast nieht wurzelnd. Perichätialbll. fast den Urnenrand erreichend,
abgerundet und mit kappenfórmigem Spitzchen. Kapsel unter der Mündung
schwach verengt, mit kegeligem Deckel von halber Urnenlünge, entdeckelt 2 mm
lang. Peristomzühne etwa 1 mm lang, trocken lockig gewunden, gelbrot, nicht
durchlöchert, dicht und grob papillós, innen mit gegen 30 seitlich nicht
vortretenden Lamellen. Das innere Peristom gitterförmig und grob papillös,
die Querglieder desselben mit langen Anhängseln. Sporen 10—13 u, gelb und
glatt. Reife im Juli.
Von Dr. med. Bryhn in den Bächen der Alpe Jotunfjeldene in Norwegen in
1100 m im Juli 1879 entdeckt. 8. XXXIX, 11, a) Stbl., b) Blattflügel, c) Astbl.,
— 283 —
d) Perichätium, e) Kapsel; gez. nach einem von N. Bryhn erhaltenen Originalexpl.
Von der ähnlichen F. Camusi durch lockerer gestellte, viel schärfer und enger
gekielte Bll. verschieden.
7. Fontinalis Kindbergii Ren. & Card. 1890.
F. antipyretica v. ambigua Card. 1891, F. subbiformis Ren. & Card. 1892, F. antip. v.
cuspidata u. purpurascens, sowie F. neomexicana v. robusta C. Müll.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 633.
Zweihäusig. Einer spitzblütterigen antipyretica ähnliche, kräftige, weiche,
rostbräunliche, zuweilen gelbliche oder rötliche, oberwärts kupferfarben glänzende
Pflanzen mit über 30 cm langen, unten kahlen, schwarzen, aufwärts ästigen
Stengeln und geschlängelten, oft langspitzigen, abstehenden, federartigen Asten.
Bll. an Stengeln und Ästen verschieden gestaltet. Stengelbll. 5—7 mm lang
und fast 2—3 mm breit, aufrecht abstehend, locker dachziegelig, breit oval-
lanzettlich, resp. aus breit ovaler an Duriaei erinnernder Basis allmählich
in eine lange Spitze verschmälert, deutlich gekielt, mit fast geradem Kiel,
ganzrandig oder an der stumpflichen Spitze undeutlich gezähnt, an der Basis
lseitig schmal zurückgeschlagen. Astbll. aufrecht abstehend, nicht dachziegelig,
viel schmäler, kaum halb so breit, schmal lanzettlich und lang zugespitzt,
oben rinnig hohl, nur rundrückig zusammengebogen und längs des undeutlichen
Kiels nicht gekrümmt. Blattzellen 12—18 u und gegen die Blattmitte 8 bis
15 mal so lang als breit, an der oft gezähnten Spitze nur 2—4 mal so lang
als breit, in den nicht geöhrten Ecken der Basis gelblich oder bräunlich,
fast 6 seitig, 20—25 u und einschichtig. Kapsel eingesenkt, fast zylindrisch, mit
abgerundeter Basis und kegeligem Deckel, sonst wie bei F. antipyretica. Peristom-
zähne nicht durchlöchert, ohne Strichelung, aber grob papillös. Sporen 15—18 u,
gelbgrün und gekörnelt.
Aus Oberitalien, der Schweiz und Istrien bekannt, auch bei Recogne in den
Belgischen Ardennen von Cardot gesammelt, vorzugsweise aber in Nord-Amerika
verbreitet. Die Stammbll. gleichen in der unteren Hälfte denjenigen von Duriaei,
sind jedoch stärker gekielt und viel länger stumpflich zugespitzt. Wurde auch von
F. Camus 1892 in Frankreich (Loire inf.) gesammelt.
8. Fontinalis gothica Card. & Arn. 1891.
Rev. bryol. 1891, S. 87; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 665.
Zweihäusig; die kleinen 6 Blütenknospen mit spitzen, eilänglichen Hüllbll.
und wenigen Antheridien und Paraphysen. Habituell an eine schmalblätterige,
büschelig verzweigte Aypnotdes erinnernde, schlanke, etwas weiche, 10—30 cm lange,
gelblichgrüne, abwürts dunklere, schlaffe Pflanzen mit dünnen, geschlüngelten,
an der Basis fast entblütterten oder mit zerschlitzten Blattresten besetzten,
aufwärts unregelmässig verästelten Stengeln und locker, fast federig beblätterten,
verlängerten, spitzen Ästen. Stammquerschnitt rund. Bll. entfernt gestellt,
abstehend oder aufrecht abstehend, nur an den Sprossenden anliegend, länglich-
lanzettlich, resp. aus kurz herablaufender, ziemlich deutlich geöhrter Basis
scharf lanzettlich zugespitzt, ganzrandig und stumpf kielig zusammengefaltet,
zuweilen an der Spitze undeutlich gezähnt, meist nur 3— 3,5 mm lang und etwa 1 mm
ve
Ea Sch, en ER
Kae Eee er o اه و
— 284 —
breit; die Astbll noch kürzer und schmäler, nur 0,5 mm breit. Blattzellen
etwas derbwandig, verlängert linearisch, nur 9—12 u und 8—15 mal so lang, in
der undeutlich gezühnten Spitze kürzer, an der Insertion mitten 2 schichtig,
getüpfelt und orangegelb, in den lschichtigen, aus 8—10 Zellen gebildeten
Blattflügeln erweitert und aufgeblasen, über 20 u, oval-6seitig, hyalin oder
gebrüunt. Sporogon und o Blüten unbekannt.
Im südlichen Schweden von O. Nordstedt 1888 entdeckt. 8. AAA d
a) Habitusbild, b bis d) BlL; gez. nach einem Originalexpl. Unterscheidet sich
von P. baltica durch die stumpf kieligen 0,
Fontinalis stagnalis Kaalaas, welche Kaalaas am 19. Juli 1896 in einem
Teiche bei Sand (Stavanger Amt) in Norwegen gesammelt hat (cf. Rbh. Kr. FI. IV, 3,
S. 803), soll weit herablaufende, aus verschmälerter Basis lanzettliche bis schmal
eifórmige, in der Jugend bis zur Mitte schwach gekielte, stumpfe ملاظ besitzen und der
F. gothica sehr nahe verwandt sein (non vidi
B. Malacophyllae Card.
Bll. weich und fast flach.
9. Fontinalis Duriaei Schpr. 1876.
F. hypnoides v. Duriaei Husnot 1899; cf. Rbh. Kr. FLI V, 2, S. 661, sowie Rev. br.
1876, S. 1.
Zweihäusig mit fast sitzenden, kleinen G Blütensprossen. Weiche,
bleichgrüne oder oliven- bis bräunlichgrüne, an eine kräftige F. hypnoides er-
innernde Rasen mit 10—30 cm langen, meist längs beblätterten, ziemlich verästelten,
dünnen, schlaffen Stengeln und ungleichen, stumpflichen längeren, und spitzen
kürzeren, abstehenden oder aufgerichteten Ästen. Stammquerschnitt rundlich-
5 kantig mit rotgelber, dickwandiger Rindenschicht, wie bei hypnoides. BU.
weich und schlaff, stumpf kielig gefaltet bis flach, abwärts mit einer Längs-
falte in der gekrümmten Kiellinie, aus abgerundeter, plötzlich verengter,
halb stengelumfassender, nicht geöhrter, herablaufender Basis eilanzettlich,
resp. eiförmig und lanzettlich verlängert, kurz und breit zugespitzt, 4—5 mm
lang, ganzrandig und nur an der äussersten Spitze etwas gezähnt, sowie an
der Basis an einer Seite schmal umgebogen. Blattzellen sehr dünnwandig
und eng, fast linearisch, mit gewundenem Primordialschlauch, mitten 12—16 u
und bis 10 mal so lang, gegen die Ränder enger, an der Spitze viel kürzer,
fast rhombisch, an der Insertion orangegelb und oft 2 schichtig, in den Blatt-
flügeln erweitert, 15—20 M, fast verlängert rektangulär, resp. oval oder länglich
und gebräunt. Innere Perichätialbll. an der abgerundeten Spitze scharf aus-
gefressen oder zerschlitzt. Kapsel fast völlig eingesenkt, nur die Deckelspitze
vortretend, klein, nur 2 mm lang, oval, derbwandig und unter der Mündung
nur wenig verengt, mit kegeligem Deckel. Peristomzähne lang linealisch,
purpurrot, an den Rändern etwas buchtig, durch Papillen und Strichelung
۰
rissig-grubig, mit 20—30 wenig vortretenden inneren Lamellen. Inneres Peristom
— 285 —
ein blutroter, gitterfórmiger Kegel mit inneren Anhüngseln an den Querbalken.
Sporen 18.—20 u, grün und glatt. Reife im Juni.
Süden Europas, in Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland; an
kalten Quellen in Algarvien 1847 von Welwitsch gesammelt, jedoch bereits 1840
von Durieu de Maisonneuve an Erlenwurzeln in Algier entdeckt. ٩. XXX, 6,
a) Bl, b) Habitusbild; gez. nach einem von A. Bottini im Valle della Batte in
oko (Italien) ges. Expl.
10. Fontinalis androgyna R. Ruthe 1872.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 634.
Parócisch; die kurz gestielten, länglichen Blütenknospen (auch © Blüten)
zerstreut am Hauptstengel, mit breit elliptischen bis verkehrt eirunden, mit
winzigem Spitzchen versehenen, zarten Hüllbll. Gelbgrüne, abwärts dunklere,
an eine Übergangsform von hypnoides zu antipyretica erinnernde Pflanzen mit
10—20 em langen, ziemlich kräftigen, stumpf 3kantigen Stengeln und ziemlich
regelmässigen, kürzeren und längeren, abstehenden, zugespitzten, gegen das
Ende dichter beblätterten Ästen. Stengelbll. entfernter, aufrecht abstehend
oder mehr abstehend, 5—7 mm lang und 2—3 mm breit, aus nur wenig herab-
laufender, nicht geöhrter, eiförmiger, oder mehr elliptischer Basis allmählich
zugespitzt, fast flach, meist nur gegen die Spitze schwach gekielt.
Astbll. kleiner und schmäler, gewöhnlich nur halb so breit, aufrecht abstehend,
aufwärts gegen die Sprossenden mehr anliegend und daselbst dichter gestellt,
kielig-hohl, flach- und ganzrandig, nur selten an der scharfen Spitze gezähnelt.
Blattzellen locker, dünnwandig, mit spiralig gewundenem Primordialschlauch,
14—18 u, nur am Rand wenig enger, mitten bis über 10 mal so lang als breit,
an der Insertion fast orangefarben, 2schichtig und getüpfelt, in den Ecken
der Basis mit gut abgegrenzten, 1 schichtigen, erweiterten, ovalen oder
rechteckigen, gelblichen oder hyalinen Zellen von über 30 u. Sporogon unbekannt.
Auf periodisch überschwemmten Oderwiesen bei Bärwalde in der Neumark
von R. Ruthe 1872 entdeckt; der einzige bis jetzt bekannte Standort. Die Pflanze
macht habituell öfters den Eindruck einer flachblätterigen, gelbgrünen Übergangsform
von antipyretica zu Kindbergii, mit welch’ letzterer die Stengelbll. in der Form
mehr Ähnlichkeit haben, als wie mit antipyretica.
11. Fontinalis hypnoides R. Hartm. 1843.
F. squamosa v. tenella Br. eur. 1842, Pilotrichum Strömbäckii ©. Müll. 1850, F. Ravani
Hy 1882, F. hypnoides v. Ravani Card. 1891; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 635.
Zweihäusig; die schlanken, kleinen 6 Blütenknospen denen von squamosa
ähnlich, zerstreut an den Hauptstengeln. Habituell an ein flutendes Hypnum
erinnernde, hell- oder dunkelgrüne, weiche, schlaffe Pflanzen mit dünnen,
locker beblätterten, unregelmässig verästelten schwärzlichen Stengeln und nicht
sehr zahlreichen, zugespitzten, abstehenden Astchen, in den oberen Blattachseln
mit hyalinen Haaren. Stammquerschnitt rund, mit lockerem, dünnwandigem
Grundgewebe und 2—3 Reihen dickwandiger, gelbroter Rindenzellen. Stengelbll.
— 286 —
entfernt und schlaff, troeken abstehend und verbogen, 3—4 oder höchstens
5 mm lang, fast flach, aus nicht geöhrter, breiter, umfassender, eiförmiger
oder elliptischer Basis allmählich lanzettlich bis lanzettlich-pfriemenförmig ver-
schmälert, weder gekielt noch zusammengefaltet, noch an der Basis zurück-
geschlagen; die Astbll. etwas hohl oder gegen die Spitze zu schwach gekielt,
jedoch schmäler, sowie aufwärts dichter gestellt. Blattzellen locker, dünn-
wandig, mit wurmförmigem Primordialschlauch, meist 15—20 u und nur 5 bis
höchstens 8 mal so lang, an der Spitze sogar nur 2—4 mal so lang als breit,
an der Insertion 2 schichtig, gelbrot und getüpfelt, an den etwas. herablaufenden,
nicht geóhrten Blattflügeln erweitert, über 20 u, verlängert 6 seitig, 1—2 schichtig
und gebräunt. Fruchtäste nicht wurzelnd, 3—4 mm lang. Perichätialbll. viel
kürzer als die Urne, anfangs abgerundet und mit Spitzchen, später zerschlitzt.
Blattzellen derselben nie so wurmartig verbogen und lang gestreckt wie bei
squamosa, gegen die Spitze sehr locker und breit rhombisch oder rhomboidisch.
Kapsel meist zur Hälfte über die Perichätialbll. hervorragend, klein,
ellipsoidisch und dünnwandig, mit ziemlich spitzem, kurz kegeligem Deckel,
entdeckelt unter der Mündung kaum oder nicht verengt. Peristomzähne schmal
linealisch, ziemlich lang, purpurrot und dicht warzig-papillös, abwärts unregel-
mässig querstreifig, aber nicht durchbrochen, innen mit 25—30 Lamellen.
Inneres Peristom ein hellroter bis gelblicher gitterfórmiger Kegel mit nur
kleinen Anhängseln nach innen. Sporen ungleichgross, 12—14 und 16—20 u,
olivenbräunlich und papillós. Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. V,
Tab. 432.
An Steinen und Wurzeln in stehendem oder langsam fliessendem Wasser durch
die Ebene und niedere Bergregion zerstreut, auch in Norwegen und Schweden.
S. XXX, 4, a und b) BlL, c) Fruchtast; gez. nach einem von R. Ruthe bei
Bärwalde in der Mark (Preussen) ges. Expl. Grössere, ältere Bll. bilden in der
: Form sehon mehr den Übergang zu der nahe verwandten Duriaei.
Var. pungens von Klinggr. dunklere, über 20 em lange Pflanzen mit
schmäleren, mehr anliegenden Bll. und stechend spitzen Astenden — bei Lyck
in Ostpreussen und in der Mark Brandenburg;
var. angustifolia Warnst. mit schmäleren, spitzen, aufrecht abstehenden
Bll. — in der Mark Brandenburg (Tiglitz in der Prignitz) von O. Jaap gesammelt.
12. Fontinalis longifolia C. Jensen 1885.
cf. Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 665.
Bis jetzt nur steril bekannt. Weiche, zarte, grüne oder gelbgrüne, trocken
etwas glänzende Pflanzen mit 10—15 cm langen, dünnen, rundlich-3 kantigen,
rötlichen, abwärts von BI. entblössten, ziemlich regelmässig gefiederten
Stengeln. An der Insertion der Aste Rhizoidenpolster, welche grünes Protonema
entwickeln. Aste entfernt gestellt, abstehend, die unteren bis 10 cm lang,
aufwärts kürzer, meist nur 1 cm lang, schlank und spitz. Bll. dreireihig, locker
dachziegelig aufrecht abstehend, sehr weich und schlaff, aus weit herab-
laufender, nicht geöhrter, eilanzettlicher Basis allmählich lang und scharf
— 287 —
zugespitzt, 4—6 mm lang und 1—2 mm breit, flach- und ganzrandig, an der
äussersten Spitze zuweilen mit wenigen kleinen Zähnchen, nicht oder nur
schwach kielig, fast flach, bisweilen mit einer Längsfalte, im Alter in der
Mittellinie gespalten. Blattzellen verlängert linearisch, mit geschlängeltem
Primordialschlauch, mitten etwa 10 u und 8—17 mal so lang, an der Spitze
nur 3—5 mal so lang als breit, an der Basis 2—3 schichtig und im Alter
goldbraun, in den Ecken daselbst nur einschichtig und locker, meist verlängert
rektangulär-6 seitig, nur wenige fast quadratisch und 30—50 u, hyalin oder im
Alter gelbbräunlich.
Bei Helga auf der Insel Island von A. Feddersen 1884 entdeckt. S. XXXII, 5,
a und b) Stengelbll, c und d) Astbll. e) Habitusbild; gez. nach einem von Jensen
erhaltenen Originalexpl.
13. Fontinalis seriata Lindb. 1881.
F. Berneti Card. in litt., F. dalecarlica var. seriata Kdb. 1883; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2,
S. 669 und 3, S. 803.
Zweihüusig und nur in Ğ Expll bekannt. Habituell an eine zierliche,
spangrüne Kalkform oder eine zarte, gelbgrüne Form von F. squamosa er-
innernde, gegen die stets gelbgrünen Sprossenden glänzende, abwärts mehr
schmutziggrüne bis schwärzlichbraune Pflanzen mit sehr dünnen, 5—15 cm
langen, im unteren Teile der Sprosse deutlich 2—3 reihig beblätterten, auf-
wärts mehr rundlich-3 kantigen, an der Basis entblössten Stengeln und ziemlich
zahlreichen, allmählich pfriemlich zugespitzten, denselben parallelen Asten.
An der Basis der Astsprosse mit Wurzelhaaren. Bll. mehr oder weniger
deutlich 3reihig, etwas federig, genähert und ziemlich gleichgross, locker
anliegend oder feucht aufrecht abstehend, gegen die Sprossenden mehr an-
gedrückt, aus etwas herablaufender, nicht oder höchstens schwach geöhrter
Basis schmal lanzettlich und allmählich lang und. scharf zugespitzt,
3—4,5 mm lang und bis 0,75 mm breit, nicht gekielt, nur wenig hohl, ganz-
randig und flach, nur bei denjenigen der Sprossenden am Rand schwach
eingerollt. Blattzellen mit wurmförmigem Primordialschlauch, etwas derbwandig,
linearisch und nicht geschlängelt, 12—15 u und bis 10 mal so lang, am Rand
etwas enger, nur 9 u, an der Basis kürzer, gelbgrün bis fast orangefarben,
dickwandig und getüpfelt, in der Mitte derselben doppelschichtig, in den nicht
geöhrten Ecken daselbst lschichtig und erweitert, kurz rektangulär-6 seitig,
15—25 u, grünlich oder mebr gelblich. Sporogon unbekannt.
Von Apotheker Conrad Indebetou in Schweden bei Lindsnaes in den Flüssen
Darlecarliens im Oktober 1882 entdeckt und auch von Dr. H. Bernet an Nagelfluh-
Blócken in der Rhone bei Genf in der Schweiz 1883 gesammelt. B بط $
a und b) Bll, c) Habitusbild; gez. nach einem an letzterem Standort ges. Expl.,
welches mir als Font. Berneti Card. mitgeteilt wurde. Dasselbe besitzt Wurzel-
haare an der Basis junger Astsprosse und ist als Kalkpflanze mehr spangrün,
während die schwedische Originalpflanze (aus den Herbarien Jensens und
Kindbergs) aufwärts mehr bräunlich gelbgrün ist. F. seriata bildet gleichsam den
Übergang von den Malacophyllen zur F. squamosa.
-
— 288 —
C. Heterophyllae Card.
Laubbll. zweigestaltig, mit breiteren Stengelbl. und viel kleineren,
schmäleren Astbll.
14. Fontinalis Camusi Card. (Rev. br. 1895, S. 53).
Zweihüusig. Zierliche, weiche, schmutzig bis dunkelgrüne, zarte Pflanzen
mit 10—30 em langen, schlanken, fadenförmigen, unten von Bll. entblössten,
sehr verüstelten, etwas unregelmässig fiederüstigen Stengeln mit kürzeren oder
lüngeren, zugespitzten, ausgebreiteten oder aufrecht abstehenden, locker be-
blätterten Ästen. Letztere aufwärts meist 0,5—1,5 cm lang, die unteren oft
länger. Bll. entfernt und zweigestaltig, meist abstehend, seltener etwas
anliegend. Stengelbll. verlängert elliptisch bis lanzettlich, allmählich ver-
schmälert und ziemlich breit zugespitzt, spitz oder stumpflich, ganzrandig oder
an der Spitze undeutlich gezähnelt, 3—4 mm lang und 1—1,3 mm breit.
Astbll. viel kleiner, schmal lanzettlich, nur 1,3—3 mm lang und 0,3—0,7 mm
breit. Blattflügelzellen oval bis fast quadratisch, nicht scharf abgegrenzt, die
übrigen linear und dünnwandig, mit undeutlichem Primordialschlauch, mitten
10—20 mal so lang als breit, gegen die Spitze viel kürzer. Perichätium
eiförmig, auffallend gross und breit, grösser und breiter als bei antipyretica;
die oberen Perichätialbll. rundlich-eifórmig, breit rundlich gestutzt und nur im
Alter an der Spitze etwas ausgefressen, aber nicht wimperig zerschlitzt. Kapsel
halb eingesenkt, eilänglich, 2—2,3 mm lang, mit kegeligem Deckel. Peristom-
zähne lineallanzettlich, an der Spitze oft paarweise genähert, innen mit
20—25 nicht stark vortretenden Leisten, aussen in der Mittellinie zuweilen
stellenweise durchbrochen. Inneres Peristom nicht vollständig gitterig und
ohne innere Anhängsel. Sporen grün und fast glatt.
Von Camus in Frankreich, Loire Inferieure, (Barrages de Chaudron et de
Rousselin sur la Sevre-Nantaise bei Boursay) 1890 entdeckt. S. XXXII, 3,
a) Stengelbl., b) Astbl., c) Perichütium mit Kapsel, d und e) Blattspitzen; gez.
nach einem Originalexpl, sowie nach von E. Bureau 1894 (Barrage sur la Maine
prés de la Frelitiere) cfr. ges. Expll. (comm. Thériot.).
D. Lepidophyllae Card.
Blütter nicht zusammengefaltet, sondern nur hohl.
15. Fontinalis cavifolia Warnst. & Fleischer 1896.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 803.
Bis jetzt nur steril bekannt. Habituell gleichsam zwischen F. gracilis
und Duriaei in der Mitte stehende, grüne Pflanzen mit oft rötlichen Spitzen,
mit über 12 cm langen, vom Grunde an sehr ästigen, roten, abwärts kahlen,
von den Bil. entblössten Stengeln. Stengel- und Astbll. kaum verschieden,
aufrecht abstehend, trocken glanzlos, eiförmig, bis 4mm lang und 2 mm
breit, feucht nicht kielig gefaltet, sondern rundrückig kahnfórmig-hohl,
ع 289 —
kurz und stumpf oder etwas parabolisch zugespitzt, an der stumpflichen Spitze
öfters etwas gezähnelt, an der engen Basis gelbrot und nur schwach geöhrt;
die älteren Bll. öfters in der Mittellinie gespalten. Äste durch die feucht
mehr anliegenden Bll. zuweilen etwas rundlich. Blattzellen verhältnismässig
kurz und breit, etwa 12 u und 8-10 mal so lang, an der Spitze viel kürzer,
auch gegen die Basis kürzer, nach den Ecken daselbst in grosser Anzahl
rektangulär bis oval-6seitig und viel breiter.
Von M. Fleischer am 23. März 1894 in einem Bache bei Isili in 300 m
auf der Insel Sardinien entdeckt. S. XXXII, 2, a) Stbl., b) Basis und c) Spitze
eines Astbl.; gez. nach einem von Dr. Bauer erhaltenen Originalexpl. Unterscheidet
sich von der habituell ähnlichen F. Duriaei durch etwas rotscheckige Rasen mit
steiferen Stengeln, kürzeren, stumpfen Bll. und kürzeren, breiteren Blattzellen.
16. Fontinalis thulensis Jens.
Botanisk Tidsskrift, 20 Bind, S. 110.
Nur steril bekannt. Habituell an eine etwas weiche, rotbraune, wenig
und entfernt beastete F. squamosa erinnernde Pflanzen mit über 15 cm langen,
entfernt fiederüstigen Stengeln und 2— 2,5 cm langen, gekrümmten, etwas
einseitig beblätterten Asten. Die rótlichen bis schwürzlichen Stengel sind
gegen die Basis nur mit Blattresten bedeckt. Bll. sehr dicht gestellt, dem
Stengel meist anliegend, nur gegen die Astspitzen mehr aufrecht abstehend,
aus sehr enger, eifórmiger, hohler Basis lanzettlich verschmälert, ganzrandig,
mit stumpfer Spitze, an der engen Basis nicht geöhrt. Blattzellen ziemlich
gleichmässig, etwa 9—10 u und 10—14 mal so lang, nur am Rand der Basis
in 3—4 Reihen etwas weiter, mehr rektangulür bis rektangulär-6 seitig und
bis 25 u.
Von A. Feddersen bei Laxa Hjardarholt auf der Insel Island am 21. Juli
1886 entdeckt. S. XXXII, 6, a und b) Stbll, c) Astbl, d) Habitusbild; gez.
nach einem von Jensen erhaltenen Originalexpl. Die Form der Bll. hat zwar
Ähnlichkeit mit derjenigen von F. Duriaei, jedoch sind dieselben mehr hohl und
an der Basis noch enger, auch erinnert die Pflanze habituell mit ihren steifen
Stengeln und Ästen mehr an F. gracilis oder squamosa.
17. Fontinalis squamosa L. 1763.
Hypnum Neck. 1771, Pilotrichum C. Müll. 1850, ۰ arduennensis Gravet 1871; cf.
Ebh. Kr. FL IV, Nr. 636,
Zweihäusig; die knospenfórmigen Blüten der oft schmäler beblätterten
G Pflanze mit aus eiförmiger Basis lanzettlich verschmälerten, meist stumpflich
zugespitzten Hüllbll., grösseren Antheridien (als antipyr) und fadenförmigen
Paraphysen. Firnisglänzende, schwarzgrüne oder schwarzbraune bis fast
schwarze Pflanzen mit bis 40 cm langen, abwärts entblössten, büschelästigen,
runden Stengeln und anliegenden, aufwärts fast drehrund dicht beblätterten,
pfriemenförmig zugespitzten Ästen. Stengelquerschnitt rund, mit dick-
wandiger, gelbroter Rindenschicht. Bl. 3—4 mm lang und bis 1,5 mm breit,
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 19
— 290 —
3reihig anliegend, aus schwach geöhrter, etwas herablaufender, breit ellip-
tischer Basis allmählich lanzettlich und stumpflich zugespitzt, nur rinnig-
hohl, nicht kielig, flach- und ganzrandig. Blattzellen linearisch, schwach
wurmförmig, 12—15 u und meist 6—10 mal so lang, nur am Rand etwas
schmäler, an der Spitze dickwandiger, kürzer und etwas breiter, bis 18 u
und nur 3 A so Bes als breit, ar nicht geschlängeltem, sondern nur etwas
, an der Insertion mitten 2—3schichtig,
trip und gatüpfelt, an den 1 schichtigen Blattflügeln in deutlich begrenzter
Gruppe rundlich- oder oval-6seitig, gebräunt und erweitert, 23—35 y.
Fruchtende Pflanze mehr von den Bll. entblósst, mit nicht wurzelnden
Perichätialästen. Perichätialbll. fast kreisrund, abgerundet, nach Limpr. an-
fangs mit Spitzchen, später gestutzt, ausgerandet oder zerschlitzt und mit
wurmförmigen, an der Spitze verlängert-rhombischen Zellen. Kapsel bis
zum Urnenrand in das etwas schlanke Perichätium eingesenkt, klein, gelb-
braun bis rotbraun, oval, mit abgerundeter Basis und mit spitz kegeligem,
gelbbraunem bis rotem Deckel. Peristomzähne weder schrägstreifig noch
durchbrochen, purpurrot, linealisch, innen mit 25—40 genäherten, unten durch
Leisten oft schräg verbundenen Lamellen. Inneres Peristom gitterförmig,
purpurrot und mit Anhängseln nach innen; beide Peristome nach Limpr.
zerstreut mit groben Papillen besetzt, das innere nach Jur. fast glatt. Sporen
18—22 u, grüngelb und fein punktiert. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. V,
Tab. 430.
An Steinen schnell fliessender Gebirgsbäche durch die Bergregion Europas
bis 2000 m verbreitet, zuweilen bis in die Ebene herabgehend, vorzugsweise in
Forellenbächen, auch in England, Algier und Spanien, sowie häufig in Nord-
Amerika; wird schon von Dillen in der Hist. muscorum von 1741 erwähnt.
S. XXX, 5, a) Bl, b) Fruchtast; gez. nach bei Wald-Michelbach im Hessischen
Odenwald ges. Expll., das Sporogon nach einem von Allmendinger bei Wildbad
in Württemberg ges. Expl.
Fontinalis Dizoni Card. (Rev. br. 1896, S. 70), welche Dixon in fliessendem
Wasser im Colwyn-Fluss in N. Wales (England) 1888 aufgefunden hat, unterscheidet
sich durch deutlich geöhrte, länger zugespitzte Bll. von squamosa und erinnert an
eine kräftige dalecarlica. S. XXXII, 1, a und b) BlL; gez. nach einem von
. Bauer erhaltenen Originalexpl. Sie steht gleichsam zwischen squamosa und
منم in der Mitte
18. Fontinalis baltica (Limpr.) H. v. Klinggr. 1893.
F. dalecarlica v. baltica Limpr. in litt. 1883; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 637.
Paröcisch, zuweilen auch rein و Sprosse; die schlanken % Sprosse mit
2—3 ik wenigen gelblichen Paraphysen und 2—3 kurz gestielten
وروی einzeln und nackt in den Achseln der Hüllbll. Dunkel- bis
e der F. dalecarlica nahestehende, nur wenig glänzende
Planos. mit 10—30 cm langen, dünnen, abwärts entblütterten, nur am
Grunde büschelig verzweigten Stengeln mit fast gleichlangen Ästen.
Stammquerschnitt 3—5 kantig mit ziemlich gleichgrossen, im Zentrum
— 3 —
dünnwandigen, im übrigen gefärbten und diekwandigeren Zellen. Bll. feucht
wie trocken abstehend bis sparrig, meist 3—4 mm lang und noch nicht
l mm breit, aus schwach geóhrter Basis schmal eilanzettlich und lang und
scharf zugespitzt, etwas hohl, nicht gekielt, ganzrandig, zuweilen an der Spitze
undeutlich gezähnt, meist in der Mittellinie gespalten. Blattzellen dünn-
wandig, 10—14 u, am Rande nicht oder kaum enger, mitten bis 20 mal so lang
als breit, mit spiralig gewundenem Primordialschlauch, an der Insertion orange-
farben und 2schichtig, an den lschichtigen Blattflügeln aufgeblasen erweitert,
hyalin bis bräunlich, verlängert rektangulür-6seitig und über 90 u. Kapsel zu
"|, eingesenkt, oval bis ellipsoidisch, derbwandig, rotbraun bis schwarzrot,
mit spitz kegeligem, glänzend kastanienbraunem Deckel. Peristomzähne teil-
weise an der Spitze paarweise verschmolzen, purpurrot und papillös, abwärts
in der Mittellinie durchlöchert und innen mit 15—20 kräftigen Lamellen.
Inneres Peristom nach Limpr. dunkelbraun; die freien Fortsätze mit langen
Papillen und unregelmässigen seitlichen Anhängseln. Sporen ungleichgross,
28—36 u, rostfarben und feinwarzig. Reife im Juli.
Am Ufer des Steinkruger Sees, Kreis Neustadt in Westpreussen, von C. Lützow
im Juli 1881 entdeckt und bis jetzt nur von wenigen Standorten bekannt.
S. XXXI, 2, a und b) BIL, c) Habitasbild, d) Bll. in natürlicher Grösse, e) Blatt-
spitze; gez. nach einem im Marnitzer See (Kreis Neustadt) von Lützow ges. Expl.
F. Lescurii Sulliv. — F. baltica f. Limpr. soll nach Kdb. von Bryhn in
Norwegen gefunden worden sein (cf. Kindb. Skandin. Bladmossflora Nr. 231). Sie
ist mir bis jetzt nur aus Nord-Amerika bekannt.
19. Fontinalis dalecarlica Schpr. 1846.
F. squamosa L. u. squ. var. Sulliv., Pilotrichum C. Müll 1850, F. squamosa var.
dalecarlica Husnot 1892; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 63
Zweihäusig; die d Blüten mit hyalinen Paraphysen und spitzen Hüllbll.
Habituell an schlanke, zierliche, grüne Formen von squamosa erinnernde, dunkel-
grüne, unten oft bräunliche, nicht glänzende, zierliche Pflanzen mit 10—40 cm
langen, sehr dünnen, schlanken, abwärts von Bll. entblóssten, schwärzlich- oder
gelbroten Stengeln und zahlreichen anliegenden, rundlich-3 kantigen,
fadenfómigen, pfriemlich langspitzigen Asten. Stammquerschnitt rundlich-
3kantig, mit dünnwandigen, gelblichen inneren uud stark verdickten, englumigen
äusseren Zellen, nur an der Peripherie eine Lage weitlumiger. Bll. 2—3 mm
lang und nur 0,5—0,7 mm breit, genühert, locker dachziegelig, nach den
Sprossenden zu kleiner und fest anliegend, aus herablaufender, nicht oder
kaum geóhrter Basis lanzettlich und scharf zugespitzt, sehr hohl, an den
Rändern eingerollt, ganzrandig und ungezähnt oder an der meist scharfen
Spitze mit wenigen Zähnchen. Blattzellen sehr eng, 9—14 u und mitten etwa
8-19 mal so lang, gegen die Ränder enger, 6 u, an der Insertion 2 schichtig,
an den 1schichtigen Blattflügeln sehr locker, verlängert 6 seitig oder rektangulär,
hyalin oder gebräunt. Perichätium schlank,. demjenigen der 7: squamosa ähnlich,
jedoch noch schmäler. Perichütialbll. scharf zugespitzt, ee
— 292 —
meist überragend, die innersten, resp. obersten mit abgebogenen Spitzen. Kapsel
völlig eingesenkt, beinahe sitzend, eilänglich bis fast zylindrisch, lederfarben oder
rötlichbraun, minder derbwandig, mit kurz kegeligem, gelbrotem, stumpfem,
fast gestutztem Deckel. Peristomzähne oben oft paarig verbunden, gelbrot,
weithinauf in der Mittellinie durchlöchert, glatt oder undeutlich gefeldert und
innen mit12—16 kräftigen, seitlich vortretenden Lamellen. Inneres Peristom gelblich
und glatt, mit nur an der Spitze gitterartig verbundenen, sonst freien,
zarten, knotigen oder mit kurzen Anhängseln versehenen Fortsätzen. Sporen
anfangs grün, später mehr rostfarben, 22—32 u und fast glatt. Reife im Juli
und August. Br. eur. Vol. V, Tab. 431.
An Steinen und Wurzeln in den Gewässern des nördlichen Europas und
Amerikas; von W. Ph. Schimper.am Dalelf in Dalecarlien (Skandinavien) entdeckt,
jedoch schon vorher von den Bryologen Skandinaviens als squamosa gesammelt, seit 1881
auch aus Westpreussen bekannt. S. XXX, 3, a und b) BIL, c) © Blütenäste (nach
der Br. eur. d) Fruchtast, e) Kapsel; gez. nach von C. Lützow in Westpreussen
und von J. E. Zetterstedt im südlichen Norwegen cfr. ges. Expll.
Var. atra Limpr., schwarze, nicht glänzende Pflanzen, mit derbwandiger, braun-
roter bis schwärzlicher Kapsel und dunkelbraunem Peristom — von S. O. Lindberg
in Helsingfors in Finnland gesammelt.
E. Stenophyllae Card.
Bll. nur wenig hohl, verlängert lanzettlich und linealisch zugespitzt.
20. Fontinalis microphylla Schpr. 1880.
F. dalecarlica v. gracilescens Warnst. 1899 und var. microphylla Limpr., ۰
seriata v. Klinggr. 1892; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 640
Bis jetzt nur steril bekannte, hellgrüne, etwas glänzende, abwärts dunklere,
zarte Pflanzen mit sehr dünnen und schlaffen, bis 90 cm langen, runden,
abwürts entblóssten, fast fiederig verzweigten, gelbroten bis schwarzbraunen
Stengeln und aufrecht abstehenden, lang zugespitzten Ästen. Bll.
ziemlich locker gestelit, feucht wie trocken aufrecht-abstehend, nur an den
drehrunden Astspitzen mehr dachziegelig anliegend, klein, ziemlich gleichmüssig,
meist 2,5 oder 3 und hóchstens 3,5 mm lang, aus herablaufender, deutlich
geóhrter Basis schmal lanzettlich und lang zugespitzt, wenig hohl, ganz-
und flaehrandig, nur an der Spitze mit mehreren Zühnchen. Blattzellen
dünnwandig, linearisch, 9—10 u und mindestens 8—12 mal so lang, mit spiralig
gewundenem Primordialschlauch, an der deutlich gezühnten Spitze etwas breiter
und sehr kurz, nur 2—4 mal so lang als breit, an der Basis etwas lockerer,
gelbgrün und doppelschichtig, jedoch nicht getüpfelt, an den gut abgegrenzten,
geöhrten Blattflügeln erweitert, hyalin oder grünlich, 18-0 u, verlängert
4—6 seitig, fast rektangulär.
۱ In den Seen der Preussischen Seenplatte; von Professor Caspary im Torfsee
Tielk bei Allenstein in Ostpreussen entdeckt. S. XXXI, 3, a) BL b) Habitusbild
— 293 —
c) stürker vergrósserte Blattspitze; gez. nach einem von C. Lützow im Karpionki-
See bei Wahlendorf, Kreis Neustadt, in Westpreussen ges. Expl. (comm. C. Warnstorf).
Von folgender Art schon habituell durch die geraden Sprossenden verschieden.
21. Fontinalis dichelymoides Lindb. 1869.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 671.
Zweihäusig; die o Blüten mit wenigen kurzen, die 6 mit längeren
Paraphysen. An Dichelyma capillaceum oder eine Form von Hypnum fluitans
erinnernde, gelbgrüne, mitten etwas glünzende, an den Sprossenden stark gold-
glänzende, abwärts braune, fast glanzlose Pflanzen mit bis 20 cm langen, dünnen,
runden, locker beblätterten, brüchigen, fast fiederüstigen Stengeln, sowie
mit ker, Ästen, abstehenden Ästchen und spitzigen, fast 3 reihig
beblätterten, meist hakig gekrümmten Sprossenden. Bll aus kaum herab-
laufender, angedrückter, geöhrter Basis etwas aufrecht abstehend, schmal
lineal-lanzettlich und lang röhrig-pfriemenförmig zugespitzt, 3—4,5 mm
lang und 0,5—0,6 mm breit, hohl mit eingebogenen Rändern, aufwärts gedreht,
ganzrandig und meist etwas stumpflich. Blattzellen sehr lang und eng, 7—9 u
und bis über 20 mal so lang, gegen die Ränder enger, nur 5—6 u, an der
Insertion gelblich und lockerer, nicht getüpfelt und nur in der Mitte 2schichtig,
an den gut begrenzten Blattflügeln etwas aufgeblasen und erweitert, rektangulür-
6seitig und über 20 u. Sporogon unbekannt.
An Baumwurzeln am See Piojärvi im nördlichen Finnland im August 1869
von V. F. Brotherus 1869 entdeckt. S. XXXI, 7, a) Habitusbild, b bis d) BIl.;
gez. nach von Dr. Brotherus erhaltenen Originalexpll. Nach der Beastung
kürzerer Stengel bildet die Pflanze habituell gleichsam den Übergang zu Dichelyma.
Fontinalis tenuissima Borszezow, welche in Ruprecht, Flora boreali-uralensis
S. 44, Nr. 301 von 1854 beschrieben wird, und undeutliche, vor der Mitte ver-
schwindende Blattrippe besitzen soll (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 672), ist jedenfalls
zweifelhaft (non vidi).
9. Gruppe Dichelymeae.
Habituell an flutende Harpidien erinnernde Pflanzen mit fast 2 zeilig,
entfernt und unregelmässig verüstelten Stengeln. Bll. nicht geóhrt, nur wenig
oder kaum herablaufend, lang und schmal lanzettlich bis pfriemlich verlängert,
mit dünner Rippe, bei Dichelyma sichelfórmig einseitswendig. Blattzellen
lang und schmal rhombisch bis linearisch, in den Ecken der Basis nicht er-
weitert. Perichätialbll. verlängert. Haube. kappenfórmig, über die Kapsel
herabreichend, nur bei der ausländischen Gattung Brachelyma kürzer. Kapsel
auf kürzerer oder längerer Seta emporgehoben, dünnwandig und mit ge-
schnäbeltem Deckel, aber ohne Ring. Peristom doppelt, das innere ein
gitterförmiger Kegel oder aus freien Fortsätzen gebildet und länger als das
äussere. Sporen gleichgross und klein.
Enthält die beiden Gattungen Brachelyma und Dichelyma, von denen nur
letztere in Europa vertreten ist.
een
32 4 PE DE ES
س 294 —
1. Gatt. Dichelyma ") Myrin 1832.
Bräunlichgrüne, glänzende, flutende Wassermoose mit nur an der Basis
wurzelnden, zerstreut beüsteten, rundlich-3 kantigen Stengeln und haken-
fórmig gekrümmten Astspitzen. Stengelquerschnitt ähnlich wie bei Fontinalis,
rundlich-3 kantig und ohne Zentralstrang. Bll. 3reihig gestellt, sichelfórmig-
einseitswendig, lanzettlich-pfriemenfórmig, scharf gekielt und zusammengefaltet,
flachrandig und gegen die Spitze meist schwach gezühnt, mit glatter, auch an
der Basis 1 schichtiger Lamina und vollständiger Rippe. Blattzellen sowohl
an der Basis wie in den Ecken derselben von den oberen, nur lángeren schmalen
Zellen kaum verschieden. Querschnitt der Rippe aus mehreren Schichten
homogener, diekwandiger Zellen gebildet. Blüten 2häusig, an Haupt- und
Seitensprossen, die 6 mit rippenlosen Hüllbll. Perichätialbll. ebenfalls rippenlos,
sehr verlängert und röhrenförmig, resp. spiralig rechts um die Seta gewunden.
Scheidehen zylindrisch. Kapsel auf verlängerter Seta seitlich hervortretend
oder über die Perichätialbll. emporgehoben, schlank eiförmig oder ellipsoidisch,
ohne Hals, ohne Spaltöffnungen, ohne Luftraum und ohne Ring, mit kegelig
geschnäbeltem Deckel von fast Urnenlünge. Haube lseitig geschlitzt, bis
unter die Kapsel reichend und zuweilen an der Seta hängen bleibend.
Äusseres Peristom kürzer als das innere, mit 16 lanzettlichen, stumpflichen,
am Rande bogig eingekerbten, in der Mittellinie hier und da durchbrochenen
oder auch von oben gespaltenen Zähnen. Inneres Peristom mit 16, an der
Spitze oder längs gitterförmig verbundenen, oder zuweilen auch vollständig
freien, knotigen Fortsätzen.
Von den bis jetzt bekannten 6 ausländischen Arten werden in Jaeg. & S. schon
D. pallescens, uncinatum und subulatum erwähnt, von denen Schpr. die letztere als
besondere Gattung Brachelyma nach der Haube ausschied. Das Peristom dieser
letzteren Gattung hat schon mehr Ähnlichkeit mit demjenigen von Climacium.
1. Dichelyma falcatum (Hedw.) Myrin 1832.
Fontinalis Hedw. 1792, Neckera C. Müll. 1850; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 641.
Zweihäusig; die gelben, knospenförmigen, 6 blütterigen 6 Blüten den
3 blütterigen © ähnlich, beide mit fadenfórmigen Paraphysen. Glänzend
gelbgrüne bis goldbrüunliche, an ein kräftiges Hypnum uncinatum erinnernde
Pflanzen mit 5—15 cm langen, flutenden Stengeln und kräftigen, bogig auf-
steigenden, an der Spitze hakig gekrümmten Ästen. Bll. 3—5 mm lang und
0,8—1,2 mm breit, dicht dachziegelig 3zeilig gestellt, sichelfórmig-einseits-
wendig, aus nur wenig herablaufender, an der Insertion verschmälerter,
elliptischer Basis allmählich lanzettlich bis pfriemlich verschmälert, kielig
zusammengefaltet, flachrandig und gegen die Spitze entfernt schwach gezähnt,
mit fast stielrunder, mit der Spitze endender oder nur kurz austretender
Rippe. Blattzellen linearisch, 7—9 u und meist 10—20 mal so lang als breit,
1) Von 354 spalten, teilen und ZAvaos Hülle, Bedeckung, wegen der gespaltenen Haube.
س 295 —
am Rand enger, an der Basis goldgelb und schwach getüpfelt. Perichätialbll.
die Seta bis zur Mitte umwickelnd, auch die Haube unter der Kapsel die
Seta umfassend und oft hüngen bleibend. Kapsel auf 5—15 mm langer, dünner,
roter, rechts gedrehter Seta schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, rostbraun,
ohne Ring, mit kegelig geschnübeltem Deckel von fast Urnenlünge. Peristom-
zühne rot oder rotbraun, stark papillós, an den Artikulationen seitlich etwas
eingeschnürt und in der Mittellinie hier und da durchbrochen. Inneres Peristom
länger und ebenfalls rot bis rotbraun, mit durch Querglieder zu einem
gitterförmigen Kegel verbundenen Fortsützen. Sporen 10—13 u, oliven-
grün bis orangegelb und fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. V,
Tab. 433
An periodisch überfluteten Steinen und Wurzeln, oder unter Wasser, in der
oberen Bergregion in der gemässigten Zone Europas und Nord-Amerikas vereinzelt,
häufiger im Norden, in Norwegen und Schweden, Finnland und Lappland. S. XXX, 7,
a) Bl, b) Kapsel, c) desgl. mit Haube, d) inneres Hüllbl. der ی Blüte mit Antheridium,
e) Peristom; gez. nach einem von C. Baenitz am kleinen Teich im Riesengebirge
und von J. Zetterstedt in Norwegen ges. Expll.
2. Dichelyma capillaceum (Dill) Schpr. 1846.
Fontinalis Dill. 1741 und L. 1755, Neckera C. Müll. 1850, Dich. capillaceum f subuli-
folium Br. eur. 1842; ef. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 642.
Zweihäusig; die 6 Blüten mit eilanzettlichen, spitzen Hüllbll. Habituell
der vorigen Art ähnliche, jedoch zürtere, gelblich- bis braungrüne, abwärts fast
schwärzliche Pflanzen mit 5— 10 cm langen, unregelmässig fiederästigen Stengeln
und abstehenden, an der Spitze gekrümmten, zuweilen nach einer Seite gerichteten
Ästen. Bll. weniger dicht aufrecht abstehend, 5—7 mm lang, schwach
einseitswendig, gewöhnlich nur die jüngeren etwas sichelfórmig, auch schmäler
als bei voriger Art, nur 0,5 mm breit, aus lanzettlicher oder eilanzettlicher,
nicht herablaufender Basis allmählich in eine lange Pfrieme ausgezogen, kielig
gefaltet nnd schwach gezühnt, mit lang auslaufender, am Rücken oben
gezühnter Rippe. Blattzellen linearisch, meist 6—7 u und 10—20 mal so
lang als breit, an der Basis nicht getüpfelt. Perichätialbll. spiralig rechts um
die Seta gewickelt, die oberen sehr verlängert und die Kapsel überragend.
Kapsel auf 3—4 mm langer Seta anfangs eingeschlossen, nach der Entdeckelung
seitlich austretend, schmutziggelb, oval mit abgerundeter Basis und kegelig
gewölbtem, schief geschnübeltem Deckel. Peristom orangegelb; die Zähne des
äusseren linealisch, mit dunkleren Seitenrändern und zwischen den 10—15
Artikulationen in der Mittellinie durchbrochen. Inneres Peristom mit helleren,
papillósen, freien, nur an der Spitze durch 2—3 Querglieder gitterartig ver-
bundenen Fortsützen, deren 15—20 Artikulationen eingeschnürt und oft in der
Längslinie durchlöchert sind. Sporen 10—14 u, olivengrün und fein gekörnelt.
Reife im September. Br. eur. Vol. V, Tab. 436.
An Steinen und Wurzeln, sowie von der Flut erreichten Ästen in den Flüssen
und Seen Dänemarks und Schwedens, auch in Westpreussen und im Saganer Stadtforst
FEMME N E, T
س 2% —
in Schlesien, häufiger in Nord-Amerika. S. XXX, 10, a und b) Bil, c) Hüllbl.
der 6 Blüte, d) Perichätialbl.; gez. nach einem Expl. aus Smolandia, ۲۳۵۵۵۵ (comm.
Warnstorf) Das Perichätium hat Ähnlichkeit mit demjenigen von D. pallescens
Schpr. (Br. eur. Tab. 435, S. XXX, 11), jedoch sind die Hüllbll. breiter, an der
Spitze stumpflicher und mehr um die Seta gedreht.
Fam. XXXIV. Cryphaeaceae.
In ausgedehnten, lockeren, nur wenig glänzenden und meist starren Rasen
die Baumstämme überziehende Rindenmoose, oder auch Felsbewohner, mit
stolonenartig kriechenden, langen, verzweigten, unfruchtbaren Haupt-
stengeln und aufrechten oder aufsteigenden, seltener hängenden, unregel-
mässig verzweigten, fast kätzchenartig beblätterten sekundären Stengeln,
mit stumpfen Asten und Fruchtsprossen, ohne Paraphyllien. Stammquer-
schnitt rund, ohne oder mit rudimentärem Zentralstrang. Bll. mehrreihig,
feucht allseitig abstehend, trocken dachziegelig anliegend, eiförmig und
kürzer oder länger zugespitzt, hohl, meist gefurcht, mit und ohne Rippe.
Blattzellen dickwandig und glatt, oberwärts meist rundlich oder
rhombisch, in der Mitte der Basis mehr verlängert, nach den Seiten hin in
mehreren, dem Rand parallelen, und oft zugleich schief nach der Mitte ge-
richteten, schrägen Reihen quadratisch oder rundlich. Blüten 1- oder
2 häusig, die O an sekundären Sprossen oder auch an Ästen. Haube nicht
behaart, klein kegel-mützenförmig und papillös oder kappenförmig und glatt.
Scheidchen rudimentär oder zylindrisch. Kapsel eingesenkt oder emporgehoben,
meist aufrecht und regelmässig, mit und ohne Spaltöffnungen, resp. Luftraum,
und mit differentiiertem Ring. Peristom in der Regel doppelt; das
äussere aus 16 bleichen oder gelblichen, papillösen, gegliederten, zuweilen ge-
spaltenen (und zwar 2—3fach gespaltenen) Zähnen gebildet, das innere mit
16 linealen Fortsätzen auf niederer Basilärmembran, oft rudimentär und selbst
nur auf die Basilärmembran reduziert.
Da die unter dieser Familie von Limpricht vereinigten Pflanzen nur in
wenigen Arten in Europa vertreten sind, so habe ich dieselben vorläufig unter
einer Familie belassen, obwohl die nachstehenden beiden Gruppen, unter Berück-
sichtigung der zahlreichen hierher gehörenden ausländischen Arten, vielleicht besser
als besondere Familien getrennt werden.
1. Gruppe Cryphaeeae.
, Rindenbewohner mit langem, kriechendem Hauptstengel und meist 2 zeilig
verästelten sekundären Stengeln. BII. mit einfacher Rippe und nicht lüngs-
furchig. Haube klein, kegelmützenfórmig, papillós oder rauh und
selbst lamellós. Scheidchen rudimentär bis fehlend. Kapsel auf sehr ver-
kürzter, minimaler Seta eingesenkt oder sitzend, eifórmig mit etwas erweiterter
Basis und mit kegelfórmigem Deckel. Peristom doppelt, bei den von Schimper
hierzu gerechneten exotischen Gattungen auch einfach bis fehlend.
— 297 —
1. Gatt. Cryphaea') Mohr 1803.
Lockerrasige Rindenbewohner mit unfruchtbarem, Wurzelhaare entwickeln-
dem, kriechendem, stolonenartigem Hauptstengel und fruchtbaren, unregelmässig
2 zeilig verästelten oder auch fiederästigen (einfach, seltener doppelt fieder-
ästigen), allseitig fast kätzchenartig beblätterten sekundären Stengeln ohne
Paraphyllien und ohne Flagellen. Stammquerschnitt rund und ohne Zentralstrang.
Bil. 8 reihig, an den Hauptstengeln entfernter, klein und mehr lanzettlich, an den
sekundären Stengeln und Ästen dichter und grösser, feucht abstehend bis sparrig,
trocken mehr oder weniger dachziegelig anliegend, eiförmig und zugespitzt,
symmetrisch und nicht längsfurchig, mit einfacher, unter der Spitze ver-
schwindender Rippe und 1schichtiger Lamina. Blattzellen mehr oder weniger
dickwandig und glatt, nur auf der Blattunterseite zuweilen papillös, oben
rundlich bis oval-rhombisch, gegen die Basis nach der Rippe zu verlängert. Blüten
1 häusig nnd sehr zahlreich, die 6 mit rippenlosen Hüllbll. und kurzen, hyalinen
Paraphysen. Perichätialäste kurz und vielblätterig, kleinen Laubsprossen
ähnlich; die eigentlichen Perichätialbll. jedoch scheidig, mit an der Basis
rektangulär-6 seitigen, aufwärts verlängert-wurmförmigen Zellen und zuweilen
stachelspitzig austretender Rippe. Haube kegel-glockenförmig, papillös
oder rauh, an der Basis etwas eingeschnitten gelappt. Kapsel auf rudimentärer
Seta völlig eingesenkt, eiförmig, dünnwandig, mit kegeligem Deckel und
breit sich abrollendem Ring, an der Basis fast gestutzt erweitert und mit
wenigen phaneroporen Spaltöffnungen. Peristom doppelt; die 16 Zähne des
äusseren lineal-lanzettlich, dünn und flach, weder gesäumt noch durchbrochen,
nach dem Typus der Diplolepideen gebaut, mit vortretenden äusseren Quer-
balken und nur schwachen inneren Leisten, also ohne innere Lamellen. Inneres
Peristom ohne Wimpern, mit sehr niedriger, gekielter Basilärmembran und
lanzettlich-pfriemlichen, bis zur Mitte schwach gekielten Fortsätzen.
Diese in Europa nur durch zwei Arten vertretene Gattung ist in zahlreichen
Arten aus dem Auslande bekannt. So waren bis zum Jahr 1879 nach Jaeger & ۰
schon 45 exotische Arten bekannt, deren Anzahl inzwischen bis auf beinahe
80 angewachsen ist.
1. Cryphaea heteromalla (Dill) Mohr 1803.
Sphagnum Dill. 1741, Sph. arboreum Huds. 1762, Hypnum Gmel 1791, Neckera
Hedw. 1792, Pilotrichum arboreum Pal. Beauv. 1805, Fontinalis secunda L. ju. 1787, Daltonia
Hook. & Tayl. 1818, Pilotrichum C. Müll. 1851, Hypnum polycephalum Neck. 1771, Cryphaea
arborea Lindb. 1863; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 643.
Einhäusig; die kleinen 6 Blütenknospen mit stumpflichen, rippenlosen
HüllblL und lang gestielten, kurzen, ovalen Antheridien, die و an kurzen
Ästen der sekundären Sprosse, meist nach einer Seite gerichtet, mit nur
wenigen kurzen Paraphysen. Gelblich- bis bräunlichgrüne, lockerrasige Uber-
züge an Stämmen und Ästen. Hauptstengel kriechend, im Alter fast entblättert.
1) Von »güparog oder »gintw versteckt, verborgen, wegen der im Perichätium ein-
geschlossenen Kapsel.
— 298 —
Bll. der sekundären Stengel und der Äste bis 2mm lang und 1 mm breit,
feucht abstehend, trocken dachziegelig anliegend, symmetrisch, ohne
Längsfurchen, aus etwas herablaufender, enger Basis eiförmig und kurz und
scharf zugespitzt, hohl und ganzrandig, mit von der Mitte an abwärts zurück-
geschlagenem Rand und vor der Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt
der letzteren mit homogenen Zellen. Blattzellen dickwandig, rundlich oder
oval, 10 u, an der Basis verlängert, nach der Rippe zu meist 3—6 mal so
lang als breit, jedoch gegen die Ränder kürzer, fast queroval in dem Rand
parallelen Schrägreihen. Perichätialäste einseitswendig und sehr zahlreich.
Perichätialbll. zart, dicht anliegend, am Rande etwas häutig, die inneren
mehr länglich-lanzettlich, mit stumpfer, abgerundeter Spitze und lang stachel-
spitzig austretender Rippe, sowie abwärts dünnwandigeren, rhombisch-6 seitigen,
verlängerten Zellen. Haube klein kegelig, orange- bis rostrot, durch stumpfe
Zähnchen rauh und am Rande gelappt. Scheidehen rudimentär und nicht be-
haart. Kapsel auf nur !/, mm langer Seta eingesenkt, eilänglich, dünnwandig,
grünlichgelb bis rötlichbräunlich, mit aus etwas gewölbter Basis spitz kegeligem
Deckel und 2reihig sich abrollendem Ring, trocken unter der roten Mündung
etwas verengt. Peristomzähne dicht genähert, lineal-lanzettlich, an der Spitze
zuweilen ritzenfórmig gespalten, aufwärts bleich, nach der Basis zu gelblich
bis orangefarben, fein papillös, nicht gesäumt, aussen mit breiten, helleren
Querbalken und innen mit entfernten, kaum vortretenden Leisten. Inneres
Peristom mit 16, unten kielfaltigen, oben fadenförmigen, den Zähnen fast
gleichlangen Fortsützen auf sehr niedriger Basilärmembran. Sporen 17—21 p,
grünlichgelb und fein papillós. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 438.
® An Baumstämmen und deren Ästen, insbesondere an Pappeln, Weiden, Flieder,
Olbüumen, Birken und Hainbuchen, seltener an Fichten, mehr im Süden, bei Bozen
und Meran, in Baden, der Rheinpfalz ete.. sowie an der Meeresküste im Westen
Europas bis nach Dänemark hin, jedoch auch in Algier; von Sherard in England
entdeckt. S. XXX, 2, a und b) BI., c) Perichätialast, d) Haube, e) Peristom,
f) Habitusbild; gez. nach einem von Prof. Arcangeli in Italien ges. Expl.
2. Cryphaea Lamyi C. M., resp. Lindb. 1881.
Daltonia Lamyana Mont., Cr. heteromalla v. aquatica De Not. 1869, Cr. arborea 8
Lamyana Boulay 1884 und Cr. het. 8 Lamyana Husnot 1892; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 682.
Cr. Lamyana (Bull. de la Ba Bot. de Fr. 1894, p. 152).
. Einhäusig. Unterscheidet sich von voriger Art durch längere, weniger
verästelte Stengel, breit eifórmige, schwürzlichgrüne, stumpfliche, flachrandige
ll., kleinere Blattzellen und mehr ailmählich zugespitzte, stumpfliche, gezähnelte
Perichätialbll. Hüllbll. der و Blüte mit gezähnelter, stumpflicher Pfrieme und
nicht austretender, sondern in der Pfrieme verschwindender Rippe. Kapsel
er als bei voriger Art, oval und brüunlich, mit grosszelligen Epidermis-
zellen. Haube schief und an einer Seite gewóhnlich aufgeschlitzt. Sporen brüunlich.
An periodisch überschwemmten Felsblöcken und an Baumwurzeln im Flusse
Vienne bei Limoges in Frankreich von Lamy entdeckt, jedoch auch aus Portugal,
— 299 —
Italien und Schottland bekannt (Rev. br. 1895, S. 81). S. XL, 1, a und b) BIL,
c) inneres Hüllbl. der o Blüte und d) der S Blüte; gez. nach einem von Dr. Danke
an den Felsen im Bachbett der Maine (Loire Inf.) in Frankreich ges. Expl. aus
dem Herbare von E. Bauer.
2. Gruppe Leueodonteae.
Rinden- und Felsbewohner mit langem, kriechendem, verzweigtem, un-
fruchtbarem Hauptstengel und zahlreichen einfachen oder verzweigten, auf-
rechten oder aufsteigenden, oder auch hängenden, allseitig beblätterten sekundären
Stengeln und bezw. Ästen. Bil. ohne Rippe oder mit nur angedeuteter ein-
facher (seltener mehrfacher), sehr dünner, verschwindender Rippe, sowie meistens
etwas längsfurchig,. Blüten 2häusig, Haube gross und glatt, einseitig
gespalten, kappenförmig, oft über die Kapsel herabreichend und die Seta
umwickelnd. Scheidchen lang, meist zylindrisch, nackt oder etwas behaart.
Kapsel nur ausnahmsweise zwischen die Perichätialbll. eingesenkt, meist auf
mehr oder weniger verlüngerter Seta emporgehoben, aufrecht und regel-
mässig oder auch geneigt und symmetrisch, eilänglich bis zylindrisch mit
stückweise sich ablósendem Ring. Peristom einfach oder doppelt, zuweilen
nur unvollstindig ausgebildet.
1. Gatt. Leucodon") Schwgr. 1816.
Bewohner borkiger, rissiger Rinden und trockener Felsen mit sehr langem,
verzweigtem, kriechendem, kleinblütterigem Hauptstengel und meist gleichhohen,
zahlreichen bogig aufsteigenden oder aufrechten, hóchstens unten an der Basis
Wurzelhaare entwickelnden, und nur zuweilen Stolonen austreibenden, meistens
einfachen, etwas kätzchenartigen sekundären Stengeln ohne Paraphyllien. BH.
mehrreihig, dicht dachziegelig, aus herablaufender Basis breit eilanzettlich,
resp. eiförmig und zugespitzt, rippenlos und mit mehreren Lüngsfalten.
Blattzellen sehr verdickt, getüpfelt und nicht papillös, längs der Mitte bis
gegen die Spitze hin verlüngert, sehr schmal und fast linearisch-wurmfórmig,
nach den Seiten zu in mehreren, den Rändern parallelen und zugleich
nach der Mitte hin schräg gerichteten Reihen kleiner, rundlich-quadratisch,
aufwärts fast punktfórmig. Blüten 2häusig, nur an sekundären Sprossen und
mit wenigen Paraphysen. Perichätialäste kurz und nicht wurzelnd, mit scheidig
verlängerten inneren Perichätialbll. Haube kahl und glatt, kappenförmig
und bis über die Kapsel reichend; Scheidchen ebenfalls lang und kahl. Kapsel
auf kürzerer oder längerer Seta eingesenkt oder emporgehoben, regelmässig,
eilänglich oder schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, mit an der Basis
verengtem, kegeligem Deckel und kleinzelligem, stückweise sich ablösendem
Ring, in der Regel ohne Spaltóffnungen und ohne Luftraum. Peristom
doppelt, nur scheinbar einfach, das innere alsdann rudimentär. Peristomzähne
weisslich, papillös, gegliedert und längs der Mitte durchbrochen oder ungleich
1) Von Aevxós hell und ödovs Zahn wegen des weisslichen Peristoms.
— 300 —
2—3 spaltig, aus ganzen Peristomzellen gebildet (wie bei Splachnum) und daher
innen gekammert. Sporen gross.
Im Ausland ist diese Gattung ziemlich zahlreich vertreten, indem nach Aus-
scheidung der Gattung Lepyrodon Hpe. (mit 10 Arten) immer noch 20 exotische
Arten bis zum Jahr 1879 nach Jaeg. & S. verblieben. Bis jetzt sind schon mehr
als 30 ausländische Arten bekannt.
1. Leucodon sciuroides (L.) Schwgr. 1816.
Hypnum L. 1763, Fuscina Schrank 1789, Dieranum Sw. 1799, Fissidens Hedw. 1801,
Pterogonium Turn. 1804, Cecalyphum Pal. Beauv. 1805, Pterigynandrum Brid. 1806,
Trichostomum Web. & M. 1807, Neckera C. Müll. 1850; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 644.
Zweihäusig; die kleinen knospenförmigen Ğ Blüten mit eiförmigen, zu-
gespitzten, rippenlosen Hüllbll. und sehr langen Paraphysen. Ausgedehnte,
lockere, bis 5 cm hohe, schmutzig- oder oliven- bis bräunlichgrüne, in trockener
Atmosphäre infolge zahlreicher Brutzellen und Büscheln achselständiger
Kurztriebe wie pulverig bestäubt aussehende, struppige, derbe Rasen mit
meist gleichhohen, aufrechten oder bogig aufsteigenden, einfachen oder zerstreut
beasteten, oder auch an der Basis kleinblätterige Stolonen austreibenden,
3—5 em langen sekundären Stengeln. Bll. dicht gedrängt, 2—2,5 mm lang,
feucht abstehend, trocken dachziegelig oder einseitswendig anliegend, aus etwas
herablaufender, eiförmiger, resp. breit elliptischer, gefurchter, etwas herzförmiger
Basis lang und scharf zugespitzt, rippenlos, hohl, flach- und ganzrandig, unten
bräunlichgelb mit 2— 3schiehtiger Insertion. Blattzellen stark verdickt und
getüpfelt, die Randreihen und Schrägreihen rundlich und oval bis fast quadratisch
oder querbreit, 6—8 u, die inneren verlängert und geschlängelt, 3—8 mal so
lang als breit, auch in der Spitze verlängert. Innere Perichätialbll. scheidig
und nicht gefurcht, lang zugespitzt und an der Spitze oft fein gesägt. Haube
bis unter die Kapsel reichend, weisslich oder strohfarben und mit bräunlicher
Spitze. Kapsel auf 5—10 mm langer, gerader, gelbroter, gedrehter Seta auf-
recht, eilänglich oder lang ellipsoidisch, gegen die Mündung schmäler, anfangs
heller, später dunkler rotbraun, mit aus engerer Basis gewölbt kurz kegeligem
Deckel und 1—2zellreihigem, stückweise sich ablösendem Ring. Epidermis-
zellen der Kapselwand derbwandig. Peristomzähne wenig hygroskopisch, feucht
aufrecht, trocken kegelig zusammengeneigt, weisslich oder gelblich, grob
papillös, meist aufwärts in der Mittellinie gespalten oder auch scheinbar un-
gleich 2—3 spaltig, abwärts dichter gegliedert und innen gekammert. Inneres
Peristom nur als niedrige, bei der Normalform den Urnenrand nicht über-
ragende Basilärmembran angedeutet. Sporen 25—35 u, gelbgrün und fein-
warzig. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 468.
An borkigen Bäumen und an Felsen der verschiedensten Art, auch an Mauern,
von der Ebene bis zur Waldgrenze häufig, seltener in alpinen Lagen bis 2500 m,
auch seltener und meist nur in feuchterer Atmosphäre fruchtend. Nach Bescherelle
auch aus Algier und Tunis und nach Jaeg. & S. vom Kap der guten Hoffnung
aus Afrika, sowie nach Kindberg aus Norwegen, Schweden und Finnland bekannt.
— 301 —
S. XXXIV, 11, a) Bl, b) Kapsel, 2 Peristom, d) Querschnitt eines Peristomzahnes;
gez. nach ker bei Laubach ges. Expll.
Var. morensis (Schwgr.) De Not. in kräftigeren Rasen mit bis 10 cm langen
sekundären Stengeln, grösseren, stärker gefurchten Bll, längeren Perichätialbll.,
mehr zylindrischer, trocken etwas gekrümmter Kapsel mit höher vortretendem
inneren Peristom, resp. den Urnenrand überragender Basilürmembran — mehr im
Süden, aber auch in Schottland, seltener in Norwegen und Schweden.
2. Leucodon immersus Lindb. 1869.
Fissidens Lindb. 1884, Leucod. caucasicus Jur. &Milde 1870; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, Nr. 686,
Zweihäusig; die kleinen 6 Blütenknospen mit breit rundlich eifórmigen,
plötzlich kurz zugespitzten Hüllbll., 12—14A ntheridien und zahlreichen Paraphysen.
Habituell der vorigen Art ühnlich, jedoch mit grósseren, bogig aufsteigenden,
zerstreut beästeten sekundären Stengeln. Bll. aus eilanzettlicher Basis lang
zugespitzt, tief längsfurchig, rippenlos und an der Spitze undeutlich gezähnt.
Zellnetz wie bei voriger Art. Sporogone an sekundären Stengeln und Ästen,
zuweilen gehäuft. Perichätialbll. die Kapsel überragend, die inneren
lanzettlich verlängert und mit undeutlich gezähnter Spitze. Kapsel auf dem
Scheidchen gleichlanger Seta eingesenkt, mit breiterem Ring und höherem,
schmäler kegeligem, spitzem und etwas schiefem Deckel, ohne Luftraum und
ohne Spaltóffnungen. Peristomzähne gekammert, bleichgelb und papillös, bis
zu °), gespalten und zerschlitzt. Inneres Peristom nur aus einer wenig über
den Urnenrand vorstehenden Basilärmembran gebildet. Sporen wie bei voriger Art.
In den Wäldern um das Kaspische Meer häufig, von Professor Haussknecht
und andern daselbst gesammelt. S. XXXI, 9, a) Bl, b) C Blüte, c) stärker ver-
grösserte Blattzellen; gez. nach einem von Dr. V. F. Brotherus im Kaukasus
ges. Expl.
Die von Schimper zu den Leucodonteen gerechnete Gattung Pterogonium
wurde von Limpricht zu den Leskeaceen gezogen.
2. Gatt. Antitrichia') Brid. 1819.
Lockerrasige, derbe, starre, struppige Rinden- und Felsbewohner mit
stolonenartigem, fadenförmigem, kriechendem, nur spärlich wurzelhaarigem Haupt-
stengel und kräftigen, verlängerten, niederliegenden wa مس einfachen
oder geteilten, unregelmässig fiederästigen, d geln, deren
Äste ma an und stumpflich ma vo auch - flagellenartig verlängern.
itt rund, mit nur ,lockerem, getüpfeltem
Grundgewebe und gelbroter, fast substereider Rindenschicht, deren üussere
Zellen an der Peripherie kollabiert erscheinen. Bll. vielreihig, derb, gefurcht
oder ungefurcht, mit einschichtiger, nur an der Basis 2- bis mehrschichtiger
Lamina, krüftiger, vor der Spitze endender Hauptrippe und zu beiden
1) Von dvri gegen und #ei£ Haar, wegen des sich scheinbar gegenüberstehenden
inneren und üusseren Peristoms
— 302 —
Seiten derselben mit (oder ohne) ein oder 2 kleineren Nebenrippen. Blatt-
zellen verdickt und getüpfelt, längs der Mitte in geraden Reihen, rhombisch-
linearisch, nach den Rändern hin klein, in mehr schiefen Reihen und elliptisch,
nach der Basis zu oval bis rundlich-6 seitig, rotgelb und sehr dickwandig.
Blüten 2häusig, an sekundären Sprossen wie an Ästen, die G mit rippenlosen
inneren Hüllbll., kurz gestielten Antheridien und fadenfórmigen Paraphysen.
Innere Perichütialbll lang scheidig und ebenfalls rippenlos. Scheidchen
zylindrisch, naekt oder mit fadenfórmigen Paraphysen. Haube kappenfórmig,
kahl und nackt, und nur bis zur Urnenmitte reichend. Kapsel aufrecht
oder geneigt, auf 0,5—1,5 em langer Seta emporgehoben, oval bis schmal
ellipsoidisch, mit kegelig geschnübeltem Deckel, lreihigem Ring, engem Luft-
raum und kleinen phaneroporen Spaltóffnungen am Halsteile. Peristom
doppelt; die Zähne des äusseren aus lanzettlicher, aussen quer gestreifter Basis
lang linealisch. Inneres Peristom aus meist kürzeren, fadenförmigen Fortsätzen
gebildet. Sporen gross.
Ausländische Arten dieser Gattung sind nur wenige bekannt.
1. Antitrichia curtipendula (Hedw.) Brid. 1819.
Hypnum L. 1763, Neckera Timm 1788, Neckera hamulosa Vill. 1786, Anomodon
Hook. & Tayl. 1827, Cyrtopus Spruce 1849; ef. Rbh. Kr, Fl. IV, Nr. 645
Zweihäusig; die knospenförmigen 6 Blüten mit rippenlosen Hüllbll. und
zahlreichen langen Paraphysen. Ausgedehnte, lockere, bräunlichgrüne, etwas
seidenglänzende Rasen mit 10—20 em langen, niederliegenden oder hängenden,
einfachen oder geteilten, unregelmässig fiederästigen sekundären Stengeln und
gegen die Enden verdickten oder auch verschmälerten Ästen. Bil. dicht
gedrängt, oft einseitswendig, trocken nur locker anliegend, 2—3 mm lang, aus
herablaufender, gelbbrauner Basis herz-eiförmig, oder breit elliptisch und lang
zugespitzt, hohl und gefurcht, mit umgerolltem Rand, flacher, gezähnter
Spitze, flacher, vor der Spitze endender Hauptrippe und zu beiden Seiten
derselben an der Basis 1—2 kürzeren, schwächeren Nebenrippen. Querschnitt
derselben mit homogenen Zellen. Blattzellen längs der Mitte verlängert, fast spindel-
fórmig, 7 u und meistens oben 3—5, abwärts 6—8 mal so lang als breit, gegen die
Ränder mehr oval und abwärts rundlich-6 seitig, 7—10 u. Astbll. etwas
kleiner. Perichätialbll. scheidig, die inneren plötzlich sehr lang zugespitzt und
rippenlos. Kapsel auf 0,5—1,5 cm langer, glatter, roter, gerader oder bogig
gekrümmter, unten rechts gedrehter Seta geneigt oder horizontal, oval, dünn-
wandig, mit kurz kegelig geschnäbeltem Deckel von !/,—!/, Urnenlänge und
einreihigem, in einzelnen Zellen sich ablösendem Ring. Epidermiszellen der
Kapselwand gelbwandig und ziemlich regelmässig rundlich 5—6 seitig, 25—35 ۰
Peristomzühne aus lanzettlicher Basis linealisch, resp. lanzettlich-linealisch, flach,
gelblich, nicht durchbrochen und ungesäumt, abwärts aussen wellig quer- und
ifig und mit ziekzackförmiger Mittellinie, innen mit nicht lamellenartig
a dE Leisten. Inneres Peristom nur aus hinfälligen, fadenförmigen,
unten an der Teilungslinie zuweilen unregelmässig durchbrochenen Fortsätzen
— 803 —
gebildet, welche oft fast die Höhe der Zähne erreichen. Sporen sehr ungleich-
gross, 20— 35 u, olivenfarben und punktiert. Reife im Frühjahr. Br. eur.
Vol. V, Tab. 469.
An Waldbäumen oder an schattigen Felsen von der Ebene bis fast zur
Baumgrenze in Europa wie in Nord-Amerika häufig, besonders in Buchenwaldungen,
auch noch in Norwegen und Schweden, seltener in Lappland; war schon Dillen
1718 um Giessen bekannt. S. XXXIV, 12, a und b) Bll., c) Kapsel, e) stärker
vergrössertes Zellnetz, d) Peristom; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
2. Antitrichia californica Sull.
A. curtipendula 8 hispanica Schpr. 1856; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 0,
Zweihäusig; die 6 Blüten mit kürzeren, spärlichen Paraphysen. Habituell
der vorigen Art ähnliche, durch die kützchenartigen Aste etwas an Prerogonium
erinnernde Pflanzen mit nur 5—10 em langen, regelmüssiger fiederästigen
sekundüren Stengeln und teils stumpflichen, meist aber zugespitzten, fast
flagellenartig verlingerten, dünnen Asten, zuweilen auch mit Flagellen an
den sekundüren Stengeln. Bll. dichter dachziegelig anliegend, nicht einseits-
wendig, kürzer als bei voriger Art, meist nur 2 mm lang, aus etwas herablaufender
Basis breit eifórmig und kürzer zugespitzt, hohl, nicht gefurcht, mit schmüler
umgerolltem Rand, nur undeutlich oder nicht gezühnter, flacher Spitze und
vor der Spitze verschwindender Hauptrippe, ohne Nebenrippen. Blattzellen
kürzer als bei voriger Art, mehr rhomboidisch oder stumpf rhombisch, 7 u und
oben nur 2—3 mal so lang als breit, resp. durchaus fast nur halb so lang als
bei voriger Art, an der Basis mehr oval bis rundlich, sehr diekwandig, orange-
gelb und 2schichtig. Perichätialbll. hochscheidig. Kapsel auf nur 5—6 mm
langer, fast längs rechts gedrehter Seta aufrecht, schmal ellipsoidisch bis fast
zylindrisch, gegen die Mündung verengt, mit länger zugespitztem Deckel,
lüngerem Hals und grósseren Spaltóffnungen. Epidermiszellen der Kapselwand
nur am Urnenrand in mehreren Reihen rundlich-6seitig, die übrigen kurz
rektangulür-6seitig. Peristomzühne an der gelblichen Basis verschmolzen,
daselbst aussen nur undeutlich quer gestreift, aufwärts weisslich und grob
papillós. Inneres Peristom hinfällig. Sporen nicht ungleich, 16—22 u, dunkel-
braun und feinwarzig.
An sonnigen Felsen im Süden Europas, insbes. in Spanien, auch in Algier,
Kleinasien und Kalifornien verbreitet; von Durieu de Maisonneuve schon 1840
am Atlas gesammelt. S. XXXIV, 13, a und b) Bll, c) Kapsel, d) stärker ver-
grösserte Blattzellen; gez. nach einem von A. H. Brotherus in Syrien ges. Expl.
(comm. Dr. V. F. Brotherus) Von M. A. Howe in Kalifornien ges. Expll.
stimmen hiermit überein.
Fam. XXXV. Neckeraceae.
Flache, oft zu lockeren Polstern vereinte oder herabhüngende,
zuweilen von der Unterlage senkrecht abstehende, weiche und meist glánzende
— 304 —
Baum- und Felsmoose mit kriechendem, unfruchtbarem, wurzelhaarigem Haupt-
stengel und verlängerten, fast 2 zeilig verästelten, einfach oder doppelfiederästigen,
durch in einer Ebene oder derselben parallel ausgebreitete Bll. verflacht
beblütterten sekundüren Stengeln, mit oft flagellenartigen Ästen, teils mit,
teils ohne Paraphyllien. Stengel-Querschnitt in der Regel elliptisch und
ohne Zentralstrang. Bll. Sreihig, meist in der Ebene des Stengels nach zwei
Seiten abstehend, mehr oder weniger unsymmetrisch, oft etwas herablaufend,
zungenförmig, zugespitzt oder abgerundet, häufig mit kleinem, aufgesetztem
Spitzchen, flach, fast niemals längsfurchig, nur bei Leptodon 2 furchig, wohl
aber öfter querwellig, meist mit an der Basis 1 seitig eingeschlagenem Rand,
sowie mit lschichtiger Lamina und zarter, einfacher -oder doppelter kurzer
Rippe, oder auch ohne Rippe. Blattzellen klein, meist getüpfelt und nicht
papillös, bei Leptodon rundlich 4—6 seitig, sonst oben mehr rhombisch oder
oval, abwärts verlängert bis linearisch, jedoch in den Ecken der Basis wieder
kleiner, kurz 6seitig oder quadratisch, aber nicht aufgeblasen. Blüten 1- und
2häusig, die و an sekundären Sprossen. Perichätialäste nicht wurzelnd und
meist kurz. Haube kappenförmig, nackt oder mit aufrechten Haaren; auch
das Scheidehen nackt oder behaart. Kapsel auf glatter Seta eingesenkt oder
emporgehoben, regelmässig, mit und ohne Luftraum und Spaltöffnungen. Peristom
doppelt; die 16 Zähne des äusseren gelblich oder bräunlich, lineal-lanzettlich,
zuweilen in der Längslinie durchbrochen, aussen oft gestrichelt, innen mit
niedrigen Lamellen. Inneres Peristom mit meist kürzeren, linealen bis
fadenförmigen, unten am Kiele ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen auf
niedriger, kielfaltiger Basilirmembran, seltener rudimentär, wie bei Leptodon,
oder vollständiger, mehr Hypnum-artig, jedoch mit meist nur rudimentären
impern, wie bei ۰
1. Gruppe Leptodonteae Schpr.
An die Cryphaeaceen sich anschliessende Moose mit kriechendem Haupt-
stengel. Sekundäre Stengel entweder kürzer und alsdann einfach oder doppel-
fiederästig, aufgerichtet oder niederliegend und beim Austrocknen farnwedel-
artig schneckenförmig sich einrollend, oder länger, hängend und entfernter
einfach fiederästig und oft weniger deutlich verflacht beblättert als bei der
folgenden Gruppe. Bll. mit einfacher, oft weit vor der Spitze verschwindender
Rippe. Blattzellen klein rundlich 4-6seitig oder oval. Haube kappen-
órmig und meist mit langen aufrechten Haaren besetzt, auch das Scheidchen
lang behaart. Kapsel eingesenkt oder über die Perichätialbll. etwas empor-
gehoben und mit gerade kegelig geschnübeltem Deckel. Peristom nur scheinbar
einfach; das innere Peristom auf eine nicht vortretende Basilürmembran
redusidrt; nur bei der exotischen Gattung Alsia aus lüngeren, knotigen, in
der Mittellinie durchbrochenen Fortsätzen gebildet. Äussere Peristomzähne
lineal-lanzettlich, bleich und dünn, innen mit nur wenig vortretenden Leisten.
— 305 —
1. Gatt. Leptodon’) Mohr 1803.
Liockerrasige, lebhaft bis dunkelgrüne, glanzlose Baum- und Fels-
bewohner mit holzigem, kriechendem, büschelig wurzelhaarigem Hauptstengel
und niederliegenden oder aufsteigenden, feucht flach ausgebreiteten, beim
Austrocknen aufsteigend sich einrollenden, einfach- oder doppelfieder-
ästigen, mit zahlreichen Paraphyllien besetzten sekundären Stengeln und
oft peitschenförmigen, kleinblütterigen Sprossen. Stengelquerschnitt oval. BII.
Sreihig, eirundlich oder kurz zungenförmig, 2furchig, stumpf und glatt, oder
schwach papillós. Blattzellen klein rundlich 4—6 seitig, nach der Mitte der
Basis zu, resp. neben der Rippe etwas länger, mehr oval oder kurz rektangulär.
Blüten 2häusig; die © nur an sekundären Stengeln, die 6 auch an deren
Ästen, beide meist mit langen Paraphysen. Kapsel gewöhnlich aufrecht und
regelmässig, kurzhalsig mit Luftraum und Spaltóffnungen, jedoch ohne Ring.
Peristomzähne 16, klein und bleich, lineal-lanzettlich, oben entfernt, unten
dichter gegliedert, bald ganz, bald an der Spitze gespalten oder zwischen den
Gliedern durchbrochen, fein papillös und innen mit kaum vortretenden Leisten.
Inneres Peristom nur angedeutet, resp. rudimentär.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr
1879 noch 7 bekannt, während bis jetzt schon mehr wie die doppelte Anzahl
beschrieben sind. Ihr sehr nahe stehen die ausländischen Gattungen Lasia (Fors-
stroemia Lindb.) und Alsia. Wegen ihres bleichen Peristoms werden diese 3 Gattungen
von Jaeger & S. noch zu den Leptodontaceen eingereiht, während Alsia nach seinem
Habitus schon mehr den Übergang zu den höher entwickelten baumartigen Moosen,
den Dendroideaceen bildet, Lasia aber von Kindberg zu den Üryphaeaceen
gestellt wird.
1. Leptodon Smithii (Dicks.) Mohr 1803.
Hypnum Dicks. 1789, Neckera bipinnata Schleich. 1821, Orthotrichum Brid. 1801,
Pterogonium Sw. 1801, Pilotrichum Pal. Beauv. 1805, Pterigynandrum Brid. 1806, Lasia
Brid. 1819, Neckera ©. Müll. 1850, Hookeria convoluta Spreng. 1827; ef. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 647.
Zweihäusig, in meist geschlechtlich getrennten Rasen, mit kleinen, bleichen,
knospenfórmigen 6 und grösseren, verlängerten, bleichen © Blüten. Innere
Hüllbll. aus eifórmiger Basis kürzer oder länger zugespitzt, die der S Blüte
ohne und die der o Blüte mit Rippe. Ausgedehnt lockerrasige am Umfang
kriechende, satt- bis dunkelgrüne, im Alter bräunliche, niedergedrückte,
glanzlose Pflanzen, deren Stengel und Aste in den Blattachseln büschelig mit
linealen Paraphyllien besetzt sind. Sekundäre Stengel aufsteigend, einfach
oder doppelfiederästig, trocken teilweise schneckenförmig eingerollt, mit oft
stolonenartig verlängerten, kleinblätterigen Asten. Bll. auf der Ober- und
Unterseite des Stengels anliegend und abwechselnd links und rechts geneigt,
die seitenständigen in derselben Ebene nach beiden Seiten weiter abstehend,
unsymmetrisch, aus etwas herablaufender Basis eifórmig oder kurz zungen-
fórmig und abgerundet, ganzrandig, an der Basis auf einer Seite eingeschlagen
1) Von Äezrös dünn und ۵0۶ Zahn.
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 20
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— 306 —
und mit über der Mitte verschwindender Rippe, nur die kleineren Bll. der
Flagellen rippenlos. Querschnitt der Rippe homogen. Blattzellen glatt, rundlich-
4—6seitig oder oval, 8—14 u, an der Basis neben der Rippe mehr kurz
rektangulär. BU. der Perichätialäste eilanzettlich, die inneren sehr verlängert,
röhrenförmig eingerollt, zugespitzt und mit dünner Rippe, von den langen,
geschlängelten, abwärts 2zellreihigen Haaren des Scheidchens
überragt. Haube lang seitlich aufgeschlitzt, kappenfórmig, fast bis zur
Urnenmitte reichend und mit aufrechten Haaren besetzt. Kapsel auf nur
2 mm langer, etwas gebogener Seta über die Perichätialbll. empor-
gehoben, oval oder verlängert ellipsoidiseh, kurzhalsig, gegen die Mündung
verengt, zuweilen schwach gekrümmt, dünnwandig und gelblich bis rötlichbraun,
mit kurz und scharf geschnäbeltem Deckel, entdeckelt unter der Mündung nicht
verengt, trocken gefurcht. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, kurz
rektängulär-6 seitig, in den Furchen etwas verbogen, am rotbraunen Urnenrand
in zahlreichen Reihen kleiner, rundlich-6 seitig bis querbreit und dickwandiger.
Peristomzähne schmal lineal-lanzettlich, an der Basis verschmolzen, bleich und
dicht papillös, in der Mitte stellenweise ritzenförmig durchbrochen. Inneres
Peristom kaum vortretend, sehr rudimentär und meist auf eine niedrige Membran
reduziert. Sporen 16—22 u, bräunlichgelb und gekörnelt. Reife im Frühjahr.
Br. eur. Vol. V, Tab. 439.
An den Stämmen älterer Bäume, sowie an Felsen und Mauern bis in 1500 m
im südlichen und südwestlichen Europa, besonders in den Ländern um das Mittel-
meer, aber auch noch in Holland und dem südlichen England, insbesondere auch
aus Kleinasien, Algier, Tunis, Süd-Amerika und Neu-Seeland bekannt. S. XXX, 1,
a und b) BlL, c) Perichätialast, d) Paraphyllien, e und f) Habitusbild, g) Peristom;
gez. nach von E. Levier und C. E. Correns in Italien ges. Expll.
i Var. filescens Renauld mit fadenförmig verlängerten, sich nicht einrollenden
Asten — in Kalkhóhlen der Basses-Alpes in 1400 m (non vidi).
2. Gruppe ۰
Sekundüre Stengel nicht kriechend, sondern aufgerichtet oder von der
Unterlage abstehend bis hüngend, einfach oder doppelfiederästig und mit ver-
verflachten Sprossen. Bll. mehr oder weniger deutlich in einer Ebene aus-
gebreitet, seitlich nach beiden Seiten abstehend, unsymmetrisch, eilanzettlich
bis zungenfórmig, sowohl ohne wie mit schwacher Rippe, ganzrandig oder klein
geságt, zugespitzt oder abgerundet und dann meist mit Spitzchen. Blattzellen
oben klein, rhombisch oder oval, abwärts mehr verlängert bis linear.
Haube kappenförmig oder etwas kegelig und einseitig gespalten, fast niemals
behaart. Kapsel eingesenkt oder emporgehoben und regelmässig, mit und
ohne Ring und mit kürzer oder länger geschnäbeltem Deckel. Peristom doppelt;
das äussere aus 16 lineal-lanzettlichen Zähnen gebildet, das innere mit kürzeren
oder längeren lanzettlichen bis fadenfórmigen Fortsützen auf niedriger Membran,
zuweilen nur rudimentür.
— 307 —
1. Gatt. Neckera') Hedw. 1782.
Mehr oder weniger glänzende, meist gelblich- bis bräunlichgrüne, locker
polsterförmige Baummoose oder Felsbewohner mit kriechendem, büschelig wurzel-
haarigem Hauptstengel, oft kleinblätterigen Stolonen und aufsteigenden oder
herabhängenden, einfach- oder doppel-fiederästigen sekundären ‚Stengeln,
mit oft peitschenartig verlängerten Ästen und fadenförmigen Ästchen,
zuweilen auch mit Paraphyllien. Normale Sprosse durch die Beblätterung
verflacht. Stengelquerschnitt oval, ohne Zentralstrang, mit getüpfeltem Grund-
gewebe und dickwandiger bis fast stereider Rindenschicht. Bll. der faden-
förmigen Sprosse kleiner, symmetrisch, eiförmig, hohl und rippenlos; normale
Laubbll. dagegen flach in einer Ebene ausgebreitet, 8reihig, auf der Ober-
und Unterseite dem Stengel locker oder dichter anliegend, die seitlichen
2zeilig abstehend, unsymmetrisch, aus kurz herablaufender, eiförmiger
Basis lanzettlich zugespitzt oder zungenförmig und abgerundet, oft mit kurzem
Spitzchen, meist querwellig, mit an der Basis an einer Seite eingeschlagenem
Rand, einschichtiger Lamina und zarter, kurzer, einfacher oder gabeliger Rippe,
seltener ohne Rippe. Blattzellen oben klein rhombisch oder rhomboidisch,
abwärts mehr linear, meist getüpfelt, nur in den Ecken der Basis klein
quadratisch. Blüten l- oder 2 häusig, mit fadenfórmigen Paraphysen. Innere
Perichätialbll. scheidig zusammengewickelt und sehr verlängert. Scheidchen
behaart: Haube dagegen kahl oder mit nur vereinzelten aufrechten Haaren
besetzt. Kapsel auf kürzerer oder längerer gelber Seta eingesenkt oder empor-
gehoben, regelmässig, ellipsoidisch, mit und ohne Luftraum und bezw. Spalt-
öffnungen, ohne Ring und mit aus kegeliger Basis schief geschnäbeltem,
glattrandigem Deckel. Peristomzähne lanzettlich-linealisch, meist glatt, aussen
an der Basis oft gestrichelt, auch zuweilen in der Mittellinie durchlöchert,
innen mit niedrigen Lamellen. Inneres Peristom mit meist viel kürzeren,
linealen, in der Kiellinie abwärts zuweilen durchbrochenen Fortsätzen auf
nichtvortretender Basilärmembran.
Ausländische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879
bereits 96 bekannt, deren Anzahl sich inzwischen noch sehr vermehrt hat, indem
bis jetzt schon über 160 Arten beschrieben sind.
A. Rhystophyllum C. M., resp. Ehrh.
Bll. querwellig.
a) Kapsel mehr oder weniger eingesenkt, meist ohne Luftraum und ohne
Spaltóffnungen. Cryptopodia (Röhl.) 1813.
| a. Mit Paraphyllien.
1. Neckera Menziesii Hook. 1828.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 648.
Zweihüusig. Blüten an den sekundüren Stengeln, die d jedoch auch
an der Basis der Äste. Gelblich- bis bräunlichgrüne, innen mehr rostfarbene,
1) Zu Ehren des 1793 zu Mannheim verstorbenen N. J. Necker von Hedvig benannt.
20
— 308 —
breitrasige, lockere Polster mit 10—20 em langen, entfernter oder dichter
fiederästigen, verflachten sekundären Stengeln, mit zahlreichen,” schmal
linealischen, verästelten Paraphyllien und fast durchaus zugespitzten,
teilweise flagellenförmig auslaufenden Asten, oder auch stengelständigen
Flagellen. Meistens sind nur die Sprossenden stumpf. Stengelquerschnitt mit
bis 5 Reihen dickwandiger gelber Rindenzellen, von denen die üusseren stereid
sind. Bll. 3—3,3 mm lang, aus etwas herablaufender, verbreiterter; an der
Insertion abgerundeter Basis lang zungenförmig, abgerundet oder sehr
kurz stumpflich zugespitzt, aufwärts mit 6—12 Querwellen, am Rand
nach der Spitze zu im oberen ولا undeutlich klein gesägt, an der Basis an
einer Seite breit eingeschlagen, an der anderen meist schmal zurückgebogen,
oder auch an beiden Seiten im Basalteil ófters mit schmal zurückgebogenem
Rande, mit dünner, bis über die Mitte reichender, an der Spitze zu-
weilen gabeliger Rippe. Blattzellen verdickt und durchaus bis zur Spitze
stark getüpfelt, in der Spitze schmal rhombisch, 9 u und 2—3 mal so lang,
abwärts länger und etwas schmäler, kurz wurmfórmig, 7—8 u und 4—6 mal
so lang als breit, an den Blattflügeln dagegen in mehreren Reihen kurz
rektangulär oder auch einzelne quadratisch und 10 u. Paraphyllien durch die
schwach vortretenden Zellscheidewünde weniger glatt als bei der folgenden
Art. Perichätialbll. lanzettlich, die inneren die Kapsel weit überragend, in
eine glatte oder schwach gezühnte Pfriemenspitze verlüngert und mit dünner,
weit vor der Spitze endender Rippe. Kapsel auf nur 1,2 mm langer, dem
mit nur wenigen Haaren besetzten Scheidchen gleichlanger Seta eingesenkt,
aufrecht, eilinglich bis lünglich-zylindrisch, hellbraun, resp. gelbbraun und rot-
mündig, mit schief geschnäbeltem Deckel, im Alter kastanienbraun. Epidermis-
zellen der Kapselwand rektangulär-6 seitig, mit stark verdiekten Längs-
wänden, sowie rundlichem Lumen infolge verdickter Ecken, am roten Urnenrand
in mehreren Reihen rundlich-6seitig. Peristomzühne aus breit lanzettlicher
Basis linealisch bis pfriemlich verschmälert, nicht durchbrochen, gelblich bis
orangefarben und gelblich gesäumt, nur schwach papilós, knotig gegliedert,
an der Basis aussen deutlich fein querstreifig. Fortsätze des inneren
Peristoms auf nur wenig vortretender Membran den äusseren Zähnen gleich-
lang, etwas papillös gekörnelt, schmal linealisch mit ausgeschweiften Rändern
und zwischen den Gliedern ritzenförmig durchbrochen. Sporen 10—16 u,
grünlichgelb und warzig-papillös.
An schattigen Felsen im Chamounixthale von P ayot steril aufgefunden, jedoch
bereits früher von Drummond an Wurzeln und Stämmen in den Rocky-Mountains
Nord-Amerikas entdeckt. S. XXXIII, 7, a) BL, b) Perichütialast, c) entdeckelte
Kapsel, d) kleineres Astbl, e) Habitusbild, f) stürker vergrösserte obere Zellen;
gez. nach einem Expl. von der Vancouver-Insel in Nord-Amerika, sowie nach von
Dr. Róll in Oregon ges. Expll.
: 2. Neckera turgida Jur. 1861.
N. Menziesii Milde 1869 und Jur. 1882, N. Menziesii B orientalis Hpe., N. Roeseana
C. M. in litt, N. Menz. var. furgida Mol, N. turgida f. minor Boul. 1884; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 649. :
— 309 —
Zweihäusig. Habituell an crispa erinnernde, sattgrüne oder dunkel-
grüne, innen rostbraune, niedergedrückte Polster mit einfachen oder geteilten,
bis über 10 cm langen, flachen, fiederästigen, gedunsen beblätterten
sekundären Stengeln und kurzen, meist stumpfen, nur teilweise mehr
peitschenförmig verlängerten, spitzen Ästen, mit zahlreichen Paraphyllien
und zuweilen fadenförmigen, kleinblätterigen Stolonen. Paraphyllien glatter
als bei voriger Art, mit nur selten etwas vortretenden Zellscheidewänden. Nur
die unteren Äste sind in der Regel spitzer oder peitschenförmig verlängert.
Bll. aus etwas herablaufender, weniger abgerundeter, mehr gerader
Basis gleichbreit zungenförmig, 2,5—2,7 mm lang, oben abgerundet oder
mit Spitzchen, tief querwellig, am Rand abwärts an einer Seite breit ein-
geschlagen, an der anderen meist nicht oder weniger umgebogen als bei
voriger Art, aufwärts bis über die Mitte herab ausgeschweift gezähnelt, mit ?/,
des Bl. durchlaufender einfacher Rippe. Blattzellen dickwandig und getüpfelt,
an der Spitze jedoch lockerer, schwächer getüpfelt und breiter und kürzer
als bei voriger Art, 10-14 u und nur 1'/, mal so lang als breit, mitten schmal
wurmförmig, 7—8 u, an den Ecken der Basis etwas erweitert, 12— 14 u,
rundlich-6seitig oder kurz rektangulär. Bll. der kleinblütterigen Sprosse rings
gezühnelt. Innere Perichätialbll. scheidig zusammengewickelt, die Kapsel weit
überragend, pfriemlich zugespitzt und entfernt gezühnelt. Scheidehen behaart.
Kapsel auf nur 1 mm langer Seta meist völlig eingesenkt, kurzhalsig, länglich
zylindrisch und gewöhnlich ohne Spaltóffnungen, mit aus kegeliger Basis dick
und schief geschnübeltem Deckel. Peristomzühne ühnlich wie bei voriger Art
aus breiter Basis linealiseh bis pfriemlich, gelbbraun, glatt, aussen unten
quer, aufwärts mehr schräg gestreift, nicht durchbrochen, an den Rändern
mit unregelmüssig buchtigem Saum. Inneres Peristom glatt, mit nicht oder
unmerklich vortretender Membran und den Zühnen fast gleichlangen, linealen,
in der Kiellinie hier und da ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen. Sporen
14—18 u, bleich und papillös.
An Felsen und Baumstämmen der Bergregion, an Basaltfelsen in der Rhön,
an Granit im Fichtelgebirge etc.; von Unger auf der Griechischen Insel Cephalonia
entdeckt. Nach der Rev. br. von 1898, S. 84 auch von Th. Herzog an der
Posthalde bei Freiburg im Breisgau cfr. aufgefunden. S. XXXIII, 6, a und b) ملظ
e und d) Paraphyllien, e) stärker vergrösserte Zellen der Blattspitze; gez. nach
einem von Geheeb in der Rhön ges. Expl. und f) Habitusbild nach einem
von Dr. Ascherson bei Olines, Flora Sardoa, an Kalkfelsen ges. Expl Die
Geheeb'sche Basaltpflanze hat aufwürts stumpfe, abwärts auch spitze Aste. Die
von Hartmann in Syrien ges. N. turgida erinnert nach dem Zellnetz der Blatt-
spitze schon mehr an die folgende Art, wührend sie habituell mit der von
Dr. Ascherson ges. Pflanze übereinstimmt.
3. Neckera mediterranea Philib. 1880.
N. turgida Boul. ex p. 1884; cf. Rbk Kr. Fl. IV, 2, S. 701 und N. turgida var. medi-
terranea Limpr. in litt. IV, 3, S. 805.
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— 310 —
Zweihäusig. Lockere, gelblich- oder freudiggrüne, innen rostfarbene
Polster mit bis 15 em langen, dicht regelmüssig gefiederten, etwas weniger
verflachten, mehr turgiden sekundüren Stengeln, mit langspitzigen oder
peitschenfórmigen Ästen, vielen fadenförmigen Ästchen und Flagellen,
sowie zahlreichen schlanken, verästelten Paraphyllien. Nur die Spross-
enden der sekundären Stengel sind stumpf und oft etwas rundlich beblättert.
Paraphyllien denen von N. Menziesü ähnlich, mit oft etwas vortretenden Zell-
scheidewünden. Bll. mehr die Mitte zwischen den beiden vorigen Arten haltend,
2,7—3,3 mm lang, zungenfórmig, abgerundet und mit Spitzchen oder nur
kurz zugespitzt, herablaufend, an der Basis meist etwas abgerundet, auf
eimer Seite eingeschlagen, auf der anderen schmal zurückgebogen, aufwürts
mit 3—4 Querwellen, naeh der Spitze zu gezühnelt, mit bis über die Mitte
reichender, */,— ?/ des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen mehr oder
weniger getüpfelt, in der Spitze unregelmässig, breit rhombisch und 9— 14 y,
teils schmal und doppelt so lang, teils kürzer und breiter, abwürts mehr linear
und 8 u, in den Ecken der Basis 10—12 u, quadratisch bis rundlich-6 seitig
und am Rand daselbst meist mit etwas vortretenden Zellscheidewänden.
Perichätialbll. scheidig eingerollt, lanzettlieh und langspitzig, mit die Spitze
fast erreichender Rippe, jedoch kaum länger als die Seta. Kapsel etwas
emporgehoben, verhältnismässig gross, mit lzellreihigem, am Deckel
hüngen bleibendem Ring. Peristomzähne blassgelb, kürzer und breiter als bei
turgida und spärlich perforiert. Inneres Peristom?
An beschatteten Kalkfelsen im südlichen Frankreich und in Algier. Habituell
der N. Menziesii sehr ähnlich, jedoch dichter gefiedert und mit zahlreicheren,
peitschenförmig verlängerten Ästen nebst dünnen Ästehen und Flagellen.
S. XXXIII, 8, a) Blattspitze, b) desgl. stärker vergrössert; gez. nach von Lisa
in Sardinien und von Philibert bei Baume in Frankreich (Provence) ges. Expll.
Steril sind vorstehende 3 Arten oft schwer von einander zu unterscheiden. Menziesü
hat an der Spitze schmälere, stärker getüpfelte Zellen, mediterranea aber zahl-
reichere dünne, flagellenartige Ástchen und findet sich vorzugsweise auf Kalk, auch
sind die Bll. dieser letzteren Pflanze oben oft weniger abgerundet, sondern nur
kurz zugespitzt.
4. Neckera jurassica Am. 1892.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 650.
Bis jetzt nur steril bekannt. Habituell an eine aufgerichtete forma
depauperata der beiden vorigen Arten erinnernde, fast polsterfórmige, gelblich-
bis blüulichgrüne, kaum glänzende, meist glanzlose, innen hell ockerfarbene
Rasen mit nur 3—4 cm langen, wiederholt geteilten Stengeln und krüftigen,
fast gleichhohen, aufrecht abstehenden, das Sprossende oft überragenden, |
stumpfliehen oberen und wenigen dünneren, spitzen unteren Asten, nebst
Flagellen aus den unteren Stammteilen. Stengel und Äste weniger verflacht
als bei den vorigen Arten und durch die etwas einseitig niedergebogenen Bll.
aufwärts mehr rundlich beblättert. Paraphyllien weniger zahlreich als
— 311 —
bei den vorhergehenden Arten, auch meist kleiner und einfacher, weniger ver-
zweigt. Bll. in der Form an diejenigen von N. turgida oder die Astbll. von
Menziesii (resp. an ein Porotrichum) erinnernd, jedoch kleiner als bei turgida
und nur wenig querwellig, die grósseren 1,5—1,8 mm lang, aus kaum ab-
gerundeter, nur wenig herablaufender ovaler Basis zungenförmig verschmälert,
stumpflich zugespitzt bis abgerundet, fast ganzrandig oder nur im oberen
ولا schwach gezähnelt, abwärts mit beiderseits schmal umgebogenem Rand und
meist einerseits vor demselben mit einer Falte, sowie mit kräftiger,
bis zur Mitte oder wenig darüber reichender Rippe. Blattzellen dickwandig
und getüpfelt, in der Blattspitze lockerer (ähnlich wie bei turgida), 14—16 u,
nach Limpr. selbst 18 u und nur 1Y, mal so lang, abwärts gegen die Mitte
rhombisch, 12 u und 2—3 mal so lang, gegen die Insertion schmäler, in der
Mitte der Blattbasis 9 u und 3—5 mal so lang, an den Ecken daselbst
quadratisch. Nähert sich nach Zellnetz und Blattform mehr der N. turgida
wie der mediterranea.
Von Meylan am Chasseron in 1500 m an Kalkfelsen entdeckt. S. XXXIII, 13,
a) Habitusbild; gez. nach einem von G. Colomb-Duplan am 17. Juli 1898 am
Chasseron auf Jurakalk in 1600 m ges. Expl (comm. Mónkemeyer) Die von
F. Müller im Nahethal ges. Pflanze stimmt hiermit nicht überein, sondern steht
der vorigen Art näher.
8) Ohne Paraphyllien.
5. Neckera pennata (L.) Hedw. 1792.
Fontinalis L. 1763, Hypnum Haller 1768, Weisia Schrank 1789, Pilotrichum Pal. Beauv.
1805, Cryptopodia Röhl. 1818, Daltonia Walk.-Arn. 1825, N. Distichia pennata Brid. 1827;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 651.
Einhäusig und meist reichlich fruchtend; die schlanken, knospen-
fórmigen d Blüten mit eilanzettlichen, rippenlosen Hüllbll., grossen, gelben
Antheridien und nur wenigen Paraphysen. Hellgrüne oder gelblichgrüne,
glünzende, flach polsterfórmige Rasen mit von der Unterlage steif abstehenden,
aufsteigenden oder etwas hüngenden, mit den Enden aufstrebenden, nicht ge-
teilten, zerstreut fiederüstigen, 5—10 cm langen, starren sekundüren Stengeln,
ohne Paraphylien und ohne flagellenartig verlängerte Aste, sowie nur selten
mit kleinblütterigen Sprossen. Aste und sekundäre Stengel sämtlich gleichbreit
und stumpf. Habituell zwischen pumila und erispa gleichsam in der Mitte
stehend. Bil. nur 2—2,5 mm lang, aus schmälerer Basis eifórmig oder breit
elliptisch und allmählich länger oder kürzer schief zugespitzt, von der
Mitte aufwärts klein gesägt oder fast ganzrandig und mit 3—5 schwachen
Querwellen, ohne Rippe oder mit nur angedeuteter, kurzer, gabeliger Rippe,
an der Basis an einer Seite mit eingeschlagenem Rand. Blattzellen schwach
getüpfelt, oben verlängert rhombisch, 7—8 u und meist 3 mal so lang als
breit, abwärts linear, 7—8 u und bis 10 mal so lang, an der Insertion gelb
und etwas kürzer und breiter, jedoch nur in den Ecken eine kleine Gruppe
TROMPE
— 312 —
rundlieh 4—6seitig und 10-14 u. Innere Perichütialbl. die Kapsel über-
ragend, verlängert lanzettlich und lang zugespitzt, ganzrandig und rippenlos
oder.mit kurzer, dünner Rippe. Haube klein, weisslich und kahl, kaum über
den Urnenrand herabreichend. Kapsel auf kaum 1 mm langer, von den Haaren
des Scheidchens umgebener Seta eingesenkt, eifórmig oder eilänglich, dünn-
wandig, gelblich- bis rótlichbraun, mit aus kegeliger Basis kurz geschnäbeltem
Deckel, ohne Spaltóffnungen. Sporensack der Kapselwand anliegend. Epidermis-
zellen der Kapselwand ziemlich dünnwandig und unregelmässig, am roten
Urnenrand dickwandiger, in zahlreichen Reihen rundlich-6 seitig bis abgeplattet.
Peristomzähne aus schmaler Basis lineal-pfriemenförmig, an der Spitze oft zu-
sammenhängend, hier und da in der Lüngslinie durchbrochen oder gespalten,
hellgelb und glatt, nur die unteren Glieder aussen quer- oder schrügstreifig.
Inneres Peristom rudimentär, mit kurzen, nur selten !/, Zahnhóhe erreichenden
Fortsützen auf nicht vortretender Basilärmembran. Sporen 15— 22 u, braun
und papillós. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 440.
In schattigen Wäldern, besonders an Buchen und Eichen von der Ebene bis
etwa 1300 m in Europa wie Nord-Amerika und fast über den ganzen Erdkreis
verbreitet, ausnahmsweise an Felsen, wie z. B. in der Drachenschlucht bei Eisenach.
S. XXX 5, a) BL, b) Kapsel mit Perichätialbll.; gez. nach dahier bei Laubach
gesammelten Expll.
Die von Schpr. hierzu als var. gezogene N. cephalonica Jur., welche
Dr. Unger auf Cephalonia gesammelt hat, soll nach Juratzka zweihüusig sein
und besitzt lockereres Blattzellnetz, sowie kleinere, in eine fast wimperig gezühnte
Pfriemenspitze verlängerte Bll. (non vidi).
6. Neckera oligocarpa Bruch 1849.
N. intermedia 'Theden., ۰ سین سیب Wahlenb. 1812 und N. pennata 8 tenera C. Müll.
1851; ef. Rbk. Ke FL IV, Nr. 652
Einhäusig; die 5 Blüten ähnlich wie bei Br Art, mit etwas kürzeren,
dieken Antheridien und zahlreichen Paraphysen. Habituell zwar an pennata
erinnernd, jedoch seltener und weniger zahlreich fruchtend, auch weicher,
kleiner, zarter und lebhaft grün, im Alter bleichgrün, mit dünnen
2- oder 3teiligen, ziemlich regelmässig fiederästigen sekundären Stengeln, ohne
Paraphyllien, sowie häufig mit wurzelnden, kleinblätterigen Flagellen
oder auch an der Spitze verdünnten Ästen. Bl. aus schmälerer Basis
eilänglich bis zungenförmig, meist plötzlich abgerundet und kurz zu-
gespitzt, 1,5—2 mm lang, an der Basis an einer Seite eingeschlagen, ober-
wärts tief querwellig, an der abgerundeten Spitze deutlich gezähnt, ohne
Rippe oder mit angedeuteter, kurzer, gabeliger Rippe. Blattzellen getüpfelt,
oben rhombisch, 9—10 u und 9-3 mal so lang, abwärts linear und meist
6—8 u, nur in den Ecken der Basis wenige Zellen kurz rektangulär-6 seitig
und 10—12 u. Innere Perichätialbll. die Kapsel nur wenig überragend,
rippenlos, etwas scheidig und ziemlich breit und kurz zugespitzt. Haube
kahl, nur wenig unter den Deckel herabreichend. Kapsel auf etwa 1 mm
Hu 24 us
langer, das Scheidchen an Länge übertreffender Seta eingesenkt, klein, oval,
gelblichbraun, ohne Spaltóffnungen, mit aus kegeliger Basis kurz und dick
geschnübeltem, orangegelbem Deckel, zur Reifezeit seitlich etwas vortretend,
entdeckelt gestutzt, nur 1,5 mm lang und rótlichbraun. Sporensack der Kapsel-
wand anliegend. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, etwas unregel-
mässig, am roten Urnenrand in mehreren Reihen abgeplattet. Peristomzähne
kürzer als bei voriger Art, aus schmaler Basis lineal-pfriemenfórmig, bleich
oder gelblich, meist nicht durchbrochen und glatt, die unteren Glieder nur
undeutlich quer- bis schrägstreifig. Inneres Peristom rudimentär, mit hier
und da angedeuteten, sehr kurzen, pfriemlichen Fortsätzen auf nicht vortreten-
der Basilärmembran. Sporen 16—21 oder 20—25 u, olivenbraun und fein
papillós. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. V, Tab. 441.
In Höhlungen und Felsspalten der zentralen Alpenkette über 1600 m, in
Steiermark und Tirol bis 2100 m, sowie im nördlichen Europa und Amerika verbreitet,
insbesondere in Norwegen, Schweden, Lappland, Kanada usw. S. XXXIII, 9, a) Bl,
b) Kapsel mit Perichütialbll; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt in Norwegen
ges. Expl.
- Eine zierliche, habituell an N. Besseri erinnernde, zarte Form mit teilweise
mehr allmählich zugespitzten, nur 1 mm langen Bll, welche Rabenhorst in
Sachsen sammelte, hat Warnstorf als N. Rabenhorstii bezeichnet (cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, 3, S. 805).
b) Kapsel über die Perichätialbll. emporgehoben, mit Luftraum und Spalt-
öffnungen. Eu-Neckera Limpr.
7. Neckera pumila Hedw. 1792.
Hypnum fontinaloides Lam. 1789, H. pumilum und Dicksoni Gmel. 1791, Pilotrichum
Pal. Beauv. 1805, N. Distichia pumila Brid. 1827, Neckera fontinaloides Lindb. 1879; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 653.
Zweihäusig. Etwas glänzende, lichtgrüne oder dunkelgrüne, unregel-
mässige, polsterfórmige, am Umfang niedergedrückte oder kriechende
Rasen mit 3—10 em langen, flatterigen, dicht fiederästigen sekundären Stengeln,
kurzen, stumpfen oder spitzen und selbst flagellenartig verlängerten Asten und
oft bulbillenartigen, zufadenförmigen, leicht abfallen den Astchen aus-
wachsenden Kurztrieben in den Achseln der Fiederbll, jedoch ohne
Paraphyllien. Bil. dicht gestellt, nur 1—1,5 mm lang, eilänglich, resp. aus
eifórmiger oder elliptischer Basis kurz zugespitzt, oder auch plótzlich in
eine lange, schmale, gezühnte Spitze ausgezogen (inbesondere bei den
Astbll.), oben mehr oder weniger querwellig, an der Basis an einer Seite ein-
geschlagen, an der anderen zurückgebogen, gegen die Spitze gesägt, ohne
Rippe oder mit undeutlicher gabeliger Rippe. Blattzellen nicht getüpfelt,
oben rhombisch und oval, 8—9 u und je nach der Form des Bl. kürzer oder
länger, abwärts mehr linear und sehr eng, 6 u und meist nur 5—6 mal so lang, an
der Insertion gelblich und getüpfelt, in den Ecken daselbst nur wenige quadratisch,
10 u und gelblich. Innere Perichátialbll scheidig, aufrecht, lanzettlich verlängert
und lang zugespitzt. Haube kahl, bis fast zur Urnenmitte reichend; Scheidchen
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— 314 —
dagegen behaart. Kapsel auf 3—5 mm langer, dünner Seta emporgehoben,
eiförmig oder ellipsoidisch, gelbrot, mit aus kegelförmiger Basis kurz und
schief geschnäbeltem, rotem Deckel, trocken unter der Mündung etwas verengt,
zuletzt rótlichbraun. Spaltöffnungen klein und spärlich an der Basis des
kurzen Halses. Epidermiszellen der Kapselwand mit stärker verdickten, ziemlich
geraden Längswänden, am Urnenrand nur wenige Reihen rundlich-6 seitig oder
auch etwas abgeplattet und gelbwandig, nicht rot. Peristomzähne lineal-lanzettlich,
bleich oder gelblich bis hell rostfarben, schwach warzig-papillös und mit
dickerem Rand, nicht gestrichelt und nicht durchbrochen, mit nach innen
vorspringenden breiten Querleisten. Inneres Peristom mit oft fast gleichlangen,
knotigen, fadenförmigen, abwärts gekielten Fortsätzen auf etwas vortretender
kielfaltiger Basilärmembran. Sporen 16——20 u, gelbbrüunlich und papillös.
Reife im Frühjahr, mitunter schon im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 442.
An Baumstümmen, besonders in geschlossenen Buchen- und Nadelholzbestünden,
von der Ebene durch die Bergregion bis in die Alpenthüler in 1200—1900 m
zerstreut, in Europa wie in Nord-Amerika, jedoch seltener fruchtend; von Lightfoot
in England entdeckt, wird jedoch auch schon von Dillen in der Hist. musc. von
1741 erwähnt. Fehlt in Ost- und Westpreussen. S. XXXIII, 10, a) Bl, b) Astbl.,
c) trockene, d) frische Kapsel, f und g) stürker vergrósserte mittlere und obere
Blattzellen; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. Philippeana Milde = N, Philippeana Br. eur. mit stärker querwelligen,
in eine geschlängelte, längere Spitze ausgezogenen Bll in mehr lichtgrünen, etwas
glänzenden, niederliegenden bis kriechenden sterilen Rasen — hier und da mit der
Normalform, z. B. dahier bei Laubach, jedoch seltener. S. XXXIII, 10, e) Stengelbl.;
gez. nach einem dahier bei Laubach ges. Expl.
8. Neckera crispa (L.) Hedw. 1782.
Hypnum L. 1753, Rhystophyllum Ehrh. 1788, Leskea Schrank 1792, N. Distichia
crispa Brid. 1827; ef. Rbh, Kr. Fl. IV, Nr. 654.
Zweihäusig und meist gemischtrasig. Gelblich- bis bräunlichgrüne,
lebhaft glänzende, stattliche, kräftige, oft sehr ausgedehnte, locker polster-
förmige Rasen mit 10—30 cm langen, geteilten, hängenden oder zu innen
rostbraunen Polstern vereinten, ungleichen, mehr oder weniger dicht fiederästigen
sekundären Stengeln, mit stumpfen oder allmählich verschmälerten, sehr selten
flagellenartigen Asten und ohne Paraphyllien. Bil. aus breit eiförmiger oder
elliptischer Basis zungenförmig verlängert und plötzlich zugespitzt,
3,5-—4,5 mm lang, mit 4—7 halbkreisförmigen Querwellen, am Rand an
der Basis an einer Seite eingeschlagen, ganzrandig oder nach der Spitze zu
undeutlich gesägt, ohne Rippe oder mit undeutlicher, angedeuteter, kurz gabeliger
ippe. Blattzellen etwas derbwandig, oben rhombisch-oval bis spindelförmig,
9—10 u und meist 2—3 mal so lang, abwärts linear mit etwas knotigen Wänden
und selbst bis 10 mal so lang, an der Insertion gelblich und stark getüpfelt,
.. àn den meist etwas abgerundeten Ecken der Basis in grosser Anzahl oval oder
rundlich-6 seitig und 10—14 u. Innere Perichätialbll. scheidig. Haube bis zur
— 315 —
Urnenmitte reichend, anfangs mit vereinzelten aufrechten Haaren besetzt,
später kahl; das lange zylindrische Scheidchen dagegen mit langen, verbogenen
Haaren. Kapsel auf 8—12 mm langer, gelblicher bis rótlicher Seta empor-
gehoben, eifórmig oder ellipsoidisch, kurzhalsig, hell gelbrótlich, mit aus kegeliger
Basis lang pfriemlich geschnübeltem Deckel von mindestens halber Urnenlänge,
trocken unter der Mündung etwas verengt und zuletzt rotbraun. Spaltöffnungen
klein, an der Basis des Halses. Sporensack kurz gestielt und rings von einem
Luftraum umgeben. Epidermiszellen der Kapselwand unregelmässig mit gebogenen
Wänden und sehr stark verdickten Lüngswünden, abwärts meist kurz
rektangulär, am Urnenrand mehrere Reihen rundlich-6seitig. Peristomzähne
schmal lineal-lanzettlich bis pfriemlich, gelbbräunlich, an den unteren Gliedern
aussen quer- und darüber schrägstreifig, oben glatt. Inneres Peristom mit
kürzeren, noch nicht die halbe Zahnhöhe erreichenden, hyalinen Fortsätzen auf
niedriger kielfaltiger Basilärmembran. Sporen 14—22 u, bräunlich und papillös.
Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 443.
An Waldbäumen und Felsen jeder Art, auf Kalk oft in Massenvegetation, von
der Ebene bis in die Voralpen in 2000 und selbst 2500 m, in Europa wie in
Nord-Amerika; war schon Dillen am Hangenstein bei Giessen bekannt. S. XXXIII, 11,
a) Bl, b) Kapsel, c und d) stärker vergrösserte mittlere und obere Blattzellen;
gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. Die Blattzellen sind in der Spitze denen
von Menziesii ähnlich, jedoch weniger stark getüpfelt.
ar. faleata Boul. mit kürzeren, an der Spitze hakig eingebogenen Ästen
und hohlen, sichelfórmig-einseitswendigen, weniger querwelligen Bll. — an trockneren,
sonnigen Felsen.
B. Leiophyllum C. M.
Blütter nicht querwellig, sondern glatt.
9. Neckera complanata (L.) Hüben. 1833.
Hypnum L. 1768, Hypnum ornithopodioides Scop. 1760, Leskea Hedw. 1782, Leskea
Omalia complanata Brid. 1827, Homalia De Not. 1869; cf. Ebb. Kr. Fl. IV, Nr. 655.
Zweihüusig. Bleich- oder lebhaftgrüne, seidenglünzende, locker polster-
fórmige Rasen mit 10-15 cm langen, kurz fiederästigen, niedergedrückten oder
hängenden sekundären Stengeln, mit oft peitschenförmig verlängerten Asten
und vielen fadenförmigen Sprossen an sterilen Pflanzen; an den Astgabeln
auch mit spärlichen, meist schon früh abfallenden, zuweilen gezähnten
Paraphyllien. Bil. flach ausgebreitet, nicht querwellig, aus eiförmiger
oder breit elliptischer, zuweilen etwas herablaufender Basis zungenförmig ver-
längert, abgerundet und plötzlich sehr kurz zugespitzt, resp. mit kleinem,
aufgesetztem Spitzchen, 2—2,5 mm lang, an der Basis an einer Seite eingeschlagen,
gegen die Spitze oft gezähnelt, ohne Rippe oder mit angedeuteter, einfacher
oder gabeliger, sehr kurzer Rippe. Bil. der Flagellen mehr eilanzettlich.
Blattzellen aufwärts nicht getüpfelt, oben ziemlich regelmässig rhombisch, bis
10 u, nur im Spitzchen etwas schmäler und bis 3 mal so lang, abwärts allmählich
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linear, 7 u und bis 7 mal so lang als breit, an der Insertion und insbesondere
in den Ecken der Basis breiter, bis 15 u, oval bis rundlich, getüpfelt und
gelblich. Innere Perichätialbll. verlängert und scheidig. Haube oft bis über
die Kapselmitte reichend, kahl oder mit vereinzelten aufrechten Haaren besetzt:
das Scheidehen dagegen dicht behaart. Kapsel auf 7—10 mm langer, gelber,
oben rötlicher Seta weit über die Perichütialbll emporgehoben,
ellipsoidiseh, gelbrótlich bis fast rostfarben, mit verschmülertem Hals und schmalem,
aus kegeliger Basis lang und dünn geschnübeltem Deckel von mindestens halber
Urnenlünge. Spaltöffnungen klein, an der Basis des Halses. Sporensack klein
und rings von einem Luftraum umgeben. Epidermiszellen der Kapselwand
verlängert rektangulür, mit geraden, etwas buchtig verdickten Längswänden,
am Urnenrand mehrere Reihen kleiner, rundlich-6 seitig bis abgeplattet. Peristom-
zähne aus breiter Basis sehr lang und schmal linealisch, hellgelb, nicht durch-
brochen, nur sehr fein punktiert, an der Basis aussen undeutlich gestrichelt.
Inneres Peristom mit kurzen, lanzettlichen, an der Basis ritzenfórmig durch-
brochenen hyalinen Fortsätzen von höchstens !,— |, Zahnhöhe auf sehr niedriger
Basilärmembran. Sporen 15—18 oder 18—25 u, grünlichgelb und fein punktiert
oder papillós. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 444.
An Baumstämmen schattiger Waldungen und an Felsen, insbesondere an Buchen
und auf Kalk, von der Ebene durch die Bergregion in 1600 m allgemein verbreitet,
in Europa und Algier wie in Nord-Amerika, jedoch selten fruchtend; war schon
Dillen 1718 um Giessen bekannt. S. XXXIII, 12, a) Bl, b) Kapsel, c) Peristom,
d) stürker vergrósserte obere Blattzellen, e) Astknospe mit Paraphyllien; gez. nach
dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. longifolia Schpr. mit minder ästigen, sehr verlängerten sekundären
Stengeln und zungenförmig verlängerten, allmählich zugespitzten Bll — an den
Asten der Bäume geschlossener, schattiger Waldungen;
var. tenella Schpr. eine zarte, meist kriechende Form mit sehr kleinen, fast
verkehrt-eifórmigen, kurz zugespitzten Bll. — an überhängenden schattigen Kalk-
wänden (S. XXXIII, 2 Bl); gez. nach von E. Collinder in Skandinavien ges. Expll.
Var. secunda Gravet. — v. faleata Warnst. mit hohlen, mehr oder minder
einseitswendigen Bll. — an trockneren, sonnigen Kalkfelsen.
E erg führt N. tenella in Skandin. Bladmossflora unter Nr. 21 als besondere
auf.
10. Neckera Besseri (Lob.) Jur. 1860.
Omalia Lobarz. 1847, N. leiophylla Gümbel 1850, N. Sendtneriana Br. eur. 1850,
N. eomplanata v. obtusa Lindb. 1870, Omalia Sendtneriana Schpr. 1856, Homalia Pourretiana
Roumeg. 1870; cf. Rbh. Kr. Fi. IV, Nr. 656.
Zweihäusig; die Ğ wie و Blüten mit zahlreichen langen, hyalinen Para-
physen. Kleiner und zarter als vorige Art, in gelblich- oder bleichgrünen, weniger
glänzenden, im Alter brüunlichen Rasen mit nur 2—8 cm langen, unregelmässig
fiederästigen sekundären Stengeln und kurzen, oft peitschenförmig verlängerten
Asten oder auch fadenförmigen Sprossen, an den Astgabeln mit linealischen
Paraphyllien. . Bl. klein, nur 1—1,5 mm lang, aus herablaufender, schmaler
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Basis verkehrt eilänglich oder schief zungenförmig, abgerundet, mit minimalem
Spitzchen oder stumpf, ganzrandig oder an der Spitze undeutlich gezähnelt,
an der Basis an einer Seite eingeschlagen, ohne Rippe oder auch mit kurzer,
einfacher oder doppelter undeutlicher Rippe. Blattzellen im Allgemeinen
kürzer und breiter als bei voriger Art, meist 9—10 u, aufwärts rhombisch
oder rundlich-oval und selbst 12 u, abwärts rhomboidisch oder etwas spindel-
förmig und höchstens 2—3 mal so lang als breit, in den Ecken der Basis
rundlich oder oval und deutlich getüpfelt, jedoch nicht breiter. Innere
Perichätialbll. hohl und scheidig, kurz und stumpflich zugespitzt. Haube kahl,
bis weit über die Urnenmitte reichend. Kapsel auf bleicher, oben rötlicher,
bis 8 mm langer Seta über die Perichätialbll. emporgehoben, ellipsoidisch,
schwach gekrümmt, gelblich bis rötlichbraun, mit dünn geschnäbeltem Deckel
von halber Urnenlänge. Peristomzähne ähnlich wie bei N. complanata; das
innere Peristom jedoch weniger entwickelt, mit sehr hinfälligen, kurzen Fortsätzen
auf kaum vortretender Basilärmembran. Sporen 13—15 u, rostbräunlich und
fein punktiert. Reife im zeitigen Frühjahr. Br. eur. Vol. V. Tab. 445
An schattigen kalkhaltigen Felsen oder auch an Baumstämmen im südlichen
Europa von 300— 1900 m, besonders in schattigen Schluchten; von O. Sendtner
in den julischen Alpen 1838 entdeckt. S8. XXXIII, 3, a) Bl.; gez. nach einem von
J. Breidler in Steiermark ges. Expl. und b) desgl. gez. nach einem von Herter
bei Bozen ges. Expl.
Var. rotundifolia Molendo = ۵ rotundifolia Hartm., eine forma
tenella in zierlichen, brüunlichen Räschen mit kürzeren, rundlichen Bll. und runden
oder ovalen Blattzellen — nicht nur im Süden, sondern nach Schpr. auch bei Sala
in Schweden in Kalkhöhlen.
N. Besseri macht im Allgemeinen den Eindruck einer zarten Kalkform der
vorigen Art, von deren var. tenella sie sich namentlich durch abgerundete Bll. und
kürzeres Zellnetz unterscheidet.
2. Gatt. Homalia') (Brid.) Br. eur. 1850.
Glänzende, mehr oder weniger niedergedrückt-polsterförmige Baum-
moose oder Erd- und Felsbewohner mit kriechendem, wurzelndem Hauptstengel,
zahlreichen Stolonen, nicht fiederig, sondern unregelmüssig entfernt ver-
üstelten, von der Unterlage niedergebogen-abstehenden, flach beblätterten,
mehrfach gabelig geteilten sekundären Stengeln und flachen, stumpfen, nie
flagellenartig verlängerten Ästen, ohne Paraphyllien und in der Regel auch
ohne Flagellen. Stengelquerschnitt oval, ohne Zentralstrang. Sämtliche 1,
seitlich abstehend, trocken niedergebogen, unsymmetrisch, schief zungen-
förmig oder messerförmig, nicht querwellig, flach, an einer Seite an der Basis
eingeschlagen, mit zarter, nicht auslaufender, oft kurzer bis fast verschwinden-
der, meist einfacher Rippe. Blattzellen klein, nicht getüpfelt, oben rhombisch
oder rundlich-6 seitig, abwärts allmählich mehr rhomboidisch bis verlängert-
1) Von öuekos eben, flach, glatt, wegen der zweizeiligen Beblätterung.
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— 318 —
6seitig, an der Basis etwas enger, fast linear, nur in den Ecken mehr oval
bis quadratisch. Blüten ein- und zweihäusig. Perichätialbll. kurz scheidig.
Haube kappenförmig und kahl; Scheidchen kurz behaart. Kapsel auf ver-
längerter Seta aufrecht oder etwas geneigt, symmetrisch, mit schief geschnäbeltem
Deckel und 2reihigem Ring, sowie mit Luftraum und Spaltöffnungen am
Halse. Peristomzähne 16, lineal-lanzettlich und gesäumt, aussen querstreifig,
innen mit Lamellen. Inneres Peristom mit lineal-lanzettlichen, in der Kiel-
linie ritzenfórmig durchbrochenen, den Zähnen gleichlan gen Fortsätzen und
meist nur rudimentären Wimpern auf kielfaltiger Membran von etwa
V, Zahnhöhe.
Nach dem Peristom schliesst sich diese Gattung schon mehr an die Hypna
an. Aussereuropäische Arten derselben waren nach J aeger & S. bis zum Jahr
1879 noch 42 bekannt, während bis jetzt schon gegen 60 beschrieben sind. Sie
sind mehr Bewohner der wärmeren Zonen.
l. Homalia trichomanoides (Schreb.) Br. eur. 1850.
Hypnum Schreb. 1771, H. complanatum 8 obtusum Ehrh. 1780, Leskia Leyss. 1783,
Fuscina Schrank 1789, Leskia Omalia trichomanoides Brid. 1827, Neckera Hartm. 1849; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 657
Binhäusig; die knospenfórmigen d Blüten mit eilanzettlichen, rippen-
losen inneren Hüllbll. und langen fadenfórmigen Paraphysen. ' Habituell etwas
an Lebermoose erinnernde, gelblich- bis dunkelgrüne, ausgebreitete, nieder-
gedrückt polsterförmige, stark glänzende Rasen mit 2—5 cm langen, auf-
steigenden, oder aus abstehender Basis niedergebogenen, unregelmässig
geteilten sekundären Stengeln und flach-konvexen, gleichbreiten, stumpflichen
Asten. Bll. gedrängt 2 seitig abstehend, flach ausgebreitet, trocken abwärts
gebogen, unsymmetrisch, 1,8—2 mm lang, aus herablaufender, etwas schmälerer
Basis zungenförmig oder breit messerförmig, kurz zugespitzt oder abgerundet
und mit kurzem Spitzchen versehen, an der Basis auf einer Seite am Rand
eingeschlagen, von der Mitte aufwärts fein ausgefressen-gezähnt und
mit dünner, bis zur Mitte reichender Rippe, seltener ohne Rippe oder
mit kurzer Doppelrippe. Blattzellen nicht getüpfelt, oben rhombisch und
rundlich-6 seitig, bis 10 u, abwärts mehr verlängert-6 seitig bis fast linear, 7 u
und bis 7 mal so lang als breit, am Rand kürzer, in den Ecken der Basis
‚wenige Zellen schwach getüpfelt, quadratisch oder oval und 15 u. Innere
Perichätialbll. scheidig und zugespitzt. Kapsel auf 1-9 cm langer, roter,
rechts gedrehter Seta aufrecht oder etwas geneigt, symmetrisch, ellipsoidisch
bis fast zylindrisch, gelblichbraun bis braunrot, mit aus kegeliger Basis schief
geschnübeltem Deckel von fast Urnenlänge und 2—3 reihigem, in einzelnen
Zellen sich ablósendem, kleinzelligem Ring, im Alter etwas gebogen. Epidermis-
zellen der Kapselwand vorzugsweise oval-6 seitig mit meist etwas stürker ver-
dickten Ecken und Längswänden, am Urnenrand kürzer und mehr rundlich-
6 seitig. Peristomzühne tief inseriert, aus breiter Basis lineal-lanzettlich bis
pfriemlich, breit gesáumt, aufwärts etwas knotig und papillös, abwärts aussen
س 319 —
mit quergestreiften Dorsalfeldern, innen mit bis 36 Lamellen. Membran
des inneren Peristoms gelb, von !/, Zahnhöhe, mit langen, die Zähne oft noch
überragenden, in der Kiellinie ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und
rudimentüren (oft fehlenden), kurzen, hinfälligen Wimpern. Sporen 10—15 u,
bräunlich und fein gekörnelt, fast glatt. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. V,
Tab. 446.
Am Fusse schattiger Waldbüume, an Baumwurzeln, an feuchten Felsen und
Steinen oder auch in Waldschluchten auf feuchter, steiniger, kalkarmer Erde, durch
die niedere Bergregion Europas bis 1000 m sehr verbreitet und nur ausnahmsweise
bis 1400 m aufsteigend, seltener im Norden, in Norwegen, Schweden und Finnland;
von Schreber bei Leipzig entdeckt. S. XXXII, 4, a und b) Bll, c) Kapsel,
d) Peristom; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expl. Auch aus Nord-Amerika
und China bekannt, sowie im Jeniseithale Sibiriens nach Arnell in der Wald-
region häufig.
Var. arbuscula Rth., eine der Neckera Besseri sehr ähnliche Form in
lockeren, von senkrechten Basaltfelsen horizontal abstehenden Rasen mit Neigung
zur Flagellenbildung und kräftigerer, °/,—*/, der Laubbll. durchlaufender Rippe —
an Basaltfelsen des „Hohen Rain“ am bii dahier bei Laubac
2. Homalia lusitanica Schpr. 1856.
Omalia trichomanoides var. Mitten; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 658.
Zweihäusig. Stark glänzende, gelblich- bis freudiggrüne Rasen mit
wiederholt gabelig geteilten, unregelmässig verästelten sekundären Stengeln
und flachen, weniger konvexen, stumpfen Asten. Bil. feucht wie trocken
zweiseitig flach ausgebreitet, unsymmetrisch, aus schmälerer, mehr oder
weniger herablaufender Basis fast verkehrt-eiförmig bis breit spatelförmig, an
der abgerundeten Spitze sägezähnig, grob ausgerandet-gezähnt, nach der
Basis zu an einer Seite am Rande eingeschlagen, mit ziemlich kräftiger Rippe
von پاش و" Blattlänge. Blattzellen am Ende der Rippe rhombisch-6 seitig,
8 u und 2—3 mal so lang als breit, nach der Spitze zu kürzer, mehr rhombisch
und bis 10 u, abwärts allmählich mehr linear und etwas schmäler als bei
voriger Art, nur 6—8 u, an den herablaufenden Ecken der Basis wieder kürzer
6seitig. Kapsel auf 1—1,5 cm langer Seta geneigt, symmetrisch, gelbrötlich
bis bräunlich, eilänglich, trocken mehr gekrümmt als bei voriger Art, fast
hochrückig und unter der weiten Mündung etwas verengt, am Urnenrand in
schmalem Streifen dunkelrot. Peristom etwas kräftiger als bei voriger Art,
insbesondere die Membran des inneren höher, mit unten breiteren Fortsätzen und
vollständigen, knotigen Wimpern. Sporen grünlichgelb, 10—13 u und sehr
fein gekörnelt, fast glatt. Reife im Februar.
An feuchten, schattigen Kalkfelsen und am Fusse alter Dinna s in den Ländern
um das Mittelländische Meer; von Welwitsch 1847 in Lusitanien zuerst gesammelt.
S. XXXIII, 1, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach von A. Bottini ges. Expll., die
Kapsel nach einem von M. Fleischer bei Rapallo in Ligurien an schattigen Kalk-
felsen ges. Expl.
— 3820 —
Fam. XXXVI. Hookeriaceae Br. eur.
Pterygophyllaceae Lindb.
Habituell durch die meist verflachte Beblütterung an die Neckeraceen
sich anschliessende, Schatten und Feuchtigkeit liebende Waldmoose in lockeren,
weichen, meist glünzenden Rasen mit wurzelhaarigen, zerstreut verüstelten,
niedergestreckten Stengeln und mehr oder weniger aufgerichteten, nie flagellen-
artigen Ästen, ohne Stolonen und ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt je
nach der Beblütterung oval oder rundlich-kantig, mit und ohne Zentralstrang.
Bll. teils scheinbar zweiseitig flach aufrecht abstehend, eirund bis
zungenförmig oder fast kreisrund, teils allseitig aufrecht abstehend und
alsdann schmäler, mehr lanzettlich, jedoch sämtlich weder querwellig noch
lüngsfaltig. Blattzellen meist Mnium-artig, sehr locker, durchscheinend und
bei den Europäischen Arten glatt, vorzugsweise prosenchymatisch, rundlich
oder länglich-6seitig bis rhombisch. Blüten stengel- und astständig, das
Perichätium kurz und wurzelnd, mit nur wenigen nicht scheidigen Hüllbll.
Haube kegel- oder mützenförmig, glatt, papillós oder behaart, an der
Basis gelappt oder gewimpert; das Scheidchen dagegen meist nackt, kurz,
dick und fleischig. Kapsel auf verlüngerter, oft gekniet aufsteigender,
glatter oder rauher Seta geneigt oder horizontal, meist regelmässig, aussen
glatt oder rauh, mit in der Regel gerade geschnübeltem Deckel, gestieltem,
von Luftraum umgebenem Sporensack und phaneroporen, 2—4 zelligen Spalt-
öffnungen am Halse, teils mit, teils ohne Ring. Peristom doppelt, ähnlich
wie bei den Hypnaceen. Aussere Peristomzähne mit lanzettlichen, nach
dem Typus der Diplolepideen gebauten Zähnen, entweder ganz oder die äussere
Schicht in der Mittellinie abwärts klaffend gespalten. Inneres Peristom aus
einer kielfaltigen Membran mit Fortsätzen gebildet, teils ohne, teils mit
rudimentären Wimpern.
Eine vorzugsweise exotische Arten der wärmeren Zonen enthaltende, sehr grosse
Familie, die sich nach Jaeger & 8. in 3 Gruppen trennt, nämlich in die
Pterygophylleae oder Hookerieae mit 14 Gattungen, die ZLepidopileae mit
4 Gattungen und die Mniadelpheae oder Daltonieae mit 2 Gattungen. Den durch
Schimper so sehr eingebürgerten kurzen Namen Hookeria nach Limpricht ganz
fallen zu lassen und dafür Cyclodictyon und Amblytropis Mitt. einzuführen, scheint
mir kein genügender Grund vorhanden zu sein. Nach Jaeger & S. waren bis
zum Jahr 1879 bereits 39 ausländische‘ Arten der Gattung Daltonia, 16 der
Gattung Pterygophyllum und 59 ausländische Hookeria-Arten bekannt. Die unter
den Hookerieen daselbst aufgeführten Gattungen Hookeriopsis und Hypnella besitzen
je 1 oder 3—4 aneinander gereihte Papillen auf dem Lumen der Zellen.
1. Gruppe Hookerieae Schpr.
Pterygophylleae Lindb.
ue Meist krüftigere, niederliegend lockerrasige Pflanzen mit unregelmässig
verästelten, verflacht beblütterten Stengeln. Stengelquerschnitt oval. B
— 321 —
mehr oder weniger in derselben Ebene scheinbar 2zeilig flach aufrecht ab-
stehend, eirund bis zungenfórmig oder fast kreisrund, stumpf oder zugespitzt,
meist mit Doppelrippe, seltener mit einfacher, aufwürts gegabelter, oder ohne
Rippe. Blattzellen sehr locker, vorzugsweise rundlich oder rhombisch- bis
rektangulär-6 seitig, ähnlich wie bei den Mniacen. Haube mützenförmig
und glatt, die Kapsel ganz oder nur teilweise einhüllend, an der Basis mehr
oder weniger gelappt bis fast ganzrandig.
1. Gatt. Pterygophyllum ) Brid. 1819.
Kräftige, glänzende, scheinbar saftige Pflanzen in niedergedrückten, bleich
gelbgrünen bis sattgrünen Rasen mit scheinbar 2zeilig verflacht beblätterten
Stengeln und ähnlichen, an der Basis mit hellen Wurzelhaaren besetzten
Ästen. Bil. auf der Ober- und Unterseite schief nach beiden Seiten
gerichtet, dachziegelig anliegend, die seitlichen in einer horizon-
talen Ebene weiter abstehend, glatt und glänzend, eirund oder elliptisch,
stumpf oder zugespitzt, ganzrandig und ohne Rippe oder auch mit einfacher,
aufwärts gegabelter Rippe (exotisches Subg. Chylophylium). Blattzellen fast
gleichförmig, sehr locker, meist breit prosenchymatisch-6 seitig, resp. kurz
rhombisch-6seitig, an der Basis mehr rektangulär-6seitig. Blüten der Europäischen
Art einhäusig, das Perichätium an der Basis wurzelnd, klein, mit nur wenigen
lanzettlichen Bl. Haube kegel-mützenförmig, an der Basis kurz gelappt.
Kapsel derbwandig und braun, zuletzt fast schwarz.
1. Pterygophyllum lucens (L.) Brid. 1819.
Hypnum L. 1753, Leskea Moench 1794, Hookeria Sm. 1808; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 659.
Einhüusig. Blüten ast- und stengelständig, die 6 mit kurzen, dicken
Antheridien und nur 3 gliederigen, kurzen, keuligen Paraphysen. Ausgedehnte,
niedergedrückte, saftig glänzende, grüne, trocken bleichgrüne Rasen mit 3—6
und selbst 10 cm langen, oft bis 1 cm breit verflacht beblätterten, un-
regelmässig verästelten Stengeln. Stengelquerschnitt oval mit rötlichem
Zentralstrang; das Grundgewebe desselben mit oval getüpfelten Längswänden
und siebplattenartigen Querwänden. Bil. 5reihig, die unteren klein und fast
kreisrund, die oberen etwa 6 mm lang und über 3 mm breit, mehr eirundlich,
resp. aus kurz herablaufender, sehr enger Basis breit eifórmig bis elliptisch,
stumpf, flach und ganzrandig und durch mehr rhomboidische bis fast
rektangulüre, aufwärts weitere Zellen scheinbar و Alle übrigen
Blattzellen rhombisch- bis rhomboidisch-6 seitig, über 30 u, dünnwandig und
getüpfelt. Perichätialbll. klein und zart, schmal elliptisch verlängert bis
lanzettlich. Haube kaum über den Kapseldeckel reichend, kegel-mützenförmig,
bleich und an der Basis etwas gelappt. Scheidchen kurz und mit vereinzelten
Paraphysen. Kapsel auf 1—2 cm langer, dicker, gelbroter, unten geknieter,
1) Von zrepv& Flügel und gíA4o» Blatt wegen der flügelartigen, zweiseitigen, flachen
Beblätterung.
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 21
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oben mehr gebogener, glatter Seta geneigt oder horizontal, aus kurzem Halse
oval, braun und derbwandig, mit gelbem, kegelig geschnübeltem Deckel und
grosszelligem, mit dem Deckel sich ablósendem Ring, trocken unter der weiten
Mündung etwas verengt und zuletzt fast schwarz. Zellen der Kapselwand
locker rundlich-6seitig und stark kollenchymatisch verdickt, jedoch nicht
hóckerig, um die Mündung kleiner und dünnwandiger, an der Basis des Halses
mit 2zelligen Spaltóffnungen. Peristomzähne ganz, breit lanzettlich pfriemen-
fórmig, abwürts gelbrot, aussen fein querstreifig, dicht gegliedert und zart
hell gesäumt, oben gelblich und papillós, innen mit zahlreichen niedrigen
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/,—!/, Zahnhóhe, mit lineal-
lanzettlichen, pfriemlich zugespitzten, in der Kiellinie ritzenfórmig durchbrochenen
Fortsätzen, jedoch ohne Wimpern. Sporen 12—16 u, olivenbräunlich und
fast glatt. Reife im Spätherbst. Br. eur. Vol. V, Tab. 448.
An Bachufern und Quellen, in Höhlungen und auf stark beschattetem, steinigem
Boden, besonders im Sandsteingebiet, überhaupt nur auf kalkfreier Unterlage, von
der Ebene durch die Bergregion und Voralpen bis in 1500 m durch fast ganz
Europa und hier und da in Nord-Amerika zerstreut. Seltener im Norden, wie
z. B. in Norwegen und Schweden und auf der Vancouver-Insel. B. XXXIV GS
a) Bl, b) Kapsel, c) Peristom, d) Habitusbild, e) Antheridium mit Paraphysen;
gez. nach bei Wald-Michelbach im Hessischen Odenwald ges. Expll.
2. Gatt. Hookeria Tayl, resp. Sm. 1808.
Cyclodictyon Mitten 1864.
Von voriger Gattung vorzugsweise durch die meist mit scharfer Spitze
oder Spitzchen versehenen doppelrippigen, oft gesüumten oder auch ge-
zühnten Bll. verschieden, sowie durch nur stengelstándige, meist einhäusige
Blüten. Peristomzähne in der äusseren Schicht nach der Basis zu tief ge-
furcht bis fast klaffend gespalten. Inneres Peristom mit oft nicht durch-
brochenen Fortsützen.
l. Hookeria laetevirens Hook. & Tayl. 1818.
Cyclodictyon Mitten 1864, Pterygophyllum Brid. 1827. Hookeria albicans Tayl. 1836;
ef. Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 722.
Einhäusig mit stengelständigen Blüten; die ت mit rippenlosen Hüllbll.
und etwas keuligen Paraphysen. Lockere, niedergedrückte, sattgrüne oder
gelblichgrüne, weiche, glanzlose Rasen mit niedergestreckten oder aufgerichteten,
höchstens 5 mm breit verflacht beblätterten, bis 5 cm langen, mehrfach ver-
ästelten Stengeln. Stengelquerschnitt oval, ohne Zentralstrang und ohne
Siebplatten des hyalinen, dünnwandigen Grundgewebes. Bil. 5reihig, ziemlich
locker, jedoch ähnlich wie bei Pterygophyllum flach 2zeilig gestellt, meist
2,5 mm lang und 1,2 mm breit, seltener bis 3 mm lang, an der Basis herab-
laufend, etwas hohl, breit eilünglich, resp. elliptisch oder kurz zungen-
förmig und meist plötzlich in ein scharfes Spitzchen zusammengezogen,
am flachen Rand durch 2—4 Reihen schmaler Zellen wulstig gesäumt,
— 323 —
aufwärts deutlich gesägt, mit zwei von der Basis an gabelig auseinander
weichenden, erst vor der Spitze endenden Rippen. Querschnitt der letzteren
mit 2 Bauchzellen, lockeren Rückenzellen und kleineren, gelblichen, etwas ver-
dickten Innenzellen. Blattzellen nicht getüpfelt, etwas unregelmässig, locker
rhombisch-6 seitig, schmäler als bei voriger Art, nur 20—30 u, aufwärts kürzer
und rundlicher, abwärts länger und mehr rektangulär-6 seitig, am Saum noch
nicht halb so breit, 8—10 u und bis über 10 mal so lang als breit, an der
Insertion doppelschichtig und nicht gefürbt. Perichütium wurzelnd, mit kleinen,
rippenlosen, ungesáumten Hüllbll Haube kegel-mützenfórmig und glatt, kaum
länger als der Kapseldeckel und an der verengten Basis kurz gelappt. Kapsel
auf 1—1,8 cm langer, roter, dicker, glatter Seta geneigt oder horizontal, aus
kurzem Halse oval oder lünger ellipsoidisch, derbwandig, gelblich bis brüunlich,
mit purpurrotem, lang kegelig geschnübeltem Deckel und einreihigem, in einzelnen
Zellen sich ablósendem Ring, trocken unter der Mündung wenig verengt. Zellen
der Kapselwand locker rektangulür und dickwandig, am Halse mit wenigen
3- oder 4zelligen Spaltóffnungen. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig,
rótlich, in der Mittellinie tief gefurcht oder klaffend, resp. mit abwürts
in der Mittellinie klaffender Aussenschicht, dicht gegliedert, aussen quer-
streifig und zart gesäumt, innen mit niedrigen, seitlich vortretenden Lamellen.
Membran des inneren Peristoms fast orangegelb und papillös, von لا Zahn-
höhe, mit breit lanzettlichen, in der Kiellinie nur sehr eng ritzenförmig durch-
brochenen Fortsätzen, aber ohne Wimpern. Sporen 16—18 u, gelbgrün und
glatt. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. V, Tab. 447.
An schattigen Bachufern und Wasserfällen, in Höhlungen und an feuchten
Felsen in Irland und England, sowie auch aus Madeira und Fernando-Po bekannt;
von J. Drummond 1815 bei Cork in Irland entdeckt. S. XXXIV, 9, a und
b) Bll.; gez. nach einem Expl. aus Irland aus den Rabenhorst'schen Sammlungen.
Bei den Expll. aus England sind die Bll. oft bis 3 mm lang, sowie weniger rasch
und etwas lünger zugespitzt.
2. Gruppe Daltonieae Sehpr.
Mniadelphaceae C. M. 1851.
Weniger kräftige, kleinere Baummoose und Felsbewohner mit unregelmässig
verüstelten, 5kantigen, seltener etwas verflacht, sondern meist allseitig ab-
stehend beblütterten Stengeln. Bll. aus gerader oder elliptischer Basis
lanzettlich verlängert bis spatel-züngenfórmig, meist wulstig gesäumt und mit
einfacher, nieht austretender Rippe. Zellnetz der Bll. je nach den beiden
Gattungen Daltonia und Mniadelphus verschieden. Haube aufrecht kegel-mützen-
förmig, an der Basis lang fransig gewimpert. Kapsel auf meist rauher,
papillöser Seta fast aufrecht oder geneigt, seltener horizontal, und mit lang
geschnäbeltem Deckel.
Jaeger & S. vereinigen die beiden Gattungen Daltonia und Mniadelphus zu
einer Gruppe, obwohl sie nach dem Zellnetz wesentlich en abweichen.
Aussereuropäische Arten der Gattung Daltonia sind gegen 60 b =
DeC HON NAM ets Me UESTRO E MESE EE
— 324 —
1. Gatt. Daltonia ) Hook. & Tayl. 1818.
Flache, kleine, freudiggrüne Räschen. Bl. allseitig abstehend, trocken
mehr oder weniger gewunden, eilanzettlich bis lineal-lanzettlich, wulstig gesäumt
und mit einfacher, fast bis zur Spitze reichender Rippe. Blattzellen Bryum-
artig, aufwürts schmal rhombisch, abwürts mehr verlüngert-6 seitig und hyalin,
an der Basis kürzer, gelblich und erweitert, fast quadratisch. Blüten zwitterig
oder lhäusig. Haube kegel-mützenfórmig, aufrecht, strohgelb, mit rotbrauner,
geschnübelter Spitze, an der Basis gewimpert. Kapselstiel und äussere
Kapselwand fein papillós und rauh.
1. Daltonia splachnoides (Sın.) Hook. & Tayl. 1818.
Neckera Smith, Hookeria Tayl. 1836; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 793.
Einhäusig und zwitterig, mit ast- und stengelständigen Blüten und ohne,
oder mit nur spärlichen fadenförmigen Paraphysen. Kleine, nur wenige mm
lange Pflänzchen in freudiggrünen Räschen mit kriechenden oder aufsteigenden
Stengeln und aufgerichteten Ästen. Stengelquerschnitt 5 kantig, ohne Zentral-
strang; das gebräunte, getüpfelte Grundgewebe mit siebplattenartigen Quer-
wänden. Bil. 8reihig, gedrängt allseitig aufrecht abstehend, trocken verbogen,
lineal-lanzettlich und lang und scharf zugespitzt, kie, am gesüumten
Rand schmal umgebogen, mit kurz vor der Spitze endender, rinniger Rippe.
Querschnitt der letzteren homogen. Blattzellen nicht getüpfelt, oberwärts
rhombisch und rhomboidisch, 8 u und fast 6 —8 mal so lang, abwürts verlüngert-
6seitig, 10 u und nur 3 mal so lang, an der Basis wenige Reihen quadratisch,
etwas weiter und gebräunt, rings am Rand 2—5 Reihen linear, einen Saum
bildend. Perichütium wurzelnd, die Hüllbll. noch kürzer als das kahle Scheidchen.
Haube glatt, mit sehr langen, fast bis zur Urnenmitte reichenden Fransen.
Kapsel auf 5 mm langer, roter, unten geknieter, aufwürts warzig hóckeriger,
gedrehter Seta fast aufrecht, aus schmälerem, ziemlich langem Halse eilünglich
bis ellipsoidisch, braun mit langem, gerade geschnübeltem, gelbbrüunlichem
Deckel, aber ohne Ring. Schnabel des Deckels an der Spitze etwas an-
geschwollen. Zellen der Kapselwand rundlich-6seitig bis rektangulär und
kollencbymatiseh mit nach aussen höckerig vortretenden Verdickungen.
Spaltöffnungen 2zellig an der Basis des Halses. Peristomzähne feucht aus der
Mitte abstehend, trocken kegelig zusammenneigend, lanzettlich-pfriemenförmig,
resp. dolchförmig, gelb, zart gesäumt und mit niedrigen inneren Lamellen.
Inneres Peristom mit schmalen, linealen, pfriemlichen, in der Kiellinie unten
oft ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen auf sehr niedriger Membran, aber
ohne Wimpern. زیت 7—10 u, bräunlich und punktiert. Reife im Herbst.
Br. eur. Vol. V, Tab. 44
euchten, vig Felsen oder auch am Fusse von Baumstümmen in
mà, pow anch aus Westindien und Mexiko bekannt; von Taylor bei Dublin
0 Zu Ehren des englischen Bryologen James Dalton benannt.
س 325 —
in Irland entdeckt. S. XXXIV, 6, a und b) Bll, c) 6 Blüte, d) Kapsel mit Haube,
e) Habitusbild; gez. nach Expll. aus den Schimper’schen und Rabenhorst'schen
Herbarien, letzteres von Moore bei Killarney in Irland gesammelt.
Fam. XXXVII. Fabroniaceae.
Sehr kleine, zierliche, die wärmeren Gegenden bevorzugende Baummoose
oder auch Felsbewohner in verworrenen, hellgrünen oder lebhaftgrünen Rasen
mit kriechendem, büschelig wurzelhaarigem, mehrfach geteiltem Hauptstengel
und aufrechten, einfachen oder geteilten, gleichartigen, aufrechten, am Ende
der Stengel mehr abstehenden Ästen, ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt
rund, ohne Zentralstrang, mit meist dünnwandigen, oder nur wenig verdickten
Zellen. Bll. 5- oder 8reihig dicht allseitig-abstehend, trocken anliegend, nicht
herablaufend, meist eilanzettlich und lang zugespitzt, seltener stumpflich, flach-
und ganzrandig, oft gezähnt bis gewimpert, nicht faltig, ohne oder mit kurzer,
zarter Rippe und mit lschichtiger Lamina. Querschnitt der Rippe homogen.
Blattzellen meist dünnwandig, glatt und nicht getüpfelt, vorzugsweise
prosenchymatisch, aufwärts zuletzt rhombischh nur an der Basis,
namentlich nach dem Rand zu einige Reihen kurz rektangulär und
quadratisch, jedoch ohne eigentliche Blattflügelzellen, sondern mehr allmählich
in das parenchymatische Zellnetz übergehend. Blüten 1- und 2häusig, die S
sowohl stengel- wie astständig, die و auf wurzelndem, kurzem Perichätialast
am Hauptstengel. Perichätialbll. meist nicht scheidig, Haube klein und hin-
fällig, kappenförmig, kahl und glatt, Scheidchen oval bis zylindrisch, nackt
oder behaart. Kapsel auf 3—8 mm langer, gelblicher oder rötlicher, gedrehter
Seta aufrecht und regelmässig, oval oder ellipsoidisch bis fast zylindrisch,
kurzhalsig, dünnwandig, mit breitem, meist aus konvexer Basis geschnäbeltem
Deckel und bleibendem, nur selten in einzelnen Zellen sich ablösendem
Ring, trocken unter der Mündung verengt, am Hals mit phaneroporen Spalt-
Öffnungen. Sporensack gestielt, am Fusse von einem Luftraum umgeben.
Columella bis in den Deckel reichend, nach der Entdeckelung zurückschrumpfend.
Peristom einfach oder doppelt, tief inseriert, das üussere aus flachen, in der
Mitte mit Teilungslinie versehenen, entfernt gegliederten Zühnen
ohne Lamellen gebildet, die wie bei Ulota und Orthotrichum vor der Ent-
deckelung oft paarig verbunden sind, nur bei der Gruppe der Myrinieen
sind dieselben mehr oder weniger gegliedert und gesäumt. Inneres Peristom,
wenn vorhanden, entweder nur aus pfriemenförmigen Fortsützen bestehend, die
mit den Zübnen alternieren, oder aus einer kielfaltigen Membran mit lanzett-
lichen, gekielten Fortsützen.
1. Gruppe Fabronieae.
Peristom einfach oder doppelt, aus 16 flachen, ähnlich wie bei Ortho-
trichum ausgebildeten Einzelzühnen oder 8paarig verbundenen Doppelzähnen
ohne innere Lamellen gebildet. Inneres Peristom, wenn vorhanden, nur aus
ertt usa, qn
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— 326 —
pfriemenförmigen, mit den Zähnen alternierenden Fortsätzen bestehend, also
ohne kielfaltige Membran.
1. Gatt. Fabronia') Raddi 1808.
Weiche, hellgrüne bis lebhaftgrüne, glänzende, zierliche Rasen mit stolonen-
artig kriechenden, hier und da büschelig wurzelhaarigen Stengeln und meist
allseitig abstehend beblätterten, nur zuweilen mehr stolonenartigen Ästen.
Bll. eilanzettlich und lang zugespitzt oder pfriemlich verschmälert, mit flachem,
scharf bis wimperig gesägtem Rand und kurzer, zarter Rippe. Blattzellen
dünnwandig, an der Basis und namentlich in den Ecken daselbst nach dem
Rand zu weiter hinauf in mehreren Reihen quadratisch, aufwärts mehr
verlängert-6 seitig bis rhombisch. Blüten Ihäusig und nur am Hauptstengel,
mit rippenlosen Hüllbll.; Perichätialast wurzelnd. Haube klein kappenförmig,
dünnhäutig, glänzend gelblich und hinfällig; Scheidehen nackt. Kapsel auf
3—7 mm langer, unten rechts oben links gedrehter, gelblicher Seta aufrecht
und regelmässig, kurzhalsig, verkehrt-eifórmig oder kurz birnförmig, hellbraun
und dünnwandig, mit kegelig gewölbtem, oder flach gewölbtem und mit Warze
versehenem Deckel, ohne differentiierten Ring, trocken durch Zusammenziehung
des Halses mehr becherförmig bis halbkugelig und unter der Mündung
unmerklich verengt. Epidermiszellen der Kapselwand turgid und dünnwandig, am
Urnenrand abgeplattet, die übrigen quadratisch oder rektangulär mit welligen
Wänden, nach aussen konvex, am Hals mit wenigen grossen Spaltöffnungen.
Peristom einfach; die 16 Zähne ähnlich wie bei Orthotrichum gebaut, stumpf
und flach, anfangs meist paarweise verbunden, später in Einzelzähne mit
zuweilen ritzenförmig durchbrochener Mittellinie oder gespaltener Spitze ge-
sondert, ungesäumt, entfernt gegliedert, innen ohne Lamellen, aussen abwärts
wurmförmig und senkrecht gestrichelt, aufwärts papillös. Sporen klein.
Ausländische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879
bereits 46 bekannt, wührend bis jetzt schon gegen 90 beschrieben sind.
l. Fabronia pusilla Raddi 1808.
Grimmia inconspieua Bertol. 1819; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 660.
Einhäusig; die 6 und و Blüten fast ohne Paraphysen und mit gewimperten,
rippenlosen Hüllbll. Gelblich- oder graulichgrüne, dichte Rüschen mit spärlichen
Stolonen und trocken meist eingekrümmten Ästen. BU. teils dichter und fast
einseitswendig, teils entfernter und abstehend, trocken anliegend, eilanzettlich
und in eine entfärbte Pfriemenspitze von fast halber Blattlänge ausgezogen,
am Rand beiderseits bis unter die Mitte herab mit je 4—5, an der Basis meist
2zeligen aufrechten Cilien, und mit hóchstens bis zur Mitte reichender, ein-
facher Rippe oder fast ohne Rippe. Blattzellen dünnwandig, an der Basis
quadratisch, 12—14 u, aufwärts mehr rhombisch oder rhombisch-6 seitig, 10—12 u
und Ben 3—4 mal so lang als breit, nur in der Pfriemenspitze und an den
5 Zu Ehren des Direktors Fabroni in Florenz benannt.
— 327 —
wimperigen Zähnen schmäler. Innere Perichätialbll. scheidig, oben grob gezähnt,
fast gestutzt und in eine lange Pfriemenspitze ausgezogen. Kapsel auf 3 bis
4 mm langer, gelblicher, gedrehter Seta aufrecht, verkehrt eiförmig oder etwas
kugelig, mit breitem, kegelig gewölbtem Deckel von halber Urnenlänge, ent-
deckelt gestutzt und fast halbkugelig. Zellen am Urnenrand in 3--4 Reihen
abgeplattet, quer-rektangulär, im Übrigen vorzugsweise quadratisch mit welligen
Wänden. Peristomzähne gelbbräunlich, gestutzt, anfangs paarig verbunden,
später gesondert und hier und da an der Spitze gespalten, oder auch in der
Mittellinie durchbrochen, dicht und fein längsreihig papillös, feucht einwärts
gekrümmt, trocken zurückgebogen. Sporen 10—13 u, bräunlich und papillös
oder feinwarzig. Reife im Februar und März. Br. eur. Vol. V, Tab. 450.
Im Süden und Süd-Westen Europas, sowie in Algier an Baumstämmen,
insbesondere an Oliven, Kastanien, Korkeichen, Ulmen, Platanen und Cypressen,
seltener an Felsen, jedoch auch aus Nord-Amerika bekannt; von Raddi an Ulmen
bei Florenz entdeckt, fehlt in Grossbritannien und Skandinavien. S. XXXIV, 7,
a und b) BlL, c) Kapsel, d) Peristom, e) Habitusbild; gez. nach von H. Graf zu
Solms-Laubach au Baumstümmen der Isola bella am Lago maggiore und von E. Levier
bei Florenz in Italien ges. Expll.
Var. Schimperi Vent. — F. Schimperiana De Not. mit längeren, mehrzelligen
Cilien des Blattrandes und längerer Pfriemenspitze — in Sardinien und Kalifornien
(F. pusilla v. eiliata James & Lesqu.).
2. Fabronia octoblepharis (Schleich.) Schwgr. 1816.
Pterogonium Schleich. 1807, Hypnum ciliare Brid. 1812, Fabronia ciliaris Brid. 1819,
F. major De Not. 1838, F. pusilla 8 major Br. eur. 1850, F. pusilla var. octoblepharis
Vent. 1883; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 661.
Einhüusig; die 6 Blüten mit kurzen Paraphysen und rippenlosen, gezühnten,
in eine lange Pfriemenspitze ausgezogenen Hüllbll. Etwas krüftigere, glünzende,
lockere, habituell der vorigen Art ühnliche Rüschen mit zarten, zerbrechlichen
Stengeln. Bil. allseitig abstehend, an den Asten mehr 2 zeilig ausgebreitet,
an den Spitzen derselben schwach einseitswendig, etwas hohl, eilanzettlich und
in eine sehr lange, haarförmige, gelbliche Spitze verschmälert, am Rand bis
unter die Mitte beiderseits durch 8—12 1zellige Zähne scharf und grob
gesägt und mit kräftigerer, erst in oder über der Mitte verschwindender Rippe.
Blattzellen in deutlicheren, dem Rand parallelen Reihen und in grösserer
Anzahl an der Basis quadratisch oder kurz rektangulär, 14—18 u, im übrigen
verlängert 6 seitig und aufwärts mehr schmal rhombisch, 9—10 u und 5—8 mal,
in der Pfriemenspitze sogar bis 15 mal so lang als breit. Perichätialbll. scheidig,
die innersten oft kürzer und aus der breiten, gezähnten und gestutzten Spitze
pfriemlich ausgezogen. Kapsel auf 4—7 mm langer, gelber, gedrehter Seta
aufrecht, hellbraun und dünnwandig, oval, mit deutlichem, kurzem, dickem
Hals und nur flach gewölbtem, mit Warze versehenem, bleichem Deckel, trocken
und entdeckelt gestutzt oval bis becherförmig und unter der Mündung nur
wenig verengt. Zellen am Urnenrand in 4—5 Reihen abgeplattet, die übrigen
— 328 —
locker rektangulür und mit welligen Wänden. Peristomzähne paarig verbunden,
nur selten vóllig getrennt, braun bis dunkel rotbraun, dicht und fein
längsreihig papillós. Sporen 15—18 u, gelbbraun und fein papillós. Reife im
zeitigen Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 451.
An Mauern und Felsen, seltener an Bäumen im südlichen Europa von der
Ebene bis in die Alpenthäler in 1100 m, jedoch auch aus Illinois in Nord-Amerika
bekannt; von Schleicher bei Chiavenna im Wallis entdeckt. S. XXXIV, 5, a) Bl.
b) Kapsel, c) Haube, d) inneres Perichütialbl; gez. nach einem von J. Breidler
bei Leoben in Steiermark und nach von Artaria an Bäumen mit Frucht in
Italien gesammelten Expll.
3. Fabronia Sendtneri Schpr. 1876.
Habrodon Schpr. 1865; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 662.
Bis jetzt nur steril bekannt und daher in bezug auf die Gattung zweifelhaft.
Gelbliehgrüne, etwas glänzende, lockere, habituell der vorigen Art ähnliche
Rasen mit kriechenden, stolonenartigen Stengeln und teils gleichmässig dicht
beblütterten, stumpfen aufrechten, 2—3 mm langen einfachen oder verzweigten,
teils stolonenartig absteigenden, entfernter beblütterten, hier und da
mit büscheligen Wurzelhaaren besetzten Ästen. Bll. mehr oder weniger einseits-
wendig, eilanzettlich und lang und scharf zugespitzt, bis unter die Mitte herab
am Rand durch vorspringende Zellen fein gesägt und mit gelbgrüner,
unterhalb der Blattspitze endender Rippe. Blattzellen schmäler als bei
voriger Art, in den mehr quadratischen Randreihen 9 u, bei den übrigen mehr
rhombischen Zellen 7—8 u und 4—5 mal so lang. Bil. der stolonenartigen
Aste kleiner und mit kürzerer Rippe.
An faulen Baumstämmen bei Chersano in Istrien von Sendtner 1843 entdeckt.
(non vidi).
2. Gatt. Anacamptodon ') Brid. 1819.
An die Fabronien sich anschliessende, etwas kräftigere Baummoose in
dunkel sammtgrünen, etwas glänzenden Rasen mit meist kriechendem, mehr-
teiligem, wurzelhaarigem Hauptstengel und aufsteigenden oder aufrechten ein-
fachen Asten. Bll. 5reihig, eilanzettlich, resp. aus eiförmiger oder elliptischer
Basis allmählich lanzettlich scharf zugespitzt, ganzrandig und mit
bis über die Mitte reichender Rippe. Blattzellen etwas locker und dünnwandig,
ziemlich gleichmässig rhombisch, nur in der Nähe der Basis mehr 6 seitig bis
rektangulär. Blüten 1 hãusig, mit Paraphysen und am Hauptstengel. Haube
kappenförmig bis über den Deckel herabreichend, weisslich oder gelblich und
kahl; das zylindrische Scheidchen dagegen mit تا Paraphysen. Perichätial-
äste wurzelnd. Kapsel auf ziemlich dicker, rötlicher, trocken gedrehter Seta
aufrecht und regelmässig, oval oder länglich ellipsoidisch, derbwandig, mit
kurzem, dickem Hals und aus kegelig-gewölbter Basis geschnäbeltem Deckel,
ohne differentiierten Ring, trocken unter der Mündung stark eingeschnürt.
1) Von dv«xáuzro zurückbiegen, umbiegen und ödors Zahn.
M. RU
Zellen am Urnenrand in mehreren Reihen querbreit und dünnwandig, gleichsam
einen bleibenden Ring darstellend, die übrigen Epidermiszellen der Kapselwand
dickwandiger, nicht turgid, etwas klein, vieleckig und mit geraden Wänden
am Hals mit wenigen phaneroporen Spaltóffnungen. Peristom doppelt, dem-
ienigen von Orthotrichum ähnlich, aus 16 paarweise genäherten, entfernt gegliederten,
flachen, bleichen, feucht aufgerichteten, trocken zurückgekrümmten, mit
dorsaler Teilungslinie versehenen Zühnen und ebensoviel fadenfórmigen, kürzeren
inneren Wimpern gebildet. Sporen klein.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. schon im
Jahr 1878 noch 3 bekannt.
l. Anacamptodon splachnoides (Frölich) Brid. 1819.
Orthotrichum Fröl. 1812, Neckera Schwgr. 1816, Fabronia C. Müll. 1850, Campylodontium
hypnoides Schwgr. 1827; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 663
Einhäusig; die 6 Blüten mit en Hüllbll. und dicken, kurzen,
eifórmigen Antheridien, beide, 6 wie و Blüten mit fadenförmigen Paraphysen.
Sattgrüne, glänzende, meist dicht polsterfórmige Räschen mit 2—3 cm
langen, mit rötlichgelben, glatten Wurzelhaaren besetzten kriechenden Stengeln
und 6-8 mm hohen, meist einfachen, dicht beblätterten, aufrechten oder auf-
steigenden Ästen. BU. abstehend, oft einseitswendig, breit eilanzettlich und
scharf zugespitzt, meist 1,5 mm lang und fast halb so breit, etwas hohl, flach-
und ganzrandig, mit erst weit über der Mitte verschwindender Rippe. Quer-
schnitt der letzteren ziemlich homogen. Blattzellen dünnwandig, mit deutlichem
Primordialschlauch, rhombisch bis rhombisch-6 seitig, 12—14 u und meist 2,5 bis
4 mal so lang als breit, an der Basis rektangulür und breiter, bis über 20 y.
Perichütialbll nieht scheidig, länger stachelig zugespitzt, mit dünner Rippe und
verlängerten Zellen. Kapsel auf 5—8 mm langer, rötlicher, oben rechts gedrehter
Seta aufrecht, oval, anfangs gelblich, mit kurzem, diekem Halse von zuweilen
fast halber Urnenlinge und mit aus kegelig-gewölbter Basis etwas stumpf ge-
schnäbeltem Deckel von meist halber Urnenlänge, entdeckelt 1,5—2 mm lang,
trocken unter der gelbroten Mündung verengt, entleert stárker eingeschnürt
und rostbraun. Epidermiszellen der Kapselwand gelbwandig, meist kurz rek-
tangulür, gegen den Urnenrand zunüchst rundlich-6seitig und dickwandiger,
die obersten Reihen jedoch abgeplattet und dünnwandig. Haube '/, der Urne
bedeckend. Peristomzühne tief inseriert, breit lanzettlich und allmählich ver-
schmälert, flach und ungesäumt, hellbraun, dicht und fein papillós, oder un-
` deutlich gestrichelt, mit ziemlich gerader Dorsallinie, innen ohne Lamellen,
Inneres Peristom ohne Basilärmembran, nur aus 16 kürzeren, fadenförmigen,
glatten, nicht kieligen Wimpern gebildet. Sporen 8-10 oder 12—15 u, hell
rostgelb und fein papillós. Reife im Juni. Br. eur. Vol. V, Tab. 453.
An nicht überwallten Wundflächen alter Bäume, insbesondere an eingefaulten
Astlöchern der Buchen und sonstiger Laubhölzer, oder auch an faulen Nadelholz-
stöcken hier und da in den Bergwaldungen Europas und Nord-Amerikas in 400 bis
1000 m selten; von Frölich bei Ellwangen in Württemberg entdeckt. Fehlt in
NS Le -
Cm Mueren Mc m "Wo Eua oic
— 330 —
Britannien und Skandinavien. S. XXXIV, 3, a) Bl, b) Kapsel c) Peristom,
d) stürker vergrósserte S iine. gez. nach von Schliephacke in Österreichisch-
Schlesien und von J. Breidler in Steiermark ges. Expll.
3. Gatt. Habrodon') Schpr. 1860.
Habituell an eine Fabronia erinnernde, zierliche, niedergedrückte, nicht
glänzende Rindenmoose in verworrenen Rasen mit kriechenden, umher-
schweifenden, mit nur wenig glatten Rhizoiden besetzten, unregelmässig verästelten
Stengeln und in der Regel stengelbürtigen Brutkörpern, sowie mit kurzen,
aufrechten, nur selten verzweigten Ästen. Stengelquerschnitt rund, gelbrot
und ohne Zentralstrang. Bl. feucht sparrig abstehend, trocken locker anliegend,
aus nicht herablaufender, eiförmiger Basis mehr oder weniger lang pfriemen-
förmig verlängert, hohl, am Rande oft undeutlich ausgefressen gezähnelt, ohne
Rippe oder mit nur angedeuteter kurzer Rippe. Blattzellen nicht getüpfelt,
nach der Basis zu am Rand in mehreren, demselben parallelen Reihen quadratisch,
die übrigen rundlich-oval bis länglich-rhombisch, nach der Mitte des Blattes
zu verlängert. Blüten 2häusig, an Stengeln und Ästen, ohne Paraphysen.
Perichätialbll. nicht scheidig, die inneren länger zugespitzt und am Rand aus-
gefressen gezähnelt. Haube kappenfórmig bis zur Urnenmitte reichend. Seheidchen
nackt. Kapsel auf 3—7 mm langer, dünner, trocken links gedrehter Seta aufrecht
und regelmässig, schmal ellipsoidisch, dünnwandig, mit kurzem, verschmälertem
Hals, kegeligem, stumpflichem Deckel und deutlichem, zuweilen sich ab-
rollendem Ring, trocken unter der Mündung nur wenig verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand etwas klein und mit geraden Wänden, am kurzen Hals
mit phaneroporen Spaltöffnungen. Peristom einfach, die 16 Zähne feucht
von der Mitte an zurückgebogen, trocken zusammenneigend, lineal-lanzettlich, an
der Basis getrennt, glatt und ungesäumt, entfernt gegliedert und mit zickzack-
förmiger Dorsallinie, an der Spitze oft gespalten, innen mit seitlich etwas
vortretenden Querleisten.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung sind mir bis jetzt nieht bekannt.
1. Habrodon perpusillus (De Not.) Lindb. 1863.
Pterogonium De Not. 1837, Clasmatodon Lindb. 1871, Habrodon Notarisii Schpr. 1860;
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 664.
Zweihäusig; die eifórmigen, dicken 6 Blüten mit gelbroten, rings aus-
gefressen gezühnelten Hüllbll. ohne Paraphysen. Fast glanzlose, gelbgrüne,
etwas an ein zartes Amblystegium erinnernde, niedergedrückte, unregelmässige
Rasen mit kriechenden, in den Blattachseln mit elliptischen, kurz gestielten,
3—4zelligen Brutkórpern besetzten, spärlich wurzelhaarigen, 2 und mehr cm
langen Stengeln und aufrechten, etwa 4—6 mm langen Ästen. Bil. feucht
sparrig abstehend, trocken locker anliegend und mit abstehenden Spitzen,
aus hohler, eifórmiger Basis rasch in eine lange, oft geschlüngelte Pfriemen-
7 Von áfgoós glanzvoll, herrlich, schön, weich, und ddovs Zahn wegen des Peristoms.
— 331 —
spitze verschmälert, am Rand ausgefressen gezähnelt und meist ohne Rippe.
Blattzellen mässig verdickt, in der Spitze elliptisch bis spindelfórmig, 8—10 u
und hóchstens doppelt so lang, in der Mitte abwürts schmüler und verlüngert,
6—8 u und nach der Mitte zu bis 7 mal so lang (gleichsam einschichtige
Rippenzellen), nach den Seiten in mehreren, dem Rand parallelen Reihen
oval bis rundlich-quadratisch, 9—12 u. Perichütialbll. am Rand stärker aus-
gefressen gezühnt. Kapsel auf 3—5 mm langer, dünner, roter, links gedrehter,
oft gekrümmter Seta aufrecht, schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, mit
kurzem oder fast ohne Hals, sowie mit stumpf kegeligem Deckel und mehr
oder weniger leicht sich abrollendem Ring, entleert verschmälert und etwas
längsfurchig. Peristomzähne lineal-lanzettlich, flach, weisslich und glatt, nach
der Spitze zu oft unregelmässig ausgebildet und meist 2spitzig. Sporen 10—14 u
grünlichgelb bis brüunlich und fast glatt. Reife im zeitigen Frühjahr. Br.
ur. Suppl. III und IV, Tab. 1 ( Habrodon).
Im südlichen Europa, in Italien, Frankreich, Portugal und Spanien, sowie in
Algier an Baumstämmen, insbesondere an Öl-, Orangen- und Maulbeerbäumen, sowie an
Ahorn, Korkeichen und auch Tannen bis 1000 m verbreitet, seltener in Nord-Amerika,
ausnahmsweise in Grossbritannien und bei Bergen in Norwegen; von De Notaris
auf Sardinien entdeckt. S. XXXIV, 4, a bis c) Bll, d) Kapsel, e) Peristom von
innen und aussen, f) Kapseldeckel, g) Brutkörper, h) Habitusbild; gez. nach von
M. Fleischer in Sardinien ges. Expll Von Arcangeli an Kiefern in Etrurien
ges. Expll. haben Sporen von 16 u wie die Limpricht’sche Varietät commutata
und etwas kleinere untere Ringzellen.
Var. commutata Limpr. mit kürzer zugespitzten, etwas breiteren, undeutlich
gezähnelten ملظ dünnwandigen Blattzellen mit deutlich sichtbarem Primordial-
schlauch, Schulen Kapselring und etwas grósseren, fein papillósen Sporen von
6 u — auf Isola bella am Lago maggiore. Vielleicht identisch mit H. nicaeensis
De Not, welchem jedoch die Brutkörper fehlen sollen.
4. Gatt. Clasmatodon') Hook. & Wils. 1842.
Anisodon Br. eur. 1852.
An Fabronia und Habrodon habituell sich anschliessende, etwas glänzende
Rindenmoose obne Brutkórper mit kriechenden, spärlich wurzelhaarigen, ver-
zweigten Stengeln und aufrechten, einfachen, etwas kätzehenartigen Ästen.
Stengelquerschnitt ohne Zentralstrang. Bll. 5reihig, feucht abstehend, dicht
dachziegelig, eilanzettlich oder aus eifórmiger Basis kurz und zuweilen schief
zugespitzt, ganzrandig oder höchstens an der Spitze sehr fein gesägt, mit
dünner, bis zur Mitte reichender Rippe. Blattzellen vorzugsweise rhombisch,
nur nach der Basis zu, namentlich an den Seiten, in mehreren, dem Rand
parallelen Reihen allmählich quadratisch. Blüten einhäusig und mit
Paraphysen. Perichätialbll. länger zugespitzt und fast scheidig, mit abgebogenen
Spitzen. Haube kappenförmig, nur wenig unter den Deckel herabreichend
1) Von #ûdoua das Abgebrochene, der Splitter und ödovs der Zahn, wegen des un-
gleichen, leicht'brüchigen, wimperartigen Peristoms. Anisodon Br. eur, von @vıoos ungleich.
OF RL
dI ae
— 3832 —
und kahl; das Scheidehen dagegen behaart. Kapsel auf roter, rechts ge-
drehter Seta meist aufrecht und regelmässig, nur ausnahmsweise geneigt und
etwas hochrückig, oval oder länger ellipsoidisch, mit bleibendem Ring und
schief geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge. Peristom einfach,
aus 16 an der Basis verschmolzenen, gelblichen, fast glatten, flachen, nur aus
wenigen Gliedern zusammengesetzten, schmal dolehförmigen bis faden-
förmigen Zähnen ohne Dorsallinie und ohne Lamellen gebildet.
Von Lindberg wird die vorhergehende Gatt. mit dieser vereinigt. Von
aussereuropüischen Arten wird in Jaeger & S. noch Cl. ferrugineus Lindb. aus
üd-Amerika erwühnt, wührend bis jetzt bereits 4 beschrieben sind.
1. Clasmatodon parvulus (Hampe) Sulliv. 1856.
kea Hpe. 1839, Rhegmatodon Hampe 1842, Clasmat. pusillus Hook. & Wils. 1841,
Ne x E e C. Müll. 1851, Anisodon perpusillus Br. eur. 1852, Anis.
acutirostris Schpr. 1852 u . Bertrami Sehpr. 1860, Clasm. Bertrami Lindb. 1871, Clasm.
parvulus 8 julaceus C. m es cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 665
Einhüusig mit stengel- und aststündigen 6 und o Blüten, beide mit
rippenlosen Hüllbll. und hyalinen Paraphysen; die dickeren, kleinen & Blüten
mit ganzrandigen, breit eifórmigen, kurz und scharf zugespitzten Hüllbl.
Dunkel- bis bräunlichgrüne, nur wenig glänzende, kissenförmig verwebte Rasen.
Kriechende Stengel hier und da mit büscheligen Wurzelhaaren besetzt. BI.
feucht dieht dachziegelig abstehend oder etwas bogig aufgerichtet, trocken
anliegend, breit oval und lanzettlich zugespitzt, sehr hohl, ganzrandig oder
an der Spitze fein gesügt, mit dünner, bis zur Mitte reichender Rippe.
Blattzellen etwas dünnwandig, mit deutlichem, buchtigem Primordialschlauch,
etwa 8—10 u und meist doppelt so lang, nur neben der Rippe an der Basis
3 mal so lang, aufwärts rhombisch, am Rand abwärts allmählich mehr quadratisch.
Innere Perichätialbll. fast scheidig, rippenlos und in eine etwas zurückgebogene,
oft gesägte Pfriemenspitze verschmälert. Kapsel auf 3—4 mm langer, roter,
rechts gedrehter Seta aufrecht, oval, kurz und dickhalsig, braun, mit gelb-
rotem, schief geschnäbeltem Deckel und 2-—4reihigem, kleinzelligem, dick-
wandigem, bleibendem Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt, entleert
gestutzt. Epidermiszellen der Kapselwand locker und dünnwandig, rektangulür
bis rektangulär-6 seitig, am Urnenrand nur in 2 Reihen mehr quadratisch.
Peristomzähne gelblich, dolehfórmig, mit wenigen Gliedern, etwas knotig, glatt
oder schwach papillós. Nach Limpr. soll jeder Zahn aus 2 wimperartigen
Schenkeln von ungleicher Ausbildung bestehen, die bald völlig frei, bald durch
einzelne Querglieder oder an der Spitze verbunden sind; überhaupt scheint
sowohl die Kapsel wie das Peristom oft Terkchidensrtig und etwas unregel-
mässig ausgebildet zu sein. Sporen teils 12—14, teils 14—18 u, gelbbraun
und fein papillös, fast glatt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 452.
An Kiefernstàmmen bei Düben in der Preussischen Provinz Sachsen von
Apotheker Bertram 1851 entdeckt, sonst mehr aus Süd-Amerika bekannt, daselbst
auch an Felsen. S. XXXI, 4, a bis d) BU., e) äusseres Perichütialbl, f) stärker
— 333 —
vergrössertes Sprossstück, g bis i) Kapseln, k) Peristom; gez. nach von Langlois
in Nord-Amerika ges. Expll (comm. F. Renauld). Schimper’sche Originalexpll.
von Anisodon Bertrami non vidi.
2. Gruppe Myrinieae.
Nach dem Zellnetz an die Fabroniaceen, nach dem Peristom mehr an die
Leskeaceen sich anschliessende Moose. Peristom doppelt; die Zühne des
äusseren nach dem Typus der Diplolepideen gebaut, aussen gegliedert, mit zick-
zackförmiger Dorsallinie und fein längs- und querstreifig, innen ohne eigent-
liche Lamellen. Inneres Peristom mit lanzettlichen Fortsätzen auf kielfaltiger
Basilármembran, aber ohne Wimpern.
1. Gatt. Myrinia') Schpr. 1860.
Habituell an Zeskea polycarpa erinnernde Baummoose in dunkelgrünen,
glanzlosen Rasen ohne Brutkörper, mit unregelmässig verzweigten, spärlich
wurzelnden Stengeln und kurzen aufrechten Asten, ohne Stolonen. Stengel-
querschnitt rund, mit undeutlichem Zentralstrang und meist dünnwandigen,
lockeren Zellen. Bll. feucht abstehend, trocken anliegend, eiförmig bis eilanzett-
lich, etwas schief und kurz stumpf zugespitzt, ganzrandig, fast ohne
oder mit sehr kurzer Rippe. Blattzellen oben locker rhombisch, derbwandig,
nach der Basis zu in schiefen und den Rändern parallelen Reihen allmählich
quadratisch. Blüten einhäusig, nur die mit Paraphysen. Perichätialbll.
etwas scheidig und anliegend. Haube kappenfórmig bis zur Urnenmitte
reichend; Scheidehen nackt. Kapsel auf links gedrehter Seta aufrecht oder
geneigt, fast zylindrisch und regelmüssig oder etwas gekrümmt, ohne
Ring und mit stumpf kegeligem Deckel. Peristomzühne 16, lineal-lanzettlich,
flach, mit zickzackfórmiger Lüngslinie, aussen fein gestreift, jedoch ohne innere
Lamellen. Inneres Peristom mit lanzettlichen, gekielten Fortsützen auf
niedriger, gekielter Membran, ohne Wimpern.
Von exotischen Arten 0 brasiliensis Hpe. aus Süd- Amerika
von Jaeger & S. erwähnt, wozu noch M. Dieckii Ren. & Card. aus Nord-Amerika
kommt. Lindberg vereint diese Gatt. mit der Gatt. Helicodontium Schwgr., die
in etwa 20 auslündischen Arten bekannt ist.
1. Myrinia pulvinata (Wahlenb.) Schpr. 1860.
Leskea Wahlenb. 1819, Leskea subenervis Schwgr. 1816, Neckera C. Müll. 1850, .
Helicodontium Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 666.
Einhüusig mit stengel- und aststündigen Blüten; die dicken d Blüten
mit breit eiförmigen, kurz zugespitzten Hüllbll., spärlichen Paraphysen und
brüunlichgelben, gestielten Antheridien. Stiel der Antheridien meist !/, ihrer
Länge. Dunkelgrüne, glanzlose, dichte, etwas kissenfórmige, weiche
Rasen mit 2—3 em langen, aufsteigenden, unregelmässig geteilten, mit wenigen
1) Zu Ehren des ‚schwedischen Bryologen Claud. Gust. Myrin benannt.
—— MM
— 3834 —
glatten, hellen, weisslichen Wurzelhaaren besetzten Stengeln und kurzen,
aufrechten, nicht flagellenartigen Ästen. Bll. aus hohler, eiförmiger Basis
schief und kurz stumpflich bis stumpf zugespitzt, ganzrandig und mit
kurzer, dünner, höchstens !/j des Bl, durchlaufender Rippe. Blattzellen derb-
wandig und glatt, mit stark zusammengezogenem Primordialschlauch,
fast durchaus 14—18 u und kaum länger als breit, oben rhombisch bis oval,
abwärts in Schrägreihen mehr rhomboidisch und nach der Basis zu allmählich
quadratisch, nur neben der Rippe in wenigen Reihen kurz rektangulär und i
etwa doppelt so lang als breit. Perichätialbll. scheidig anliegend, rippenlos,
1,5 mal bis fast doppelt so lang als die Laubbll. und stumpflich oder auch
scharf zugespitzt. Kapsel auf 6—8 mm langer, fleischfarbener, links gedrehter
Seta aufrecht und regelmässig, ellipsoidisch bis fast zylindrisch oder
etwas geneigt und schwach gekrümmt, kurzhalsig, dünnwandig, hellbraun \
mit stumpf kegeligem Deckel von ولا Urnenlänge, trocken unter der Mündung =
verengt, entleert leicht gekrümmt. Epidermiszellen der Kapselwand etwas
derbwandig, vorzugsweise rektangulär, um die Mündung nur wenige Reihen 3
abgeplattet, am Hals mit nur wenigen Spaltöffnungen. Peristomzähne lineal-
lanzettlich, an der Basis verschmolzen, mit ziekzaekförmiger Längslinie, an der
Spitze papillös, abwärts aussen quergestrichelt und durch die äussere Schicht E
breit gesäumt; die dickere, schmälere Innenschicht ohne Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von پم Zahnhöhe, gelb bis orangefarben, mit den
Zähnen gleichlangen, schmalen, kieligen Fortsätzen,.aber ohne Wimpern. Sporen
12—18 u, rostbraun und etwas warzig. Reife im September. Br. eur. Vol. V,
Tab. 471.
An feuchten Orten am Fusse der Stämme und an Wurzeln von Pappeln und
Weiden etc. in Britannien und dem nördlichen Europa, insbesondere in Finnland,
Norwegen und Schweden, namentlich häufig im arktischen Gebiete des Jenisei, jedoch
auch aus den Bergen Tirols bekannt; von G. Wahlenberg 1802 in Lappland entdeckt.
S. V, 1, a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) inneres Peristom, f) Habitusbild,
g) Antheridien; gez. nach von E. Ryan in Norwegen ges. Expll.
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Die Gatt. Thedenia bildet gleichsam den Übergang von Myrinia zu Pylaisia.
Will man Thedenia suecica Schpr. nicht mit Limpricht zu Pylaisia ziehen, sondern
als besondere Gatt. behandeln, so könnte man dieselbe auch mit Schimper zu
en Myrinieen stellen. Kindberg betrachtet Thedenia suecica Schpr. nur als
Subspecies von Pylaisia polyanthos (Schreb.); cf. Skandin. Bladmossflora 1903, Nr. 53.
Fam. XXXVIII. Leskeaceae.
Kräftige, ansehnliche, starre Rinden- und Felsbewohner oder auch Erd-
moose (Waldmoose) in ausgedehnten, flachen oder locker kissenförmigen, freudig-
bis dunkelgrünen, meistglanzlosen Rasen mit weithin kriechenden, oft stolonen-
artigen und alsdann mit Niederbll. und glatten Wurzelhaaren besetzten, viel-
fach verzweigten Hauptstengeln und mannigfaltig verzweigten, zerstreut oder
NE bis "e verästelten sekundären Sprossen, meist mit zahlreichen
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— 335 —
Paraphyllien, häufig mit am Hauptstengel wie an sekundären Stengeln ent-
springenden Stolonen. Stengelquerschnitt rund, mit und ohne Zentralstrang,
mit lockerem, getüpfeltem Grundgewebe und mehrreihiger, oft substereider
Rindenschicht. Bll. nur selten gleichfórmig, meist Nieder- und Laubbll. und
auch bei letzteren wieder Ast- und Stengelbll. verschieden. Niederbll. entfernt,
klein und gewóhnlich rippenlos. Laubbll. mehrreihig dicht allseitig abstehend,
selten einseitswendig, symmetrisch oder schief zugespitzt, selten stumpf,
nicht glänzend, meist an der Basis mit Lüngsfalten, mit einschichtiger, selten
glatter, sondern meist auf einer oder beiden Seiten papillóser oder mamillóser
Lamina und krüftiger, einfacher, meist nicht auslaufender Rippe, seltener
ohne Rippe oder mit kurzer Doppelrippe. Astbll in der Regel kürzer und
schmäler. Blattzellen vorzugsweise parenchymatisch, klein und derb, meist
rundlich 4-6seitig, beiderseits der Rippe, resp. in der Mitte des Bl. und
an seiner Basis oft mehr lünglich bis linearisch und getüpfelt, in den Ecken
der Basis stets quadratisch, aber nicht erweitert. Blüten selten lhàusig, meist
2 häusig, stengel- und aststündig, sowie mit fadenförmigen Paraphysen. Perichätial-
bll von den Laubbll verschieden, sehr verlüngert, die inneren meist zart
und weich, teils mit, teils ohne Rippe. Haube kappenfórmig und kahl, nur
bei Pterogonium schwach behaart. Kapsel auf verlüngerter, glatter, trocken
gedrehter Seta aufrecht und regelmässig und mit kegeligem bis kurz geschnäbeltem
Deckel, oder geneigt und mehr oder weniger gekrümmt und mit mehr lang
und schief geschnübeltem Deckel, auch meist mit differentiiertem Ring. Spalt-
öffnungen spärlich an der Basis der Kapsel. Sporensack teils der Kapselwand
anliegend, teils kurz gestielt und von einem Luftraum umgeben. Peristom
doppelt; die 16 lanzettlichen Zähne des äusseren nach dem Typus der Diplo-
lepideen gebaut, an der Basis meist verschmolzen, aussen querstreifig oder gleich-
mässig papillós und mit Längslinie, innen mit meist niedrigen Lamellen
oder Leisten. Membran des inneren Peristoms — mit Ausnahme der Thuidieae —
nicht hoch, kielfaltig, mit kürzeren oder längeren Fortsätzen und teils
mit, teils ohne dazwischen stehenden Wimpern. Sporen klein.
Bei dieser Familie wäre eine stärkere Vergrösserung bei den Zeichnungen
zur deutlicheren Erkennung papillöser Zellpartieen oft sehr erwünscht. Um jedoch
den ursprünglich festgesetzten Umfang dieses Buches nicht zu überschreiten, muss
ich mir vorbehalten, solche Zeichnungen in grösserem Massstabe entweder am Schluss
dieses Bandes unter die Nachträge aufzunehmen, oder im Falle einer Fortsetzung
dieser Arbeit bei den Exoten nachzutragen.
1. Gruppe. Pterogonieae.
Baum- und Felsbewohner mit kleinblätterigem, stolonenartigem Haupt-
stengel und meist etwas baumartig verzweigten sekundären Stengeln, ohne
Paraphyllien. Laubbll. ziemlich gleichmässig, eifórmig und zugespitzt, mit
kurzer Doppelrippe oder ohne Rippe und mit glatter, nur am Rücken
durch vorstehende Zellecken etwas rauher Lamina. Haube kappenförmig und
schwach behaart. Kapsel aufrecht und regelmässig, sowie mit Luftraum.
— 336 —
Peristomzühne mit inneren Lamellen. Membran des inneren Peristoms niedrig,
mit kurzen Fortsützen, aber ohne Wimpern.
Diese Gruppe bildet den Übergang zu den Leucodontaceen, zu denen sie von
Schpr., Jaeger & S. und anderen gerechnet wird. Der am Rücken durch vortretende
Zellecken rauhen Lamina und der Doppelrippe wegen habe ich sie mit Limpricht
zu den Leskeaceen gestellt.
1. Gatt. Pterogonium ') Swartz 1799.
Lockerrasige Baum- und Felsbewohner mit stolonenartigem, kleinblütterigem
Hauptstengel und aufsteigenden, baumartig verzweigten sekundüren Stengeln,
ohne Paraphyllien. Bll. aus eiförmiger Basis kurz zugespitzt, mit zarter,
kurzer Doppelrippe, gesägtem Rand und glatter, nur am Rücken durch
papillös vortretende Zellecken etwas rauler Lamina. Blattzellen
meist glatt und eng, am Rand der Basis schrüg oval, in der Mitte derselben
linear, aufwärts sehr kurz spindelfórmig. Perichätialast unbewurzelt und kürzer
als das stark behaarte, zylindrische Scheidchen. Haube etwas behaart.
Kapsel auf gerader Seta aufrecht und regelmässig oder etwas gebogen, an
der Basis mit kurzem Halse und mit Luftraum. Peristomzähne am Grunde nicht
verschmolzen, schmal lanzettlich, gelblich, gesäumt, dicht gegliedert und innen
mit Lamellen. Inneres Peristom mit kürzeren Fortsätzen auf niedriger kiel-
faltiger Membran, aber ohne Wimpern.
Bis jetzt nur in wenigen Arten bekannt, während die nahe verwandte Gattung
Pterogoniella im Auslande viel zahlreicher vertreten ist.
1. Pterogonium gracile (Dill.) Swartz. 1799.
` Hypnum Dill. 1741, H. ornithopodioides Huds. 1762, H. palatinum Neck. 1770, Encalypta
Roth 1788, Pterigynandrum Hedw. 1793, a0. Spreng. 1799, Grimmia ornithopodioides
Web. es 1807, Leptohymenium Hüb 3, Neckera C. Müll. 1850, Leptohymenium duplicato-
serratum Hampe, Isothecium ornithopodioides Boul. 1884 und Pterogonium ornithopodioides
Lindh. 1863; cf. Rbh. Kr. FL IV,
Zweihäusig; die 6 wie و a an sekundären Stengeln, erstere auch
an Nebenästen, beide mit langen Paraphysen. Habituell etwas an Leucodon
erinnernde, olivengrüne bis rötlichbraune, glänzende, lockere, schwellende
Rasen mit stolonenartigem, kriechendem, kleinblätterigem Hauptstengel, 2—3 cm
langen, aufsteigenden, oben büschelig bis baumartig verzweigten sekundären
Sprossen und abwürts-gebogenen, kätzchenartigen Ästen, nebst kleinblätterigen
Stolonen. Stammquerschnitt der beblätterten Sprosse rund und mit dünnem,
kleinzelligem Zentralstrang. Niederbll. breit lanzettlich, allmühlieh lang und
scharf zugespitzt, rippenlos, flach- und ganzrandig. Laubbll. dicht gestellt,
feucht abstehend, trocken kützchenartig dicht dachziegelig anliegend, aus herab-
laufender, breit eiförmiger Basis kurz und scharf zugespitzt, hohl und nicht
faltig, mit flachem, abwärts eingebogenem, nach der Spitze zu scharf gesägtem
1) Von xrégov Feder und yóvos das Erzeugte, wegen der achselstündigen, resp. in
den Blattflügeln sitzenden Blüten.
سد .337 —
Rand, am Rücken gegen die Spitze etwas rauher Lamina und doppelter oder
gegabelter, höchstens bis zur Mitte reichender, 2—3schichtiger Rippe. Blatt-
zellen diekwandig, meist 9—10 u und beiderseits ziemlich flach, in der Spitze
rhombisch, 9 u und doppelt so lang als breit, in der Mitte der Basis mehr
linear und 4—7 mal so lang als breit, nach dem Rand zu rhombisch bis quer-
oval in Schrägreihen, gegen die Insertion fast quadratisch oder nur halb so
hoch als breit. Innere Perichätialbll. rippenlos, scheidig, fast verkehrt eiförmig,
verlängert und rasch lanzettlich zugespitzt, jedoch von den längeren, paraphysen-
artigen Haaren des Scheidehens noch überragt. Haube kappenförmig, ?/, der
Urne bedeckend und spärlich behaart; Scheidchen dagegen mit zahlreichen
langen Paraphysen. Kapsel auf 1—1,5 em langer, roter, unten rechts, oben
links gedrehter Seta aufrecht, verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch,
engmündig, gelbrot bis kastanienbraun und derbwandig, zuweilen leicht gebogen,
mit schmal kegeligem Deckel von !/, Urnenlünge und 9-3 reihig sich ab-
rollendem Ring, entdeckelt bis 3 mm lang und unter der Mündung nicht
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand verlängert rektangulär-6 seitig, am
roten Urnenrand nur wenige Reihen rundlich-6 seitig. Peristomzähne schmal
lanzettlich, gelblich und gesüumt, abwürts eng gegliedert und schwach papillós
quer gestrichelt, aufwärts mehr papillös, innen mit nur schwachen, genüherten,
oft dureh Sehrügleisten verbundenen Lamellen. Inneres Peristom mit kurzen
pfriemlichen Fortsützen auf zarter kielfaltiger Membran, kaum halb so hoch
als das äussere. Sporen 15—20 oder 20—23 u, dunkelbraun und warzig.
Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 467.
An kalkärmeren Felsen oder auch am Fusse alter Bäume, vorzugsweise im
Süden und Westen Europas, seltener in Norwegen und Schweden, in der Ebene
und niederen Bergregion, in Tirol bis 850 m aufsteigend. War bereits Fr. Ehrhart
1788 bekannt und findet sich auch in Afrika, inbesondere in Algier, und in Nord-
Amerika. S. XXXIV, 10, a) Bl, b und c) Kapseln, d) Peristom; gez. nach dahier
bei Laubach und von E. Levier in Italien cfr. ges. Expll.
Var. cavernarum Pfeffer, in verwebten, niedergedrückten Rasen mit kürzeren
Ästen und nur halb so grossen, spärlich gesägten Bll. — von Pfeffer an über-
hängenden Granitwänden unweit Chiavenna gesammelt;
var. aquaticum Schlieph. in habituell an Braunia alopecura erinnernden,
niedergedrückten, flachen Rüschen mit teils kurzen, breiten, nur 5 mm langen,
abstehend beblütterten, teils lingeren, dünneren, mehr anliegend kützchenartig
beblütterten Sprossen — an feuchten Felswünden eines Wasserfalls im Trusenthal
des Thüringer Waldes im Juli 1879 von Schliephacke gesammelt (comm.
Matouscheck).
2. Gruppe Leskeeae.
Stengel unregelmässig oder auch büschelig verzweigt, nicht fieder-
ästig, mit und ohne Paraphyllien. Bil. ziemlich gleichmässig; Ast- und Stengelbll.
nicht wesentlich verschieden, meist mehr oder weniger papillós oder auch
mamillós, sowie mit krüftiger, einfacher Rippe, seltener fast ohne Rippe
oder mit kurzer Doppelrippe. Kapsel aufrecht und وم selten
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Roth, Die europäischen Laubmoose. I.
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— 338 —
geneigt, nicht gekrümmt, mit kegeligem oder kurz geschnübeltem Deckel, mit
und ohne Luftraum. Membran des inneren Peristoms verhältnismässig niedrig,
nie bis zu halber Zahnhóhe reichend, mit kürzeren oder lüngeren Fortsützen
aber ohne oder mit nur angedeuteten, sehr rudimentüren Wimpern.
?
1. Gatt. Myurella') Br. eur. 1851.
Weiche, trocken leicht zerbrechliche Hochgebirgsmoose in locker kissen-
förmigen, gelblich- oder bläulichgrünen, innen ockerfarbenen Rasen mit auf-
steigenden oder aufrechten, gabelteiligen und büschelig verästelten Stengeln,
kätzchenförmigen Ästen und kleinblätterigen Stolonen, aber ohne
Paraphyllien. Stengelquerschnitt rund, ohne Zentralstrang, mit lockerem
Grundgewebe und 2—3 Reihen diekwandiger Rindenzellen. BI. 5reihig, mehr
oder weniger dicht dachziegelig, breit eirund und stumpf oder plötzlich in
ein längeres Spitzchen ausgezogen, oft breiter als hoch, lóffelfórmig hohl,
rings fein gezähnt oder gesägt und mit sehr kurzer, undeutlicher Doppelrippe.
Blattzellen klein und derbwandig, rhombisch bis elliptisch, nach der Basis zu
mehr 6seitig bis rektangulär, glatt oder papillös, oder auch auf der Unterseite
fast igelstachelig. Blüten zweihäusig, ast- und stengelständig, meist am
Grunde der jungen Seitenäste, mit längeren, rotbraunen Hüllbll. und spärlichen
fadenfórmigen Paraphysen. Perichätialbll. ebenfalls rotbraun, lanzettlich ver-
lingert und lang zugespitzt, rippenlos und am Rand gezähnt. Haube sehr
klein kappenförmig und hinfällig. Kapsel auf dünner, glatter, roter Seta
aufrecht und regelmässig, ellipsoidisch mit etwas dickem, kurzem Halse,
stumpfem oder spitz kegeligem Deckel und differentiiertem Ring. Peristom-
zähne lanzettlich-pfriemenförmig, an der Basis verschmolzen, gelblich, durch
die breitere, quergestreifte Aussenflüche gesäumt, aussen mit Längslinie, innen
mit Lamellen. Membran des mit dem Sporensack sich ablösenden inneren
Peristoms kielfaltig, von ?/,—!/, Zahnhöhe, mit lanzettlichen, zwischen den
Zähnen durchtretenden, denselben gleichlangen Fortsätzen und zu je 2 dazwischen
stehenden, kürzeren Wimpern.
Aussereuropüische Arten dieser Gatt. sind nur 2—3 bekannt. Sie bildet
mit der nahe verwandten exotischen Gatt. T’helia eigentlich eine besondere Gruppe
und dürfte daher bei Berücksichtigung der Exoten mit Lindberg zu der Gruppe
der Thelieae zu stellen sein.
1. Myurella julacea (Vill) Br. eur. 1851.
Hypnum Vill. 1789, Pterigynandrum fragile Schleich. 1821, Leskea Sehwgr. 1804,
Hypnum moniliforme Wahlenb. 1812, Isotheeium moniliforme Hüben. 1833, Leskea moniliformis
ils. 1855; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 667.
| Zweihäusig; die gelbroten d Blüten mit eilanzettlichen, ripplosen, am
Rande fein gezühnten Hüllbll. Dicht kissenförmige, 2—3 und selbst 6 cm
hohe, gelblich- oder bläulichgrüne, innen gelbrote Rasen mit meist aufrechten,
1) Von avovgos mäuseschwanzartig wegen der drehrunden Sprossen.
— 339 ست
trocken sehr zerbrechlichen, kützchenfórmigen, unregelmässig gabelig bis büschelig
verzweigten, an der Basis der Sprosse büschelig wurzelhaarigen Stengeln und
drehrunden Ästen. Bl. gedrängt dicht dachziegelig anliegend, breit
eirundlich und stumpf oder mit kurzem, stumpflichem Spitzchen, nur '/, bis
höchstens tj, mm lang und etwa ebenso breit, löffelartig hohl und rings fein
gezähnt, mit fast verschwindender, sehr kurzer, einfacher oder doppelter
Rippe. Blattzellen derbwandig und glatt oder an den Ecken schwach papillös,
rhombisch-6 seitig, meist 8 u und etwa 2 mal, mitten bis 3 mal so lang, nach
der Basis zu mehr quadratisch oder kurz rektangulär und bis 10 u. Perichätialbll,
derb, rotbraun, länglich lanzettlich und scharf zugespitzt, bis 1 mm lang.
Kapsel auf 0,5—1,5 cm langer, roter, gedrehter Seta aufrecht und regelmässig,
oval oder länger ellipsoidisch, grünlichgelb, mit kurzem Halse, stumpfem,
etwas gewölbt kegeligem, orangefarbenem Deckel und 2—4reihig stückweise
sich ablösendem Ring, entdeckelt unter der weiten Mündung verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, am Urnenrand etwa 4 Reihen
abgeplattet, an der Basis mit Spaltöffnungen. Peristomzähne bleichgelb und
gesäumt, lanzettlich-pfriemenförmig, an der Basis verschmolzen, aussen quer-
gestrichelt und mit ziekzackförmiger Dorsallinie, innen mit bis 28, aufwärts
mehr scheibenförmigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms hell gelblich
und papillös, von !/, Zahnhóhe, mit lanzettlich-pfriemenförmigen, in der Kiel-
linie ritzenfórmig durchbrochenen, den Zähnen gleichhohen Fortsätzen und
kürzeren, fadenförmigen, zuweilen durch einzelne Querglieder verbundenen
Wimpern. Sporen 10-14 u, ockerfarben und fast glatt. Reife im Juli und
August. Br. eur. Vol. VI, Tab. 560.
Auf Humus und an humösen Felsspalten auf Kalk und kalkhaltigen Ge-
steinen durch die Alpenregion von 1500 bis in 3500 m aufsteigend, seltener
stellenweise bis 400 m herabgehend, auch in Finnland, Skandinavien, Britannien
und Nord-Amerika; von Villars bereits 1784 in der Dauphinée in Frankreich ent-
deckt. Nach Arnell im Jeniseithale Sibiriens durch das ganze Gebiet bis in die
arktische Region zerstreut, S. XXXV, 13, a und b) BH., c) Habitusbild, d) Kapsel;
gez. nach einem von E. Correns in der Schweiz ges. Expl.
i Var. scabrifolia Lindb. mit auf der Unterseite durch längere Papillen rauhen,
mit kurzem Spitzchen versehenen Bll. — in Finnland;
var. gracilis Kindb. — M. gracillima Kindb., eine kleinere Form in 5—10 mm
hohen, dichten Räschen mit dünneren Stengeln und auf der Unterseite nur schwach
papillösen, mit winzigem Spitzchen versehenen Bll. — auf dem Dovrefjeld in
Norwegen. .S. XXXV, 13, e) Bl.; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare
Kindbergs.
2. Myurella apiculata (Hüben.) Br. eur. 1851.
Isothecium Hüben. 1833, Hypnum Theden. 1849. Hypn. moniliforme var. apiculatum
Somm. 1826, H. julaceum f. gracilior C. Müll. 1851, Myur. tenerrima Lindb. 1879; ef. Rbh.
Kr. Fl. IV, Nr. 668.
' Zweihäusig; Blüten wie bei voriger Art. Habituell der M. julacea sehr
ähnliche, nur oben lockerere Rasen mit lockerer dachziegelig —
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— 3840 —
oft perlschnurartigen Sprossen. . Bll. feucht wie trocken locker dachziegelig
aufgerichtet, oft etwas abstehend, hohl, breit eifórmig, resp. bauchig-halbkugelig
oder mehr eifórmig und plótzlich in eine schmale, zurückgebogene
Spitze verschmälert, rings durch mamillös vortretende Zellecken gezähnelt
und ohne oder mit undeutlicher, sehr kurzer Rippe. Blattzellen meistens
etwas kürzer und breiter als bei voriger Art, deutlicher 6seitig, 9—10 u,
weniger derbwandig, jedoch auf der Rückseite der Bll schwach papillös.
Perichätialbll. derb und gelbrot, die inneren bis 1,5 mm lang und in eine
einzellreihige, abwürts stumpflich gezühnte Pfriemenspitze ausgezogen. Kapsel
auf 1—1,5 cm langer, roter Seta aufrecht und regelmässig, fast verkehrt
eifórmig, oval oder länger ellipsoidisch, mit kurzem, dickem Hals, gewölbt-
kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel und 2reihig sich abrollendem
Ring, entleert nicht oder nur wenig unter der weiten Mündung verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, rektangulär-6 seitig, am Urnen-
rand nur wenige (1—2) Reihen abgeplattet oder rundlich-6seitig. Peristom
ähnlich wie bei julacea, nur etwas kleiner und das innere mit nicht durch-
brochenen Fortsützen auf etwas niedrigerer, kielfaltiger Membran, sowie mit
fadenfórmigen Wimpern ohne Anhängsel. Sporen 12—16 u, hellbraun und
feinwarzig. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 560.
Auf feuchtem Humus kalkhaltiger Gesteine und namentlich auf Kalk in der
Alpenregion von 1700—-3600 m, in Finnland und auf dem Dovrefjeld in Norweger,
sowie in den Rocky-mountains Nord-Amerikas ziemlich häufig. Nach Bescherelle
auch aus Algier und nach Berggren aus Spitzbergen und Grönland bekannt.
S. XXXV, 14, a bis c) Bll, d und e) Kapseln, f) stürker vergrósserte Blattspitze:
g) Peristom; gez. nach von J. E. Zetterstedt bei Kongsvold in Norwegen ges. Expll.
3. Myurella Careyana Sulliv. 1856.
Hypnum gracile Weinm. 1845, H. sibiricum C. Müll. 1851, Myur. gracilis Lindb. 1886,
M. apiculata v. ciliata Chal. 1886, M. Julacea v. aspera Lindb. 1876; cf. Rbh. Kr. F1. IV, Nr. 669.
Zweihäusig. Habituell der vorigen Art sehr ähnliche, glanzlose, lockere,
flache Rasen mit locker beblätterten, oft gegen das Ende etwas verdünnten,
zugespitzten Sprossen. Bil. aus löffelförmig hohler, breit eirunder Basis
plötzlich schmal und fast fadenförmig zugespitzt, durch lang vorspringende
Zellen fast wimperig gezähnt und auf der Rückseite igelstachelig
mamillös, resp. scheinbar mit zapfenartigen Papillen, jedoch mehr mamillös
wie papillös, fast ohne Rippe. Kapsel mehr verkehrt eilänglich und mit
stumpf kegeligem, mit Warze versehenem Deckel. Sporen 2
Auf feuchtem Humus kalkhaltiger Gesteine und auf Kalk in Steiermark in
530—730 m, häufiger in Nord-Amerika, jedoch auch aus Norwegen, Sibirien und
dem nördlichen Russland bekannt. Von Arnell 1876 bei Stolba und Krasnojarsk
in Sibirien an Kalkfelsen gesammelt. S. XXXV, 15, a und b) Bll., c) Stengel-
und Blattquerschnitt; gez. nach einem von J. Breidler in Steiermark ges. Expl.
Sporogon non vidi. |
— 341 —
2. Gatt. Pterigynandrum ( Hedw. 1793.
Pterygynandrum Lindb
Dicht- und flachrasige Rindenmoose und Felsbewohner, welche sich von
der Gatt. Pterogoníum namentlich durch die am Hauptstengel befindlichen,
2häusigen Blüten, durch Paraphyllien, dicht papillóse Bll. mit kurzer;
meist einfacher Rippe und die kahle Haube unterscheiden.
Nach Schimper bildet diese Gattung mehr den Übergang von den Leskeaceen
zu den Hypnaceen. Sie ist nur in wenigen Arten bekannt.
1. Pterigynandrum filiforme (Timm.) Hedw. 1793.
Hypnum Timm. 1788, H. cylindricum Dicks. 1790, Maschalanthus Spreng. 1799,
Encalypta Roth 1800, . Pterogonium caespiticium Engl. Bot., Maschalocarpus filiformis Spreng.
1806, Grimmia Web. & M. 1807, Pterogonium Schwaegr. 1811, Leskia ae ica Brid. 1812,
Leptohymenium Hüben. 1833, Neckera ©. Müll. 1850; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 681.
Zweihäusig; die kleinen 6 Blütenknospen nicht nur am ۱
sondern auch an Ästen mit eiförmigen, etwas kurz und stumpflich zugespitzten,
rippenlosen Hüllbll. und fadenförmigen Paraphysen. Dichte, flache, der
Unterlage anliegende, freudig- oder gelblichgrüne, trocken glänzende Über-
züge mit im Alter von Bil. entblóssten, stolonenartigen Hauptstengeln und
2—3 cm langen, fadenförmigen, runden, anfangs aufsteigenden, am Ende
niedergebogenen, oft flagellenartig sich verlängernden und wieder in blüten-
tragende Stengel übergehenden, unregelmässig verästelten sekundären Stengeln.
Stengel und Äste nach einer Richtung der Unterlage flach und dicht anliegend.
Stengelquerschnitt ohne Zentralstrang, mit dünnwandigem, lockerem Grund-
gewebe und 2—3reihiger, gelbroter, dickwandigerer Rindenschicht. Paraphyllien
nicht zahlreich, meist pfriemlich, seltener lanzettlich oder handfórmig. Niederbll.
klein, bleich, lanzettlich und zugespitzt. Laubbll feucht allseitig oder einseits-
wendig abstehend, trocken dachziegelig anliegend, symmetrisch, aus etwas
herablaufender gerader Basis fast verkehrt eifórmig, resp. elliptisch und zu-
gespitzt, mit abwärts zurückgeschlagenem, von der Mitte aufwärts fein gesägtem
Rand, am Rücken rauher, papillóser Lamina und zarter, einfacher, zuweilen
gabeliger oder doppelter, kurzer, 2schichtiger Rippe. Blattzellen nur wenig
verdickt, verlängert rhombisch, aufwärts 7 u und 2—3 mal so lang, in der
Mitte der Basis bis 5 mal so lang, verlüngert rektangulür bis fast linear, nur
3—4 Randreihen mehr quadratisch und 9 u, an der Insertion orangefarben.
Perichätium wurzelnd, mit breit lanzettlichen, zugespitzten, an der Spitze etwas
krenulierten, fast rippenlosen, flach- und ganzrandigen Hüllbll. Haube fast bis
zum Kapselhalse reichend, gelblich und kahl. Kapsel auf 1—2 cm langer,
unten rötlicher, oben gelber Seta aufrecht und regelmässig, zylindrisch, kurz-
halsig, رس ی rot- und engmündig, mit aus kegeliger Basis schief und
stumpf امومع Ibem Deckel von !/, Urnenlünge und differentiiertem,
2—3 reihigem, in وا Zellen sich ablösendem Ring, trocken schwach
runzelig, entdeckelt 2 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
1) Von zrz£gv£ Flügel, yv»; Weib und dvjg Mann wegen der Blüten in den Blattachseln.
— 342 —
am Urnenrand 4—5 Reihen kleiner, quadratisch oder abgeplattet, am Hals
mit wenigen Spaltöffnungen. Peristomzähne hellgelb bis goldgelb, klein, schmal
lanzettlich, entfernt gegliedert und an der Basis verschmolzen, mit unregel-
müssigen, buchtigen Seitenrändern, aussen gegen die Basis schwach papillös
quer- und schrägstreifig, innen ohne Lamellen; Aussen- und Innenschicht der
Zühne ziemlieh gleich stark entwickelt. Inneres Peristom ohne Wimpern, nur
aus kurzen, pfriemliehen Fortsützen auf nicht vortretender Basilärmembran ge-
bildet. Sporen 12— 18 u, rostbraun und fein papillós. Reife im Sommer.
Br. eur. Vol. V, Tab. 466.
In schattigen Laubholzwaldungen, insbesondere an Stämmen und Wurzeln der
Buchen oder an Steinen, von der Bergregion Europas bis in die Alpenregion auf-
steigend und bis 1400 m häufig, seltener in Skandinavien; von Chr. Timm in
Mecklenburg entdeckt. Auch aus Algier und Tunis, sowie aus Nord-Amerika be-
kannt. Höchster Standort bei Schladming in Steiermark in 2550 m. S. XXXVII, 8,
a und b) Bll, c) Kapsel, d) Peristom, e) Paraphyllien, f) Perichätialbl., sowie
XLI, 2 Peristom; gez. nach dahier bei Laubach und im Vogelsberg ges. Expll.
Var. deeipiens (W x M oc heteropterum Brid. in etwas schwellenden,
lockeren, krüftigeren Rasen, mit am Ende einwärts gekrümmten, stumpfen Asten
und einseitswendigen, verkehrt eilünglichen bis fast spatelfórmigen, mehr stumpflich
zugespitzten Bll., sowie mit besser entwickeltem Peristom und mit den Zähnen fast
gleichlangen Fortsützen — auf feuchtem Kieselgestein und an schattigen Mauern
der Berg- und Alpenregion, von 900— 1500 m öfters fruchtend, steril bis 2700 m
aufsteigend.
3. Gatt. Leskea') Hedw. 1782.
In ausgedehnten, verworrenen, niedergedrückten, schmutzig- oder brüunlich-
grünen Rasen wachsende Rinden- und Felsbewohner mit weit umherkriechenden,
unregelmässig geteilten, büschelig wurzelhaarigen Stengeln und aufrechten,
meist einfachen, teils kürzeren, teils längeren, niemals flagellenartigen Ästen,
ohne Stolonen, mit und ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt rund, teils
mit, teils ohne Zentralstrang. Bll. ziemlich gleichförmig, die Astbll. nur
etwas kleiner, allseitig abstehend, eilanzettlich und breiter oder schmäler zugespitzt,
mit kräftiger, einfacher, vor der Spitze endender, seltener kürzerer gabeliger
Rippe. Querschnitt der letzteren homogen. Blattzellen ziemlich gleichartig,
klein, rundlich 4—6 seitig, glatt oder mamillös, in den Ecken der Basis
mehr qundratisch. Blüten stengelständig, ein- und zweihäusig, mit rippenlosen
d und mit Rippe versehenen و Hüllbll. Perichütium nieht wurzelnd; die Peri-
chätialbll. aufrecht und verlängert. Haube kappenfórmig und kahl; Scheidchen
dagegen meist mit langen Paraphysen. Kapsel auf verlüngerter Seta aufrecht
und regelmässig, ellipsoidisch bis zylindrisch oder schwach gebogen, mit kurzem
Hals, kegeligem oder kurz geschnübeltem Deckel, differentiiertem Ring und
normalen phaneroporen Spaltóffnungen am Halse. Sporensack kurz gestielt und mit
um oder auch von Assimilationsgewebe umgeben. Peristomzähne gelb,
‘) Zu Ehren des Leipziger Professors Leske (7 1786) von Hedwig benannt.
— 343 —
lineal-lanzettlich und gesäumt, aussen meist quer gestrichelt, innen mit zahl-
reichen Lamellen. Inneres Peristom mit den Zähnen gleichlangen Fortsätzen
auf niedriger Basilärmembran und höchstens mit rudimentären Wimpern.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum
Jahr 1879 noch 11 bekannt, während bis jetzt schon fast die dreifache Anzahl
beschrieben ist.
A. Leskeella Limpr. 1895.
Paraphyllien fehlend. Blattzellen glatt. Lamellen der nicht hygroskopischen
Peristomzähne weniger ausgebildet.
1. Leskea nervosa (Schwaegr.) Myrin 1834.
Sr me ER Brid. 1806, Leskea extensa Sprengel 1807, Pterogonium ici 1811,
Leskea norvegica Sommerf. 1826, Maschalocarpus Spreng. 1827, Anomodon Hüben. 1 3, Hypnum
C. Müll. 1851, ی cylindrica W. & M. 1807; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 0
Zweihäusig; die 6 und و Blüten mit Paraphysen, die 3 mit [UTE
zugespitzten, rippenlosen Hüllbll. Dunkelgrüne oder braune bis schwürzliche,
niedergedrückte, ausgedehnte, ziemlich dichte Rasen mit weit umher
kriechenden, bis 8 cm langen, absatzweise büschelig mit gelbroten Wurzel-
haaren besetzten, unregelmässig fiederästigen Stengeln und mit aufrechten,
bis 8 mm langen, dicht gestellten Ästen, am Umfang der Rasen mehr nieder-
liegend fiederästig ausgebreitet, zuweilen auch mit Knospen oder Kurztrieben
in den Achseln der Astbll, ähnlich wie bei Leucodo», jedoch ohne Paraphyllien.
Bll. dicht aufrecht abstehend oder auch einseitswendig, trocken dachziegelig
anliegend und mit zurückgebogenen Spitzen, aus ein wenig herablaufender,
kurzer, eifórmiger, etwas herzfórmiger Basis rasch schmal lanzettlich, fast
pfriemlich verschmälert, bis 1,5 mm lang, mit abwärts schmal zurück-
geschiagenem Rand und je einer Falte längs desselben an der Basis, sowie
mit kräftiger, gelbbräunlicher, in der flach- und ganzrandigen Pfriemenspitze
endender Rippe. Astbll. schmäler und kleiner, flachrandig und selten etwas
einseitswendig. Blattzellen derbwandig und glatt, rundlich-6seitig, 7—9 u,
nach der Mitte zu mehr oval, an der Basis mehr kurz rektangulär und getüpfelt,
in den Ecken jedoch quadratisch, 9—10 y. Perichütium nicht wurzelnd; die
inneren Perichütialbll. bis 3 mm lang, aus halbscheidiger Basis plótzlich lang
zugespitzt und mit zarter, in die Pfriemenspitze eintretender Rippe. Haube bis
zum Kapselhals reichend und kahl; Scheidchen dagegen dicht mit langen
Paraphysen besetzt. Kapsel auf 1 em langer, purpurroter Seta aufrecht und
regelmässig, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch, braun und ziemlich derb-
wandig, mit kegeligem oder kurz geschnäbeltem Deckel und lange bleibendem,
zweireihigem, nur stückweise sich ablósendem Ring, sowie mit sehr kurz gestieltem
Sporensack und sehr engem Luftraum, entdeckelt bis 2,7 mm lang. Peristom-
zühne dolchfórmig und an der Basis verschmolzen, gelblich, oben papillós,
abwärts gesäumt und aussen quer gestrichelt, innen mit bis 30 nicht lamellen-
artig vortretenden Querleisten. Inneres Peristom gelb, mit nur unregelmüssig
ui یه
— 344 —
ausgebildeten, oft nur in knotigen Bruchstücken vorhandenen, kürzeren,
fadenfórmigen, gekielten Fortsützen und hóchstens rudimentüren Wimpern,
meist jedoch ohne Wimpern. Sporen 12—16 u, grünlich oder rostbraun und
fein gekörnelt. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. V, Tab. 472.
An Baumstämmen, insbesondere Buchen, Ahorn und anderen Laubhölzern,
jedoch auch an Tannen und Fichten oder auch an kalkhaltigen Felsen und Mauern
durch die Berg- und Alpenregion Europas bis 2600 m verbreitet, selten fruchtend;
von Pfarrer Seliger in der Gräfschaft Glatz entdeckt und als Leskea extensa an
Starke übersandt. S. XXXV, 8, a und b) Stbll., c) Kapsel, d) Astbl; gez. nach
von R. Graf zu Solms-Laubach in der Jachenau in Bayern ges. Expll Eine
var. sibirica Arnell wurde von Arnell im Jeniseithale Sibiriens noch in der sub-
arktischen Region in 67? n. Br. gesammelt.
2. Leskea rupestris Berggr. 1867.
Pseudoleskea Kindb. 1883, Anomodon Kindb.. 1908, Leskea catenulata v. rupestris
Bryhn 1891; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 670 ex p.
Zweihäusig. Habituell einer zarten Form der vorhergehenden Art, mit
der sie von vielen Autoren als identisch angesehen wird, zwar sehr ühnlich,
unterscheidet sie sich jedoch von derselben durch schmälere, aus nur eifórmiger,
kielig-hohler Basis rasch fast pfriemlich zugespitzte Bll. mit kürzerer, schon
vor dem Pfriementeil verschwindender Rippe und öfters krenuliert gezähnelter
Spitze. Pfriementeil meist 3—2zellreihig, bei den oberen BIl. jedoch mitunter
auch mit 3 einzelnen Endzellen. Blattzellen etwas lockerer als bei voriger
Art, unregelmässiger und stark verdickt, glatt, meist 8-10 u, im Mittelfeld
der Basis verlängert elliptisch, am Rand daselbst gegen die Insertion etwa
3Zellreihen fast quadratisch, in der Pfrieme mehr oval und zwischen diesen
und der Basis selbst mit dreieckigen unregelmüssig vermischt.
. An Felsen auf dem Dovrefjeld in Norwegen, jedoch auch aus Schweden
bekannt, S, XX XII, 8, a—c) Bll., d) Habitusbild, e) Sprossstück; gez. und beschrieben
nach einem von N. C. Kindberg auf dem Dovrefjeld ges. Expl. (comm. Dr. Röll).
Anomodon subrigidulus Kindb. aus dem Herbare Kindbergs ist hiervon kaum
verschieden, nur ist die Rippe oft etwas kürzer und weniger deutlich. Kann leicht
mit Heterocladium heteropterum var. fallax verwechselt werden.
۱ 3. Leskea incrassata Lindb. ۰
Broth. Enum. Muse. Caueasi S. 96; cf. Rbh, Kr. Fl. IV, 2, S. 758.
Zweihäusig. Der L. nervosa nahe verwandte, dichte, gelbgrüne, im Alter
bräunlichgrüne, krüftigere Rasen mit kriechenden, unregelmässig geteilten,
dicht fiederästigen Stengeln und aufsteigenden oder aufgerichteten, höchstens
7 mm langen, dicht beblätterten Ästen. BIL. trocken dachziegelig anliegend,
feucht aufrecht abstehend, aus hohler, eiförmiger, 2faltiger Basis allmählich
lang pfriemenförmig, ganzrandig, mit aufwärts flachem, abwärts mehrzellreihig
umgebogenem Rand und kräftiger, 0,05 mm breiter, ?/, der Lamina durchlaufender,
in die Pfrieme eintretender Rippe. Etwa 5—6 Zellreihen breit vom Rand des
— 345 —
Basalteils treten 2stärker verdickte Zellreihen am Rücken mehr hervor,
so dass sie gleichsam eine Kante bilden. Blattzellen stark verdickt, fast
glatt, aufwärts rundlich, 7— 9 u, abwärts gegen die Rippe mehr kurz oval und
9—10 u.. Innere Perichätialbll. aus scheidiger Basis plötzlich verschmälert
und in eine geschlängelte Spitze auslaufend, ganzrandig, faltig und mit schwacher,
flacher Rippe: Kapsel auf etwa 1 cm langer, glatter, roter Seta aufrecht und
gerade, fast zylindrisch, schwach gekrümmt, kaum 2 mm lang, mit kurzem,
dickem Hals, kegeligem Deckel von !/, Urnenlänge und schmalem Ring. Peristom
wie bei Leskea nervosa, nur die Zähne etwas breiter. Sporen 10—12 u, rost-
farben und papillös.
An Buchenstimmen im Kaukasus von V. F. Brotherus im August 1877
entdeckt. S. XL, 3, a und b) Bll., c) Perichütialbl, d) Habitusbild, e) Kapsel;
gez. nach einem Originalexpl.
B. Euleskea Lindb.
Mit Paraphyllien. Blattzellen mehr oder weniger mamillós. Peristom-
zähne hygroskopisch und auf der Innenseite mit zahlreichen Lamellen.
4. Leskea catenulata (Brid.) Mitten 1864.
Pterigynandrum Brid. 1798, Pterogonium Schleich. 1807, Grimmia Web. & Mohr. 1807,
Hypnum Schwgr. 181 en Hüben. 1833, Pseudoleskea Br. eur, 1852, Thuidium De Not.
1869; cf. Rbh. Kr. " IV, Nr. 6
Zweihäusig, mit ast- und stengelständigen Blüten: die
S Blüten mit fadenförmigen Paraphysen und eilanzettlichen, rippenlosen ۰
Habituell der Z. nervosa ähnliche, dicht verwebte, braune oder oliven- bis
eudiggrüne, starre, brüchige Rasen mit im Umfang kriechenden, 3—6 cm
langen, niederliegenden, unregelmässig fiederästigen Stengeln und nach
der Mitte zu mehr aufgerichteten, fadenfórmigen, drehrunden Asten, sowie mit
kleinen, lanzettlichen oder fadenförmigen Paraphyllien. Bil. dicht gedrängt
allseitig abstehend, trocken dachziegelig, aus eiförmiger bis elliptischer
oder herzförmiger Basis schief lanzettlich zugespitzt, hohl, flach- und
ganzrandig, nur 0,6 mm lang, mit abwärts zurückgebogenem Rand und je
einer Falte an der Basis, sowie mit nur bis zur Mitte reichender Rippe.
Blattzellen stark verdickt, kaum mamillös, fast glatt, vorzugsweise oval,
8—10 u, abwärts nach dem Rand zu in mehreren Reihen queroval, resp. an
der Basis fast quadratisch. Innere Perichätialbll. aus halbscheidiger Basis lang
zugespitzt, ausgebleicht und mit kurzer Rippe, 1,8 mm lang. Haube bis über
die Kapselmitte herabreichend; Scheidchen schwach behaart. Kapsel auf 1 bis
1,5 em langer, geschlüngelter und gedrehter, gelblicher bis € Seta
geneigt, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch, meist etwas gekrümmt, dünn-
wandig und gelblich bis rötlichbraun, mit kegelig kurz ie ی Deckel
und 2reihigem, nicht grosszelligem Ring, entdeckelt unter der Mündung verengt, -
seltener gerade und daher von Schimper der mehr oder weniger gekrümmten
Kapsel wegen zu Pseudoleskea gezogen. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig,
— 346 —
gelb und gesäumt, an der Spitze papillós, abwärts quer gestrichelt, innen mit
gegen 30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von etwa !/,—!/, Zahn-
höhe, mit schmalen, in der Kiellinie zuweilen ritzenfórmig durchbrochenen
Fortsützen und je 2 dazwischenstehenden, zarten, kürzeren Wimpern. Sporen
12—16 u, hell olivenfarben und fast glatt. Reife im Juli und August. Br. eur.
Vol. V, Tab. 478. :
An Kalkfelsen und kalkhaltigen Gesteinen durch die Hügel- und Bergregion
Europas, insbesondere im Alpengebiet von 300—2000 m sehr verbreitet und selbst
noch bis 3481 m am Gross-Glockner aufsteigend. Von Arnell auch bei Krasnojarsk
und Stolba in Sibirien an Kalkfelsen reichlich gesammelt. S. XXXV, 1, a und b) BI.,
c und d) Kapseln, e) stärker vergrösserte Blattzellen, f) Paraphyllien; gez. nach von
R. Graf zu Solms-Laubach in der Rhón und von J. Thériot in den Basses Alpes
in Frankreich cfr. ges. Expll.
Var. lawifolia Kindb., eine langästige grüne Schattenform, identisch mit
f. filescens Boul.
Leskea subtectorum Dism. — Pseudoleskea Thér. (Rev. br. 1900, 8. 17),
welche Chevallier in 2000 m bei Modane in Savoyen und Thériot 1894 in den
Hautes-Alpes Frankreichs gesammelt hat, unterscheidet sich von voriger Art durch
weniger verdicktes Zellnetz der etwas grösseren, ovalen Bll. und längere © Blüten
mit länger zugespitzten Hüllbll. Sie bildet weiche, gelbgrüne, abwärts gelbliche
bis graubraune Rasen und wird von den meisten Autoren nur als eine Varietät
der ihr sehr ähnlichen L. catenulata betrachtet. S. XL, 7, a und b) Stbll, c) Astbl.,
d) Habitusbild, e) o Blüte; gez. nach einem von Thériot ges. Expi.
5. Leskea tectorum (A. Braun) Lindb. 1864.
Pterogonium A. Braun 1827, Hypnum Stereodon tect. Brid. 1827, H. dimorphum C. Müll.
1851, Pseudoleskea Schpr. 1864, H. dimorphum v. tectorum Rabh. 1848; cf. Rbh. Kr. Fl. IV.
Nr. 672
Zweihäusig; die ۵ Blüten mit rippenlosen, eifórmigen, kurz zugespitzten
äusseren, stumpfen bis abgerundeten, zarten inneren Hüllbll. und nur wenigen
fadenfórmigen, hyalinen Paraphysen. Habituell an eatenulata erinnernde, dunkel-
bis braungrüne, glanzlose, meist kreistórmige, der Unterlage angedrückte
Rasen mit im Umfang kriechenden, ziemlich regelmässig fiederüstigen,
bis 5 em langen Stengeln, in der Mitte mehr aufsteigenden, 2—4 mm langen
Asten und nur wenigen kleinen Paraphyllien. Bll. gedrüngt allseitig abstehend,
trocken anliegend, ausnahmsweise etwas einseitswendig, aus etwas herablaufender,
breit eiförmiger, resp. eirundlicher hohler Basis meist plötzlich lanzettlich
zugespitzt, ganzrandig, mit nur undeutlich zurückgebogenem Rand und noch vor
er Mitte verschwindender, in halber Hóhe ungleich 2 schenkelig geteilter
Rippe. Astbll. schmäler, weniger rasch kürzer und breiter zugespitzt und
mit kürzerer, zuweilen einfacher, fast verschwindender Rippe. Blattzellen
etwas weniger verdickt, resp. nur müssig verdickt, oben und neben der Rippe
mehr oval bis verlüngert rhomboidisch, 9—12 u, nach den Rändern zu und an
der Basis kürzer, daselbst in mehreren Reihen allmühlich quadratisch oder
kurz rektangulär, an der Basis bis 14 u. Perichätialbll. pfriemenförmig
— 347 —
zugespitzt, längsfaltig, bleich und rippenlos, bis 3 mm lang, die innersten
kürzer und an der gestutzten Spitze gezähnt. Haube bleich, bis zur
Urnenmitte reichend. Kapsel auf 1,5 cm langer, purpurroter, unten geknieter,
oben gedrehter Seta etwas geneigt, zylindrisch und schwach gebogen, rötlich-
braun, mit kurz und schief kegelig geschnübeltem Deckel und 2reihigem, in
einzelnen Zellen vom Deckelrand sich ablösendem Ring. Peristomzähne an
der Basis nicht verschmolzen, durchaus gelb und zart gesäumt, aussen quer-
gestrichelt, innen mit bis 25, an der Basis durch Leisten verbundenen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms nur von !/, Zahnhóhe, mit schmalen, nicht
durchbrochenen, an den Gelenken eingeschnürten Fortsützen und nur rudimentären
Wimpern, meist ohne Wimpern. Sporen 10—14 u, hellbraun und glatt. Reife
im August,
Auf Holz-, Schiefer- und Ziegeldächern, seltener an Mauern oder Baumstämmen
im südwestlichen Europa bis in 570 m, längs des Rheins bis Mainz, in der Schweiz und
in Tirol, mit Frucht nur in Norwegen im Thale Guldbrandsdalen von E.Ryan gesammelt;
von Alex. Braun bei Karlsruhe entdeckt. Soll nach Arnell auch bei Kungur im
Gouvernement Perm an Kalkfelsen reichlich vorkommen. §. XV, 3, a und b)
Stglbll, c) Habitusbild, d und e) Astbll; gez. nach einem von Goll auf alten
Dächern bei Bótzingen am Kaiserstuhl und nach von Róll in Auerbach an der
Bergstrasse ges. Expll.
6. Leskea rigidula (Kindb.) 1883.
Anomodon Kindb. 1883, Lescuraea Kindb. 1888; cf. Skandin. Bladmossflora 1903, Nr. 11.
Bis jetzt nur steril bekannt. Dicht polsterförmige, sehmutzig- bis bräunlich-
grüne, innen rostfarbene Polster, mit mindestens 2—3 cm langen, unregel-
mässig bis büschelig verüstelten, gegen die grünen Sprossenden meist etwas keulig
beblütterten Stengeln mit lanzettlichen, 2—3 zellreihigen Paraphyllien. Stengel
und Äste noch etwas kräftiger als bei tectorum. Bll. trocken dicht dachziegelig
anliegend, aus hohler, 2faltiger, eifórmiger bis herzeifórmiger Basis etwas
kurz und breit lanzettlich zugespitzt, ganzrandig, mit aufwürts flachem, gegen
die Basis 3—4 Zellreihen breit zurückgeschlagenem Rand und breiter, dünner,
flacher, meist erst vor der Spitze, resp. weit über der Mitte sich auflósender
Rippe. Blattzellen nicht oder kaum verdickt, meist 9—10 u, gegen die
Spitze rhombisch, abwürts mehr oval, jedoch gegen den Rand der Dasis in
3—4 Reihen fast quadratisch. Rippe 40—60 u, also fast doppelt so breit als
bei den beiden vorigen Arten.
Von N. C. Kindberg am 22. Juli 1879 an Felsen bei Kongsvold in Norwegen
entdeckt. S. XX XIX, 10, a und b) Stbll, c und d) Astbll., e) Paraphyllien; gez.
nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Kindbergs. Wird von Limpr. als
identisch mit Z. nervosa betrachtet, unterscheidet sich jedoch von derselben durch
kürzer zugespitzte Bll. und die Paraphyllien, sowie von den übrigen vorhergehenden
Arten durch die sehr breite Rippe. Nach dem Bl. steht sie gleichsam zwischen
L. eatenulata und polycarpa in der Mitte und scheint nach der Beschreibung von
Brotherus in der Enumeratio musc. Caucasi der Leskea latifolia nahe zu stehen.
ع 348 —
7. Leskea polycarpa Ehrh. 1788.
Hypnum medium Dicks. 1790, Hypnum polycarpon Hoffm. 1796, Leskea paludosa ۰
polycarpa Hartm. 1849; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 673.
Einhäusig; die kleinen knospenförmigen 6 Blüten mit breit elliptischen,
meist stumpflich, kurz und schief zugespitzten Hüllbll., jedoch ohne Paraphysen.
Freudig- oder schmutziggrüne, etwas weiche, glanzlose, lockere, verworrene,
flache Rasen mit umherkriechenden, mehrere em langen, unregelmässig ver-
ästelten und geteilten, hier und da mit gelbroten, glatten Wurzelhaaren besetzten
Stengeln, ungleichlangen, 3—6 mm langen, meist aufrechten Ästen und zahl-
reichen lanzettlichen oder pfriemenfórmigen, kurzen Paraphyllien.
Stengelquerschnitt mit Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und gelbgrüner
Rindenschicht. BI. feucht aufrecht abstehend, oft etwas einseitswendig, trocken
verbogen anliegend, bis 1,3 mm lang, aus etwas herablaufender, breit eifórmiger
bis fast herzeifórmiger Basis allmühlich zugespitzt, hohl und ganzrandig,
an der Basis mit je einer Falte und zurückgeschlagenem Rand, sowie mit
kräftiger, grüner, fast durchlaufender, vor der Spitze endender Rippe. ۰
etwas kleiner, stumpflicher und ohne Falten. Blattzellen dünnwan dig und
durchscheinend, auf beiden Seiten mit je einer Papille, in der oberen
Hälfte mehr rhombisch- oder rundlich-6 seitig, 8—10 u, seltener 10—12 u, in
der unteren Hälfte und namentlich nach der Basis zu mehr quadratisch oder
kurz rektangulär-6 seitig, jedoch nicht oder kaum breiter. Äussere Perichätialbll.
oft fast sparrig abstehend, die inneren nur locker anliegend, scheidig, sehr lang
zugespitzt und mit zarter, vor der Spitze endender Rippe. Kapsel auf 1 bis
1,4 cm langer, hellroter, oben links gedrehter Seta aufrecht, schmal verlängert-
ellipsoidisch bis zylindrisch, dünnwandig, grünlichgelb bis gelbbrüunlich, mit
verschmälertem Hals, spitz kegeligem Deckel und 2—3 reihig sich abrollendem
Ring, trocken und entdeckelt unter der Mün dung mehr oder weniger verengt,
2—3 mm lang, zuweilen etwas geneigt und schwach gebogen. Peristomzähne
dicht und fein papillös, weisslich oder hell gelblich, schmal linealisch,
trocken stark eingekrümmt, fast ungesäumt und nur an der Basis aussen
etwas querstreifig, innen mit über 30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms
sehr niedrig, von kaum ما Zahnhóhe, mit den Zähnen fast gleichbreiten
und gleichlangen, in der Kiellinie ritzenfórmig durchbrochenen bis gespaltenen,
papillósen Fortsützen und höchstens rudimentüren, nur in einzelnen Gliedern
angedeuteten Wimpern. Sporen 8—10 oder 10—12 u, grünlichgelb oder gelb
und glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. V; Tab. 470.
An Baumstümmen, Wurzeln und Steinen an schattigen, feuchten Orten durch
die Ebene bis in 600 m in Europa und Nord-Amerika sehr verbreitet; war schon
Dillen 1718 um Giessen bekannt. Nach Arnell in dem Jeniseithale Sibiriens in
der Urwaldregion häufig, seltener in der subarktischen und arktischen Region.
S. XXXV, 12, a und b) Stengelbll., c) Peristom, d und e) trockene und frische
Kapsel, f) Paraphyllien, g) Blattquerschnitt; gez. nach dahier bei Laubach ges.
Expll. Die Papillen sind bei der var. paludosa mehr auf der Rückseite der Bll.
en
— 3849 —
Var. paludosa (Hedw.) Schpr. eine krüftigere Form mit längeren Stengeln,
mehr ausgebreiteten, bis 8 mm langen Asten, weniger dicht gestellten, etwas
grösseren, länger zugespitzten Bll, etwas grösseren, fein gekörnelten Sporen von
10—14 u und längerer, zuletzt rotbrauner Kapsel — an zeitweise überschwemmten
Baumstämmmen und Steinen etc. in der Nähe des Wassers;
var. ezilis (Starke) Milde = tenella Br. eur. in feineren, fast an Amblystegium
subtile oder serpens erinnernden Rasen, resp. eine in allen Teilen kleinere Form —
an trockenen Standorten.
8. Leskea latifolia Lindb. 1892.
ef. Brotherus, Enumer. muse. Caucasi, S. 97.
Einhäusig. Stengel lang kriechend, mit kurzen, nicht verschmälerten
Ästen und zahlreichen Paraphyllien. Bl. aus etwas herablaufender, breit
herzeiförmiger Basis plötzlich lang zugesitzt, 0,85 mm lang und 0,48 mm breit,
mit dünner, in der Spitze endender Rippe. Blattzellen glatt, oben rhombisch-
6 seitig, 10 u und über doppelt so lang, an der Basis fast quadratisch. Sporogon
bis jetzt unbekannt.
An schattigen Kalkfelsen in der Waldregion des Kaukasus von Dr. V. F.
Brotherus gesammelt. S. LII, 10, a bis c) Bll, d) Habitusbild; gez. nach einem
von Dr. Bauer erhaltenen Expl, das jedoch der Paraphyllien entbehrt und eher
an ein dem varium nahe stehendes Amblystegium erinnert.
9. Leskea grandiretis Lindb. 1892.
ef. Brotherus, Enum. musc. Caucasi, S. 97.
Einhäusig. Habituell an Anomodon rostratus erinnernd. Bl. lanzettlich
und allmählich in eine geschlängelte, haarfeine Spitze verschmälert, 0,95 mm
laug und 0,3 mm breit, mit dicker, über der Mitte endender Rippe. Blattzellen
rundlich, 12—20 u, zerstreut mit hohen Papillen besetzt. Perichätialbll. halb-
scheidig, aufrecht, plötzlich abgestutzt und mit Spitzchen, sowie mit dünner
Rippe. Kapsel auf 6 mm langer Seta aufrecht und länglich.
An Bäumen in der mittleren Waldregion des Kaukasus von Dr. V. F. Brotherus
gesammelt (non vidi).
Unbestimmt in bezug auf die Stellung im System, weil nur mit G Blüten
bekannt, ist:
10. Leskea algarvica Schpr. 1876.
Thuidium Solmsii Milde in herb.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 765.
Zweihäusig; die kleinen, stengelständigen Blütenknospen mit eifórmigen,
rippenlosen, am Rande gezähnelten, scharf zugespitzten äusseren und zarten,
stumpflichen inneren Hüllbll., nur wenigen Antheridien und vereinzelten, faden-
fórmigen, hyalinen Paraphysen. Habituell an Th. punctulatum | erinnernde,
lockere, niedrige, brüunliche, glanzlose Rüschen mit bis 2 cm langen, nieder-
liegenden, hier und da mit Wurzelhaaren besetzten, etwas unregelmässig beasteten,
dünnen Stengeln, kurzen, stumpfen oder am Ende verschmälerten, aufrechten
Asten und nur wenigen verschiedenartig gestalteten Paraphyllien. Stengel-
— 350 —
querschnitt ohne Zentralstrang. Bll. gedrängt, feucht aufrecht abstehend, trocken
locker eingebogen, aus wenig herablaufender, dreieckig herzeiförmiger Basis
rasch scharf zugespitzt und mit etwas geschlüngelter Spitze, bis 0,66 mm
lang und 0,45 mm breit, an der Basis 2faltig, am Rücken dicht mit langen
Papillen besetzt, resp. nach Limpr. mit durch lang mamillóse Zellwände am
Rücken rauher Lamina, sowie mit flachem, rings fein gesügtem Rand und
gelbgrüner, in die Pfriemenspitze eintretender Rippe. Blattzellen nach Limpr.
in Mehrzahl prosenchymatisch, oben rhombisch bis rhombisch-6 seitig, 6 u und
etwa 1,5 mal so lang als breit, in der Spitze verlängert, in der Mitte der Basis
mehr länglich-6 seitig, 6 u und 3 mal so lang, gegen die Ränder kürzer, in den
Ecken der Basis wenige quadratisch. Sporogon und © Blüten unbekannt.
Von H. Graf zu Solms-Laubach in den Kastanienwüldern bei Monchique in
Algarvien 1866 entdeckt. Soll nach Schpr. den Habitus einer Leskea besitzen,
während Form und Struktur des Bl. mehr an ein Thuidium erinnern. Auch Limpr.
hält die Pflanze nach den Expll im Herbare Mildes für ein Thuidium (non vidi).
4. Gatt. Anomodon') Hook. & Tayl. 1818.
Ziemlich kräftige, starre Waldmoose und Felsbewohner in lebhaft- bis
braungrünen, glanzlosen, innen meist ockergelben Rasen mit kriechendem,
kleinblätterigem, stolonenartigem Hauptstengel und aufsteigenden oder auf-
rechten, وت رن Lage und verüstelten sekundären Stengeln, meist mit
Stolonen, oder lä ten Ästchen jedochohne Paraphyllien.
تم ماد فیط und dihe رت mit lockerem Grundgewebe und
mehrschichtiger Rindenschicht. Niederbll. klein und bleich, meist aus breiter,
eiförmiger Basis rasch lanzettlich bis pfriemlich verschmälert. Bll. 5reihig,
dicht allseitig oder einseitswendig und oft sparrig abstehend, trocken verbogen,
fast dachziegelig anliegend, aus wenig oder nicht herablaufender, eiförmiger
oder elliptischer Basis zungenförmig oder lanzettlich bis pfriemlich verlängert,
mit einschichtiger, derber, undurchsichtiger, beiderseits dieht papillöser
mina und an der Basis hell durchleuchtender, kräftiger, abwärts plankonvexer,
aufwärts runder, einfacher, meist vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt
der letzteren homogen mit mehrzähligen Bauch- und Rückenzellen. Blattzellen
klein, parenchymatisch, rundlich-4—6 seitig und beiderseits mit 1- und 2spitzigen
Papillen besetzt, nur in der Mitte der Basis neben der Rippe mehr verlängert,
heller, getüpfelt und glatt. Blütenstand 2häusig, 6 und c Blüten an
sekundären Stengeln und mit fadenfórmigen Paraphysen. Perichätium nicht
wurzelnd; die inneren Perichätialbll. aus scheidiger Basis verlängert, den
Laubbll. ähnlich oder mehr lanzettlich-pfriemenförmig. Haube bis zur Kapsel-
mitte reichend, kappenförmig und kahl; Seheidchen dagegen mit Paraphysen.
Kapsel. auf gerader, verlängerter Seta aufrecht und regelmässig, schmal
ellipsoidisch bis zylindrisch, selten schwach gekrümmt, mit kegeligem bis ge-
schnäbeltem Deckel und meist differentiiertem Ring, trocken unter der Mündung
7) Von ávouos ohne Gesetz, abnorm und ödovg Zahn nach dem Peristom des A. viticulosus.
— 351 —
nieht verengt. Sporensack der Kapselwand anliegend oder kurz gestielt und
mit Luftraum umgeben. Peristomzähne lanzettlich, entweder bleich, papillös
und unregelmässig verdickt, entfernt gegliedert und ohne innere Lamellen,
oder regelmässiger, wie bei Leskea und mit inneren Lamellen. Inneres
Peristom mit nur niedriger, kielfaltiger Membran, kürzeren, fadenförmigen,
nieht durchbrochenen Fortsätzen und höchstens rudimentären Wimpern, in der
Regel jedoch ohne Wimpern. Sporen klein.
Aussereuropäische Arten dieser Gatt. waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr
1879 noch 21 bekannt, während jetzt schon etwa 50 beschrieben sind.
A. Eu-Anomodon Limpr. 1895.
Laubbll. zungenförmig, Perichätialbll. denselben ähnlich. Kapsel ohne
Luftraum und ohne Spaltöffnungen. Zähne des äusseren Peristoms unregel-
mässig verdickt.
1. Anomodon tristis (Cesati) Sulliv. ۰
Leskea Cesati 1838, Hypnum C. Müll. 1851, Leskea fragilis Hook. & Wils. 1841,
Heterocladium Kindh. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 674 und IV, 3, S. 806.
Zweihäusig; die Hüllbll. der schlanken Ç Blüten den Laubbll. ähnlich,
die inneren aus eifórmiger Basis schmal zungenfórmig und stumpf. Locker
verwebte, niedergedrückte, dünne, braungrüne bis schwärzliche Räschen mit
weit kriechendem, stolonenartigem, nur wenig wurzelhaarigem, mehrere cm
langem Hauptstengel und 5—12 mm langen, steifen, aufrechten, einfachen oder
verästelten, trocken fast fadenförmigen, runden sekundären Sprossen.
Stengelquerschnitt rund und ohne Zentralstrang. Niederbll. des Hauptstengels
kleiner, einseitswendig aufgerichtet, aus eiförmiger Basis plötzlich lanzettlich
verschmälert, mit scharfer, zurückgekrümmter Spitze und kurzer, fast ver-
schwindender Rippe. Laubbll. feucht allseitig sparrig abstehend, trocken
eingebogen anliegend und sehr brüchig, 1 mm lang, aus breit eirunder,
hohler Basis rasch zungenförmig, stumpf oder mit Spitzchen, flach- und ganz-
randig, durch mamillös vortretende Zellen am Rand und besonders an der
Spitze krenuliert, mit weniger kräftiger, dünner, meist in der Mitte schon
endender Rippe. Blattzellen mit mamillöser Aussenwand und zahlreichen
Papillen, oben unregelmässig rundlich-6 seitig, 19-16 u, gegen den Rand etwas
enger und nach der Basis zu mehr quer rektangulär oder quer oval-6 seitig,
nur in der Mitte der Blattbasis länglich, etwa 10 u und fast 2—3 mal so
lang als breit, gelb durehscheinend und schwach getüpfelt. Sporogon unbekannt.
An sonnigen Felsen und Baumwurzeln im südlichen und westlichen Europa,
z. B. bei Meran in Tirol, sowie im Tessin in der Schweiz, jedoch auch aus dem
mittleren Asien und Nord-Amerika bekannt; von Cesati 1837 am Lago maggiore
V, 11, a und b) BI, c) Habitusbild; gez. nach einem von
Graef an Felsen bei Meran in Tirol und nach von Artaria bei Cuasso al Siano
in Oberitalien ges. Expll.
— 352 —
2. Anomodon minor (P. Beauv.) Fürnrohr 1829.
Neckera P. Beauv. 1805, Neckera flaccida Brid. 1819, N. viticulosa v. minor Hedw. 1801,
Isothecium Sull. 1848, Anomodon obtusifolius Br. & Sch. 1843, Hypnum viticulosum v.
B brachycarpum C. Müll. 1851; cf. Rbh. Kr. FI. IV, 2, S. 769.
Zweihäusig. Habituell A. apieulatus nahestehend. Lockere, blaugrüne
Rasen mit einfachen oder geteilten, rundlich beblätterten sekundären Stengeln.
Stämmchen mit kleinzelligem Zentralstrang. Laubbll. feucht allseitig abstehend,
trocken anliegend, aus nicht geöhrter, herablaufender, eilänglicher Basis
rasch zungenförmig, bis 2 mm lang, flach- und ganzrandig, mit gelber, weit
vor der abgerundeten Spitze endender Rippe. Blattzellen undurchsichtig,
rundlich-6 seitig, 8 u, beiderseits dicht papillös, nur in der Mitte der Basis
wenige Zellen verlängert-rektangulär, bis 12 u und heller durchscheinend.
Perichätialbll. länger zungenförmig. Kapsel auf 1 cm langer, gelber, rechts
gedrehter Seta aufrecht und gerade, eilänglich, resp. ellipsoidisch, ohne Hals
und gegen die Mündung verengt, firnissglänzend, gelbbräunlich und dünn-
wandig, mit kegeligem, orangefarbenem Deckel und 2reihig sichabrollendem
Ring, ohne Spaltöffnungen und ohne Luftraum, trocken fein runzelig. Peristom-
zähne linealisch, an der Basis verschmolzen, an der Spitze verschmälert, ent-
fernt gegliedert, weisslich und dicht grob papillós, Membran des inneren
Peristoms niedrig, mit fadenfórmigen, brüchigen Fortsätzen, jedoch ohne
Wimpern. Sporen 14—18 u, rostrot und warzig.
Von H. W. Arnell an der Mündung des Jenisei in Nord-Sibirien gesammelt,
war jedoch schon Hedwig aus Nord-Amerika bekannt. Europüische Standorte sind
mir bis jetzt nicht bekannt geworden. Die Pflanze macht den Eindruck einer
kleineren, breit zungenfórmig stumpfblütterigen Form von A. vitieulosus L.
3. Anomodon apiculatus Br. eur. 1850.
Leskea Schpr. in litt, Hypnum Rugelii C. Müll. 1851; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 675.
Zweihäusig. Habituell an kleinere Formen von viticulosus erinnernde,
flache, ziemlich dichte, 3—6 em hohe, dunkel- bis schwärzlichgrüne Rasen
mit weithin kriechendem, stolonenartigem Hauptstengel, steifen, aufrechten,
wenig geteilten, gleichmässig beblütterten, stumpfen sekundären Stengeln und
nur zuweilen mit kleinblätterigen Stolonen. Stammquerschnitt rund und ohne
Zentralstrang. Bl. feucht allseitig abstehend, nie einseitswendig, trocken ver-
bogen und verdreht locker anliegend, 1,5—2 mm lang, aus herzeiförmiger,
hohler, rundlich geöhrter, nicht herablaufender Basis rasch zungenförmig,
abgerundet oder mit kleinem Spitzchen, ohne Längsfalten, flach- und ganzrandig,
mit welligem Rand und heller, glänzender, dicht vor der Spitze endender,
abwärts plankonvexer Rippe. Blattzellen klein, rundlich-6 seitig, 7—9 u, dicht
und fein papillös, die Randzellen der abgerundeten Blattohren etwas verlängert,
kurz flaschenförmig, bis 15 u und mit 1- und 2spitzigen Papillen, in der Mitte
der Basis rektangulär, 8—12 u und bis 6 mal so lang als breit, heller, getüpfelt
und aufwärts ziemlich deutlich, fast dreieckig von den papillösen, rundlichen
Zellen abgegrenzt. Perichätialbll. den Laubbll. ähnlich. Kapsel auf roter,
س 353 —
8 mm langer, unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht und regelmässig,
fast zylindrisch, gegen die Mündung etwas verschmälert, gänzend braunrot,
derbwandig, mit schmal kegeligem Deckel und 2 reihigem, stückweise in einzelnen
Zellen sich ablösendem Ring, ohne Spaltöffnungen, trocken lüngsfaltig und
um die Mündung mit bis 8 Reihen kleiner rundlich-6 seitiger Zellen. Peristom-
zühne schmal, linealisch-pfriemenförmig, an der Basis verschmolzen, ‚weisslich
und entfernt gegliedert, am Rand wellig gebuchtet, nicht gesäumt, dicht und
fein papillós, mit gerader Dorsallinie und ohne Lamellen. Inneres Peristom
ohne Wimpern, mit fadenförmigen, kurzen, dünnen, brüchigen Fortsätzen auf
niedriger, schwach kieliger Membran. Sporen 9—12 u, rostfarben und gekörnelt.
Reife im November und zeitigen Frühjahr.
An schattigen Felsblócken, besonders an Basalt oder Melaphyr, seltener an
Kalk- und Sandsteinen, sowie am Fusse alter Bäume, namentlich der Buchen, in
der Bergregion Europas und Nord-Amerikas bis 1200 m zerstreut. Für Europa
von J. P. Norrlin 1862 in Finnland entdeckt, hüufiger in Nord-Amerika, jedoch
auch von Arnell im Jeniseithale Sibiriens unweit Krasnojarsk in wenigen Expll.
gesammelt. S. XXXV, 7, a und b) Bil, c) Peristom, d) stärker vergrössertes
Blattohr, e) Kapsel; gez. nach am Taufstein und Geiselstein im Vogelsberg gesammelten
sterilen Expll., sowie nach von Geheeb in der Rhön cfr. ges. Expll. (comm. Röll).
4. Anomodon viticulosus (L.) Hook & Tayl. 1818. ۱
Hypnum L. 1753, Neckera Hedw. 1782, Leskea Spruce 1849, Hypnum reticulatum
L. in Herb.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 676.
Zweihüusig; die 6 wie و Blüten mit Paraphysen. Hüllbll. der ersteren
aus eiförmiger Basis lanzettlich zugespitzt und mit Rippe. Ausgedehnte, lockere,
schwellende, 5—10 cm hohe, freudig- oder auch gelblichgrüne, innen ocker-
farbene Rasen mit kleinblätterigen, stolonenartigen, langen Hauptstengeln und
steifen, nach den Jahresabsätzen geknieten, aufrechten oder aufsteigenden,
2—3 fach gabelig geteilten sekundären Stengeln, sowie mit Stolonen oder steifen
Flagellen. Stammquerschnitt mit diekwandigem Grundgewebe, substereider
Rindenschicht und kleinzelligem, dünnem Zentralstrang. Niederbll. klein, bleich
und glatt, mit lockerem Zellnetz. Laubbll. meist einseitswendig, feucht
fast sparrig abstehend, troeken gekräuselt, bis 3 mm lang, aus nicht geöhrter,
etwas herablaufender, eiförmiger bis eilanzettlicher Basis allmählich lanzettlich-
zungenförmig, stumpflich bis abgerundet, unregelmässig längsfaltig, ganzrandig,
mit an der Basis zürückgebogenem, etwas welligem Rand und kräftiger,
abwärts plankonvexer, dicht vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen rundlich-
6 seitig, 9 u und beiderseits dicht mit kleinen 1- und 2spitzigen Papillen
besetzt, am Rand der Basis meist etwas breiter, bis 12 p, nur in der Mitte
der Basis verlängert rektangulär, bis 12 u und 2—3 mal so lang als breit, auch
daselbst weniger papillós. Perichätialbll. kaum scheidig, mit dünnerer Rippe
und lang zugespitzt. Bll. der Stolonen und Flagellen viel kleiner, aus eiförmiger
Basis plötzlich lanzettlich zugespitzt. Kapsel auf 1—2 cm langer, gelblicher
bis bräunlicher, gedrehter Seta aufrecht oder etwas geneigt, gerade zylindrisch
Roth, Die europäischen Laubmoose. ۰ 23
— 354 —
oder schwach gebogen, glünzend rotbraun, mit schmal kegeligem, kurz und
schief geschnübeltem Deckel und kleinzelligem, 2-reihigem, in einzelnen
Zellen sich ablösendem Ring, entleert längsfaltig. Epidermiszellen der Kapsel-
wand dünnwandig, 4—6 seitig, am Urnenrand 2—3 Reihen kleiner, rundlich
bis abgeplattet, abwärts etwas verlängert, ohne Spaltöffnungen. Peristomzähne
genähert, an der Basis vereinigt, linealisch, hell gelblich, aufwärts entfernt
gegliedert, grubig und grob papillös, auch zuweilen mit wenigen Längswülsten,
nach der Basis zu mit ziemlich grader Dorsallinie, jedoch ohne innere Lamellen.
Inneres Peristom ohne Wimpern, mit fadenförmigen, brüchigen Fortsätzen auf
nicht über den Ring vortretender Membran. Sporen 14—18 u, rostfarben und
feinwarzig. Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 476.
Am Fusse alter Bäume, an schattigen Felsen und auch auf der Erde, namentlich
an schattigen alten Mauern, von der Ebene durch die niedere Bergregion in Europa
wie Nord-Amerika häufig und oft reichlich fruchtend, in Steiermark und Tirol noch
in 1400—2000 m; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. Findet sich
nach Bescherelle auch in Algier, nach Kindberg in Norwegen, Schweden und
Finnland. S. XXXV, 6, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom, e) inneres Hüllbl.
der Ğ Blüte mit Antheridium, f) Bl. der Flagellen, resp. Stolonen; gez. nach dahier
bei Laubach und bei Darmstadt ges. Expll.
B. Pseud-Anomodon Limpr. 1895.
Laubbll. zugespitzt bis pfriemenfórmig. Perichätialbll. mit mehr verlüngerten
Zellen. Kapsel mit Luftraum und mit Spaltóffnungen.
5. Anomodon attenuatus (Schreb.) Hüben. 1833.
Hypnum Schreb. 1771, Leskia Hedw. 1787, Neckera Myrin 1834; cf. Rbh. Kr. FL IV,
Nr. 677.
Zweihäusig; die kleinen 6 Blüten mit aus eiförmiger Basis zugespitzten,
bleichen, rippenlosen Hüllbll. und zahlreichen Antheridien und Paraphysen.
Gelblich- oder freudiggrüne, später bräunliche, innen ockerfarbene, etwas ver-
worrene, 2—4 cm hohe Rasen mit weit umherschweifenden, mit rotgelben
Rhizoiden und rippenlosen Niederbll. besetzten Hauptstengeln, und gekniet
aufsteigenden, büschelig verästelten sekundären Stengeln mit eingekrümmten
Asten, oder auch fast unregelmässig gefiederten sekundären Stengeln mit
peitschenförmig verlängerten spitzen Ästchen und oft zahlreichen Stolonen.
Stammquerschnitt rund, mit dickwandiger, gelbroter Rindenschicht, jedoch ohne
Zentralstrang. Niederbll. bleich und rippenlos, eifórmig und zugespitzt. Laubbll.
2 mm lang, oft etwas einseitswendig, aus en ger, verschmälerter, etwas herab-
laufender, eifórmiger Basis lanzettlich-zungenförmig, stumpflich oder mit
. Spitzchen, meist flachrandig, nur hier und da am Rande eingeschlagen, mit
| gelber oder rötlichgelber, glänzender, kurz vor der Spitze endender, heller Rippe
und 3—5 groben Zähnen an der Spitze. Blattzellen rundlich-6 seitig, 7—9 U,
etwas kollenchymatisch und dicht papillös, in der Mitte der Basis hellgelb,
9 u, verlängert rektangulär, getüpfelt, und 4—8 mal so lang als breit. Perichätialbll.
— 355 —
mit dünner Rippe, in der unteren Hälfte fast scheidig, aufwärts lanzettlich-
pfriemenförmig und glatt, mit fast sparrig abstehender Spitze. Kapsel auf
1—2 em langer, roter, rechts gedrehter Seta aufrecht, zylindrisch, rostbraun,
mit aus schmal kegeliger Basis geschnübeltem Deckel, kurz gestieltem Sporen-
sack und wenigen Spaltöffnungen am Halse, jedoch ohne Ring. Epidermiszellen
der Kapselwand meist kurz rektangulär-6 seitig, gegen den Urnenrand allmählich
rundlich-6 seitig, jedoch nur 2 Reihen kleiner. Peristomzähne an der Basis
vereinigt, lanzettlich-pfriemenfórmig, gelblich, ungesäumt oder nur undeutlich
gesäumt, mit zickzackfórmiger Dorsallinie, aussen abwärts quer gestreift, auf-
würts mit Lüngsstrichelung und mit bleichen papillösen Spitzen, innen mit
20—25 niedrigen, an den Seitenründern vortretenden Lamellen. Inneres Peristom
mit fadenförmigen, den Zähnen oft fast gleichlangen Fortsützen auf schwach
kielfaltiger Membran von !/, Zahnhöhe, sowie mit kurzen, fadenfórmigen Wimpern
oder auch ohne Wimpern. Sporen 7—9 oder 9—12 u, bräunlichgrün und
fast glatt. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. V, Tab. 475.
Am Fusse alter Bäume und an schattigen Felsen von der Ebene durch die
niedere Bergregion häufig, seltener mit Frucht; von Schreber bei Leipzig entdeckt,
war jedoch auch schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. In Steiermark und
Kärnthen noch in 1900-1400 m, in der Schweiz bis 1900 m, auch häufig in Nord-
Amerika, seltener in Finnland und Skandinavien, fehlt in England. S. XXXV, 5,
a und b) Bl., c) Kapsel, d) Peristom, e) kleineres Bl. der Flageilen; gez. nach
dahier bei Laubach ges. Expll.
6. Anomodon longifolius (Schleich.) Bruch 1848.
Pterogonium Schleich. 1807, Hypnum C. Müll. 1851, Hypnum tenellum Myrin, Leskea
Spruce 1847, Leskea incurvata Myrin 1834, Pterigynandrum nervosum var. longifolium Brid.
1827; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 678.
Zweihüusig, gemischtrasig; die kleinen 6 Blüten mit eifórmigen, zu-
gespitzten, rippenlosen üusseren und lünger zugespitzten, dünnrippigen bis rippen-
losen inneren Hüllbll., nebst fadenförmigen Paraphysen. Freudiggrüne, spüter
gelbliehe bis brüunliche, der vorigen Art ühnliche, feinere Rasen mit stolonen-
artigen, mit roten Rhizoiden büschelig besetzten Hauptstengeln und aufsteigenden,
durch dünne, oft flagellenartig verlängerte Astchen unregelmüssig gefiederten,
fast büschelästigen sekundären Stengeln. Stammquersehnitt mit dünnem, klein-
zelligem Zentralstrang. Niederbll. des Hauptstengels klein, bleich und glatt,
kurz- und zartrippig. Laubbll. selten etwas einseitswendig, 1,5— 2,5 mm lang,
aus eiförmiger, 2faltiger Basis wit oft abgerundeten Ecken lanzettlich und
allmählich lang und scharf zugespitzt, flach- und ganzrandig, nur hier
und da am Rande etwas umgebogen, durch Papillen krenuliert, mit gelbbrauner,
aufwärts etwas geschlängelter, meist mit der Spitze, seltener etwas vor derselben
endender Rippe. Bll. der Flagellen schmal lanzettlich, zart- und kurzrippig.
Blattzellen verdickt, fast durchaus rundlieh oder oval, resp. rundlieh- oder
-oval-6seitig, 9—12 u, undurchsichtig und beiderseits mit je einer Papille auf
dem Lumen, in der Mitte der Basis gelblich, mehr oval oder kurz Tee
س 356 —
und bis 16 u, stark verdickt und getüpfelt. Innere Perichätialbll. aus scheidiger,
zartrippiger Basis in eine geschlängelt abstehende Pfriemenspitze verschmälert.
Kapsel auf 0,5—1 cm langer, gelber, rechts gedrehter Seta aufrecht und gerade,
zylindrisch oder etwas hochrückig, rostfarben, mit schmal kegeligem Deckel
und kleinem Luftraum am Fusse des Sporensacks, jedoch ohne Ring. Epidermis-
zellen der Kapselwand meist rektangulär, dickwandig, am Urnenrand 4—5 Reihen
abgeplattet. Peristomzähne gelb, aus breiter, vereinigter Basis rasch linealisch,
mit gerader Dorsallinie, unten quer, aufwärts längs gestreift und papillös, innen
ohne Lamellen. Inneres Peristom ohne Wimpern, nur mit fadenfórmigen, zer-
brechlichen, papillösen Fortsätzen auf gelblicher, niedriger Membran. Sporen
16—18 u, olivengrün und fast glatt. Reife im Herbst und Winter. Br. eur.
Vol. V, Tab. 474.
Am Fusse alter Bäume und an schattigen, vorzugsweise kalkhaltigen Felsen
von der Ebene durch die niedere Bergregion verbreitet; von Schleicher 1807
entdeckt. In Kärnthen und Steiermark noch in 1200—1400 m; Früchte selten.
Von Arnell auch auf Kalksteinen bei Stolbe und Krasnojarsk in Sibirien gesammelt.
Wird schon von Dillen in der Hist. musc. von 1741 erwähnt. S. XXXV, 9,
a und b) Bll, c) Kapsel, d) kleineres Bl. der Flagellen; gez. nach bei Laubach
und Darmstadt an alten Buchen und Eichen ges. Expll.
Var pumila Milde, eine zarte Form mit runderen Ecken der elliptischen
Blattbasis und etwas vor der Spitze endender Rippe — an Porphyrfelsen in
Schlesien, wurde jedoch auch von mir unter schattigen Basaltfelsen am Jügerhaus
bei Laubach gesammelt.
7. Anomodon rostratus (Hedw.) Schpr. 1860.
Leskea Hedw. 1801, Hypnum Pal. Beauv. 1805, Pterigynandrum crinitum Brid. 1827;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 679.
Zweihäusig. Flache, dünne oder dichte, nur selten 2—3 cm hohe,
freudig- oder gelbgrüne, innen ockerfarbene Rasen mit stolonenartig kriechenden
oder aufsteigenden, dicht büschelästigen Stengeln und vorzugsweise stumpfen,
kurzen, meist nur 4 mm langen Ästen, sowie mit kleinblätterigen Stolonen.
Querschnitt des Stengels mit dünnem, kleinzelligem Zentralstrang. Niederbll.
sichelförmig einseitswendig, fast glatt und bleich und mit einseitig umgebogenem
Rand. Laubbll. bis 1 mm lang, aus eiförmiger Basis rasch lanzettlich ver-
schmälert und in eine geschlängelte, 1—2.zellreihige, fast haarförmige
Pfriemenspitze auslaufend, hohl und ganzrandig, mit schmal umgebogenem
Rand, durch zahlreiche kleine Papillen undurchsichtiger Lamina und dicht vor
der Pfriemenspitze endender, gelbgrüner bis brauner Rippe. Blattzellen un-
durchsichtig, rundlich-6 seitig, nur 6—8 u, beiderseits dicht papillös, in der Mitte
der Basis verlängert, mehr rektangulär-6 seitig oder etwas spindelförmig, 3 bis
5 mal so lang als breit, getüpfelt und etwas durchscheinend, am Ende der
‚hellen Pfriemenspitze wenige Zellen schmal spindelfórmig, 6 u und 6—7 mal
80 lang als breit. Perichätialbll. hoehscheidig und rasch in eine ganzrandige
oder etwas gezähnte, geschlängelt abstehende Pfriemenspitze ausgezogen, am
1 reihigen Saum mit kürzeren Zellen. Haube bis über die Urnenmitte reichend.
Kapsel auf 6—7 mm langer, roter Seta aufrecht, eilänglich, gegen die Mündung
verschmälert, braunrot, mit aus kegeliger Basis schief geschnäbeltem Deckel
und 2 reihigem, stückweise sich ablósendem Ring. Peristomzähne gelblich,
linealisch, an der stumpflichen Spitze meist gestutzt, nicht gesäumt, mit
unregelmässigen Rändern und ziekzackförmiger Dorsallinie, aussen quer ge-
strichelt, innen mit niedrigen Lamellen. Inneres Peristom mit etwas kürzeren,
knotig gegliederten, nicht durchbrochenen Fortsätzen auf zarter, bleicher Membran
und mit vereinzelten rudimentären Wimpern. Sporen 7—10 u, trüb ockerfarben
und warzig. Br. eur. Vol. V, Tab. 473.
An schattigen Kalkfelsen oder auch am Fusse alter Bäume in der unteren
Bergregion der Alpen bis 1400 m zerstreut, häufiger in Amerika und daselbst
auch reichlich fruchtend; von Dr. Otto Sendtner in den julischen Alpen 1841 für
Europa entdeckt. Aus Skandinavien und Finnland nicht bekannt, wohl aber aus
dem Kaukasus. S. XXXV, 4, a und b) BIL, c) Kapsel, d) stürker vergrósserte
Blattzellen, e) kleineres Flagellenbl.; gez. nach von J. Breidler in Steiermark
gesammelten und nach nordamerikanischen Expll.
8. Anomodon subpilifer Arnell 1890.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 780 und Lindb. & Arn. Musei Asiae bor. 1890, S. 111.
Zweihäusig; die 6 Blüten bis 10 blütterig. Ockerfarbene oder gelbgrüne,
dicht verwebte, innen brüunliche, an eine zarte Leskea polycarpa erinnernde
Rüschen mit kriechendem, mit papillösen Wurzelhaaren besetztem Hauptstengel
und ziemlich regelmässig fiederüstigen sekundären Stengeln, sowie mit ungleichen,
nur wenige mm langen, an der Spitze oft gekrümmten Asten. Bil. etwas entfernt
gestellt, an den Sprossenden oft etwas einseitswendig, aus hohler, eifórmiger,
nicht herablaufender Basis allmählich pfriemlich. Blattzellen oval, meist 8 u
und 2 mal so lang, nur am Rand der Basis kürzer, in der Spitze mehr spindel-
förmig, 7 u und 3—4 mal so lang, die Endzelle dagegen bis 10 u und 5—6 mal
so lang. Unterscheidet sich von der vorhergehenden Art vorzugsweise durch
stark papillóse Rinde der Stengel und die mehr allmählich verschmälerten,
durehscheinenden und durch eine lange Einzelzelle zugespitzten Bll. Sporogon
noch unbekannt.
Von Arnell mit d und و Blüten in Nord-Sibirien an einem Stamme im
Überschwemmungsgebiet des J enisei bei Potkamina Tunguska gesammelt. 8. XL, 6,
a) Habitusbild, b bis d) Bll, e) Sprossstück, f) stärker vergrösserte Blattspitze,
g) Paraphyllium; gez. nach einem Originalexpl. Bildet nach den Paraphyllien schon
mehr den Übergang zu Leskea.
3. Gruppe Pseudoleskeeae.
Stengel nur unregelmässig fiederästig, seltener büschelig verzweigt, mit
Paraphyllien, aber ohne Stolonen. Stengelquerschnitt ohne Zentralstrang.
Bll. an der Basis kurz 2faltig. Stengel- und Astbll. ziemlich gleichförmig,
— 358 —
jedoch die Astbll. kleiner. Kapsel weniger regelmässig, mehr geneigt und oft
hochrückig oder auch gekrümmt, trocken unter der Mündung verengt, ohne
Luftraum und meist ohne differentiierten Ring. Peristomzähne lanzettlich-
pfriemenfórmig und gesüumt, mit zickzackfórmiger Dorsallinie, aussen quer-
streifig, innen mit zahlreichen normalen Lamellen. Fortsätze des inneren
Peristoms den Zühnen gleichlang. Von der vorigen Gruppe vorzugsweise durch
die gekrümmte Kapsel verschieden.
Lindberg vereinigte noch mit Pseudoleskea die Gattungen Piychodium und
Lesceuraea. Limpricht stellt diese 3 Gattungen zur Familie der Leskeaceen. Da
letztere aber vorzugsweise parenchymatisches Zellnetz besitzen, während das Zellnetz
von ZLescuraea und Piychodium mehr prosenchymatisch ist, so habe ich die Gattung
Lescuraea zu den Isotheciaceen, Ptychodium aber neben Camptothecium zu den
Brachytheciaceen gestellt, zu denen sie mehr den Übergang bilden.
1. Gatt. Pseudoleskea 1) Br. eur. 1852.
Nach den vegetativen Organen, Blattzellnetz und Blütenstand an Leskea,
nach der Kapsel und dem Peristom an die Hypna sich anschliessende Pflanzen.
Insbesondere habituell und in der Verzweigung an Leskea erinnernde, jedoch
meist krüftigere, starre, dunkel- oder braungrüne, glanzlose, lockerrasige Fels-
moose ohne Stolonen und ohne Zentralstrang, mit zahlreichen, meist pfriemen-
fórmigen Paraphyllien, aber niemals flagellenartigen Ästen. Bll. gleichförmig,
feucht allseitig abstehend oder einseitswendig, trocken anliegend, aus etwas
herablaufender, eiförmiger oder elliptischer Basis mehr oder weniger rasch
zugespitzt, mit flacher, gezähnelter Spitze, abwärts längs umgerolltem Rand,
je einer Falte neben demselben an der Basis und kräftiger, runder, vor
der Spitze endender, oberwärts am Rücken gezähnelter Rippe. Blattzellen
parenchymatisch, glatt oder papillös, rundlich- oder oval-4— 6 seitig, nur in
den Ecken der Basis quadratisch. Blüten 1- oder 2häusig, meist nur am
Hauptstengel; die mit rippenlosen Hüllbll. Perichütium meist nicht wurzelnd;
die Hüllbll desselben aus hochscheidiger Basis lang zugespitzt und mit Rippe.
Kapsel auf verlüngerter Seta geneigt, nicht regelmüssig, etwas gekrümmt
oft hochrückig, mit aus kegeliger Basis zugespitztem Deckel und nicht
differentiiertem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Peristomzähne
an der Basis zu einem niedrigen Tubus verschmolzen, lanzettlich und allmählich
pfriemlich verschmälert, gesäumt, aussen quer gestrichelt, innen mit zahlreichen
normalen Lamellen. Inneres Peristom mit breiten, lanzettlichen, den Zähnen
gleichlangen Fortsätzen auf kielfaltiger Membran von !/, —! lz Zahnhóhe. Wimpern
meist fehlend, selten vereinzelt und rudimentär.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung werden von Jaeger & S. in
Adumbratio muse. vom Jahr 1879 noch 12 aufgeführt. Die daselbst erwähnten
europäischen Arten gehören zum Teil zu der na
T i he verwandten Gattung Leskea,
wührend Kindberg hiermit die Gattung Piychodium noch vereinigt.
7?) Von wevðýe falsch und Leskea weil sie den Übergang von Leskea zu Thuidium
. vermittelt.
— 359 —
1. Pseudoleskea patens (Lindb.) Limpr. 1895.
Leskea Lindb. 1880, Lesquereuxia Lindb. 1887, Pseudol. ticinensis Bott. 1891, Ps.
atrovirens v. patens Hagen 1894, Ps. heterocladioides Kindb. 1894; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 689.
Zweihäusig; die grossen, ovalen, rótliehgelben 6 Blütenknospen mit
breit eifórmigen, kurz zugespitzten, rippenlosen Hüllbll., 6—8 rötlichgelben
Antheridien und zahlreichen fadenförmigen Paraphysen. Dunkel- bis brüunlich-
grüne, glanzlose Rasen mit bis 6 cm langen, büschelig mit glatten Rhizoiden
besetzten, kurz und unregelmässig beasteten Stengeln und zahlreichen lanzett-
lichen oder kurz pfriemlichen, zuweilen papillósen Paraphyllien. Bll. etwas
locker allseitig abstehend, trocken mit eingebogenen Spitzen anliegend,
1,2 mm lang, aus ziemlich weit herablaufender, breit ovaler, hohler 2 faltiger
Basis kurz und meist gerade scharf zugespitzt, mit bis zur Spitze umgebogenem,
papillösem, aufwärts dicht und fein gesügtem Rand, und breiter, grüner oder
gelblicher, fast runder, vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen ziemlich
gleichmässig rundlich-4— 6 seitig, 10—12 u, nach der Basis zu mehr quadratisch,
14 u, beiderseits in der Mitte des Lumens mit einer spitzen Papille.
Perichütium wurzelnd; die inneren Hüllbll aus fast halbscheidiger Basis sehr
lang und scharf zugespitzt, mit dünner Rippe und aufrecht abstehender, bleicher
Spitze. Kapsel auf 1,5 em langer, dunkelroter, dünner, gedrehter Seta geneigt
bis horizontal, ellipsoidiseh und hochrückig, später gekrümmt, rotbraun und
derbwandig, mit aus kegelig gewólbter Basis scharf zugespitztem Deckel, entdeckelt
unter der erweiterten Mündung verengt und mit 1—2 Reihen flacher Zellen
am Urnenrand. Peristomzähne an der Basis zu 3—4stöckigem, rotem Tubus
verschmolzen, bräunlichgelb, lanzettlich und allmählich pfriemlich verschmälert,
breit gesäumt, mit zickzackfórmiger Dorsallinie, aussen quer gestrichelt, innen
mit 30—35 kräftigen Lamellen. Fortsätze des inneren Peristoms den Zähnen
gleichbreit, am Kiele aufwärts durchbrochen, zuletzt (nach Limpr.) in
2 divergierende Schenkel gespalten. Sporen 16—20 u, olivenbräunlich und
feinwarzig. Reife im April.
An Felsblócken der Hochalpen über 2000 m zerstreut; von 8. O. Lindberg
1880 in Schweden entdeckt. S. XXXV, 10, a bis c) Bl, d) Paraphyllien,
e) Habitusbild; gez. nach einem von A. Bottini bei Airolo in der Schweiz ges.
Expl. (comm. Renauld
2. Pseudoleskea atrovirens (Dicks. Br. eur. 1852.
pnum ie 1790, H. filamentosum Dicks. 1790, H. incurvatum P. Beauv. 1807,
Leskea Hartm. 1849, L. incurvata Hedw. 1801, L. filamentosa Kindb. 1883, Lesquereuxia
filamentosa Lindb. us cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 690.
Zweihüusig; die dicken Ğ Blüten stengel- und aststündig mit eilanzett-
lichen, rippenlosen Hüllbll., rötlichgelben Antheridien und fadenfórmigen Para-
physen. Ausgebreitete, starre, brüunlichgrüne bis rótlichbraune, ver-
worrene Rasen mit vielfach geteilten, büschelig wurzelhaarigen, unregelmässig
fiederästigen Stengeln, ungleichlangen, an der Spitze dickeren Ästen und zahl-
reichen kleinen, vielgestaltigen Paraphyllien. BII. meist einseitswendig, bis
— 360 —
1,2 mm lang, aus nur wenig oder kaum herablaufender, breit eifórmiger
Basis ziemlich rasch kurz lanzettlich und schief zugespitzt, mit (mehr von den
Rändern entfernt) je einer tiefen Falte an der Basis, flachem, an der Basis
oder stellenweise hier und da schmal umgebogenem Rand, nur papillenartig
undeutlich gezühnelter Spitze und gelbbräunlicher, dicht vor der Spitze endender,
kräftiger, oberwärts am Rücken gezähnelter Rippe. Blattzellen fast gleichförmig,
rundlich- oder oval-4—6seitig, oben meist 8—9 u, dickwandig, mit papillen-
artig vortretenden Ecken, an der Basis kurz rektangulär oder quadratisch und
10—12 u. Perichätium nicht wurzelnd; die allmählich zugespitzten ۰
mit ziemlich kräftiger Rippe. Haube hinfällig, kappenförmig, bis zur Kapsel-
mitte reichend; Scheidehen mit nur wenigen Paraphysen. Kapsel auf 1—1,5 cm
langer, dünner, braunroter, oben links, unten rechts gedrehter Seta geneigt
bis fast horizontal, länglich ellipsoidiseh und hochrückig, rotbraun und derb-
wandig, mit aus gewölbt kegeliger Basis stumpf gespitztem Deckel und klein-
zelligem, lreihigem Ring, trocken stark gekrümmt und unter der weiten
Mündung verengt. Peristomzähne zu einem braunen Tubus an der Basis
verschmolzen, allmählich lineal-lanzettlich verschmälert, gelbbräunlich, breit
gesäumt, an der helleren Spitze papillös, abwärts quer gestrichelt und innen
mit zahlreichen (35—40) Lamellen. Fortsätze des gelben, papillösen inneren
Peristoms den Zähnen gleichlang, jedoch etwas schmäler, im Kiele meist
nicht durchbrochen, auf kielfaltiger Membran von '/ Zahnhöhe. Wimpern
höchstens rudimentär. Sporen 10—16 u, braun und glatt oder fein gekörnelt.
Reife im Mai. Br. eur. Vol. V, Tab. 477.
An kalkhaltigen Steinen, seltener am Fusse alter Stämme, von der Bergregion
aufwärts in 600— 2800 m, in den Piemonteser Alpen bis 3550 m; von Ludwig
im Riesengebirge 7 S. XXXV, 2, a, b und f) Bil, c und d) Kapseln,
e) Peristom, g) Paraphyllien; gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach auf dem
Feldberg im Schwarzwald und von P. Culmann bei Glarus in der Schweiz ges. Expll.
Letztere Pflanze hat kürzer zugespitzte BI. (f) und wurde mir als var. intermedia
Boul. mitgeteilt.
Var. brachyelados Br. eur. — var. saxicola Schpr. in herb. in krüftigeren,
weicheren, grünen Rasen mit fast regelmässig fiederüstigen Stengeln, zahlreichen,
etwas keuligen, dickeren, kurz zugespitzten, meist nur 3—5 mm langen Ästen,
sowie grösseren, längs am Rand umgerollten Bll., mit aufwärts papillós vortretenden
Ecken der Blattzellen und deutlich sichtbarem Primordialschlauch — an feuchteren
schattigen Standorten, wie z. B. auf dem Feldberg in Baden. Wird von manchen Autoren
als Leskea brachyelados Schwgr. mit der ihr nahe stehenden Ps. radicosa Mitt. vereinigt.
Var. tenella Limpr. eine zärtere, fast an Leskea nervosa erinnernde Form
mit glatten Bil. — vorzugsweise auf Kalk, von Milde im Riesengebirge zuerst gesammelt.
3. Pseudoleskea radicosa Mitt. 1864.
Ps. brachyclados Schwgr. ex p. 1804.
Zweihäusig. Grüne bis bräunlichgrüne, verworrene Rasen mit unregelmässig
bis fast regelmässig verästelten, mehrere em langen, abwärts mit glatt ten W urzel-
| haaren besetzten Stengeln und 4—8 mm langen, geraden bder m an der Spitze schwach
— 361 —
einseitswendigen Ästen, sowie mit zahlreichen Paraphyllien. Durch die stark
zurückgebogenen Blattränder treten die Reihen der Blattstellung meist deut-
licher hervor und erinnern dadurch in der Beblätterung etwas an Philonotis
seriata. Bll. aus hohler, schwach 2faltiger, eifórmiger Basis etwas rasch
lanzettlich bis pfriemlich zugespitzt, mit fast längs breit umgeschlagenem
Rand und flacher, zuweilen durch vorstehende Zellecken gezähnelter Spitze,
an der etwas oder kaum herablaufenden Basis zuweilen mit kleinen Öhrchen.
Blattzellen nicht verdickt, aufwärts rhombisch-6seitig bis oval, 10 u und
doppelt so lang als breit, an der Basis meist 14—16 u und kurz rektangulär,
gegen die Ränder kürzer und mehr quadratisch, nur in der Spitze der BU.
bis 3 mal so lang als breit und mit zuweilen schwach papillös vorstehenden
Zellecken. Äussere Perichätialbll. rippenlos, die inneren aus scheidiger Basis
allmählich pfriemlich und mit dünner Rippe. Kapsel ähnlich wie bei Ps.
atrovirens, jedoch mit stumpferem Deckel. Sporen 14—18 u, gelbbräunlich
und fein papillós. Reife im Sommer.
In Norwegen im Juli 1900 bei Seljestad von H. N. Dixon und W. E. Nicholson
gesammelt, jedoch häufiger aus Nord-Amerika bekannt. S. LX, 2, a und b) BI,
c) Kapsel, d) Paraphyllien; gez. nach Expll. aus dem Herbare Nicholson's (teste
. N. Best). Unterscheidet sich von Ps. atrovirens v. brachyclados durch etwas
längere, dünnwandigere Zellen mit weniger papillós vortretenden Ecken
4. Pseudoleskea Artariae Thériot 1898.
Rev. br. 1898, S. 11.
Einhüusig: die ق Blüten mit rippenlosen, eifórmigen, nur kurz zu-
gespitzten Hüllbll, 19— 15 kurzgestielten Antheridien und etwas längeren
Paraphysen. Habituell an eine zärtere, büschelästige Form von Ps. atrovirens
oder Pierogonium gracile erinnernde, gelblichgrüne bis gelbbraune Rasen mit
2—3 cm langen, kriechenden Stengeln und bogig aufsteigenden, dicht ge-
nüherten, 6—8 und mehr mm langen, dachziegelig beblütterten, runden,
TER REPE ae Ästen. Paraphyllien spärlich oder fehlend. Niederbll. des
kriechenden Stengels mehr 3eckig und länger zugespitzt wie die Laubbll.,
sowie mit etwas längeren, rhombischen Zellen in der Spitze. Laubbll. eiförmig
und kurz zugespitzt, 0,7—0,8 mm lang, hohl und mit schwach zurückgebogenem
Rand, gegen die Spitze fein gezähnt und mit ziemlich gleichbreiter, dicht vor
der Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen aufwärts rundlich, 7—9 u, gegen
die Basis mehr oval, an dem zurückgebogenen Rand daselbst in mehreren
Reihen fast quadratisch und etwas breiter, 10—12 u. Hüllbll der o Blüte
eilanzettlich, mit entfernt gezähnter Spitze und in derselben sich auflösender
Rippe. Kapsel auf 8—10 mm langer Seta fast zylindrisch und gekrümmt,
trocken unter der Mündung verengt, mit sehr kurz geschnäbeltem, kegeligem
Deckel und 2zellreihigem Ring. - Äussere Peristomzähne gelblich bis orange-
farben. Inneres Peristom mit den Zähnen gleichlangen Fortsätzen auf vor-
tretender Membran und mit je 1—2 vollständigen Wimpern. Sporen?
RE.
Von Artaria am 19. Juli 1896 an sonnigen Kalkfelsen bei Argegno am
Como-See in 230 m entdeckt. S. XL, 4, a) Niederbl, b und c) Stengelbll.,
d) Astbl, e) S Blüte, f) Hüllbl. der و Blüte; gez. nach Originalexpll. aus dem
Herbare Thériots. Von dem ähnlichen Pierogonium gracile durch die lange, ein-
fache Blattrippe und den nicht baumartigen Wuchs leicht zu unterscheiden.
Pseudoleskea jemtlandiea Kindb. (cf. Skandinavisk Bladmossflora 1903,
Nr. 71), welche E. Adlerz 1882 steril in Schweden gesammelt hat, zeigt nach
einer mir vorliegenden Probe bedenkliche Verwandtschaft zu ZLescuraea saxicola.
Pseudoleskea rigescens Lindb. — Ps. stenophylla Ren. & Card. mit schmäleren,
rasch länger zugespitzten Bll. als atrovirens, welche bisher nur aus Nord-Amerika
bekannt war, wurde im Sommer 1900 von Dixon und Nicholson auch bei
Maristuen in Norwegen in über 1000 m gesammelt.
4. Gruppe Thuidieae.
Stengel fiederästig verzweigt und selbst mehrfach gefiedert. Stengel-
und Astbll. papillös und nicht gleichförmig. Kapsel gekrümmt. Inneres
Peristom mit den Zähnen gleichlangen Fortsätzen auf ziemlich hoher kielfaltiger
Membran und zwischen denselben mit je 2, seltener 3 vollständigen Wimpern.
1, Gatt. Heterocladium') Br. eur. 1852.
Habituell an kleinere Thuidien erinnernde Erd- und Felsbewohner in
flachen, verworrenen, starren, glanzlosen Rasen mit dünnen, an den Enden
stolonenartig kriechenden und bewurzelten, durch kurze Äste etwas unregel-
mässig gefiederten Stengeln ohne Zentralstrang, und mit wenigen kleinen
Paraphyllien. Stengel- und Astbll. verschieden gestaltet. Stbll. aufrecht
bis sparrig abstehend, aus etwas herablaufender, verkehrt herzfórmiger Basis
länger oder kürzer scharf zugespitzt, am flachen Rande meist fein gesügt, mit
undeutlicher, kurzer, einfacher oder doppelter Rippe, in der Regel
nicht gefureht und ohne Falten. Blattzellen nach der Mitte zu schmal
elliptisch, alle übrigen rundlich 4—6seitig und beiderseits mit
kollenehymatisch verdickten, papillós vortretenden Ecken, nach den Ecken
der Basis zu mehr quadratisch. Astbll. kleiner, breit eifórmig und zugespitzt.
Blüten 1- und 2häusig. Perichätium wurzelnd. Kapsel auf verlüngerter Seta
geneigt bis horizontal, eifórmig oder ellipsoidisch und etwas gekrümmt, kurz-
halsig, mit gewólbt kegeligem, stumpfem oder geschnäbeltem Deckel und
differentiiertem Ring, sowie mit Luftraum und phaneroporen Spaltöffnungen,
trocken unter der Mündung verengt. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
lanzettlich-pfriemenförmig, gesäumt, aussen quer gestrichelt, innen mit zahl-
reichen Lamellen. Inneres Peristom mit ritzenförmig durchbrochenen, zwischen
den Zähnen durchtretenden Fortsätzen auf hoher, faltiger Membran und je
2—3 vollständigen, knotigen Wimpern. Sporen klein.
Während bei Thuidium sich die Papillen mehr auf der Mitte des Lumens
, finden wir sie bei Heterocladium mehr an den Ecken der Zellen. Ausser-
‘) Von éregos anders, verschieden und z4«Jos Trieb, Schössling, wegen der ungleich-
artig beblätterten Aste und Stengel.
— 363 —
europäische Arten werden von Jaeger & S. in Adumbratio musc. noch 3 erwähnt,
während bis jetzt schon gegen 12 beschrieben sind.
1. Heterocladium heteropterum (Bruch) Br. eur. 1852.
Pterogonium Bruch 1897, Hypnum Spruce 1847, Hypnum catenulatum Brid. 1827,
Leptohymenium Ahnfeltii Angstr. 1871; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 691. Pseudoleskeella Kindb.
(Skand. Bladmossflora 1903, Nr. 59).
Zweihäusig; die eifórmigen S Blütenknospen mit rippenlosen, stumpfen
üusseren und spitzen inneren HüllblL, sowie mit nur wenigen fadenfórmigen
Paraphysen. Sattgrüne bis dunkelgrüne, dichte, verworrene, starre Rasen
mit 4—8 em langen, niederliegenden oder aufsteigenden, starren, brüchigen,
spärlich wurzelhaarigen, unregelmässig fiederüstigen Stengeln, bis 2cm langen,
oft flagellenartigen Ästen, resp. sekundären Sprossen und kurzen, spitzen
Astehen. Paraphyllien spärlich, eifórmig und zugespitzt, am Rande gezähnt.
Stbll. aus herablaufender, elliptischer oder fast verkehrt eifórmiger Basis
allmählich lanzettlich und oft etwas kurz zugespitzt, mit flachem, papillenartig
gezühneltem Rand und einfacher, grüner, flacher, breiter, 9 schichtiger, zu-
weilen am -Ende gegabelter, vor der Mitte verschwindender Rippe. Papillen
der Lamina kleiner als bei papillosum. Blattzellen diekwandig und kollenchy-
matisch papillös, nach der Mitte zu länglich bis linear, 6 u und meist
3—4 mal so lang als breit, aufwärts mehr oval, 7—9 u, am Rand nach der
Basis zu in mehreren Reihen quadratisch oder rundlich und 7—8 u. Astbll.
kleiner, nur 0,6 mm lang, eilanzettlich und fast einseitswendig. Perichätium
wurzelnd. Innere Perichätialbll. rippenlos, gezähnt und sehr lang scharf zu-
gespitzt. Kapsel auf kurzer, roter, rechts gedrehter Seta horizontal, kurz-
halsig, derbwandig, oval bis verlüngert ellipsoidisch, mit aus konvexer Basis
lang und schief geschnübeltem Deckel und 2reihig sich abrollendem Ring,
trocken unter der Mündung wenig verengt. Peristom wie bei squarrosulum.
Sporen? Br. eur. Vol. V, Tab. 480.
An schattigen feuchten Felsen, in Klüften und Höhlungen verschiedenartiger
Gesteine, namentlich aber auf Sandsteinen (jedoch nicht auf Kalk) durch die niedere
Berg- und die Alpenregion von 300—1800 m verbreitet, in Tirol bis 2600 m, selten
fruchtend; von Bruch am Hoheneck in den Vogesen entdeckt. Von Krause 1881
auf der Tschuktschen-Halbinsel gesammelt und auch aus Norwegen, Schweden und
Dänemark bekannt. S. XXXVI, 11, a und b) Bl., c) Kapsel, d) Paraphyllien; gez. nach
von Dr. Róll an der Wartburg und von mir am Katzenbuckel im Hessischen
. Odenwald ges. Expll.
Var. flaecidum Br. eur. — v. fallax Milde und v. cavernarum Mol., eine
zarte, an Amblystegium confervoides erinnernde Form mit haarfeinen, entfernt be-
blätterten Stengeln und kleineren, schmäleren, mehr elliptisch-lanzettlichen ll —
im Keupergebiet bei Bayreuth etc. S. XXXVI, 11, e) Bl., gez. nach einem von
J. Thériot in Frankreich ges. Expl.
Var. robustum Zett. eine krüftigere, fast an Anomodon longifolius erinnernde
Form mit längeren, krüftigeren, mehr aufsteigenden Stengeln und trocken mehr
aufrecht abstehend beblätterten Sprossen — von Zetterstedt am Hunneberg in
Sehweden und von Meldrum in Schottland gesammelt.
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2. Heterocladium Kurrii Br. eur. 1852.
Hypnum Hartm. 1871, Heterocl. squarrosulum f. Lindb. 1886; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 815.
Einhäusig; die kleinen stengel- und astständigen Ğ Blütenknospen mit
gesägten, eiförmigen, zugespitzten Hüllbll. und wenigen Paraphysen. Kleine,
gelbgrüne bis bräunliche, glanzlose Räschen mit an den Enden stolonenartigen,
durch kurze Äste fast regelmässig gefiederten Stengeln und mit wenigen,
lanzettlichen, gezähnten Paraphyllien. Stbll. mit der oberen Hälfte sparrig
zurückgekrümmt, aus breit verkehrt eiförmiger Basis meist allmählich
lanzettlich zugespitzt, beiderseits papillös, mit rings scharf gesägtem Rand
und undeutlicher, kurzer, gabeliger Rippe. Astbll. kleiner, trocken nicht dach-
ziegelig anliegend. Perichätium wurzelnd, mit aus breiter, scheidiger Basis
plötzlich verschmälerten und pfriemlich verlängerten, sparrig abstehenden
Hüllbll. Kapsel auf 2 cm langer Seta horizontal, ellipsoidisch und nur wenig
gekrümmt, trocken unter der Mündung verengt. Peristomzähne lanzettlich-
pfriemenförmig, breiter als bei voriger Art, orangerot und gesäumt. Inneres
Peristom mit ritzenförmig durehbrochenen Fortsätzen und je 2—3 vollständigen,
knotigen Wimpern auf hoher Membran von halber Zahnhöhe.: Reife im
Sommer. Br. eur. Vol. V, Tab. 480.
Von Professor Kurr auf dem Dovrefjeld in Norwegen entdeckt. Die Blatt-
umfänge gez. nach der Schimper’schen Br. eur. S. XXXVI, 13, a und b) BII.
Lindberg betrachtet diese Pflanze als eine Form von Heterocl. squarrosulum, resp.
dimorphum (cf. Rev. br. 1889, S. 15).
3. Heterocladium papillosum Lindb. 1879.
Leskea und Pseudoleskea Lindb. 1872 und 1880; cf. Rbh. Kr. FL IV, 2, S. 815,
Pseudoleskeella Kindb. (Skand. Bladmossflora 1903, Nr. 61).
Zweihäusig; die Hüllbll. der o Blüten fast rippenlos und ganzrandig.
Habituell an eine feinstengelige Leskea erinnernde, dünne Überzüge bildende,
dunkel- oder brüunlichgrüne, verworrene, kleine Rüschen mit kriechenden, meist
1—2 em langen, unregelmiissig fiederüstig verzweigten, fadendünnen Stengeln
und kurzen, 4—5 mm langen, runden, allmählich verdünnten Ästehen, sowie
mit wenigen, kleinen, vielgestaltigen, nicht deutlich gezühnten Paraphyllien.
Stbll. feucht allseitig aufrecht abstehend, trocken anliegend, aus rundlich herz-
förmiger bis breit eifórmiger Basis raseh zu einer schmal lanzettlichen,
scharfen, durch die über den Pfeilern vortretenden Papillen schwach gezühnelten -
Spitze verschmälert, hohl, papillós und fast ganzrandig, mit undeutlicher Falte
am zurückgebogenen Rande der Basis und mit sehr kurzer, breiter, flacher,
oft gabeliger Rippe. Astbll. kleiner, weniger rasch und kürzer zugespitzt.
Blattzellen rundlich bis oval-4—6 seitig, 7—9 u, nach der Mitte zu verlüngert,
5—6 u und bis 5 und selbst 8 mal so lang als breit, teilweise etwas ge-
schlängelt, an den Ecken der Basis quadratisch oder queroval bis rhomboidisch
und 9—12 p, am Rücken der Bll. mit als dicke, halbkugelige Papille
vortretenden Ecken. Sporogon bis jetzt unbekannt.
— 365 —
Von J. P. Norrlin 1867 in Finnisch Torne-Lappmark entdeckt, auch später
von H. W. Arnell in Sibirien und von E. Jórgensen im arktischen Norwegen
gesammelt, S. XXXVI, 12, a bis c) Bll., d) Habitusbild, e) vergróssertes Spross-
stück, f) Paraphyllien, g) stärker vergrösserte Blattzellen; gez. nach von Hult
und Kihlman 1880 in Lappland ges. Expll. (comm. Brotherus).
4. Heterocladium squarrosulum (Voit) Lindb. 1879.
Heterocl. dimorphum Br. eur. 1852; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 4
Zweihüusig; die 6 Blütenknospen mit ovalen, zugespitzten, gesägten
Hüllbll. und langen, fadenfórmigen Paraphysen. An kleinere Thuidien er-
innernde, verworrene, starre, lockere, gelbgrüne bis bräunliche Rasen mit
wiederholt geteilten, làngeren kriechenden, stolonenartigen, büschelig mit glatten,
gelbroten Wurzelhaaren besetzten Hauptstengeln und aufsteigenden, fast regel-
müssig gefiederten sekundüren Stengeln, mit kurzen, stumpfen Astchen und
nur wenigen blattartigen bis handfórmigen, gezühnten Paraphyllien. Querschnitt
des Stengels mit armzelligem Zentralstrang und 4zellreihiger, gelber, dick-
wandiger Rindensehicht. Stengelbll. fast 1 mm lang, mit der oberen Hälfte
sparrig zurückgekrümmt, aus herablaufender, herzförmiger Basis sehr
lang zugespitzt, beiderseits papillös, mit flachem, rings fein gesägtem Rand
und kurzer, doppelter Rippe. Blattzellen diekwandig, nach der Mitte zu
linear, 7—9 u und 4-7 mal so lang, schwach getüpfelt, gegen die
Ränder mehr queroval bis quadratisch und 10 u. Astbll. kleiner, kaum halb
so lang als die Stengelbll., breit eilanzettlich und meist stumpf oder stumpflich,
trocken dachziegelig anliegend. Perichätium wurzelnd, mit aus scheidiger
Basis lang pfriemlich zugespitzten, fein gesägten, rippenlosen, sparrig zurück-
gekrümmten inneren Hüllbll. Kapsel auf 1,2—1,5 cm langer, roter, gedrehter
Seta geneigt bis horizontal, ziemlich dick, verlängert ellipsoidisch und schwach
gekrümmt, rotbraun und derbwandig, mit stumpfem, kegeligem Deckel und
2—3 reihigem, stückweise sich ablösendem Ring, trocken unter der Mündung
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig, meist rundlich-6 seitig,
gegen den Urnenrand allmählich kleiner, nur am Rücken der Kapsel mehr
rektangulür. Peristomzähne orangerot mit hellen Spitzen, an der Basis ver-
schmolzen, lanzettlich und schmal gesäumt, aussen mit Ziekzacklinie und quer
gestrichelt, innen mit bis 30 Lamellen. Inneres Peristom hell gelblich, mit
lanzettlichen, anfangs ritzenförmig durchbrochenen, zuletzt klaffenden Fort-
sätzen und je 2—3 knotigen oder mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern
auf ziemlich hoher Membran von fast halber Zahnhöhe. Sporen 8—12 p, hell
bräunlich und fast glatt. Reife im Winter und zeitigen Frühjahr. Br. eur.
Hypnum Voit 1810, H. dimorphum Brid. 1812, H. Stereodon dimorphus Brid. 1827,
92.
Vol. V, Tab. 479.
Auf sandig-lehmigem Boden oder kieselhaltigem Gestein und an Baumwurzeln
in den Waldungen von der Hügelregion bis auf die Hochalpen in 2800 m; von
J. G. W. Voit 1810 bei Schweinfurt entdeckt. Nach Kindberg auch in Norwegen,
Schweden und Finnland verbreitet, sowie nach J aeger & S. aus Süd-Amerika
|
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bekannt. S. XXXVI, 10, a bis d) Bil, e) Kapsel, f) Peristom; gez. nach steril
bei Jugenheim an der Bergstrasse und dahier bei Laubach, sowie nach von E. Levier
mit Frucht in Italien ges. Expll.
Var. compactum Mol. eine niedrige, dichtrasige Hochalpenform mit weniger
sparrig abstehenden Bll. — in den Alpen über 2000 m
2. Gatt. Thuidium Pr. eur. 1852.
Farnwedelartig verzweigte, fiederästige, kleinere oder grössere Waldmoose
am Fusse der Baumstämme, an Wurzeln und Steinen oder auch auf der Erde,
seltener im Sumpfe, in meist flachen, sehr ausgedehnten, lockeren, starren,
gelb- bis braungrünen, glanzlosen Rasen, mit auf- und absteigenden,
seltener aufrechten (bei den Sumpfbewohnern), büschelig wurzelhaarigen,
1—3fach regelmässig wedelartig gefiederten Stengeln mit zahlreichen
vielgestaltigen, meist mehrfach gabelteiligen Paraphyllien. Querschnitt des
etwas holzigen Stengels mit dickwandiger, substereider Rindenschicht und mit
nur dünnem, kleinzelligem Zentralstrang. Bll. verschieden gestaltet. Stbll.
aus fast 3eckiger, meist herzfórmiger, herablaufender Basis lanzettlich zu-
gespitzt, abwürts gefurcht und mit durch Papillen gezühneltem Rand, sowie
mit krüftiger, meist in oder vor der Spitze endender, am Rücken rauher
Rippe. Querschnitt der letzteren plankonvex und homogen. Blattzellen mehr
oder minder verdickt, am Rücken mit langer Papille auf der Mitte des
Lumens, oder auch beiderseits papillós, in der Mitte der Basis locker
rektangulär bis verlängert-6 seitig, alle übrigen mehr rundlich- oder oval-
4—6 seitig. Astbll., resp. Fiederbll. kleiner, dichter gestellt; diejenigen 1. Ordnung
noch den Stbll. ähnlich, jedoch schwächer gefureht, und diejenigen 2. und
3. Ordnung nur eilanzettlieh, nicht gefurcht, mit kürzerer Rippe und mit
einspitziger oder gestutzter, 2—4 spitziger Gipfelzelle. Blüten 1- und 2häusig,
stengelstándig, nur die 6 zuweilen aststündig, letztere mit mehr oder weniger
zahlreichen fadenförmigen Paraphysen und meist rippenlosen inneren Hüllbll.
Perichätium in der Regel wurzelnd; die Hüllbll. meist lüngsfaltig, mit Rippe
und mit linearem, E A De Zellnetz, am Rand ófters gewimpert.
Kapsel auf verlängerter, glatter, roter Seta geneigt bis horizontal, länglich
ellipsoidisch bis zylindrisch, kurzhalsig und mehr oder weniger gekrümmt, mit
aus konvexer Basis kegelig verlingertem oder geschnübeltem Deckel und mehr
oder weniger differentiiertem, zuweilen bleibendem Ring, trocken unter der
Mündung verengt. Haube kappenförmig, gross, glatt und hinfällig; Scheidchen mit
Paraphysen. Peristomzähne sehr lang, lineal-lanzettlich, durch die breitere, ge-
streifte Aussenschicht gesäumt, aussen eng gegliedert und quer gestrichelt,
innen mit zahlreichen Lamellen. Inneres Peristom mit lanzettlichen, ritzen-
förmig oder nicht durchbrochenen Fortsützen und je 2—4 vollständigen, knotigen
oder auch mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern auf ziemlich hoher,
kielfaltiger Membran. Sporen klein.
Eine auch in den würmeren Gegenden ausserhalb Europas sehr verbreitete
€ Waren doch nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879 schon 117
— 367 —
aussereuropäische Arten bekannt, während bis jetzt schon mehr als 200 be-
schrieben sind.
A. Microthuidium Limpr. 1895.
Einhäusige, kleinere Waldmoose trockenerer Standorte mit meist einfach
gefiederten Stengeln.
1. Thuidium minutulum (Hedw.) Br. eur. 1852.
Hypnum Hedw. 1797, H. bavaricum V oit 1818, H. (Stereodon) Brid. 1827, H. Martianum
Sendtn. 1841; ef. Rbh. Kr. Fl, IV, Nr. 693.
Einhäusig; die 6 Blüten mit wenigen breit ovalen, stumpflichen bis
spitzen, mit schwacher Rippe versehenen äusseren und rippenlosen inneren
Hüllbll. Dunkelgrüne, lockere, niedrige, flache Rasen mit niederliegenden,
geteilten, 1—2 cm langen, papillös-wurzelfilzigen, 1—2 fach gefiederten Stengeln,
und meist einfachen, papillösen, lanzettlichen oder fadenförmigen Paraphyllien
mit 2spitziger Endzelle. Fiederäste 1. Ordnung nur 3—5 mm lang. Stbll.
locker gestellt, aufrecht abstehend, mit zurückgebogenen Spitzen, aus herz-
förmiger, resp. dreieckiger Basis kurz lanzettlich zugespitzt, hohl und
undeutlich gefurcht, flach und ganzrandig, mit nach der Basis zu etwas
zurückgebogenem, durch papillöse Zellen krenuliertem Rand und bleicher, gegen
die Spitze zu verschwindender Rippe. Astbll. gedrängt, eilanzettlich und klein,
mit weit vor der Spitze endender Rippe und gestutzter, durch ‚Papillen meist
2—3 spitziger Gipfelzelle. Blattzellen ziemlich gleichfórmig, rundlich-4—6 seitig,
9—10 u, dünnwandig, beiderseits turgid, mit zahlreichen (mindestens 2
und mehr) Papillen auf Lumen und Pfeilern. Perichätium wurzelnd, mit
bleichen, fast scheidigen, nicht faltigen, lanzettlichen, lang zugespitzten, ganz-
randigen, bis 1,8 mm langen, mit Rippe versehenen Hüllbll. Kapsel auf
1,5—2 em langer, dünner, hellroter, rechts gedrehter Seta geneigt bis horizontal,
ellipsoidisch und etwas gekrümmt, rötlichgelb und dünnwandig, mit aus kon-
vexer Basis gerade oder gekrümmt geschnübeltem, gelbem Deckel und 3zell-
reihig sich ablösendem Ring, entdeckelt troeken unter der Mündung verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand kollen chymatisch, run dlich- oder kurz rektangulär-
6seitig, am Urnenrand kaum kleiner, nur etwas abgeplattet. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, lanzettlich-pfriemenförmig, gelb und schmal gesäumt,
aussen mit zickzackfórmiger Dorsallinie und quer gestrichelt, innen mit bis 40,
aufwärts entfernteren und fast scheibenförmigen Lamellen. Inneres Peristom
mit schmäleren, eng ritzenförmig durchbrochenen, lanzettlichen Fortsätzen und
je 2—3 zarten, vollständigen, oder auch teilweise etwas kürzeren knotigen
Wimpern auf kielfaltiger Membran von '/, Zahnhóhe. Sporen 7-15, seltener
teilweise bis 14 u, grünlich und fast glatt. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. V,
Tab. 481. :
An Baumwurzeln und Steinen in den Wäldern der Ebene Süd-Deutschlands
selten, aueh aus Livland bekannt, hüufiger in Nord-Amerika; von Gmelin 1790 am
Fusse einer Eiche im Hardtwalde bei Karlsruhe in Baden entdeckt. S. XX XVI, 9,
|
— 368 —
a und b) Stbll., c) Habitusbild, d und e) Astbll, f—h) Kapseln, davon g) in feuchtem
Zustand, i) stürker vergrósserte Pil, k) stärker vergrösserte Blattzellen;
gez. nach einem auf Nagelfluh bei München ges. Expl. (comm. C. Warnstorf).
2. Thuidium pulchellum De Not. 1867.
Amblystegium gracile Jur. 1864, Pseudoleskea gracilis Schpr. 1876; cf. Rbh. Kr. FL IV.
Nr. 694
Einhäusig; die kleinen 6 Blütenknospen mit eilünglichen, spitzen oder
stumpfen, zarten, rippenlosen inneren Hüllbll. und wenigen Paraphysen. Habituell
an zarte Formen der Leskea polycarpa oder an catenulata erinnernde, freudig-
grüne, verworrene, lockere, niedergedrückte Rasen mit 1— 2 cm langen, büschelig
mit glatten Rhizoiden besetzten, dicken, kriechenden, fiederüstigen, grünen
Stengeln und nur 1—4 mm langen, verschmälerten Ästehen. Paraphyllien
einfach, pfriemlich oder lanzettlich, nach der Zeichnung Bottinis mit
lspitziger Endzelle. Stbll. feucht sparrig abstehend, trocken dachziegelig, aus
kurz eiförmiger Basis lanzettlich pfriemenförmig verschmälert, mit an der hohlen,
2 furchigen Basis etwas zurückgeschlagenem Rand und kräftiger, in dem Pfriemen-
teil endender, fast auslaufender Rippe. Lamina und Rippe am Rücken durch
vortretende Zellecken papillós. Blattzellen oval-6 seitig, 6—9 u und
2—3 mal so lang, an der Basis gegen die Ränder mehr quadratisch und 9 u.
Astbll. kleiner und mit vor der Spitze endender Rippe. Perichätium wurzelnd;
die Hüllbll. ganzrandig, nicht faltig, verlängert lanzettlich, in eine Pfriemen-
spitze auslaufend und mit kräftiger, vor der Spitze endender Rippe. Kapsel
auf verlängerter, glatter Seta fast zylindrisch und gekrümmt, gelblich und dünn-
wandig, mit kegeligem Deckel und 2zellreihigem, kleinzelligem Ring. Peristom-
zähne gelblich. Inneres Peristom mit je 2—3 zarten, knotigen Wimpern und
nicht durchbrochenen (nach Juratzka) oder durchbrochenen (nach De N otaris
klaffenden) Fortsätzen auf kielfaltiger Membran von etwa halber Zahnhöhe.
Sporen? ۱
Im Süden Europas, in der Schweiz, Tirol und den Österreichischen Küsten-
ländern; von Daldini 1863 bei Locarno im Tessin entdeckt (Originalexpll. non v vidi).
Soll sich nach Limpricht von voriger Art namentlich durch flache Blattzellen
mit papillös vortretenden Ecken unterscheiden. Die von Barth 1879 in Sieben-
bürgen auf Sandboden gesammelte Pflanze, welche von ihm als Th. pulchellum
ausgegeben worden ist, hat lange, stumpfe, den Zellrand überragende, teilweise
mitten auf dem Lumen sitzende Papillen, gabelteilige Paraphyllien und gefurchte
Perichütialbl. Sie ist mehr Übergangsform von punctulatum zu gracile. Das
eigentliche pulchellum von De Not. hat nach Bottini länger pfriemlich auslaufende
Stbll. T Malpighia Vol. III von 1889, Taf. 5, Nr. 22—25.
3. Thuidium punctulatum (Bals.) De Not. 1863.
Hypnum | Bals. & De Not. 1834 H. (Stereodon) virginianus Brid. 1827, H. gracile var.
lancastriense Sull. & Lesqu. 1856, Th. virginianum Lindb. 1879, Th. pulchellum Geheeb 1879,
Th. ambiguum D De. Not. Mser., Th. lancastriense Austin Mser.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 695.
— 369 —
Einhüusig; die kleinen 6 Blütenknospen mit lang zugespitzteu, rippen-
losen inneren Hüllbll. und zahlreichen Paraphysen. Habituell an minutulum
erinnernde, gelbgrüne, später rostbrüunliche, flache, lockere Rasen mit
2—3 cm langen, etwas unregelmässig einfach oder doppelt gefiederten, kriechen-
den, durch glatte Rhizoiden stellenweise wurzelhaarigen Stengeln und mit
kurzen, stumpfen, 2—4 mm langen, runden Ästen und kleineren Ästchen.
Paraphyllien zahlreich, fadenfórmig oder gabelig bis handförmig und mit
einspitziger Endzelle. Stbll. locker gestellt, aus breit eifórmiger oder
eirunder Basis rasch etwas kurz lanzettlich zugespitzt, hohl und undeutlich
2furchig, mit flachem, an der Basis etwas zurückgeschlagenem, durch Papillen
über den Pfeilern krenuliertem Rand und breiter, bis in die Spitze eintreten-
der, am Rücken rauher Rippe, an der Insertion durch Paraphyllien gewimpert.
Blattzellen derbwandig, am Rücken mit je einer langen, spitzen Papille
auf der Mitte des Lumens, aufwärts oval bis 6seitig, 9 u, nach der Basis
und namentlich nach den Ecken zu mehr quadratisch. Astbll. gedrängt, locker
dachziegelig anliegend, kleiner, sehr hohl, mehr oval oder eirundlich, nicht ge-
furcht, mit kürzerer Rippe, oft scharf gesägter Spitze und einspitziger Gipfelzelle.
Perichätium wurzelnd; die Hüllbll. desselben lanzettlich, resp. aus langer,
schmal elliptischer Basis rasch lang zugespitzt, fast ganzrandig oder an der
pfriemlichen Spitze gezühnelt, mehr oder weniger längsfaltig und mit dicht
vor der Pfriemenspitze verschwindender, an der Basis breiter, gelber Rippe,
bis 2,7 mm lang. Kapsel derjenigen eines Amblystegium ähnlich, auf 2 cm
langer, unten roter, aufwärts gelblicher, gedrehter Seta aus aufrechtem Grunde
geneigt, fast zylindrisch, gelblich, dünnwandig mit orangegelbem, kegelig-
konvexem, scharf gespitztem Deckel und bleichem, 2—3 reihigem, am Urnen-
rand oder Deckel hängenbleibendem Ring, trocken bogig gekrümmt und unter
der erweiterten Mündung verengt, entdeckelt 2—2,5 mm lang. Epidermiszellen
der Kapselwand dünnwandig, etwas unregelmässig rektangulär-6 seitig, schmal,
am Urnenrand nur wenige Reihen kleiner und rundlich-6 seitig, am Hals mit
zahlreichen normalen Spaltóffnungen. Sporensack kurz gestielt und am Grunde
mit einem Luftraum umgeben. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
gelb und gesäumt, aussen quer gestrichelt, an den helleren Spitzen fein papillós,
innen heller und mit zahlreichen (über 35) sehr dicht gestellten Lamellen.
Inneres Peristom mit den Zähnen gleichbreiten, lanzettlichen, meist nicht
oder nur ritzenfórmig durchbrochenen, zwischen den Zähnen vortretenden
Fortsätzen und je 2— 3 vollständigen, knotigen oder mit kurzen Anhängseln
versehenen Wimpern auf gelblicher, glatter, kielfaltiger Membran Bh "he
Zahnhöhe. Sporen 8—12 p, gelblich bis olivenbräunlich und glatt. Reife im April.
Auf trockenem, lehmig-thonigem Wald- und Heideboden und am Fusse der
Waldbäume bis in 480 in im Süden Europas; von De Notaris in Oberitalien um Mailand
und im Intrascathale am Lago maggiore entdeckt, auch aus Siebenbürgen und Steiermark
bekannt. S. XXXVI, 8, a und b) Stbll., c) Habitusbild, d) Perichätialbl., e) Kapsel,
f) stärker vergrösserte Paraphyllien, g) Astbl. h) stürker vergrösserte Blatt-
zellen; gez. nach von Peterfi und J. Barth an Waldbäumen bei Langenthal in
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 24
Yes
س 370 —
Siebenbürgen ges. Expll Vergl. auch Noterelle briologiche von A. Bottini in
Malpighia Vol. III von 1889, Taf. 5, Nr. 26 und 27.
4. Thuidium gracile Br. eur. 1852.
Hypnum Br. & Sch. 1848, Leskea Mitt. 1864, Hypnum pallens Lindb. 1868, ۰
pallens Lindb. 1876; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 827.
Einhüusig. Habituell an eine zarte Leskea oder spangrünes minutulum
erinnernde, meist ` zwischen andere Moose eingezwüngte, bleiche, oben hell
gelblich- oder spangrüne, innen rostgelbe bis rostbraune Räschen mit durch
bräunliche Rhizoiden an die Unterlage befestigten, kriechenden, oder zwischen
anderen Moosen aufsteigenden, gewöhnlich einfach gefiederten, 2—4 cm langen
Hauptstengeln und meist spitzen, dünneren, 3—5 mm langen Ästen oder
auch kleineren Astchen, nebst zahlreichen fadenförmigen oder gabeligen
Paraphyllien mit einspitziger, verlängerter Endzelle; nur die kleineren
Astchen sind stumpflich, die grösseren Äste mehr allmählich verdünnt und
zugespitzt. Stbll. gedrängt, trocken mit zurückgekrümmten Spitzen, aus
3 eckig-herzförmiger, herablaufender Basis plötzlich lanzettlich-pfriemen-
förmig verlängert, hohl und undeutlich oder nicht faltig, mit namentlich an
der Spitze buchtig gezähneltem Rand und in derselben endender, gleichfarbiger,
kräftiger, im Alter mehr bräunlicher Rippe. Blattzellen dickwandig, oval,
9 u, in der oft einzellreihigen Pfriemenspitze länger als breit, gegen den Rand
zu mehr queroval, an der Basis mehr kurz rektangulär und 10—12 u, jedoch
in den Ecken fast quadratisch. Astbll. eiförmig und zugespitzt, hohl und nicht
faltig, mit einspitziger Gipfelzelle und vor der scharf gesägten Spitze endender
Rippe. Auf der Mitte des Lumens jeder Zelle befindet sich am Rücken
derselben eine stumpfliche, nach der Basis zu längere Papilie, nur bei
den kleineren Zellen rückt die Papille mitunter mehr nach dem oberen Rand
zu. Perichätium wurzelnd, mit aus kurzer, elliptischer Basis lineal-lanzettlichen,
lang pfriemenförmig auslaufenden, längsfaltigen Hüllbll. mit breiter, erst
gegen den Pfriementeil endender Rippe. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, roter,
gedrehter Seta geneigt, fast zylindrisch und gekrümmt, wie bei voriger Art
bleichgelb und dünnwandig, mit konvex-kegeligem, scharf gespitztem Deckel
und 3reihig sich ablösendem, differentiiertem Ring, trocken unter der Mündung
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, verlängert rektangulär
bis 6 seitig, am rötlichen Urnenrand etwa 4 Reihen rundlich-6 seitig und kleiner,
am Hals mit zahlreichen normalen Spaltóffnungen. Peristomzähne an der
Basis verschmolzen, gelb und breit gesäumt, aussen abwärts niedrig gefeldert
und quer gestrichelt, innen mit zahlreichen niedrigen Lamellen, an den helleren,
lang pfriemenförmigen Spitzen fein papillös. Inneres Peristom mit etwas
schmäleren, nicht durchbrochenen, fein papillösen Fortsätzen und je 3 dünnen,
glatten oder mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern auf kielfaltiger
Membran von 1/,—!/, Zahnhöhe. Sporen 8-9 u, anfangs grünlichgelb, später
rostbraun und fein gekórnelt. Reife im Juli.
ee
Von % O. Lindberg 1864 an Baumwurzeln im Walde unweit Stockholm
zuerst in ropa gesammelt, häufiger in Nord-Amerika. S. XXXVI, 7, a und
b) Stbll., s pen d) Perichätialbl., e) Habitusbild, f) Kapsel, g) Paraphyllien,
h) stürker vergrósserte Blattzellen; gez. nach einem von S. Nawaschin zwischen
Anomodon longifolius in Russland ges. Expl.
B. Euthuidium Lindb. ex p.
Zweihäusige, kräftigere Waldmoose mit 1—3 fach gefiederten Stengeln.
5. Thuidium tamariscinum (Hedw.) Br. eur. 1852.
pnum Hedw. 1801, H. — . Müll. 1851. e tamariscifolium Neck. 1771,
Th. tamariscifolium Lindb. 1868; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Zweihäusig; die etwas sparrigen G ee mit bleichen, eiförmigen,
spitzen, rippenlosen inneren Hüllbll, 20—30 Antheridien und zahlreichen
Paraphysen. Freudig- bis bräunlichgrüne, an älteren Teilen ockerfarbene oder
rotbraune, lockere, ausgedehnte Rasen mit bogig auf- und absteigenden, hier
und da mit glatten, roten Rhizoiden an die Unterlage befestigten, bis 20 und
mehr em langen, mehrfach geteilten, durch zahlreiche Paraphyllien filzigen,
3fach gefiederten Hauptstengeln mit im Umrisse 3eckigen Wedeln und
sehr langen, dünnen Fiederästchen. Ende des Hauptstengels meist astlos und
stoloniform; Jahressprosse bis 7 em lang und die Wedel bis 4 cm breit.
Stengelguerschnitt oval und mit kleinem Zentralstrang. Fiederäste 1. Ordnung
is 1,5 cm lang, diejenigen 2. und 3. Ordnung mehr aufrecht abstehend.
Paraphyllien meist fadenförmig, reichlich verästelt und dornig gezähnt, mit
verlängert rektangulären und nur wenigen quadratischen Zellen, sowie mit
l—3spitziger Endzelle, nur den Fiedern 3. Ordnung fehlend. Stbll. entfernt,
aus herablaufender, breit 3eckiger bis herzfórmiger Basis rasch in eine zurück-
gebogene, lanzettliche Spitze verschmälert, sehr hohl, mit 3—4 Längsfalten,
abwärts etwas umgerolltem, durch Papillen gezähneltem Rand, gesägter Spitze,
in oder vor derselben verschwindender, ziemlich kräftiger, plankonvexer, oben
am Rücken rauher Rippe und mit durch Paraphyllien gewimperter, orange-
gelber Insertion. Blattzellen beiderseits mit je einer langen Papille auf
der Mitte des Lumens, diekwandig und getüpfelt, oval bis rhombisch,
9—14 u, in den Falten und nach der Insertion zu verlängert rektangulär,
12—14 u und 3—4 und selbst 6 mal so lang als breit, im allgemeinen etwas
unregelmässig. Astbll. 1. Ordnung eiförmig und zugespitzt, 2furchig und zart-
rippig, diejenigen 2. und 3. Ordnung mehr eilanzettlich, nicht faltig und flach-
randig, mit mehr gleichfórmigen, nur am Rücken papillösen, ovalen bis 6 seitigen
Zellen und nicht gestutzter, einspitziger Endzelle. Fiederbll. 2. und
3. Ordnung am Rücken mit vorwärts gerichteter, schwach eingekrümmter
Papille auf der Mitte des Lumens jeder Zelle. Perichätium wurzelnd; die
inneren Hüllbll. desselben schwach längsfaltig, schmal verlängert lanzettlich,
mit in lange Wimpern aufgelösten Rändern und kräftiger, in die Spitze,
resp. Pfrieme eintretender Rippe, 3—4 mm lang. Kapsel auf er > langer,
Li
En ار a رسای Tic ی cl rir یچ mn ا
|
— 32 —
roter, gedrehter Seta aus meist aufrechter Basis bogig gekrümmt, fast zylindrisch,
rotbraun und derbwandig, mit aus konvexer Basis lang und schief ge-
schnäbeltem, gleichfarbigem Deckel und 3—4reihigem, bleichem, am Urnen-
rand oder Deckel hängenbleibendem Ring, trocken unter der Mündung nur
wenig verengt. Sporensack ungestielt und daher auch von keinem Luftraum
umgeben. Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig und kollenchymatiseh,:
verhältnismässig klein oval-6 seitig, auch am Urnenrand kaum kleiner. Peristom-
zühne auf rotem basalen Tubus an der Basis verschmolzen, sehr lang lanzettlich-
pfriemenfórmig, abwärts dicht gegliedert, rostbraun und gelb gesäumt, innen
mit zahlreichen dicht gestellten Lamellen, an den bleichen Spitzen grob papillös.
Inneres Peristom orangegelb, fein papillós, mit ritzenfórmig durchbrochenen
Fortsützen und je 3—4 meist nur knotigen Wimpern auf kielfaltiger Membran
von fast halber Zahnhóhe. Sporen 10—14 oder 12—16 u, olivengrün und fast
glatt. Reife im Spütherbst und Winter. Br. eur. Vol V, Tab. 482 und 483.
In schattigen Waldungen auf der Erde oder auch an Baumwurzeln, insbesondere
an feuchteu, quelligen Stellen von der Ebene bis in 1200 m in den gemüssigteren
und würmeren Zonen fast aller Länder verbreitet, oft in Massenvegetation, seltener `
fruchtend. Höchster Standort in der Schweiz in 2400 m, jedoch auch aus Finnland,
Norwegen und Schweden bekannt. S. XXXVI, 5, a) BL, b) Perichätialbl., c) Kapsel,
d) Astbl. und Gipfelzelle desselben, e) Paraphyllien; gez. nach dahier bei Laubach
gesammelten Expll.
Thuidium pseudo-tamarisci Limpr. 1895.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 697.
Unterscheidet sich nach Limpr. von vorstehender Art vorzugsweise durch
nicht gewimperte Perichätialbll., schwächer getüpfelte Blattzellen, rundliche 2- und
3spitzige Endzellen der Fiederblüttchen, ganzrandige, pfriemliche, zurückgebogene,
einzellreihige Spitze der Stbll, dünnwandige, bräunlichgelbe Kapsel, nicht durch-
rochene Fortsütze des inneren Peristoms und bräunlichgelbe Sporen von 10—14 u.
Auf schattigen Mauern bei Lienz in Tirol von H. Gander 1878 entdeckt
und auch von J. Breidler in Kürnthen und Krain 1880 und 1881 in 600—1300 m
aufgefunden. Nach der Beschreibung eine Übergangsform von tamariscinum zu
delicatulum oder Philiberti, die vielleicht mehr als südliche Varietät zu betrachten
ist (non vidi).
6. Thuidium delicatulum (L.) Mitten 1869.
| Hypnum L. 1753, H. tamariscinum var. Brid. 1827, Thuidium recognitum var. Warnst.
1881; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 698.
Zweihäusig. Lockere, starre, gelbbräunliche, mehr an Th. recognitum
erinnernde Rasen mit 5—10 em langen, doppelt gefiederten Stengeln, bis
8 mm langen Asten 1. Ordnung, nur 2 mm langen Ástchen 2. Ordnung und
gabelig gespreizten, papillösen, fadenförmigen Paraphyllien. Letztere denen
der vorigen Art ühnlich, jedoch etwas gedrungener und mit kürzeren rektangulüren
Zellen. Umfang der einzelnen Wedel lanzettlieh und nicht 3eckig. Stbll.
aus kurzer, breiter, 3eckig-herzfórmiger Basis rasch lanzettlich-pfriemlich ver-
Sehmülert, 4faltig, mit buchtig krenulierter oder ganzrandiger Spitze, bis zur
— 373 —
Spitze breit umgerollten Ründern, orangegelber Basis und bereits vor
der flachen, lanzettlichen Spitze endender, gleichbreiter Rippe. Astbll.
kleiner, eifórmig und zugespitzt, noch einmal so lang als breit. Fiederblüttchen
mit kürzerer Rippe und gestutzter, mehrspitziger Endzelle. Blattzellen
stark verdickt und getüpfelt, vorzugsweise am Rücken mit je einer langen,
aufrecht abstehenden Papille auf der Mitte des Lumens, meist oval und
9—10 u, an der Basis der Stbll. mehr rektangulür und etwas breiter, auch
in der Spitze etwas länger, im allgemeinen regelmüssiger, als bei tamariseinum,
auch an der Basis kürzer und weniger verschmälert. Endzellen fast sämtlicher
Bll. oval oder gestutzt und 2—4 spitzig, nur bei der pfriemlichen Spitze der
Stbll. zuweilen einspitzig. Perichätium wurzelnd; die bis 4 mm langen, aus
längsfaltiger, lanzettlicher Basis rasch pfriemlich verschmälerten, aufrechten
Hüllbll. mit in lange Wimpern aufgelösten Rändern, sowie geschlängelter,
gezähnter Pfriemenspitze und in der Mitte des Pfriementeils endender Rippe.
Kapsel auf 2—2,5 em langer, roter, gedrehter Seta aus aufrechter Basis ge-
krümmt, zylindrisch, gelbrötlich, weniger derbwandig, mit aus konvexer Basis
schief geschnäbeltem Deckel und 2— 3reihig sich ablósendem Ring, trocken
unter der Mündung etwas verengt, entdeckelt 3,5—4 mm lang. Epidermis-
zellen der Kapselwand verlängert rektangulür. Peristomzähne sehr lang,
brüunlichgelb, einem braunen basalen Tubus aufsitzend, gesüumt, aufwürts mit
groben 1- und 2spitzigen Papillen. Inneres Peristom mit sehr eng ritzen-
fórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 3 feinen, knotigen Wimpern auf
kielfaltiger Membran von */, Zahnhóhe. Sporen 14—18 u, gelbbrüunlich und
fein gekörnelt. Reife im Winter.
Auf Wiesen, an grasigen, steinigen Abhängen und am Fusse der Bäume in
den Waldungen von der Ebene bis in die Voralpen, sehr selten mit Frucht, jedoch
steril noch bis in 2600 m, häufiger in Nord-Amerika; von A. W. Roth 1798
zuerst mit Frucht gesammelt, jedoch bereits 1741 von Dillen in der Hist. muse,
erwähnt. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens von der mittleren Urwaldregion
bis in die subarktische Region verbreitet. Wurde lange Zeit mit recognitum
verwechselt. S. XXXVI, 3, a) Bl, b) Kapsel c) Fiederblättchen und stürker
vergrösserte Endzellen, d) stärker vergrösserte Blattspitze; gez. nach von
C. Warnstorf bei Neuruppin und von mir dahier bei Laubach ges. Expll.
An ein und derselben Pflanze sind die Stbll. bald nur kurz lanzettlich, bald
etwas mehr pfriemlich zugespitzt.
7. Thuidium Philiberti (Philib.) Limpr. 1895.
Th. intermedium Phil. 1893, nicht Mitten; ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 699.
Bildet den Übergang von vorstehender Art zu recognitum und ist nach
Limpr. besonders durch nicht gewimperte, bandförmig verlängerte Perichátialbll.
charakterisiert, sowie durch allmählich lang und fein zugespitzte, 1,5—1,8 mm
lange Stbll. mit in der unteren Hälfte umgerolltem Rand und ?/, des BI.
durchlaufender, gelbbrauner Rippe, sowie durch gelbe, fast glatte Sporen von
12—16 u. Reife Ende Oktober.
nn m, کب nai
E.
E
E.
-
— 374 —
An feuchteren Standorten, auf nassen Wiesen etc., namentlich auf Kalk in
Sachsen, Bayern, Steiermark etc. bis 1600 m, jedoch auch aus Finnland, Norwegen
und Schweden bekannt; von Professor Philibert bei Clarens im Kanton Waadt
in der Schweiz am 23. Oktober 1869 cfr. entdeckt. S. XXXVI, 14, a) Stbl.,
b) Kapsel; gez. nach von C. Warnstorf bei Neuruppin ges. Expl. Nach den
mir vorliegenden Expll. wohl nur eine schwache Art, die mehr den Eindruck einer
Varietüt von delicatulum macht.
Thuidium dubiosum Warnst. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 809), welches
Warnstorf 1896 auf der Tucheler Heide in Westpreussen gesammelt hat, scheint
inr ebenfalls nur in den Formenkreis der beiden vorhergehenden Arten zu gehóren.
8. Thuidium recognitum (L.) Lindb. 1874.
Hypnum delicatulum L. 1753, H. tamariscifolium var. Neck. 1771, Hypnum ۰
1797, H. tamariscinum C. Müll. 1851, T "p B recognitum Brid. 1897, Th. delicatulum
Br. eur. 1852; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Zweihäusig; zuweilen auch rhizautócisch (nach Limpr.). Etwas dichtere,
schwellende, gelbgrüne bis brüunliche, starre, flach verwebte, oft etwas polster-
förmige Überzüge und Vliesse, resp. verworrene Rasen mit in der Regel
doppelt (selten nur einfach) gefiederten, bis 10 cm langen Stengeln, bis 1 cm
langen, oft stumpflichen Ästen und lanzettlichen oder gespreizt-verästelten
Paraphyllien. Umfang der einzelnen Wedel lanzettlich. Paraphyllien weniger
fadenförmig, meist 2- bis mehrzellreihig, lanzettlich oder verästelt, mehr dornig
gewimpert und: mit nur kurz rektangulären Zellen. Stbll. 1—1,5 mm lang,
aus kurz und breit 3eckig-herzförmiger Basis plötzlich in eine zurückgebogene,
mehr oder weniger deutlich gezähnte, lanzettliche Spitze verschmälert, mit flachen,
krenuliert gezähnelten Rändern, 4 tiefen Falten und sehr kräftiger, gelblicher,
mit der Pfriemenspitze endender, oder dieselbe ausfüllender Rippe. Blatt-
zellen verdickt nnd getüpfelt, oval, resp. oval-6 seitig, am Rand mehr rhombisch,
9—10 u, in der Spitze nur wenig verlängert, am Rücken mit je einer vor-
wärts gerichteten und einwärts gebogenen Papille auf der Mitte des
Lumens, nach der Insertion zu quadratisch oder kurz rektangulär und etwas
breiter, auch daselbst oft orangegelb. Astbll. aus 3eckiger Basis rasch und
lang zugespitzt. Fiederblättchen kleiner, ‘mehr eilanzettlich, mit ziemlich breiter
Basis und kürzerer Rippe. Gipfelzellen der meisten Bll. wie bei den Paraphyllien
2—4spitzig. Perichütium wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus lanzettlicher, nur
schwach lüngsfaltiger Basis mai in einen undeutlich gezähnten, langen,
bandförmigen Pfriementeil verschmälert, flach- und ganzrandig, nur an der
äussersten Spitze deutlicher gezähnt, nieht gewimpert und mit flacher, weniger
kräftiger, in den Pfriementeil eintretender Rippe. Kapsel auf 2—5 cm langer,
anfangs gelblicher, später brauner, gedrehter Seta geneigt, zylindrisch und ge-
bogen, anfangs gelbgrün, später hellbraun, weniger derbwandig, mit aus
kegelig gewölbter Basis kurz EEE Deckel und differentiiertem,
3reihig sich ablósendem Ring, trocken und namentlich alsbald nach der
Entdeckelung unter der weiteren Mündung verengt. Epidermiszellen der
— 375 —
Kapselwand gleichmüssig verdickt, verlüngert rektangulür oder 6seitig, am
Urnenrand einige Reihen rundlich-6 seitig, an der Basis mit zahlreichen Spalt-
óffnungen. Peristomzühne auf braunem Basaltubus sehr lang lineal- -lanzettlich,
innen mit zahlreichen Lamellen, an der Spitze dicht knotig und papillös.
Inneres Peristom mit gleichlangen und fast gleichbreiten, nicht durchbrochenen
oder nur ritzenförmig geschlitzten Fortsätzen nebst je 3 vollständigen knotigen
Wimpern auf kielfaltiger Membran von !/—!/, Zahnhóhe. Sporen 10—12 u,
gelb bis rostbraun und gekörnelt, zuweilen etwas ungleich und in derselben
Kapsel bis 16 u. Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. V, Tab. 484
Über Steinen und Baumwurzeln, meist an trockeneren Standorten in den
Waldungen, von der Ebene bis in die Voralpenregion in Europa sehr verbreitet
und häufig fruchtend; in der Schweiz noch in 1600—2000 m. Ist nach Bescherelle
auch aus Algier bekannt und wurde von Arnell im Jeniseithale Sibiriens noch
in dem südlichen Teil der arktischen Region gesammelt. S. XXXVI, 6, a) Stbl.,
a’) stärker vergrösserte Pfriemenspitze desselben, b) Perichütialbl, c und d) ا
e) Astbl. nebst stärker vergrösserten Gipfelzellen, f) Paraphyllien, sowie XLI,
Peristom; gez. nach dahier bei Laubach cfr. ges. Expll.
9. Thuidium decipiens De Not. 1869.
Hypnum Limpr. 1876, H. rigidulum Ferg. Mser, H. commutatum v. decipiens Lindb.,
و ia a. B decipiens Lindb. 1879, Hypnum Notarisit Boul. 1884; cf. Rbh. Kr.
DNE
AUS gemischtrasig; die 6 Blüten mit papillósen äusseren, jedoch
bleichen, rippenlosen inneren Hüllbll., 3—4 grossen, gelblichen Antheridien
und nur wenigen Paraphysen. Habituell an eine Übergangsform zwischen
Cratoneuron filieinum und commutatum erinnernde, lockere, dunkel gelbgrüne bis
braungrüne Rasen mit steifen, nur wenig verzweigten, 4—10 cm langen, meist
aufrechten, ziemlich regelmässig gefiederten, spärlich bewurzelten Stengeln,
4—8 mm langen, dünnen Ästen mit zuweilen gekrümmten Spitzen und zahl-
reichen papillösen, langen, fadenfórmigen oder lanzettlich-pfriemenförmigen,
zuweilen geteilten Paraphyllien. Stengel-Querschnitt ohne Zentralstrang. Stbl.
allseitig sparrig abstehend, aus weit herablaufender, engerer Basis
erweitert, verkehrt 3eckig-herzförmig und rasch kurz und schmal lanzettlich
zugespitzt, 1,2 mm lang und oft breiter als lang, abwärts mit mehreren Längs-
falten, resp. gegen die Basis etwas sackartig ausgehöhlt und mit zurückgeschlagenem
Rand, rings mehr oder weniger deutlich gesägt, resp. entfernt fein gezähnt,
mit kräftiger, gelbgrüner, vor der Spitze endender Rippe. Vereinzelte
Stbll nach Limpr. auch nur breit oval und mit winzigem Spitzchen. Blatt-
zellen beiderseits mit zylindrischen, spitzen Papillen, dünnwandig, fast
parenchymatisch 4—6 seitig, aufwärts 6—7 u und 3—5 mal so lang, abwärts
mehr 6 seitig und breiter, 10 u und nur 3 mal so lang, an der Basis in 2 Reihen
lockerer, hyalin und ohne Papillen, 20—25 und selbst 30 u, mehr oval oder
länglich-6 seitig, jedoch nicht verdickt. Astbll. kleiner, nur halb so lang, oft
Nai einseitswendig, aus verengter, herablaufender, eiförmiger Basis
Mn
schmal pfriemlich zugespitzt. Perichätium nicht wurzelnd; die anliegenden,
bleichen Hüllbll. pfriemenfórmig zugespitzt, lüngsfaltig und mit bis über die
Mitte oder in die sehwach gezühnte Pfriemenspitze reichender, gelblicher Rippe.
Kapsel auf 3—4 cm langer, roter, gedrehter Seta aus aufrechter Basis geneigt
und gekrümmt, hochrückig und zylindrisch, mit kegeligem Deckel und schmalem,
1—2reihigem Ring, entdeckelt 3,5 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
mässig verdickt, abwärts mehr rektangulär, am Urnenrand kleiner, oval 4 bis
6seitig, am Grunde mit wenigen Spaltöffnungen. Peristomzähne gelb mit
orangefarbener Insertion und hellen papillösen Spitzen, an der Basis verschmolzen,
breit gesäumt, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von über !/ Zahnhöhe, gelb und fein punktiert, mit
breiten, nicht durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 papillösen Wimpern.
Sporen 12—16 u, hell rostfarben und gekörnelt. Reife im Herbst.
An quelligen Stellen der Berg- und Alpenregion von 800— 2000 m auf Kalk-
wie Kieselboden verbreitet; von G. v. Venturi in Südtirol entdeckt. S. XXXVI, 4,
a) Bl, c) Paraphyllien; gez. nach einem von Kern am Altvatergebirge ges. Expl.
und b) Kapsel, gez. nach einem von Glowacki in Steiermark ges. Expl. Letztere
Pflanze erinnert etwas mehr an eine Übergangsform von Cratoneuron filieinum zu
commutatum. Nach dem papillösen Zellnetz schliesst sich die Pflanze mehr an
Thuidium an. Limpricht stellt dieselbe wegen des fehlenden Zentralstrangs
und der in der Regel nicht verzweigten Paraphyllien zu Cratoneuron, resp. Hypnum,
welcher umfangreichen Gattung sie sich nach den pfriemlich auslaufenden Astbll.
anschliesst. Sie nimmt eigentlich eine Sonderstellung zwischen Thuidium und
Cratoneuron ein und bildet nach den Paraphyllien und dem verlängerten Zellnetz
den Übergang von Euthwidium zu Elodium.
10. Thuidium abietinum (L.) Br. eur. 1852.
Hypnum L. 1753; ef. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 701.
Zweihäusig; die Blüten stengel- und astständig, bleich, mit lang zu-
gespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll. und fadenförmigen Paraphysen. Lockere,
starre, gelbgrüne bis rostbrüunliche Rasen mit steifen, mehr oder weniger
aufgeriehteten, nur wenig geteilten, ziemlich gleichmässig einfach gefiederten,
spärlich wurzelhaarigen Stengeln, dicht gestellten, rundlichen, 0,5—1 cm langen,
spitzen oder stumpfen Ästen und zahlreichen fadenförmigen und lanzettlichen,
nur wenig verüstelten Paraphyllien. Wedel im Umfang lineal-lanzettlich oder
lanzettlich. Paraphyllien gedrungen, papillös und meist nur mit quadratischen
oder querbreiten Zellen. Stengel-Querschnitt oval und mit kleinem Zentralstrang,
derjenige der Aste mehr rund und ohne Zentralstrang. Stbll. locker dach-
seits (jedoch
flachem,
— 377 —
einer Papille auf dem Lumen, von denen diejenige der Rückseite länger ist,
weit hinab rundlich oder oval, 10 u, oft in der Spitze etwas länger und
schmäler, an der Insertion wenige kurz rektangulär, 2—3 mal so lang als breit
und rötlichgelb. Astbll. kleiner, eiförmig und zugespitzt. Gipfelzellen sämtlicher
Bll. 1spitzig, die Endzellen der Paraphyllien dagegen gestutzt und durch
Papillen zwei- und mehrspitzig. Perichätium nicht wurzelnd; die aufrechten
Hüllbll. längsfaltig, lanzettlich und allmählich pfriemenförmig verschmälert,
gezähnt, an der Spitze zurückgekrümmt, an den Rändern nicht gewimpert.
Scheidehen mit wenigen paraphysenartigen Haaren besetzt. Kapsel auf 1,5 bis
3 cm langer, gelbroter, gedrehter Seta fast aufrecht, zylindrisch und schwach
gekrümmt, gelbbraun bis braun und derbwandig, mit kegelig zugespitztem
Deckel und 3reihigem, in einzelnen Zellen sich ablósendem Ring, entleert
stärker gekrümmt und unter der erweiterten Mündung verengt. Peristomzähne
einem orangefarbenen basalen Tubus aufsitzend, gelblich und schmal gesäumt,
mit helleren, fein papillösen, pfriemlichen Spitzen. Inneres Peristom mit
durchbrochenen, oder am Kiel klaffenden, lanzettlichen Fortsätzen und je 1
oder 2 weniger vollständigen Wimpern auf goldgelber, faltiger Membran von
fast halber Zahnhöhe. Sporen 19-16 u, olivengrün und dicht papillös. Reife
im Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 485.
An trockenen, sonnigen Abhängen oder in lichten Waldungen, auf Heideland ete.
in Europa und Nord-Amerika, namentlich aber auf Kalk, von der Ebene bis in die
Voralpen häufig, jedoch sehr selten fruchtend, wie z. B. im südlichen Norwegen und
Schweden, bei München, Freiburg i. B. ete., in der Schweiz bis in 2600 m aufsteigend,
Im Jeniseithale Sibiriens bis in die arktische Region verbreitet; seltener auf Spitz-
bergen und in Grönland. War schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. S. XXXVI, 2,
a) BL, b) Kapsel c) Paraphyllien, d) Blattspitze eines Fiederbl; gez. nach steril
dahier bei Laubach ges. Expll, die Kapsel nach der Br. eur.
11. Thuidium histricosum Mitt. 1863.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 2, S. 840.
Zweihüusig. Dunkelgrüne, einem kräftigen Th. abietinum täuschend
ähnliche Rasen mit 6 und mehr cm langen, einfachen oder mehr oder weniger
geteilten, einfach gefiederten Stengeln. Stbll. grösser als bei abietinum,
locker aufrecht abstehend, aus herzeiförmiger, nicht oder kaum herablaufender
Basis ziemlich rasch lang und scharf zugespitzt, im Basalteil mit 3—4 Längs-
falten, nur an der Spitze am Rand gezähnelt und meist mit 3 Einzelzellen
auslaufend. Endzelle lspitzig. Rippe vor der Spitze endend, abwärts glatt,
nur aufwärts am Rücken mit einigen breiten, niedrigen Papillen. Blattzellen .
stark verdickt und getüpfelt, im allgemeinen länger als bei voriger Art, jedoch
weniger papillös, mitten oval und mit einer nur kleinen Papille auf der
Mitte des Lumens beider Seiten, meist 7—9 u und doppelt so lang, in der
Spitze und an der Basis aber 3—4 mal so lang als breit, nur gegen den Rand
des Basalteils kleiner und mehr rundlich bis fast quadratisch. Astbll. ähnlich,
uo NM ud
die kleineren nur 2faltig und kürzer zugespitzt, jedoch am Rand mehr gezühnelt
und mit deutlicheren kleinen Papillen. Sporogon unbekannt.
Nur aus England bis jetzt bekannt. Von Dr. Capron daselbst bei Guildford,
von G. Davies bei Boxhill in Sussex und von E. C. Horrell bei Shoreham in
Kent gesammelt. S. XXXII, 9, a) Stbll., b) mittleres Astbl, c) Paraphyllien,
d) Habitusbild; gez. nach einem Expl. des letzteren Standorts aus dem Herbare
von H. N. Dixon.
C. Elodium Sull.
Einhüusige, kräftige Sumpfmoose mit aufrechten, einfach gefiederten
Stengeln.
12. Thuidium Blandowii (Web. & M.) Br. eur. 1852.
Hypnum W. & M. 1807, H. abietinum v. paludosum Wahlenb. 1831, H. laricinum Wils.
1881; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 702. Hypnum lanatum Ström. 1791, H. affine Crome 1806,
H. filieinum var. lanatum Brid. 1897, Thuidium lanatum Hagen 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3,
S. 810.
Einhäusig; die kleinen, dicken 6 Blütenknospen mit lang lanzettlich zu-
gespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., grossen Antheridien und wenigen
fadenförmigen, längeren Paraphysen. Th. abietinum ähnliche, kräftigere,
weiche, ausgedehnte, bleich- bis gelbgrüne, innen gebräunte, oft fast schwarz-
braune Rasen mit aufrechten, 6—16 cm langen, einfachen oder geteilten, ein-
fach gefiederten, durch wimperige, verzweigte Paraphyllien und glatte Wurzel-
haare zottig filzigen Stengeln und bis 1,5 cm langen, abstehenden oder
zurückgekrümmten, am Ende peitschenförmigen Ästen. Paraphyllien fast glatt,
aus zwei- bis mehrzellreihiger Basis in zahlreiche fadenförmige oder pfriemliche,
einzellreihige Aste geteilt, mit sehr verlängerten Zellen und in der Regel 1 spitzigen
Gipfelzellen. Stamm-Querschnitt oval, abwärts fast oval-5 kantig, jedoch ohne
Zentralstrang. Stbll. fast sparrig, etwa 1—1,3 mm lang, aus enger, weit
herablaufender Basis eifórmig bis herzeifórmig und rasch lanzettlich kurz
und scharf zugespitzt, unregelmüssig gefurcht, mit umgeschlagenen, abwärts
schwach gezühnten, an der Basis durch Paraphyllien gewimperten Rändern
und dünner, weit vor der Spitze endender Rippe. Astbll. loeker dachziegelig
anliegend, kleiner, abgesehen von der Basis den Stbll. ähnlich, nur eiförmig
und zugespitzt, mit lspitziger Endzelle. Blattzellen dünnwandig, durch-
scheinend, schmal oval verlüngert, fast kurz linearisch, mit je einer dünnen, :
langen Papille auf der Rückseite, aufwärts 6—7 u und 4— 8 mal so lang als
breit, abwürts breiter und kürzer, an der Basis lockerer, mehr rektangulär
oder verlängert-6 seitig und bis 20 u. Periehätium schmal, nur wenig wurzelnd;
die zarten, bleichen, aufrechten Hüllbll. eilanzettlich und rasch fein zugespitzt,
undeutlich lüngsfaltig, mit kurz pfriemlieher, gezühnter Spitze und zarter, vor
derselben endender Rippe. Kapsel auf 3—5 cm langer, dünner, gelbroter,
gedrebter und oft verbogener Seta geneigt bis horizontal, verlüngert ellipsoidisch
bis zylindrisch und gekrümmt, rostbraun, mit spitz kegeligem Deckel und
3zellreihig sich ablösendem Ring, entleert stark gekrümmt und unter der
س 379 —
Mündung verengt, im allgemeinen kürzer und dicker als bei abietinum. Epidermis-
zellen der Kapselwand etwas dünnwandig, kurz rektangulär, an der Bauchseite
und gegen den Urnenrand rundlich-6seitig, am Hals mit Spaltóffnungen.
Peristomzähne bräunlichgelb auf mehr orangefarbenem Basaltubus, sehr lang
und von der Mitte an rascher verschmälert, dicht gegliedert, hell gesäumt,
abwärts aussen quer gestrichelt, innen mit zahlreichen kräftigen Lamellen.
Inneres Peristom mit nur ritzenförmig oder nicht durchbrochenen, trocken
zwischen den Zähnen durchtretenden, fein papillösen Fortsätzen und je 2—3 zarten,
fast glatten, vollständigen Wimpern auf glatter, intensiv gelber Membran von
!,, Zahnhöhe. Sporen 10—16 u, hell rostfarben und fein punktiert, nach Limpr.
auch olivengrün und glatt. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. V, Tab. 486.
Auf sumpfigen, torfigen Wiesen in der Norddeutschen Tiefebene, sowie im
nördlichen Europa, in Asien und Amerika. Südlichster Standort auf der Breunges-
hainer Heide im Vogelsberg in 700 m und in der Rhön in 818 m. Nach Arnell
im Jeniseithale Sibiriens durch das Urwaldgebiet bis in den südlichen Teil der
arktischen Region zerstreut. Auch aus dem südlichen Grónland bekannt, jedoch
nicht von Spitzbergen. Von Apotheker Blandow 1806 in Mecklenburg entdeckt.
S. XXXVI, 1, a) Stbl, b) Kapseln, c) stürker vergróssertes Blattzellnetz, d) Para-
phyllien; gez. nach im Vogelsberg auf der Breungeshainer Heide am Landgrafen-
brunnen und am Forellenteich ges. Expll.
Fam. XXXIX. Cylindrotheciaceae.
Orthotheeieae Schpr., Isothecieae Limpr.
Auf den verschiedenartigsten Unterlagen in flachen Polstern oder in
Rasen wachsende, mehr oder weniger glänzende Astmoose mit meist
kriechendem, oft längs oder unterbrochen stoloniformem, büschelig wurzel-
haarigem Hauptstengel und aufrechten oder ausgebreiteten, unregelmässig
fiederästigen, nur bei /sothecium mehr baumartig verzweigten sekundären Sprossen,
in der Regel ohne Paraphyllien. Stengel und Äste entweder allseitig rund,
oder verflacht mehrreihig beblättert, meist an den Enden spitz oder auch
flagellenartig. Stengel-Querschnitt rundlich 3—5 kantig oder oval, meist mit
Zentralstrang und dickwandigerer Rindenschicht, jedoch ohne differentiierte
Aussenrinde. Bil. meist 2gestaltig, in Nieder- und Laubbll unterschieden.
Niederbll klein und entfernt, bleich und zart und oft rippenlos. Laubbll.
lanzettlich oder eilanzettlich, sowie auch breit eifórmig oder elliptisch und
kürzer oder lünger zugespitzt, bald mit, bald ohne differentiierte Blattflügel-
zellen, glatt oder längsfaltig, ohne Rippe oder mit fast vollständiger, nie aus-
laufender, einfacher Rippe, öfters jedoch mit kurzer Doppelrippe- Blattzellen
glatt, vorzugsweise parenehymatisch, eng linearisch, jedoch nur wenig
geschlängelt, öfters mehr rhombisch oder rhomboidisch, an den nur s elten
ausgehöhlten oder auch geöhrten Blattflügeln erweitert und parenchymatisch,
nur bei den Orthothecieen ohne besondere Blattflügelzellen. Blüten 1- und
— 380 —
2häusig, stengel- und aststündig. Perichätium meist wurzelnd. Haube kappen-
förmig. Kapsel auf verlüngerter, meist glatter Seta aufrecht und regelmässig,
verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch und gerade, nur selten etwas
gekrümmt, engmündig, ohne oder mit differentiiertem Ring und mit kegeligem
oder nur kurz geschnübeltem Deckel. Sporensack meist kurz gestielt und von
einem Luftraum umgeben, seltener der Kapselwand dicht anliegend. ۰ Peristom
doppelt; die 16 Zähne des äusseren meist bis zur Basis gesondert, aussen
zuweilen fein punktiert, meist jedoch quer- oder schrügstreifig, innen mit
zahlreichen, nur schwach ausgebildeten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms niedrig, nicht oder nur wenig vortretend, zuweilen scheinbar
fehlend, mit lanzettlich-pfriemlichen oder linealischen, nicht oder am Kiele
ritzenförmig durchbrochenen Fortsützen und nur bei Jsothecium vollstündigen,
sonst jedoch meist rudimentüren Wimpern oder auch ohne Wimpern.
1. Gruppe Leseuraeeae.
Nach Bl. und Zellnetz an Isotheeium und die folgende Gruppe sich
anschliessende, lebhaft glünzende Rinden- und Felsbewohner des Hochgebirgs
mit umherschweifenden, der Unterlage anliegenden, unregelmässig fiederästigen,
seltener büschelig verzweigten Stengeln und meist aufrechten, niemals flagelli-
formen Asten, sowie mit zahlreichen Paraphyllien. Stengel- Querschnitt
rundlich-5 kantig. Bll. aus lanzettlicher, hohler, mit 2—4 Längsfalten versehener
Basis allmählich lang und scharf zugespitzt, mit einfacher, kräftiger, runder,
mit oder etwas vor der Spitze endender Rippe und differentiierten Blattflügel-
zellen. Blüten 2häusig. Periehätium nicht wurzelnd. Kapsel aufrecht und
regelmässig, mit kegeligem Deckel und nicht differentiiertem Ring, ohne Luft-
raum. Peristomzähne lineal-lanzettlich, an der Basis verschmolzen, dicht papillös
oder fast glatt, mit ziemlich gleichdicker Innen- und Aussenschicht,
entfernt gegliedert, innen ohne eigentliche Lamellen, sondern nur mit
Querleisten. Inneres Peristom mit kurzen, fast fadenförmigen Fortsätzen auf
niedriger, kielfaltiger Membran,
Die hierher gehörende Gattung Lescuraea nimmt mit ihren verhältnismässig
kurzen Blattzellen, sowie ihres weniger entwickelten, etwas unvollständigen Peristoms
wegen, mehr eine Sonderstellung ein. Limpricht stellt dieselbe mit Piychodium
zu den Leskeaceen, was mir jedoch weniger gerechtfertigt erscheint, weil die Leskeaceen
durch aufwärts kleinere, vorzugsweise parenchymatische Zellen charakterisiert sind,
während das Zellnetz dieser beiden Gattungen sich mehr demjenigen der Isothecieen
und Brachythecieen nähert, weshalb ich mit Schimper die Gattung ۷
bei den Isotheciaceen und Piychodium bei den Brachytheeieen belassen habe.
1. Gatt. Lescuraea!) Br. eur. 1851.
Rindenmoose und 'Felsbewohner der Bergregion und des Hochgebirgs in
hellgrünen bis brüunlichen, lockeren, ausgedehnten, lebhaft glänzenden Rasen,
^ yY Sal a p 1 1 E ۰ S
per
Moose Leo Lesquereux gewidmet.
-
— 3881 —
ohne Stolonen, mit fadenförmigen, durch büschelige, glatte Rhizoiden an die
Unterlage befestigten, unregelmässig fiederästigen Hauptstengeln und meist
einfachen, aufrechten, niemals flagellenartigen Ästen, sowie mit zahlreichen
lanzettlichen bis fadenförmigen Paraphyllien. Stengel-Querschnitt 5 kantig,
mit dünnem, kleinzelligem Zentralstrang. Bll. feucht allseitig steif aufrecht
abstehend, trocken locker anliegend, ziemlich gleichförmig, aus etwas herab-
laufender, lanzettlicher Basis allmählich lang und scharf zugespitzt, längs
2—4faltig, hohl, mit bis gegen die Spitze umgerolltem Rand und kräftiger,
runder, mit oder etwas vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen glatt,
aufwürts mehr prosenchymatisch, rhomboidisch bis fast linearisch, abwürts mehr
verlängert rektangulür, jedoch in den Ecken der Basis nur kurz rektangulär
oder quadratisch. Blüten 2häusig, am Hauptstengel; die dicken 6 Blüten-
knospen mit kurz zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., beide mit faden-
fórmigen Paraphysen. Perichätium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus
hochseheidiger Basis lang zugespitzt und mit zarter Rippe. Kapsel auf bis
l em langer, roter, gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, verlängert
ellipsoidisch, rötlichbraun und derbwandig, ohne Luftraum, mit stumpflichem,
kurz kegeligem Deckel und nicht differentiiertem Ring. Haube kappenförmig,
bis zur Urnenmitte reichend, schmal, kahl und hinfällig; Scheidehen dagegen
mit zahlreichen kurzen Paraphysen besetzt. Peristomzähne lineal-lanzettlich,
an der Basis verschmolzen und gleichsam einem gelben, dickeren, niedrigen
basalen Tubus oder Ringe aufsitzend, dicht papillös oder fast glatt, mit gleich-
dicker Innen- und Aussenschicht, entfernt gegliedert, ohne eigentliche
Lamellen, sondern nur mit Querleisten. Inneres Peristom ohne Wimpern, mit
kurzen, fadenförmigen, unregelmässig 1— 2 zellreihigen Fortsätzen auf niedriger,
kielfaltiger Membran.
Aussereuropäische Arten waren nach J aeger&S. bis zum Jahr 1879 nur
L. zanthophylla Hpe. aus Süd-Amerika und robusta Lindb. aus Asien bekannt,
wührend bis jetzt schon 8 beschrieben sind.
1. Lescuraea striata (Schwaegr.) Br. eur. 1851.
Hypnum mutabile Brid. 1801, Pterogonium Schwaegr. 1811, Plerigynandrum Duby,
Pterig. mutabile Brid. 1819, Maschalocarpus Spreng. 1827, Neckera Schwgr. 1828, Anomodon
Fürnr. 1829, Anom. mutabilis Mont. 1840, Leptohymenium Rabenh. 1848, Isothecium Spruce
1847, Leskea mutabilis Boul. 1872, 0 mutabilis Lindb. 1872; cf. Rbh. Kr Fl. IV,
Nr. 682.
Zweihäusig, gemischtrasig; die knospenfórmigen d Blüten am Hauptstengel
oder auch an Ästen, wit eilanzettlichen, mit schwacher Rippe versehenen
äusseren, nur kurz zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll. und wenigen
Paraphysen. Lockere, weiche, verworrene, hellgrüne, glänzende Rasen mit
2—15 em langen, hier und da geteilten, unregélmüssig fiederüstigen, umher-
schweifenden Stengeln, aufrechten, einfachen, spitzen, 0,5—1,5 em langen,
geraden Ästen und zahlreichen vielgestaltigen Paraphyllien. Bll. allseitig etwas
steif aufrecht-abstehend, trocken locker anliegend, aus breit lanzettlicher,
— 382 —
schmal herablaufender Basis allmählich lang zugespitzt, längs zweifaltig, sehr
hohl und ganzrandig, mit bis gegen die Spitze zurückgebogenem Rand und
bleichgrüner, stielrunder, fast durchlaufender Rippe. Blattzellen glatt,
aufwärts fast linearisch, 6—7 u und etwa 5—8 mal so lang als breit, in der
Spitze oft etwas kürzer und breiter, 8—9 u und nur 3—5 mal so lang, in der
Mitte der Basis verlängert rektangulär, nach dem Rand zu in den Ecken der
Basis quadratisch und 10—15 u. Innere Perichätialbll. mit Rippe, aus scheidiger
Basis rasch lang und fein zugespitzt und ganzrandig. Kapsel auf 6— 10 mm
langer, roter, unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht, verlüngert
ellipsoidisch bis fast zylindrisch, derbwandig, hell kastanienbraun, mit kegeligem
kurzem, stumpflichem Deckel und mit bis 6 Reihen abgeplatteter Zellen am
Deckel- und Urnenrand, trocken unter der Mündung etwas verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig und weniger regelmässig, kürzer oder länger
4—6 seitig. Peristomzähne einer verdickten gelblichen Ringleiste aufsitzend,
orangefarben oder gelbbrüunlich, aus breiterer Basis allmählich verschmälert,
ungesäumt, dicht papilós und mit ausgeschweiften Seitenrindern, in der
geraden Dorsallinie zuweilen durchbrochen. Inneres Peristom mit kürzeren,
papillósen, fadenförmigen Fortsätzen. Sporen 15— 21 u, grünlichbraun bis rost-
farben und feinwarzig. Reife im Mai und Juni Br. eur. Vol. V, Tab. 459.
An Stämmen und Ästen der Laubhölzer der oberen Waldregion, insbesondere
an Buchen und Vogelbeeren oder auch an Legfóhren, von 400—2400 m, in Europa
sowohl wie in Algier; von C. Ludwig im Riesengebirge entdeckt. Fehlt in ۱
Skandinavien, Finnland und Nord-Amerika. S. XXXVII, 11, a) Bl., b) Paraphyllien, |
c) Kapsel, d) Peristom; gez. nach am Taufstein im Vogelsberg und von Dr. Holler 3
an Alnus viridis auf der Kaseralp im Algäu ges. Expll.
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2. Lescuraea saxicola (Br. eur.) Molendo 1864.
Lescuraea striata var. saxicola Br. eur. 1851, L. insignis De Not. 1869, Anomodon
striatus v. C. Hartm. 1861, Isothecium str. v. Boul. 1884, Pseudoleskea subfalcata W. Ph.
Schpr.; ef. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 688
Zweihäusig mit gelblichen 6 Blütenknospen. Der vorigen Art sehr nahe
stehende, etwas dichtere, flache, goldgrüne oder bräunliehgrüne, lebhaft
glänzende Rasen mit fadenförmigen, der Unterlage anliegenden, regelmässiger e
gefiederten Stengeln und bogig aufwärts gekrümmten, am Ende hakenförmigen :
Asten. Paraphyllien ühnlich wie bei voriger Art, pfriemenfórmig oder lanzettlich. ~
Stengelbll. meist einseitswendig, aus ovaler, weniger herablaufender Basis |
lanzettlich und kürzer zugespitzt als bei voriger Art, mit bis 4 Längsfalten,
schmal umgebogenem, an der Spitze mehr oder weniger deutlich entfernt
gezähntem Rand und gelber, runder, meist vor der Spitze endender Rippe.
Blattzellen mehr oder minder verdickt und etwas getüpfelt, meist 6—8 u und
5— 8 mal so lang als breit, in der Spitze 8 u und nur 3 mal so lang, in den
basalen Ecken quadratisch und 12—16 u. Innere Perichätialbll. bis 2 mm
lang und allmählich pfriemlich zugespitzt. Kapsel auf 5—7 mm langer, roter,
gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, oval bis verlängert ellipsoidisch, derb-
wandig, rotbraun, mit stumpflichem, geradem, kegeligem Deckel und bis 8 Reihen
— 383 —
abgeplatteter Zellen am Urnenrand, trocken unter der Mündung kaum oder
nicht verengt. Peristomzähne an der breiten Basis etwas gesäumt, unten
quer, aufwürts schrüg gestrichelt und fast glatt. Inneres Peristom mit kurzen
fadenförmigen Fortsätzen, aber ohne Wimpern. Sporen 10— 15 u, hell rostfarben
und papillós. Reife im Sommer. Br. eur. Vol, V, Tab. 459 var. B.
An kieselhaltigen Felsen der Alpenregion von 900— 3300 m, auch in Nord-
Amerika, Finnland und Skandinavien, sowie in den Pyrenäen. Früchte seltener
als bei voriger Art. Bei Igarskoje in der subarktischen Region Sibiriens von
Arnell 1876 mit Frucht gefunden. S. XXXVII, 12, a) Bl., b) Kapsel, c) Peristom,
d) stürker vergrósserte Blattspitze; gez. nach einem von Dr. V. F. Brotherus in
Lappland ges. Expl.
2. Gruppe Entodonteae Kindb. 1896.
Auf der Erde wie an Mauern und Felsen oder an Bäumen und selbst
auf Holz wachsende Astmoose in gelbgrünen bis goldbrüunlichen, meist flaehen
oder etwas polsterfórmigen, mehr oder weniger glünzenden Rasen mit meist
kriechenden oder niedergestreckten, büschelig wurzelhaarigen, oder auch auf-
steigenden bis aufrechten, unregelmüssig fiederüstigen Stengeln und aufrechten
oder mehr zweizeilig ausgebreiteten Ästen, teils mit, teils ohne Stolonen, jedoch
meist ohne Paraphyllien. Stengel-Querschnitt rund oder oval, mit und ohne
Zentralstrang. Stengel und Äste mehrreihig allseitig rund oder mehr verflacht
beblüttert. Bll. nicht oder nur wenig herablaufend, teils eilanzettlich und
länger zugespitzt, teils breit eifórmig oder elliptisch und kürzer zugespitzt und
selbst stumpflich und mit kurzem Spitzchen, meist sehr hohl und nicht längsfaltig,
ganzrandig oder gegen die Spitze gezühnt, ohne Rippe oder mit kurzer,
oft nur durch 2—4 doppelschichtige, gelbliche Striche angedeuteter Doppel-
rippe von noch nicht !/, Blattlänge, sowie mit besonderen Blattflügel-
zellen. Blattzellen prosenchymatisch, eng linearisch und nur wenig gebogen
oder mehr rhombisch, namentlich in der Spitze oft kürzer rhombisch, gegen
die Basis lockerer, an den Blattflügeln in meist gut begrenzter Gruppe
erweitert, parenchymatisch 4—6 seitig und oft doppelschichtig. Kapsel
mit und ohne differentiierten Ring. Peristomzühne meist tief inseriert und bis
zur Basis gesondert, gesäumt oder ungesäumt, aussen fein punktiert oder
quer- und schrägstreifig, innen mit zahlreichen, nur niedrigen Lamellen. Inneres
Peristom mit sehr niedriger oder fast ohne basiläre Membran und meist
ohne, seltener mit rudimentären Wimpern, sowie mit lanzettlich-pfriemlichen
oder linealischen, nicht oder ritzenfórmig durehbrochenen, seltener in der
Kiellinie gespaltenen Fortsützen, die bald länger, bald kürzer als die äusseren
Peristomzähne sind.
1. Gatt. Platygyrium') Br. eur. 1851.
Seidenglänzende, nur selten an Steinen wachsende Holz- und Rinden-
bewohner in niedrigen, verworrenen, goldgelben bis bräunlichen, nur im
1) Von z4arvs breit und yügos Ring.
— 384 —
Schatten mehr dunkelgrünen Rasen mit kriechenden, wurzelhaarigen, unregel-
mässig gefiederten Stengeln und etwas kätzchenartigen Ästen, ohne Stolonen
und ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt rund und ohne Zentralstrang. BI.
| gleichartig, gedrängt allseitig abstehend, trocken mehr dachziegelig locker
anliegend, aus etwas herablaufender, elliptischer Basis scharf zugespitzt, ganzrandig,
ohne Rippe und ohne Falten. Blattzellen glatt, in der Spitze rhomboidisch,
abwürts mehr linear, nur an den Blattflügeln in mehreren Reihen quadratiseh
und erweitert. Blüten 2häusig und stengelständig. Perichätium wurzelnd.
Kapsel auf verlängerter, glatter, roter Seta aufrecht und regelmässig, schmal
und lang ellipsoidisch bis zylindrisch, kurzhalsig und nur selten schwach
gekrümmt, mit kegeligem bis geschnäbeltem Deckel, mehrreihigem, breitem,
in einzelnen Zellen oder stückweise sich ablösendem Ring und normalen Spalt-
öffnungen am Halsteil. Sporensack an der Basis nur von engem Luftraum
umgeben. Haube kahl und bis über die Kapselmitte herabreichend. Peristom-
zähne bis unter den Urnenrand getrennt und dicht an der Mündung inseriert,
lineal-lanzettlich und breit gesäumt, innen mit dicken lamellenartigen Querleisten.
Inneres Peristom mit schmalen, linealen, ritzenfórmig durchbrochenen oder
klaffenden, den Zähnen meist gleichlangen Fortsätzen àuf sehr niedriger Membran,
aber ohne Wimpern.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum
Jahr 1879 noch 13 bekannt.
l. Platygyrium repens (Brid.) Br. eur. 1851.
Hypnum palatinum Neck. 1770, Pterigynandrum Brid. 1806, Leskea Schleich. 1807.
Neckera sericea Fröhl. 1812, Pterogonium Schwgr. 1816, Bruchia Hornsch. 1825, Maschalo-
carpus Sprengel 1827, Neckera Schwer. 1828, Anomodon Fürnr. 1829, Leptohymenium Hampe
1847, Isothecium Spruce 1849, Pterogonium intricatum Drum., Cylindrothecium De Not. 1869,
Entodon palatinus Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 703,
Zweihäusig, gemischtrasig; die kleinen, dicken d Blüten mit rippen-
losen, gelblichen, eilanzettlichen äusseren und fast verkehrt eiförmigen, kürzer zu-
gespitzten inneren Hüllbll., mindestens 10 kurz gestielten Antheridien und nur
wenigen gelben Paraphysen. Habituell der Pylaisia polyantha sehr ähnliche,
glänzende, freudig- bis goldgrüne oder bräunliche, im Umfang nieder-
gedrückte Rasen mit 3—6 em langen, kriechenden, reichlich mit glatten
Wurzelhaaren besetzten Hauptstengeln und in der Mitte der Rasen aufsteigen-
den, am Umfang mehr niedergedrückten, drehrunden, 3—5 mm langen Ästen
mit oft zahlreichen Brutsprossen in den oberen Blattachseln. Bll.
8 reihig, gedrängt, feucht allseitig abstehend, trocken dachziegelig an-
liegend, 1—1,3 mm lang, eilanzettlich, resp. aus etwas herablaufender, eifórmiger
oder elliptischer Basis lanzettlich zugespitzt, kahnartig hohl, ganzrandig und
rippenlos, mit abwürts etwas zurückgebogenen Rändern. Blattzellen in der
Spitze deutlich rhombisch-6 seitig, 8—9 u und 2—4 mal so lang, mitten
nu >F und 7-10 mal so lang, gegen die Basis wieder kürzer, an der
. Insertion gelblich und getüpfelt, bis 10 u, an den Blattflügeln dünnwandig und
EN DE
— 385 —
locker quadratisch, 12—18 u. Perichätialbll. hohl, allmählich länger zugespitzt,
bleich, an der scharfen Spitze undeutlich gezühnt oder ganzrandig, ohne Rippe
und mit nach der gelblichen Basis lockerem Zellnetz. Scheidchen kurz þe-
haart. Kapsel auf 1—1,5 em langer, rechts gedrehter, roter Seta aufrecht,
schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, kurzhalsig, lederbraun bis rötlichbraun,
mit aus kegeliger Basis kurz und gerade oder etwas schief geschnäbeltem
Deckel und 3reihigem, lange bleibendem, stückweise oder in einzelnen Zellen
sich ablösendem Ring, entleert unter der Mündung kaum verengt und schwach
runzelig. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig und meist verlängert
rektangulär-6 seitig. Haube fast bis zum Kapselhalse reichend. Peristomzähne
dicht an der Mündung inseriert, bis zur Basis getrennt, orangegelb, aussen
abwärts mehr punktiert wie gestrichelt, aufwärts breit hyalin gesäumt, innen
mit breiten Querleisten. Inneres Peristom mit linealen, ritzenförmig durch-
brochenen oder klaffend gespaltenen, aufwärts oft einzellreihigen Fortsätzen
auf nicht vortretender Membran und ohne Wimpern. Sporen 12—18 u, gelb-
bräunlich und gekörnelt. Reife des Sporogons im Spätherbst oder zeitigen
Frühjahr und der Antheridien im Mai und Juni. Br. eur. Vol. V, Tab. 458.
An Baumstämmen, namentlich Eichen, Erlen und Birken, seltener an Nadel-
holz oder an Steinen, auch auf Strohdächern und an Zäunen von der Ebene bis
in die Voralpen in 1500— 2000 m in Europa wie Nord-Amerika verbreitet, auch
in Finnland, Norwegen und Schweden, im Engadin in der Schweiz noch in 2000 m;
von Schleicher in der Schweiz entdeckt. Findet sich nach Bescherelle auch in
Algier. S. XXXVII, 9, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom, e) Perichütialbl, sowie
Band I, Taf. I, 12 Brutsprossen; gez. nach dahier bei Laubach mit Frucht ges. Expll.
ar. sciuroides Sauter in kräftigeren, ausgedehnten Rasen mit längeren
Ästen und zylindrischer Kapsel auf 2 cm langer Seta — von Sauter auf alten
Strohdächern unweit Salzburg gesammelt, dahier bei Laubach an einem im Sumpfe
faulenden Erlenstamme;
var. rupestris Milde in dünneren, der Unterlage mehr angepressten Rasen
mit schlankeren, feineren, dünnen Stengeln — auf Granit und Sandstein im Harz
und in Tirol, sowie auf der Friedhofsmauer dahier bei Laubach;
var. minus, eine forma tenella mit dünneren niederliegenden Stengeln, kürzeren
Ästchen und etwas lockerem Zellnetz mit gegen die Basis zahlreicheren quadratischen
Zellen — an glatter Buchenrinde dahier bei Laubach;
var. gemmiclada Limpr. in struppigen Rasen mit zahlreicheren Brutsprossen
— in mehr trockener Atmosphüre und meist nur die sterile Form. Kann eigentlich
nicht als var. betrachtet werden, da die Brutsprossen auch an der Normalform sowie
bei var. rupestris in der trockeneren Jahreszeit sich reichlich entwickeln. Üppige
Formen auf faulem Erlenholz haben dahier meist 2 cm lange Seta.
2. Gatt. Pylaisia') Bruch. & Schpr. 1845.
Nur selten auf Steine übergehende Rinden- und Holzbewohner in flachen,
niedrigen, verworren verwebten oder auch polsterförmigen, gelblich- bis
7 Zu Ehren des Botanikers La Pylaie benannt.
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 25
— 356 —
dunkelgrünen, glänzenden Rasen mit durch Rhizoiden an die Unterlage be-
festigtem, fast fiederästigem Hauptstengel, ohne Paraphyllien und ohne
Stolonen. Stengelquerschnitt rund mit dünnem, armzelligem Zentralstrang.
Bll. gleichfórmig, feucht allseitig abstehend oder einseitswendig, aus wenig oder
nicht herablaufender, eifórmiger oder elliptischer Basis in eine meist lange,
schiefe, pfriemliche Spitze auslaufend, sehr hohl, ungefaltet, mit
nicht zurückgebogenen, sondern aufrechten Rändern und ohne Rippe, oder
mit undeutlicher, kurzer Doppelrippe. Blattzellen schmal, linearisch-rhombisch
und glatt, an den Blattflügeln in mehreren Reihen quadratisch. Blüten der
Europäischen Arten einhäusig, die C stengel- und astständig. Perichätium
wurzelnd. Kapsel auf dünner, glatter Seta aufrecht, ellipsoidisch bis fast
zylindrisch, kurzhalsig, gegen die Mündung schmäler, mit kegeligem bis ge-
schnäbeltem Deckel und höchstens kleinzelligem, schmalem Ring, oder
ohne Ring, entleert nicht verändert. Haube kappenförmig, kahl und hinfällig.
Sporensack gestielt und von Luftraum umgeben. Peristomzähne tief inseriert,
‚bis zur Basis gesondert, gesäumt und abwärts eng gegliedert, innen mit breiten
Querleisten. Inneres Peristom mit schmal lineal-lanzettlichen bis pfriemlichen,
in der Kiellinie abwärts gespaltenen oder auch bis zur Spitze in 2 Schenkel
gespaltenen Fortsätzen und rudimentären Wimpern auf niedriger Membran.
Bei den ausländischen Arten sind die Fortsätze meist 2spaltig und völlig frei
oder 2spaltig und den Zähnen anhängend.
Aussereuropäische Arten dieser Gatt. waren nach J aeger & S. bis zum
Jahr 1879 etwa 20 bekannt, wührend bis jetzt schon mehr als 30 beschrieben sind.
l. Pylaisia polyantha (Schreb.) Br. ear. 1851.
Hypnum Schreb. 1771, Leskia Timm. 1788, Isothecium R. Spruce 1849, Stereodon
(Pylaisia) Mitten 1864, Hypnum myosuroides 8 filiforme Web. 1778; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 704. Pylaisiella Grout 1896; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 810.
‚Einhäusig; die G Blüten mit eilanzettlichen, rippenlosen Hüllbll. und
nur wenigen fadenfórmigen Paraphysen. Niedrige, meist lockere, geiblich- bis
dunkelgrüne, seidenglünzende Rasen mit unregelmässig fiederüstigen, wurzel-
haarigen, 4—5 cm langen, kriechenden, geteilten Stengeln und aufsteigenden
oder aufrechten, nur im Umfang niedergedrückten, nach der Spitze zu ver-
dünnten, 3—5, seltener bis 10 mm langen Ästen. Stengelquerschnitt mit gelber,
diekwandiger Rinde. Bil. aufrecht abstehend, oft etwas einseitswendig,
1,5 mm lang, aus nicht oder wenig herablaufender, eifórmiger oder elliptischer
bis breit lanzettlicher Basis allmählich lang pfriemlieh zugespitzt, nicht
falig, hohl und ganzrandig, mit aufrechten, oberwürts schwach eingebogenen
Rändern und ohne Rippe oder mit undeutlieher, kurzer Doppelrippe. Blatt-
zelen nicht getüpfelt, linearisch, 6—7 M und 4— 8 und selbst 12 mal so lang
als breit, nur an den Blattflügeln quadratisch und erweitert, bis 15 u; die
rhomboidisehe Randzellreihe von 5—6 u bildet aufwärts gleichsam einen einzell-
reihigen Saum. Perichätium wurzelnd; die inneren Hüllbll. schwach faltig,
oberwärts gezähnelt und rasch in eine schmale Spitze auslaufend oder auch
— 387 —
abgerundet und nur mit längeren Zähnen besetzt. Kapsel auf 1—2 cm
langer, roter, gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, ellipsoidisch bis fast
zylindrisch, kurzhalsig, rotbraun, mit kurz kegeligem Deckel von 1j, Urnen-
linge und nur sehr schmalem, einzellreihigem, in einzelnen Zellen sich
ablósendem Ring, entdeckelt nicht verändert. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig, etwas unregelmässig rektangulär-6 seitig, am Urnenrand mehrere
(5—6) Reihen rundlich-6 seitig, jedoch kaum kleiner. Haube bis zur Kapsel-
mitte reichend. Peristomzähne lineal-lanzettlich, hell gelblich, aufwärts
durch grobe Papillen nur scheinbar gesäumt, aussen undeutlich querstreifig und
wit fast gerader Dorsallinie, innen mit bis 30 breiten, aufwärts scheiben-
artigen Querleisten. Fortsätze des inneren Peristoms auf niedriger Membran
von etwa t Zahnhöhe, länger als die Zähne, schmal lineal-lanzettlich, in
der Kiellinie anfangs abwärts ritzenförmig durchbrochen, später mehr klaffend
und an der Spitze oft 2schenkelig gespalten. Wimpern vereinzelt und
rudimentär, Sporen 13—18 u, bräunlichgelb und gekörnelt. Reife im Herbst.
Br. eur, Vol. V, Tab. 455.
An Baumstämmen, Wald- und Feldbäumen, insbesondere an Weiden, sowie
an Holz oder auch an Steinen von der Ebene bis in die Alpenthäler in 1300 m häufig,
in Europa wie in Nord-Amerika, und sehr formenreich je nach dem Standort. Nach
Bescherelle als forma gracillima auch aus Algier bekannt. S. XXXVII, 10,
a und b) BI., c) Kapsel, d) Peristom, e) Perichätialbl.; gez. nach dahier bei Laubach
eo... Expll.
brevifolia Lindb. mit kürzer zugespitzten Bll. und sehr zahlreichen
M de: Blattflügelzellen — der P. intricata nahestehen
var. julacea Lindb. mit locker dachziegelig TR: fast stielrunden
Ästen — an mehr feuchten, schattigen Standorten;
var. homomalla Lindb. mit sichelförmig einseitswendigen Bll.;
var. longicuspis Lindb. mit längeren, fast haarförmig zugespitzten ظ und
nur wenigen quadratischen Blattflügelzellen;
var. alpieola Kindb. mit kleineren Kapseln und etwas weiteren Blattzellen;
var. crispata Schlieph. mit kurzen, dicken Ästen und teilweise längs- oder
querwelligen, durch die gegen die Spitze eingebogenen Blattränder rinnig hohlen,
rasch lanzettlich zugespitzten Bll. — an alten Weiden bei Ustron in Österreichisch
Schlesien von Schliephacke im August 1899 gesammelt.
2. Pylaisia suecica (Br. eur.) Lindb. 1870.
Thedenia Br. eur. 1852, Hypnum C. Hartm. 1854, Leskea Lindb., Stereodon (ntn)
Lindb. 1879, P. polyantha var. paludosa Bryhn 1891; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3,
Einhäusig; die vorzugsweise astständigen, kleinen Ó Blütenknospen ebenso
wie die و mit meist kurzen, fadenförmigen Paraphysen und mit wenigen kurz
gestielten Antheridien. Niedrige, dunkelgrüne, kaum glänzende, weiche Rasen
mit brüchigen, bleichen oder hell rötlichen, nur wenig wurzelhaarigen, fast
fiederästigen Stengeln, mit spärlichen Paraphyllien und aufrechten, 3—5 mm
langen Ästen. Bil. etwas verschieden gestaltet, teils breit RR und
SU Te
— 388 —
kürzer oder lünger rasch zugespitzt, teils aus kürzerer, rundlich eifórmiger
Basis plötzlich in eine geschlängelte, lange Spitze verschmälert, hohl und
ganzrandig, mit nur angedeuteter einfacher oder doppelter, sehr kurzer Rippe
und mit aufgerichteten Blatträndern, oder auch ohne Rippe. Blattzellen
dünnwandig, rhombisch bis linearisch, oben 9—10 u und 3— 5 mal so lang, ab-
würts nur wenig breiter, in den Ecken der Basis quadratisch oder kurz
rektangulär und 15—18 u, die Randreihe aufwärts in einen kurzen Saum
übergehend, resp. schmal auslaufend. Perichätium spärlich wurzelnd; die inneren
Hüllbll. aus fast scheidiger Basis rasch zugespitzt und undeutlich gezühnt.
Haube bis über die Kapselmitte herabreichend. Kapsel auf 7 mm langer,
gelbroter, gedrehter Seta aufrecht, ellipsoidisch bis kurz zylindrisch, dünn-
wandig, mit lang kegelig geschnübeltem, orangegelbem Deckel, aber ohne
Ring. Epidermiszellen der weichen Kapselwand etwas dünnwandig, vorzugs-
weise kurz rektangulür-6seitig, am rötlichen Urnenrand in wenigen (3—5)
Reihen kleiner, rundlich-6seitig oder etwas abgeplattet. Peristomzühne tief
iuseriert, lineal-lanzettlich, goldgelb mit hyalin gekórnelten, etwas buchtigen
Rändern, aussen nicht querstreifig, innen mit breiten Querleisten. Fortsütze
des inneren Peristoms länger als die Zähne, schmal lineal-lanzettlich bis
pfriemenförmig, fein papillös, in der Kiellinie nur sehr schmal ritzenförmig
durchbrochen und zwischen den Fortsätzen je eine rudimentäre Wimper
auf kielfaltiger Membran von über '/, Zahnhóhe. Sporen 8—10 u, bräunlich
und fein gekörnelt. Reife im September. Br. eur. Vol. V, Tab. 454.
Auf feuchtem, humosem Boden und an Baumrinden in Skandinavien von
K. Fr. Thedenius 1836 entdeckt, auch von Ryan in Gudbrandsdalen und von
Bryhn in Ringerike später gesammelt. S. XXXIV, 2, a und b) Bll., c) und
d) Kapseln, e und f) Peristom von aussen und von innen; gez. nach einem von
Bryhn bei Ringerike in Norwegen ges. Expl.
Var. compacta Lindb. eine dichtrasigere Form — von Norrlin im Finnischen
Lappland in Felsspalten gesammelt.
Pylaisia alpina Kindb. von Kongsvold in Norwegen (cf. Skandin. Blad-
mossflora Nr. 53) non vidi.
3. Pylaisia intricata (Hedw.) Br. eur. 1851.
Pterigynandrum Hedw. 1801, Stereodon Lindb. 1890; cf. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 19
Hypnum C. M. 1851, Pyl. Selroynii Kindb. 1889, Pylaisiella Grout 1896; cf. Rbh. Kr. FI. IV,3, S.811.
Einhäusig; die dick knospenfórmigen 6 Blüten mit aus eiförmiger
Basis rasch kurz zugespitzten, rippenlosen Hüllbll, gelben Antheridien und
hyalinen Paraphysen. Habituell einer dichtrasigen, kurzästigen polyantha sehr
ähnliche, verworrene, lebhaftgrüne, glänzende, flache Rasen mit wurzelhaarigen,
dicht fiederästigen Stengeln und an der Spitze gekrümmten, kurzen, nur
2—5 mm langen Ästen. Bll sehr dicht gestellt, aus kurz 'eifórmiger oder
breit elliptischer Basis rasch lanzettlich verschmälert und kürzer oder länger
zugespitzt, denen der vorigen Art sehr ähnlich, an den Enden der Äste und
Stengel einseitswendig und oft mit gezähnter Spitze. Blattzellen rhombisch
— 389 —
bis linearisch, 7—8 u und meist 3—6 mal so lang als breit, an den Blattflügeln
in mehreren (bis 10) Reihen quadratisch, 19—16 u, und weit hinauf am
Rande darüber kurz rhombisch. Perichätialbll. allmählich zugespitzt und nur
undeutlich gezühnelt, denen von Platygyrium repens ühnlich, jedoch mit engerem,
kürzerem Zellnetz. Kapsel auf 1—1,5 em langer, rótlicher Seta aufrecht, ge-
dunsen ellipsoidisch, dünnwandig, mit kurz geschnübeltem Deckel und 2 reihigem
Ring entdeckelt nur 1,2 mm lang. Peristomzühne an der Basis verschmolzen,
gesäumt, aussen undeutlich gestrichelt. Inneres Peristom dem äusseren etwas
anhüngend, zart, bleich und papillós, mit nach der Entdeckelung 2 schenkeligen
(nach er freien), den Zähnen anhängenden Fortsätzen (nach Limpr.).
Sporen 18—22 u, olivengrün und gekörnelt.
Wurde nach Lindberg von F. Elfving in Russland gesammelt, findet sich
aber häufiger an Baumstämmen in Nord-Amerika. S. XXXVII, 12, a) Bl,
b) Kapsel, c) Habitusbild; gez. nach einem von Holzinger bei Winona in Nord-
Amerika ges. Expl.
Pylaisia alpicola (Lindb.) aus Schweden und Finnland (cf. Kindb. Skandin.
Bladmossflora Nr. 54) non vidi.
3. Gatt. Entodon') C. M. 1844.
Cylindrothecium Sehpr. 1851.
Kalkliebende, am Fusse der Bäume oder an Steinen und Mauern in
ausgedehnten, flachen bis locker polsterfórmigen, lebhaft- oder gelb- bis brüunlich-
grünen, stark glänzenden Rasen wachsende Moose mit niedergestreckten bis
aufrechten, mehrfach geteilten, oft büschelig wurzelhaarigen, unregelmässig
fiederüstigen Stengeln und meist 2zeilig gestellten, etwas verflachten, au
den Enden verdünnten Ästen, mit und ohne Stolonen, jedoch meist ohne
Paraphyllien. Stengelquerschnitt oval, mit Zentralstrang. Bll. mehrreihig,
die seitenstündigen abstehend, die bauch- und rückenstündigen nur locker dach-
ziegelig anliegend, seltener allseitig abstehend, an der Basis meist nicht geóhrt und
nur wenig herablaufend, eiförmig oder elliptisch bis eilanzettlich, stumpf
oder kurz zugespitzt, meist nicht faltig, hohl und ganzrandig oder nur an der Spitze
undeutlich gezähnt; statt der Rippe meist nur 2—4 kurze, 2schichtige Streifen.
Blattzellen eng linearisch und glatt, mit oft sichtbarem Primordialschlauch,
nur an der Basis lockerer und in den Ecken derselben eine gut begrenzte |
Gruppe quadratischer, oft 2—3 schichtiger Zellen. Astbll. den Stbll.
ähnlich, nur kürzer und schmäler. Blüten stengelständig, meist einhäusig,
UH 2häusig. Perichütium nicht oder spärlich wurzelnd, mit fast scheidigen,
lang zugespitzten inneren Hüllbll. Haube kahl, schmal kappenförmig, sehr
lang und bis zum Kapselgrunde reichend; Scheidchen dagegen mit Paraphysen
besetzt und länger als das kurze Perichätialästehen. Kapsel auf langer,
gerader, glatter, roter, gedrehter Seta aufrecht, fast zylindrisch, kurzhalsig,
dünnwandig, mit kegeligem oder schief geschnäbeltem Deckel und nur wenig
1) Von 2vrös innerhalb, zwischen, von etwas umgeben und ödors Zahn, wegen der
tief inserierten Peristomzühne.
— 3890 —
differentiiertem oder ohne Ring, entdeckelt gestutzt und nicht verengt.
Sporensack der Kapselwand meist anliegend. Peristomzähne tief inseriert
und bis zur Basis getrennt, lineal-lanzettlich, ungesäumt, entfernt gegliedert
und in der Mittellinie aufwärts zuweilen etwas durchbrochen, dünn und flach,
innen mit nur wenig. entwickelten Lamellen. Inneres Peristom ohne vor-
tretende Membran und ohne Wimpern, nur aus schmalen, linealen, den
Zähnen fast gleichlangen, in der Kiellinie zuweilen ritzenförmig durchbrochenen,
an der Basis durch eine sehr schmale Membran verbundenen Fortsätzen ge-
bildet. Sporen klein.
Ausserhalb Europas ist diese Gatt. in zahlreichen Arten vertreten. So waren
nach Jaeger & S. bereits 83 aussereuropäische Arten derselben bis zum Jahre
1879 bekannt, während bis jetzt schon gegen 150 beschrieben sind.
1. Entodon cladorrhizans (Hedw.) C. M. 1844.
Neckera Hedw. 1801, Cylindrothecium Schpr. 1860, Ent. minutipes Kindb. 1894,
Entodon transsilvanicus Demet. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 710 und IV, 3, S. 812.
Einhäusig; die 6 Blüten mit eiförmigen, zugespitzten Hüllbll., zahlreichen
Antheridien und fadenfórmigen Paraphysen, sowie mit abgebogenen Blattspitzen,
ebenso wie die Ọ sowohl stengel- wie aststündig. Habituell der folgenden Art
sehr ühnliche, minder krüftige, lockere, niedergedrückte, freudig- bis gelb- oder
bräunlichgrüne, glänzende Rasen mit niederliegenden, büschelig wurzelhaarigen,
etwas verflacht dachziegelig beblütterten, unregelmässig fiederästigen Stengeln,
3—8 mm langen, teils verflachten und oft fertilen, teils runden und mehr
sterilen, am Ende kurz peitschenförmigen Ästen, und absteigenden Stolonen.
Stengel-Querschnitt oval, mit Zentralstrang und 3—4schichtiger, gelber, dick-
wandiger Rinde. Stbll. 2 mm lang, dachziegelig locker anliegend, nur die
seitlichen abstehend, aus wenig herablaufender Basis eilänglich und zu-
gespitzt, hohl und ganzrandig, mit kurzer Doppelrippe, zuweilen gezähnelter
Spitze und an der Basis schwach zurückgeschlagenem Rand, die seitenständigen
oben oft etwas kahnförmig hohl und mit zurückgebogenem Spitzchen. Blatt-
zellen linearisch, mit sichtbarem, spiraligem Primordialschlauch, mitten 9 u und
8—12 mal so lang, in der Spitze kürzer, mehr rhombisch oder rhomboidisch
und etwa 4 mal so lang als breit, an der Basis lockerer, mehr rektangulär,
16 u, stark getüpfelt und lschichtig, an den Blattflügeln in bis 8 Reihen
quadratisch oder kurz rektangulär, bis 25 u, chlorophyllarm bis farblos. Astbll.
den Stbll. ähnlich, nur schmäler und mit gabeliger, ungleichschenkeliger Rippe.
Perichätium nicht wurzelnd, mit aufrechten, breit lanzettlichen, scharf zugespitzten,
faltigen, rippenlosen inneren Hüllbl. Scheidehen mit nur wenigen kurzen
Paraphysen. Kapsel auf 1—1,2 cm langer, gelbroter bis purpurroter, gedrehter
Seta aufrecht, fast zylindrisch, rötlich und dünnwandig, mit schmal kegeligem
bis stumpflich geschnäbeltem Deckel von etwa 1 Urnenlinge und ziemlich
grosszelligem, 2—3reihig stückweise sich ablósendem Ring, entleert nicht
veründert, bis 2,7 mm lang. Ringzellen 18— 94 y. Epidermiszellen der Kapsel-
wand dünnwandig, vorzugsweise kurz rektangulär-6 seitig, am Urnenrand nur
t
— 391 —
wenige Reihen mehr rundlich-6seitig, im allgemeinen etwas unregelmässig.
Peristomzähne lineal-lanzettlich, abwärts rostbraun, quer gestrichelt oder streifig
punktiert und sehr schmal gelb gesäumt, aufwärts gelb und in der Mittellinie
öfters durchlöchert. Inneres Peristom mit glatten, gelblichen, am Kiele ritzen-
förmig durchbrochenen Fortsätzen, ohne Wimpern und ohne über den Urnen-
rand vortretende Membran. Sporen 19-16 oder 14—18 u, rostfarben und
gekörnelt. Reife im Winter.
Auf Holzdächern in Siebenbürgen, vorzugsweise aber aus Nord-Amerika bekannt,
daselbst am Grunde der Baumstümme. S. XXXVII, 7, a und a’) BU., b) Kapsel,
c) Peristom; gez. nach einem Expl. aus Ohio in Nord-Amerika aus dem Herbare
des Grafen R. zu Solms-Laubach.
2. Entodon Schleicheri Broth. 1892.
Neckera cladorrhiza Brid. 1827, Anomodon cladorrhizans Hüben. 1833, Ent. cladorrhizans
C. Müll. 1844, Isothecium Schpr. in litt. 1847, Cylindrothecium Br. eur. 1851; ef. Rbh. Kr.
FL. IV, Nr. 711.
Einhäusig; die knospenfórmigen S Blüten in der Nähe der weiblichen
mit eiförmigen, nach innen grösseren und länger zugespitzten rippenlosen Hüllbll.,
sowie zahlreichen fadenfórmigen Paraphysen. Von der vorigen Art nur wenig
verschieden und daher auch vou Schimper in dessen Synopsis ed. 2 mit
derselben vereinigt. Krüftigere Pflanzen mit vorzugsweise verflachten, stumpf-
lichen oder kurz zugespitzten Ästen. Stbll etwas grösser als bei voriger Art
und an der Basis oft schwach geöhrt. Lineare Blattzellen enger und länger,
mitten meist 7—8 u und selbst bis 20 mal so lang als breit. Innere Perichätialbll.
kurz zugespitzt und an der Spitze gezühnelt, resp. entfernt fein gesügt. Kapsel
auf 2,5 em langer, gelber Seta aufrecht, vollkommen walzenfórmig, resp. zylindrisch
und gerade oder schwach gebogen, an der Mündung nicht verengt, mit kegeligem,
kerbrandigem Deckel, ohne Ring, aber mit bis 6 Reihen kleinerer, teils
abgeplatteter Zellen am Urnenrand. Epidermiszellen der Kapselwand
weniger dünnwandig. Peristomzähne tiefer inseriert als bei voriger Art und
kürzer, purpurrot bis dunkel rotbraun, nicht gesäumt, unten deutlich quer-
streifig, aufwärts lüngsstreifig und mit reihig papillósen orangegelben
Spitzen. Inneres Peristom dem äusseren gleich lang, intensiv gelb und glatt.
Sporen 19— 16 oder 14—18 u, grünlich bis rostfarben, resp. innen grün, aussen
mit hell rostfarbener Exine und fein gekörnelt. Reife im Herbst. Br. eur.
Vol. V, Tab. 464.
Auf Kalk und kalkhaltigen Gesteinen, auch an Basalt, vorzugsweise aber an
Mauern alter Burgen und Schlösser bis 1500 m im südlichen und südwestlichen
Europa; von Schleicher 1821 in der Schweiz entdeckt. S. XX XVII, 7, d) einzelner
Blattflügel; gez. und beschrieben nach einem am Schloss Rötteln bei Lörrach in
Baden von A. Lösch ges. Expl. Die meisten Blattflügel sind wie bei 7a, nar die
Bll. etwas länger. Die Pflanze macht im allgemeinen den Eindruck einer kräftigen
Kalkform der vorigen Art. Sie ist nach meiner Ansicht nur eine schwache Art
und könnte ebensogut als Varietät der vorigen Art betrachtet werden.
ب 3892 —
3. Entodon orthocarpus (La Pyl.) Lindb. 1879.
Hypnum La Pyl. 1897, H. Schreberi y orthocarpum Brid. 1897, H. concinnum De Not.
1835, Isotheciwm insidiosum Mont. 1843, Entodon Montagnei C. Müll. 1844, Ent. insidiosus
Spruce 1849, Neckera C. M. 1850, Cylindrothecium Montagnei Br. eur. 1851, Cyl. concinnum
Schpr. 1860, H. dolosum De Not. 1869, H. Montagnei Hartm. 1858; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, N. 712.
Zweihäusig, gemischtrasig; die kleinen 6 Blüten mit eiförmigen, rasch
zu einer zusammengerollten, stumpflichen Spitze verschmülerten Hüllbll. und
zahlreichen Antheridien und Paraphysen. Hypnum Schreberi habituell sehr
ähnliche, lockere, ausgedehnte, leicht zerfallende, gelbgrüne bis goldbräunliche,
glänzende, innen dunklere Rasen mit niederliegenden oder aufrechten, oft
10 und selbst 15 cm langen, einfachen oder nur wenig geteilten, absatzweise
kammförmig gefiederten Stengeln und fast stielrunden, genäherten, 1 bis
1,5 cm langen, gleichgrossen, abstehenden, lang zugespitzten und an der
Spitze oft gekrümmten Ästen, jedoch ohne Stolonen. Stamm-Querschnitt oval
und mit Zentralstrang. Stbll. feucht aufrecht abstehend, trocken dachziegelig
locker anliegend, 2—2,5 mm lang, breit eifórmig oder elliptisch und stumpf,
hohl und ganzrandig, ohne Rippe, mit doppelschichtiger Insertion und an
den etwas ausgehöhlten Blattflügeln schwach zurückgeschlagenem Rand. Blatt-
zellen diekwandig, lineariseh, meist 7—8 u und etwa 8 mal so lang, mitten 7 u
und etwa 10—12 mal so lang, an der Basis stark getüpfelt und mehr rektangulär,
12 u, an den schwach ausgehóhlten 2— 3schichtigen Blattflügeln in mehreren
Reihen quadratisch oder oval-6 seitig und bis 18u. Perichätium wenig bewurzelt,
mit sparrig abstehenden, kurz zugespitzten Hüllbll, nur die innersten an-
liegend, róhrig scheidig und lünger zugespitzt. Kapsel auf 1,5 cm langer,
gerader oder verbogener, roter Seta aufrecht, zylindrisch, braun und derbwandig,
mit lang kegeligem, stumpflichem, gelbem, orangefarben berandetem Deckel
und meist bleibendem, 2reihigem, rotem Ring. Peristomzähne fast linealisch,
rot mit gelben, glatten Spitzen, unten quer, aufwürts mehr schrüg gestreift, in
der Mittellinie stellenweise durehbrochen. Inneres Peristom aus gelben, glatten,
linealischen, ritzenförmig bis klaffend durchbrochenen Fortsätzen gebildet.
Sporen 14—17 u, gelb und papillós. Reife im Herbst. Br. eur. Vol V,
Tab. 465 (Cyl. Montagnei).
Auf Wüstungen, unkultivierten Standorten kalkigen Bodens, an Mauern und
Felsen, mehr im Süden und Westen Europas, bis in 2600 m, jedoch nach Kindberg
auch aus Norwegen und Schweden bekannt; von La Pylaie im Walde bei St. Germain
unweit Paris entdeckt. S. XXXVII, 6, a und b) BlL, c) Kapsel, d) stärker ver-
gróssertes Zellnetz; gez. nach bei Tegernsee und am Kochelsee in Bayern von
Dr. Röll ges. Expll.
4. Entodon compressus (Hedw.) C. M. 1844.
ios Leskea Hedw. 1801, Hypnum Mühlenbergii P. Beauv. 1805, H. pennsilvanicum Poir. 1818,
Cylindrotheeium Br. eur. 1851, Isothecium Hampe 1848, Neckera C. Müll. 1850; cf. Rbh. Kr.
P. IV, 3, S. 83.
; Einhäusig. Ent. cladorrhizans ähnliche Rasen mit flachen oder kätzchen-
artigen, schwach zusammengedrückten Stengeln und Ästen. Bl. 1—1,5 mm
س 393 —
lang, sämtlich dachziegelig, kleiner als bei dem ihm sehr ähnlichen eladorrhizans,
sehr hohl, die seitlichen kahnförmig, eiförmig und kurz und meist stumpf
zugespitzt, oder mit winzigem zurückgebogenen Spitzchen, ganzrandig und
rippenlos, nur an der äussersten Spitze zuweilen sehr fein gezähnt. Blattzellen
dünnwandig, an der Basis, namentlich nach den oft schwach geöhrten Flügeln
hin locker-6seitig, 12—15 und selbst 25 u, dagegen aufwärts sehr eng, nur
6—7 u und mehr als 10—20 mal so lang als breit, nur in der Spitze kürzer
und wenig breiter. Perichätialbll. ganzrandig und rippenlos, aus scheidiger
Basis lanzettlich scharf und fein zugespitzt. Kapsel auf 8—9 mm langer, roter,
rechts gedrehter Seta aufrecht, eilänglich, gelblich- oder lederbraun, gegen die
Mündung etwas enger, mit kegeligem, schief geschnäbeltem Deckel von fast
halber Urnenlünge und differentiiertem, 2—4zellreihig schwer sich ablösendem
Ring. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, etwas locker 6seitig, am
Urnenrand nur in wenigen Reihen kleiner. Peristomzühne orangegelb und hell
gesäumt, unten aussen glatt, aufwärts dagegen grob papillós, nach Limpr. zu-
weilen gespalten oder abwärts hier und da durchlöchert. Inneres Peristom
mit gleichlangen oder kürzeren, sehr schmalen, ritzenfórmig durchbrochenen
oder gespaltenen Fortsätzen auf unvollständiger, zarter Membran, zuweilen
durch einzelne Querglieder verbunden. Sporen 10—14 u, gelbgrün und sehr
fein gekörnelt, fast glatt, resp. innen grün und aussen mit hell rostgelber Exine.
Von Pallas an einem Nebenflusse der Dwina in den Wäldern Russlands auf-
gefunden (nach S. O. Lindberg), häufiger in Nord-Amerika am Grunde von Baum-
stämmen längs der Flussufer. S. XLI, 14, a bis c) BlL, d) stärker vergrössertes
Zellnetz, e) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von Ravenel in
Süd-Carolina an Baumstämmen ges. str. Expl (comm. Renauld), und f) Kapsel,
gez. nach einem von C. H. Demetrio in Missouri ges. Expl. Bei letzteren Expll.
sind die Peristomzühne aufwärts grob papillös, auch ist das Zellnetz der Bll. etwas
kürzer als bei ersteren.
3. Gruppe Orthotheeieae Schpr. ex p.
Kalkliebende Felsbewohner hóherer Gebirge, insbesondere der Alpen, in
glänzenden, gelbgrünen bis rótlichen oder rostbraunen Rasen mit meist nieder-
liegenden, spärlich bewurzelten, unregelmässig geteilten Hauptstengeln und
aufrechten, verlängerten, unregelmässig verzweigten sekundären Sprossen,
hier und da auch mit kleinblätterigen Stolonen, jedoch ohne Paraphyllien.
Bll. lanzettlich bis schmal elliptisch und pfriemlich oder nur kurz scharf zu-
gespitzt, gedrüngt aufrecht abstehend, nicht herablaufend, hohl und mehr oder
weniger lüngsfaltig, seltener glatt, ganzrandig, ohne besondere Blatt-
flügelzellen, mit sehr kurzer Doppelrippe oder ohne Rippe, nur ausnahmsweise
mit kurzer einfacher Rippe. Blattzellen eng linearisch, etwas geschlängelt,
fast durchaus prosenchymatisch, an den Blattflügeln nicht differentiiert, nur an
der Insertion kürzer und etwas erweitert. Peristomzähne aussen querstreifig
und aufwärts etwas knotig gegliedert. Membran des inneren Peristoms nur
— 394 —
wenig vortretend, mit lanzettlich-pfriemlichen, abwärts zuweilen ritzenfórmig
durchbrochenen Fortsützen und je 2 rudimentären Wimpern, oder auch ohne
Wimpern.
1. Gatt. Orthothecium') Br. eur. 1851.
Holmgrenia Lindb.
Kalkliebende, glänzende, alpine Felsmoose mit teilweise stolonenartig
niederliegendem, nur wenig wurzelhaarigem, unregelmässig geteiltem, auf-
steigendem Hauptstengel und aufrechten, verlängerten, unregelmässig ver-
zweigten Ästen, resp. sekundären Sprossen. Stengel-Querschnitt mit dünnem,
armzelligem Zentralstrang. Bll. oft einseitswendig, nicht herablaufend, hohl
und meist längsfaltig, ganzrandig, verlängert lanzettlich und scharf zugespitzt,
gewöhnlich ohne Rippe und ohne besondere Blattflügelzellen. Blattzellen
linearisch bis geschlängelt, sehr eng, an der Insertion mehr oder weniger
gefärbt, in den Ecken der Basis nicht wesentlich verschieden. Blüten 2 häusig und
stengelständig. Perichütium wurzelnd. Haube kappenförmig und kahl; Scheidchen
dagegen behaart, resp. mit bleichen Paraphysen besetzt. Kapsel auf verlängerter,
glatter, roter, gedrehter Seta aufrecht oder schwach geneigt, verlängert ellipsoidisch
bis zylindrisch, dünnwandig, kurzhalsig und meist gerade, mit stumpf kegeligem
oder geschnäbeltem Deckel, leicht sich ablösendem Ring und kurz gestieltem
Sporensack. Peristomzähne an der Mündung inseriert, flach, lineal-lanzettlich,
oft gesäumt, aussen punktiert oder gestrichelt, innen mit nur wenig entwickelten
Lamellen oder Leisten. Inneres Peristom mit meist gleichlangen, nur ritzen-
förmig durchbrochenen, lanzettlich-pfriemlichen Fortsätzen und kurzen, schwach
knotigen Wimpern auf nieht hoher Membran, oder auch ohne Wimpern.
Sporen klein.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung werden in J aeger & S. nur noch
2 erwühnt.
1. Orthothecium rufescens (Dicks. Br. eur. 1851.
Hypnum Dicks. 1793, Leskea Schwaegr. 1816, Isotheeium Hüben. 1888, Holmgrenia
Lindb. 1862, Stereodon Mitten 1864, Pylaisia De Not. 1869, Orthoth. complanatum Kindb.
1883; cf. Rbh. Kr. : 708;
Zweihäusig; die schlanken, knospenfórmigen S Blüten mit aus hohler,
elliptischer Basis lang zugespitzten inneren Hüllbll und langen fadenförmigen
Paraphysen. Weiche, unregelmässige, seidenglänzende, rötliche, schwellende
Rasen mit 4—10 em langen, aufrechten, oder aus niederliegender Basis auf-
steigenden, spärlich wurzelhaarigen, mehrfach gabelig geteilten bis büschelig
verästelten Stengeln. Querschnitt der letzteren rundlich-5 kantig und mit
braunroter, engzelliger, substereider Rindenschicht. BIL sehr dicht allseitig
aufrecht abstehend oder einseitswendig, aus nicht herablaufender, lanzettlicher
bis schwach elliptischer, breiter Basis allmählich lineal-lanzettlich lang
und pfriemlich zugespitzt, mehrfach längsfaltig und ganzrandig, mit oft
( Von des gerade und Inn Büchse, resp. Kapsel.
— 395 —
rings schmal umgerolltem Rand, aber ohne Rippe. Blattzellen sehr eng
linearisch, 5—7 u und 10—20 mal so lang als breit, getüpfelt, an der Insertion
doppelschichtig, kürzer, orangerot bis gebräunt und breiter, 10 u, an den
abgerundeten Ecken nur vereinzelte Zellen mehr länglich 6 seitig. Perichätial-
bll. aus etwas scheidiger, elliptischer Basis in eine lange, gewundene Pfriemen-
spitze ausgezogen und rippenlos. Haube bleich und hinfällig, kappenförmig
und bis zur Kapselmitte reichend. Kapsel auf 2—3,5 cm langer, purpurroter,
gedrehter Seta aufrecht, verlängert ellipsoidisch, gelbbräunlich und dünnwandig,
mit kurz kegelig und dick geschnäbeltem Deckel und 1—2 reihigem, leicht sich ab-
lósendem, breitem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand ziemlich dünnwandig, ver-
lüngert oval-6 seitig, am Urnenrand bis 5 Reihen rundlich-6 seitig oder abgeplattet,
am Hals mit normalen Spaltóffnungen. Peristomzähne schmal lanzettlich-
pfriemenförmig, hell gelblich, undeutlich gesäumt, aussen abwärts quer gestrichelt,
aufwärts papillös, entfernt gegliedert und mit buchtigen Rändern. Inneres
Peristom weisslich, dicht und sehr fein papillós, mit schmal lanzettlichen,
meist nieht durchbrochenen, die Zühne mitunter überragenden Fortsützen und
je 2 rudimentüren Wimpern auf verhültnismüssig niedriger Membran von noch
nicht !/, Zahnhóhe.. Sporen 10—16 u, gelbgrün und sehr fein gekórnelt. Reife
im August. Br. eur. Vol. V, Tab. 460.
An feuchten Kalkfelsen und kalkhaltigen Gesteinen, wie Grauwacke, Melaphyr,
Nagelfluhe etc. in Klüften und an Wasserfüllen in Europa durch die Bergregion
und die Alpen verbreitet, insbesondere auch in den Pyrenäen, Schottland und
Skandinavien, in Tirol bis in 2570 m. Selten fruchtend. S. XXXVII, 2, a) BL,
b) Kapsel, c) Peristom, d) 6 Blüte, e) Habitusbild; gez. nach von Dr. Holler
im Algäu und von Glowacki in Steiermark ges. Expll.
Var. complanatum Kindb. = Holmgrenia complanata Kindb., eine etwas
schwächere, dem binervulum sich nühernde Form mit mehr verflacht beblütterten
Sprossen und meist etwas schmäleren, kürzeren Bll. mit längs bis gegen die Spitze
umgebogenem bis zurückgerolltem Rand und mehr oder weniger deutlicher kurzer
Doppelrippe — in Norwegen. S. LX, 5, a und b) Bll; gez. a) nach von Kindberg
auf dem Dovrefjeld und b) nach von E. Nyman auf dem Tronfjeld ges. Expll.
2. Orthothecium intricatum (Hartm.) Br. eur. 1851.
: Leskea Hartm. 1849, L. polyantha f sericeola Brid. 1827, L. irrorata Sendtn. 1848,
Hypnum irroratum C. Müll. 1851, Isothecium homomallum R. Spruce, Leskea subrufa Wils.
1856, Holmgrenia Lindb. 1862, Pylaisia sericea De Not. 1869, Stereodon subrufus Lindb.
1879, Pylaisia Vent. & Bott. 1884, Isothecium Boul. 1884; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 706.
Holmgrenia irrorata Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 811.
Zweihäusig; die kleinen, schlanken d Blütenknospen mit an der Spitze
gezähnten, lang zugespitzten Hüllbll. (Br. eur.), nach Limpr. mit zurückgebogenen
Spitzen. Freudig- oder hell olivengrüne, innen gelbliche, nur wenige cm hohe,
locker verwebte, seidenglünzende Rasen, seltener mit rótlichem Anflug, mit
2—5 cm langen, zerbrechlichen, zarten, kriechenden, spärlich wurzelhaarigen,
teilweise stoloniformen Hauptstengeln, kurzen aufrechten, oder verlängerten
niederliegenden Ästen, und absteigenden Stolonen. Stengel-Querschnitt fast ohne
— 396 —
Zentralstrang mehr homogenen, dünnwandigen Zellen und nur wenig ver-
schiedener gelber Rindenschicht. Bll. bis 2 mm lang, etwas eins eitswendig,
aus verhältnismässig schmaler, lanzettlicher Basis allmählich pfriemenfórmig,
fast nicht faltig, hohl, flach- und ganzrandig und ohne Rippe. Blattzellen
etwas geschlängelt linearisch, 6 u und 8—12 mal so lang, getüpfelt, an der
Insertion kürzer und etwas breiter, 9 u. Perichätium wurzelnd, die inneren
Hüllbll. desselben eilanzettlich und aus fast gestutzter, gezähnter Spitze in
einen geschlängelt abstehenden Pfriementeil ausgezogen. Kapsel auf 1,5—2 cm
langer, hellroter, gedrehter Seta aufrecht, eilänglich, in den deutlichen Hals
verschmälert, anfangs gelbgrün, später rotbraun, mit schief kegeligem Deckel
und 2reihigem, leicht sich ablósendem Ring, trocken und entleert gestutzt und
unter der weiten Mündung kaum verengt. Peristomzähne schmal lanzettlich, mit
leicht abbrechenden Spitzen, bleich, breit gesäumt, aussen etwas gestrichelt,
innen mit nur wenig entwickelten Lamellen oder Leisten. Inneres Peristom
mit fast linealen, schmal-lanzettlichen, ritzenförmig durchbrochenen, die Zähne
an Länge überragenden Fortsätzen auf sehr niedriger Membran, jedoch ohne
Wimpern. Sporen 8—10 u, gelb und glatt. Reife im August. Br. eur. Vol. V,
Tab. 462.
An feuchten, schattigen Kalkfelsen und kalkhaltigen Gesteinen von der unteren
Bergregion bis in die. Hochalpen in 2900 m verbreitet, auch in Norwegen und
2 ?
a) Bl, b) stärker vergrösserte Ecke der Basis, c) geschlüngelte obere Zellen,
d) Kapsel, e) Habitusbild; gez. nach von J. E. Zetterstedt in Schweden ges. Expll.
ar. sericeum Schpr. eine kleinere Hochalpenform mit nicht gezähnten
Hüllbll. der S Blüten und kürzerer Kapsel — vorzugsweise inN orwegen. S. XXXVII, 1,
f) Kapsel; gez. nach der Br. eur. Vol. V, Tab. 463.
3. Orthothecium chryseum (Schwügr. Br. eur. 1851.
Hypnum Schwägr. 1804, Leskea rufescens var. chrysea Brid. 1827, Isothecium ruf.
v. chryseon Hüben. 1833, Jsothecium aureo-nitens Schpr. mnser, Hypnum ruf. v. chryseon
Rabenh. 1848, Isotheeium Spruce 1849, Leskea Hartm. 1854, Holmgrenia Lindb. 1862,
Stereodon Mitten 1864, Pylaisia Vent. & Bott. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 707.
: Zweihüusig; die 6 Blüten mit eifórmigen, scharf zugespitzten, an der
Spitze gezühnten Hüllbll. und kurzen, fadenförmigen, goldgelben Paraphysen.
Habituell dem Orthoth. rufescens etwas ühnliche, dichtere oder lockere, leicht
zerfallende, goldgrüne, seidenglünzende Rasen mit bis 10 cm langen, aufrechten
oder aufsteigenden, schlanken, wenig verästelten, etwas kützchenartigen,
abwürts fast drehrunden, gleichmässig beblätterten Stengeln ohne Stolonen.
Stamm-Querschnitt wie bei rufescens. BI. feucht gedrängt steif aufrecht abstehend,
trocken locker dachziegelig anliegend, bis 3,3 mm lang, aus breiter Basis mit
etwas schmälerer, abgerundeter Insertion elliptisch verlängert und kurz
zugespitzt, oder in ein einzellreihiges Spitzchen zusammenzogen, mehrfach
tief längsfaltig, ganzrandig, mit rings umgerollten Rändern und zuweilen
undeutlich gezähnter Spitze, ohne Rippe oder mit nur angedeuteter kurzer
2 Doppelrippe. Blattzellen sehr eng linearisch, 5—6 u und 10—15 mal so lang,
-
س 897 —
in der Spitze etwas kürzer und breiter, 7 u und nur 7—8 mal so lang, auch
an der doppelschichtigen Insertion kürzer und lockerer, 9—12 u, orangerot,
stark verdickt und getüpfelt. Perichätialast wurzelnd und kürzer als das stark
behaarte, ovale Scheidchen. Innere Perichütialbll. (nach Limpr.) hochscheidig,
oberwürts gezühnt und aus der Mitte des tief und spitz zweilappigen oberen
Teils pfriemenförmig ausgezogen. Kapsel auf 2,5—3 em langer, rótlichgelber,
gedrehter Seta aus kurzem, engem Halse eilünglich, etwas geneigt, regelmässig oder
schwach gekrümmt, hellbraun, mit konvexem, kurz gespitztem Deckel und breitem,
2reihigem, leicht sich ablósendem Ring, trocken und entleert unter der weiten
Mündung verengt. Epidermiszelllen der Kapselwand dünnwandig. Peristom-
zühne lanzettlich - pfriemenfórmig, an der Basis verbunden, blassgelb und
schmal hyalin gesäumt, abwärts quer gestrichelt, aufwärts papillós, innen mit
zahlreichen Lamellen. Inneres Peristom mit den Zühnen gleichlangen, nicht
oder nur hier und da ritzenfórmig durchbrochenen, ziemlich breiten Fortsätzen
und je 2 kurzen Wimpern auf kielfaltiger Membran von fast halber Zahnhóhe.
Sporen 12—16 u, gelbbräunlich und papillós. Reife im Sommer Br. eur.
Vol. V, Tab. 461.
In feuchten, erdbedeckten Spalten der Kiesel- wie Kalkfelsen in den Alpen und
Hochalpen von 1600— 2900 m verbreitet, in Norwegen fruchtend, auch aus Nord-
Amerika bekannt. S. XXXVII, 3, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach einem von W. Pfeffer
in den Rhütischen Alpen in 2130 m ges. Expl
Var. cochlearifolium Lindb. mit entfernter gestellten, kahnfórmigen, hohlen
Bll — auf Spitzbergen;
var. lapponicum Lindb., eine zartere Form mit rasch in eine kurze, gezühnte
Spitze zusammengezogenen Bll. und sehr kurzer Doppelrippe — an Gletscherbüchen
Lapplands.
4. Orthothecium strictum Lorentz 1864.
Holmgrenia Lorentz 1864, Leskea Lindb. 1866, L. intricata v. suberecta C. Hartm. 1871,
Isothecium Boul. 1884, Orth. intricatum v. rubellum Husnot 1898; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 708.
Zweihäusig; die 6 Blüten unbekannt, die و mit aus scheidiger Basis
lang und scharf zugespitzten Hüllbll. und ohne Paraphysen. Dichte, 1—3 cm
hohe, goldgelbe oder bräunliche, glänzende Räschen mit starren, aufrechten,
unregelmässig verästelten, gelbroten Stengeln und meist drehrunden, dünnen
Ästen. Bil. trocken aufrecht angepressst, feucht nur mit den Spitzen etwas
abstehend, seltener aufrecht abstehend, eilanzettlich und scharf zugespitzt,
oder mit sehr kurzem Spitzchen, hohl und nieht gefureht, gauzrandig, mit
aufgerichteten Rändern, resp. nach Limpricht mit bis zur Spitze umgebogenem
Rand, ohne Rippe oder mit sehr kurzer Doppelrippe. Blattzellen dickwandig
und getüpfelt, etwas geschlüngelt, 6—9 u und etwa 6 mal so lang als breit,
an der Spitze mehr rhombisch und kürzer, an der Insertion goldgelb und oval
oder kurz rektangulär, an den Ecken daselbst oval. Blüten und Sporogon nach Schpr.
unbekannt, nach Husnot jedoch von R. Spruce in den Pyrenüen gesammelt.
An erdbedeckten Felsen der Alpen- und Hochalpenregion, von 2000— 2500 m,
in den Piemonteser Alpen sogar bis 3480 m aufsteigend, auch in Spitzbergen,
— 398 —
Skandinavien und Finnland; von P. G. Lorentz 1861 auf der Pasterze in
Kürnthen bei der Franz-Josefshóhe entdeckt. S. XLI, 10, a und b) Bil.
c) Habitusbild; gez. nach einem von Dr. Jeanbernat bei Maladetta in den
Pyrenäen in 2300 m, und d und e) Bll, gez. nach einem von Zetterstedt in
Norwegen ges. Expl. (comm. Renauld). Die Pflanze aus den Pyrenäen hat drehrunde
Aste und Stengel, aufgerichtete Blattründer und stumpfere Zellen; sie scheint
mehr mit iniricatum verwandt zu sein. Dagegen hat die norwegische Pflanze längs
umgeschlagenen Blattrand, spitzere Zellen und mehr abstehende BlL, auch in der
Mitte der Äste bei den stärkeren Bll. eine etwa 1j, des Bl. durchlaufende Doppel-
rippe; sie steht daher dem binervulum nahe. Die von Lorentz 1861 an der
Pasterze gesammelte Pflanze stimmt mit 10, d und e überein.
5. Orthothecium binervulum Mol. 1864.
Holmgrenia Mol. 1864, Leskea Mol. 1875, Orth. intricatum v. Husnot 1893; cf. Rbh.
Kr. FL IV, Nr. 709. Stereodon rubellus Mitt. 1864, Orthothecium rubellum Kindb. 1883; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 819.
Habituell an Durieui oder ein zartes, schmalästiges O. intricatum erinnernde,
weiche, niedergedrückte, seidenglünzende, goldgrüne bis olivengrüne oder auch
weinrötliche Rasen mit 2—6 em langen, zum Teil stoloniformen, schwach
verüstelten, roten Hauptstengeln und bis 3 cm langen Ästen nebst Stolonen.
Letztere braunrot und nur 1 cm lang, mit glatten Wurzelhaaren und entfernten
Niederbll. besetzt. Stamm-Quersehnitt mit dünnem, kleinzelligem Zentralstrang
und roter, derber Rindenschicht. BI1. locker, etwas aufrecht abstehend, lanzettlich
bis eilanzettlich und fein zugespitzt, aufwärts mit 2schwachen Längsfurchen
und schmal umgebogenem Rand, ganzrandig und mit doppelter Rippe von
höchstens لا Blattlànge, seltener an der Spitze stampflich gezähnelt. Blatt-
zellen dünnwandig und eng linearisch, 6—8 M und etwa 8—12 mal so lang, an |
der Spitze nur 5—8 mal so lang, an der Insertion orangefarben und getüpfelt,
kürzer und nur wenig breiter, 9 u. Blüten und Sporogon unbekannt. |
In Klüften und Hóhlungen der Kalkfelsen in den Alpen in 1600—2600 m; |
von Molendo 1861 im Grosstiefenbachthal bei Schliersee in den bayrischen Alpen
entdeckt, auch aus Steiermark und Tirol Finnland und Skandinavien bekannt und
meist in der Gesellschaft von Orth. chryseum, rufescens und intricatum. S. XLI, 12,
a und b) BII.; gez. nach einem von Molendo an der Marmolada ges. Expl. aus
dem Berliner bot. Museum.
6. Orthothecium Durieui (Mont.) Bescherelle 1889.
Hypnum Mont., Brachythecium De Not. 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 25. Campylium
Duriewi (Mont.) Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV,-3, S. 819.
Zweihäusig; die 6 Blüten mit breiten, lang zugespitzten, rippenlosen
inneren Hüllbll. und mit Paraphysen. Habituell an kleinere Formen von
Hypnum chrysophyllum oder ein aufsteigendes Homalotheeium sericeum var. tenue
erinnernde, dichte, grünlichgelbe oder goldgelbe, stark seidenglänzende Rasen
mit 1—2,5 cm langen, fast büschelig verästelten, gelbbraunen Stengeln und
sufsteigonden, oft etwas flachen, zugespitzten Ästen. BII. gedrüngt aufrecht bis p
ast Sparrig abstehend, lanzettlich und allmählich lang pfriementörmig, rinnig-hohl, ;
— 399 —
flach und ganzrandig, zuweilen an der Spitze unmerklich gezähnt, teils mit zarter,
dünner, in der Mitte endender Rippe, teils ohne Rippe. Blattzellen
linearisch, meist etwas wurmförmig, 7—8 u und 15 bis fast 20 mal so lang,
gegen die Pfriemenspitze hin nur halb so lang, an der Insertion abwechselnd
einzelne Zellen rektangulär, die meisten mehr oval bis spindelig verlängert und
kaum getüpfelt. Sporogon unbekannt.
Im südlichen Frankreich und auf den Inseln des Mittelländischen Meeres;
von Durieu auf der algerischen Insel de la Galite schon vor 1837 entdeckt,
auch von De Notaris, Philibert & Dr. Bolle inzwischen aufgefunden. S. XLI, 11,
a) Bll., b) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von Philibert am
Fusse des Berges Esterel im südlichen Frankreich ges. Expl.
4, Gruppe Isotheeieae.
Auf der Erde oder an Mauern und Felsen und an Bäumen wachsende
Astmoose in nicht oder nur wenig glänzenden, grünen, locker polsterförmigen
Rasen mit kriechendem, stoloniformem, absatzweise büschelig wurzelhaarigem
Hauptstengel und aufsteigenden oder aufrechten, büschelig bis baumartig
verzweigten sekundären Stengeln. Niederbll. klein, rippenlos oder mit kurzer,
zarter, einfacher Rippe. Laubbll. breit eifórmig oder elliptisch und kürzer
oder länger zugespitzt und nicht faltig, am Rand mehr oder weniger gezähnt,
mit differentiierten Blattflügelzellen und einfacher, gegen die Mitte oder
erst über derselben endender Rippe. Blattzellen eng linearisch, an den mehr
oder weniger ausgehöhlten, zuweilen geöhrten Blattflügeln in gut begrenzter
Gruppe rundlich oder oval 4—6 seitig, jedoch klein und nur wenig oder
kaum erweitert. Kapsel auf glatter Seta aufrecht und regelmässig oder
nur schwach gebogen, engmündig, mit 2—3 reihig sich ablósendem Ring und
kegeligem bis kurz geschnäbeltem Deckel Peristomzähne an der Basis ver-
schmolzen, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen Lamellen. Membran des
inneren Peristoms von fast ولا Zahnhóhe, mit lanzettlich-pfriemenfórmigen,
ritzenfórmig durchbrochenen und selbst klaffenden Fortsätzen und je 1—2
mehr oder minder ausgebildeten, oft rudimentüren Wimpern. Sporen klein.
Nach dem Peristom bildet diese Gruppe schon mehr den Übergang zu den
Brachytheciaceen, auch schliesst sie sich an die Gatt. Climacium, resp. die Dendroideaceen
nach Habitus und Wuchs an. :
1. Gatt. Isothecium ) Brid. 1827.
Ausgedehnte, lockerrasige, nur wenig glänzende Fels- und Rindenbewohner
mit stolonenartigem, kriechendem, büschelig mit roten Rhizoiden, sowie
mit kleineren Bll. besetzten Hauptstengeln, mit aufrechten, oberwürts
büschelig bis fast baumartig verzweigten sekundären Stengeln und meist
nach einer Seite gerichteten, zugespitzten und gekrümmten Asten, sowie klein-
blätterigen Stolonen, aber ohne Paraphyllien. Stengel-Querschnitt rund, mit
undeutlichem Zentralstrang. Niederbll klein und rippenlos. Laubbll. gedrängt
1) Von 1oos gleich und 9727 Büchse.
— 400 —
aufrecht abstehend, trocken nur locker dachziegelig anliegend, etwas herab-
laufend, breit eifórmig, lang und rasch zugespitzt, oder mehr elliptisch und
kurz zugespitzt, nicht faltig, hohl, mit einfacher Rippe, differentiierten
Blattflügelzellen und meist gezähnter Spitze. Blattzellen linearisch, nach
der Basis zu dickwandiger, an den Blattflügeln in einer ausgehóhlten, be-
grenzten Gruppe rundlich-4— 6 seitig, trüb gelbgrün und zum Teil doppel-
schichtig. Blüten 2häusig, an sekundären Stengeln und mit Paraphysen,
die 6 auch astständig und mit rippenlosen Hüllbll. Perichätium nur spärlich
wurzelnd. Kapsel auf glatter, verlängerter Seta aufrecht und regelmässig,
länglich ellipsoidisch bis fast zylindrisch, zuweilen leicht gekrümmt, mit kurzem
Hals, kegeligem oder kurz und dick geschnäbeltem Deckel und 2—3 reihig
sich ablósendem Ring. Haube bis zur Urnenmitte reichend und kahl; Scheidchen
dagegen mit haarartigen Paraphysen. Peristomzähne lineal-lanzettlich, an der
Basis verschmolzen, gelb und gesäumt, aussen mit zickzackförmiger Dorsallinie
und abwärts quer gestrichelt, innen mit zahlreichen Lamellen. Inneres Peristom
mit den Zähnen gleichlangen, lanzettlich-pfriemenförmigen, am Kiele meist
ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2 unvollständigen Wimpern
auf kielfaltiger Membran von !/,—!/, Zahnhöhe.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach J aeger & S. bis zum Jahr
: 1879 erst 2 bekannt, während bis jetzt schon gegen 20 beschrieben sind.
1. Isotheeium myurum (Pollich) Brid. 1827.
Hypnum Pollich 1777, H. viviparum und vagum Neck. 1768 und 1770, Leskea myosuroides
Hedw. 1782, Leskia vivipara Timm. 1788, Hypnum myosuron Gmel. 1791, Leskea prolifera
Lumnitz 1791, L. curvata Voit 1812, Hypnum curvatum Sw. 1799, Hypn. myosuroides
Hedw. 1793. Leskea mura Boul. 1872, Isoth. curvatum Br. eur. 1855, Isoth. viviparum
Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 714.
Zweihäusig, in geschlechtlich getrennten Rasen; die 6 Blüten mit
eirundlichen bis eiförmigen und zugespitzten Hüllbll. Kräftige, ausgedehnte,
locker kissenförmige, meist lebhaft bis dunkelgrüne, etwas glänzende Rasen
mit stolonenartigem, kleinblätterigem, dünnem Hauptstengel, 2—5 und selbst
10 cm langen, meist aufrechten, am Grunde Stolonen entwickelnden, oberwärts
büschelig bis baumartig verzweigten sekundären Stengeln und 1—2 cm langen,
gekrümmten, oft nach einer Seite gerichteten, etwas kätzchenartigen, an
der Basis und am Ende verschmälerten Ästen. N iederbll. rippenlos und klein,
lanzettlich bis eilanzettlich mit abstehender Spitze. Laubbll. aufrecht abstehend,
trocken dachziegelig anliegend, 9-3 mm lang, eilänglich, resp. aus etwas herab-
laufender, schmälerer, oft deutlich geöhrter Basis elliptisch und kurz zugespitzt,
ganzrandig, mit aufwärts eingebogenen Rändern, gezähnter Spitze und in
der Mitte endender, zuweilen gabeliger Rippe. Blattzellen verdiekt und getüpfelt,
an der Spitze mehr rhomboidisch, 8—9 u und 4— mal so lang, abwürts
mehr linearisch, 7-8 u und bis 10 mal so lang als breit, über den Blatt-
flügeln in mehreren Reihen kürzer und in den ausgehöhlten Blattflügeln in
deutlich begrenzter Gruppe etwas erweitert, quadratisch bis rundlich-6 seitig,
gelbwandig und 2 schichtig, 10—16 p. Astbll mehr verkehrt eilänglich und
— 401 —
kurz zugespitzt. Perichätialbll. aufrecht abstehend, die inneren rippenlos,
rinnig hohl und lanzettlich zugespitzt. Kapsel auf 1—1,5 em langer, gerader,
roter, gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, aus verschmälertem Halse ver-
längert ellipsoidisch, rotbraun, mit aus gewölbt kegeliger Basis kurz geschnäbeltem,
orangefarbenem Deckel und 2—3 reihig sich ablösendem Ring, trocken und
entleert unter der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
etwas derbwandig, vorzugsweise oval-6seitig, am Urnenrand nur wenige Reihen
rundlich-6 seitig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelblich und schmal
gesäumt, mit hellen papillösen Spitzen, aussen abwärts quer gestrichelt, innen
mit zahlreichen Lamellen. Inneres Peristom weisslich und fein papillös, mit
pfriemlichen, zuweilen am Kiel schmal ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen
und unvollständigen Wimpern auf kielfaltiger Membran von !/,—/, Zahnhóhe.
Sporen etwas ungleich, 10—18 u, rostgelb und gekörnelt. Reife im Herbst
und Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 533.
Am Fusse alter Baumstämme, an Baumwurzeln und an Steinen, auch wohl
auf der Erde, in schattigen Waldungen von der Ebene bis in die Alpenregion
Europas in 2300 m; wird schon von Dillen in der Hist. musc. 1741 erwähnt.
Nach Bescherelle auch aus Algier und nach Kindberg aus Finnland, Norwegen
und Schweden bekannt. S. XXXVII, 4, a und a’) Bll., b und c) Kapseln, d) Peristom,
e) 6 Blüte; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Ändert je nach dem Standort vielfach ab:
ar. robustum Br. eur., eine ‘sehr kräftige Form mit kurzen, dicken, mehr
aufrechten Ästen und beinahe spatelfórmigen, sehr hohlen Bll. — in den Alpen
an feuchten, schattigen Standorten;
var. tumidiusculum (Lam.) Hüben. mit kurzen aufrechten, geschwollen
keulenförmigen, an der P verdickten Ästen — in Steiermark auf Kalk und
Schiefer in 1500—1800 m
var. cireinans Br. eur. mit in der Mitte angeschwollenen, kreisförmig
gebogenen Ästen und an der Spitze nur undeutlich gezähnten Bll. — an trockneren
Standorten, auf Sandstein etc. z. B. von mir unweit Lindenfels im Hessischen
Odenwald in 450 m gesammelt;
var. scabridum Limpr. in minder kräftigen Rasen, mit kürzer oder länger
zugespitzten, oft etwas spatelfórmigen Bll., breiter, و des Blattes durchlaufender
Rippe und über derselben aufwärts am Rücken durch Zähnchen oder papillenartig
vortretende Zellecken rauhen, an der Spitze scharf gesügten Bll. — in Steiermark
an Gneisblócken in 1100 m von J. Breidler entdeckt. Wurde auch von mir dahier
im Vogelsberg an Ahornstümmen um den Taufstein in 750 m gesammelt.
Eine f. tenella und f. depressa mit dünneren Stengeln und Asten, welche beide
habituell mehr an myosuroides erinnern, sammelte ich dahier bei Laubach am Fusse
der Buchen auf trockneren Standorten
2. Isothecium myosuroides (Dill, L.) Brid. 1827.
Hypnum Dill. 1741, und L. 1753, H. — Schrad. 1796, Leskea Hartm. 1849,
Eurhynchium Schpr. 1860, Rhynchostegium De Not. 1869; cf. Rbh. Kr. ۰ IV, Nr. 715.
Zweihäusig, in geschlechtlich getrennten Rasen; die stengel- und ast-
ständigen 6 Blüten mit eilanzettlichen, rippenlosen inneren nr wenigen
Roth, Die europäischen Laubmoose. Il.
— 402 —
Antheridien und gleichlangen Paraphysen. Dichtere, ausgedehnte, weiche,
hell- bräunlichgrüne, matte, den kleineren und feineren Formen der vorigen
Art ähnliche Rasen mit stolonenartigem, büschelig wurzelhaarigem, langem
Hauptstengel, baumartig verzweigten, an der Basis Stolonen treibenden
sekundären Stengeln und vorzugsweise nach einer Seite gerichteten, spitzen,
oft teilweise fast fadenförmigen oder peitschenartig verlängerten Ästen. Nieder-
bll. bleich und rippenlos, eilanzettlich, entfernt gestellt und sehr lang und
schmal zugespitzt. Stbll. gedrängt, 1,2—1,8 mm lang, aus herablaufender,
herzeiförmiger Basis mehr oder weniger rasch in eine scharfe, lange, schmale
Spitze verlängert, mit flachem, nur an der Basis zurückgeschlagenem, nach der
pfriemlichen Spitze zu schärfer gesägtem Rand und gegen die Mitte verschwindender
Rippe. Blattzellen mehr derb- wie dickwandig, neben der Rippe linearisch,
7 u und bis 8 mal so lang, gegen die Spitze und den Rand mehr rhombisch,
etwas kürzer und breiter, 8—9 u und nur 3—4 mal so lang, auch nach der
Basis zu etwas kürzer und getüpfelt, an der Insertion 2schichtig und an den
ausgehóhlten Blattflügeln quadratisch bis 6seitig, gelbwandig und etwas
erweitert, 12— 15 u. Astbll. nur 1 mm lang und mehr lünglich lanzettlich. Perichätial-
bll. sparrig zurückgebogen, die inneren aus halbscheidiger Basis plötzlich
in eine lange, gezähnte Spitze verschmälert und mit kurzer, zarter Rippe.
Kapsel auf 1—1,5 cm langer, etwas gekrümmter, roter, glatter, gedrehter Seta
schwach geneigt bis horizontal, aus schmälerem Halse verlängert ellipsoidisch,
zuweilen schwach gebogen, mit kegelig zugespitztem oder dick und kurz
geschnäbeltem Deckel und breitem, 2—3reihig sich ablösendem Ring, trocken
und entleert unter der Mündung nur wenig verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand mit stärker verdickten Längswänden, etwas schmäler als bei voriger
Art, mehr rektangulär-6 seitig, am Urnenrand nur wenige Reihen rundlich- bis
oval-6seitig. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, an der Basis verschmolzen,
gelb mit mehr orahgefarbener Insertion und gesäumt, an der Spitze fast glatt,
aussen in den unteren ولا quer gestreift, innen mit zahlreichen Lamellen.
Inneres Peristom mit den Zähnen gleichlangen, ritzenförmig durchbrochenen
oder am Kiele klaffend gespaltenen Fortsätzen und je 2—3 mehr oder minder
vollständigen Wimpern auf kielfaltiger, gelblicher Membran von fast 1j, Zahn-
höhe. Sporen 14—18 u, rostfarben und gekórnelt. Reife im Spätherbst und
Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 534. :
An kieselhaltigen Felsen, insbesondere an Sandstein, Gneis und Granit etc.,
auch an Basalt, jedoch nicht auf Kalk,
| m ; von der Ebene durch die Bergregion Europas
bis 1400 m, jedoch oft steril. Nach Bescherelle auch aus Algier und nach
James & Lesqu. aus Nord-Amerika bekannt; seltener in Norwegen. S. XLV, ll,
a und b) BI., c) Kapsel; gez. nach am Herrgottsberg bei Darmstadt mit Frucht
ges. Expll. E
: Var. cavernarum Mol. eine habituell an Orthotheeium intricatum erinnernde,
nicht baumartig verzweigte Form mit zahlreichen Stolonen — in Sandsteinhöhlungen
und nur steril (non vidi); |
— 403 —
var. rivulare Holt — Is. Holtii Kindb. mit nur kurz zugespitzten Stengelbll.
und zuweilen etwas stumpflichen Astbll. — von G. A. Holt an Flussufern in Wales
in England gesammelt (Rev. br. 1895 S. 83.);
var. falcatum Jaap mit sichelfórmig einseitswendigen kurzen Ästen und
Bll. und
var. filiforme Jaap mit sehr verlängerten, fadenfórmigen Ästen — von O.Jaap
an Buchen im Sachsenwald gesammelt.
3. Isothecium tenuinerve Kindb. 1894.
Isoth. myurum var. tenwinerve Kindb. 1900, Isoth. myosuroides var. brevinerve Kindb. 1893,
und Zsoth. myurum var. piliferum C. Jensen; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 813.
Übergangsform zwischen Jsothecium myurum und myosuroides. Habituell an
eine forma tenella von myurum oder ein Flagellen treibendes myosuroides erinnernde,
dunkelgrüne Pflanzen mit büschelig oder unregelmässig fiederig verästelten
Stengeln und zahlreichen kurzen Ästen, sowie mit vereinzelten, eirundlichen,
gezähnten Paraphyllien. Stengelbll. aus herzeiförmiger Basis allmählich
pfriemlich zugespitzt, fast ganzrandig oder am Rande undeutlich klein gezähnt,
mit über der Mitte verschwindender Rippe und ausgehöhlten Blattflügeln. Astbll.
mehr eilanzettlich, kürzer oder länger zugespitzt und am Rande deutlich gesägt.
Blattzellen gleichmässiger als bei myurum, auch in der Spitze kaum kürzer,
resp. mit denen der Blattmitte gleichlang. Kapsel auf nur 1—1,5 cm langer,
glatter, roter Seta schwach geneigt, ellipsoidisch bis fast zylindrisch, 1,5 mm
lang und mit kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel, entleert gestutzt
und unter der Mündung gewöhnlich nicht verengt.
Aus England und von Schweden (Dalsland und Hunnenberg) bekannt.
S.LX, 6, a und b) Stbll., c und d) Astbll., e) Kapsel, f) Paraphyllien; gez. nach
von Ki ddherk in Schweden ges. Expll. Wird von verschiedenen Autoren der
Übergangsformen zu myurum wegen nur als dessen var. angesehen, steht jedoch mehr
zwischen myurum und myosuroides in der Mitte.
Fam. XL. Brachytheciaceae.
In ausgedehnten Rasen, auch häufig am Fusse der Baumstämme wachsende,
mehr* oder minder glänzende Erd- und Felsmoose (seltener Sumpfbewohner)
mit in der Regel kriechenden oder bogig niedergebogenen bis aufsteigenden,
büschelig wurzelhaarigen, durch ungleiche Aste unregelmässig gefiederten bis
büschelig verästelten, vielfach verzweigten Stengeln und allseitig rund be-
blätterten Ästen, selten mit Paraphyllien, nie filzig. Stengelquerschnitt
rund mit Zentralstrang, jedoch ohne Blattspuren und ohne besondere Aussen-
.rinde. Niederbll nur bei den Arten mit Stolonen. Laubbll. nicht immer
ähnlich, sondern bei den grösseren Arten oft verschieden gestaltet, meist ge-
drängt allseitig abstehend, gewöhnlich weich, mehr oder weniger herab-
laufend, oft lüngsfaltig, meist aus breiter, herzfórmiger bis elliptischer Basis
verlängert und kürzer oder länger zugespitzt, mit einfacher, dünner, nicht
austretender (Homalothecium teilweise ausgenommen), kürzerer ne
"0 —— €-——cue y ER
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— 404 —
zuweilen am Rücken der Bll. als Dorn endender Rippe, seltener ohne Rippe.
Blattzellen glatt, seltener am Rücken durch papillenartig vortretende Zellecken
rauh, aufwärts vorzugsweise prosenchymatisch, verlängert rhombisch und
rhomboidisch oder schmal 6seitig, seltener eng linearisch und wurm-
förmig, gegen die Basis lockerer, an den meist gut begrenzten, zuweilen
ausgehöhlten Blattflügeln erweitert, quadratisch bis oval-6seitig. Blüten
1- und 2häusig, selten polygam, stengel- und astständig. Innere Perichätialbll.
nur wenig oder nicht faltig, rippenlos oder mit nur dünner, oft undeutlicher
Rippe. Kapsel auf verlängerter, kräftiger, glatter oder rauher Seta geneigt
und übergeneigt bis horizontal, nicht regelmässig, sondern nur symmetrisch,
kurz eifórmig bis verlängert ellipsoidisch und mehr oder minder hoch-
rückig, mit kegelförmigem oder geschnäbeltem Deckel und meist differentiiertem
Ring, entleert öfters gekrümmt und unter der Mündung verengt. Sporensack
der Kapselwand meist lückenlos anliegend; Luftraum nur an dem wenig ent-
wickelten Hals, sodass die Assimilationstätigkeit der Spaltöffnungen an letzterem
früh gehemmt wird und deren Porus bald verstopft erscheint. Haube klein,
kappenfórmig und kahl. Peristomzähne kräftig, meist an der Basis ver-
schmolzen, aussen quer gestreift und innen mit zahlreichen Lamellen. Inneres
Peristom mit lanzettlichen, am Kiele durchbrochenen bis klaffenden Fortsätzen
und 2-4 vollständigen, knotigen oder mit Anhängseln versehenen Wimpern
auf hoher, kielfaltiger Membran von oft halber Zahnhöhe.
Nach der kurzen Kapsel und dem Peristom schliessen sich viele Arten dieser
Familie der Gatt. Hylocomium der Hypnaceen am nächsten an.
A. Brachystegiae Limpr. 1896.
Mit kurzem, höchstens sehr kurz geschnäbelteın, meist jedoch nur kegeligem
Kapseldeckel.
Die beiden Gatt. Homalothecium und Camptotheeium könnte man ihres eng
linearischen Zellnetzes wegen als Camptothecieae nach Schpr. ausscheiden, jedoch habe
ich davon abgesehen, weil Brachythecium velutinum und salicinum, sowie die Scleropodien
ebenfalls ein sehr eng linearisch-wurmfórmiges Zellnetz besitzen.
1. Gatt. Homalothecium') Br. cur. 1851.
Camptothecium Kindb.
Felsen- und Rindenmoose in ausgedehnten, flachen oder polsterförmigen,
gelblich- bis dunkelgrünen, seidenglänzenden Rasen mit kriechenden, teil-
weise stolonenartigen, mit glatten roten Rhizoiden besetzten Hauptstengeln und
zahlreichen dicht unregelmässig fiederig gestellten Ästen und Astchen, ohne
araphyllien. Stengelquerschuitt rundlich kantig, mit dünnem, kleinzelligem
Zentralstrang. Niederbll. entfernt, flach- und ganzrandig, breit eilanzettlich
und in eine lange zurückgebogene Spitze ausgezogen, mit nur kurzer, zarter
Rippe. Laubbll. gedrängt allseitig aufrecht abstehend oder auch etwas einseits-
wendig, fast nicht herablaufend, aus breit lanzettlicher Basis lang und
ncc Nen Space gleich und 977 Kapsel wegen der meist geraden Kapsel.
— 405 —
fein zugespitzt, mehrfach lüngsfaltig, am Rande fein gesügt, mit einfacher,
meist vor der Spitze endender, plankonvexer, homogener Rippe. Blattzellen
eng lineariseh, an der Insertion kürzer, etwas lockerer, gelb und getüpfelt,
an den in der Regel nicht ausgehöhlten Blattflügeln jedoch oval oder
quadratisch. Blüten 2häusig, stengel- und aststündig, die O mit rippenlosen
Hüllbll und wenigen Paraphysen. Perichütium nicht wurzelnd, mit zart-
rippigen, fast ungefalteten Hüllbll. Haube ziemlich gross kappenfórmig und
oft mit wenigen Haaren besetzt; Scheidchen dagegen behaart. Kapsel auf
mehr oder weniger rauher, roter, rechts gedrehter Seta aufrecht, kurzhalsig,
aus eiförmiger Basis verlängert und verschmälert, gerade oder schwach
gebogen, engmündig, dünnwandig, mit verlängert kegeligem bis geschnäbeltem
Deckel und differentiiertem, 2—3 zellreihigem Ring, trocken unter der Mündung
nur wenig oder nicht verengt. Peristomzähne lineal-lanzettlich, an der Mündung
inseriert, an der Basis verschmolzen, eng gegliedert, abwärts quer gestrichelt
und mit wenig vortretenden inneren Leisten. Inneres Peristom mit kürzeren,
lanzettlichen oder fadenförmigen, nicht durchbrochenen Fortsätzen auf ziemlich
hoch vortretender, kielfaltiger Membran von etwa ولا Zahnhöhe, jedoch ohne
Wimpern.
Aussereuropäische Arten waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879 noch
ll bekannt, während bis jetzt schon mehr als 20 beschrieben sind. Die ihr nach
den vegetativen Organen sehr nahestehende Gatt. Camptothecium besitzt stärker
gekrümmte, trocken und entleert unter der Mündung mehr oder weniger ver-
engte Kapsel.
1. Homalothecium sericeum (L.) Br. eur. 1851.
Hypnum L. 1753, H. sericeum a curvatum Weis 1770, Neckera Hedw. 1782, Leskia
Hedw. 1794, Isothecium Spruce 1847, Hypnum (Pleuropus) Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr.
FL IV, Nr. 716.
Zweihäusig; die Ğ Blüten mit eilanzettlichen, rippenlosen Hüllbll. und
zahlreichen fadenförmigen, langen Paraphysen. Flache oder nur an der
Peripherie verflachte, nach der Mitte mehr polsterförmige, gelbgrüne,
stark seidenglänzende Rasen mit 2—8 cm langen, kriechenden, durch 2 zeilig ge-
stellte oder einseitig aufgerichtete, trocken eingekrümmte Aste unregel-
mässig gefiederten Stengeln und nach der Mitte zu aufsteigenden, mehr
büschelig verzweigten Sprossen, sowie mit nur wenigen Stolonen. Niederbll.
kriechender Stengel oft weit herablaufend und fast rippenlos. Laubbll. ge-
drängt aufrecht abstehend, 2—2,5 mm lang, selten einseitswendig, aus kaum
herablaufender, eilanzettlicher Basis allmählich lang und scharf zugespitzt, mit
9-4 tiefen Längsfalten, flachem oder bier und da schmal umgebogenem, rings
fein gesägtem Rand und dünner, vor der Spitze endender, etwa *, des Bl.
durchlaufender Rippe. Blattzellen sehr eng linearisch, etwas geschlängelt,
5—6 u und 10—20 mal so lang, an den in der Regel nicht ausgehöhlten
Blattflügeln quadratisch oder kurz 6seitig und 10—14 u. Perichätialbll. der
Seta anliegend, kaum gefurcht, verlängert und allmählich sehr lang und
fein zugespitzt, die inneren fast rippenlos und oft auf einer Seite am Grund der
I 408 ER
Spitze gezühnt und dadurch gleichsam den Übergang zu den gestutzten und
in eine Pfrieme plötzlich ausgezogenen Perichätialbll. der folgenden Art bildend.
Haube an der Basis mit wenigen aufrechten, feinen Haaren besetzt. Kapsel
auf 1,5—2 em langer, sehr rauher, geschlüngelter und gedrehter Seta auf-
recht, aus eifórmiger Basis verlüngert ellipsoidisch bis fast zylindrisch, un
mündig, mit rotem, kegelig verlängertem Deckel und 2—3 reihigem, erst spät
sich ablósendem Ring, im Alter rostbraun. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig mit etwas verdickten Längswänden, vorzugsweise rektangulür-6 seitig,
am Hals mit 3—4 Reihen vorgewölbter Spaltóffnungen. Peristomzähne
trocken aufrecht und mit eingebogenen Spitzen, sattgelb bis orangefarben,
mit hellerem Saum und hellen, papillósen Spitzen, abwürts aussen quer ge-
streift und eng gegliedert, sowie mit zickzackförmiger Dorsallinie, innen mit
nur wenig entwickelten, an den Ründern vortretenden Leisten. Inneres Peristom
dem äusseren leicht anhängend, gelb und papillös, mit kürzeren, lanzettlichen
oder fadenfórmigen Fortsützen auf kielfaltiger Membran von '/,—"/, Zahnhóhe,
jedoch ohne Wimpern. Sporen 15—20 M, rostgelb und papillös. Reife im
Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 456.
An Baumstümmen und Mauern, sowie auch auf Stroh- und Holzdächern von
der Ébene bis in die Voralpen Europas hüufig, steril noch in 2100 m; war schon
Dillen 1718 an Mauern bei Giessen bekannt.
nicht selten und nach Kindberg aus Finnland, Norwegen und Schweden bekannt.
S. XXXVII, 9, a) BL, b) Kapsel, c) Perichütialbll, d) Peristom; gez. nach
dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. tenue Schlieph. in flachen,
gelben, sehr feinstengeligen Rasen —
waldungen;
Nach Bescherelle auch in Algier
an eine Pylaisia erinnernden, innen gold-
an jüngeren Stämmen in feuchten Laub-
var. piliferum mit haarförmig verlängerten Bll. — in Felshöhlen am „Hohen
Rain“ am Jägerhaus bei Laubach. Steht zur Normalform in demselben Verhältnis
wie die var. Girodi zu Philippeanum.
Var. robustum Warnst..
eine sehr krüftige, an Camptotheeium lutescens er-
innernde Form — an älteren
Stämmen, insbesondere Pappeln und Eichen.
Eine f. terresiris in lockeren, der var. robusta ähnlichen Rasen mit etwas aus-
gehöhlten Blattflügeln sammelte ich auf humosem Waldboden auf einer frisch auf-
gehauenen Schneise im Buchenwald dahier bei Laubach.
2. Homalothecium Philippeanum (Spruce) Br. eur. 1851.
Tsothecium R. Spruce 1847, Hypnum C. Müll. 1851, Leskea Boul. 1872; ef. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 717. Camptothecium Philippei Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 818.
Zweihüusig. Habituell der vorigen Art sehr ühnliche, etwas krüftigere,
smaragdgrüne Rasen mit mehr aufsteigenden, büschelig verästelten Stengeln
st zahlreichen Stolonen. Bll. dicht gedrüngt
— 407 —
wie bei voriger Art, nur an den Blattflügeln oft etwas weniger quadratische
Zellen. Perichütialbll zahlreicher und weniger anliegend, oft einseitswendig,
mit dünner Rippe, die inneren oben gestutzt, ausgefressen gezühnt und
plötzlich lang pfriemlich ausgezogen, mit fast bandfórmigem, oft zurückgebogenem
Pfriementeil. Kapsel auf 1—1,5 em langer, roter, fast glatter, hóchstens
unten etwas rauher, rechts gedrehter Seta aufrecht und regelmüssig, oder etwas
gebogen, ähnlich wie bei voriger Art, nur derbwandiger, kräftiger und mit
breiterem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand etwas kollenchymatisch, am
Urnenrand braunrot. Haube kahl. Peristomzühne entfernt gegliedert, hellgelb
und nicht gesäumt, aussen ohne Strichelung, fast glatt, mit welligem Rand und
nur wenig vortretenden inneren Leisten. Inneres Peristom bleich und papillös
mit kurzen fadenförmigen Fortsätzen auf kielfaltiger Membran von !/, Zahn-
höhe, jedoch ohne Wimpern. : Sporen 12—16 u, gelbgrün und glatt. Br. eur.
Vol. V, Tab. 457.
An beschatteten Kalkfelsen und an Mauern, seltener an Büumen durch die
Berg- und Alpenregion bis in 2000 m; von R. Spruce 1846 in den Pyrenäen ent-
deckt. Fehlt im Norden, findet sich dagegen im Süden noch in Algier. S. XXXVII, 11,
a) Bl, b) Kapsel, c) inneres Perichütialbl, d) stürker vergrósserte Zellen; gez.
nach einem auf Kalk am Kitzelberg in Schlesien ges. Expl. (comm. Warnstorf).
Var. secundum Pfeff. in dichten Rasen mit einseitswendigen Bll. und v.
densum, eine kleinere Form mit fast auslaufender Rippe — mehr im Süden;
var. @irodi Thér. mit als sehr lange Granne auslaufender Blattrippe — in
den Hautes Alpes in Frankreich 1902 von Girod ges. S. XXXVIII, 11, e) Kapsel,
f) Blattspitze; gez. nach einem Originalexpl. (comm. Thériot).
3. Homalothecium aureolum Kindb. 1895.
Rev. br. 1895, S. 85.
Bis jetzt nur steril bekannt. Etwa 1,5—2 cm hohe, glänzend goldgelbe,
dichte Rasen mit büschelig verzweigten Stengeln und meist gleichhohen, an
ein Anomobryum erinnernden, fadendünnen runden Asten. Bll. dicht dachziegelig
anliegend, bis 1 mm lang, lanzettlich oder eilanzettlich, die Stengelbil. fast
Jeckig, mit mehr oder weniger deutlich gezühneltem, an der Basis etwas herab-
laufendem Rand und ziemlich krüftiger, gleichbreiter, weit vor der Spitze
endender Rippe. Stengelbll. 4- und mehrfaltig (nach Kindberg nicht oder
selten faltig), die Astbll. meist nur 2faltig. Blattzellen gegen die Insertion
kurz rektangulär bis quadratisch, 8—9 u, aufwärts allmählich länger, 6—8 u
und etwa 4— 6 mal so lang.
Von E. Nymann und Ch. Kaurin an Felsen bei Opdal in Norwegen 1880 ges.
und auch aus Nord-Amerika bekannt. S. LX, 3, a und b) Bil., c) Astbl., d) Habitus-
bild: gez. nach einem bei Opdal ges. Expl. aus dem Herbare Kindbergs. Wird
von Limpricht als identisch mit sericeum angesehen (cf. Rbh. Kr. ۰ 1۷ 4 B. 813),
steht jedoch nach den Paraphyllien und den runden Sprossen dem Camptothecium
aureum näher.
— 408 —
2. Gatt. Camptothecium ') Br. eur. 1853.
Nach den vegetativen Organen sich eng an Homalothecium anschliessende
Erd- und Sumpfmoose in lockeren, ausgedehnten, gelbgrünen, seiden-
glinzendeu Rasen mit spürlieh wurzelhaarigen niederliegenden, oder filzigen
aufrechten, durch etwas 2zeilig gestellte Äste unregelmässig fiederästigen
Stengeln und runden, spitzen, geraden Ästen, zuweilen mit Paraphyllien. Stengel-
Querschnitt rundlich kantig, mit dünnem, kleinzelligem Zentralstrang, lockerem
Grundgewebe und bis 5 schichtiger, dickwandiger Rindenschicht. Bll. nach
Form und Zellnetz denen von Homalothecium sehr ähnlich, mit nur wenig er-
weiterten Blattflügelzellen. Blüten 2häusig, mit Paraphysen, zuweilen kleine
S Pflänzchen im Wurzelfilze der Fruchtrasen. Perichätium nicht wurzelnd.
Kapsel auf roter, glatter oder rauher, gedrehter Seta geneigt bis horizontal,
verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch und etwas hochrückig,
mit gewölbt kegeligem bis kurz und dick geschnübeltem Deckel und differentiiertem
Ring, entleert stärker gekrümmt und unter der Mündung verengt, derb-
wandig und rotbraun, am Hals mit normalen Spaltóffnungen. Sporensack kurz
gestielt. Peristomzähne wie bei Hypnum, an der Basis zu einem niedrigen
Tubus verschmolzen, aussen mit Dorsallinie, querstreifig und gesäumt, an den
helleren Spitzen papillös, innen mit Lamellen. Inneres Peristom dem äusseren
nicht anhüngend, mit geschlitzten oder klaffenden, den Zühnen fast gleichlangen
Fortsätzen und je 2 vollständigen Wimpern auf kielfaltiger Membran von etwa
!/; Zahnhóhe.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum
Jahre 1879 noch 6 bekannt, wührend bis jetzt schon die doppelte Anzahl beschrieben ist.
l. Camptothecium lutescens (Huds.) Br. eur. 1853.
Hypnum Huds. 1762, Hypnum sericeum 8 praelongum Weis 1770 u. 2 ramosum Leers
1775, H. myosuroides Ò praelongum Web. 1778, Neckera Willd. 1787. Climacium Voit 1812, )
Isothecium Spruce 1847, Brachythecium De Not. 1869, Hypnum (Pleuropus) Lindb. 1879; A
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 718 *
Zweihäusig; die kleinen 6 Pflanzen am Hauptstengel oder im W urzelfilz
der o (und daher pseudomonöeisch) mit eilanzettlichen, rippenlosen Hüllbll.,
wenigen kleinen Antheridien und kurzen Paraphysen. Lockere, ausgedehnte,
gelbgrüne, seidenglünzende, an geradästige Formen von Brachytheeium glareosum
und salebrosum erinnernde, trocken etwas starre Rasen mit 8—15 cm langen,
niederliegenden oder aufsteigenden, mehrmals geteilten und zum Teil stoloni-
formen, spärlich wurzelhaarigen, unregelmässig fiederästigen Stengeln und
ausgebreiteten oder aufrechten, steifen, spitzen, ungleichlangen Asten,
zuweilen mit vereinzelten, dünnen Stolonen. Niederbll. entfernt, rippenlos und
ganzrandig. Laubbll. steif dachziegelig, aus enger, nur wenig herablaufender,
kurz eiförmiger Basis lanzettlich und allmählich pfriemlich zugespitzt, 9-9 mm
lang, mit 4 und mehr Längsfalten, fein gesägter Spitze, abwärts schmal
pn » Von zaumros gekrümmt und Iren Kapsel.
س 409 —
umgebogenem Rand und vor der Spitze verschwindender, etwa ?/, des Bl. durch-
laufender Rippe. Blattzellen eng linearisch, oben 6—7 u und 7-10 mal,
abwürts bis 20 mal so lang als breit, an der Basis etwas lockerer, kürzer,
dickwandiger und getüpfelt und namentlich nach den Blattflügeln zu mehr
oval, 10—15 u. Perichätium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll bis 4 mm
lang. oben gestutzt, ausgefressen gezühnt und plótzlich pfriemlich, zartrippig
und nur schwach faltig. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, rauher, roter,
gedrehter Seta geneigt, eilänglich bis fast zylindrisch, hochrückig, kurzhalsig,
gelbbraun und derbwandig, mit aus kegelig gewólbter Basis kürzer oder lünger
geschnübeltem Deckel und 2zellreihig sich ablósendem Ring, entleert stark
gekrümmt und unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
diekwandig, mit sehr stark verdickten Längswänden, rundlich oder oval, am
Rücken mehr kurz rektangulär-6 seitig, am Urnenrand in einigen Reihen kleiner
rundlich-6 seitig. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, an der Basis
verschmolzen, lanzettlich-pfriemenförmig, orangefarben und hell gesäumt, mit
bleichen oder hell gelblichen, gezähnelt papillösen Spitzen, aussen abwärts
quer gestrichelt, innen mit zahlreichen Lamellen. Inneres Peristom gelb, dem
äusseren nicht anhängend, mit trocken zwischen den Zähnen durchtretenden,
fast gleichlangen, anfangs schmal oval geschlitzten, später klaffenden Fortsätzen
und je 2 fadenförmigen, brüchigen Wimpern auf kielfaltiger, papillöser Membran
von fast 1/, Zahnhóhe (nach Limpr. nur 1/4). Sporen 10—16 u, bräunlich und
gekörnelt. Reife im Winter und zeitigen Frühjahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 558.
An trockenen, steinigen Orten, am Waldsaum, unter Hecken im Felde, auf
tonigem, mergeligem, wie kalkigem Boden und auf Mauern von der Ebene bis in
die Voralpenregion in 1600 m in Europa wie Nord-Amerika fast überall häufig;
wird schon von Dillen in der Hist. musc. von 1741 erwähnt. S. XXXVIII, 6,
a) Bl, b) Kapsel, c) Kapseldeckel, d) Peristom, e) 3 Pflänzchen nach Schpr.
f) stürker vergrósserte Blattflügelzellen; gez. nach dahier im Basaltgebiet bei Laubach
und nach in einem Melaphyr-Steinbruch bei Darmstadt ges. Expll.
Var. fallae — Homalotheeium fallax Philib., mit etwas breiteren Bll. und
fast gerader, nur kurz und dick kegelig geschnäbelter Kapsel, erinnert habituell
etwas an Homalothecium Philippeanum und wurde von Philibert 1872 an Kalk-
blöcken und auf Kalkboden bei Aix im südlichen Frankreich entdeckt, auch von
J. Breidler in Steiermark und Kürnthen an vielen Standorten bis in 1980 m aufgefunden.
S. XXXVIII, 10, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach von J. Breidler und Philibert
ges. Expll. Im allgemeinen hat die Kalkpflanze kürzeren, die Basaltpflanze dagegen
in der Regel etwas lüngeren, kegelig geschnübelten Deckel.
9. Camptothecium aureum (Lagasca) Br. eur. 1853.
Hypnwm Lagasca, Isothecium Spruce 1847, Brachythecium De Not. 1869, Hypnum
aurescens C. Müll. 1851; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 57.
Zweihüusig und wie vorige Art auch pseudomonócisch; die g Blüten
mit zahlreichen eiförmigen, rippenlosen Hüllbll. und nur wenigen kleinen
Antheridien und kurzen Paraphysen. Etwas an Homalotheeium sericeum er-
innernde, kleinere, hell gelbgrüue, goldglünzende, ausgedehnte Rasen mit
— 410 —
mehrfach geteilten, niedergestreckten, dichter und regelmässiger gefiederten,
4—6 em langen Stengeln und 3—5 mm langen Ästen mit trocken oft fast
kreisförmig eingekrümmten Enden, sowie mit blattähnlichen Paraphyllien, dagegen
mit nur wenigen Stolonen. Laubbll. über 2 mm lang, aus elliptischer, herab-
laufender Basis lanzettlich und lang pfriemlich zugespitzt, schwach längs-
faltig, ganzrandig, fast flach, nur mit nach der Basis zu umgebogenem
Rand und über der Mitte endender Rippe. Blattzellen eng linearisch, 6 u und
in der Spitze schon 15—20 mal so lang als breit, an der Insertion lockerer
und kürzer, in den Ecken der Basis an den Blattflügeln in grösserer, deutlicher
Gruppe von mindestens 10—15 Reihen quadratisch oder kurz rektangulär und
breiter, 12—15 u. Perichätialbll. aus fast scheidiger Basis rasch pfriemenförmig.
Kapsel auf nur 1—1,5 em langer, rauher Seta etwas kleiner als bei voriger
Art, mit breiterem Ring und nur gewólbt kegeligem, stumpflichem Deckel.
Peristom ähnlich wie bei lutescens. Sporen 14—16 u, gelblich und papillös.
Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 559.
Auf trocknerem, sandigem, steinigem Boden in den Ländern um das Mittel-
meer verbreitet. S. XXXVIII, 7, a) Bl, b) entdeckelte Kapsel, c) Kapsel mit
Deckel, d) Habitusbild; gez. nach einem von Hanry und Robert im südlichen
Frankreich ges. Expl. Nr. 689 der Rbh. Bryoth. (comm. Warnstorf) Die von
Dr. Unger in Cephalonien ges. Expll. sind noch dichter kammartig gefiedert und
erinnern nach den gekrümmten Sprossen habituell etwas an Alsia abietina, nach
den Blattflügeln an ein Ptychodium, jedoch nicht nach dem übrigen Zellnetz.
3. Camptothecium caucasicum (Lindb.) Limpr. 1896.
Hypnum (Pleuropus) caucasicum Lindb. 1892; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 58.
Zweihäusig und pseudomonöeisch. Ausgedehnte, dichtere, gelbgrüne
Rasen mit kriechenden, wurzelhaarigen Stengeln und dicht gefiederten,
runden Asten, sowie mit zahlreichen, verschieden gestalteten Paraphyllien. Bll.
dieht aufrecht abstehend, trocken dachziegelig anliegend, weit herablaufend,
eilanzettlich und lang und schmal zugespitzt, mehrfach tief längsfaltig, ganz-
randig mit fast bis zur Spitze zurückgerolltem Rand und in der Spitze
verschwindender Rippe. Durch den vor der flachen Spitze deutlich umgerollten
Rand erscheinen die Bll. an dieser Stelle, da wo die Rippe verschwindet, etwas
verengt. Blattzellen eng linearisch bis wurmförmig, an der Insertion kürzer und
breiter, an den Ecken daselbst mit zahlreichen quadratischen Blattflügelzellen.
Perichätialbll. rippenlos, sparrig, flach und ganzrandig, aus halbscheidiger Basis
plötzlich lang borstenförmig. Kapsel auf nur 1 cm langer, roter, rauher Seta
geneigt, länglich ellipsoidisch und hochrückig, mit aus kegelig-konvexer Basis
dick, kurz und stumpf geschnäbeltem Deckel und bleibendem Ring. Peristom-
zähne lineal-lanzettlich und zugespitzt, mit glatten, hyalinen Spitzen. Inneres
Peristom mit nur schmal durchbrochenen Fortsätzen und je 1-9 kurzen Wimpern
auf kielfaltiger Membran. Sporen 17—20 u, grün und papillös.
An Buchenstimmen und auf Kieselgestein von der mittleren Waldregion bis
in die alpine Region im Kaukasus; von Dr. Brotherus entdeckt. 8. XL, 9, a und
. b) BIL, e und d) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl.
— 411 —
4. Camptothecium nitens (Schreb.) Schpr. 1860.
Hypnum Schreb. 1771, H. trichoides Neck. 1768, Hypnum (Pleuropus) trichoides
Lindb. 1872; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 719.
Zweihäusig; die dicken Ğ Blüten mit vielen eifórmigen, dünn zugespitzten
und mit der Pfriemenspitze zurückgekrümmten Hüllbll. und mit zahlreichen
Paraphysen. In Sümpíen wachsende, tiefe, gelbgrüne bis strohgelbe oder gold-
gelbe, lebhaft glänzende, dichte Rasen mit aufrechten, durch glatte, rost-
braune Wurzelhaare filzigen, mehrfach geteilten, 6—15 cm langen, unregel-
mässig fiederüstigen Stengeln und spitzen Ästen, jedoch ohne Stolonen. Bil.
gedrüngt steif aufrecht abstehend, 3—4 mm lang, aus kaum herablaufender,
schwach elliptischer Basis lanzettlich verlängert und fast haarförmig fein zugespitzt,
mehrfach tief längsfaltig, ganzrandig, mit hier und da etwas zurückgeschlagenem
Rand und vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen sehr eng und wurm-
förmig, 5—6 u und fast durchaus 10—15 mal so lang als breit, derbwandig,
nur an der Insertion kürzer und breiter, bis 9 u und deutlich getüpfelt, in
den Ecken der Basis wenige oval bis 6 seitig, gelbbräunlich und doppelschichtig.
Perichätium nicht wurzelnd, mit aufrecht anliegenden, zartrippigen, längsfaltigen,
allmählich lang pfriemlich verschmälerten, fast über 5 mm langen inneren Hüllbll.
Scheidehen mit nur wenigen kurzen Paraphysen. Kapsel auf 4—6 cm langer,
dünner, roter, oben rechts gedrehter, glatter Seta geneigt, verlängert ellipsoidisch
und bogig gekrümmt, gelblich- bis rötlichbraun und derbwandig, am Rücken
meist etwas dunkler rotbraun, mit spitzem, kegeligem Deckel und zweireihig
sich ablósendem, grosszelligem Ring, trocken und entleert unter der Mündung
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig und ziemlich gleichmüssig
verdickt, rundlich- oder kurz rektangulär-6 seitig; am Hals mit hellen Spalt-
üffnungen. Peristomzühne an der Basis verschmolzen, lanzettlich-pfriemenfórmig,
gelb mit hellerem Saum und hyalinen Spitzen, aussen abwürts quer gestrichelt,
innen mit sehr zahlreichen dicht gestellten Lamellen. Inneres Peristom mit
trocken zwischen den Zähnen durchtretenden, ritzenfórmig durchbrochenen
Fortsätzen und je 2—3 vollständigen, knotigen Wimpern auf kielfaltiger, gelber
Membran von halber Zahnhöhe. Sporen 14—20 u, rostgelb und fast glatt.
Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 622.
In Sümpfen und Torfmooren, besonders auf schwammigen Wiesen, von der
Ebene bis in die Voralpen häufig, steril auf Alpentriften noch in 2600 m; war
schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. Nach Arnell im arktischen Gebiet des
Jeniseithals in Sibirien eines der häufigsten Moose und auch auf Spitzbergen und
in Grönland weit verbreitet. S. XXXVIII, 8, a) Bl., b) Kapsel; gez. nach bei
Darmstadt ges. Expll.
Var. involuta Limpr. — Orthotheeium chryseum Hellbom, in glänzenden,
dunkler goldgelben Rasen mit nach der Spitze zu röhrig eingebogenen Blatt-
ründern und fast ohne Wurzelfilz — in Schweden. Hiermit ist die var. atrichum
Kindb, welche P. Olsson auf Knudshöhe bei Dovre in Norwegen gesammelt hat,
identi
3. Gatt. Ptychodium ) Schpr. 1860.
Pseudoleskea Kindb., Skand. Bladmossfl. 1908.
Felsbewohner der Alpen in hell- bis dunkelgrünen oder bräunlichen,
mehr oder weniger glänzenden, flachen oder kissenförmigen Rasen mit kriechenden
oder aufsteigenden, mehr oder minder wurzelhaarigen, durch 2 zeilig gestellte,
an der Spitze gekrümmte Äste unregelmässig gefiederten Stengeln, sowie mit
zahlreichen verschieden gestalteten Paraphyllien, aber ohne Stolonen.
Stamm-Querschnitt rund und mit Zentralstrang. Bil. ziemlich gleichförmig,
an den Ästen nur kleiner, gedrängt, allseitig abstehend oder einseitswendig,
aus herablaufender, eiförmiger Basis allmählich oder rasch verschmälert und
zugespitzt, hohl und ganzrandig oder an der Spitze gezähnt, mit 2 oder
mehreren Längsfalten, meist bis gegen die Spitze umgerolltem Rand und
runder, vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen glatt, seltener oben mit
etwas vortretenden Ecken, meist getüpfelt, aufwärts mehr-prosenchymatisch-
6seitig, etwas spindelförmig oder kurz linearisch-wurmförmig, in der Mitte der
Basis rektangulär, oft lockerer, in den Ecken daselbst stets locker quadratisch
oder kurz rektangulär. Blüten 2 häusig, stengelständig, mit fadenförmigen
Paraphysen. Perichätium meist nicht wurzelnd. Perichätialbll. nicht faltig.
Haube klein. Kapsel auf kürzerer oder längerer Seta fast aufrecht und regel-
mässig, seltener hockrückig, ähnlich wie bei Pseudoleskea, jedoch trocken nur
wenig gekrümmt. Peristom demjenigen von Pseudoleskea atrovirens ähnlich.
Zähne an der Basis verschmolzen, bräunlich, gesäumt, aussen quer gestrichelt,
innen mit Lamellen. Inneres Peristom mit den Zähnen gleichlangen, breiten,
lanzettlichen Fortsätzen auf kielfaltiger Membran von höchstens 1l. Zahnhöhe
und mit vereinzelten rudimentären Wimpern. Schliesst sich nach dem Zellnetz
an Lescuraea, nach dem Peristom an Pseudoleskea an.
Diese Gattung wurde ursprünglich auf Piychodium plicatum gegründet und
wegen der nahen Verwandtschaft des letzteren mit einigen Brachythecien, wie laetum
und Geheebii, von Schimper zu den Brachythecieen eingereiht. Limpricht hat
sie durch neue Arten vermehrt und wegen des mit Pseudoleskea übereinstimmenden
Peristoms seines Pi Pfundtneri im Anschluss an Lindberg zu den Pseudoleskeeen
gestellt. Meiner Ansicht nach hat diese Gattung wegen des vorzugsweise
prosenchymatischen Zellnetzes mit den eigentlichen Leskeaceen nichts gemein,
wenngleich sich dieselbe durch Pt. Pfundtneri und bicolor an die Gattung Pseudoleskea
eng anschliesst. Aussereuropäische Arten waren nach Jae ger & S. bis zum Jahr
1879 nicht bekannt.
A. Pseudoptychodium.
Mittlere Blattzellen nur 2—4 mal so lang als breit.
1. Ptychodium Pfundtneri?) Limpr. 1895.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 684 Pseudoleskea Kdb.; cf. Skandin. Bladmossflora 1903, Nr. 69.
.. T) Von zroywöns mit vielen Falten wegen der faltigen 11
; ..*) Nach Stadtsehulrat Dr. Otto Pfundtner, dem Begründer des botanischen Schul-
gartens in Breslau von Limprieht benannt.
— 43 —
Zweihäusig; die dick ovalen J Blüten mit teilweise zurückgebogenen
Blattspitzen, sowie mit aus eiförmiger Basis kurz zugespitzten, ganzrandigen,
rippenlosen inneren Hüllbl., 4—6 dicken, kurzgestielten, goldgelben Antheridien
und wenigen Paraphysen. Die Ğ Pflanze kriechend und mit sehr verkürzten
Asten. Habituell an dickstengelige Formen der Zeseuraea saxicola erinnernde,
flache, weiche, hell- oder gelbgrüne, kaum glünzende Rasen, mit dem Sub-
strate ken, abwärts büschelig rotwurzeligen, 1—3 cm langen Stengeln
und bogig aufgerichteten, 3—8 mm langen 3 Paraphyllien zahlreich,
kurz und schmal und nicht verüstelt. Bll. aufrecht abstehend, 1,2—1,5 mm
lang, trocken anliegend, oft etwas einseitswendig, aus ovaler oder elliptischer,
mehr oder weniger herablaufender Basis allmählich lang pfriemlich ver-
schmälert, auf jeder Seite gegen den Rand hin mit je einer Längsfalte,
ganzrandig, mit meist bis zur Mitte des nur zuweilen undeutlich gezähnelten
Pl iöihenteile schmal umgebogenem Rand und grüner, in der Spitze endender,
oft fast vollständiger oder scheinbar auslaufender Rippe. Blattzellen ohne
sichtbaren Primordialschlauch, glatt, nur am Übergang in die Pfriemenspitze
am Rücken durch vortretende Zellecken zuweilen etwas papillös, an der Basis
in bis 10 Reihen kurz rektangulär und 14—16 u, am Rand daselbst in mehreren
Reihen quadratisch und 12—14 u, aufwärts rhombisch-6 seitig bis rhomboidisch,
9—10 u und 2—3 oder auch 4 mal so lang als breit, in der Pfrieme bis
6 mal so lang, nur an der Basis getüpfelt. Astbll. schmäler, schwach einseits-
wendig und an der Spitze deutlicher gezähnt. Perichätium wurzelnd, mit
bleichgrünen, lang zugespitzten Hüllbll.; die inneren Hüllbll. aus halbscheidiger
Basis plötzlich lang pfriemenförmig. mit nur angedeuteter Rippe und meist
ganzrandig oder undeutlich gezühnt. Kapsel (nach Limpr.) auf 5—7 mm langer,
verbogener, roter, gedrehter Seta aufrecht oder fast aufrecht und regelmässig,
kurz oval, rotbraun, mit aus konvexer Basis dick und schief geschnübeltem
Deckel, شاه تاره unter der erweiterten Mündung stark eingeschnürt.
ی der Kapselwand diekwandig, meist rundlich 4—6 seitig, am
Urnenrand 2—3 Reihen abgeplattet. Sporensack nicht gestielt, der Kapselwand
anliegend. Peristomzähne einem roten Basaltubus aufsitzend, aus breiterer
Basis verschmälert, goldgelb gesäumt, aussen quer gestrichelt, innen mit
20—24, zum Teil schrägen Lamellen. Inneres Peristom mit den Zähnen fast
gleichbreiten, am Kiel hier und da ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen
und nur vereinzelten Wimpern auf niedriger Membran von ?/j, Zahnhóhe.
Sporen 14—18 u, rostfarben und warzig. Reife im Juli.
Auf Kieselgestein und dessen Detritus in den Alpen von 1400—2800 m
hier und da verbreitet und auch vom Dovrefjelde Norwegeus bekannt. ون aes
a) BL, b) Habitusbild, c) Paraphyllien; gez. nach von J. Breidler im Steinriesthal
bei نوی ند und am Eisenhut bei Turrach in Steiermark in 2400 und 1900 m
ges. Expll. Die Pflanze vom Kareck im Lungau bildet schon mehr die Übergangsform
zu Pseudoleskea ätrowirens. Überhaupt scheint mir die Pflanze nach dem zuweilen
. gegen die Spitze hin am Rücken deutlich papillösen Zellnetz eher zu Pseudoleskea
~ Wie zu Piychodium zu gehören.
— 414 —
2. Plychodium bicolor (Kindb.) 1903.
Pseudoleskea Kindb., Skand. Bladmossflora 1903, Nr. 70.
Habituell an ein dunkelbraunes bis schwürzliches Pt. Pfundtneri erinnernde
Rasen mit 2—3 em langen, niederliegenden, unregelmässig fiederüstigen, spärlich
wurzelhaarigen Stengeln und bogig gekrümmten Ästen mit gelbgrünen Spross-
enden und mit zahlreichen Paraphyllien. Von Pt. Pfundtneri, dem die Pflanze
im allgemeinen sehr nahe steht, durch die gezühnelte Blattspitze, den fast
längs, oder vor der Spitze umgerollten Blattrand und die aufwärts am Rücken
stärker vortretenden Blattzellecken verschieden. Blattzellen schwach getüpfelt, .
in der Spitze 10 u und 4 mal so lang als breit, in der Blattmitte 9-10 u und
2—4 mal so lang, gegen die Ränder kürzer, am umgeschlagenen Blattrand vor
der Spitze an den oberen Ecken am Rücken stark papillós vortretend, gegen
die Basis am Rand etwa 6 Reihen fast quadratisch, nach der Rippe zu daselbst
mehr kurz rektangulär und verdickt, 12—18 u, deutlicher getüpfelt und mit
oft sichtbarem Primordialschlauch. Bis jetzt nur steril bekannt.
Von E. Nyman im August 1893 in Lule Lapmark bei Virijaure in Schweden
auf Glimmerschiefer entdeckt. S. LX, 1, a und b) Stbll, c) Astbl., d) Paraphyllieu;
gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Kindbergs (comm. Roll). ann
auch wohl als Varietät von Pr. Pfundtneri betrachtet werden, mit dem es den
Übergang zur Gattung Pseudoleskea vermittelt.
3. Ptychodium denudatum (Kindb.).
Pseudoleskea sciuroides var. denudata Kindb. 1892, Pt. Breidleri Kindb. 1897,
Pt. oligocladum Limpr. 1895; ef. Macoun Canadian Plants 1892 und Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 686.
Zweihäusig. Kräftiger als Pl. Pfundineri in nicht verwebten, bleich-
oder hellgrünen, etwas glänzenden Rasen mit meist 10 cm langen, fast ast-
losen, am Grunde von den Bll. entblössten, am Ende schwach hakig gebogenen,
niedergestreckten Stengeln mit zahlreichen langen, wenig oder nicht ästigen
araphyllien. Bll. locker dachziegelig, schwach einseitswendig, meist 1,8 mm
lang und bis 1 mm breit, aus etwas herablaufender, eifórmiger Basis rasch
lanzettlich und meist lang fein zugespitzt, ganzrandig, mit längs
umgerolltem Rand, grüner, vor der Spitze endender Rippe und je zwei
Längsfalten auf beiden Seiten derselben. Blattzellen bei den grünen Blättern
mit deutlichem, gewundenem Primordialschlauch, glatt und dünnwandig,
aufwärts prosenchymatisch, 8—9 u und 3 mal so lang, abwärts allmählich mehr
verlängert rektangulär, in den Falten nur 7 u und 4 mal so lang, an der Basis — - |
kurz rektangulär, dickwandiger und getüpfelt, 14—16 u, an den Ecken daselbst
in vielen Reihen quadratisch und ebenso breit. Die o Blüten nicht wurzelnd,
mit lang zugespitzten, lanzettlichen, ganzrandigen inneren Hüllbll. Sporogon
und 6 Blüten unbekannt. 0
An Felsen der Hochalpen nur von wenigen Standorten bekannt; von J. Breidler
1885 am Balonspitz bei Zederhaus im Lungau in 2500 m gesammelt, ferner am
Stubenkogel bei Mittersill im Unter-Sulzbachthal im Pinzgau usw. S. XLVI, 14
— 415 —
a) unteres, b) oberes Bl, c) Paraphyllien, d und e) Habitusbilder; gez. nach
einem von J. Breidler im Sulzbachthal bei Mittersill im Pinzgau in 2530 m und
nach einem von demselben am Zedernhaus im Lungau in 2500 m ges. Expl. Die
Pflanze erinnert an eine astlose Pseudoleskea atrovirens v. brachyclados. Sie unter-
scheidet sich von derselben durch die mehr oder weniger lüngsfaltigen Bll. und das
etwas verlängerte, glatte mittlere Blattzellnetz, das jedoch weniger prosenchymatisch
ist, wie bei den eigentlichen Ptychodien, dem Pt. plicatum, affine und decipiens. Mit
den Breidler'schen Pflanzen stimmen die von J. E. Zetterstedt im August 1868
bei Tromsó in Norwegen und im August 1890 von J. Macoun in Kanada an den
Selkirk Mountains gesammelte Pseudoleskea denudata aus dem Herbare Kindbergs
überein, weshalb dem ülteren Kindberg'schen Namen denudatum der Vorzug gebührt.
B. Euptychodium.
Mittlere Blattzellen meist mehr wie 4 mal so lang als breit.
4. Ptychodium plicatum (Schleich.) Schpr. 1860.
Hypnum Schleich. 1815, Brachytheeium Br. eur. 1853, Lesquerewria Lindb. 1879,
Hypnum Stereodon plicatus Brid. 1897, Plychodium erectum Culmann 1884; ef. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 688. Pseudoleskea Kdb.; cf. Skandin. Bladmossflora 1903, Nr. 65.
Zweihäusig; die c Blütenknospen mit 10—15 gestielten Antheridien,
gelblichen Paraphysen, sowie stumpfen äusseren und eiförmigen, zugespitzten,
ganzrandigen, rippenlosen inneren Hüllbll. Ausgedehnte, kräftige, niedergedrückte
bis schwellende, gelb- bis dunkelgrüne, mehr oder minder glänzende, am Umfang
flach ausgebreitete, nach der Mitte zu mehr aufgerichtete Rasen mit 6—12 cm
` langen, unterbrochen rotwurzeligen, mehrfach geteilten, durch 2 zeilig gestellte,
dicke Äste ungleichmässig gefiederten, runden Stengeln und mit zahlreichen
vielgestaltigen Paraphyllien. Äste meist 1 em lang, diek, fast kätzchenförmig,
schwach gebogen oder an der Spitze gekrümmt. Bll. gedrängt, feucht allseitig
aufrecht abstehend, trocken mehr dachziegelig anliegend, aus herablaufender,
breit eilanzettlicher Basis lang zugespitzt, 2,5—3,5 mm lang, kielig hohl,
ganzrandig, mit bis gegen die nur am Ende flache Spitze umgerolltem Rand,
sowie runder, vor der Spitze endender, mehrschichtiger Rippe und mit mehreren
tiefen Lüngsfalten. Blattzellen mit undeutlichem Primordialschlauch und
nur schwach getüpfelt, glatt, oben etwas gewunden, kurz linear, 6 u und
6—10 mal so lang, in der Mitte der Basis kürzer und breiter, bis 9 u und
4—6 mal so lang, an der Insertion gelblich, mehr 6seitig und bis 18 u, auch
in den Ecken lockerer quadratisch oder kurz rektangulär und meist 18 u.
Astbll. kleiner und in der Spitze gezähnt, zuweilen einseitswendig. Perichütium
spärlich wurzelnd; die hochscheidigen Hüllbll. rasch in eine kurze, abstehende,
pfriemliche Spitze zusammengezogen und mit fast vollständiger, zarter, schwacher
Rippe. Kapsel auf 1,5— 2,5 cm langer, glatter, roter, gedrehter Seta geneigt
bis horizontal, ellipsoidisch und symmetrisch oder schwach gekrümmt, resp.
hochrückig, mit spitzem, kegeligem, kerbrandigem Deckel und 1 zellreihigem,
differentiiertem, in einzelnen Zellen oder stückweise sich ablósendem Ring,
entleert unter der Mündung wenig oder kaum verengt. Haube bis zur
— 416 —
Urnenmitte reichend; Scheidchen behaart. Epidermiszellen der Kapselwand
klein und diekwandig, rundlich oder oval-6seitig, abwärts mehr rektangulär,
am Hals mit nicht zahlreichen funktionslosen, undeutlichen Spaltóffnungen.
Peristomzähne auf rotem Basaltubus aus breiterer Basis lineal-lanzettlich, resp.
bis zur Mitte ziemlich gleichbreit, gelb, gesäumt und dicht gegliedert, aussen
quer gestrichelt, innen mit zahlreichen niedrigen Lamellen. Inneres Peristom:
mit den Zähnen gleichbreiten, am Kiele nicht durchbrochenen, lanzettlich-pfriemen-
förmigen Fortsätzen und höchstens vereinzelten, rudimentären Wimpern auf
kielfaltiger, gelber Membran von !/,—'/, Zahnhóhe. Sporen 14—18 u, rostfarben
und fein gekörnelt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 550.
Auf Kalk und kalkhaltigen Gesteinen in den Alpen und Voralpen von
800— 2700 m, in den Piemonteser Alpen sogar bis 2960 m, oft in Massenvegetation,
auch in Norwegen und Schweden; von Schleicher im Wallis entdeckt. S. XXXVIII, 4,
a) Bl, b) inneres Perichätialbl., c) Kapsel, d) Paraphyllien, e) stürker vergrósserter
Blattflügel, f) obere Blattzellen; gez. nach von J. Weber in der Schweiz in 2000 m
und von Schulze im Riesengebirge ges. Expll.
Var. rhaetica Kindb. in braunen Rasen mit mehr aufrecht anliegend, etwas
kützchenartig beblätterten Sprossen, nur schwach verdickten, fast dünnwandigen
Blattzellen und aufrechter, kurzer, gerader, rotbrauner, entdeckelt verkehrt kegeliger
bis fast kreiselfórmiger Kapsel mit allmählich in die Seta verschmälertem Halse —
von Kindberg 1888 bei Churwalden in Graubünden in der Schweiz gesammelt.
5. Ptychodium hyperboreum C. M.
Pseudoleskea Kindb., Skand. Bladmossfl. 1903, Nr. 66.
Habituell an ein fast astloses Pr. plicatum erinnernde Rasen mit etwa
5 cm langen, einfachen, fast kützehenartigen, dicht dachziegelig beblätterten
Stengeln mit nur wenigen, sehr kurzen, den Stengeln meist anliegenden Asten.
Paraphyllien länger als bei dem nahe verwandten Pr. plicatum, weniger geteilt
und mehr lanzettlich. Bll. etwas breiter als bei plicatum, Blattzellen gegen
die Ecken der Basis in bis 16 Reihen klein quadratisch, nur 9—10 y, gegen
die Mitte der Basis kurz rektangulär und etwas weiter, bis 15 u, aufwärts
meist 7-9 u und oft nur 2—3 mal so’ lang, nur in der flachen Spitze 4 mal
so lang und noch etwas schmäler. Von Pt. plicatum, als dessen nordische
Varietät die Pflanze angesehen werden kann, vorzugsweise durch das kürzere
Zellnetz und die zahlreichen kleinen Blattflügelzellen verschieden.
Von W. Baur im Juli 1892 am Nordkap in Norwegen entdeckt. S. LX, 4,
a) BL, b) Habitusbild, c) Paraphyllien; gez. nach einem Originalexpl. aus dem
Herbare Kindbergs.
6. Ptychodium affine Limpr. 1895.
Pseudoleskea Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 807 und IV, Nr. 687.
UT Minder krüftig als Pr. plicatum, in lockeren, gelbgrünen, kaum glünzenden
| Rasen mit aus niederliegender Basis aufsteigenden, bis 6 em langen, umher-
‚schweifenden, unregelmässig fiederästigen, fünfkantigen Stengeln, hakenförmig
— 47 —
eingekrümmten Spitzen der nur 5—12 mm langen, kurzen Äste und äusserst
spürlichen, kurz fadenfórmigen Paraphyllien. Bll. locker anliegend, schwach
einseitswendig, aus stark herablaufender, gerader oder etwas elliptischer
Basis lanzettlich verlängert und allmählich lang pfriemenförmig, 3 mm lang,
ganzrandig, mit 2 langen, tiefen Längsfalten und zwischen diesen und
der Rippe oft noch 2 kürzeren Falten, hier und da oder auch längs schmal
umgerolltem Rand, undeutlich gezähnter Pfriemenspitze und weit in letztere
eintretender, oft fast vollständiger Rippe. Blattzellen etwas derbwandig und
getüpfelt, 8 u und 4—5 mal so lang als breit, an der Basis nahe der Rippe
bis 12 u und nur 3—4 mal so lang, an den Blattflügeln in grosser Anzahl
quadratisch und bis 18 u, in der Spitze 7—8 u und bis 10 mal so lang als
breit. Astbll. ebenfalls weit herablaufend, den Stengelbll. ähnlich, nur
schmäler und kürzer, sowie an der Spitze deutlich gezähnt, meist sichel-
fórmig einseitswendig und nur 1,3 mm lang. Sporogon und 6 Blüten unbekannt,
die o Blüten mit etwa 10—12 Archegonien und pfriemlich verlängerten Hüllbll.
Auf Gneis am Nordabhang des Grieskogels im Liesingthale in Steiermark
von. J. Breidler.1880 gesammelt. S. XLVII, 13, a) Stengelbl., b) Habitusbild,
c) Astblattspitze; gez. nach einem von J. Breidler erhaltenen Originalexpl, welches
zahlreiche © Blüten besitzt. Hat nach den Stengelbll. zwar grosse Ähnlichkeit mit
Pt. plicatum, ist jedoch habituell durch die fast regelmässig gefiederten, schwächeren
Stengel und die fast durchaus sichelfórmig einseitswendige Beblätterung der Aste
davon. verschieden.
7. Ptychodium decipiens Limpr. 1895.
cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 685. Pseudoleskea Kindb., Skand. Bladmossfl. 1903, Nr. 68.
Zweihäusig; die schlanken d Blütenknospen mit aus eiförmiger Basis
rasch kurz zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll. und etwa 5 rötlichgelben
Antheridien, aber ohne Paraphysen. Habituell einem dünnstengeligen Pfundtneri
oder der Lescuraea saxicola oft täuschend ‚ähnliche, nicht verwebte, leicht
zerfallende, lockere, gelbgrüne bis goldbrüunliche, etwas glünzende Rasen
mit niedergestreckten oder aufsteigenden, 5—8 cm langen, fast regelmüssig
fiederästigen Stengeln und 2zeilig mässig dicht gestellten, 3—5 mm langen,
dünnen, runden, spitzen, zuweilen am Ende schwach hakenförmig gekrümmten
Asten, sowie mit sehr langen, linealisch-pfriemenförmigen, resp. aus schmal
elliptischer Basis lang pfriemlich auslaufenden, oft kurzästigen Paraphyllien.
ll. trocken anliegend, aus herablaufender, eifórmiger oder breit eifürmiger
Basis rasch in eine schmal lanzettliche Spitze von höchstens !/,—/, Blattlänge
verschmälert, 1,2—1,3 mm lang, mit je einer Längsfalte gegen die Mitte der
Laminahälfte, sowie mit vor oder in der Pfriemenspitze sich auflösender,
am Rücken oben oft rauh gezähnelter Rippe und meist deutlich gezähnter
Spitze. Blattzellen fast bis zur Insertion neben der Rippe prosenchymatisch,
mit deutlichem Primordialschlauch, verdickt und getüpfelt, aufwärts rhombisch-
linearisch, resp. viel schmäler als bei Pfwndtner? nur 7—8 u und 3—5 mal
so lang, zwischen Falte und Rippe an der Basis 10 u und 4—5 em so lang,
Roth, Die europäischen Laubmoose. II.
— 418 —
dagegen zwischen Falte und Rand, in den basalen Ecken mehr parenchymatisch,
quadratisch oder kurz rektangulär und. bis 18 u. Astbll kleiner, breit zu-
gespitzt, mit oberwärts am Rücken gezähnter Rippe und schmal umgeschlagenem,
gegen die Spitze scharf gezühntem Rand. .Perichätium nicht wurzelnd; die
inneren. Hüllbll. allmählich lang: zugespitzt, nicht scheidig, mit : gezähnelter
Spitze und dünner, zarter Rippe. Kapsel (nach Limpr.) auf 7—12 mm langer
Seta aufrecht, kurz und dick oval, sowie hochrückig, braunrot und derbwandig,
unter der Mündung nicht oder kaum verengt. Peristom wie bei Pfundtneri.
Auf Kieselgestein im Alpengebiet zwischen 1700— 2700 m hier und da zerstreut;
von J. Breidler am 30. August 1877, auf der Neualm bei Schladming entdeckt.
Nach Kindberg auch aus Norwegen und Schweden bekannt. . S. XLVII, 10,
a) Stengelbl, b) Astbl, c) Paraphyllien; gez. nach einem von T Breidler am
Pitrachberg bei Schladming in Steiermark in 1900 m ges. Expl. Die Pflanze vom
Patzenkar bei Schladming hat etwas mehr habituelle Ähnlichkeit mit einem dicht
'gefiederten Pfundtneri und besitzt noch viel breitere Bll, Beide. Pflanzen machen
"ach Bl. und Zellnetz den Eindruck einer Übergangsform von ۵ saxicola
zu Ptychodium, Von Pseudoleskea, welcher Gattung sie nach dem aufwärts am
‚Rücken oft papillósen Zelluetz nahe: stehen, unterscheiden sie: sich durch das in
‘der Mitte des Bl.’ schmal rhombisch-lineare enge Zellnetz. Die breiten Fortsätze
۷ inneren Peristoms lassen auf eine ‚Brachytheeium-artige دس وود
1 Gatt. Brachythećium *) Br. eur. 1853.
Ausgedehnte, locker verwebte, etwas glünzende Rasen mit kriechenden
oder niedergestreckten, seltener aufrechten, mehrfach geteilten, büschelig wurzel-
‚haarigen, unregelmässig fiederästigen, am Ende oft stoloniformen Stengeln und
meist aufgerichteten, allseitig beblätterten, ungleichen Ästen, in der Regel
ohne Paraphyllien und auch ohne Stolonen. Stengel- Querschnitt rundlich-
5kantig und mit dünnem, kleinzelligem Zentralstrang. Stengel- und Astbll.
von abweichender Form. Stbll aus verengter, herablaufender, eiförmiger
oder breit eifórmiger bis 3 eckig-herzfórmiger Basis lanzettlich verlängert und
mehr oder weniger scharf zugespitzt, oft längsfaltig, hohl und meist flachrandig,
glatt und glänzend, mit mehr oder weniger fein gesägtem Rand und einfacher,
kürzerer oder läugerer, bis fast vollständiger Rippe. Querschnitt der letzteren
‚homogen. Blattzellen glatt, weniger eng, meist verlängert schmal 6 seitig
bis rhomboidisch oder rhombisch, seltener linearisch, mit oft deutlich sicht-
barem Primordialschlauch, an der Basis kürzer und lockerer, in den
Blattflügeln erweitert und rektangulär-6 seitig bis quadratisch, Blattflügelzellen
oft chlorophyllhaltig und mit buchtigem Primordialschlauch. Astbll. kürzer
und schmäler, mehr eilanzettlich, mit kürzerer Rippe und weniger differentiiertem
Zellnetz. Blüten 1- und 2häusig, seltener polygam und gewöhnlich stengel-
ständig. Da wo die 6 Blüten sowohl stengel- als astständig sind, enthalten
die ersteren stets eine grössere Anzahl von Antheridien. Perichätium
meist wurzelnd. Kapsel auf verlüngerter, glatter oder rauher, heller oder
1) Von #gayös kurz, dick, und 9; Kapsel.
س 419 ==
dunklerer, roter, gedrehter Seta mehr oder weniger geneigt bis horizontal :
kurz eifórmig bis verlängert ellipsoidisch und hochrückig, schwach gekrümmt,
derbwandig, mit kurzem oder.fast ohne Hals, mit kegeligem oder gewölbt
kegeligem, kürzer oder länger zugespitztem Deckel und gewöhnlich differen-
tiiertem Ring, trocken und entleert nur wenig verändert. Epidermiszellen der
Kapselwand derbwandig, an der Bauchseite mehr rundlich 4—6 seitig, am
Rücken dagegen mehr rektangülür, nur an der Basis mit meist funktionslosen
Spaltóffnungen. Haube kahl, eng kappenfórmig und hinfällig; Scheidchen da-
gegen. mit Paraphysen. Peristomzähne sehr kräftig ausgebildet, : an der Basis
meist verschmolzen, lanzettlich-pfriemenförmig oder dolchförmig, gelb bis rotbraun;
eng gegliedert und gesäumt, aussen abwärts quer gestreift, innen mit zahlreichen
Lamellen. Inneres Peristom dem äusseren nicht anhängend, gelblich bis orange-
farben, mit breit lanzettlichen, ritzenförmig durchbrochenen bis klaffenden
Fortsätzen und vollständigen, fadenförmigen, knotigen oder mit Anhängseln
versehenen Wimpern auf hoher kielfaltiger Membran von oft fast halber Zahn-
öhe. Sporen klein.
A. Polygam.
a) Seta glatt.
A 1. Brachythecium vineale Milde 1864.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 720. ;
Polygam, -mit stengelständigen S, © und SBlüten; die 6 Blüten mit
aus gestutzter, gezühnter Spitze stachelspitzig ausgezogenen inneren Hüllbll., die
۲ zahlreich und wie die übrigen mit vielen langen Paraphysen. Nur locker
zusammenhängende, weiche, sattgrüne Rasen mit schlaffen, stellenweise büschelig
wurzelhaarigen, unterbrochen unregelmässig gefiederten, über die Aste oft
weit hinaus stoloniform verlängerten Stengeln und fast sparrig beblätterten,
kurzen, nur 5—8.mm langen, aufsteigenden Asten. Stengel-Querschnitt mit
grossem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und gelblicher, diekwandiger
Rindenschicht. Stengelbll. ziemlich locker und schlaff, . allseitig abstehend,
1,8—2 mm lang, aus enger, herablaufender Basis eilanzettlich und lang und
fein zugespitzt, mindestens doppelt so lang als breit, schwach 2- bis 4faltig,
ganzrandig oder gegen die Spitze entfernt und klein gesügt, mit an der Basis
(einerseits oft etwas hóher hinauf) umgeschlagenem Rand und schwacher, gelber,
über der Mitte endender Rippe. Blattzellen dünnwandig, eng und nicht getüpfelt,
mit spiraligem Primordialschlauch, oben 8 u und etwa 6—8 mal so lang als
breit, mitten 9 u und bis 12 mal so lang als breit, nach der Basis zu allmählich
lünglich-6 seitig, 12—16 u und schwach getüpfelt, an den eingedrückten Blatt-
flügeln in nicht scharf begrenzter Gruppe mehr quadratisch oder kurz
rektangulür-6seitig und bis 20 u. Astbll. schmal lanzettlich und rings ‚klein
gesägt, mit flachem, oder stellenweise zurückgeschlagenem Rand. Perichätium
wurzelnd, mit aus gestutzter Spitze lang haarförmig ۸18 867 0 ع 61 6, 6
zurückgebogenen inneren Hüllbll. Kapsel auf 1,5— 2,5 em langer, glatter,
dunkelroter, gedrehter Seta geneigt oder übergeneigt bis fast az;
|
|
— 420 —
hochrückig-oval, kastanienbraun mit kegeligem Deckel, aber ohne Ring. Peristom-
zühne rostbraun, schmal gesäumt, aussen querstreifig, an der Spitze längsreihig
papilós, innen mit gut entwickelten Lamellen. Inneres Peristom gelb, fein
papillós, mit klaffenden Fortsützen und je 3 mit Anhängseln versehenen, zarten
Wimpern auf kielfaltiger Membran von etwa !/, Zahnhóhe. Sporen 14—18 y,
gelbbraun und gekörnelt. Reife im Herbst.
An grasigen Rainen unter den Weinbergen bei Gratsch unweit Meran in Tirol
von Dr. J. Milde 1863 entdeckt. S. XLVII, 11, a und b) Bil, c) Kapsel,
d) Habitusbild, e) stärker vergrösserte mittlere Blattzelen; gez. nach einem von
R. Ruthe erhaltenen Originalexpl.
2. Brachythecium Mildeanum Schpr. 1862.
Hypnum Schpr. 1860, H. acutum Mitt. 1865, Brach. salebrosum var. palustre Schpr. 1876,
Hypnum plumosum v. Mildei Kindb. 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 721.
Polygam oder auch lháusig, mit stengelständigen Blüten; die dicken
S Blütenknospen mit breit eilanzettlichen, schmal zugespitzten, rippenlosen
inneren Hüllbll, oft mehr als 20 Antheridien und zahlreichen langen, hellen
Paraphysen, zuweilen auch astständig und alsdann kleiner und mit weniger
Paraphysen, die mehr sporadischen 9 Blüten mit rippenlosen, ganzrandigen,
aus elliptischer Basis rasch in eine gleichlange, zurückgebogene Pfriemen-
spitze ausgezogenen inneren Hüllbll. Ausgedehnte, lockere, gelb- bis
goldgrüne, lebhaft glünzende Rasen mit nicht stoloniformen, aufrechten oder
aufsteigenden, nicht oder nur wenig wurzelhaarigen, in verlängerte Sprosse
geteilten, nur wenig beasteten, unregelmässig fiederästigen Stengeln und kurzen,
spitzen, bis 1 cm langen, zerstreuten Ästchen, zuweilen -schwimmend. Stengel-
querschnitt mit Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und nur 2—3 zellreihiger,
gelbwandiger, etwas weitlumiger Rindenschicht. Stengelbll. feucht abstehend,
trocken ziemlich dicht straff aufrecht, 2,5—3 mm lang, nicht einseitswendig,
aus etwas engerer, herablaufender Basis breit eilanzettlich und allmählich
scharf zugespitzt, nur wenig hohl, undeutlich faltig, flach- und ganz-
randig, mit hellgrüner, dünner, über der Mitte endender Rippe. Astbll. kleiner,
an der Spitze oft entfernt und undeutlich gezühnelt, sonst wenig verschieden.
Blattzellen dünnwandig und nicht getüpfelt, denen der vorigen Art ühnlieh,
meist 7—9 u und 8—12 mal so lang als breit, mit spiraligem Primordial-
schlauch, naeh der Basis zu breiter, mehr 6 seitig bis rektangulür und schwach
getüpfelt, in den nur schwach ausgehöhlten Ecken lockerer, nur kurz rektangulär
bis rektangulär-6seitig und etwa 18 u. Perichütium sparrig, die rippenlosen
inneren Hüllbll. hochseheidig und raseh in eine zurückgebogene, fadenfórmige
Pfriemenspitze verschmälert. Kapsel auf 2—2,5 und selbst 4 cm langer,
glatter, roter, gedrehter Seta geneigt bis fast horizontal, kurzhalsig, eilünglich
und gekrümmt, resp. hochrückig, kastanienbraun, mit aus gewölbter Basis spitz
kegeligem Deckel und 1—2 zellreihigem, bleibendem Ring, trocken unter der
Mündung kaum verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig, rundlich-
oder oval-6 seitig und rektangulär, am Urnenrand nur wenige Reihen abgeplattet.
— 421 —
Peristomzühne brüunlichgelb mit orangefarbener Insertion und papillösen,
hyalinen Spitzen, durch die überstehende äussere Schicht breit gesäumt, aussen
querstreifig innen mit bis 25 entfernten Lamellen. Inneres Peristom goldgelb,
mit am Kiel oben durchbrochenen, abwärts klaffenden Fortsätzen und je 2
knotigen, papillösen Wimpern auf kielfaltiger Membran von ?/, Zahnhóhe.
Sporen 16— 23 u, olivenfarben und fein gekörnelt. Reife im Spätherbst.
Auf feuchtem, lehmigem oder auch torfigem Boden, auf sumpfigen Wiesen, in
Gräben und Sümpfen von der Ebene bis in die Alpenthäler in 1500 m; von
Dr. J. Milde 1859 in Torfgrüben bei Nimkau in Schlesien entdeckt. Im Jenisei-
thale Sibiriens noch die arktische Region erreichend. Ist je nach dem wechselnden
Feuchtigkeitsgehalt des Standorts sehr formenreich, auch sind die BII. je nach dem
trockneren oder feuchteren Standort bald kürzer, bald länger fein zugespitzt. Findet
sich in Torfsümpfen oft in schwammigen, fast schwimmenden Polstern. S. XLIII, 6,
a und b) Bll, c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach auf Sumpfwiesen und an
Teichründern, sowie in Torfsümpfen bei Bickenbach an der Bergstrasse unweit
Darmstadt ges. Expll Das auf weniger nassen Wiesen wachsende 1 häusige Br.
salebrosum v. paludosum hat gewöhnlich etwas kürzer zugespitzte Bll. und ist ausser
durch den Blütenstand kaum davon verschieden.
Eine forma terrestris mit mehr aufgerichteter, zuweilen fast gerader,
zylindrischer Kapsel — an feuchter steiniger Wegböschung im Walde bei Laubach.
Kapsel nicht in die Seta verschmälert wie bei Rotaeanum, sondern mehr wurstfórmig.
Brachythecium polygamum Warnst. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, .3, 8. 814)
welches Warnst. im Pfarrgarten in Buslar gesammelt hat, soll sich von Mildeanum
durch abwärts mit einer starken oder mehreren schwachen Längsfalten versehene,
gegen die Spitze mehr oder minder gesägte Bll. unterscheiden (non vidi).
b) Seta rauh.
3. Brachythecium vagans Milde 1869.
Brachythecium graniticum Gümpel 1854; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 722.
Polygam mit stengelständigen Blüten; die kleinen 6 Blüten mit aus
breit eifórmiger Basis rasch oder plótzlich scharf zugespitzten, rippenlosen
Hüllbll., oft mehr als 10 grossen, dicken, gelbbraunen, kurz gestielten Antheridien
und zahlreichen hellen Paraphysen, die 9 mit 8—12 Antheridien und 2—5
Archegonien nebst zahlreichen längeren Paraphysen. Habituell an die in
Felsenhóhlen wachsenden Formen von Br. velutinum erinnernde, flache, dichte
Überzüge bildende, freudiggrüne, seidenglänzende Rasen mit weithin kriechen-
den, teilweise stolonenartig umherschweifenden, reichlich wurzelhaarigen, unregel-
mässig fiederüstigen, 5—10 em langen Stengeln und aufrechten oder übergebogenen,
5—8 mm langen Ästen. Stengelquerschnitt mit kleinem Zentralstrang, lockerem
Grundgewebe und gelber oder gelbroter, ziemlich weitlumiger, dickwandiger
Rindenschicht. Stengelbll. locker, bis 2 mm lang, aus etwas herablaufender,
herzeiförmiger Basis lanzettlich lang bis pfriemlich zugespitzt, nicht faltig,
flach und fast ganzrandig oder rings schwach gezähnt, mit zurückgebogener
Spitze und 2,—®/, des Bl. durchlaufender Rippe. Querschnitt der letzteren
Bern... ge x ORDER SD OT Be rate re
— 422 —
homogen. Blattzellen dünnwandig, nicht getüpfelt, linearisch, nur 6 u und bis
20 mal so lang, nach der Basis zu kürzer und 7—8 u, an den kaum ein-
gedrückten Blatttlügeln quadratisch bis kurz rektangulär und 10— 15 u. Astbll.
schmal lanzettlich und sehr lang zugespitzt, rings etwas entfernt scharf gesügt,
mit schwücherer, teilweise kürzerer Rippe und etwas kürzeren Blattzellen von
nur 50—80 u Lünge. Perichütium wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus scheidigem,
oben fast gestutztem, gezühntem Basalteil plötzlich . in einen gleichlangen,
gezühnten Pfriementeil ausgezogen und. mit nur kurzer, schwacher Rippe.
Scheidehen zylindrisch und mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf 2 em
langer, geschlängelter und gedrehter, sehr rauher, purpurroter Seta geneigt
bis horizontal, aus schmälerem, kurzem, deutlichem Halse eilänglich und schwach
gekrümmt, mit aus gewölbter Basis spitz kegeligem bis fast schief kurz ge-
schnäbeltem Deckel und grosszellig 2reihig sich ablösendem Ring, mit Deckel
bis 3 mm lang, trocken unter der Mündung stark verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand sehr dickwandig, vorzugsweise oval-6seitig, am Urnenrand
nur in 1—2 Reihen kleiner, am Hals mit Spaltóffnungen. Peristomzähne an
der Basis verschmolzen, brüunlichgelb. mit orangefarbener Insertion, lanzettlich
pfriemenfórmig, schmal gesäumt und mit fein papillósen hyalinen Spitzen, aussen
querstreifig, innen mit zahlreichen dichten Lamellen. Inneres Peristom bleich-
gelb, fast glatt, mit am Kiel ritzenfórmig durchbrochenen, lanzettlich-pfriemlichen
Fortsützen und je 2 zarten knotigen Wimpern auf kielfaltiger Membran von
ول Zahnhöhe. Sporen 10—14 u, grün oder olivenfarben und glatt. Reife im
zeitigen Frühjahr. :
In Hóhlungen von Sandsteinbrüchen bei Arolsen im Fürstentum Waldeck von
Dr. Lambert 1851 gesammelt. Nach Limpr. stimmt das von Bergmeister Gümpel
bei Süssenbach im Bayrischen Walde auf Granit gefundene Br. graniticum damit
überein. S. XLII, 7, a) Stengelbl, b und c) Astbll., d) Kapsel, e) Habitusbild;
gez. nach einem von C. Grebe im April 1892 am Originalstandorte bei Arolsen
ges. Expl. Von Br. velutinum durch den Blütenstand und die grosse, lange, fast
geschnäbelte Kapsel verschieden.
B. Einhäusig.
a) Seta glatt.
4. Brachythecium Rotaeanum De Not. 1867.
Hypnum capillaceum Starke 1807, H. salebrosum v. capillaceum ۱۷۰ & M. 1807, Brachyth.
salebroswm v. cylindricum Br. eur. 1853; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 728.
Einhäusig; die dicken 7 Blütenknospen mit oben etwas gezühnten, lang
stachelig zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll. und zahlreichen (bis 30)
langen, gelblichen Antheridien. Sehr lockere, weiche, bleich- oder gelbgrüne,
etwas goldglinzende oder seidenglünzende Rasen mit kriechenden, vielfach
mit rótlichen Wurzelhaaren besetzten, am Ende stolonenartigen, unregelmässig
verästelten, bis 10 cm langen Stengeln und entfernt gestellten, 0,5—1 cm oder
auch 1—1,5 em langen, etwas verflachten, langspitzigen Ästen. Stengelquerschnitt
mit Zentralstrang und ziemlich weitlumiger, diekwandiger gelber Rindenschicht.
س 423 —
Stengelbll. aus nur schmal und kurz oder: kaum herablaufender, schmal
eifórmiger Basis allmählich lanzettlich, lang und fein zugespitzt, 2,4—2,7 mm
lang, nicht: hohl, schwach 4faltig, ganzrandig oder rings entfernt klein gesägt,
mit flachem, nur an der Basis schwach zurückgeschlagenem Rand und dünner,
über oder. in der Mitte endender einfacher Rippe. Blattzellen dünnwandig
mit undeutlichem Primordialschlauch, 7—8 u und etwa 10 mal so lang, an der
Basis kürzer, derbwandiger, getüpfelt und meist 18 u, an den nicht ausgehóhlten
Blattflügeln - bis 20 u, rektangulür-6seitig bis ‚quadratisch, nicht deutlich ab-
gegrenzt und nur wenig von den übrigen basalen Zellen verschieden. Astbll.
langspitzig, nur 2 mm lang, mit ?/, des Bl. durchlaufender Rippe und
deutlicherem, spiraligem Primordialschlauch. Perichütium wurzelnd und sparrig;
namentlich die äusseren Hüllbll. stark zurückgebogen, die inneren, resp. oberen
rippenlos, nicht faltig und mehr allmählich lang pfriemlich zugespitzt. Scheidchen
mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf 2—2,5 cm langer, roter, glatter Seta
fast aufrecht, zylindrisch und nur schwach gebogen, mit Deckel bis 3 mm
lang, derbwandig, mit in die Seta verschmälertem Hals, spitz kegeligem
Deckel und nicht differentiiertem Ring, sowie mit nur 2—3 Reihen abgeplatteter
Zellen am Urnenrand, zuletzt dunkel rotbraun und unter der Mündung ver-
engt. Peristomzähne sehr lang. pfriemlich zugespitzt, braunrot und breit ge-
säumt, an den papillösen Spitzen gelblich, aussen abwürts quer gestrichelt,
innen mit zahlreichen Lamellen. Inneres Peristom goldgelb und papillós, von
رل Zahnhöhe, mit lanzettlich pfriemenförmigen, am Kiele klaffenden, aufwürts
nur ritzenfórmig. durchbrochenen Fortsätzen und je 1-9 zarten, schwach
knotigen Wimpern. Sporen 16—20 u, rostfarben und papillós. Reife im Winter.
Am Fusse von Baumstümmen von Rota in Oberitalien aufgefunden und nach
Limpr. als salebrosum v. cylindricum bereits von Seliger 1807 entdeckt. In
Steiermark bis in 1050 m aufsteigend.. S. XLVII, 6, a bis c) Bll., d bis f) Kapseln;
gez. nach von Ruthe bei Bürwalde und von mir dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. eylindroides Limpr. in habituel an laetum erinnernden Rasen mit
nicht verflachten Ästen, nicht stolonenartigen Stengeln und nur 9faltigen, weiter
inauf auf einer oder beiden Seiten schmal umgebogenen Bll, mehr gelbroter,
regelmüssiger, zylindrischer Kapsel ohne differentiierten Ring, sowie ungleich grossen
Sporen von 10—18 u — bei Meran auf Felsen und Mauern im Februar 1884
von D. A. Reyer gesammelt.
Von salebrosum durch schmälere Bll. verschieden. Bei der normalen Pflanze
sollen nach Limpr. die Zellen in der Blattspitze 14 mal so lang als breit sein,
während sie bei der Varietät in der Spitze nur 4—6 mal so lang, gegen die Mitte
aber 8—9 u und 6—10 mal so lang als breit sind. Von ähnlichen Mildeanum-
und salebrosum-Formen unterscheidet sich die Pflanze durch die nur allmählich
in die Seta verschmälerte Kapsel. :
5. Brachythecium salebrosum (Hoffm.) Br. eur. 1853.
i Hypnum Hoffm. 1796, H. plumosum Dill. ۱1741 und Huds. 1762, H. plumosum 8
salebrosum C. Müll. 1851, Br. ambiguum De Not. 1867. Br. jucundum De Not. end m"
texanum Austin; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 724. :
|
;
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Einhäusig; die stengelstándigen ی Blütenknospen mit rippenlosen, lang-
spitzigen, aufrecht abstehenden Hüllbll. und zahlreichen langen Paraphysen,
die innersten Hüllbll meist aus gestutzter, gezühnter Spitze pfriemenfórmig
verlängert und mit glatter oder fein gezühnter Pfriemenspitze. Habituell an
rutabulum erinnernde, niedergedrückte bis polsterfórmige, weiche, meist bleich-
oder gelbgrüne, etwas seidenglünzende Rasen mit nicht stolonenartigen, nieder-
liegenden bis fast kriechenden, absatzweise wurzelhaarigen, fast fiederüstigen
Stengeln und meist aufrechten, 5—10 mm langen, runden oder etwas ver-
flachten, kurz zugespitzten Ästen. Stengelbll. aufrecht abstehend, trocken locker
dachziegelig anliegend, aus etwas herablaufender, in der Regel nur wenig, ja
oft kaum verengter Basis eiförmig oder eilänglich und ziemlich rasch schmal
lanzettlich, oft fast haarförmig scharf zugespitzt (Spitze 1, —!/, der übrigen
Lamina), unregelmässig mehrfaltig, ganzrandig oder nach der Spitze zu
entfernt gezähnt, mit höchstens an der Basis etwas umgeschlagenem Rand und
über der Mitte verschwindender, zuweilen daselbst gabelig endender Rippe.
Blattzellen dünnwandig mit geschlängeltem Primordialschlauch, 9—10 u und
6—10 mal, in der Spitze 5—8 und selbst 15 mal so lang, an der Basis dick-
wandiger und getüpfelt, fast rektangulär und 18 u, mit nicht abgegrenzten, nur
wenig davon verschiedenen, sehr zahlreichen quadratischen bis kurz rektangulär-
6 seitigen Blattflügelzellen. Astbll. aufwärts mitunter einseitswendig, mit engerer,
abgerundeter Basis, resp. mehr eilanzettlich, lang und oft schief zugespitzt und
mit scharf gesägter Spitze. Perichätium wurzelnd, mit aus scheidiger
Basis lang pfriemenförmigen, sparrig zurückgebogenen Hüllbll. Scheidchen mit
zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf meist 1,5—2 cm langer, roter, glatter,
gedrehter Seta geneigt bis fast horizontal, aus kurzem Halse eiförmig oder
eilänglich, gekrümmt und hochrückig, rotbraun, mit spitzem, kegeligem Deckel
und schmalem, nur wenig differentiiertem, 2zellreihigem Ring, mit Deckel oft
3—4 mm lang, trocken unter der Mündung etwas verengt und entleert stärker
gekrümmt. Epidermiszellen der Kapselwand vorzugsweise rektangulär und mit
stärker verdickten Längswänden, am Urnenrand einige Reihen rundlich-
6seitig. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, abwärts braunrot und schmal
gesäumt, an den papillösen Spitzen hell gelblich, innen mit zahlreichen kräftigen
Lamellen. Inneres Peristom fast orangegelb, fein papillös, mit breiten, lanzett-
lichen, klaffenden Fortsätzen und je 2 zarten, knotigen, papillösen Wimpern
ohne Anhängsel auf kielfaltiger Membran von mehr als 1/, Zahnhöhe. Sporen
12—16, seltener 18-99 y, gelbbräunlich, durchscheinend und fast glatt. Reife
im Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 549. |
Am Fusse der Baumstümme, über Wurzeln, auf faulendem Holz oder auf der Erde
und an Steinen, von der Ebene bis in die Voralpen in 1600 — 1750 m in Europa in vielen
Formen verbreitet; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt und findet sich nach
Bescherelle auch in Algier. Im Jeniseithale Sibiriens im Urwaldgebiet nach Arnell
nicht selten. S. XLII, 3, a bis c) BI., d) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges.
Expl. Andert je nach dem Standort vi ab, indem sich die Stengelbll. in der
Form bald denjenigen von Mildeanum, bald denjenigen von turgidum nähern.
س 425 —
Var. longisetum Br. eur. — Hypn. salebrosum Brid. mit aufsteigenden, weniger
verästelten Stengeln, kürzer und breiter zugespitzten, weniger deutlich gesägten BIJ.
und mindestens 3 cm langer Seta — an feuchteren, schattigen Standorten;
var. densum Br. eur. mit durch zahlreiche Rhizoiden dem Substrat angehefteten,
kriechenden Stengeln, länger und schmäler zugespitzten Bll und nur kurzer Seta
— über Baumwurzeln, an Wurzelstócken und Steinen;
laccidum Br. eur. mit mehrfach geteilten ästigen Stengeln, schlanken,
RR Feed: Ästen, kürzeren Bll. und dicker, kurz gestielter Kapsel —
auf Waldboden;
var. Thomasii Br. eur. eine zartere, seidenglünzende Form mit etwas ver-
flacht beblätterten Asten — an trockeneren Steinen in der Schweiz;
var. homomallum mit bogig gekrümmten, einseitswendig beblätterten Ästen
und kurzer, dicker Kapsel auf kaum 1 cm langer Seta — unter Fichten auf dem
Ramsberg bei Laubach.
Br. jucundum De Not. in kleineren, dichteren, freudiggrünen Rasen mit
stark faltigen Bll., zurückgebogenem Blattrand und geneigter Kapsel (cf. Schpr.
Syn. ed. 2 v. 1876, S. 643) ist wahrscheinlich nur eine Form von Br. salebrosum (non
vidi). Eine zweifelhafte Form sammelte ich bei Darmstadt auf feuchtem Sande zwischen
Br. albicans und rutabulum. Dieselbe unterscheidet sich von salebrosum v. ۸
durch 2häusigen Blütenstand, von dumetorum aber durch die grössere, an salebrosum
erinnernde Kapsel.
6. Brachythecium ligusticum (De Not.) Schpr. 1876.
Hypnum De Not. 1869 und Schpr. syn. ed. 2, S. 642.
Einhüusig. Gelbgrüne, glänzende, lockere Rasen mit niederliegenden
oder knieartig aufsteigenden, oft streckenweise stolonenartigen, unregelmässig
bis büschelig verüstelten, wenige cm langen Stengeln und 1— 2,5 cm langen,
aufrechten, runden Ästen. Bil. dicht gedrängt, feucht allseitig abstehend,
trocken mit abstehenden Spitzen locker dachziegelig anliegend, aufwärts
zuweilen etwas einseitswendig, aus gegen die Insertion verengter Basis,
eifórmig bis breit eifórmig und kürzer oder länger zugespitzt, hohl und schwach
gefurcht, von der Mitte aufwärts scharf gesägt, mit dünner, رل des Bl. durch-
laufender, resp. vor der Spitze verschwindender Rippe und zuweilen halb gedrehter
Spitze. Blattzellen aufwärts 9u und 5—8 mal so lang als breit, gegen die
Basis mehr rektangulär bis quadratisch und lockerer, 16—20 u. Niederbll. der
stolonenartigen Strecken kleiner, eilanzettlich und mit kürzerer, schwächerer,
fast verschwindender Rippe. Innere Perichätialbll. in eine fadenförmige, kurze
Pfriemenspitze verlängert. Kapsel auf kurzer, nur 1—1,5 cm langer, glatter,
roter Seta geneigt bis übergeneigt, mit kegeligem Deckel, sich abrollendem Ring
und goldgelbem bis braunrotem Peristom. Wimpern des inneren Peristoms
knotig und mit kurzen Anhängseln. Sporen 18—20 p und papillös. Reife im
zeitigen Frühjahr.
Auf Viehweiden im südlichen Frankreich, insbesondere bei Nizza; von De Notaris
1846 bei Genua entdeckt, jedoch nach Bescherelle steril auch aus Algier bekannt.
— 426 —
S. LIII 6, a) Stbl, b und c) BI. der .stolonenartigen Sprosse, d) Habitusbild;
gez. nach einem von Holler bei Nizza ges. Expl. aus dem Berliner Botanischen
Museum. Hiermit stimmt eine bei Nizza gesammelte Pflanze meines Herbars überein;
deren Bll. nur weniger gefurcht sind, mit gelbroten Sporogonen, die denen von
Seleropodium illecebrum sehr ähnlich sind. S. LIII, 6, e) Stbl., f und g) Sporogone,
Limpricht scheint die De Notaris'sche Pflanze zu salebrosum zu ziehen, von dem
Br.. ligusticum durch die. hier und da stolonenartigen ae sowie auch habituell
durch rigideren Habitus abweicht.
Brachythecium lanceolatum Warnst. in weichen, 2 an ein zartes
Mildeanum erinnernden Rasen- mit pfeilförmigen, in der Form an Mildeanum oder
campestre, oder auch Amblystegium riparium erinnernden, allmählich lang und fein
zugespitzten, faltenlosen, ganzrandigen Bll. mit etwas vorgewölbten Blattflügeln
und über der Mitte verschwindender Rippe, welches کیرد اا an Erlenwurzeln
bei Neuruppin 1898 gesammelt hat (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 816), ist mir bis
jetzt nur steril bekannt.
7. Brachythecium turgidum C. Hartm. 1888.
Hypnum Hartm. 1849, Brach. salebrosum v. turgidum Hartm. 1871 und Hypnum
plumosum v. turgidum Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 725.
Einhäusig; die stengelständigen, teilweise auch astständigen 6 Blüten
mit rippenlosen, ganzrandigen, lang und scharf zugespitzten Hüllbll. und zahl-
reichen langen hyalinen Paraphysen. Habituell an kräftige Formen von glareosum
erinnernde, gelbgrüne bis hell goldgrüne, glänzende Rasen mit niedergestreckten
oder aufsteigenden, wenig geteilten, unregelmässig verästelten, nicht stolonen-
artigen, 10—15 cm langen Stengeln und ungleichen, 1—3 em langen, fast
kätzchenförmigen, zugespitzten Ästen. Bill. dicht gedrängt, feucht wie
trocken steif aufrecht, bis 3,5 mm lang, aus breiter, kurz herablaufender,
zuweilen schmal geöhrter Basis schwach elliptisch. bis breit lanzettlich ver-
längert und allmählich lang und schmal fein zugespitzt, mehrfach stark faltig,
ganzrandig, mit an der Basis oder auch hier und da etwas zurückgeschlagenem
Rand und über der Mitte (nach Limpr. unter derselben) verschwindender Rippe.
Astbll. von den Stengelbll. kaum verschieden. Blattzellen fast durchaus etwa
10 u und 10—14 mal so lang, in der pfriemlichen Spitze nicht kürzer, nur
etwas schmäler, 7—8 u, gegen die Basis etwas breiter, 12 u, nur an der
Insertion und den zuweilen schwach ausgehöhlten Blattflügeln lockerer, kurz
rektangulär oder rektangulär-6 seitig und 18—24 u. Perichätium nicht wurzelnd,
mit scheidigen, rippenlosen, ganzrandigen, langspitzig pfriemenförmig ausgezogenen
Hüllbl. Kapsel (nach Limpr.) auf 1—2 cm langer, glatter, purpurroter, ge-
drehter Seta stark geneigt, eilänglich und gekrümmt, gelbbraun mit kegeligem
Deckel und lreihigem Ring, entdeckelt unter der roten Mündung etwas verengt-
Peristomzühne 0,7 mm lang, bräunlichgelb und schmal gesäumt. Inneres
Peristom gelb, mit klaffenden Fortsätzen und je 2 knotigen Wimpern auf kiel-
faltiger Membran von etwa !, Zahnhöhe. Sporen 18—24 وا ری ولا und
fast glatt. Reife im Herbst. . 2
Auf grasigem, steinigem Boden in den Gebirgen Skandinaviens, Lapplands und
Finnlands, jedoch auch in Tirol in 2000 m aufgefunden, meist steril; auf dem
Dovrefjeld in Norwegen von Ch. Kaurin im August 1890 zuerst mit Frucht
gesammelt. Nach Arnell im Jeniseithale Sibiriens in der arktischen Region
ebenso wie auf Spitzbergen in Massenvegetation. S. XLII, 12, a) BL, b) Habitusbild, .
c) stürker vergrósserte Blattzellen; gez. nach einem von Kindb erg bei Kongsvold
in Norwegen ges. Expl.
8. Brachythecium sericeum Warnst. 1891,
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 726.
Einhäusig; die stengelständigen S Blütenknospen mit eifórmigen, rasch
oder plötzlich in eine zurückgebogene Pfriemenspitze zusammengezogenen Hüllbll.
und zahlreichen (bis 20) Antheridien und längeren Paraphysen. Weiche,
dichte, flache, hellgrüne, an manche salebrosum-Formen erinnernde Rasen
mit mehrfach fast büschelig geteilten, unregelmässig fiederästigen Stengeln und
etwas ungleiehen, nur 5—10 mm langen, runden, zugespitzten Asten. Stengelbll.
2—2,7 mm lang, aus etwas herablaufender, breiter Basis eilünglich. und
allmählich kurz und fein zugespitzt, resp. aus eiförmiger Basis lanzettlich
verlängert und etwas kurz zugespitzt, deutlich 2 faltig oder schwach 2—4faltig,
mit flachem, an der Basis oder auch hier und da etwas umgebogenem, gegen
die Spitze deutlich gesägtem Rand und über oder in der Mitte endender Rippe.
Blattzellen dünnwandig und nicht getüpfelt, mit geschlängeltem Primordial-
schlauch, mitten 7 u und 8—12 mal so lang, in der Spitze etwas breiter und
kürzer, nur 3—5 mal so lang als breit, auch gegen die Basis kürzer und
daselbst doppelt so breit, schwach getüpfelt und mehr rektangulür, an den
nicht ausgehühlten Blattflügeln in grösserer Anzahl quadratisch oder kurz
rektangulür und bis 20 u. Astbll. feucht aufrecht abstehend, mehr lanzettlich
und schärfer gesägt. Perichätium wurzelnd; die sparrigen Hüllbll bis zur
Mitte scheidig und aus gezühnter Spitze in einen zurückgekrümmten glatten
Pfriementeil ausgezogen. Kapsel auf glatter, roter, nur 9—10 mm langer
Seta übergeneigt, hochrückig-oval, mit aus gewölbter Basis kegeligem, spitzem
Deckel und zweizellreihigem Ring, trocken unter der Mündung schwach verengt,
entdeckelt nur 1,5 mm lang. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, rotbraun,
schmal gesäumt und mit heller papillöser Spitze. Inneres Peristom gelb, mit
am Kiel durchbrochenen, später klaffenden Fortsätzen und nicht mit Anhängseln
versehenen Wimpern auf kielfaltiger Membran von ^j, Zahnhöhe. Sporen
18—25 u, grün und papillös. Reife im Winter. .
| Auf Baumwurzeln in der Mark (Preussen) von C. Warnstorf 1885 und
auch von Anderen in Schlesien und der Nieder-Lausitz aufgefunden. S. XLVII, 12,
a) Bl, b) Blattspitze, d) Habitusbild; gez. nach einem von C. Warnstorf ique
Originalexpl, die Kapsel c) nach einem dahier bei Laubach ges. Expl., das j 2
Schon mehr Übergangsform zu salebrosum ist und sich von der Originalform dure
etwas schärfer zugespitzte .Bll. unterscheidet.
— 4238 —
9. Brachythecium venustum De Not. 1867.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 727.
Einhäusig. Strohgelbe oder gelbgrüne, etwas glänzende, dichte,
niedrige Räschen mit mehrere cm langen, kriechenden, etwas entfernt beasteten,
und nur gegen die Spitze mehr fiederüstigen Stengeln mit nur wenige mm langen,
in der Mitte der Räschen zu dichten Polstern aufgerichteten, federig beblätterten
Asten, sowie mit eiförmigen, spitzen oder stumpflichen Paraphyllien.
Sprossende zuweilen etwas flagellenartig verlängert und mit schmäleren Bll.
BU. dicht dachziegelig, die Stengelbll. aus kurz eiförmiger oder fast verkehrt
eifórmiger, etwas hohler, kurzer Basis allmählich oder rasch sehr lang fein-
spitzig, mit abwärts schwach zurückgeschlagenem, aufwärts entfernt gesägtem
Rand und erst weit über der Mitte endender, oft ?/, des Bll. durchlaufender
Rippe. Blattzellen eng linearisch, fast geschlüngelt, 6—7 u und 9—12 mal so
lang, in den Ecken der Basis fast quadratisch oder kurz rektangulär und
9—11 u. Astbll schmal eilanzettlich, schärfer gesägt und mit fast ولد des
Blattes durchlaufender, nicht als deutlicher Dorn endender Rippe. Perichätialbll.
rippenlos, die inneren aus scheidiger Basis rasch pfriemenfórmig. Kapsel auf
nur 1 em langer, roter, glatter Seta geneigt, eifórmig, trocken unter der Mündung
etwas verengt, mit verlängert kegeligem, mit Spitzchen versehenem Deckel und
breit sich abrollendem Ring. Peristomzähne dolchförmig, aufwärts am Rande
treppenförmig, bleich und papillös, innen mit etwa 22 ziemlich gleichweit
gestellten Lamellen, nur die 4 oberen Lamellen entfernter. Wimpern des
inneren Peristoms knotig und papillós, nur abwärts mit kurzen Anhängseln.
Sporen 10—12 u, gelblich und glatt.
Von De Not. in Buchenwäldern des Vallis Vegezzo 1834 in Italien entdeckt
und von Levier an dem Holze einer Brücke über den Vicano in den Apenninen
(Vallombrosa) am 25. August 1884 gesammelt; in Etrurien bis 1000 m aufsteigend.
nach Kindberg auch bei Norrköping in Schweden gefunden worden sein.
S. XXXIX, 5, a) Stengelbl., b) Astbl, c) Kapsel, d) Perichütialbl, e) Habitus-
bild, f) Paraphyllien; gez. nach einem von Levier ges. Expl. Unterscheidet sich von
Br. olympieum durch bisweilen an der Spitze flagellenartig verlängerte, stolonen-
artige Stengel und die Paraphyllien.
10. Brachythecium olympicum Jur. 1865.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 728.
Einhäusig; die S Blütenknospen mit eiförmigen, zugespitzten, en
Hüllbll. und nur wenigen Paraphysen. Habituell an kleinere Formen von
velutinum erinnernde, freudig- oder gelblichgrüne, dichte, seidenglänzende
Rasen mit fast fiederästigen, kriechenden Stengeln und u ochten oder ein-
gekrümmten, 4—8 mm langen Asten. Stengelbll. aus eiförmiger, wenig herab-
laufender Basis lanzettlich und allmählich lang und dünn zugespitzt, 1,2 — 2 mm
lang, nicht faltig, mit an der Panis oder auch hier und da etwas umgeschlagenem,;,
rings fein gezühntem Rand und ®/, des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen
eng und dünnwandig, nicht ۳ etwas gewunden und mit geschlängeltem
س 429 س
Primordialschlauch, nur 5—6 u und 6—10 mal so lang, an der Insertion bis
10 u und kürzer, in den Ecken der Basis dagegen quadratisch oder kurz
rektangulär und 9—12 u. Astbll. gedrängt, gegen die Sprossenden oft einseits-
wendig, mehr eilanzettlich, lang zugespitzt, mit fast rings schmal umgebogenem,
scharf gesägtem Rand und ?/, des Bl. durchlaufender, am Rücken gezähnter
und als Dorn endender Rippe. Perichätium wurzelnd; die inneren Hüllbll.
fast rippenlos, aus scheidigem, oben grob ausgefressen gezähntem Basal-
teil plötzlich oder rasch in eine etwas gezähnte Pfriemenspitze ausgezogen.
Kapsel auf 1 cm langer, glatter, gedrehter Seta horizontal, eiförmig und
hochrückig, gelbrötlich bis braun, mit convex-kegeligem, mit Spitzchen versehenem,
bleichgelbem Deckel und lange bleibendem, zweizellreihigem Ring, trocken
unter der Mündung verengt, entdeckelt oft nur 1 mm lang. Epidermiszellen der
Kapselwand ziemlich derbwandig, rektangulär-6 seitig, am Urnenrand in wenigen
Reihen rundlich-6 seitig, jedoch kaum kleiner, am Grunde der Kapsel mit funktions-
losen Spaltóffnungen. Peristomzühne brüunliehgelb mit orangeroter Insertion und
bleichen, papillósen Spitzen, breit gesäumt, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen
schwaeh entwickelten Lamellen. Inneres Peristom goldgelb, fast glatt, mit am Kiel
ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und je 1—2 etwas kürzeren, knotigen
Wimpern auf kielfaltiger Membran von mindestens '/, Zahnhóhe. Sporen etwas
ungleich, 8—14 u, nach Limpr. 13— 17 u, rostbräunlich und fast glatt. Reife im
Frühjahr.
Auf faulem Holz wie auf Steinen; von Dr. F. Unger 1862 auf dem Berge
Troodos der Insel Cypern entdeckt, in Steiermark bis 2500 m aufsteigend. S. XLIII, 9,
a) Stbl, b) Astbl., c) Blattspitze mit der am Rücken als Dorn endenden Rippe,
d und e) Kapseln, f) Habitusbild; gez. nach einem von R. Ruthe erhaltenen
Originalexpl. Die von Anderen auf Kieselgesteinen und Glimmer ges. äbnlichen
Expll. sollen nach Limpr. Spuren von Warzen an der Seta besitzen und daher
mehr Übergangsformen zu velutinum sein.
11. Brachythecium salicinum Br. eur. 1853.
Hypnum Boul. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 729.
Einhäusig; die kleinen, stengelständigen 6 Blütenknospen mit bleichen,
zarten, rippenlosen, zugespitzten Hüllbll, etwa 6 Antheridien und wenigen
Paraphysen. Habituell an eine kleine, zarte Form von velutinum erinnernde,
etwas lockere, freudig- oder gelblichgrüne, seidenglünzende, innen ausgebleichte
Räschen mit bis 5 cm langen, fast fiederüstigen, reichlich mit roten Wurzel-
haaren besetzten, kriechenden Stengeln und aufrechten oder schwach ein-
gekrümmten, 2—5 mm langen Ästen. Stengelbll. 1,2—1,4 mm lang, feucht
einseitswendig abstehend, aus etwas herablaufender, kurz eiförmiger Basis sehr
lang lanzettlich verschmälert und. pfriemlich zugespitzt, undeutlich 2 faltig, mit
schwach zurückgebogenem oder flachem, rings entfernt und fein : ge-
sägtem Rand und ?/ des Bl. durchlaufender, dünner Rippe. Blattzellen dünn-
wandig und mit geschlängeltem Primordialschlauch, 6 u und 10—15 mal so
lang, gegen die Basis kürzer, an der Insertion weiter, kurz 6seitig und 10 u,
— 430 —
an den:nicht ausgehóhlten Bláttflügeln in grósserer Anzahl kurz rektangulär
bis 6seitig und 9—10 u. Astbll. nicht einseitswendig, gerade abstehend, mehr
lanzettlich, mit lüngs schmal umgebogenem, rings entfernt gesügtem Rand
und am Rücken fast glatter, nur als schwach vortretender Dorn endender, ?/
des Bl. durchlaufender Rippe. Perichätium wurzelnd, mit lanzettlich-pfriemen-
förmigen äusseren und rasch pfriemenfórmig verschmälerten, zartrippigen oder
rippenlosen, ganzrandigen oder auch am Grund der Pfriemenspitze gezühnten
inneren Hüllbl. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, gelbroter, glatter, gedrehter
Seta horizontal, dick und kurz eifórmig, dünnwandig, hell rostfarben, mit
grossem, konvexem, kurz und stumpflich zugespitztem Deckel und 2reihigem
Ring, trocken unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
vorzugsweise rektangulär und derbwandig. Peristomzähne gelbbräunlich, breit
gesäumt und mit papillösen, hyalinen Spitzen, denen von velutinum ähnlich.
luneres Peristom gelb, mit am Kiel ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen
und je 2 mit Anhüngseln versehenen Wimpern auf kielfaltiger Membran von
ve Zahnhóhe. Sporen 10—14 u, gelbgrün und glatt. Reife im Mai. Br. eur.
Vol. VL Tab. 548.
Auf faulen Holz an Weidenstimmen bei Strassburg im Elsass 1822 von
Kneiff entdeckt und nur von wenigen Standorten bis 800 m bekannt. S. XLIII, 7,
a) Stengelbl, b) Kapsel, c) Habitusbild, d) 6 Blüte; gez. nach einem von Renauld
bei Vesoul in Frankreich an faulen (O RRR ges. Expl. Diese und die
vorhergehende Art gleichen beide einem Br. velutinum mit glatter Seta und stehen
sich in. vieler Beziehung sehr nahe. Sie unterscheiden sich beide vorzugsweise
habituell durch dichtere oder lockere Rasen und kürzere oder längere Seta.
b) Seta nur oberhalb rauh, abwärts fast glatt.
12. Brachythecium campestre (Bruch.) Br. eur. 1853.
Hypnum und H. affine Brid., H. rutabwlum v. C. Müll. 1851, Br. Schimperi H. v.
Klinger. 1858, Br. Arnoldianum Mol. 1864, Br. subalbicans De Not. 1867, Hypnum geni-
eulatum Schleich.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 730.
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blütenknospen mit eilanzettlichen,
resp. aus eifórmiger Basis lang lanzettlich zugespitzten, ganzrandigen Hüllbll.
nebst zahlreichen Antheridien und Paraphysen. Ausgedehnte, lockere, habituell
an dumetorum oder schlanke Formen von salebrosum erinnernde, weiche, bleich-
oder gelbgrüne, seidenglänzende Rasen mit weit umherschweifenden, nieder-
liegenden oder aufsteigenden, mehrfach geteilten, hier und da mit Wurzelhaaren
besetzten, entfernt verästelten oder unregelmässig fiederästigen, zuweilen stolonen-
artig sich verlängernden Stengeln und 1—1,5 em langen, zugespitzten Asten.
Stengelbll. 2 mm lang, gedrängt aufrecht abstehend, trocken locker dachziegelig
anliegend, aus etwas herablaufender, hohler, gegen die Insertion mehr oder
weniger verengter, kurz eiförmiger oder elliptischer Basis allmählich
lanzettlich verlängert und ziemlich rasch schmal pfriemlich zugespitzt,
unregelmässig faltig, mit fein gesägtem, flachem, nur hier und da etwas
umgebogenem Rand und in oder vor der Mitte verschwindender Rippe, 2U”
— 431 —
weilen fast glatt und ganzrandig. Blattzellen dünnwandig, 7—8 u und 9—11 mal
so lang, an der Basis locker-6seitig bis rektangulär, etwa 12 u und 3—4 mal
so lang, an den nicht ausgehöhlten, flachen Blattflügeln dünnwandig und farblos,
kurz rektangulär oder quadratisch, bis 18 u, nur die Randreihe etwas schmäler
und 12 u. Astbll. mit nur 2 schwachen Längsfalten, etwas längerer Rippe und
meist scharf gesägten, oft streckenweise schmal umgebogenen Rändern. Perichätium
nicht wurzelnd und spärrig; die zartrippigen inneren Hüllbll. aus scheidiger,
nicht faltiger Basis rasch in eine geschlängelt zurückgekrümmte, gezähnte
Pfriemenspitze von der Länge des Basalteils verschmälert. Kapsel auf 1,5 bis
fast 2 cm langer, roter, oben durch entfernte, niedrige Warzen etwas rauher
Seta geneigt, aus kurzem Halse eilänglich bis fast zylindrisch und gekrümmt,
mit spitz kegeligem, fast geschnäbeltem Deckel und 2reihig sich ablösendem
Ring, trocken unter der Mündung mehr oder weniger verengt. Epidermis-
‚zellen der Kapselwand sehr diekwandig, am Rücken rektangulär, am Urnen-
rand mehrere Reihen (5—10) rundlich-6 seitig bis abgeplattet und etwas kleiner.
Peristomzühne schmal gesäumt, bräunlichgelb mit orangefarbener Insertion und
bleichen, am Rande etwas treppenfórmigen, gezähnelt papillósen Spitzen, aussen
‚querstreifig, innen mit bis über 30 abwärts genäherten Lamellen. Inneres
.Peristom goldgelb, papillós, mit oben nur ritzenförmig geschlitzten, abwärts
klaffenden Fortsätzen und je 1—2 papillösen, zarten, knotigen Wimpern.
Sporen 14—17, seltener bis 20 u, grünlichbraun und papillös. Reife im Winter.
Br. eur. Vol. VI, Tab.-545. ens ;
. Auf grasig steinigem Boden in lichten Laubwäldern, Parkanlagen, auf Wüstungen
usw. von der Ebene durch die untere Bergregion bis in die Alpenthäler Europas in
1500 m; von Bruch bei Zweibrücken entdeckt. Wurde nach Bescherelle
von Durieu in Algier aufgefunden. Auch aus Norwegen, Schweden und Finnland
"bekannt und von Arnell bei Krasnojarsk in Sibirien gesammelt. S. XLIV, 9,
a und b) Bll, e und d) Kapseln; gez. nach von mir an der Ludwigshóhe bei
Darmstadt und von Warnstorf bei Neuruppin iu der Mark ges. Expll.
13. Brachythecium collinum (Schleich. Br. eur. 1853.
Hypnum Schleich. 1815, Brachyth. Holleri Mol. 1875; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 731.
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit eifórmigen, zugespitzten,
an der Spitze gezähnten Hüllbll., gelbbrüunlichen Antheridien und nur wenigen
Paraphysen. Rundliche, in der Mitte fast kissenfórmige, meist 1 und
selbst bis 3 cm hohe, freudig- oder gelbgrüne, etwas polsterartige, glänzende
Rasen mit reichlich wurzelhaarigen, kriechenden, dicht beasteten, teilweise
stolonenartigen, bis 3 cm langen Stengeln und kurzen, aufrechten, drehrunden,
stumpflichen, fast kützchenartigen, 2—4 mm langen Asten. Stengelbll. gedrüngt,
aus nur kurz herablaufender Basis breit eifórmig und ziemlich rasch kurz
lanzettlich zugespitzt, sehr hohl, mit flachem, rings scharf gesügtem
Rand und dünner, in oder selbst noch vor der Mitte endender Rippe. Blatt-
zellen dünnwandig und mit spiraligem Primordialschlauch, 6—7 u und meist
nur 4—6 mal so lang, in der oft gedrehten Spitze etwas kürzer, nur 3—5 mal
— 432 —
so lang, an den nicht ausgehóhlten Blattflügeln in grosser Anzahl quadratisch
bis kurz rektangulür und 10 u. Astbll. gedrängt dachziegelig hohl anliegend,
nicht faltig, flachrandig und rings scharf gesägt. Perichätium wurzelnd; die
hochscheidigen inneren Hüllbll. rippen- und faltenlos, aus abgerundetem, gezähntem
Basalteil plötzlich in eine gezühnte kurze Pfriemenspitze verschmälert. Kapsel
auf 6—12 mm langer, glatter, nach Limpr. zuweilen oben schwach warziger,
resp. etwas rauher Seta geneigt, kurz eifórmig, schwach hochrückig, mit deut-
lichem, kurzem Halse, 2 reihigem, lange bleibendem Ring und mit aus konvexer
Basis stumpf kegeligem, mit Spitzchen oder Warze versehenem Deckel. Epidermis-
zellen der Kapselwand kurz, etwas kollenchymatisch und mit stärker verdickten
Längswänden. Peristomzähne brüunlichgelb mit roter Insertion, schmal gesäumt
und mit hellen papillösen Spitzen, an der Basis verschmolzen. Inneres Peristom
goldgelb, fast glatt, mit am Kiel ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und
zarten Wimpern ohne Anhängsel auf kielfaltiger Membran von ولا Zahnhöhe.
Sporen 9—12 u, rostfarben und fast glatt. Reife im September. Br. eur.
Vol. VI, Tab. 548.
Auf der Erde, in Felsspalten und auf mit Humus bedeckten kalkfreien Steinen
in der Alpen- und Hochalpenregion in 1600—2870 m, auch in den Piemonteser
Alpen und in den Pyrenüen, sowie im Kaukasus, in Skandinavien und Nordamerika;
von Schleicher bereits 1815 verteilt und später von Schimper auf dem Splügen
gesammelt. S. XLIII, 4, a) Bl, b) Kapsel, c) stärker vergrösserte Blattzellen;
gez. nach einem von J. E. Zetterstedt in Norwegen ges. Expl., die Kapsel nach
der Br. eur.
Var. subjulaceum Pfeffer — v. Bryhnii Kaurin, eine habituell an glaciale
erinnernde Form mit dicken, kätzchenartigen Ästen, schwach faltigen Bll. mit weniger
zahlreichen quadratischen Blattflügelzell d meist kürzerer Rippe, sowie mit nur 1,6 cm
langer Seta — auf Glimmerschiefer in Graubünden und auf dem Dovrefjeld in
Norwegen. Die sterile f. laxa von demselben Standort mit mehr flach 2zeilig
beblütterten Sprossen und längerer Blattrippe hat Kindberg in neuerer Zeit als
Eurhynehium Bryhnii bezeichnet (ef. Skandin. Bladmossflora 1903, Nr. 134).
14. Brachythecium plumosum (Sw.) Br. eur. 1853.
Hypnum Swartz 1799, H. pseudo-plumosum Brid. 1801, H. flagellare Hedw. 1801,
H. chrysostomum Michx. 1803, Br. Maximilianum Gümb. 1857, H. alpinum Smith., Br. Molendoi
Lor. (non Sehpr.) 1870; ef. Rbh. Kr. Fl, IV, Nr. 732.
Einhäusig; die zahlreichen stengelständigen 6 Blütenknospen mit bis
10 kurzen, dicken Antheridien, etwas längeren, hellen Paraphysen und breit
eiförmigen, kurz zugespitzten, rippenlosen, meist ganzrandigen Hüllbll., die
innersten zart und stumpf bis abgerundet. Habituell oft an kräftige Formen
von populeum erinnernde, gelbgrüne oder dunklere, zuweilen rötlich gescheckte,
etwas lockere oder dichtere vliessartige, glünzende Rasen mit zühen, dicht
beasteten, der Unterlage durch büschelige Wurzelhaare anhaftenden, teilweise
am Ende stolonenartigen, am Umfang der Rasen kriechenden, fiederästigen
Stengeln .und nach der Mitte zu mehr aufgerichteten, runden, geraden oder
bogigen Asten. Stengelbll. 1,4—1,8 mm lang, gedrängt aufrecht abstehend, oft
— 33 —
einseitswendig, fest und derb, aus nach der Insertion zu verengter, schmal
herablaufender, breit eiförmiger oder fast herzförmiger Basis lanzettlich
verlängert und kurz fein zugespitzt, nicht faltig, flach- und ganzrandig,
mit an der Basis etwas umgeschlagenem Rand, an der gedrehten Spitze nur zu-
weilen undeutlich gezähnelt, mit gelblicher, oft aufwärts gabeliger, in der Mitte
endender Rippe. Blattzellen derbwandig und mit geschlüngeltem Primordial-
schlauch, 6—8 u und 7—10 mal so lang, an der Basis rektangulär, getüpfelt,
10—12 u und kürzer, an den mehr oder weniger eingedrückten Blattflügeln
in einigen dem Rand parallelen Reihen- vorzugsweise quadratisch oder kurz
rektangulär, 14—18 und selbst 20 u, im Alter an der Insertion gelblich bis
gebräunt. Astbll. aufwärts deutlich gezühnelt. Perichätium spärlich wurzelnd,
mit aus scheidiger Basis lanzettlich-pfriemenförmigen, sparrig zurückgebogenen,
ganzrandigen oder an der Spitze fein gezähnten, rippenlosen Hüllbll. Kapsel
auf 1—2 cm langer, purpurroter, gedrehter, unten glatter, oberwärts durch
breite Warzen rauher Seta geneigt, dick oval oder ellipsoidisch und schwach
hochrückig, fast ohne Hals, ziemlich regelmässig, derbwandig, glänzend kastanien-
braun, mit aus konvexer Basis scharf kegelig zugespitztem, oft fast kurz ge-
schnübeltem Deckel und lreihigem, in einzelnen Zellen sich ablósendem, am
Deckel teilweise hüngen bleibendem Ring, trocken und entdeckelt unter der
Mündung etwas verengt, im Alter schwürzlieh. Epidermiszellen der Kapselwand
derbwandig, mehr 6 seitig wie rektangulür, gegen den Urnenrand rundlich-6 seitig.
Peristomzühne auf 4stockigem, orangerotem basalen Tubus lanzettlich-pfriemen-
fórmig, goldgelb, breit gesäumt, mit helleren, gelblichen, gezähnelt papillösen
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen genüherten Lamellen. Inneres
Peristom gelb, fast glatt, mit am Kiel zwischen den Gelenken durchbrochenen,
aufwärts dicht und fein papillösen Fortsützen und je 1—2 knotigen oder mit
kurzen Anhüngseln versehenen Wimpern auf kielfaltiger Membran von '/, Zahn-
höhe. Sporen 10—14 oder 14—18 u, olivenfarben und fast glatt, nur sehr
fein punktiert. Reife im Spütherbst oder zeitigen Frühjahr. Br. eur. Vol. VI,
Tab. 536
Auf feuchtem, zeitweise überrieseltem Kieselgestein, insbesondere Gneis, Granit
und Basalt, auch Grauwacke und Thonschiefer etc. in Waldbüchen und Schluchten,
sowie an Wehren, auch an Holz, von der Ebene bis in die Alpenregion Europas
in 2400 m verbreitet und meist reichlich fruchtend, steril in Steiermark noch in
2400 m. Auch aus Nord-Amerika und Algier bekannt und fast über die ganze
Erde verbreitet. S. XLIV, 4, a und b) Bll, c) Kapsel; gez. nach dahier bei
Laubach ges. Expll.
Var. homoma llum Br. eur. in flach polsterfórmigen Rasen mit eingekrümmten,
meist 1,5—2 cm langen Ästen und kleineren, einseitswendigen, nach den sichelfórmigen
Epes zu grösser werdenden Bll., sowie mit etwas kleinerer, eiförmiger Kapsel —
in zeitweise austrocknenden Waldbächen der Bergregion, wie z. B. dahier bei
ubach;
var. julaceum Bioidler in dichten, gelblichen, bis 6 cm hohen Rasen mit
etwas kätzchenförmigen, meist 3—4 em langen Ästen und hohlen, an der oft zurück-
gekrümmten Spitze schmal zugespitzten Bll. — in alpinen Lagen;
Roth, Die europäischen Laubmoose. II.
— 484 —
var. aquaticum (Funck) Walth. in brüunlichen Rasen mit fast flutenden,
verlängerten Stengeln und Ästen und hohlen, breiteren Bll. — an fliessendem
Wasser, von Funck im Fichtelgebirge zuerst gesammelt;
var. tumidum Rth. in kräftigen, goldgrünen, glänzenden Vliessen mit
locker gedunsen beblätterten, aufrechten, zuweilen gegen die Spitze schwach einseits-
wendigen Ästen und sehr hohlen, breit eiförmigen, in der Form fast an Rhynchostegium
rusciforme erinnernden, aufwärts schwach gezähnten Bll. mit oft weit über der
Mitte verschwindender Rippe — an feuchten Felsen des Hohenrain am Jägerhaus
ei Laubach. Die eingedrückten Blattflügel sind derbwandiger als bei rivulare,
auch ist das basale Zellnetz im Alter gebräunt. Die Pflanze findet sich dahier
steril in der Gesellschaft von Brachythecium rutabulum var. turgescens und Eu-
rhynchium crassinervium var. -turgescens, von denen sie oft beim Sammeln sehr
schwer zu trennen ist, unterscheidet sich aber von letzterem leicht durch längere,
etwas wurmförmig geschlängelte Zellen mit deutlichem Primordialschlauch.
Brachythecium silvaticum Warnst., welches C. Warnstorf in der Tucheler
Heide gesammelt hat, scheint der Beschreibung nach vorstehender Varietät nahe zu
stehen (non vidi). cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 817.
15. Brachythecium populeum (Hedw.) Br. eur. 1853.
Hypnum Hedw. 1801, H. viride Lam. 1789, H. implexum Sw. 1795, H. ambiguum
Schleich. 1807, H. saxicola Voit 1819, H. Stereodon Laureri Funck. 1827; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 733.
Einhäusig; die stengelständigen ک Blüten mit wenigen Paraphysen, bis
13 Antheridien und eilanzettlichen, schmal zugespitzten Hüllbll, die mittleren
Hüilbl. mit schwacher Rippe, die innersten rippenlos, fast verkehrt eifórmig
und plótzlich kurz schmal zugespitzt. Ausgedehnte, niedergedrückte, weiche,
gelblich- oder freudiggrüne, im Schatten meist smaragdgrüne Rasen mit
kriechenden, an den Enden stolonenartigen, durch braune, büschelige Wurzel-
haare der Unterlage anhaftenden, fast fiederig beasteten Stengeln und gewöhnlich
einfachen, meist 0,5 oder 1 cm langen, aufrechten oder niedergebogenen, gegen
das Ende verdünnten Asten. Stengelbll. 1,8—2 mm lang, mehr oder minder
gedrängt aufrecht abstehend, trocken steif aufrecht, aus nur wenig herab-
laufender, eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich verlängert und allmählich
lang und scharf zugespitzt, hohl und nicht faltig, mit flachem, an der
Basis meist etwas zurückgeschlagenem, an der Spitze gesügtem Rand und fast
vollständiger, in die Spitze eintretender oder selbst etwas austretender
Rippe. Blattzellen dünnwandig, 6—7 u, und 6—10 mal so lang, an der Basis
erweitert und kürzer, 6seitig oder rektangulär, 10—16 u, ebenso an den nicht
ausgehöhlten Blattflügeln in grosser Anzahl rektangulür bis quadratisch und
von den mittleren Basalzellen kaum verschieden. Astbll. kleiner und schmäler,
am Rand oft streckenweise schmal umgebogen, oberwürts oder rings fein gesägt
und mit vollständiger Rippe. Perichätium wurzelnd und sparrig, mit aus
. Scheidiger Basis plötzlich lanzettlich-pfri förmig verschmälerten, ganzrandigen,
~ Seltener an der Pfrieme gezähnten, zartrippigen Hüllbll. Kapsel auf 1—1,5 cm
langer, purpurroter, unten glatter, oben durch breite, niedrige Warzen
— 4385 —
rauher Seta geneigt bis horizontal, dick oval oder ellipsoidisch, derbwandig,
kastanienbraun, mit aus gewülbter Basis spitz kegeligem, fast ge-
schnäbeltem Deckel und schmalem, lreihigem, bleibendem Ring, trocken
und entleert unter der Mündung etwas verengt, im Alter schwürzlich. Epidermis-
zellen der Kapselwand dickwandig, rundlich- oder oval-6seitig. Peristomzähne
gelb mit orangefarbener Insertion, an der Basis verschmolzen, schmal gesäumt,
mit gelblicher, papillóser Pfriemenspitze, aussen quer gestreift, innen mit gegen
30 Lamellen. Inneres Peristom gelb, fast glatt, mit sehmalen, am Kiele durch-
brochenen bis klaffenden Fortsützen und je 2—3 mit Anhängseln versehenen
Wimpern auf kielfaltiger Membran von !/, Zahnhöhe. Sporen 14—18 u, oliven-
oder rostbraun und fein gekörnelt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 535.
An Steinen in schattigen Waldungen, auf Mauern und Ziegeldächern, an
Wurzeln, am Fusse der Laubholzstämme durch die Ebene und Bergregion in Europa
und Nord-Amerika häufig, in Steiermark und in der Schweiz noch bis 1800 und
selbst 2100 m aufsteigend. Nach Kindberg auch aus Norwegen, Schweden und
Finnland und nach Bescherelle aus Algier bekannt. S. XLIV, 6, a und b) Bll,
d und e) Kapseln, f) Peristom und c) Bl. der var. rufescens; gez. nach dahier bei
Laubach ges. Expll Bei kräftigen Pflanzen sind die Stbll. oft fast doppelt so
je nach dem feuchteren oder trockeneren Standort vielfach ab:
Var. majus Br. eur. = Hypnum concinnatum Hartm., eine kräftigere, fast
an plumosum erinnernde Form in gebräunten Rasen mit grösseren, breiteren und
etwas längeren, dicht gestellten Bll. und 1—1,5 em langer Seta — an feuchten
Steinen in schattigen Waldungen;
var. longisetum Br. eur. eine grössere Form mit aufrecht abstehenden bis
einseitswendigen grossen Bll., 2—3 cm langer Seta und längeren Anhängseln an
den Wimpern des inneren Peristoms — in feuchten, schattigen Waldungen auf der
Erde wie an Steinen;
var. sub/alcatum Br. eur, eine zartere, kleinere Form mit kurzen, dünnen,
an der Spitze eingekrümmten Ästen, fast sichelfórmig einseitswendigen Bll. un
höchstens 1 cm langer Seta — an trockeneren Standorten, insbesondere an Baum-
stämmen;
var. attenuatum Br. eur. in lockeren Rasen mit dünnen, verlängerten, locker
beblätterten Stengeln und Ästen, kleineren, mehr eilanzettlichen, weniger glänzenden
Bll. und kleiner Kapsel auf höchstens 1 em langer Seta — ebenfalls mehr an
trockeneren Standorten, insbesondere am Fusse alter Bäume;
var. rufescens Br. eur. = Hypnum petrophilum Funck, in niedergestreckten,
goldglänzenden Räschen mit kriechenden Stengeln, kurzen, am Umfang der
fiederig ausgebreiteten, dem Substrate anliegenden, nur nach der Mitte zu mehr
aufrechten Ästen, mit steifen, lanzettlichen Bll. und nur 1 em langer Seta —
vorzugsweise auf Quarzgestein, dahier bei Laubach auf Basalt;
var. angustifolium Kdb. in gelblichen, niedergedrückten Räschen mit sehr
schmalen Bll. — bei Lugano in Tessin, sowie dahier bei Laubach an aueh Wald;
— 486 —
var. amoenum (Milde) = Br. Venturii Warnst, eine kräftige Form mit bis
2,5 mm langen, aus breit herz-eifórmiger Basis lang und schmal zugespitzten, an
der Basis breit umgerollten Stengelbll: und längs bis unter die Spitze breit um-
gerollten, aufwärts scharf gesügten Astbll. — auf den Dolomiten in Tirol ete.,
zuweilen vermischt, resp. in der Gesellschaft von Br. laetum.
Es lassen sich leicht noch mehr Varietäten unterscheiden, da die Pflanze je
nach dem Standort bald in lockeren bald in dichteren, bald in flacheren bald mehr
polsterfórmigen und selbst flatterigen Rasen wächst, auch in der Form der Bll.
sehr veründerlich ist, je nachdem sie auf trockenerem oder feuchterem, auf schattigein
oder sonnigem Standorte wächst, jedoch lassen sich die einzelnen Varietäten meist
nicht scharf abgrenzen, sondern gehen häufig in einander über.
16. Brachythecium tromsöense Kaur. 1896.
f. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 734 (und Br. micropus Br. eur.?). Eurhynchium Kindb. 1897;
d Kr. Fl. IV, 3, S. 817.
Einhäusig; die stengel- und astständigen Ğ Blüten mit aus verkehrt
eiförmiger Basis rasch lang zugespitzten, an der Spitze gesügten Hüllbll. und
nur wenigen Antheridien und Paraphysen. Habituell an kräftigere Formen
von Brachythecium reflezum erinnernde, sehr lockere, verworrene, gelblichgrüne,
etwas glänzende Rasen mit umherschweifenden, fadendünnen, 5—10 em langen,
reichlich mit roten Wurzelhaaren besetzten, unregelmässig beasteten, am Ende
oft stolonenartigen Stengeln und 7—15 mm langen, spitzen, an den Enden
fast flagellenartigen Ästen. Stengelbll. entfernt gestellt, aufrecht abstehend,
bis 2,2 mm lang, aus weit herablaufender, herzeiförmiger Basis etwas
rasch verschmälert und allmählich lang und schmal zugespitzt, hohl und nicht
oder nur undeutlich faltig, mit an der Basis schwach umgebogenem, rings
unmerklich gezähntem Rande und in die fast pfriemliche Spitze eintretender,
resp. °/, des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen ohne sichtbaren Primordial-
schlauch, dünnwandig, aufwärts 9 u und 6—8 mal so lang, an der Basis
rektangulär und kürzer, 12—15 u, inden schwach ausgehöhlten Blatttlügeln in
grosser Anzahl quadratisch oder kurz rektangulär und 18— 24 u, am Rand jedoch
wieder enger, nur 15—18 u und in mehreren herablaufenden Reihen rektangulär.
Astbll. trocken locker anliegend, entweder kleiner und den Stengelbll. ähnlich,
oder mehr eilanzettlich und mit kürzerer, kaum bis zur Mitte reichender Rippe-
Perichätium nieht sparrig; die Hüllbll. hochscheidig und raseh in eine grob
gezähnte, zurückgebogene Pfriemenspitze von nur !/ لاس Blattlänge ausgezogen,
sonst ganzrandig, falten- und rippenlos. Kapsel auf nur oben etwas rauher,
abwärts glatter, 1,5—2 cm langer Seta horizontal bis fast nickend, dick hoch-
rückig-eiförmig, braun oder liehtbraun, mit hoch kegelig gewölbtem,
mit Warze versehenem Deckel und 2zellreihigem Ring, trocken unter der
Mündung ها Epidermiszellen der dünnen Kapselwand diekwandig, rundlich-
oder ov: al-6 seiti . am Rücken mehr rektangulär und etwas weniger verdickt,
mit nur wenigen runden Spaltöffnungen. Peristomzähne ziemlich
zettlic gelbbraun mit MEME qum sehr schmal gesäumt,
I. Ue ند
aussen quer gestreift, innen mit über 30 abwärts sehr dicht stehenden, nur im
oberen Drittel entfernteren Lamellen. Inneres Peristom gelb, fast glatt, mit
am Kiel gespaltenen bis klaffenden, breiten Fortsützen und je 9-3 mit langen
Anhüngseln versehenen Wimpern auf kielfaltiger Membran von fast halber
Zahnhöhe. Sporen 14—18 u, gelbgrün und gekórnelt Reife im Sommer.
In Birkenwäldern bei Tromsö in Norwegen im August 1894 von Pfarrer
Ch. Kaurin entdeckt. S. XLI, 6, a) Stengelbl, b) Kapsel, c und d) Astbll.,
e) Habitusbild, f) Perichütialbl, g) Peristom; gez. nach einem Originalexpl. 'des
Entdeckers. Soll auch in Steiermark in 2200 m gefunden worden sein.
Das Schimper'sche Brachythecium micropus, welches Schpr. an der Grimsel
in der Schweiz gesammelt hat, scheint nach der Br. eur. und der Beschreibung in
der Syn. ed. 2 nur nach dem Peristom und der mehr aufgerichteten Kapsel hiervon
abzuweichen. S. XLIV, 10, a und b) BIl nach der Br. eur. Es soll kürzere,
dickere Kapsel als reflezum, nur schwach warzige Seta und in der Spitze des Bl.
verschwindende Rippe besitzen und kann daher auch wohl Br, reflexum var. sub-
glaciale Limpr. nahestehen.
c) Seta durch zahlreiche grosse Warzen sehr rauh.
17. Brachythecium velutinum (L.) Br. eur. 1853.
Hypnum Dil. 1741 und L. 1753, H. intricatum Schreb. 1771, Leskea Schrank 1789,
Hypn. declivum Mitt. 1865; ef. Rbh. Kr. Fl. IV,
Einhüusig; die 6 Blütenknospen mit ne lang zugespitzten,
an der Spitze gesägten, rippenlosen Hüllbll., kleinen Antheridien und sehr
langen Paraphysen. Weiche, niedrige, meist etwas verworrene, gelblich- bis
freudiggrüne, mehr oder minder glünzende, etwas polsterfórmige oder vliess-
artige Rasen mit kriechenden, nicht stolonenartigen, oft sehr verlüngerten,
unregelmässig fiederästigen, vielfach geteilten Stengeln und aufgerichteten oder
an der Spitze eingebogenen, meist 0,5 bis fast 1 cm langen Asten. Stbll.
weniger dicht gestellt, oft sichelfórmig einseitswendig, abstehend bis zurück-
gebogen, schmal eilanzettlich, resp. aus kaum herablaufender, eifórmiger,
gegen die Insertion etwas verengter Basis lanzettlich verlängert und ziemlich
allmählich lang und dünn zugespitzt, 1,2—1,8 mm lang, nicht oder nur undeutlich
faltig, hohl, mit flachem, rings fein gesügtem Rand oder fast ganzrandig, sowie
mit gelblicher, über der Mitte verschwindender, resp. fast بل des Bl. durch-
laufender Rippe. Blattzellen dünnwandig, 6.4 und 12—15 mal so lang, an
der Basis kürzer und nur wenig breiter, an den Blattflügeln in oft nur geringer
Anzahl klein quadratisch oder kurz rektangulär und 9-10 u. Astbll. allseitig
oder mehr federig abstehend, schmüler تمس oder ی meist flach-
randig, rings scharf gesägt und mit رس و des Bl. durchlaufender, meist am
Rücken als Dorn endender Rippe. Porichätinn wurzelnd; die Hüllbll. zart
und rippenlos oder mit nur schwacher, kurzer Rippe, mehr oder weniger rasch
pfriemenfórmig, die inneren oben zuweilen gestutzt, ausgefressen gezühnt und
fast plötzlich in eine sehr lange, gezähnte Pfrieme verschmälert. Kapsel auf
1—2 cm langer, dicker, roter, gedrehter, durch stumpfe Warzen rauher Seta
— 438 —
horizontal bis übergeneigt, dick eitörmig, etwas hochrückig, anfangs gelbbraun,
später glänzend kastanienbraun, mit aus gewölbter Basis lang kegeligem, an
der Spitze oft gestutztem Deckel und 2 zellreihig sich abrollendem Ring, trocken
unter der Mündung verengt, entdeckelt 1,2—2 mm lang. Epidermiszellen der
Kapselwand mit oft etwas stärker verdickten Längswänden. Peristomzähne
lanzettlich-pfriemenfórmig, brüunlichgelb mit fast orangefarbener Insertion und
feiner, hyaliner, papillóser Spitze, aussen abwürts querstreifig, innen mit über
30 dicht stehenden Lamellen. Inneres Peristom gelb, fast glatt, mit am Kiele
ritzenfórmig durchbrochenen, papillósen Fortsützen und je 2—4 zarten, knotigen
oder mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern auf kielfaltiger Membran
von t Zahnhóhe. Sporen 10—14 oder 12— 16 u, olivenfarben oder gelbgrün
und fast glatt. Reife im Winter oder zeitigen Frühjahr. Br. eur. Vol. VI,
Tab. 538
Auf kahlen Stellen in den Waldungen, auf der Erde, über Steinen und
Wurzeln, am Fusse der Baumstämme und an faulem Holze, in Parkanlagen etc.
von der Ebene bis in die Voralpen sehr häufig und stets reichlich fruchtend, fast
über den ganzen Erdkreis verbreitet, in Steiermark noch in 2740 m; war schon
Dillen 1718 um Giessen bekannt. S XLIII, 1, a) Stengelbl, b) Astbl, c und
d) Kapseln; ues nach dahier bei Laubach ges. Expll. Ändert je nach dem Stand-
ort mehrfac
Var. pr pP Br. eur, eine glanzlose, breitrasige Form mit sehr ver-
längerten, entfernt beasteten Stengeln und 92— 2,5 cm langer Seta — auf
pe Waldboden oder an senkrechten, beschatteten Felsen;
var. condensatum Br. eur. in fast kissenfórmigen, dichten, gelbgrünen,
glänzenden Rasen mit gedrängt aufgerichteten Ästen, etwas starren, meist 2 faltigen,
ganzrandigen Stengelbll. und fast glatter Seta — im Süden in den Ländern um
das Mittelmeer auf Mauern und auf Steinen. Durch die dünne glatte Rippe und
grössere, fast ganzrandige Bll. von den nahe verwandten Arten wie vagans, venustum,
olympieum und salieinum verschieden.
Var. intricatum Br. eur. — Hypnum intrieatum Hedw., eine habituell etwas
an collinum erinnernde, dicht verwebte, glänzende Form mit verkürzten, dicht be-
asteten Stengeln, eingekrümmten Astspitzen, schmäleren, rings stark gesägten Bll.
und kürzerer Kapsel auf kurzer, nur 1 cm langer Seta — auf Felsen wie auf Ton-
boden in mehr alpinen Lagen.
18. Brachythecium trachypodium (Funck) Br. eur. 1853.
: ` Hypnum Funck 1827, H. velutinum 8 sericeum Brid. 1827, H. populeum v. Rabenh. 1848,
. H. sericeum Funck 1820; cf. Rbh. Kr. Fi. IV, Nr. 735. Eurhynchium Kdb. 1897; cf. Rbh:
Kr. Fl. IV, 3, S. 817.
Einhäusig; die zahlreichen stengelstündigen c Blüten mit eifórmigen
. äusseren und aus eifórmiger Basis lang zugespitzten, bleichen, rippenlosen
| inneren Hüllbll, sowie mit kleinen Antheridien und viel längeren Paraphysen.
.. Habituell lutinum erinnernde, dichte, verwebte, etwas schwellende,
ri 3, ی ی Rasen mit kriechenden, reichlich mit roten ^
سود dicht beasteten, am Ende oft € Stengeln |
LI
س 439 —
und steif aufgerichteten, 5—7 mm langen, stumpfen, oder am Ende nur
wenig verdünnten, locker dachziegelig beblätterten Ästen. Stengelbll locker
allseitig abstehend, 1,8—2 mm lang, aus fast abgerundeter, kaum herab-
laufender, eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich verlängert
und allmählich lang und fein, fast haarförmig zugespitzt, mehr oder
weniger längsfaltig, mit nur an der Basis etwas zurückgeschlagenem, rings
entfernt und fein gesägtem Rand und über der Mitte endender, glatter Rippe.
Blattzellen mässig derbwandig, 6 u und 8—15 mal so lang, an der Basis nur
wenig breiter und kürzer, an den Blattflügeln in ziemlich grosser Anzahl
quadratisch und kurz rektangulär, jedoch klein und nur 9—12 u. Astbll.
dicht gedrängt, steif aufrecht abstehend, nur wenig kleiner, etwas schmäler,
mit kürzerer Rippe und etwas kürzeren Zellen. Perichätium schlank, nicht
sparrig, mit mehr anliegenden Hüllbll. und wurzelnd; die inneren Hüllbll. oben
gestutzt, ausgefressen gezähnt und plötzlich in eine sehr lange, dünne Pfrieme
ausgezogen. Kapsel auf 1 cm langer, dicker, roter, sehr rauher Seta
geneigt, aus kurzem Halse eilünglich oder oval, schwach gekrümmt, dünn-
wandig, gelbrötlich bis braun, anfangs meist 2farbig, mit kegeligem (nach
Limpr. mehr konvex-kegeligem), stumpflichem Deckel und 1—2 reihigem,
bleibendem Ring, trocken unter der Mündung stark verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand mit etwas stärker verdickten Längswänden. Haube weisslich,
bis an den Kapselhals reichend. Peristomzähne rötlichgelb bis bräunlich, breit
gesäumt und mit bleichen, papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit
aufwärts sehr stark vortretenden Lamellen. Inneres Peristom goldgelb, sehr
fein papillös, mit ritzenförmig durchbrochenen, breiten Fortsätzen und kräftigen,
mit langen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 12--16 oder 14—18 ولا
rostfarben und feinwarzig. Reife im September. Br. eur. Vol. VI, Tab. 547.
In Felsspalten und Höhlen höherer Gebirge, insbesondere auf Kalk und
Glimmerschiefer in den Alpen von 1400--3000 m; von Chr. Funck in den Tauern
bei Heiligenblut in Kärnthen entdeckt. S. XLIII, 11, a und b) BIL, ec und
d) Kapseln, e) Habitusbild in natürlicher Grósse; gez. nach einem von Holler auf
dem Splügen und nach von Molendo im Algäu ges. Expll., die Kapsel d nach
Limpricht.
19. Brachythecium Payotianum Schpr. in litt. 1868.
Eurhynchium Payoti (Schpr.) Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 736 und IV, 3, S. 818.
Einhäusig (nach Limpr.). Wird von Limpricht nur als eine Form
von trachypodium betrachtet, von dem es jedoch habituell sehr abweicht, indem
es mehr an ein fast 2 zeilig flach beblättertes Eurhynchium erinnert. Die stengel-
und aststindigen c Blüten mit etwa 12 Antheridien, zahlreichen lüngeren
Paraphysen und rippenlosen, eifórmigen, oben gezühnten und plótzlich kurz zu-
gespitzten Hüllbll. Weiche, etwas glänzende, gelbgrüne bis brüunliche, dichte,
flache Überzüge mit 3—5 cm langen, niederliegenden, zerstreut bis fast fiederig
beasteten, stellenweise wurzelhaarigen, nicht stoloniformen Stengeln und 5—10 mm
. langen, federig, resp. etwas verflacht 2seitig beblätterten Ästen. Stengelbll.
— 440 —
gedrüngt, trocken verbogen und etwas schlaff, aus enger, eifórmiger, nicht
herablaufender Basis allmühlich lanzettlich zugespitzt, oft etwas sichelfórmig,
bis 2mm lang, schwach lüngsfaltig, mit abwürts etwas zurückgebogenem, gegen
die Spitze scharf gesügtem Rand und schwacher, oft noch vor der Mitte
endender Rippe. Blattzellen dünnwandig, 6—7 u und 10 mal so lang, gegen
die Insertion verlängert rektangulär und 9 u, in den Ecken der Basis eine
kleine Gruppe fast quadratisch und 14 u. Astbll. den Stengelbll. ähnlich, nur
schmäler, gegen die Spitze schärfer gesägt und mit kürzerer, meist nur !/, des Bl.
durchlaufender, oft fast verschwindender Rippe. Sporogon und o Blüten unbekannt.
Von Payot 1859 in schattigen Felsspalten am Montblanc entdeckt, insbesondere
auf dem Gipfel der Aiguilles-Rouges und der Loriaz. 8. XL, 11, a) Stengelbl.,
b) Astbl, c) 6 Blüte, d) Habitusbild; gez. nach Originalexpll. Nach einem mir
als Br. trachypodium zugekommenen, von Bryhn im August 1885 auf dem
Dovrefjelde ges. Expl. auch aus Norwegen bekannt.
20. Brachythecium Dieckii Röll 1897.
ef. Hedwigia 1897, Beibl. S. 41.
Einhäusig; die dick knospenförmigen, eiförmigen Ó Blüten mit zahl-
reichen langspitzigen, rippenlosen Hüllbll. und gelben Paraphysen. Habituell
an ein glänzendes, goldgelbes Brachyth. populeum oder ein zartes trachypodium
erinnernde Rasen mit braunrot wurzelhaarigen, nur wenige em langen, unregel-
mässig beasteten Stengeln und 5—8 mm langen, mehr bogig aufgerichteten,
dicht dachziegelig beblütterten Ästen. Bil. sehr dicht gestellt, feucht wie
trocken mit aufrecht abstehenden Spitzen. Stengelbll. aus eiförmiger, etwas
herablaufender Basis rasch in eine Pfrieme von über 1, Blattlünge ver-
schmülert, mit abwürts etwas umgebogenem, aufwärts undeutlich gezähneltem
Rand und vor der Pfriemenspitze dornig endender Rippe. Blattzellen aufwärts
linearisch, 6 u und 7—9 mal so lang, mitten etwas geschlängelt, nach der
Insertion und den Blattflügeln zu kürzer und in grosser Anzahl fast quadratisch,
9—10 u. Astbll mehr eilanzettlich, mit 2furchiger Basis, aufwürts schmal
umgerolltem, scharf gesügtem Rand und mindestens *j, des Bl. durchlaufender,
als Dorn endender Rippe. Innere Perichätialbll. rippenlos, aus scheidiger
Basis plótzlich in eine lange, entfernt gezühnte, geschlüngelt abstehende
Pfriemenspitze verschmälert. Kapsel auf 1 em langer, rauher Seta geneigt,
hell rotbraun und eifórmig, trocken unter der Mündung etwas verengt. Peristom
mit Wimpern ohne Anhüngseln. ۱
Von Dieck, dem Besitzer des National-Arboretums in Zöschen bei Merseburg
am 8. Juni 1892 an Baumrinde in der Sierra Guadarama in Spanien entdeckt.
S. XXXIX, 4, a und b) Stengelbll, c) Astbl., d) Kapsel, e) Habitusbild; gez _
nach einem Originalexpl. (comm. Dr. Róll).
21. Brachythecium Starkei (Brid.) Br. eur. 1853.
Hypnwm Brid. 1801, Stereodon Brid. 1897, Hypnum reflexum v. Hartm. 1832 und v.
umbratum Myrin 1833, H. grims Br. eur. 1853; ef. Rbh. Kr. FLIV, Nr. 737. Eurhynchium
Kdb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 818.
— 41 —
Einhäusig; die dick knospenförmigen d Blüten mit eiförmigen, zu-
gespitzten Hüllbll., zahlreichen Antheridien und ohne oder mit nur wenigen
kurzen Paraplıysen, die o dagegen mit langen Paraphysen. Ausgebreitete,
=
starre, gelb- oder dunkelgrüne, matte, nur an jüngeren Sprossen etwas
glänzende, ziemlich dichte, verworrene Rasen und Vliesse mit 10 cm langen,
niedergestreckten, unterbrochen stolonenartigen, streckenweise fast regelmässig
fiederästigen Stengeln und meist bogig gekrümmten, trocken fast sparrig be-
blätterten, meist 5—10 und selbst 15 mm langen, spitzen Ästen. Stengelbll.
1,6 mm lang, fast sparrig abstehend, aus herablaufender, 3eckig-herz-
förmiger oder breit herzeiförmiger Basis ziemlich rasch in eine lange, oft
gedrehte Spitze verschmälert, nicht faltig, an den Blattflügeln etwas ausgehóhlt,
mit flachem, rings nach der Spitze zu stärker gezähntem Rand und über der
Mitte endender Rippe. Blattzellen mit gewundenem Primordialschlauch, eng
und dünnwandig, 6—8 u und 7—10 mal so lang, in der Spitze kürzer, auch
nach der Basis zu kürzer und breiter, mehr oval-6seitig und 12—16 u, in den
ausgehöhlten Blattflügeln lockerer, fast quadratisch oder rundlich- bis oval-6seitig
und bis 20 u, nur in dem weit herablaufenden Rand wieder schmäler rektangulär.
Astbll. derb, dicht gestellt, feucht wie trocken abstehend, kleiner und
schmäler, mit in der Regel vor der Spitze endender, am Rücken oben etwas
gezähnter, selten kürzerer, glatter Rippe und meist gedrehter Spitze, rings scharf
gesägt, nur breit eilanzettlich und mehr allmählich zugespitzt. Perichätium
kaum wurzelnd, fast sparrig; die inneren Hüllbll. falten- und rippenlos, aus
scheidigem Basalteil plötzlich in eine gebogene, ganzrandige oder nur stumpflich
gezähnte Spitze verschmälert. Epidermiszellen der Kapselwand stark verdickt,
klein oval-6seitig, am Urnenrand mehrere Reihen rundlich-6seitig, auch au
der Bauchseite mehr rundlich-6seitig. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, dunkel-
roter, durch spitze Warzen rauher Seta horizontal, kurz und dick eifórmig,
mit dem Deckel bis 2,5 mm lang, etwas hochrückig, braun, mit gewölbt-
kegeligem, resp. aus fast halbkugeliger Basis kurz kegelig zugespitztem
Deckel und 1—2 reihigem, stückweise sich ablósendem, lange bleibendem Ring,
trocken und entleert unter der Mündung nicht oder nur wenig verengt, fast
eikugelig und glänzend. Peristomzühne auf orangerotem, bis 6stockigem,
basalem Tubus lanzettlich-pfriemenförmig, rötlichgelb und breit gesäumt, mit
bleichen, papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen nicht
sehr hohen Lamellen. Inneres Peristom gelb, fein papillós, mit am Kiele
anfangs nur geschlitzten, später klaffenden Fortsätzen und je 2 mit langen
Anhängseln versehenen Wimpern auf kielfaltiger Membran von ود Zahnhöhe.
Sporen 10—14 oder 14—16 u, gelbgrün bis rostfarben, fast glatt oder sehr
fein papillós. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 541.
Am Fuss der Baumstämme und über kieselhaltigen Steinen oder auch faulem
Holz durch die Bergregion und die Alpen von 600 bis in 2400 m, in Europa wie
in Nord-Amerika, auch in Skandinavien, seltener in Schottland; von Pastor Starke
in Schlesien entdeckt. In den Piemonteser Alpen bis in 3480 m aufsteigend. Von
Arnell noch in den Nadelwäldern Sibiriens vereinzelt aufgefunden. S. XLIV, 12,
=-
|
۱
۱
۱
x
— 442 —
a) Bl, b) gedrehte Blattspitze, c) Kapsel; gez. nach am Taufstein im Vogelsberg
SR TN Expll.
deg generans Rth. mit mehr rundlichen Ästen und feucht in der oberen
Hälfte sparrig abstehenden Bll. — auf faulem Holze am Taufstein im Vogelsberg;
var. lanatum Limpr. mit verflacht beblätterten Ásten und fast voll-
ständiger Rippe der schwach sichelfórmigen Astbll. — von J. Breidler in Steier-
mark gesammelt (non vidi).
Br. Starkei bildet gleichsam den Übergang von reflexum zu Br. curtum und
unterscheidet sich von einer kleinen Form der folgenden Art vorzugsweise durch
das engere Zellnetz und die rascher langspitzigen Stengelbll.
22. Brachythecium curtum (Lindb.) 1879.
Hypnum Starkei Funck 1820, Brachyth. Starkei y praelongum Schpr. 1860, Br. ruta-
bulum var. explanatum Brockm. 1870, Br. Starkei var. robustum Limpr. 1876, Hypnum
Lindb. 1879, Br. Starkei v. — Warnst. 1885, ride rutabulum v. explanatum Brid.
1812; ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 738. Br. pseudo-Starkei Ren. & C., Hypn. oedipodiwm Mitt.
1864, Eurhynchium oedipodium Kdb. 1897; cf. Rbh. Kr. EL IV, 3, S. 818
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blütenknospen mit eifórmigen, rasch
zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll und nur wenigen Paraphysen. An
Starkei sich anschliessende, weichere, lockere, krüftigere, etwas glünzende,
bleich- oder freudiggrüne Rasen mit entfernt und meist ziemlich regelmüssig
fiederüstigen Stengeln und 1—2 cm langen, etwas verflacht beblätterten, meist
allmählich zugespitzten, gegen das Ende oft flagellenartig verdünnten un
daselbst zuweilen wurzelnden Ästen. Stengelbll. entfernt, abstehend, dünn und
schlaff, aus kürzerer, breit eifórmiger bis herzeifórmiger, herablaufender
Basis weniger rasch, sondern mehr allmählich lanzettlich verlängert und zu-
gespitzt, im oberen Teil oft mehr an rutabulum erinnernd, grösser als bei
voriger Art, bis 2,7 mm lang, nicht faltig, flach- und ganzrandig oder entfernt
undeutlich gezühnt, mit weniger ausgehöhlten Blattflügeln und noch vor oder
in der Mitte endender Rippe. Blattzellen dünnwandig uud mit gewundenem
Primordialschlauch, meist 10—12 u und 8—14 mal so lang, gegen die Basis
kürzer und breiter, 18—20 u, an den Blattflügeln dünnwandig, rektangulär-
6seitig und bis 30 u. Astbll. oft fast 2zeilig abstehend, rings scharf gesägt
und mit meist vor oder in der Mitte endender, glatter Rippe. Perichätium
wurzelnd; die inneren Hüllbll. desselben weniger rasch in eine aufrecht-
abstehende Spitze verschmülert. Kapsel auf durch niedrige Warzen rauher,
2—3 cm langer, roter Seta horizontal, eilänglich und hochrückig, rotbraun,
mit aus gewölbter Basis kurz kegelig zugespitztem Deckel und 2—3 reihig sich
ablösendem Ring, trocken unter der Mündung verengt und stärker gekrümmt.
Epidermiszellen der Kapselwand mit etwas stärker verdickten Längswänden.
Peristomzühne auf bstockigem, rotem basalen Tubus sehr lang lanzettlich
. pfriemenfórmig, gelb, schmal gesüumt und mit bleichen Spitzen, aussen quer-
m innen mit über 25 nicht hohen Lamellen. Inneres Peristom gelb,
i. illös, mit klaffenden Fortsützen und je 2—3 knotigen oder auch mit
co. 349 ۰
kurzen Anhängseln versehenen papillösen Wimpern auf kielfaltirer Membran
von höchstens ول Zahnhóhe. Sporen 14—18 u, gelb oder dunkel gelbgrün.
fein punktiert oder fast glatt. Reife im Winter.
Auf der Erde, am Fusse der Baumstümme und an Wurzeln, selbst auf Moor-
grund, jedoch seltener an Steinen in der Ebene und Hügelregion bis 700 m zer-
streut, gern auf Fichtennadelhumus in schattigen Waldungen. Höchster Standort
n der Rhön in 900 m. Von Arnell im Urwaldgebiete preces nur spürlich bei
Stolba und einigen anderen Orten aufgefunden. S. XLIV, 13, a) Bl, b und
c) Kapseln; gez. nach von C. Warnstorf bei Neuruppin und von mir bei Laubach
ges. Expll Ändert je nach dem Standort im Habitus und in der Kapselform
öfters ab, indem sich die Pflanze bald mehr dem Br. Starke, bald mehr dem
Br. rutabulum nähert, von welch’ letzterem sie sich durch die etwas herzförmigen,
an der Basis weit herablaufenden Bil. unterscheidet. Je mehr sich die Pflanze
auf humosem Boden oder faulem Holz dem Br. Starkei nähert, um so kürzer und
dicker wird die Kapsel, um so kleiner die Sporen und um so enger das Zellnetz.
Je mehr sie sich dagegen auf festerem Boden dem Br. rutabulum nähert, um so
länger und stärker gekrümmt und unter der Mündung stärker eingeschnürt wird
die Kapsel und um so grösser die Sporen.
Var. robustum, eine Übergangsform zu rutabulum mit weniger spitzen Ästen,
längerer, trocken unter der Mündung stark eingeschnürter, stärker gekrümmter
Kapsel und grösseren Sporen von 16—22 u — dahier bei Laubach neben der
Normalform auf weniger humosem Boden. S. XLIV, 13, c) entdeckelte Kapsel;
var. attenwatum mit durchaus allmählich zugespitzten Asten und kleinerer,
schmälerer, horizontaler Kapsel — auf festerem Boden in Fichtenwaldungen.
.
23. Brachythecium rutabulum (L.) Br. eur. 1853.
Hypnum L. 1753; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 740.
Einhüusig mit in der Regel stengelständigen Blüten; die gelblichen
S Blüten mit eilanzettlichen, lang zugespitzten und mit den Spitzen aufrecht
abstehenden Hüllbll., nur 6—8 grossen Antheridien und langen Paraphysen.
Kräftige, oft an rivulare erinnernde, jedoch nicht baumartig verzweigte, lockere
oder dichtere, ausgedehnte, meist gelbgrüne, etwas glänzende Rasen mit nieder-
gestreckten, spärlich wurzelnden, am Ende meist stolonenartigen, strecken-
weise unregelmässig dicht beasteten Stengeln und aufrechten, geraden
stumpflichen oder langspitzigen, bis 2 cm langen Ästen. تا اند یی
abstehend, 2,5—3,3 mm lang, aus nur kurz herablaufender enger Basis breit
eilanzettlich und zugespitzt, resp. aus an der Insertion verschmälertem, eiförmigem
Basalteil lanzettlich verlängert und zugespitzt, hohl, unregelmässig und oft un-
deutlich gefurcht, an den Blattflügeln nur wenig oder nicht ausgehöhlt, mit
flachem, rings entfernt und klein gesägtem Rand und über der Mitte ver-
schwindender Rippe. Blattzellen dünnwandig, mit geschlängeltem Primordial-
schlauch, 9—10 u und 8—12 mal so lang, an der Basis kürzer und getüpfelt,
etwas prosenchymatisch 6 seitig und doppelt so breit, an den nicht oder nur wenig
ausgehöhlten Blattflügeln in kleiner Gruppe kurz oval-6 seitig bis fast rektangulär,
| موی und bis 25 u. Astbll. kleiner, allseitig abstehend, den Stengelbll.
opp as |
ähnlich, rings entfernt gezühnt und mit dünner, am Rücken glatter Rippe.
Perichätium sparrig und nur spärlich wurzelnd; die rippenlosen inneren |
üllbll. aus hochscheidiger Basis plötzlich lang pfriemenförmig verschmälert, |
mit ganzrandigem, sparrig abstehendem Pfriementeil. Kapsel auf 2—2,5 cm
langer, dunkel- oder purpurroter, gedrehter, durch dicht gestellte Warzen sehr
rauher Seta geneigt bis horizontal, eiförmig oder verlängert ellipsoidisch
und schwach hochrückig oder etwas gekrümmt, derbwandig, rotbraun, resp.
anfangs kastanienbraun, später schwarzbraun, mit aus konvexer Basis lang
kegeligem, zugespitztem Deckel und 2 zellreihigem, breitem Ring, trocken
unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand meist verlängert
rektangulär-6 seitig mit in der Regel etwas stärker verdickten Längswänden, |
am Urnenrand in einigen Reihen rundlich-6seitig. Peristomzähne sehr lang, |
abwärts breit gesäumt, gelbrot mit pfriemlichen, hyalinen, fein papillösen ۱
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit über 25 kräftigen Lamellen. Inneres |
Peristom bräunlichgelb, fein papillös, mit klaffenden Fortsätzen und je 9-3 |
Wimpern ohne Anhängsel. Sporen 12—16 u, oder 14—18 u, rostfarben und
fein punktiert oder fast glatt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 543.
In Gebüschen und Waldungen, auf der Erde und an Steinen, an Baumwurzeln |
und am Fusse der Stämme, auch auf faulem Holz und auf Strohdächern, von der
Ebene bis in die Alpenthäler durch die Ebene und Bergregion in Europa wie
Nord-Amerika häufig und meist reichlich fruchtend, in der Schweiz noch in
1800—2000 m; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. Findet sich nach
Bescherelle auch in Algier, nach Corbière in Tunis und nach Arnell bei
Jeniseisk in Sibirien. S. XLIV, 11, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach dahier bei
Laubach und bei Darmstadt ges. Expll. Ist je nach dem Standort sehr veründerlich,
indem sich die Form des Bl. bald mehr derjenigen von salebrosum, bald mehr
derjenigen von rivulare nähert, die Bll. bald schmäler oder breiter, bald lünger
oder kürzer zugespitzt sind, sowie die Kapsel bald kürzer und dicker, bald lünger
und schmäler oder mehr oder weniger gekrümmt erscheint usw.
}
1
1
|
۱
I
|
i
|
1
|
Var. 7 ongisetum Br. eur. mit sehr verlängerten, etwas locker beblätterten
Stengeln und Ásten, ziemlich lang und scharf zugespitzten Bll. und längerer, stärker
gekrümmter Kapsel auf 3—4 cm langer Seta — auf der Erde an grasigen Standorten;
var. lazum Rth., Übergangsform von var. longisetum zur var. eurhynchioides
mit etwas längerem (fast geschnäbeltem) Kapseldeckel als longisetum — an grasiger
Wegböschung im Wald dahier bei Laubach;
var. flavescens Br. eur. in strohgelben, ziemlich dichten Rasen mit ver-
längerten Stengeln und Ästen und sehr breiten, kurz und breit zugespitzten,
weichen, an rivulare erinnernden Bll. — meist steril an grasigen Abhängen auf
kalkhaltigem Boden;
2o var. plumulosum Br. eur., eine kleinere, seidenglünzende, an salebrosum eg
erinnernde forma reptans mit verkürzten Ästen und eilanzettlichen, dünn zugespitzten ~
BI. -—- an morschen Baumstämmen; d
var. densum Br. eur. in dichten Rasen mit dicht beasteten, meist kriechen-
den Ster In. und kurzer, dicker Kapsel auf kurzer Seta — ebenfalls an faulem Holz;
— 445 —
ar. robustum Br. eur, eine kräftige Form mit niederliegenden Stengeln,
krüftigen, aufrechten Ästen und breiten, grossen, oft etwas kürzer zugespitzten Bll.
mit schwach ausgehóhlten Blattflügeln — an Baumwurzeln und Steinen, in feuchten
Schluchten und schattigen, feuchten Steinbrüchen, zur Massenvegetation hinneigend;
var. turgescens Limpr. in goldglänzenden Rasen, noch kräftiger als robustum,
mit kurzen, dicken, stumpfen, gedunsen beblätterten Ästen und trocken
runzelfaltigen Bll. — am Gleichenberger Kogel in Steiermark in 400 m von
J. Breidler entdeckt, aber auch an den Felsen des Hohenrain am Jägerhaus dahier
bei Laubach;
var. eurhynchioides Limpr. in nicht zusammenhängenden Rasen mit umher-
schweifenden Stengeln, verlängerten Ästen, und gekrümmter, deutlich geschnübelter
Kapsel (Urne 3 mm, Deckel 1,3 mm) auf 2,5 em langer Seta — von Everken
am Boberufer bei Sagan entdeckt und auch von mir an Erlenwurzeln an feuchten
Stellen im Buchenhochwalde dahier bei Laubach gesammelt. Ausserdem erwähnt
Limpricht l. c. noch var. brevisetum Fiedl, var. Klinggraeffü, var. viviparum
und var. appuanum Bottini, welche sämtlich bis jetzt nur von vereinzelten Stand-
orten bekannt zu sein scheinen.
Eine Form mit teils normaler, teils eikugeliger Kapsel mit gewölbtem, halb-
kugeligem, mit Spitzchen versehenem Kapseldeckel, die den Eindruck eines Bastards
macht, habe ich dahier bei Laubach an der Böschung eines Waldweges im Buchen-
hochwalde zwischen Brachyth. velutinum und Hypnum cupressiforme gesammelt.
Var. subaurieulatum Breidl. mit fast geöhrten, etwas herablaufenden
Blattflügeln, welches J. Breidler im Herbst 1898 bei Mariatrost unweit Graz ge-
sammelt hat, steht der var. /ongiseta und laca sehr nahe.
Brachytheeium Moenkemeyert Loeske = rutabulum var. aureonitens Moenk.,
welches Moenl yer in den Rotsandsteinbrüchen des Wesergebirges bei Eschen-
hausen gesammelt hat,. ist eine reich fruchtende, etwas goldglänzende forma reptans
mit sehr grossen Stengelbll. und viel kleineren Astbll, die sich, abgesehen von dem
eigentümlichen Habitus, von var. plumulosum wohl nur durch vereinzelte grosse
Paraphyllien um die Astanlagen unterscheidet.
24. Brachythecium glaciale Br. eur. 1853.
Hypnum C. Hartm. 1864, Brach. Funekii De Not. 1867 (non Sehpr.; ef. Rbh. Kr.
FL IV, Nr. 741. Eurhynchium Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 819.
Einhäusig; die zahlreichen kleinen, stengel- und astständigen C Blüten-
knospen mit rippenlosen, ganzrandigen, kurz zugespitzten H üllbll., 6—8 Antheridien
und wenigen Paraphysen. Weiche, habituell an Seleropodium oder ein nordisches
Limnobium erinnernde, lockere oder dichtere, niedergedrückte oder etwas kissen-
förmige, gelblich- bis braungrüne, an den jüngeren Trieben etwas glänzende
Rasen mit kriechenden, büschelig mit roten Wurzelhaaren besetzten, entfernt
beasteten, am Ende nicht stolonenartigen Stengeln und kurzen, meist 5—8 mm
langen, rundlichen, dachziegelig beblätterten, kurz zugespitzten Asten.
Stengelbll. locker gestellt, 1,2—1,8 mm lang, aus etwas herablaufender, enger
Basis breit eiförmig und kurz lanzettlich bis fast pfriemlich und oft schief
zugespitzt, schwach längsfaltig, mit rings gesägtem, gewöhnlich an der
x Ed بیدا
Basis zurückgeschlagenem Rand und fast vollstündiger, meist jedoch vor
der kurzen Spitze endender Rippe. Blattzellen ziemlich dünnwandig, 7—9 u
und nur 5— 8 mal so lang, an der Basis breiter, mehr rektangulär-6 seitig und
getüpfelt, an den schwach ausgehóhlten Blattflügeln in ziemlich deutlich be-
grenzter Gruppe quadratisch oder kurz rektangulär und 14—18 u. Astbll.
schmäler, mehr eilanzettlich und allmählich zugespitzt. Perichätium wurzelnd
und nicht sparrig: die inneren Hüllbll. zart und meist rippenlos, aus scheidigem,
verlängertem, breit elliptischem Basalteil in eine ganzrandige, kürzere oder
längere, zuweilen gewundene Spitze verschmälert. Kapsel auf 1—1,2 cm langer,
purpurroter, durch stumpfe oder gestutzte Warzen rauher Seta geneigt bis
horizontal, aus kurzem Halse eiförmig oder oval und etwas hochrückig, derb-
wandig, rotbraun, mit konvex-kegeligem, spitzem Deckel und 2reihigem,
schmalem, kleinzelligem Ring, trocken und entleert unter der Mündung nur
wenig oder nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand kurz und dick-
wandig, etwas unregelmässig 4—6 seitig. Peristomzähne bräunlichgelb mit roter
Insertion und hyalinen Spitzen, breit gesäumt, aussen abwärts querstreifig,
innen mit zahlreichen, dicht stehenden Lamellen. Inneres Peristom gelb, fast
glatt, mit am Stiele anfangs zwischen den Gelenken nur schmal oval durch-
brochenen, später gespaltenen Fortsätzen und je 2 oft ungleichen, knotigen
Wimpern. Sporen 12—16 u, bräunlichgrün und fast glatt. Reife im Spät-
sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 542
In den Alpen und Hochalpen auf der Erde und an Steinen, zwischen Fels-
trümmern an der Schneegrenze von 1600— 3100 m; in den Mulden und Gletscher-
moränen oft in Massenvegetation; von W. Ph. Schimper 1842 am Faulhorn und
Schwarzhorn in der Schweiz entdeckt, im Oberengadin und am Piz Gallegione noch
in 2900 und 3130 m, auch in Skandinavien, Finnland und Lappland. S. XLIV, 8,
a und b) Bll, c) Kapsel; gez. nach einem von P. Culmann 1881 in Rhätien in
2350 m ges. Expl, die Kapsel nach von P. Olsson bei Knudshóhe in Norwegen
ges. Expll.
Var. dovrense Limpr., eine kleinere Form mit drehrunden, fadenfórmigen
Ästen, mehr 3eckigen, weit herablaufenden, nur undeutlich gezähnten Stengelbll.
und schwach gezähnten, eilanzettlichen, kurz zugespitzten Astbll., trocken unter
der Mündung stark verengter Kapsel und gelbgrünen Sporen von 15—20 u —
auf dem Dovrefjeld in Norwegen;
var. Huntianum (Schpr.) mit 6—10 em langen, regelmüssig fiederüstigen
Stengeln, 6—8 mm langen dünnen Ästen und locker gestellten, deutlich faltigen
Bil. — auf dem Ben Lawers, Perthshire in England 1872 von G. E. Hunt ge-
sammelt (non vidi).
25. Brachythecium gelidum Bryhn 1899.
Br. Sicile Auct. ree. p. p, Starkei Bryhn olim; cf. Rbh. Kr, Fl. IV, 3, S. 819.
Einhäusig; die zahlreichen kleinen stengel- und astständigen C Blüten
= mit nicht zahlreichen Antheridien, gleichlangen Paraphysen und breit eiförmigen,
۱ > zugespitzten, rippenlosen Hüllbll. Habituell an ein lockerrasiges, krüftiges
a ei ein zartes dumetorum mit rundlichen Asten erinnernde, briunliche
— 447 —
Rasen mit gelben, glänzenden Sprossenden. Stengel über 10 cm lang, weithin
kriechend, zerstreut wurzelhaarig, unregelmässig beastet, mit nur wenige mm
bis 1 em langen, niederliegenden oder aufsteigenden Ästen, niemals flagelliform.
Stengelbll. gedrängt dachziegelig, etwas einseitswendig, aus hohler, herab-
laufender, breit eifórmiger bis fast herzförmiger Basis lanzettlich verlängert
und plötzlich langspitzig, resp. pfriemenförmig auslaufend, 1,8—2,4 mm lang,
mit an der Basis umgerolltem, aufwärts gezähneltem Rand und über der
Mitte verschwindender, glatter Rippe. Blattzellen mitten fast linearisch, 6—8 u
und 10—15 mal so lang, an den nur schwach ausgehöhlten Blattflügeln in
grosser Anzahl fast quadratisch, 13—16 u. Astbll. den Stengelbll. ähnlich,
nur kleiner, am Rand schärfer gezähnt und mit meist gedrehter Spitze. Perichätial-
bll. aus scheidiger Basis rasch lanzettlich bis pfriemlich zugespitzt, ganzrandig,
nicht faltig und rippenlos. Kapsel auf 1 cm langer, rauher Seta geneigt, rot-
braun, aus kurzem Halse eiförmig, etwas hochrückig, mit kegeligem, meist
scharf gespitztem Deckel und 1—2 zellreihigem Ring, entdeckelt nur 1 mm
lang und unter der Mündung verengt. Peristomzähne lanzettlich pfriemenfórmig,
abwärts orangefarben und aussen fein querstreifig. Membran des inneren
Peristoms von halber Zahnhöhe, mit klaffenden Fortsätzen und papillösen,
mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 12-—17 u, gelblich und fast glatt.
An Felsen und auf der Erde an der Schneegrenze in der Alpenregion Norwegens
von Bryhn in 1000— 1600 m entdeckt. S. XL, 10, a) Stengelbl, b) Astbl.,
c und d) Kapseln, e) Perichätialbl.. f) Hüllbl. der C Blüte mit Antheridien; gez.
nach einem von Bryhn am Berge Hógvaglen der Alpe Jotunfjelden in Noirs
in 1600 m ges. Expl. Ist Dr. glaciale jedenfalls näher verwandt als Starkei.
26. Brachythecium reflexum (Starke) Br. eur. 1853.
Hypnum Starke resp. W. & M. 1807, H. subtenue James 1855, Rigodium Kindb. 1883;
ef. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 742. Eurhynchium Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 820.
Einhäusig; die stengelstindigen 6 Blütenknospen mit eifórmigen bis
eilanzettlichen, fein zugespitzten, rippenlosen Hüllbll., meist zahlreichen gestielten
Antheridien und wenigen kürzeren oder längeren Paraphysen. Ausgebreitete,
verworrene, flache, freudig- bis dunkelgrüne, nicht oder kaum glänzende,
feinstengelige, vliessartige Rasen mit 5—10 em langen, bogig niederliegenden,
an den Enden stolonenartigen, unterbrochen wurzelhaarigen, vielfach geteilten,
ziemlich regelmässig gefiederten Stengeln und 5—6 mm langen, fadenartig-
dünnen, rundlichen, spitzen, ausgebreiteten, meist bogig eingekrümmten,
SE seltener Tope verzweigten Asten. Stengelbll. locker gestellt, abstehend,
aus weit herablaufender, breit herzeifórmiger, fast dreieckiger Basis
plótzlich lanzettlich-pfriemenfórmig, nicht faltig, flachrandig, mit rings fein
gesügtem Rand und ziemlich vollständiger, in der oft schiefen Spitze endender
Rippe. Blattzellen etwas derbwandig und mit gewundenem Primordialschlauch,
7—9 u und nur 3—4 mal, in der Spitze bis 5 mal so lang, nach der Basis zu
etwas kürzer und breiter, mehr 6 seitig, meist 10—14 u, an den ausgehóhlten
Blattflügeln in grosser Anzahl quadratisch oder kurz rektangulür und 15—20 u.
plötzlich stachelspitzig verschmälerten, rippenlosen
— 448 —
Astbll. viel kleiner, nur eilanzettlich oder lanzettlicb, allmählich zugespitzt
und scharf gesägt. Perichätium spärlich wurzelnd; die Hüllbll. aus mehr oder
weniger abgerundetem Basalteil lanzettlich-pfriemlich verschmälert und mit meist
etwas sparrig abstehender, ganzrandiger oder gezähnelter Spitze, nur die
äusseren mit schwacher Rippe, die inneren rippenlos. Kapsel auf 1—1,5 em
langer, dunkelroter, durch einfache Warzen rauher Seta horizontal, klein, eikugelig
oder kurz oval und etwas hochrückig, dunkelbraun bis schwarzbraun, mit aus
gewólbter Basis kegelig zugespitztem, oder auch kegeligem, spitzem
Deckel und zweizellreihigem Ring, trocken und entdeckelt unter der Mündung
nicht oder kaum verengt. Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig und
vorzugsweise oval-6seitig. Peristomzähne lanzettlich und gesäumt, unten rot-
bräunlich, aufwärts brüunliehgelb mit papillósen Spitzen, aussen querstreifig,
innen mit über 25 aufwürts entfernteren und nicht sehr stark vortretenden
Lamellen. Inneres Peristom gelb und papillós, mit am Kiel weit klaffenden
Fortsützen und je 2—3 zarten, mit langen Anhüngseln versehenen Wimpern
auf kielfaltiger Membran von fast halber Zahnhöhe. Sporen 10—14 oder 12—16 p,
dunkelbraun und papillós. Reife im Spütherbst und Winter. Br. eur. Vol. VI,
Tab. 539.
An Baumwurzeln, am Fusse der Stämme, und selbst an Ästen, sowie aū
Kieselgestein von 600 m aufwärts durch die Berg- und Alpenregion in Europa wie
Nord-Amerika bis in 2400 m und meist reichlich fruchtend; von Pfarrer Seliger
am Glatzer Schneeberge entdeckt. Ausnahmsweise in der N orddeutschen Ebene oder
dahier bei Laubach in 300m. Von A rnellim Jeniseithale Sibiriens bis in die subarktische
Region an wenigen Standorten aufgefunden, häufiger im Amurgebiete und auf
Sachalin. S. XLIV, 14, a und b) Stbll, c) Astbl, d und e) Kapseln, sowie
XLII, 2, a) Peristom; gez. nach im Oberwald und am Taufstein im Vogelsberg in
600—750 m ges. Expll.
Var. subglaciale Limpr., eine krüftigere Form mit grösseren Bll. und nur ober-
. wärts durch niedrige Warzen rauher Seta — aus der Grossen Schneegrube im
Riesengebirge (non vidi). Br. reflexum schliesst sich nach der Form des Bl. an
das habituell davon sehr verschiedene Br. Starkei eng an.
C. Zweihüusig.
a) Seta glatt.
27. Brachythecium laetum (Schpr.) Br. eur. 1853.
Hypnum Brid. 1827, H. luteolum C. Müll. 185 | ivantii . 1698;
dd X mE s uteo . 1851, Brachyth. Sullivantii Br. eur
Zweihäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit kurzrippigen äusseren
und fast verkehrt eiförmigen,
inneren Hüllbll. nebst zahlre
۱ ichen (bis 25) bleichen Antheridien und längeren
Paraphysen. Freudig-
1
oder gelblichgrüne, seidenglänzende, ausgedehnte,
JU MIR Rasen mit niedergestreckten, umherschweifenden, 5—10 cm langen,
.gel l ten, : streckenweise unregelmässig fiederüstigen, am Ende nicht stolonen-
dp Héngela und entfernten, aufrechten oder ausgebreiteten, 1—2 cm langen;
S اد
spitzen, einfachen, dicht dachziegelig beblätterten, zuweilen am Ende flagellen-
artigen Ästen. Stengelbll. bis 2,5 mm lang, aus etwas herablaufender, breiter,
oft klein geöhrter Basis eiförmig oder elliptisch und ziemlich rasch lanzettlich
fein zugespitzt, mehrfach unterbrochen längsfaltig, mit streckenweise schmal
umgebogenem, nur undeutlich und entfernt gezähntem Rand und dünner, über
der Mitte endender, oder ?/, des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen derb-
wandig, sehr eng und schmal, 6 u und 8—12 mal so lang, in der Spitze
kürzer, an der Basis “kürzer und breiter, 10— 14g, sowie stark verdickt und
getüpfelt, an den nicht ausgehóhlten Blattflügeln in wenigen Reihen quadratisch
und rektangulär, jedoch nicht breiter, am Rand oft sogar schmäler. Astbll.
kleiner, mehr eilanzettlich und 2—4faltig, mit oberwürts zurückgeschlagenem,
in der Spitze deutlicher gesägtem Rand. Perichätium sparrig und nicht wurzelnd ;
die inneren Hüllbll. aus oberwürts gesügtem, oft etwas gestutztem oder aus-
gerandetem Basalteil plótzlich oder rasch pfriemenfórmig ausgezogen und mit
kurzer, zarter Rippe. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, gelbroter, glatter Seta
fast aufrecht und nur schwach geneigt, aus in die Seta verschmälertem
Halse schmal verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch, nur schwach
gekrümmt oder etwas hochrückig, braun, mit schmal kegeligem Deckel und
ohne Ring. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig und vorzugsweise
oval-6seitig, gegen den Urnenrand mehr rundlich-6 seitig, sowie am Deckel und
Urnenrand je 1—2 Reihen kleinerer rundlich-6 seitiger, gleichsam den scheinbar
fehlenden Ring vertretender Zellen. Peristomzähne sehr lang lanzettlich-
pfriemenförmig, an der Basis verschmolzen, gelb mit etwas dunklerer Insertion,
sehr breit gesäumt und mit grob papillösen, hyalinen Spitzen, aussen querstreifig,
innen mit bis über 40 Lamellen. Inneres Peristom gelb und papillós, mit am
Kiel zwischen den Gliedern durchbrochenen oder klaffenden Fortsützen und
je 2—3 fadenförmigen, schwach knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u, rostgelb
und fein papillós. Reife im Spätherbst. Br. eur. Vol. VI, Tab. 554.
Auf Kalk und kalkhaltigen Gesteinen in Gebüschen und lichten Waldungen
der unteren Bergregion des südlichen Europas bis in etwa 800 m, meist jedoch
unter 500 m, von O. Sendtner 1846 auf Nagelfluh bei München entdeckt. Nach
Kindberg auch bei Christiania in Norwegen, jedoch häufiger in Nord-A merika.
S. XLIII, 5, a und b) Bll., e und d) Kapseln, e) stärker vergrösserte Blattzellen;
gez. nach einem von Geheeb in der Rhón, sowie von Sendtner bei München mit
Frucht Wr Expll.
. lignicola Mol. in gelblichen Rasen mit verkürzten, minder schlanken,
fast büscheligen Ästen und kürzerer Seta — um Berchtesgaden;
var. gracillimum Mol. mit verlängerten, spärlich verästelten Stengeln und
oft einseitswendigen, spitzeren Bll. — bei Tölz in Bayern und in der Rhön.
r. laetum unterscheidet sich von Rotae durch den 2häusigen Blütenstand.
Es schliesst sich nach dem Zellnetz eng an Pfiychodium an, von welcher Gattung
es jedoch durch das vollständigere Peristom und den Mangel an Paraphyllien
getrennt ist.
Ob es gerechtfertigt ist, der Bezeichnung luteolum den Vorzug zu geben
und laetum nur auf eine 1 häusige amerikanische Pflanze zu beziehen, lässt sich
Roth, Die europäischen Laubmoose. II 29
— 450 —
vorerst noch nicht entscheiden, weil verschiedene hierher gerechnete amerikanische
Varietüten und Formen bis jetzt nur steril bekannt sind. Nahe verwandte amerikanische
ten sind nach Cardot: Brachyth. biventrosum C. M., Br. Fitzgeraldi C. M. und
Br. digastrum C. M., resp. Br. splendens Aust. (cf. Hedwigia 1896, S. 308
28. Brachythecium glareosum (Bruch) Br. eur. 1853.
Hypnum Bruch 1851, H. albicans v. minnidunense Brid. 1812, H. plumosum Hedw.
ex p, H. Göppertianum und fragile Sendtn.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 744.
Zweihäusig; beiderlei Blüten mit zahlreichen Geschlechtsorganen und
längeren Paraphysen, die Ọ mit bis über 20 Archegonien. Habituell an kräftige
Formen von salebrosum erinnernde, ausgedehnte, niedrige oder etwas schwellende,
leicht zerfallende, weiche, lockere, stark glänzende, bleichgrüne oder
gelblichgrüne, nur an feuchten, schattigen Standorten mehr freudiggrüne Rasen
mit nieht stolonenartigen, über 10 cm langen, hingestreckten, mehrfach geteilten,
unregelmüssig verästelten, meist nur spärlich wurzelhaarigen Stengeln und
robusten, etwas gedunsenen, oft etwas kützchenartigen, 1—2,5 cm langen Asten.
Stengelbll meist 3 und selbst bis 4 mm lang, dicht dachziegelig aufrecht
abstehend, aus nur wenig schmälerer, herablaufender Basis eifórmig oder
breit elliptisch und rasch oder fast plótzlieh in eine sehr lange, allmählich
haarförmig auslaufende, dem unteren, elliptischen Teil fast gleich-
lange Spitze verschmälert, unregelmässig und tief längsfaltig, mit flachem,
nur hier und da etwas umgeschlagenem, an der Spitze entfernt gezähntem
Rand und über der Mitte endender Rippe. Blattzellen dünnwandig, 9—10 u
und 10 mal so lang, in der Spitze teilweise etwas länger, nach der Basis zu
kürzer und breiter, mehr 6 seitig und getüpfelt, in den eingedrückten Blattflügeln
rektangulür-6seitig bis fast quadratisch und 18—20 u. Astbll. etwas kürzer,
eilanzettlich, flach- und ganzrandig oder an der Spitze gezühnt, zuweilen einseits-
wendig, mit engeren Zellen von oft nur 6—7 u und mit ?/, des Bl. durchlaufender
Rippe. Perichätium spärlich wurzelnd und sparrig; die inneren Hüllbll. aus
scheidigem, oben gezähntem Basalteil in einen gleichlangen haarförmigen
Pfriementeil fast plötzlich zusammengezogen. Kapsel auf 1,5—3 em langer,
hellroter, gedrehter, völlig glatter Seta geneigt bis horizontal, eilänglich und
hochrückig, derbwandig, kastanienbraun, mit kegeligem, spitzem Deckel und
sehr schmalem, 1—2 zellreihigem, kleinzelligem, am Deckel hängenbleibendem
Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt und stärker gekrümmt, im
Alter schwürzlich. Epidermiszellen der Kapselwand rings sehr stark verdickt,
verhältnismässig klein, meist kurz oval-6 seitig, am Urnenrand nur 2—3 Reihen
kleiner und rundlich. Peristomzähne bräunlichgelb mit roter Insertion und
dicht papillösen, gelblichen Spitzen, breit gesäumt, aussen höckerig- oder papillös-
querstreifig, innen mit zahlreichen (30—35) Lamellen. Inneres Peristom goldgelb
und papillós, mit am Kiele klaffenden Fortsützen und je 2schwach knotigen
m pero auf kielfaltiger Membran von و" Zahnhóhe. Sporen 14—18 u, brüunlich-
gelb oder olivenfarben und fein gekörnelt. . Reife im Spütherbst Br. eur-
Vol. VI, Tab. 552.
— 451 —
Aut kiesigem, steinigem und grasigem Boden, gern an verwitterten Basaltsteinen
oder auch auf mergeligem Boden von der Ebene bis in die Hochalpen in 2800 m.
S. XLIII, 8, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach auf verwittertem
Basalt und bei Darmstadt auf kiesigem Granitgrus ges. Expll.
Var. alpinum De Not. — var. fastigiatum Warnst. in mehr kissenförmigen,
krüftigeren Rasen mit fast büschelig verüstelten Stengeln, aufrechten, gleich-
hohen, einfachen, runden, dachziegelig beblütterten Ästen und mehr eilanzettlichen
bis breit lanzettlichen, allmühlich lang haarfórmig auslaufenden Bll. — in hóheren
alpinen Lagen, wurde jedoch auch dahier bei Laubach an feuchten, senkrechten
Felswänden eines alten Steinbruchs von mir aufgefunden;
var. rugulosum (tauriscorum var.) Pfeffer in dicht polsterförmigen, bleich-
oder gelbliehgrünen, weichen Rasen mit zusammengeknittert-faltigen, weit
hinauf am Rand zurückgeschlagenen Bll. — von Pfeffer in Graubünden
in 2230 m entdeckt, und nach Limpr. auch aus den Radstüdter Tauern, sowie
aus Steiermark, Tirol und der Schweiz bekannt. Besitzt nach den dichten Rasen
habituelle Ähnlichkeit mit der folgenden Art.
29. Brachythecium tauriscorum Mol. 1866.
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 745.
Zweihäusig; die schlanken و Blüten mit rippenlosen, steif aufrecbten
Hüllbll., wenigen Archegonien und wenigen gleichlangen Paraphysen. An dicht-
rasige Formen von albicans oder glareosum erinnernde, gelblichgrüne bis
strohfarbene, seidenglünzende, polsterfórmige Rasen mit aus niederliegender
Basis bogig aufsteigenden, büschelig geteilten, ziemlich gleichhohen, nicht
stolonenartigen, teilweise fast büschelig oder unregelmässig fiederästigen Stengeln
und 2—6 mm langen, drehrunden, kätzchenartigen, dicht beblätterten Asten.
Stengelbll 1,5—1,8 mm lang, dicht gedrüngt allseitig aufrecht abstehend,
trocken dachziegelig anliegend, aus nur wenig und schmal herablaufender, oft
etwas geóhrter Basis eifórmig und lanzettlich bis pfriemlich scharf
zugespitzt, deutlich gefurcht, resp. zwei- und mehrfaltig, hohl, mit stellenweise
(meist an der Basis und unterhalb der Pfriemenspitze) schmal umgebogenem,
nicht gezähntem oder nur an der Spitze mehr oder minder deutlich gezähntem
Rand und über der Mitte verschwindender oder ?/, des Bl. durchlaufender
Rippe. Blattzellen ziemlich derbwandig, 7—9 u und 5—7 mal so lang,
abwärts kürzer 6seitig, an der Basis getüpfelt und mehr rektangulär-6 seitig,
10—12 u und nur 3 mal so lang als breit, an den Blattflügeln quadratisch
und bis 14 u. Astbll. eilanzettlich und mehr allmählich langspitzig, zweifaltig,
mit an der Basis zurückgeschlagenem Rand, gesägter Spitze und in der Mitte
des Bl. endender Rippe. Sporogon bis jetzt unbekannt.
An steinigen Orten in der Alpen- und Hochalpenregion von 9400-9900 m;
von Molendo 1865 am „Bretterkopf“ entdeckt. Die Pflanze hat grosse Ahnlichkeit
mit der etwas kräftigeren Varietät rugulosum der vorigen Art und macht den
Eindruck einer depauperierten Alpenform von glareosum oder einer Übergangsform
von glareosum und albicans. S. XLII, 9, a) Bl. b) Habitusbild in natürlicher
Grüsse; gez. nach einem von J. Breidler auf Glimmerschiefer am Kareck im Lungau
in 2470 m ges. Expl. : ix
S هو
Brachythecium albicans (Necker) Br. eur. 1853. .30
Hypnum Necker 1771, sowie Hedw. 1793, H. flavescens Roth in Fl. Germ. 1800,
Neckera Willd. 1787; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 746,
Zweihäusig; die stengelständigen 6 Blütenknospen mit eiförmigen, sehr
fein pfriemlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll, 10—20 Antheridien
und zahlreichen längeren Paraphysen. Sehr lockere. nur wenig zusammen-
hängende, weiche, weisslichgrüne, seidenglänzende Rasen mit nieder-
liegenden oder aufsteigenden, mehrfach geteilten, unregelmässig beasteten, nicht
stolonenartigen, spärlich wurzelhaarigen Stengeln und meist aufrechten,
drehrunden, einfachen, 5—15 mm langen, nur selten etwas verzweigten Asten.
Stengelbll. bis 2 mm lang, dicht gedrängt aufrecht abstehend, trocken dachziegelig
anliegend, meist hobl, aus nur wenig, aber ziemlich breit herablaufender Basis
eifórmig oder elliptisch und schmallanzettlich bis pfriemlich zugespitzt
(die Spitze meist nur halb so lang als der elliptische Teil der Lamina), schwach
gefurcht, resp. unterbrochen mehrfaltig, ganzrandig, mit flachem, an
der Basis oder hier und da etwas zurückgebogenem, nur an der Spitze entfernt
und undeutlich gesägtem Rand und dünner, in oder etwas über der Mitte
endender Rippe. Blattzellen ziemlich derbwan dig, 7—9 u und meist 5—8 ma
so lang, aufwärts schwach gewunden und gegen die Spitze etwas länger, nach der
Basis zu kürzer und breiter, mehr rektangulür- oder oval-6seitig, 14— 18 u,
an den nicht ausgehóhlten Blattflügeln in grosser Anzahl quadratisch oder
kurz rektangulär und bis 20 u. Astbll. gegen die Spitze allmählich kleiner,
scheinbar zweifaltig, mit abwärts umgebogenen Rändern, fast haarförmiger,
flacher, nicht gezähnter, ganzrandiger Spitze und etwas längerer, oft ?/, des
Bl. durchlaufender Rippe. Perichätium spärlich wurzelnd und sparrig; die
zartrippigen, schmal elliptischen, oft faltigen Hüllbll. oben ausgeschnitten-gezähnt
und rasch in eine geschlängelte Haarspitze verlängert. Kapsel auf 1,2—2 cm
anger, roter, glatter, verbogener und gedrehter Seta geneigt oder horizontal,
mit Deckel nur 2 mm lang, dick eiförmig und hochrückig oder kurz oval
und gekrümmt, wotbraun oder dunkelbraun, mit aus konvexer Basis kegeligem,
stumpflichem und mit feinem Spitzchen oder Warze versehenem Deckel und
schmalem, lange bleibendem, kleinzelligem, 2 zelreihigem Ring, trocken und
entdeckelt unter der Mündung wenig oder nicht verengt, im Alter schwürzlich.
Epidermiszellen der Kapselwand klein und diekwandig, rundlich- oder oval-
6seitig, am Urnenrand in mehreren Reihen kleiner rundlich-G seitig und etwas
abgeplattet. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, gelbbraun, schmal gesäumt,
mit roter Insertion und bleichen, papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen
mit zahlreichen abwärts dicht gestellten Lamellen. Inneres Peristom gelb
und fein papillös, mit am Kiele klaffenden, später durchaus divergent gespaltenen .
Fortsätzen und je 2—3 knotigen, zarten Wimpern. Sporen 12—16 oder
14—18 u, rostfarben und fein papillös. Reife im Winter und zeitigen Frühjahr.
Br. eur. Vol. VI, Tab. 553.
"s : An grasigen unkultivierten Orten, auf Heideland, an Wegründern und in
— Kiefern- und Birkenwaldungen, vorzugsweise er aber auch auf
— 453 —
Strohdüchern durch die Ebene und Hügelregion des mittleren und nórdlichen Europas
und Nord-Amerikas verbreitet, in den Alpenthülern nicht über 1000 m aufsteigend,
ausnahmsweise in Kärnthen nach J. Breidler noch in 1750 m.
a) BI., b) Kapsel, c) Peristom, d) stärker vergrósserte obere Blattzellen; gez. nach
bei Darmstadt ges. Expll.
Var. pinnatifidum Warnst. in weisslichgrünen, der Unterlage dicht anliegenden
Rasen mit dünnen, meist regelmässig fiederästigen Stengeln und 0,5—1 cm langen,
den Stengeln fast parallel laufenden Ästen — im Dezember 1894 in der Prignitz
bei Triglitz in Brandenburg an Feldsteinmauern von O. Jaap gesammelt;
var. tenellum Warnst. in feineren, grünen, an ein kräftiges Heterocladium
heteropterum erinnernden Rasen mit noch dünneren, mehr abstehend unregelmässig
fiederästigen Stengeln — am Fusse einer Zitterpappel bei Triglitz in der Prignitz
von O. Jaap im Dezember 1900 gesammelt;
var. julaceum Warnst. eine robuste Form mit langen, dicken, kützchenartigen,
meist aufrechten Ästen — an feuchteren Stellen auf Sandboden.
31. Brachythecium dumetorum (Limpr.) Rth.
Br. albicans v. dumetorum Limpr. 1876; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 125.
Zweihüusig; die Ğ Rasen in der Regel mit etwas dünneren, schlankeren,
mehr umherschweifenden Stengeln wie die 0. Freudig- oder gelbgrüne, lockere
Rasen mit etwas schlaffen, am Rande der Rasen umherschweifenden, in der
Mitte derselben mehr aufsteigenden und aufgerichteten, unregelmässig fieder-
üstigen Stengeln und dünnen, fast horizontal abstehenden Asten. Bll. 2,7 mm lang,
weniger elliptisch wie bei albieans, aus gerade herablaufender, eifórmiger bis
fast herzeifórmiger Basis mehr allmühlich lanzettlich bis pfriemlich fast haar-
fórmig zugespitzt, ganzrandig und mur schwach faltig. Blattzellen aufwärts
7—9 u und 8—10 mal so lang, an den nicht ausgehöhlten Blattflügeln in grosser
Anzahl kurz rektangulär und 18—20 u. Sporogon wie bei Br. albicans, seltener
etwas lünger. ۱
In schattigen Wäldern in Schlesien und der Mark Brandenburg, sowie in
Bayern und Württemberg, jedoch auch dahier im Basaltgebiete bei Laubach in
300 m, sowohl in Buchen- wie in Fichtenwäldern. S. XLIII, 10, a) Bl, b) Kapsel;
gez. nach auf dem Ramsberg dahier bei Laubach ges. Expll. Erinnert in schwächeren
Expll. zwar an eine var. von albicans, in kräftigeren dagegen schon mehr an salebrosum.
32. Brachythecium erythrorrhizon Br. eur. 1853.
Hypnum C. Müll. 1864; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 747.
Zweihäusig; die 6 Blüten mit lang und fein zugespitzten, rippenlosen
inneren Hüllbll., etwa 10 gelblichen Antheridien und lüngeren Paraphysen, die
Hüllbll der o Blüte mit gezühnter, fast haarfórmig verlüngerter, gewundener
und verdrehter Pfriemenspitze. Flache, ziemlich dichte, jedoch nur locker
verwebte, polsterfórmige, verworrene, weiche, bleichgrüne, etwas an kleinere
Formen von Br. dumetorum erinnernde, seidenglänzende Rasen, mit verlängerten,
kriechenden, reichlich mit roten Wurzelhaaren besetzten; fast regel-
mässig dicht gefiederten Stengeln und meist flach ausgebreiteten, bogig
— 454 —
eingekrümmten, 3—8 mm langen Ästen. Stengelbll. gedrängt aufrecht abstehend,
aus etwas verengter breit herablaufender, eifórmiger Basis lanzettlich
verlàngert und lang und scharf zugespitzt, bis 1,8 mm lang, mehrfach tief
längsfaltig, mit stellenweise zurückgeschlagenem Rand, geschlängelt ver-
bogener, gezähnter Spitze und über der Mitte endender, schmaler Rippe.
Astbll. mehr eilanzettlich und lang zugespitzt, meist sichelförmig-einseits-
wendig, mit grob gezähnter Spitze und abwärts zurückgebogenem Rand,
hohl und meist 2 furchig. Blattzellen dünnwandig und mit gewundenem
Primordialschlauch, 7—8 u und 5—8 mal so lang, nach der Spitze zu oft noch
etwas schmäler, nach der Basis zu kürzer und ‘breiter, mehr 6 seitig, an der
Insertion bis 15 u, an den nicht ausgehóhlten Blattflügeln quadratisch oder
kurz rektangulär und 19——18 u. Perichätium wurzelnd; die äusseren Hüllbll.
mit aus der Mitte abstehender, geschlängelter Spitze, die inneren locker anliegend,
zartrippig und allmählich in eine sehr lange Pfriemenspitze ausgezogen. Kapsel
auf 1—1,5 cm langer, purpurroter, glatter, gedrehter Seta fast aufrecht oder
geneigt, hochrückig-eifórmig, derbwandig, braun, trocken und entleert unter
der Mündung nicht oder nur wenig verengt. Peristomzühne lanzettlich-pfriemen-
fórmig und gesüumt, von der Mitte an rasch verschmälert, mit gelblichen,
papillósen Spitzen und aussen quer gestreift. Inneres Peristom gelb und fein
papillós, mit am Kiel durchbrochenen oder klaffenden Fortsützen und je 2 zarten,
schwaeh knotigen Wimpern. Sporen (nach Limpr.) 14—20 u, grün und fein
papillós. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 547.
An Steinen in der Waldregion Norwegens und Schwedens, auch in Finnland
und Sibirien, sowie in Kärnthen und Steiermark bis in 2600 m; von Blytt im
südlichen Norwegen entdeckt. S. XLIII, 13, a und b) BI; c) Habitusbild, d) Kapsel;
gez. nach einem von Dr. V. F. Brotherus im mittleren Finnland ges. Expl., die
Kapsel nach der Br. eur.
33. Brachythecium Thedenii Br. eur. 1853.
Br. erythrorrhizon var. Thedenii Lindb. 1879, Hypnum albicans v. Hartm. 1864, Brachyth.
albicans v. Hartm. 1871; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 747, var. 8. Hypnum Kdb. 1908; cf.
Skand. Bladmossflora Nr. 914 als Subspecies von erythrorrhizon.
Zweihäusig; die 6 Blüten mit lang und dünn zugespitzten, rippenlosen
Hüllbll, bis 0 Antheridien und wenigen langen Paraphysen. Lockere, nieder-
liegende Rasen mit dünnen, über 10 cm langen, etwas an Eurhynchium praelongum
erinnernden, weit umherschweifenden, stellenweise regelmässig gefiederten, entfernt
beasteten, nur wenig geteilten, gegen das Ende oft stolonenartigen, wurzelhaarigen
Stengeln und kurzen, ausgebreiteten, grösstenteils gleichlangen, 0,5—1,3 cm
langen, gebogenen, spitzen Ästen. Stengelbll. etwas locker gestellt, aufrecht
abstehend oder sichelförmig einseitswendig, aus breit eiförmiger, sehr
weit herablaufender Basis lanzettlich verlängert und kürzer oder länger
: fein zugespitzt, unregelmässig tief längsfaltig, mit stellenweise schmäler
eder. breiter, an der Basis oft 1seitig zurückgeschlagenem, nur undeutlich
ezahr tem Rand und rasch verschmälerter, *l— |, des Bl. durchlaufender,
— 455 —
zuweilen bis in die Spitze eintretender Rippe. Blattzellen aufwärts 7 u und
8—10 mal so lang, an der Spitze etwas kürzer, abwärts etwas breiter, über
den Blattflügeln und nahe der Insertion lockerer, kürzer 6seitig und 12—15 u,
an den Blattflügeln in sehr grosser Anzahl quadratisch oder kurz rektangulär
und 18—20 u. Astbll. kleiner, etwas locker und meist scheinbar 2zeilig ab-
stehend, eilanzettlich und weniger einseitswendig, sehr unregelmässig kurz längs-
faltig, mit schärfer. gesügter Spitze und kürzerer, meist nur die Mitte des Bl.
erreichender Rippe. Perichätialbll. aufrecht, die inneren sehr lang haarförmig
ausgezogen. Kapsel auf glatter, roter Seta horizontal, hochrückig-eiförmig
oder dick oval, mit hochgewölbtem, mit Spitzchen versehenem Deckel und
schmalem, einzellreihigem, lange bleibendem Ring. Peristomzähne sehr lang.
Sporen? Br. eur. Vol. VI, Tab. 551.
An schattigen Steinen in Schweden (Gestrikland: Kubbo bei Gevalia) von
Thedenius 1838 entdeckt und nur aus Schweden und Finnland in Europa bekannt.
Von Arnell 1876 auch bei Antsiferova und P. Tunguska in Sibirien gesammelt.
S. XLII, 12, a) Stengelbl, b) Astbl, c) Kapsel, d) Habitusbild; gez. nach einem
von Tbedenius 1838 ges. Originalexpl. (comm. Kaurin), die Kapsel nach
Schimper. Wenn auch die Stbll. dieser Pflanze mit derjenigen der vorigen Art
grosse Ähnlichkeit haben, so ist sie doch habituell so ausserordentlich verschieden
von derselben, dass es mir richtiger erscheint, dieselbe als besondere Art zu behandeln.
b) Seta überall rauh.
34. Brachythecium rivulare Br. eur. 1853.
Hypnum Bruch 1855, H. chrysostomum C. Müll. 1851, H. rutabulum v. flavescens Hampe
Mser.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 748.
Zweihäusig; die dick eifórmigen S Blütenknospen mit rippenlosen,
eilanzettlichen HüllblL, zahlreichen (bis 30) gelblichen Antheridien und langen
Paraphysen. Meist kräftiger als das ihm ähnliche rutabulum, in lockeren,
schwellenden, freudig- oder gelbgrünen Rasen mit nicht stolonenartigem,
nur spärlich wurzelhaarigem, holzigem, kriechendem, von den Blättern entblösstem
Hauptstengel und aufrechten oder übergebogenen, bis 6 cm langen, oben
baumartig bis büschelig verzweigten, kantigen sekundären Sprossen. Aste
teils 2—3 cm lang, bogig niedergekrümmt, dicht beblättert und lang zugespitzt,
teils nur 5—6 mm lang, schlaff und locker beblättert, oft mit flagellenartigen
Enden. Stengelbll. locker gestellt, 9—9,5 mm lang, aus etwas schmälerer,
herablaufender Basis breit eiförmig oder eilänglich und kurz zugespitzt,
sehr hohl, gegen die Spitze oft etwas kappenförmig hohl, an der Basis
zuweilen etwas geöhrt, in der Regel unregelmässig längsfaltig, mit rings entfernt
und fein gesägtem, flachem Rand, stark ausgehöhlten Blattflügeln, stärker
gezähnter Spitze und an der Basis breiter, bereits über der Mitte verschwindender,
resp. ?/,—®/, des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen dünnwandig und mit
geschlängeltem Primordialschlauch, 8—10 u und 8—12 mal so lang, in der
Spitze nur halb so lang, an der Insertion oval-6 seitig, 12—18 u und
schwach getüpfelt, in den Blattflügeln sehr locker, wasserhell, verlängert
— 456 —
rektangulür-6 seitig und 25—35 u. Bll. der kürzeren Äste mehr eilanzettlich,
allmählich zugespitzt und mit aufwärts eingebogenen Rändern. Perichätium
nicht wurzelnd; die rippenlosen Hüllbll. rasch pfriemenförmig und sparrig
zurückgebogen, nur die äusseren mit abgerundeter oder lanzettlicher, krenulierter
Spitze. Kapsel auf 2—2,5 em langer, dicker, roter, sehr rauher, resp. dicht
warziger, rechts gedrehter Seta übergeneigt bis horizontal dick eilänglich,
zuweilen stark gekrümmt oder auch etwas hochrückig, kastanienbraun, derb-
wandig, mit kurzem Hals, 2—3 reihig stückweise sich ablósendem, rotem Ring und
grossem, kegeligem, feinspitzigem Deckel, trocken und entdeckelt unter der Mündung
etwas verengt. Epidermiszellen der Kapselwand mit sehr stark verdickten Längs-
wünden, am Rücken mehr rektangulür-6seitig, am Urnenrand in wenigen Reihen
rundlich-6 seitig, desgleichen an der Bauchseite mehr rundlich-6 seitig. Peristom-
zühne rotbraun, aus breiter Basis lanzettlich verschmälert, zart breit hyalin ge-
säumt, mit 2 papillösen Spitzen, aussen ioci anat streifig, aufwürts mehr
lángsreihig papillós, innen mit über 40 abwürt lten Lamellen. Inneres
chagrin heals, mit ETOR nur durchbrochenen ‚dee klaffenden, zuletzt in
Fortsützen undje3 vollständigen, schwach knotigen,
papillósen Wimpern auf kielfaltiger, fast glatter Membran von !/, Zahnhóhe. Sporen
12—16 oder 14—18 u, gelbbrüunlich bis rostfarben und fein gekürnelt oder
fast glatt. Reife im Winter und zeitigen Frühjahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 546.
An nassen Stellen in den Waldungen, gern auf Mergel- und Kalkboden, an
Quellen, Steinen in Bächen usw. von der Ebene bis in die Alpenregion in 2600 m
durch Europa und Nord-Amerika verbreitet, jedoch seltener fruchtend; von Nees
v. Esenbeck in Franken und von Bruch bei Zweibrücken entdeckt. Von Arnell
auch bei Krasnojarsk und Antsiferova in pee aufgefunden. S. XLIV, 5, a und
b) Bll., c und d) Kapseln, sowie XLII, 3, a) Peristom; gez. nach dahier bei
Laubach ges. Expll
Ändert je nach dem Standorte etwas ab:
Var. umbrosum H. Müll. in an rutabulum erinnernden Rasen mit fast nicht
ausgehöhlten Blattflügeln — in schattigen Wäldern Westfalens (non vidi);
var. cataractarum Sauter in flutenden, oft goldig gescheckten Rasen mit
verlängerten, einfachen oder fiederästigen, robusten Stengeln, mit ausgehöhlten,
geöhrten Blattflügeln und im Alter oft gebräunten oder rötlichen Blattflügelzellen —
in Wasserfällen reissender Alpenbäche, meist steril;
var. fluitans Lamy mit flutenden, durch we Äste unregelmässig gefiederten,
bis 25 cm langen, weichen Stengeln, mit nicht geöhrten, weniger deutlich abgegrenzten
Blattflügeln und sehr kurzer, dick eiförmiger, geneigter Kapsel — in langsam
fliessenden Bächen und Gräben;
var. tenue Dixon, eine zarte, gelbliche, fast niedergestreckte Form mit kurzen,
an den Spitzen oft gekrümmten Ästen und trocken weit sich ausbreitenden, nicht dach-
ziegeligen Bll. — in England (ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 821 1)
35. Brachythecium latifolium (Lindb.) Philib. 1890.
Hypnum Lindb. 1879, Brach. vivulare v. latifolium Husnot. 1898; ef. Rbh. Kr. FIIV, Nr. 749.
Zweihäusig; die dicken, kleinen 6 Blüten am Hauptstengel mit breit
gen, rasch kurz zugespitzten, ganzrandigen, rippenlosen Hüllbll, wenigen
— 457 —
Paraphysen und bis 20 dicken Antheridien. Kleiner und schwächer als das
nahe verwandte rivulare, in weichen, lockeren, gelbgrünen, trocken zuweilen
etwas an locker beblüttertes Hypnum cuspidatum erinnernden, glänzenden Rasen
mit niedergestreckten oder aufrechten, 7—10 cm langen, unregelmässig fieder-
üstigen, nicht stoloniformen Stengeln, und etwas entfernt gerade abstehenden,
etwa lem langen, spitzen Ästen. Stengelbll. abstehend, locker gestellt, aus
verengter, zuweilen schwach geöhrter, schmal und weit herablaufender Basis
fast herzförmig, resp. rhomboidisch- dreieckig und mehr oder weniger rasch fein
und scharf zugespitzt, hohl und nicht faltig, ganzrandig, mit an der Basis
zurückgeschlagenem Rand, etwas ausgehöhlten, zuweilen deutlich geöhrten Blatt-
flügeln und schwacher, zarter, gegen die Mitte oder schon vor derselben
verschwindender Rippe. Blattzellen dünnwandig, oben 7—9 u und 5—10 mal
so lang, mitten 10 u und 6 mal so lang, an der Insertion 19-18 u und
getüpfelt, in den Blattflügeln oval-6seitig und bis 25 u, nur am Rand daselbst
etwas schmäler und mehr rektangulär. Astbll. ebenfalls locker gestellt, viel
schmäler, eilanzettlich und fein und scharf zugespitzt, mit gedrehter, entfernt
und scharf gesägter Spitze und schwächerer, kürzerer Rippe. Hüllbll. des nur
spärlich wurzelnden Perichätiums sparrig abstehend, bleich und rippenlos,
die inneren rasch in eine zurückgekrümmte, ganzrandige Pfriemenspitze aus-
gezogen. Kapsel auf 1,2 cm langer, sehr rauher Seta geneigt, eiförmig und
hochrückig, braun und unter der Mündung nicht verengt. Peristomzähne wie
bei rivulare. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhóhe, goldgelb und
papillös, mit anfangs klaffenden, zuletzt divergent gespaltenen Fortsätzen und
je 1-9 kräftigen, kaum knotigen Wimpern. Sporen 16—22 u, gelbgrün und
papillös.
In der Alpenregion in der Nähe der Schneegrenze von 2100—2880 m; von
S. O. Lindberg in Norwegen und Lappland zuerst aufgefunden. Von Arnell
auch bei Krasnojarsk und am Nischnje Tunguska in Sibirien gesammelt. S. XLII, 11,
a und b) Stbl., c) Astbl., d) Habitusbild (feucht); gez. nach einem von J. Breidler
am Hexstein bei nr in Steiermark in 2400 m, sowie nach von P. Olsson
auf Knudshöhe in Norwegen ges. Expll. Mit Frucht zuerst von Hagen & Kaurin
bei Lom in Norwegen aufgefunden (cf. Rev. br. 1890, S. 20).
36. Brachythecium Ryani Kaurin 1888.
cf. Ebh. Kr. Fl. IV, 3, S. 133.
Zweihüusig, nach Limpr. auch pseudomonócisch mit zuweilen kleineren
G Pflünzchen im Wurzelfilze der و Rasen; die 6 Blüten mit etwa 10 Antheridien,
längeren Paraphysen und rippenlosen, aus eiförmiger oder elliptischer Basis
. rasch pfriemlich verlängerten Hüllbll., die innersten kleiner und stumpf. Habituell
etwas an campestre erinnernde, sehr lockere, weiche, bleichgrüne, ausgedehnte
Rasen mit niederliegenden, 5—10 em langen, mehrfach geteilten, nicht stolonen-
artigen, unregelmässig fiederüstigen, weichen Stengeln, 0 ,5—1,5 cm langen, oft
gekrümmten Ästen, aber ohne Paraphyllien. Stengelbll. bis 3 mm lang, ge-
drüngt locker anliegend, weich, aus etwas verengter, schmal herablaufender,
— 458 —
sehr breit eifórmiger oder elliptischer Basis lanzettlich verlingert und mehr
oder weniger rasch in eine ziemlich lange, scharfe Pfriemenspitze zusammen-
gezogen, unregelmüssig faltig, am flachen oder hier und da schmal um-
gebogenen Rande unmerklich fein gesägt, mit an der Basis zurückgeschlagenem
Rande, fast haarfórmiger Spitze und rasch verschmälerter, meist noch vor
der Mitte endender, zuweilen gegabelter Rippe. Blattzellen dünnwandig, auf-
wärts 7—9 u und etwa 6—8 mal so lang, unter der Mitte abwärts 9—10 p,
an der Insertion getüpfelt und etwas breiter, bis 15 u; die rektangulären
Blattflügelzellen nur wenig davon verschieden und 15—18 u. Astbll. anliegend,
schmäler, eilänglich und lang zugespitzt, nur schwach faltig, mit an der Basis und
unter der Spitze zurückgeschlagenem, oberwärts oft scharf gesägtem Rand.
Zellen der Astbll. etwas enger, nur 7 u und an den Ecken der Basis mehr
quadratisch. Perichätium wurzelnd und sparrig; die zahlreichen Hüllbll. ganz-
randig und rippenlos, aus halbscheidiger Basis rasch in eine geschlängelte
Pfriemenspitze ausgezogen, die inneren am Grunde des fast haarförmigen
Pfriementeils mit wenigen grossen Zähnen. Scheidchen zylindrisch und von
zahlreichen langen Paraphysen umgeben. Kapsel auf 1,5— 2,5 em langer, roter,
gedrehter, durch spitze Warzen rauher Seta horizontal, aus eiförmiger Basis
verlängert, fast zylindrisch, gekrümmt, dunkelbraun und derbwandig, mit
kegeligem, stumpfem, mit Spitzchen versehenem Deckel und 2reihigem, stück-
weise sich ablösendem Ring, trocken und entdeckelt unter der Mündung etwas
verengt, nur bei kleineren Kapseln nicht verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand klein und diekwandig, rundlich- oder oval-6seitig. Peristomzähne mit
orangefarbener Insertion, an der Basis verschmolzen, braun, breit gesäumt, an
den gelblichen bis hyalinen Spitzen papillós, aussen querstreifig, innen mit
35—40 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von fast halber Zahnhöhe,
goldgelb mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und knotigen Wimpern.
Sporen 12—16 u, gelbgrün und fast glatt. Reife im Frühjahr.
Auf grasigem Boden im südlichen Norwegen von E. Ryan im April 1887
entdeckt. S. XXXVIII, 2, a und b) Bl, c und d) Kapseln; gez. nach von
E. Ryan ges. Originalexpll.
37. Brachythecium Geheebii Milde 1869.
Hypnum Milde und Br. laetum Milde 1869; ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 750. Campto-
thecium Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 891.
. Zweihäusig; die zahlreichen dick eifórmigen, stengelständigen C Blüten
mit verkehrt eifórmigen, aus ausgerandeter Spitze plötzlich pfriemenförmig ver-
schmälerten, zarten, rippenlosen inneren Hüllbll, 12—15 kurz gestielten
Antheridien und zahlreichen gelblichen Paraphysen. Ausgedehnte, der Unter-
lage fest anliegende, lebhaftgrüne, glünzende Rasen mit bis 10 em langen;
kriechenden, wurzelhaarigen, dicht fiederästigen Stengeln und geraden, dreh-
runden, zugespitzten, 0,5—1,5 cm langen, nicht flagellenartigen Asten-
T Btengelbll. dicht dachziegelig, 2—2,5 mm lang, aus breiter, nicht verengtet;
zuweilen schwach geöhrter, gerade herablaufender Basis lanzettlich verlängert
ee : | ۱
— 459 —
und allmählich scharf zugespitzt, einem kurz und breit zugespitzten
Camptothecium-Bl. ähnlich, ganzrandig, mit 4—5 tiefen Falten, abwärts zurück-
gebogenem Rand und sehr kräftiger, fast vollständiger, in der Spitze sich
auflösender, grüner Rippe. Blattzellen mit spiraligem Primordialschlauch, meist
9 u und 4—6 mal so lang, aufwärts etwas spindelförmig, abwärts mehr 6 seitig,
an der Insertion oval-6seitig und schwach getüpfelt, gegen 12—16 u, an den
nicht ausgehöhlten Blattflügeln in grosser Anzahl quadratisch oder oval und
bis 18 u. Astbll. etwas schmäler, mit umgerolltem, an der flachen Spitze
gezähntem Rand und fast vollständiger, am Rücken oben oft schwach gezähnter
Rippe. Perichätium nicht wurzelnd, mit ganzrandigen, allmählich in eine ab-
gebogene Pfriemenspitze verschmälerten Hüllbll. Scheidehen mit zahlreichen
Paraphysen. Kapsel auf nur 8 mm bis 1 cm langer, braunroter, gedrehter,
durchaus sehr rauher Seta geneigt bis horizontal, kurzhalsig, eifórmig und
hochrückig, rotbraun bis kastanienbraun, mit aus breiter, gewölbter Basis
kegeligem, mit Spitzchen oder Warze versehenem Deckel und 2reihigem, etwas
kleinzelligem, bleibendem Ring, im Alter schwärzlichbraun. Epidermiszellen
der Kapselwand dickwandig, meist oval-6seitig, am Urnenrand nur wenige
Reihen rundlich-6 seitig. Peristomzähne gelb bis orangefarben, breit gesäumt,
aussen querstreifig, innen mit bis 25 ziemlich gleichweit entfernten Lamellen,
an den bleichen Spitzen grob papillös. Membran des inneren Peristoms von
"5 Zahnhöhe, brüunlichgelb und papillös, mit anfangs zwischen den Gliedern
nur geschlitzten, später klaffenden Fortsätzen und mit langen, zarten, mit
kurzen Anhängseln versehenen oder knotigen Wimpern. Sporen 16—20 u,
olivenbräunlich und fein gekörnelt. Reife im Winter.
n inen, namentlich Basalt, Phonolith ete. in schattigen Laubwaldungen
durch die Bergregion des mittleren Europas von 400—1200 m, in Kärnthen bis
1700 m, seltener in den Alpen und Norwegen; von A. Geheeb in der Rhön 1869
entdeckt, nach Limpr. jedoch von Milde bereits 1868 in Schlesien aufgefunden
und als laetum irrtümlich bestimmt. S. XLIV, 7, a und b) Bll., c) Kapsel; gez.
nach einem von Geheeb in der Rhón und nach von E. Jórgensen im mittleren
Norwegen ges. Expl. Der Massstab der Zeichnung dürfte etwas grösser sein,
etwa wie bei Camptothecium fallaz oder Brach. sericeum Warnstorf.
Unbestimmt in bezug auf die Stellung im System, weil bis jetzt nur
. steril bekannt, sind:
38. Brachythecium densum (Milde) Jur. 1867.
Amblystegium Milde 1864, Ambl. serpens v. eryptarum Arnold 1865, Ambl. eryptarum
vel latebrarum Sauter, Rhynchostegium tenellum v. brevifolium Lindb. 1864, Hypnum densum
Milde 1869; ef. Rbh. Kr. Fi. IV, Nr. TOL
Zweihäusig; die o Blüten mit aufrechten, pfriemlich zugespitzten, kurz-
rippigen Hüllbll., etwa 10 kurzhalsigen Archegonien und wenigen gleichlangen,
nee Paraphysen. EN an kissenfórmige Formen von Amblystegium
serpens ‚flache, niedrige, gelbgrüne bis bräunliche, glanzlose,
4 =”
— 460 —
innen rostgelbe oder bräunliche Rasen mit brüchigen, fadendünnen, unregel-
müssig beasteten Stengeln, zahlreichen haarfeinen Stolonen und fast gleich-
hohen, aufrechten, dünnen Ästen. Stengelbll aus eifórmiger Basis rasch
lanzettlich zugespitzt, kurz herablaufend, flachrandig, rings oder nur nach der
Basis zu ausgeschweift-gezühnt und mit in die Spitze eintretender Rippe,
an deren Rücken sich oft gelbliche Rhizoiden entwickeln. Astbll. aufrecht ab-
stehend, eilanzettlich und kaum verschieden. Blattzellen dünnwandig, aufwärts
rhombisch, 7—8 u, mitten 4—6 mal so lang, nach der Basis zu fast quadratisch
und etwas weiter, 10 u, jedoch ohne besondere Blattflügelzellen. Niederbll.
anliegend, mehr lanzettlich-pfriemenförmig, sehr zart und bleich. Sporogon
und 6 Blüten bis jetzt unbekannt.
In Höhlen der Kalkfelsen, sowie auf Tonschiefer und an Mauern in der
Bergregion des mittleren Europas und des Alpengebiets von 500— 1400 m, auch
in Nord-Amerika; von Dr. Fr. Arnold 1864 in Oberfranken entdeckt. S. XLII, 5,
a bis e) Bll.; gez. nach einem von Juratzka an der Schlossruine Merkenstein in
Nieder-Österreich ges. Expl. Die Pflanze macht den Eindruck einer unvollständigen
Entwickelung. Wahrscheinlich ist auch Amblystegium brachyeladum Warnst., welches
Stockum 1896 an der Ruine Freudenberg in der Rheinprovinz gesammelt hat,
hiermit identisch. S. XLVII, 5, a und b) BI., c) Spross, d) Habitusbild; gez. nach
einem von C. Warnstorf erhaltenen Expl. Ob es sich bei diesen kleinen Pflanzen
um ein Drachytheeium oder Amblystegium handelt, lässt sich ohne Sporogon nicht
sicher entscheiden.
Brachythecium filiforme Jur. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 752) mit eiläng-
lichen bis eilanzettlichen, aufrecht anliegenden, langspitzigen, ganzrandigen Stengelbll.
und über der Blattmitte verschwindender Rippe, welches Juratzka im September
1872 am Schneeberg in Nieder-Österreich entdeckte, ist ebenfalls eine bis jetzt
nur steril bekannte Pflanze, welche der vorigen Art nach Blattform und Zellnetz
nahestehen soll (non vidi). ۲
Brachytheeium subfaleatum Warnst. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, 8. 818)
in gelbgrünen, etwas glünzenden Rasen mit kurzen, aufrechten, nur 1,5—2 cm langen
Stengeln und bis 8 mm langen Ästen, welches Warnstorf in Lehmausstichen bei
Neuruppin gesammelt hat, besitzt etwas nachenförmige, 2furchige oder mit mehreren
Längsfalten versehene, denen von Eurh. velutinoides ähnliche Bil. und ist bis jetzt
nur steril bekannt.
| Brachythecium saltense Hagen (ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 820), welches
Hagen in Norwegen gesammelt hat, soll sich von Br. glaciale vorzugsweise dur
2häusigen Blütenstand unterscheiden (non vidi) Kindberg betrachtet dasselbe
als identisch mit Eurh. erassinervium (cf. Skand. Bladmossflora 1903, Nr. 161).
5. Gatt. Scleropodium') Br. eur. 1853.
In lockeren, bleich- oder gelbgrünen, im Schatten mehr freudiggrünen,
glänzenden, weichen Rasen wachsende Erdmoose mit kriechenden oder nieder-
: genden, mehrfach geteilten, meist kätzchenförmigen, stumpfen, unregelmässig
fiederästigen Stengeln und kätzehenförmigen, trocken bogig eingekrümmten
Y Von oxinoós rauh, starr, fest und zovg, zodos Fuss.
— 41 —
Ästen, ohne absteigende Stolonen und ohne Paraphyllien. Stammquerschnitt
rundlich-5 kantig, mit kleinem Zentralstrang und sehr lockerem, allmählich in
die gelbliche Rindenschicht übergehendem Grundgewebe. Stengelbll. gedrängt,
eilanzettlich oder eilänglich und mit Spitzchen, sehr hohl, mit meist klein
gesägter Spitze und einfacher, رز ود des Bl. durchlaufender, oft gegabelter
Rippe, an den ausgehöhlten, hyalinen Blattflügeln kurz herablaufend. Blattzellen
meist ohne sichtbaren Primordialschlauch, sehr eng und lang, linearisch-
wurmförmig, an der Insertion lockerer, in den Blattflügeln in grosser Anzahl
quadratisch oder kurz rektangulär und hyalin, resp. meist ohne Chlorophyll
und ohne sichtbaren Primordialschlauch. Blüten 2häusig. Perichätium nur
stengelständig und wenig oder nicht wurzelnd. Haube schmal und hinfällig;
Scheidchen stets von Paraphysen umgeben. Kapsel auf durchaus rauher Seta
aufrecht bis horizontal, oval oder länglich ellipsoidisch, ziemlich regelmässig, seltener
etwas hochrückig, mit spitz kegeligem Deckel und 2zellreihig sich ablösendem
Ring, sowie mit Spaltöffnungen am Grunde, entleert unter der Mündung verengt.
Peristom wie bei Brachytheeium. Sporen klein. Reife im Spätherbst und Winter.
Bildet nach dem engen, wurmförmigen Zellnetz, der öfters gegabelten Rippe,
sowie den wenig oder nicht chlorophylihaltigen Blattflügelzellen schon mehr den Übergang
zu den Hypnaceen, indem bei der Gatt. Brachythecium die Blattflügelzellen meist
Chlorophyll und einen buchtigen Primordialschlauch enthalten. Aussereuropäische,
in Europa nicht vorkommende Arten sind bis jetzt nur wenige bekannt.
1. Scleropodium caespitosum (Wils.) Br. eur. 1853.
Hypnum Wils. 1855, H. cespitans C. Müll. 1851, Eurhynchium Milde 1869; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 753. Brachythecium Dixon 1896; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 821.
Zweihäusig; die stengel- und astständigen 6 Blüten mit eiförmigen,
kurz zugespitzten, rippenlosen Hüllbll., kurzen, dicken Antheridien und wenigen
Paraphysen. Habituell etwas an Rhynchost. murale oder confertum erinnernde,
niedergedrückte, schmutzig- oder freudiggrüne Rasen mit der Unterlage anliegenden,
mit roten Wurzelhaaren besetzten, dicht beasteten Stengeln und kurzen, auf-
rechten, meist 5—8 mm langen, eingebogenen Asten. Stengelbll. dicht gedrängt,
feucht allseitig abstehend oder etwas einseitswendig, trocken locker dachziegelig
anliegend, 1mm lang, weich, fast elliptisch oder eilanzettlich und allmählich
kürzer oder länger zugespitzt, undeutlich faltig, ganzrandig, mit abwärts etwas
zurückgebogenem Rand und gelblicher, ?/,—/, des Bl. dureblaufender homogener
Rippe. Blattzellen dünnwandig, nicht getüpfelt, mitten nur 5—6 u und 8—13 mal
so lang, an der Insertion und an der Spitze viel kürzer und etwas breiter, meist
8—9 u und nur 2—3 mal so lang, an den etwasausgehöhlten Blattflügeln rektangulär
bis quadratisch und 9—10 u. Astbll. kleiner, gegen das Ende der Aste mehr
eilanzettlich und mit klein gezähnter Spitze. Perichätium wurzelnd; die lanzettlichen
Hüllbll. schwach längsfaltig, die inneren über 3 mm lang, kurz- und zartrippig,
lang zugespitzt und an der Spitze schwach gezähnt. Kapsel auf 1—1,5 cm
langer, roter, rechts gedrehter, rauher Seta fast aufrecht und ziemlich
regelmässig, länglich ellipsoidisch, dünnwandig, gelbgrün, mit verlängert spitz
Bs 3p.
kegeligem Deckel und 2reihig sich ablósendem Ring, trocken und entleert unter
der Mündung verengt und etwas gekrümmt. Epidermiszellen der Kapselwand
vorzugsweise verlängert rektangulür, gegen den Urnenrand kürzer, dickwandig
mit oft stärker verdickten Längswänden. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
orangefarben mit helleren Spitzen, breit gesäumt, aussen quer gestreift, innen
mit zahlreichen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von höchstens |
"4 Zahnhóhe, goldgelb und fein papillös, mit klaffenden Fortsätzen und je |
2 knotigen Wimpern. Sporen 12—16 u, braun und warzig. Reife im Winter.
Br. eur. Vol. VI, Tab. 556. |
An Mauern, auf sandig-kiesigem Boden, auch an Bachufern und am Fusse
alter Weidenbäume in England, Frankreich und Belgien, sowie auch in Nord-Amerika; |
von Wilson 1844 in England entdeckt. S. XLIV, 2, a und b) Stengelbll., c) oberes
Astbl, d) Kapsel mit Deckel, e) stärker vergrössertes Zellnetz, f) Habitusbild,
g) entdeckelte Kapsel; gez. nach einem von Dr. F. Camus in Frankreich ges. Expl.
resp. g) nach Amerikanischen Expll. (comm. Röll).
Diese letztere Pflanze von der Vancouver-Insel hat grössere, faltige, plötzlich
in ein Spitzchen zusammengezogene BlL, sowie stark eingekrümmte, spitzere Aste
und macht eher den Eindruck einer besonderen Art.
2. Scleropodium illecebrum (Schwgr.) Br. eur. 1853.
Hypnum Schwer. 1816 und L. 1753, H. Touretii Brid. 1812, H. illecebrum ۲۰. ۸
Brid. 1827, H. blandum Lyell. 1897, Brachythecium De Not. 1869, Eurhynchium Milde 1869,
Hypnum Mitten, Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 754.
Zweihäusig, gemischtrasig oder auch in getrennten Rasen; die stengel-
und astständigen, kleinen 6 Blüten mit breit eiförmigen, plötzlich zugespitzten,
rippenlosen Hüllbll., kurzen, dicken Antheridien und zahlreichen längeren
Paraphysen. Habituell einem kurzüstigen Hypnum purum ähnliche, ausgedehnte,
lockere, gelbgrüne, ziemlich flache, etwas glänzende Rasen mit niederliegenden,
3—8 cm langen, spärlich bewurzelten, unregelmässig beasteten, am aufsteigen-
den stumpfen Ende kätzchenartig beblätterten Stengeln und aufsteigenden,
bogig eingekrümmten, 0,6—1 und selbst 1,5 cm langen, meist stumpfen oder
auch kurz zugespitzten, kätzchenartigen Ästen. Bil. nur kurz herablaufend,
feucht aufrecht abstehend, trocken locker dachziegelig anliegend. Stengelbll.
meist 1,5 mm lang, eilänglich oder breit eiförmig und mit kurzem, zurück-
gebogenem Spitzchen, löffelartig hohl, nicht oder nur undeutlich faltig, mit
an der Basis zurückgebogenem, an der Spitze klein gesägtem Rand und ein-
facher, dünner, erst über der Mitte endender, zuweilen auch gegabelter und
Piss kürzerer Rippe. Blattzellen sehr eng wurmförmig und nicht getüpfelt,
mitten nur 5 u 12--20 mal so lang, an der kurzen Spitze kürzer,
6—7 u und nur 3—5 mal so lang, an der Insertion oft 2schichtig, in 2 Reihen P
oval und 12 u, gelbwandig und getüpfelt, darüber 6— 7 u, in den ausgehöhlten x
Blatttlügeln quadratisch oder kurz rektängulär-6 seitig und 12—16 p. Astbl ——
= den Ste gelbll. ähnlich, nur kürzer und schmäler und mit dünnerer Rippe
ichätium kaum wurzelnd; die aufrecht abstehenden Hüllbll. meist ganz-
dig, kurz- und Zartrippig und in eine lanzettliche, zuweilen gezühnte
— 463 —
Pfriemenspitze verschmälert. Kapsel auf 1—2 cm langer, roter, rechts ge-
drehter, durch hohe, stumpfe Warzen rauher Seta fast horizontal, dick oval
und etwas hochrückig, gelbbraun, etwas derbwandig, mit aus gewölbter Basis
kegelig zugespitztem oder kurz geschnäbeltem Deckel und 2reihig sich ab-
lösendem, breitem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand ziemlich gleichmässig verdickt, etwas locker oval- oder rundlich-
6seitig. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, breit gesäumt, abwärts orange-
farben und querstreifig, oben mit feiner hyaliner Spitze und etwas treppen-
förmigen Rändern, innen mit über 30 abwärts sehr engen Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von etwa halber Zahnhöhe, mit klaffenden, fein papillösen
Fortsätzen und dicht fein papillösen, knotigen oder mit Anhängseln versehenen
Wimpern. Sporen 12—16 oder 14—18 u, olivenfarben bis rostbräunlich und
fein gekörnelt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 557.
An Wegrändern in Laubwaldungen, auf der Erde an schwach begrasten Stellen,
auch an erdbedeckten Mauern, in der Hügelregion und Ebene, vorzugsweise im
westlichen und mittleren Europa bis nach Dänemark hin, sowie in Tunis, Algier
und Nord-Amerika, in Corsiea bis zu 1000 m aufsteigend; war schon Vaillant 1727
um Paris bekannt.. S. XLIV, 1, a und b) BI., c) Kapsel; gez. nach am Auerbacher
Schloss an der Bergstrasse (Hessen) ges. Expl. Dahier bei Laubach nur steril.
Var. piliferum De Not. — ambiguum De Not. mit haarfórmiger Blattspitze
— im Süden Frankreichs mit der Stammform.
3. Scleropodium ornellanum Mol. 1865.
Hypnum Mol. 1865, H. cyclophyllum Mol. 1863, Brachythecium Vent. & Bott. 1884; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 755.
Zweihäusig; die d Blüten mit mehr allmählich zugespitzten, ganzrandigen
Hüllbll. Bleich- oder gelbgrüne, schwach glänzende Rasen mit unregelmässig
gefiederten Stengeln und gegen das Ende zugespitzten Asten. Stengelbll. aus
herablaufender, breiter Basis kurz eifórmig, abgerundet oder mit winzigem
Spitzehen, 1,3 mm lang und bis 1 mm breit, sehr hohl, nicht faltig, mit gelber,
meist nur 1/1 des Bl. durchlaufender, einfacher oder ungleich 2 schenkeliger
Rippe. Blattzellen dünnwandig, 6 u und 6—12 mal so lang, an der Insertion
in einer Reihe oval und getüpfelt, darüber 10 u und 4—6 mal so lang, in
den ausgehöhlten Blattflügeln in grosser Anzahl quadratisch oder rektangulär
und 12—20 u. Astbll. kleiner, mit deutlich gesägter Spitze und meist kurzer
Doppelrippe. Kapsel auf rauher Seta kleiner als bei Hypnum purum.
In den lombardischen Alpen in 9900-96060 m von Molendo entdeckt, auch
im Algäu über 9140 m von Holler aufgefunden (non vidi).
B. Eustegiae Limpr. 1897.
Mit längerem, geschnäbeltem Kapseldeckel.
6. Gatt. Bryhnia') Kaurin 1892.
Bildet den Übergang von Brachythecium zu Eurhynchium und ist fast nur
durch das an die Limnobien erinnernde, am Rücken der Bll. rauhe Zellnetz
1) Zu Ehren des Dr. med. Nils Bryhn von Ch. Kaurin benannt.
— 464 —
charakterisiert. Stengel mit rundlichen Paraphyllien. Blattzellen nur 4—5 mal
so lang als breit, schmal oval-6seitig, mehr rektangulür als rhombisch, am
Rande der Blattbasis rektangulür, am Rücken der Astbll. durch papillenartig
vortretende Zellecken etwas rauh.
Bis jetzt nur in wenigen, vorzugsweise Nord-Amerikanischen Arten bekannt.
A. I. Grout wil in Revision of the North American Eurhynchia (Rev. br. 1898,
S. 98, resp. Bull. Torr. bot. Club XXV) diese Gatt. nur als Unterabteilung von
Eurhynchium angesehen haben.
1. Bryhnia scabrida (Lindb.) Kaurin 1892.
Hypnum Lindb. 1887; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 139. Eurhynehium (Lindb.) Kindb.
1897; cf. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 821.
Zweihäusig; die zahlreichen stengelständigen, kurzen, dicken Ğ Blüten
mit verkehrt-eilänglichen, rasch lanzettlich zugespitzten, rippenlosen inneren
Hüllbll, etwa 15 Antheridien und wenigen kurzen Paraphysen, die aststündigen
S Blüten dagegen schmäler und mit weniger Antheridien, die و Blüten mit
zahlreichen Archegonien und längeren Paraphysen. Habituell etwas an
Eurhynchium Swartzü v. robustum oder ein kräftiges praelongum erinnernde, aus-
gedehnte, lockere, weiche, gelblich- oder dunkelgrüne, glanzlose Rasen mit bis
10 em langen, niedergestreckten, stellenweise rotwurzeligen, unterbrochen fieder-
ästigen, in der Mitte der Rasen 2—5 cm lang aufgerichteten und mehr baum-
artig verzweigten Stengeln und abstehenden oder niedergebogenen, bis 1cm
langen, spitzen Asten, ohne Stolonen und fast ohne Paraphyllien, resp. mit
nur wenigen, breiten, schuppenförmigen Paraphyllien. Niederbll. schuppen-
förmig und mit zarter Rippe, allmählich in die normalen Stengelbll. übergehend.
Stengelbll. locker anliegend, 1,2—1,4 mm lang, aus verengter, herablaufender,
nicht geöhrter Basis etwas 3eckig-herzförmig und rasch kurz zugespitzt,
fast so breit als lang, sehr hohl, unregelmässig längsfaltig, mit flachem,
rings fein gesägtem Rand und in oder über der Mitte endender Rippe. Blatt-
zellen etwas derbwandig, aufwärts 8 u und 4—5 mal so lang, an der Basis
rektangulür' und schwach getüpfelt, 12—15 u, in den etwas eingedrückten Ecken
der Blattflügel bis 20 u. Astbll. kleiner, locker abstehend, eiförmig oder
rundlich-eiförmig mit zurückgebogenem Spitzehen, weniger faltig, löffelartig
hohl, am Rücken durch die papillenartig vortretenden Zellecken
Teil 2zellreihigen, gelblichen Paraphysen. Kapsel auf 1—1,5 cm langer,
braunroter, gedrehter, durch stumpfe Warzen durchaus rauher Seta geneigt
(UE bis horizontal, oval und hochrückig, etwas glünzend kastanienbraun, derbwandig,
cM En ed gewölbt kegeliger Basis kurz und dick geschnübeltem Deckel und 1— 2 zell-
rens sich ablósendem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Epidermis-
len der Kapselwand dickwandig, kurz rektangulär und rundlich-6 seitig-
Peristomzühne an der Basis verschmolzen, rotbraun und
— 465 —
kaum gesäumt, mit gelblichen, papillósen Spitzen, aussen querstreifig, innen
mit 30—40 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von بل Zahnhöhe,
goldgelb, mit anfangs geschlitzten, spüter klaffenden Fortsützen und krüftigen,
knotigen, abwärts mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 19-16 y,
braungrün und fast glatt. Reife im Winter.
Von Dr. med. Nils Bryhn im Mai 1886 bei Tönsberg im südlichen Nor-
wegen entdeckt und namentlich am Kristianiafjord sehr verbreitet, auf den ver-
schiedensten Standorten, auf Erde wie auf Steinen etc. S. XLII, 10, a) Stengelbl.,
b und c) Astbll., d) schuppenartige Paraphyllien, e) Kapsel, f) stärker vergrösserte
Blattzellen; gez. nach einem von E. Jórgensen am Sandefjord in Norwegen ges.
xpl. Von E. Ryan ges. sterile Expll. erinnern habituell mehr an die Kurhynchia
praelonga.
2. Bryhnia Novae-Angliae (Sull. & Lesq.) 1864.
Hypnum Sull. 1864; cf. Manual of the North-Am. Mosses von James & Lesqu., S. 344.
Zweihüusig. Lockere, lebhaftgrüne, habituell an Brachythecium vineale
erinnernde Rasen mit niederliegenden, geschlüngelt umherschweifenden, unregel-
müssig fiederüstigen, abwürts braunen Stengeln, 5—8 mm langen, meist etwas
federig beblätterten Ästen und mehr rundlich bis fast kützchenfórmig beblütterten
Sprossenden. Paraphyllien rundlich und gezähnelt. Stengelbll. aus enger,
lang und schmal herablaufender Basis breit eifórmig bis fast herzfórmig,
hohl und nieht faltig, rings gezühnt, mit gedrehter Spitze und erst über
der Mitte endender, meist ?/, des Bl. durchlaufender Rippe. Astbll. kleiner,
eifórmig und fast 2faltig hohl. Blattzellen mit am Rücken weniger stark vor-
tretenden Zellecken als bei voriger Art. Perichätialbll. eiförmig, fast gestutzt
und plótzlich in eine Pfriemenspitze auslaufend. Kapsel auf sehr rauher Seta
eifórmig bis ellipsoidisch und schwach gekrümmt, mit lang kegelig zugespitztem
Deckel und breitem, 2zellreihigem Ring.
Auf den Bergen Neu-Englands in Nord-Amerika schon vor 1864 nach Sulliv.
Icon. Musc. 191 t. 118 bekannt und von Bryhn bei Ausgaardsstrand in Norwegen
auf feuchtem Waldboden spüter steril gesammelt. S. XXXIX, 3, a) Stengelbl.,
b) Astbl., ¢ und d) Paraphyllien; gez. und beschrieben nach einem von N. Bryhn
an letzterem Standort im Juli 1902 ges. Expl. (comm. E. Bauer).
Unterscheidet sich von voriger Art durch lünger zugespitzte, nicht faltige,
am Rücken weniger rauhe, hohle Stengelbll.
7. Gatt. Rhytidium') (Sull)
Diese Gatt. wurde von Sullivant 1856 als Subg. von Hypnum auf die
nachstehende Art gegründet. Sie schliesst sich der vorigen Gatt. nach den
am Rücken (infolge der als Papillen oder Zähnchen vortretenden Zellecken)
rauhen Bll. an, unterscheidet sich jedoch von derselben durch längere
und schmälere, etwas wurmförmig geschlängelte linearische Zellen und die zahl-
reichen kleinen, quadratischen bis rektangulären, verdickten, ‚eine 3e ckige
Gruppe bildenden Blattflügelzellen. Da bis jetzt nur eine einzige Art
1) Von gris, ijos Runzel, Falte.
Roth, Die europäischen Laubmoose. U. 30
— 466 —
dieser Gattung bekannt ist, so stimmen die Gattungsmerkmale mit denen der *
Art überein.
1. Rhytidium rugosum (L.) Kindb. 1883.
Hypnum Ehrh. 1793, H. rugulosum Web. & M. 1807, H. lutescens crispum ete. Dill.
1741, Hylocomium De Not. 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 915.
Zweihäusig; die vielblätterigen, dick knospenförmigen 6 Blüten mit
rippenlosen, eifórmigen bis verkehrt eiförmigen, plötzlich kurz zugespitzten
und an der welligen Spitze ausgefressen gezühnelten inneren Hüllbll, zahl-
reichen kurz gestielten Antheridien und gelblichen, gleichlangen Paraphysen,
die sehlanken و Blüten mit aus eifórmiger bis lanzettlicher Basis schmal band-
fórmig verlängerter, gezähnter Spitze, zahlreichen Archegonien und längeren
Paraphysen. Lockere, leicht zerfallende, ausgedehnte, gelbgrüne, etwas glänzende,
innen hell bräunlich-rostfarbene Rasen mit kräftigen, gedunsen beblütterten,
niederliegenden oder aufsteigenden, nicht wurzelnden, nur wenig geteilten,
unregelmässig fiederig beasteten, 6—12 cm langen Stengeln und kurzen, dicken,
5—15 mm langen, zugespitzten und meist einseitig beblätterten, an den Enden
|
bogig herabgekrümmten Ästen. Paraphyllen nur um die Astanlagen. Quer-
schnitt des Stengels etwas oval-kantig, mit kleinem Zentralstrang, lockerem,
derbwandigem Grundgewebe und 4—6 zellreihiger, kleinzelliger, stark verdickter
Rindenschicht. Stengelbll. dicht dachziegelig gedrängt und einseitswendig,
abwärts oft 2seitig sichelfórmig herabgebogen, an der Basis nicht oder nur
sehr schmal herablaufend, eifórmig oder elliptisch, allmählich lanzettlich
einseitswendig verlängert und in eine kurze, geschlängelte, ausgefressen $¢
zähnte Pfrieme auslaufend, längsfaltig, hohl und querrunzelig, mit gegen
die Basis schmal zurückgeschlagenem Rand, rinniger, mehr oder weniger
deutlich bis scharf gesägter Spitze und einfacher, bis zur Mitte reichender
Rippe, am Rücken oberwärts stellenweise durch vortretende Zellecken oder
vorwärts gerichtete Zähnchen rauh. Blattzellen linearisch-wurmfórmig,
nur an der Insertion buchtig, aufwürts an dem oberen Ende oft in eine spitze
. Papile am Rücken auslaufend, meist 6 u und 5—8 mal so lang, an den
welligen, querrunzeligen Stellen teilweise kürzer, in der Mitte der Basis mehr
rektangulär und stark getüpfelt, 9 u und 4 mal so lang, an den Ecken daselbst
in 3eckiger Gruppe in grosser Anzahl fast quadratisch, 7—12 u, gelbgrün
und sehr dickwandig. Astbll. kleiner, weniger runzelig und kürzer zugespitzt.
Perichätium wurzelnd; die Hüllbll. desselben tief längsfaltig gefurcht, rippenlos
und an der lanzettlich-pfriemlichen Spitze ausgefressen gesägt bis gezähnt.
Kapsel auf 2—5 em langer, glatter, roter Seta geneigt bis horizontal, ellip-
soidisch bis fast zylindrisch und etwas hochrückig gekrümmt, 3 mm lang, mit
ame: konvex-kegeliger Basis kurz und schief geschnäbeltem Deckel und
breit 3reihig sich ablösendem Ring, trocken und entleert stärker gekrümmt
2 und unter der Mündung verengt. Peristomzühne gelb, an der Basis Yê
d Sehmolzen, aufwärts breit hyalin gesäumt und in eine lange, kurz knotig 8°-
c gliederte, papillöse Spitze auslaufend, aussen abwürts querstreifig, innen mit
— 467 —
sehr zahlreichen Lamellen. Membran des inneren Peristoms heller gelb, von
mindestens '/, Zahnhóhe, mit ritzenförmig durchbrochenen bis klaffenden
Fortsätzen und je 2 langen, fadenfórmigen Wimpern mit kurzen Anhängseln.
Sporen 14—18 u, braungrün und sehr fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br.
eur. Vol. VI, Tab. 610.
An etwas grasigen, trockenen Standorten in Kiefernwaldungen und an sonnigen,
steinigen Abhängen kalkhaltiger Gesteine von der Ebene bis in die Hochalpen in
2600 m verbreitet, mit Frucht jedoch nur von wenigen Orten bekannt, wie z. B.
aus Norwegen, Bayern und Steiermark. Wurde von Arnell im nördlichen Asien
in der arktischen Region noch in 72° 30’ n. Br. aufgefunden und ist auch aus
China und Nord-Amerika bekannt. S. XLIX, 8, a und b) Bil, c) Hüllbl. der
Ọ Blüte, d und e) Kapseln, f) stärker vergrósserte Zellen; gez. nach dahier bei
Laubach steril und nach von E. Ryan bei Gudbrandsdalen in Norwegen cfr. ges.
Expll. (comm. Moenkemeyer).
Var. boreale Lange in dichteren, mehr polsterfórmigen Rasen mit spürlicher
beasteten Stengeln und fast faltenlosen, kleineren, kürzer zugespitzten Bll. — in
hóheren Lagen von 2500— 3200 m.
8. Gatt. Myurium') Schpr. 1860.
Der einzige Europäische Vertreter dieser Gatt. schliesst sich zwar habituell
an die Paramyuria der Eurhynchia an, nimmt jedoch nach dem mehr an die
Neckeraceen sich anschliessenden Zellnetz und wegen der nicht oder kaum
differentiierten wenigen kleinen Blattflügelzellen mehr eine Sonderstellung ein.
Seine Stellung im System bleibt unbestimmt, so lange noch kein Sporogon
bekannt ist. Stengel- und Astbll. sind nicht wesentlich verschieden.
1. Myurium hebridarum Schpr. 1860.
Leucodon lagurus (Hook.) v. borealis Wils. 1855; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 149.
Bis jetzt nur steril bekannt. Habituell an krüftige Formen von Eurhynchium
eirrosum oder an das ausländische Calyptothecium Dusenii aus Kamerun erinnernde,
schwellende, dichte, leicht zerfallende, gelbgrüne oder goldbräunliche, firnis-
glänzende Rasen mit niederliegenden, unregelmässig geteilten, bis 4 cm langen,
dick kätzchenförmig beblätterten, spärlich wurzelhaarigen Stengeln und 1—2 cm
langen, stumpfen, aufrechten, runden, dicken, fast 3—4 mm breiten, kätzchen-
artigen Ästen, ohne Stolonen und ohne Paraphyllien. Stammquerschnitt mit
Zentralstrang, lockerem, gelb- und dickwandigem Grundgewebe und schwarz-
roter, substereider Rindenschicht. BH. dicht dachziegelig, feucht aufrecht
abstehend, trocken nur locker anliegend, aus halb umfassender, nicht herab-
laufender, abgerundeter, etwas geóhrter, hohler Basis verkehrt eilünglich
und plótzlieh iu eine lange, lanzettliche Pfriemenspitze verschmälert, löffel-
artig hohl, über der Basis zuweilen etwas verengt, oberwärts mit eingeschlagenen,
fein und scharf gesägten Rändern, ohne Rippe; auch an der runden Basis
1) Von gis Maus und 7۵0۵4 Schwanz. ği
س 468 —
und der Pfriemenspitze meist undeutlich gezühnt. Zellnetz an dasjenige der
grösseren Neckera und ausländischen Garovaglia erinnernd, jedoch stärker ver-
dickt und getüpfelt und durch die an Vogelknochen erinnernden Zwischen-
wände besonders charakterisiert. Blattzellen sehr diekwandig und durchaus
getüpfelt, aufwärts linearisch-wurmförmig, mitten 9—10 u und 6—10 mal. so
lang, unter der Pfriemenspitze nur 4—5 mal so lang, an der Basis nach der
Insertion zu mehr oval-6seitig, 19-18 u, gebräunt und stark getüpfelt, an
den Blattflügeln in geringer Anzahl quadratisch oder rektangulär und 10 u.
Bei den oberen Zellen ist das Lumen kaum breiter als die Zwischenwände.
An überrieselten Felsen der Hebrideninsel North Uist von Dr. C. Smith
entdeckt und auch von den Canarischen Inseln und Madeira bekannt. S. XLI, 9,
a) Bl, b) Habitusbild, c) stürker vergrósserte obere Zellen, d) Blattflügelzellen;
gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach und von H. King auf den Hebriden
ges. Expl. Das Schimper’sche Myurium herjedalinum gehört nach Jur. zu
Eurhynchium eirrosum.
9. Gatt. Eurhynchium’) Br. eur. 1854.
In lockeren oder dichteren und selbst kissenförmigen Rasen die Steine
oder Erde und Baumwurzeln überziehende, mehr oder weniger glänzende Ast-
moose mit meist der Unterlage angehefteten, unregelmüssig fiederästigen,
oder auch büschelig geteilten, niemals filzigen, nur mässig mit glatten Rhizoiden
besetzten, zuweilen streckenweise stolonenartigen Stengeln und absteigenden
Stolonen. Paraphylien manchmal an der Abzweigung der Sprosse. Stamm-
querschnitt 5kantig, mit Zentralstrang und diekwandiger Rindenschicht. Aste
zuweilen etwas verflacht, meist jedoch rund und zugespitzt oder auch flagelliform
verlängert. Bll. verschieden gestaltet, stets glatt und nicht papillös, oft in
Nieder-, Stengel- und Astbll. differentiiert. Stengelbll. meist aufrecht abstehend,
seltener dachziegelig anliegend oder einseitswendig, herzfórmig, breit eifórmig
oder mehr elliptisch und zugespitzt, hohl, oft längs faltig, mit abwärts zurück-
geschlagenem, rings oder nur an der Spitze gezähntem bis gesägtem Rand und
einfacher, راک و des Bl. durchlaufender, zuweilen am Rücken gezähnter oder
als Dorn endender Rippe. Blattzellen schmal rhombisch- 6seitig bis linearisch,
meist ohne, seltener mit deutlichem Primordialschlauch, an der Basis gewöhnlich
getüpfelt und in den Blattflügeln differentiiert, mehr oder weniger erweitert,
quadratisch oder kurz rektangulär-6seitig. Astbll. schmäler, mehr
eilanzettlich und zugespitzt. Blüten 2häusig oder pseudomonócisch, selten;polygam;
mit Paraphysen. Wenn die ۵ Blüten sowohl stengel- als astständig sind, 0
enthalten die ersteren gewöhnlich eine grössere Anzahl von Antheridien. Hüllbll.
des zuweilen wurzelnden Perichätiums meist sparrig zurückgebogen, zartrippig oder
rippenlos. Kapsel auf gerader, verlängerter, glatter oder rauher, oben 8ê”
krümmter Seta geneigt bis horizontal, eifórmig oder oval bis länglich ellip-
| 1 =s kurzhalsig, hochrückig, derbwandig, mit mehr oder weniger lang
1) Von ġiyzos Schnabel und si gut, echt, tüchtig.
=’ BD ee
geschnübeltem Deckel und meist differentiiertem Ring, trocken und entdeckelt
stärker gekrümmt. Epidermiszellen der Kapselwand meist dickwandig, jedoch
nie deutlich kollenchymatisch, am Rücken etwas länger als an der Bauchseite,
am Halsteil mit normalen Spaltöffnungen. Haube nur selten bis zur Urnen-
mitte reichend. Peristom dicht an der Mündung inseriert, demjenigen der
Brachythecien ühnlich.
Aussereuropüische Arten dieser Gatt. waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr
1879 bereits 44 bekannt, wührend bis jetzt schon die doppelte Anzahl beschrieben ist.
A. Panckowia (Neck.) Lindb. ex p.
Bl. lüngsfaltig. Stengel- und Astbll. sehr verschieden. Rippe am Rücken
der Bll. oft als Dorn endend. Seta glatt.
1. Eurhynchium strigosum (Hoffm.) Br. eur. 1854.
Hypnum Hoffm. 1796, H. thuringicum Brid. 1801, H. pulchellum Hedw. 1801, H.
velutinoides Voit 1810, Rhynchostegium De Not. 1867, Rhynch. Progelii Sauter 1870; ef. Rbh.
FL IV, Nr. 758.
Zweihüusig oder auch pseudomonócisch mit kleineren 6 Pflänzchen,
die den Stengeln der o Pflanzen mit ihren Wurzelhaaren anhaften; die 6 Blüten
mit rippenlosen, eilanzettlichen, zugespitzten Hüllbll., wenigen kleinen Antheridien
und spürlichen Paraphysen. Nur wenig glünzende, mehr oder weniger dichte,
etwas starre, struppige, an Brachyth. velutinum erinnernde Rasen mit kriechen-
den, streckenweise stolonenartig umherschweifenden und absatzweise fast fiederig
oder büschelig verästelten, rotwurzeligen Stengeln, 3-6 mm langen, meist ein-
fachen, allmählich verschmälerten Ästen, nebst absteigenden Stolonen, teils
mit, teils ohne rundliche Paraphyllien. Niederbll. rippenlos, fein gezähnt, aus
eiförmiger Basis lang und fein zugespitzt. Stengelbll. feucht abstehend,
trocken locker anliegend, 1—1,2 mm lang, aus etwas herablaufender, herz-
eiförmiger Basis allmählich fein zugespitzt, undeutlich längsfaltig, mit
flachem, rings scharf gesägtem Rand, oft etwas gedrehter Spitze und grüner,
bis %, des Bl. durchlaufender, am Rücken als Dorn endender Rippe. Blatt-
zellen aufwärts sehr eng, nur 6 u und 8—12 mal so lang, an den schwach
ausgehöhlten oder längs des Saumes eingedrückten Blattflügeln quadratisch
und kurz rektangulär, nur wenig breiter, 9—10 u und nicht gerade zahlreich
Astbll viel kleiner, aus eiförmiger Basis kürzer zugespitzt, mit schärfer
gesägtem Rand und ähnlich wie bei den Stengelbll. mit als Dorn endender
Rippe. Perichätium wurzelnd; die sparrigen, rippenlosen inneren Hüllbll. aus
halbscheidiger Basis rasch in eine halb so lange, gesägte Pfriemenspitze ver-
schmälert, am Grunde derselben oft etwas ausgefressen gezähnt. Scheidchen
von zahlreichen Paraphysen umgeben. Kapsel auf 1—1,8 cm langer, roter,
dünner, glatter, gedrehter Seta fast horizontal, oval bis länglich ellipsoidisch
und hochrückig, rötlichbraun, etwas dünnwandig, mit aus gewölbt-kegeliger
Basis dünn und schief geschnäbeltem Deckel und 2—3 reihig breit sich ab-
lósendem Ring, trocken unter der Mündung verengt, entdeckelt eingekrümmt,
— 410 —
entleert unter der Mündung weniger verengt und meist nur 1,5 bis hóchstens
2 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand mit etwas stärker verdickten
Lüngswünden, am Rücken kurz rektangulür, am Urnenrand in einigen Reihen
rundlich-6 seitig, auch an der Bauchseite fast rundlich-6seitig. Peristomzähne
brüunliehgelb mit orangefarbener Insertion und hellen, papillósen Spitzen, breit
gesäumt, aussen querstreifig, innen mit mindestens 25 niedrigen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von پل Zahnhóhe, goldgelb und fein papillós,
mit breit klaffenden Fortsätzen und je 2 knotigen Wimpern. Sporen 10—14
oder 12—16 u, rostfarben und fein gekórnelt. Reife im Winter, an trockneren
Standorten schon im September und Oktober. Br. eur. Vol. V, Tab. 519.
Auf lehmigem oder sandig-lehmigem Boden, in Wäldern und Gebüschen, an
Steinen und Baumwurzeln oder auf der Erde, von der Ebene bis in die Voralpen-
region in 1870 m allgemein verbreitet, auch in Algier und Nord-Amerika. Nach
Arnell im Jeniseithale Sibiriens bis 63° n. Br. häufig, jedoch nur in der var.
praecox die arktische pn erreichend. Steigt in den Piemonteser Alpen bis in
3480 V, 12, a) Stengelbl, b) Astbl., d) Paraphyllium, e) Kapsel,
f) ike vergrósserte zd gez. nach dahier bei Laubach und bei Darmstadt
ges. Expll. ۱
Var. lignicola Limpr., eine kräftigere Form in sehr dichten Rasen mit fast
büschelig verästelten Stengeln, mit grösseren, deutlicher gefalteten, denen von
striatulum ähnlichen, undeutlich gezähnten Stengelbll. mit engerem Zellnetz, sowie
mit kleineren, stumpflichen, dicht dachziegeligen, oft fast sparrig abstehenden Astbll.
— auf faulem Holz in Tirol 1899 von Gander gesammelt;
var. praecox (Hedw.) = imbricatum Schpr. mit kürzeren Stengeln und BI.,
mehr dachziegelig beblätterten, etwas kätzchenartigen, aufrechten Ästen und
breit eifórmigen, kürzer zugespitzten oder stumpfen Astbll. — an trockeneren,
sonnigen Standorten und namentlich auf Kalk- und Mergelboden. S. XLV, 12,
c) Bl; gez. nach einem von Zetterstedt in Norwegen ges. Expl.
Der Massstab der Zeichnung dürfte im Verhältnis zu XLV, 13 etwas grösser
sein, da die Bll. von Æ. strigosum oft noch grösser und breiter als von diversifolium sind.
2. Eurhynchium diversifolium (Schleich.) Br. eur. 1854.
Hypnum Schleicher 1807 ex p., Eurh. strigosum v. Mol. & Lor. 1867, Bun.
strig. v. Anzi 1875, Hypnum strig. v. Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 7
Zweihüusig oder pseudomonócisch; die d Blüten mit ge.
eifórmigen, kurz zugespitzten Hüllbll. und wenigen kleinen Antheridien ohne
Paraphysen. Der var. praecox der vorigen Art ähnliche, dicht verwebte,
polsterförmige, etwas glänzende Rasen mit 1-9 cm langen, streckenweise stoloni-
formen und dicht mit braunen Rhizoiden besetzten, an den aufsteigenden
Enden unregelmässig fiederig verzweigten Stengeln, und ebenso verzweigten
stumpfen, drehrunden sekundären Stengeln, nebst 2—4 mm langen, aufrechten;
stumpfen, kützchenartigen, dicht gestellten Ästen, auch mit Stolonen-
Paraphyllien an der Abzweigung der Äste zahlreich, eirundlich und am Rande
ee gezähnt. Niederbll. aus herzfórmiger Basis lang und fein ZU
| y nus oder mit nur zarter Rippe. Stengelbll. gedrängt, dicht
— 41 —
dachziegelig, 0,8—0,9 mm lang, aus enger, weit herablaufender, 3eckig-
herzförmiger Basis ziemlich rasch schief und fein zugespitzt, hohl und
längsfaltig, mit rings klein gezähntem, flachem Rand und etwas veränder-
licher, meist gegen die Mitte und nicht als Dorn endender Rippe. Blattzellen
etwas derbwandig, mit deutlichem Primordialschlauch, 6 u und 4—7 mal so
lang, an der Basis getüpfelt, gelb- und diekwandig, an den ausgehöhlten Blatt-
flügeln in sehr grosser Anzahl quadratisch, oval oder kurz rektangulär
und 8—9 u. Bil. der Hauptäste, resp. der sekundären Sprosse denjenigen
der Hauptsprosse ähnlich, diejenigen der kleineren Aste aber eiförmig mit ab-
gerundeter, krenulierter Spitze, fast ganzrandig und fast ohne Rippe, oder mit
bis ?/, des Bl. durchlaufender Rippe. - Perichätium wurzelnd; die rippenlosen,
sparrigen inneren Hüllbll. in einen gewundenen, aufwärts gesägten Pfriementeil
rasch verschmälert, am Grunde des letzteren meist ausgefressen gezähnt.
Scheidehen von Paraphysen umgeben. Kapsel auf nur 5—7 mm langer,
dicker, roter, rechts gedrehter, glatter Seta horizontal, kurzhalsig, oval und
hochrückig, braun und derbwandig, mit aus konvexer Basis lang und dünn
geschnäbeltem Deckel und 2reihigem, lange bleibendem Ring, trocken und
entleert unter der Mündung nur wenig verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand mit etwas stärker verdickten Längswänden, am Rücken verlängert, an
der Bauchseite kürzer. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, sattgelb
und schmal gesäumt, mit fast glatter, treppenförmig gezähnter Spitze, aussen
quer gestreift, innen mit 25— 30 niedrigen Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von etwa ولا Zahnhóhe, bräunlichgelb und fast glatt, mit anfangs nur
geschlitzten, bald klaffenden oder divergent gespaltenen Fortsützen und mit
kurzen Anhüngseln versehenen Wimpern. Sporen 14—18 u, bräunlich und
fein gekörnelt. Reife im Spätsommer. Br. eur. Vol. V, Tab. 520.
Auf humosem, steinigem Boden des Schiefer- und Urgebirges der Alpen von
1800— 2870 m, auch aus den Pyrenüen, von dem Dovrefjeld Norwegens, aus Lapp-
land und Nord-Amerika bekannt; von Schleicher in Savoyen entdeckt. S. XLV, 13,
a und b) Stengelbll, c und d) Astbll., e) Kapsel, f) inneres Perichätialbl., g) Habitus-
bild; gez. nach einem in 2000 m in Frankreich ges. Expl. aus dem Herbare
Renauld's.
Von var. praecox der vorigen Art durch die zahlreichen Blattflügelzellen etc.
verschieden,
3. Eurhynchium circinatum (Brid.) Br. eur. 1854.
Hypnum Brid. 1819, H. strigosum v. Brid. 1827, H. distans Brid. 1827, H. Leskea
Grev., H. mediterraneum W. Ph. Schpr., H. strig. v. minus De Not. 1838, H. Grevillii Rab.
Leskea distans De Not. 1869. Rhynchostegium De Not. 1867; ef. Rbh. Kr. IV;
Nr. 760. Alsia Kindb. 1897 und Leskea Lindb. 1899; cf Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 822.
Zweihüusig, in oft geschlechtlich getrennten Rasen; die © $ Blüten zahlreich
an sekundären Sprossen, mit stumpfen äusseren und aus eitórmiger Basis
lanzettlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., schmalen, kleinen Antheridien
und längeren Paraphysen, die و Blüten mit sparrig abstehenden, an der
Pfriemenspitze gezähnten Hüllbll., etwa 20 Archegonien und sehr zahlreichen
Pe a P
längeren Paraphysen. Ausgebreitete, niedergedrückte, gelbgrüne oder sattgrüne,
trocken ziemlich starre, spröde, etwas an Pterogonium erinnernde Rasen mit
kriechendem, stoloniformem, büschelig wurzelhaarigem Hauptstengel nebst Sto-
lonen, sowie mit aufsteigenden bis aufrechten, oberwärts büschelig bis fiederig
beasteten, bogig niedergekrümmten sekundären Stengeln mit stoloniformen,
wurzelnden Enden und 6—10 mm langen, runden, trocken fast kreisfórmig
abwürts gekrümmten, spitzigen Ästen. Stammquerschnitt mit kleinem Zentral- x.
strang und 5zellreihiger, dickwandiger, gelblicher Rindenschicht. Paraphyllien E
spärlich. Niederbll. aus dreieckig-herzfórmiger Basis lang zugespitzt, mit fein
gezihntem Rand und in der Mitte endender Rippe. Stengelbll. feucht abstehend,
trocken etwas einseitswendig locker anliegend, aus nur wenig oder kaum herab-
laufender, eifórmiger oder etwas eiherzfórmiger Basis rasch lanzettlich zugespitzt,
hohl, nur schwach faltig, mit bis zur Mitte herab scharf gesägtem, an
der Basis etwas zurückgeschlagenem Rand und krüftiger, kurz vor der Spitze
endender, grüner Rippe. Blattzellen derbwandig, ohne sichtbaren Primordial-
schlauch, oberwürts 6—7 u und 2—4 mal so lang, nach dem Rand zu mehr
rhombisch, nach der Basis zu in sehr grosser Anzahl fast bis zur Rippe
quadratisch, oder infolge der stärkeren Verdickung der Wände rundlich
oder oval, am Rand weiter hinauf quadratisch oder etwas schief und etwa
8—10 u. Astbll mehr eilanzettlich und kaum faltig, mit am Rücken durch
vortretende Zellecken etwas rauher Rippe. Perichätium nicht wurzelnd; die
sparrig oder einseitswendig abstehenden Hüllbll. aus eiförmiger Basis allmählich
lang zugespitzt, mit zarter Rippe und aufwärts scharf gezähntem Rand.
Scheidchen mit gelblichen Paraphysen. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, purpur-
roter, glatter, rechts gedrehter Seta geneigt, länglich ellipsoidisch und nur
schwach hochrückig, gelbrötlich und dünnwandig, mit aus hochgewölbter Basis
kurz geschnäbeltem Deckel von nur halber Urnenlänge und 2reihigem, breit
sich ablösendem Ring, trocken und entleert unter der Mündung mehr oder
weniger verengt, fast zylindrisch und 2—2,5 mm lang. Peristomzähne an der
Basis verschmolzen, bräunlichgelb und schmal gesäumt, mit hellen papillösen
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit etwa 30 niedrigen Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von !/; Zahnhöhe, gelb und papillös, mit klaffenden
Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen 14—18 oder 16—20 وا
gelb und fast glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V. Tab. 521.
Auf der Erde an steinigen Orten in den Ländern um das Mittelmeer, steril
auch in England; von Bridel 1803 an Kalkfelsen in England entdeckt. Häufig
in Algier, Tunis und Klein-Asien. S. XLV, 4, a und b) Bll, c und d) Kapseln,
e) stärker vergrösserte Blattzellen, sowie XXXI n a) Bl, b) Perichätialbl.,
. € und d) Kapseln; gez. nach von E. Levier in Italien ges. Expll.
4. Eurhynchium deflexifolium (Solms-Laubach).
(qeu -prum Solms 1868, Scorpiurium rivale Schpr. 1876, Hypn. circinale v. inundatum
OU. in Husn, Eurh. circinatum v. Bolay 1884, Eurh. circinatum v. rivale und inundatum
Jaeger &S. 1878; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 760 v. £.
— 473 —
Zweihäusig; die sparrigen و Blüten wurzelnd, mit aus scheidiger, schwach-
rippiger Basis stumpflich zugespitzten äusseren und rippenlosen, länger scharf
lanzettlich zugespitzten, fein gesägten inneren Hüllbll., sowie mit nur wenigen
(etwa 6) Archegonien und längeren, hyalinen Paraphysen. Habituell etwas
an Amblystegium fluviatile erinnernde, schwellende, olivengrüne bis bräunliche,
glanzlose Rasen mit niederliegendem, meist von den BU. entblósstem, holzigem
Hauptstengel und mehr aufsteigenden, verlüngerten, etwas weitläufig oder gegen
das Ende mehr büschelig beasteten sekundären Stengeln und 0,5 —1, ,2 em langen,
geschwollen kätzchenförmigen, meist etwas eingekrümmten, stumpflichen oder
kurz zugespitzten, nur selten mehr flagellenartig verlängerten Ästen. Stengel-
bll. gedrängt dachziegelig, einseitswendig niedergebogen, hohl und faltig,
bis 1,3 mm lang, aus etwas schmälerer, zuweilen schwach geöhrter, nur kurz
herablaufender Basis breit eifórmig und kurz und breit zugespitzt, oft
stumpf und nur wenig lünger als breit, mit an der Basis zurückgeschlagenem,
aufwürts fein gesügtem Rand und sehr krüftiger, 5schichtiger, kurz vor
der Spitze endender, am Rücken oft rauher oder óberwürts schwach gezühnter
Rippe. Blattzellen mit deutlichem Primordialsehlauch, ühnlich wie bei voriger
Art, jedoch dickwandig und infolge stürkerer Verdickung mit mehr spindel-
fórmigem oder rundlichem und ovalem Lumen, mitten 6 u und 2—4 mal so
lang, gegen die Spitze 7 u und wie am Rand mehr rhomboidisch und rhombisch,
gegen die Basis und noch weiter hinauf an den Blattflügeln stärker verdickt,
rundlich-6seitig bis quadratisch oder kurz rektangulär und 8—9 u. Astbll.
etwas kürzer und mehr eifórmig. Sporogon unbekannt.
n periodisch überrieselten Steinen und Felsen der Bach- und Flussufer des
westlichen Europas; von H. Graf zu Solms-Laubach an überrieselten Granitfelsen
bekannt. S. LVIII, 5, a und b) Bll, e) Habitusbild, d) stürker vergrósserte
mittlere Blattzellen, e) inneres Hüllbl. der و Blüte; gez. nach einem von F. Renauld
bei Orthez in den Pyrenäen ges. Expl. Die Pflanze erinnert in vieler Beziehung
an ein Limnobium, scheint jedoch zu der vorigen Art in demselben Verhältnis zu
stehen, wie Amblystegium fluviatile zu irriguum. Ihre richtige Stellung lässt sich
nur nach dem Sporogon bestimmen.
5. Eurhynchium striatum (Schreb.) Schpr. 1856.
Hypnum Schreber 1771, H. rusciforme Haller, H. longirostre Ehrh. 1788, H. elasticum
Brid. 1812, Eurhynchium longirostre Br. eur. 1854, Rhynchostegium De Not. 1867, Hylocomium
indb. 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 761.
weihäusig und pseudomonócisch; die 6 Blüten mit aus eiförmiger
Basis lanzettlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll. und meist zahlreichen
dieken Antheridien nebst Paraphysen. Habituell an Hylocomium brevirostre
erinnernde, nur locker zusammenhängende, freudiggrüne, glänzende Rasen mit
robusten, 10—15 cm langen, stellenweise stoloniformen, büschelig wurzelhaarigen,
bogig niedergestreckten oder aufsteigenden, unregelmässig, fast baumartig
poss
dita epo et
— 44 —
verästelten Stengeln und 1,5—2 cm langen, gebogenen, meist gegen die Spitze
verschmälerten und selbst flagellenartig verlängerten Ästen, nur selten
mit Stolonen oder rundlichen Paraphyllien. Stengelbll. 1,8—2,4 mm lang,
dicht gedrängt sparrig abstehend, aus etwas herablaufender, breit herz-
eiförmiger Basis kurz zugespitzt, hohl und stark längsfaltig, mit flachem,
rings entfernt und scharf, aufwärts etwas stärker gesägtem Rand und meist
“s des Bl. durchlaufender, am Rücken undeutlich gezähnter, zuweilen als kurzer
Dorn endender Rippe. Blattzellen mit sichtbarem Primordialschlauch, 7 u und
7—12 mal so lang, an der Spitze kürzer, nur 4—5 mal so lang, gegen die
Basis mehr verlüngert rektangulür und getüpfelt, auch etwas breiter, an der
Insertion 10—12 u, an den ausgehöhlten, resp. längs des Saums eingedrückten
Blattflügeln etwas erweitert, rektangulär-6 seitig, bis 18 u, wasserhell und
getüpfelt. Astbll. den Stengelbll. ähnlich, nur kürzer und schmäler und mit
halb gedrehter Spitze. Perichätium sparrig und gewöhnlich wurzelnd; die
Hüllbll. meist rippenlos und mit zurückgebogener, ganzrandiger oder gezähnter
Pfriemehspitze, die inneren allmählich länger pfriemlich, an der Spitze gezähnt
und zuweilen mit undeutlicher, dünner, bis in die Pfrieme reichender Rippe.
Scheidchen mit langen Paraphysen. Kapsel auf 2—3,5 cm langer, purpurroter,
glatter, rechts gedrehter Seta geneigt bis fast horizontal, aus deutlichem
Halse schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, etwas hochrückig oder auch
gekrümmt, kastanienbraun und derbwandig, mit aus konvexer Basis sehr lang
und dünn geschnäbeltem Deckel von fast Urnenlänge und dreireihig sich
ablösendem, breitem Ring, trocken unter der Mündung nur wenig verengt, aber
stärker gebogen. Epidermiszellen der Kapselwand rings stark verdickt, am
Rücken rektangulär- oder oval-6 seitig, an der Bauchseite und am Urnen-
rand nur rundlich-6 seitig und verhältnismässig klein. Peristomzähne orange-
farben bis bräunlich, zart gesäumt und mit dicht papillösen, hellen Spitzen,
aussen querstreifig, innen mit zahlreichen abwärts dicht genäherten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von mindestens !/, Zahnhöhe, gelb und fein
papillös, mit schmal klaffenden Fortsätzen und je 2—3 hellen, knotigen oder
mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 12—16 u, olivengrün und
fast glatt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 523.
In Laubwaldungen oder Gebüsch auf der Erde oder auch an Felsen und am
Fusse der Bäume von der Ebene durch die Bergregion Europas bis in 1000 m häufig,
in den Alpen bis 1800 m aufsteigend, auch in Norwegen, Schweden und Finnland;
wird schon von Dillen in der Hist. musc. von 1741 erwähnt. Findet sich nach d
Bescherelle auch in Algier. S. XLV, 8, a) Bl., b) Blattflügel, c) Paraphyllium, d) stürker à 5
vergrösserte Zellen, e) Kapsel und f) als Dorn endende Rippe; gez. nach dahier 3
bei Laubach und bei Darmstadt ges. Expll.
Var. pachyeladum mit gegen das Ende nicht verschmälerten, sondern
stumpfen, dicken, runden Ästen und kurz zugespitzten Bll. — in Fichtenwaldungen
auf dem Ramsberg dahier bei Laubach.
ee Andert je nach dem Standort mit kürzer oder länger zugespitzten Bll. öfters
A u ‚ab. Bei von mir am Auerbacher Schloss in der Bergstrasse ges.
zeigen die inneren Perichätialbll. eine schwache Rippe.
— 475 —.
6. Eurhynchium meridionale (Schpr. De Not. 1863.
Hypnum Schpr. 1848, H. striatum v. Duriaeanum Mont., H. fiescens C. Müll. 1851,
Eurh. longirostre var. Br. eur. 1854, Eurh. striatum var. Schpr. 1856, "Mute bnc ^ Not.
1867; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 762. Hylocomium Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 899.
Zweihüusig. Gleichsam Übergangsform zwischen der vorigen und
folgenden Art, in ausgedehnten, rótlichgelb- bis brüunlichgrünen, etwas starren,
dichten Rasen mit kriechenden, streckenweise stoloniformen, unterbrochen
fiederig bis büschelig beasteten Stengeln, nur 4—8 mm langen, meist stumpflich
zugespitzten, gleichdicken Ásten und absteigenden Stolonen, sowie mit zahl-
reichen rundlichen oder halbkreisfórmigen Paraphyllien. Ndrbll. locker gestellt,
3eckig-herzfórmig und rasch sehr lang und fein pfriemenfórmig. Stengelbll. bis
1,8 mm lang, trocken etwas kraus, dicht gedrängt und sparrig, aus breit
3eckig-herzförmiger Basis ziemlich rasch verschmälert und langspitzig, resp.
schmal lanzettlich bis pfriemenförmig fein zugespitzt, nur schwach
unregelmüssig lüngsfaltig, mit rings scharf gesügtem Rand und ?/—*|
des Bl. durchlaufender, am Rücken oben undeutlich gezühnter und oft als
Dorn endender Rippe. Blattzellen sehr eng, nur 4—5 u und 4—9 mal
so lang, an der Basis weit hinauf getüpfelt und 7—9 u, an den sehr stark:
ausgehóhlten schmalen Blattflügeln in grosser Anzahl klein quadratisch
bis rundlich-6seitig oder oval, 9—12 u, grün und dickwandig. Astbll. den
Stengelbll ähnlich. Perichätium sparrig und nicht wurzelnd; die inneren
Hüllbll. aus halbscheidiger Basis plötzlich in eine gezühnte, zurückgebogene
Pfriemenspitze ausgezogen und mit schwach angedeuteter Rippe. Kapsel auf
1,2—1,5 cm langer, roter, glatter, rechts gedrehter Seta länglich-zylindrisch
und schwach hochrückig, gelbrot und dünnwandig, mit aus konvexer Basis
schief geschnäbeltem Deckel und kleinz elligem, 9-3 reihigem, lange bleibendem
ing, trocken unter der Mündung verengt, entdeckelt kürzer als bei voriger
Art, nur 1,6—1,8 mm lang. Peristom kleiner als bei striatum, die Fortsätze
des inneren abwärts gefenstert, aufwärts geschlitzt und die Wimpern oft un-
vollständig ausgebildet. Sporen 14—18 oder 18—23 u, ockergelb und fein
gekörnelt. Reife im Winter.
Auf trockenen, kalkigen Hügeln, am Fusse von Kalkfelsen oder Mauern im
südlichen Europa hier und da in den Ländern um das Mittelmeer verbreitet; im
allgemeinen selten. S. XXXIX, 2, a und b) Bll., c) Paraphyllien, -: Kapsel; gez.
nach von E. Levier in Etrurien am Berge Argentalium und nach vo . Bottini
auf der Etrurischen Insel ee ges. Expl. Die Bll. sind mehr ded wie
bei striatulum, oft fast sparri
7. Eurhynchium striatulum (Spruce) Br. eur. 1854.
ypnum Spruce 1847, H. filescens Brid. 1812, H. striatum var. Mitt., Ehynchostegium
Wils. 1855, Hypn. Hildenbrandii Garov. 1859; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 763. AE pri
longum var. filescens Brid. 1827, Isothecium Kdb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl IV, 3, S. 822.
Zweihäusig in geschlechtlich getrennten wie gemischten Rasen; die
G Blüten mit ganzrandigen, rippenlosen, aus eiförmiger Basis lanzettlich
-
س 476 —
zugespitzten inneren Hüllbll. und zahlreichen (über 20) Antheridien und längeren
Paraphysen. Habituell etwas an Jsothecium erinnernde, lockere, starre, meist
bräunlichgrüne, schwach glänzende Rasen mit kriechenden, teilweise stolonen-
artigen Hauptstengeln und niederliegenden oder aufsteigenden, fiederig bis
büschelig, fast baumartig verzweigten sekundären Stengeln, mit geraden oder
gekrümmten, mehr oder minder zugespitzten, am Ende nicht wurzelnden Ästen,
hier und da mit kleinblätterigen Stolonen, aber fast ohne Paraphyllien. Niederbll.
aus 3eckiger Basis rasch lang und dünn zugespitzt, fast ganzrandig und mit
kurzer Rippe. Stengelbll. feucht aufrecht abstehend, trocken locker anliegend,
aus verengter, herablaufender, 3eckig-herzfórmiger Basis lanzettlich
verlängert und scharf und fein zugespitzt, bis 1,5 mm lang, mit je
1—2 Falten beiderseits der Rippe, rings scharf gesügtem, an der Basis zurück-
geschlagenem Rand und kräftiger, ?/, des Bl. durchlaufender, unterseits als
breiter, stumpflicher Dorn endender Rippe. Blattzellen derbwandig, 7 u und
4—6 mal so lang, an der Basis gelblich, diekwandig und getüpfelt, sowie kürzer
und breiter, mehr oval-6seitig und 9—12 u, an den stark eingedrückten Blatt-
flügeln ebenfalls in grosser Anzahl oval oder kurz rektangulär, getüpfelt und
dickwandig. Astbll meist flach anliegend, mehr eilanzettlieh und kürzer, rings
scharf gesügt, am Rücken am Ende der Rippe mit stärkerem Dorn. Perichätium
etwas sparrig und nicht wurzelnd; die äusseren Hüllbll. rippenlos, die inneren
mit zarter, kurzer Rippe und in eine zurückgebogene, gesägte Pfriemenspitze
ausgezogen. Scheidchen mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf 1—2 cm
langer, roter, glatter, rechts gedrehter Seta geneigt bis horizontal, oval und
schwach hochrückig, rötlichbraun, mit deutlichem Halse, aus konvexer Basis
dünn und schief geschnäbeltem Deckel und lreihig sich ablósendem Ring,
trocken unter der erweiterten Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand derbwandig. meist oval-6 seitig, am Urnenrand rundlich-6 seitig. Peristom-
zühne an der Basis etwa 3—4 Lamellen hoch verschmolzen, braun, breit
gesiumt und mit hellen, papillósen Spitzen, aussen quer gestrichelt, innen mit
etwa 30 in der unteren Hälfte sehr dicht gestellten Lamellen. Membran des
inneren Peristoms von و Zahnhöhe, gelb und fein papillös, mit anfangs ge-
schlitzten, später klaffenden Fortsützen und je 1—3 fadenfórmigen Wimpern
ohne Anhängsel. Sporen 12—16 u, gelbgrün und fast glatt. Reife im Herbst
und Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 522.
In Wäldern und Gebüschen an schattigen Kalkfelsen oder auch am Fusse
der Stämme im mittleren und südlichen Europa, vorzugsweise in der Bergregion
bis 1440 m, auch in England und den Pyrenäen, selten fruchtend; von R. Spruce
in den Pyrenäen entdeckt. S. XLV, 10, a und b) BIl., c) Periehátialbl, d) Kapsel;
gez. nach von E. Levier in Italien ges. Expll.
* Var. cavernarum Mol. mit kriechenden, peitschenartig verlüngerten Stengeln
und Hauptästen, dicht gestellten, kurzen, geraden, einfachen Ästen und weniger
. versch) en, lockerer gestellten Bll. — in Höhlen und Klüften der Kalkfelsen.
~ Š Eurhynchium euchloron (Bruch.) Jur. & Milde 1870.
mim Bruch und C. M. 1851, Ptychodium Bruch; cf. Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 168.
" emn A as
Zweihäusig; die spärlichen 6 Blüten ast- und stengelständig, mit
kleinen Antheridien und mit Paraphysen. Lockere, schwellende, gelblich- oder
olivengrüne, habituell an ein kleines Ahytidium rugosum erinnernde Rasen mit
stoloniformem, kriechendem Hauptstengel, niederliegenden, dicken, brüchigen,
büschelig oder fiederig beasteten sekundären Stengeln und ungleichlangen, an
der Spitze einseitswendig gekrümmten Ästen, ohne Paraphyllien. Stengelbll.
gedrängt, oft sichelförmig einseitswendig, weit hinauf längsfaltig, aus breit
eiförmiger, oft fast herzförmiger, gefurchter Basis sehr lang lanzettlich verlängert
und allmählich zugespitzt, mit flachem, rings entfernt gesägtem Rand und
dünner, unterhalb der Spitze verschwindender Rippe. Astbll. aus mehr eiförmiger
Basis lanzettlich verlängert und scharf zugespitzt, sowie mit schärfer gesägter
Spitze. Blattzellen sehr schmal linearisch, 6—7 u und etwa 3—4 mal so lang,
an der Basis kaum breiter, in den eingedrückten Blattflügeln in grosser Anzahl
rundlich-6seitig bis quadratisch und 12—18 u. Perichätium nicht wurzelnd,
mit aufrecht abstehenden Hüllbll., die inneren zartrippig, kaum gefurcht
und fast plötzlich in eine lange Spitze ausgezogen. Kapsel auf glatter Seta
geneigt und gekrümmt, mit pfriemlich geschnäbeltem Deckel und breitem,
mehrzellreihigem Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt. Peristomzähne
rostfarben mit helleren Spitzen. Inneres Peristom mit ritzenförmig durch-
brochenen Fortsätzen und knotigen Wimpern. Sporen?
In den Wäldern um das Kaspische Meer an Schiefer- und Kalkfelsen und
am Fusse der Stämme; von Th. Döllinger in der Provinz Abasia bereits 1836
entdeckt. 8. XXXVIII, 5, a) Bl; gez. nach einem von L. Kürnbach 1886 im
Kaukasus ges. Expl. aus dem Herbare Moenkemeyer's.
B. Paramyurium Limpr.
Bll schwach faltig, nur bei püiferum nicht faltig, oval oder eifórmig,
hohl bis lóffelartig und mehr oder minder rasch in eine pfriemliche bis haar-
fórmige Spitze verlängert. Astbll. den Stengelbll. ähnlich. Rippe am Rücken
der BIL nicht als Dorn endend. Seta (germanicum ausgenommen) durch
Warzen rauh.
Hiervon werden E. Tommasinii, piliferum und cirrosum mit dem Amerikanischen
Boseii und Brandegei von A. J. Grout als besondere Gruppe .Cirriphyllum*
behandelt (Revision of the North-American Eurhynchia und Rev. br. 1898, S. 98).
9. Eurhynchium germanicum Grebe 1894.
Eurh. Vaucheri v. fagineum H. Müll. 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 764: Brachythecium
fagineum Kdb.; cf. Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 822.
Zweihäusig; die 6 Blüten noch unbekannt, die Q mit bis 10 Archegonien,
kürzeren Paraphysen und lang pfriemenförmigen, rippenlosen, ganzrandigen
Hüllbll., nur die inneren Hüllbll. am Grunde der Pfrieme gezähnt. Habituell
3n zarte, kurzüstige Formen von velutinoides oder ähnliche Formen von Brachy-
cium populeum erinnernde, weiche, gelbgrüne, seidenglünzende Uber-
Züge mit kriechenden, büschelig wurzelhaarigen, etwas fiederig oder mehr
Seheidchen kurz oval und mit langen Paraphysen. Haube gross, gelblich und
— 48 —
büschelig verästelten Stengeln, kleinblätterigen Stolonen, und niederliegenden,
fadenförmigen, kurzen, meist gleichlangen Ästen, ohne Paraphyllien. Stengelbll.
aufrecht abstehend, aus kurz herablaufender, schmal elliptischer Basis
lanzettlich verlängert und allmählich lang pfriemlich auslaufend, hohl und
nicht faltig, ganzrandig, mit am Grunde zurückgeschlagenem, gegen die
Spitze zuweilen schwach gezähntem Rand und dünner, schmaler, in der Mitte
verschwindender Rippe. Blattzellen dünnwandig, etwa 8—9 u und 6—10 mal
so lang, an der Basis rektangulär und 12—15 u, in den Ecken daselbst nur
wenige nicht breitere Blattflügelzellen. Astbll. den Stengelbll. ähnlich. Kapsel
(nach Limpr.) auf 8 mm langer, roter, glatter Seta geneigt, schmal ellipsoidisch
mit aus enger Basis geschnäbeltem Deckel.
An Buchenwurzeln, seltener an Basalt- oder Phonolith- ete. Felsen in feuchten,
schattigen Bergwaldungen Westfalens und der Rhön bis 750 m; von Dr. Herm.
üller in Westfalen entdeckt und bis jetzt nur einmal von C. Grebe in Westfalen
mit halbreifer Kapsel gefunden. S. XLV, 5, c) Bl; gez. nach von C. Grebe in
Westfalen und bei Willingen in Waldeck ges. Expll.
10. Eurhynchium velutinoides (Bruch) Br. eur. 1854.
Hypnum Bruch 1836, H. filiforme Lamarck 1778, H. piliferum 8 filiforme Brid. 1827,
H. Flotowianum Sendt. ex p. 1841, H. Reichenbachianum Hüben. 1847, H. scleroneuron Hpe.;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 765.
Zweihäusig, gemischtrasig; die stengelstindigen Ğ Blütenknospen mit
eilanzettlichen, allmählich zugespitzten, rippenlosen Hüllbll., grossen Antheridien
und lüngeren Paraphysen. Habituell manchen Formen von Brachytheeium
populeum täuschend ähnlich, in gelblichgrünen oder bräunlichgrünen,
glänzenden, flachen Überzügen mit niedergestreckten, spärlich büschelig
wurzelhaarigen, vielfach geteilten, oft fast regelmässig gefiederten, der Unterlage
meist ziemlich fest anhaftenden Stengeln und aufsteigenden, gedrängten, bis
1 cm langen, gleichmässig beblätterten Ästen, nebst bleichen Stolonen und
schmalblätterigen stolonenartigen Ästen. Niederbll. anliegend, aus eiförmiger
Basis rasch lang zugespitzt, falten- und rippenlos. Stengelbll. feucht gedrängt
aufrecht abstehend, trocken steif aufrecht, aus nur wenig herablaufender,
nicht verengter, gerader Basis länglich lanzettlich, resp. schmal elliptisch
und zugespitzt, schwach 2—4 faltig, mit oft fast rings aufwärts deutlicher
gesägtem, an der Basis schmal zurückgeschlagenem Rand, halb gedrehter Spitze
und vor derselben endender, ziemlich krüftiger, gelbgrüner Rippe. Blatt-
zellen schwach verdickt, 7—8 u und 5— 8 mal so lang, an der Basis kürzer
und breiter, 9—10 u, an der Insertion oval-6 seitig und 12—14 u, in den
Blattflügeln in etwa 4 Reihen quadratisch oder kurz rektangulär und etwas
erweitert, gelbgrün und 12—16 u. Astbll ähnlich, nur etwas kürzer und
schmäler und nach der Spitze zu deutlicher gesägt. Perichätium nicht
"e weled; die äusseren Hüllbll. mit undeutlicher Rippe, die inneren rippenlos
| und allmählich in eine gesügte, aufrecht abstehende Pfriemenspitze verschmälert.
lange bleibend. Kapsel auf 9—12 mm langer, roter, rechts gedrehter, längs
durch zahlreiche Warzen rauher Seta geneigt oder übergeneigt, oval und
schwach hochrückig, gelbrot bis rötlichbraun und ziemlich dünnwandig, mit
kurzem Hals, aus konvexer Basis lang und dünn geschnäbeltem Deckel und
2reihig spät sich ablösendem Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt,
entleert verkürzt und gestutzt, etwa 1,5 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
rektangulär bis oval-6 seitig, mit teilweise etwas stärker verdickten Längswänden,
am Urnenrand in wenigen Reihen rundlich-6 seitig. Peristomzähne dicht an
der Mündung inseriert, an der Basis verschmolzen, abwärts gelb (resp. mit
orangeroter äusserer und hellgelber innerer Schicht), schmal hyalin gesäumt,
aussen mit vortretenden Querbalken und abwärts quer gestrichelt, innen mit
etwa 30 schwachen Lamellen. Von der Seite gesehen erscheinen die Zähne
an der roten äusseren Schicht wie gezähnelt. Membran des inneren Peristoms
von بل Zahnhöhe, gelblich und fast glatt, mit eng geschlitzten, helleren Fort-
sätzen und je 2 zarten, knotigen oder mit kurzen Anhängseln versehenen
Wimpern. Sporen 14—18 u, olivengrün und fast glatt. Reife im zeitigen
Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 528.
In schattigen Laubholzwaldungen an kieselhaltigen Steinen, seltener am Fusse
der Stämme durch die Hügel- und Bergregion bis 900 m zerstreut und auch aus
Norwegen bekannt; von Al. Braun an Sandsteinfelsen bei Heidelberg entdeckt.
An Basaltfelsen des Hohenrain am Jägerhaus dahier bei Laubach im Buchenhochwald
alljährlich reichlich fruchtend. S. XLV, 9, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) von
der Seite gesehenér Peristomzabn; gez. nach dahier am Jügerbaus bei Laubach
ges. Expl. Dem in seiner Gesellschaft wachsenden JBrachythecium populeum var.
rufescens oft täuschend ähnlich.
Eurhynchium Pirotiae Brizi (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 206), welches
Brizi am Gipfel des Monte Pelleechia bei Sabina in Italien in 1300 m gesammelt
hat, soll habituell einem Kurh. velutinoides ähnlich sein (non vidi).
11. Eurhynchium crassinervium (Tayl.) Br. eur. 1854.
Hypnum Tayl. 1836, Rhynchostegium De Not. 1867; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 766.
Brachythecium Kdb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 822.
Zweihäusig; die dicken, stengelständigen 6 Blütenknospen mit breit
eifórmigen, lanzettlich zugespitzten Hüllbl., kurz gestielten, dicken, eifórmigen
Antheridien und längeren Paraphysen, nur die äusseren Hüllbll mit kurzer,
undeutlicher Rippe. An manche Formen von Brachyth. salebrosum erinnernde,
eiwas schwellende, gelbgrüne oder smaragdgrüne, glänzende Rasen mit
kräftigen, verlängerten, unterbrochen stoloniformen, hier und da büschelig
wurzelhaarigen, kriechenden, scheinbar büschelig streckenweise dicht beasteten
Stengeln und aufrechten, ah oder gebogenen, 8—15 mm langen, stumpf-
lichen, runden, feucht gedunsen angeschwollenen Ästen, auch mit klein-
blätterigen Stolonen, aber ohne Paraphyllien. Niederbll. anliegend, zart und
rasch lang zugespitzt, teilweise falten- und rippenlos. Stengelbll. 1,8—2,2 mm
lang, gedrängt, feucht abstehend, trocken fast dachziegelig anliegend, aus
3 SN.
à
— 480 —
nur wenig schmälerer, zuweilen etwas geöhrter, breiter, etwas herablaufender
Basis breit eifórmig oder eilänglich und ziemlich rasch in eine lanzettlich-
pfriemenförmige Spitze von etwa با Blattlänge verschmälert, lóffelartig hohl,
nicht oder kaum faltig, mit an der Basis zurückgeschlagenem, rings
deutlich gesägtem Rand und sehr kräftiger, an der Basis verbreiterter,
über der Mitte oder unter der Pfriemenspitze verschwindender Rippe. Blatt-
zellen kürzer als bei voriger Art, mässig verdickt, 9 u und nur 5—6 mal so
lang, nach der Basis zu kürzer, gegen die Insertion in mehreren Reihen breiter,
mehr rektangulär bis 6seitig und etwa 16 u, an den Blattflügeln in grosser
Anzahl quadratisch oder oval-6seitig, grün und 14— 18 und selbst 20 u.
Astbll kürzer und schmäler, mit !/,—?/, des Bl. durchlaufender Rippe, sonst
ähnlich. Perichätium kurz und nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. mit kurzer,
flacher Rippe und in eine meist gezähnte, abstehende Pfriemenspitze allmählich
verschmälert. Scheidchen kurz und mit Paraphysen. Haube ziemlich gross,
weisslich und lange bleibend. Kapsel auf 8—15 mm langer, roter, rechts
gedrehter, durch zahlreiche grosse, stumpfe Warzen durchaus rauher Seta
geneigt, aus deutlichem Halse oval oder länglich ellipsoidisch und schwach
hochrückig, bräunlichgrün bis rotbraun und derbwandig, im Alter rotbraun,
mit aus konvexer Basis geschnäbeltem Deckel von meist halber bis ?/, Urnen-
länge und 2reihig sich ablösendem Ring, trocken unter der Mündung stark
verengt, entdeckelt 1,5 und selbst bis 2,4 mm lang. Epidermiszellen der
Kapselwand mit stärker verdickten Längswänden, oft fast kollenchymatisch
verdickt. Peristomzähne bis zur Basis getrennt, orangefarben bis braungelb
und mit roter Insertion, gesäumt, aufwärts dicht papillös und mit etwas
treppenförmigen Rändern, abwärts aussen querstreifig, innen mit bis 30 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von 1l, Zahnhöhe, gelb, mit trocken zwischen
den Zähnen durchtretenden, eng geschlitzten Fortsätzen und je 2 papillösen
Wimpern. Sporen 16—20 u, rostgelb und papillós. Reife im zeitigen Frühjahr.
Br. eur. Vol. V, Tab. 529.
An beschatteten Steinen, Kalk- wie Kieselgestein, und an Mauern alter Burgen
etc. durch die Hügelregion und untere Bergregion bis 1300 m zerstreut, auch in
Norwegen und Schweden; von Taylor 1820 in Irland entdeckt. Dahier bei Laubach
in der Gesellschaft der vorigen Art an feuchteren Standorten. Ist nach Bescherelle
auch aus Algier bekannt. S. XLV, 7, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Blatt-
querschnitt; gez. nach dahier bei Laubach und am Alsbacher Schloss an der Berg-
strasse ges. Expll. Ändert je nach dem Standort mehrfach ab:
Var. e Mol. in mehr gold- bis Tubes Rasen — an weniger
Schattigen Standorten;
var. pachyneuron Hampe, eine zarte, dünnästige Form mit schmäleren,
rar me pena erinnernden, weniger rasch zugespitzten Bll. — an Felsen im
; de im Harz, jedoch auch an einem Felsblock im Bachbett der
: TR neben dem Rudhardshäuser Teich am Jägerhaus dahier bei Laubach;
-o ME tede Mol. in schwellenden Rasen mit mehr kützchenfórmigen,
d verlängerter, oft etwas keuliger Kapsel — an feuchteren Stand-
fti; Formen dieser Varietät sind von dem in ihrer Gesellschaft
— 481 —
dahier wachsenden Drachythecium plumosum var. tumidum beim Sammeln oft kaum
zu unterscheiden.
12. Eurhynchium Tommasinii (Sendt.) Ruthe 1873.
Hypnum Sendt, H. Vaucheri Schpr. 1848, H. tenuinerve Lindb., Eurh. Vaucheri Br.
eur. 1854, EAynchostegium Vaucheri Vent. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 767. Brachythecium
Vaucheri Kdb. 1897, Cirriphyllum Grout 1898; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 823.
Zweihäusig und meist gemischtrasig; die stengel- und astständigen
S Blütenknospen mit eiförmigen, plötzlich lang und fein zugespitzten, rippenlosen
inneren Hüllbll., grossen Antheridien und zahlreichen Paraphysen. Ausgedehnte,
weiche, ziemlich dichte, hellgrüne oder gelblichgrüne, seidenglünzende
Rasen mit kriechenden, stellenweise stoloniformen, büschelig wurzelhaarigen
Hauptstengeln, kleinblütterigen Stolonen, aufsteigenden oder aufrechten,
büschelig verästelten, 2—4 cm langen sekundären Stengeln und dicht ge-
stellten, verdünnten, resp. allmählich verschmälerten, oft peitschenartig ver-
längerten und am Ende wieder wurzelnden Ästen, ohne Paraphyllien. Niederbll.
bleich, falten- und rippenlos und mit sehr langer Spitze. Stengelbll. dicht
gestellt, feucht aufrecht abstehend, ohne Pfrieme 2—2,5 mm lang, aus engerer,
herablaufender Basis breit eifórmig bis fast elliptisch und plótzlich in
eine Pfriemenspitze von mindestens !/, Blattlänge ausgezogen, hohl und schwach
faltig, mit an der Basis zurückgeschlagenem, rings undeutlich gezähntem Rand,
meist ganzrandiger Pfriemenspitze und dünner, grüner, dicht über der Mitte
endender Rippe. Blattzellen dünnwandig, 8—9 u und 8—10 mal so lang, in
der Spitze nicht kürzer, eher länger und schmäler, an der Basis etwas lockerer,
kürzer und breiter, mehr 6seitig und getüpfelt, 12—15 u, an den zuweilen
schwach geöhrten Blattflügeln quadratisch oder kurz rektangulür-6seitig und
18—20 u. Astbll. kleiner und schmäler, oft mit deutlich gesägter Spitze und
mit */, des Bl. durchlaufender Rippe. Perichütium fast sparrig und nicht
wurzelnd; die äusseren Hüllbll. rippenlos, die inneren mit angedeuteter,
schwacher Rippe, und aus oben meist etwas buchtig gezühntem Scheidenteil
rasch in eine fast bandartige haarfórmige Spitze ausgezogen. Scheidehen
länglich und mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf 1-9 cm langer, dunkel-
roter, rechts gedrehter, durchaus rauher Seta geneigt bis horizontal, oval,
schwach hochrückig, rotbraun, mit aus konvexer Basis dick geschnübeltem Deckel
von '!,—?, Urnenlänge und 2 reihig leicht sich ablósendem Ring, trocken
unter der Mündung etwas verengt, entdeckelt 1,5 —2 mm lang. Epidermis-
zellen der Kapselwand ziemlich gleichmässig verdickt, vorzugsweise oval-6 seitig,
am roten Urnenrand rundlich-6 seitig und kleiner. Peristomzühne an der
Basis verschmolzen, gelb mit orangefarbener Insertion, hyalin gesüumt und
mit an den Seiten treppenfórmiger, langer, papillóser, feiner Pfriemenspitze,
abwärts aussen querstreifig, innen mit etwa 25 ziemlich gleichweiten, hier und
da durch Schrägleisten verbundenen Lamellen. Membran des inneren Peristoms
von !/—'/ Zahnhóhe, gelb mit trocken zwischen den Zähnen durchtretenden,
hellen, klaffenden Fortsätzen und je 2 dünnen Wimpern. Sporen 10—16 u,
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 31
— 482 —
oliven- oder brüunlichgrün und fein gekórnelt. Reife im Frühjahr. Br. eur.
Vol. V, Tab. 530.
13. Eurhynchium cirrosum (Schwgr.) Limpr. 1897.
Hypnum Schwgr, 1804, Brachythecium Schpr. 1860, Hypn. herjedalicum Hartm. 1864,
Eurhyneh. Vaucheri var. Lor. 1865, Brachyth. Molendoi Schpr. 1865, Brachyth. Funckü
Schpr. 1860, Hhynchostegium De Not. 1867, Eurh. histrio Mol. 1875, Eurh. Vaucheri v.
julaceum Br. eur. 1854, H. Tommasinü v. Julaceum Boul. 1884. cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 768. Cirriphyllum Grout 1898; ef. Rbh. Kr. FL IV, 3, S. 823.
Zweihäusig; die Ğ Blüten unbekannt, die stengelstündigen Q mit bis
20 Archegonien und zahlreichen längeren Paraphysen. Silbergrüne oder
hell goldgrüne, glünzende Rasen mit kriechenden, unterbrochen stoloniformen,
streckenweise durch geschwollen-kätzchenartige Äste gefiederten Haupt-
stengeln, kurz zugespitzten Ästen oder einzelnen, flagellenartig verlängerten
Asten und weit umherschweifenden Stolonen. Niederbll. bleich, klein, zart
und rippenlos, den Stengelbll. ähnlich. Stengelbll. dachziegelig anliegend, aus
herablaufender Basis breit elliptisch bis verkehrt eiförmig, oben abgerundet
und plötzlich in eine röhrig-rinnige oder haarförmige Pfriemenspitze von
Hüllbll. aus oben gezähntem
1 8 g À kgekrümmte Pfriemenspitze
zusammengezogen. Scheidchen mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel (nach Limpr.)
auf 1,5 cm langer, roter, rechts gedrehter, durchaus rauher Seta horizontal, oval
und hochrückig, kastanienbraun, mit nur kurz geschnäbeltem, spitzem Deckel,
trocken unter der Mündung nicht verengt. Peristomzähne bis zur Basis
ass eristoms von !| Zahnhóhe, gelb und fast glatt, mit geschlitzten
m und knotigen Wimpern. Sporen 18—20 u, olivengrün und fein
rekürnelt
— 483 —
An Kalkfelsen in den Alpen von 1400—3000 m. Von Middendorf am
Taimyr-Flusse in Asien noch in 75° n. Br. aufgefunden. Limpricht betrachtet
das Schimper'sche Eurhynchium Vaucheri var. julaceum als die Stammform, zu
der er die sterilen Funck&, Breidleri und Molendoi als Varietäten stellt. Ob dies
gerechtfertigt ist, lässt sich ohne Sporogone nicht entscheiden. S. XXXVIII, 1,
a) Bl, b) Blattspitze, c) stürker vergróssertes Zellnetz; gez. nach von P. Culmann
am Klimserhorn am Pilatus in der Sehweiz und vou Thériot bei Barcelonette in
den Basses Alpes ges. Expll. Dem Zellnetz nach bestehen immerhin einige nicht
unwesentliche Unterschiede zwischen den nachstehenden sterilen Formen.
Var. Breidleri Limpr. = Paramyurium Limpr., eine robuste, mehr an ۸
hebrydarum erinnernde, sterile Form in dichten, flachen, goldgelben und gebräunten,
firnisglänzenden Rasen mit bis 10 cm langen, mehrfach geteilten, unregelmässig
beasteten, umherschweifenden, niederliegenden Hauptstengeln, meist 5—8 mm langen,
geschwollen kützchenartigen Ästen und abgerundeter, kaum herablaufender, fast
geóhrter Blattbasis, sowie mit getüpfelten, verdickten Zellen von 9 u — auf Kalkboden
in Italien in der Raccolanathal-Schlucht bei Chiusaforte im Friaul in 500 m von
Breidler am 25. August 1884 entdeckt;
var. Funckii Mol. = Brachythecium Schpr., in habituell mehr an Brachyth.
turgidum oder glareosum erinnernden, leicht zerfallenden, sterilen Rasen mit oberwürts
fast fiederig beasteten Sprossen, 1— 1,3 cm langen, drehrunden, kätzchenförmigen Ästen,
mit kurz herablaufenden, fast kappenfórmigen Bll., mit etwas dickwandigen Blattzellen
und rundlich-6 seitigen Blattflügelzellen — an felsigen Abhängen kalkärmerer Gesteine
von Chr. Funck in den Heiligenbluter Tauern entdeckt. S. XXXVIII, 3, a) Bl.,
b) Habitusbild, c) stürker vergrósserte Blattzellen; gez. nach einem von Progel
am Kaiserer Joch in Tirol ges. Expl.
Var. Molendoi (Schpr.) Limpr. — Brachythecium Schpr., in lockeren, sterilen,
goldgrün glänzenden Rasen mit niederliegenden, umherschweifenden, über 10 cm
langen Stengeln, nur wenigen, flach wurmartigen, kürzeren, oder längeren, oft ungleich-
langen Ästen, etwas herablaufenden, fast ganzrandigen Bll., engeren, fast wurmförmigen
Zellen von nur 6 u, und mehr ausgehöhlten Blattflügeln mit gut begrenzter Gruppe
dickwandiger, quadratischer bis rundlich-6 seitiger Zellen von 16 u — auf mergeligem,
kalkigem Boden von Molendo 1864 im Algäu gesammelt. S. LITI, 9, a und b) Stbll.,
€) Astbl., d) Habitusbild; gez. nach einem von Molendo bei Marmolada im Val
Fredda 1863 ges. Expl. aus dem bot. Museum zu Berlin.
Bei dem eigentlichen cirrosum ist das Blattzellnetz ziemlich dünnwandig, bei
Hypnum herjedalicum und den übrigen Formen dagegen mehr derb- bis fast dick-
wandig. Sie erinnern teilweise ebensowohl an alpine Kalkformen von piliferum
wie von Tommasinii, insbesondere erinnert Molendoi an eine Sumpfform von ۰
piliferum, die ich in Wiesengrüben bei Darmstadt gesammelt habe.
Eurhynchium romanum Brizi (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 206), welches
Brizi am Monte Viglio in den Simbruinischen Bergen in Italien 1896 entdeckt
hat, soll einem kleinen ۰ piliferum nahe stehen (non vidi).
14. Eurhynchium piliferum (Schreb.) Br. eur. 1854.
Hypnum Schreb. 1771, Rhynchostegium De Not. 1867; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 769.
cassubieum Dicks. 1793, Brachythecium Kindb. 1894, Cirriphyllum Grout 1898; ef.
Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 823. "s
3
— 484 —
Zweihäusig, gemisehtrasig; die dicken, stengel- und aststündigen ð
Blütenknospen mit aus breit eifórmiger Basis lanzettlich zugespitzten, rippen-
losen inneren Hüllbll und mit Paraphysen. Lockere, unregelmässige, nicht
zusammenhängende, hell- bis freudiggrüne, seidenglänzende Rasen mit oft
über 10 em langen, umherschweifenden, niederliegenden, unregelmässig geteilten,
ziemlich regelmässig fiederästigen, spärlich bewurzelten Stengeln, meist
rundlichen, durch die haarförmigen Blattspitzen pinselförmigen Sprossenden
und mit 1—2,5 cm langen, am Ende zugespitzten und daselbst nicht
wurzelnden Asten, ohne Stolonen und ohne Paraphyllien, oder letztere nur
vereinzelt an der Abzweigung der Äste. Stengelbll. aufrecht abstehend, aus
oft weit herablaufender, zuweilen schwach geöhrter Basis breit elliptisch,
oben abgerundet und plötzlich in eine haarförmige Pfriemenspitze
von etwa halber Blattlänge zusammengezogen, hohl und nicht faltig, mit an
der Basis schmal zurückgebogenem, rings entfernt gezähntem Rand und in der
Mitte endender Rippe. Blattzellen dünnwandig, mit meist deutlich sichtbarem,
gewundenem Primordialschlauch, 8—9 u und 8—11 mal so lang, an der Basis
etwas lockerer und getüpfelt, am den herablaufenden Blattflügeln in 3 eckiger .
Gruppe wasserhell und locker rektangulür -6seitig bis fast quadratisch,
16—20 u. Astbll. ähnlich, jedoch schmäler und mit kürzerer Pfriemenspitze.
Perichätium sparrig, nicht oder spärlich wurzelnd; die Hüllbll. rippenlos
oder mit undeutlicher Rippe, die inneren allmählich in eine schwach gezähnte,
sparrige Pfriemenspitze ausgezogen. Scheidchen zylindrisch und mit zahlreichen
langen Paraphysen. Kapsel auf 2—3 cm langer, roter, nur schwach gedrehter,
durchaus rauher Seta übergeneigt bis horizontal, aus deutlichem, kurzem
Halse diek oval oder mehr ellipsoidisch und etwas hochrückig, gelblich bis
rötlichbraun und derbwandig, mit aus gewölbt kegeliger Basis schwach
gekrümmtem, pfriemlich geschnäbeltem Deckel von fast Urnenlänge und
2—3reihig sich ablösendem Ring, trocken und entleert unter der Mündung
verengt und eingekrümmt, 1,8—2,5 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
sehr dickwandig, vorzugsweise oval-6seitig, nur am Urnenrand und an der
Bauchseite mehr rundlich-6 seitig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
rötlichgelb mit roter Insertion, kaum gesäumt, mit langer, hyaliner, feiner,
papillöser Spitze, aussen querstreifig, innen mit über 30 aufwärts kräftigen
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von 1 -—!| Zahnhóhe, goldgelb,
mit geschlitzten oder etwas klaffenden Fortsützen und j je 2—3 schwach papillösen,
knotigen Wimpern. Sporen 19— 16 u, olivenfarben und glatt oder sehr fein
punktiert. Reife im F rübjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 531.
In lichten Laubwaldungen, auf schwach berastem, schattigem Boden oder
Steingeröll in der Ebene und Hügelregion im mittleren Europa bis in 1000 m
verbreitet, jedoch nicht überall fruchtend, steril in den Alpen bis 1800 m, im
| Süden fehlend; von Schreber bei Leipzig entdeckt. Von Arnell auch bei
? Jeniseisk in EE noch aufgefunden. S. XLV, 6, a) Bl., b) Kapsel; gezeichnet
D nach einem von Jack bei Heiligenberg in Baden cfr. ges. Expl An de
"UR ux nn Haarspitzen am Ende der Sprosse von ähnlichen Moosen
— 485 —
leicht zu unterscheiden. Bildet schon mehr den Übergang zur folgenden
Gruppe.
C. Oxyrrhynchium !) Br. eur.
Bl. nicht lüngsfaltig und kurz oder lang zugespitzt, mit am Rücken
meist als Dorn endender Rippe. Seta rauh. (Eurrh. praelonga Schpr. ex parte.)
15. Eurhynchium speciosum (Brid.) Milde 1869.
Hypnum Brid. 1812, H. praelongum var. Brid. 1897, H. Starckii C. Müll. 1851, H.
androgynum Wils., Rhynchostegium androgynum Br. eur. 1853, 1. praelongum v. macro-
carpum Br. eur 1854, Eurh. androgynum Schpr. 1856, itt oiii Vent. & Bott. 1884,
Eurh. Igiene Warnst. 1885; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 770. Hypn. riparioides var. Schwer.
1816; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 823.
E ao ig, zuweilen auch mit rein Ọ Blüten; die stengelständigen,
sparrigen 9 Blüten mit zahlreichen Archegonien und Paraphysen und nur
wenigen Antheridien. Habituell an sehr kräftige Formen von Kurh. Swartzü
oder Eurh. praelongum erinnernde, lockere, verworrene, gelbgrüne bis dunkel-
grüne, glänzende Rasen mit weit umherschweifenden, am Grunde stoloniformen,
aufwärts unregelmässig geteilten, nur hier und da mit büscheligen Wurzelhaaren
besetzten, meist unregelmässig fiederästigen Stengeln und 1—2 cm langen, fast
2zeilig beblütterten, spitzen Ästen, ohne Paraphyllien. Niederbll. klein,
aufrecht abstehend. Stengelbll. 9 mm lang, locker gestellt, M bend
breit eilan zettlich, resp. aus etwas herablaufender, schmal eifórmiger Basis
scharf lanzettlich zugespitzt, fast flach, nicht faltig, mit rings scharf ge-
sügtem, nur an der Basis etwas zurückgeschlagenem Rand und kräftiger,
kurz vor der Spitze am Rücken als Dorn endender Rippe. Blattzellen
mit deutlichem Primordialschlauch, 7—8 u und 6—12 mal so lang. in der
Spitze nur 4— 6 mal so lang, an der Basis getüpfelt, kürzer und breiter,
12—14 u, nach den Ecken zu mehr rektangulär, grün und bis 16 u. ۰
den Stengelbll. ähnlich, fast 2 zeilig abstehend, kleiner, mehr elliptisch bis
eilanzettlich und mit schwücherer Rippe. Perichütium sparrig, nicht oder
wenig wurzelnd; die lockerzelligen, rippenlosen inneren Hüllbll. rasch in eine
gezähnte, fast gleichlange, pfriemliche Spitze verschmälert. Scheidchen mit
zahlreichen Paraphysen. Haube lange bleibend. Kapsel auf 2—3,5 cm langer,
gelbroter, gedrehter, durch hohe Warzen rauher Seta geneigt bis horizontal,
dick oval und hochrückig, rötlichbraun und dünnwandig, mit aus ser
Basis dünn geschnäbeltem Deckel von halber bis پل Urnenlünge und breit
2reihig sich ablósendem Ring, trocken unter der Mündung verengt, entdeckelt
2—24 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand verlängert rektangulär und
mit stärker verdickten Längswänden. Peristomzähne breit lanzettlich, an der
Basis verschmolzen, orangefarben und schmal gesäumt, mit hellen, papillösen
Spitzen, aussen abwärts fein querstreifig, innen mit über 25 gut entwickelten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von halber Zahnhöhe, goldgelb
1) Von é&ée scharf, spitz und $éyzos Schnauze, Rüssel, Schnabel.
— 486 —
und papillös, mit längs klaffenden Fortsützen und je 9-3 knotigen oder mit
Anhüngseln versehenen, papillósen Wimpern. Sporen 16— 20 u, grünlich und
fast glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 517 (Rhynch. androgynum).
Über Steinen und Baumwurzeln an Quellen, Brunnen, Erlensümpfen ete. durch
die Ebene und Hügelregion Europas bis nach Dänemark hin in 560 m zerstreut;
von Bridel bei Rom entdeckt, wird jedoch auch schon von Dillen in der Hist.
musc. von 1741 erwähnt. S. XLV, 1, a und b) StengelblL, c) Astbl, d) Kapsel;
gez. nach steril dahier bei Laubach und mit Frucht von C. Warnstorf am
Molchow-See bei Neuruppin ges. Expll ^ Warnstorf unterscheidet eine var. torti-
folium, densum und inundatum, die mir bis jetzt nicht bekannt geworden sind.
16. Eurhynchium Stokesii (Turn.) Br. eur. 1854.
Hypnum Turn. 1804, H. praelongum L. 1758, H. rigidiusculum Blandow 1804, H. pseudo-
delicatulum Raddi, H. Ludwigii Brid. 1807, H. praelongum var. Brid. 1812, H. orthorhyn-
chum Brid. 1812, Rhynchostegium De Not. 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 771. Eurh. pseudo-
speciosum Kindb. 1897, Eurh. acutifolium Kindb. 1895; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 824.
Zweihäusig; die etwas sparrigen, dieken Ğ Blüten sowohl stengel- wie
astständig, mit aus eifórmiger Basis rasch oder plötzlich lang und scharf zu-
gespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll, sehr kurz gestielten Antheridien und
längeren Paraphysen. Habituell an ein zartes Thuidium erinnernde, ziemlich dichte,
verworrene, oft etwas schwellende, gelbgrüne, ausgedehnte Rasen mit bis 10 em
langen, teilweise stoloniformen, hingestreckten oder niedergebogenen, strecken-
weise dicht gefiederten und selbst doppelt gefiederten, nur wenig bewurzelten
Stengeln und 2zeilig gestellten, 0,8—1,5 cm langen, aufwärts kürzeren Asten,
auch meist mit etwas 3 eckig-lanzettlichen, fast fransig gezühnten Para phyllien
an der Abzweigung der Aste. Stengel- und Astbll. sehr verschieden. Stengelbll.
entfernt und sparrigzurückgebogen, aus weit schmal herablaufender, 3eckig-
herzfömiger Basis rasch in eine lange, schmale, scharfe, abwärts rinnige
Spitze ausgezogen, mit rings scharf gesägtem, nur an den ausgehöhlten
Blattflügeln etwas zurückgeschlagenem Rand und dünner, vor der Spitze endender
ippe. Blattzellen mit deutlichem Primordialschlauch, aufwärts 6—8 u und
5—8 mal so lang, in der Spitze bis 10 mal so lang, abwürts namentlich nach
dem Rand zu kürzer, an den Blattflügeln in grosser Anzahl erweitert,
dünnwandig, rektangulär-6 seitig und bis 20 u. Astbll. dicht aufrecht abstehend,
eilanzettlich und scharf zugespitzt, mit am Rücken deutlicher wie bei den
Stengelbll. als Dorn endender Rippe, gegen die Astenden kleiner. Perichätium
sparrig und nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. rippenlos und in einen band-
artigen, scharf gesägten, zurückgekrümmten Pfriementeil ausgezogen. Scheidchen
mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, dünner, roter,
gedrehter, dureh grosse Warzen rauher Seta horizontal bis nickend, ziemlich
regelmässig oval, nur schwach hoehrückig, grünlichbraun, mit aus gewölbt
kegeliger Basis lang und dünn geschnäbeltem Deckel von Urnenlünge und
2zellreihig sich ablösendem, breitem Ring, trocken und entleert unter
c der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig,
E diris deisad oval-6 seitig, am Urnenrand dünnwandiger. Peristomzähne an der
— 487 —
Basis verschmolzen, bräunlichgelb, breit hyalin gesäumt und mit hellen papillósen
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit über 35 dicht gestellten, nicht hohen
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von halber Zahnhóhe, gelb, mit
ritzenfórmig durchbrochenen, später klaffenden Fortsützen und je 2 knotigen,
papillósen Wimpern. Sporen 10—14 u, grünlich bis bräunlich und schwach
papillös. Reife im Spätherbst. Br. eur. Vol. V, Tab. 526.
An feuchten, schattigen Stellen in den Waldungen, auf der Erde wie an Baum-
wurzeln im mittleren Europa dureh die Ebene und Hügelregion bis in 800 m
zerstreut, seltener im Alpengebiet, jedoch auch aus Norwegen, Schweden und
Finnland, sowie aus Algier und von Teneriffa bekannt; von Stokes in Irland
entdeckt, S. XLVI, 12, a) StengelblL, b) Astbl, c und d) Paraphyllien, e und
f) Kapseln; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. robustum, eine kräftige, habituell an Cratoneuron filicinum | erinnernde
Form in dunkelgrünen, innen rótlichbraunen Rasen mit robusteren Stengeln und
Asten — dahier bei Laubach an Erlenwurzeln in zeitweise austrocknenden Rinnsalen
im Buchenhochwalde;
var. brachycladum, eine kurzüstige Form mit sparrig abstehenden BIl., oft
etwas verdickten, sparrig beblütterten Sprossenden und schmaler, zylindrischer, lang
geschnübelter Kapsel auf nur 1,5 cm langer Seta — an trockneren Standorten im
Wald bei Laubach;
var. densum Warnst., eine weiche, dichtrasige von der Normalform kaum
verschiedene Form — auf Baumstümpfen.
17. Eurhynchium pumilum (Wils.) Schpr. 1856.
Hypnum Wils. 1855, Hypn. Swartzii v. minus Turn 1804, H. praelongum v. pallidi-
rostrum Brid. 1897, H. pallidirostrum Al. Braun. 1897, ۵ praelongum v. Br. eur.
1854, Rhynchostegium De Not. 1867; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 772.
Zweihäusig; die kleinen, stengelständigen 6 Blüten mit nur wenigen
Antheridien und Paraphysen. An Amblystegium serpens oder auch subtile v. tenuissimum
erinnernde, lockere oder dichtere, verworrene, weiche, gelb- oder freudiggrüne,
glanzlose Rasen mit 2—4 cm langen, zarten, dünnen, kriechenden, strecken-
weise stoloniformen, locker unregelmässig fiederüstigen Stengeln und 3—8 mm
langen, dünnen, spitzen, zweizeilig abstehenden Asten. Stengelbll. locker gestellt,
aufrecht abstehend, klein, nur 0,7—0,8 mm lang und meist halb so breit, seltener
etwas breiter, oft etwas schief, nicht herablaufend, hohl, eilanzettlieh und
Scharf zugespitzt, flach- und ganzrandig oder mit undeutlich gezühntem Rand,
und mit vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen mit sichtbarem Primordial-
schlauch, 7 u und 2.—4, seltener bis 5 mal so lang, an den Blattflügeln
nur wenige gelbgrüne, kaum breitere quadratische Zellen. Astbll. locker
abstehend, schmäler, lanzettlich und mit 1 —?/, des Bl. durchlaufender und
am Rücken als schwacher Dorn endender Rippe. Perichätium wenig wurzelnd;
die Hüllbll. nur 1,5 —2 mm lang, meist aufrecht abstehend, aus scheidiger
Basis lang zugespitzt, rippenlos und fast ganzrandig. Scheidchen mit Paraphysen.
Kapsel auf 8—10 mm langer, roter, gedrehter, durch grosse Warzen rauher
Seta geneigt bis horizontal, klein, oval und hochrückig, gelbrot, mit aus
— 488 —
konvexer Basis geschnübeltem, bleichem Deckel und ? reihig leicht sich
ablósendem Ring, entleert unter der Mündung etwas verengt, entdeckelt
1,9—1,6 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand etwas kollenchymatisch
verdickt, vorzugsweise oval-6seitig, am Urnenrand rundlich-6 seitig. Peristom-
zähne an der Basis verschmolzen, rötlichgelb oder rostbräunlich, schmal gesäumt,
mit hellen papillösen, am Rande etwas treppenförmigen Spitzen, aussen quer-
streifig, innen mit über 25 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
1l, Zahnhöhe, gelb und schwach papillós, mit eng geschlitzten, pfriemlichen,
papillósen Fortsützen und je 2 knotigen, papillósen Wimpern. Sporen etwas
ungleich, 10—16 u, gelb und fast glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V,
Tab. 525.
An schattigen, steinigen Orten, unter Gebüsch und in lichten Waldungen an
Sandsteinen, Trachyt und Thonschiefer ete. durch das mittlere und westliche Europa
in der Ebene und Hügelregion hier und da verbreitet; von Al. Braun 1826 am
Heidelberger Schloss und bei Karlsruhe entdeckt. Nach Bescherelle auch aus
Algier bekannt. S. XLVI, 14, a) Stengelbll., b) Astbl, c) Kapsel; gez. nach von
J. Arcangeli und von E. Levier in Italien ges. Expll.
18. Eurhynchium scleropus Br. eur. 1854.
Hypnum Boulay 1872; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 773.
Zweihüusig, gemischtrasig; die stengelständigen & Blüten mit aus
eiförmiger Basis lanzettlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll. und
zahlreichen Antheridien und Paraphysen. Habituell an eine: Übergangsform
zwischen einem kräftigen velutinoides und confertum erinnernde, flache, nieder-
gedrückte, etwas starre, meist dunkel- bis bräunlichgrüne Überzüge mit nieder-
gestreckten, unregelmässig fiederästigen, oder auch zuweilen mehr büschelästigen,
spärlich wurzelhaarigen Stengeln und meist zweizeilig ausgebreiteten,
allmählich verschmälerten, 0,5—1,5 cm langen Ästen. Bil. ziemlich
gleichmässig, feucht abstehend, trocken etwas steif aufrecht. Stengelbll.
1,5—2 mm lang, breit eilanzettlich, resp. aus eiförmiger oder elliptischer,
herablaufender Basis rasch oder mehr allmählich lang zugespitzt, hohl und
nicht faltig, mit flachem, aufwärts scharf gesigtem Rand und !/,—?/, des Bl.
durchlaufender Rippe. Blattzellen mit deutlichem Primordialschlauch, mitten
8 u und 3—5 mal so lang, oft in der Spitze etwas länger, an den herab-
laufenden, etwas ausgehöhlten Blattflügeln kurz rektangulär bis quadratisch und
breiter, 12—16 u. Astbll. schmäler, eilanzettlich bis lanzettlich und mit etwas
engerem Zellnetz. Perichätium nicht wurzelnd; die aufrecht abstehenden
Hüllbll. mit zarter Rippe und rasch in eine lange, gesägte Pfriemenspitze
verschmälert. Kapsel auf 1—1,3 cm langer, dunkelroter, rechts gedrehter,
sehr rauher Seta geneigt bis horizontal, etwas dick oval und hochrückig,
rötlichbraun bis dunkel rotbraun, mit aus gewölbt kegeliger Basis geschnäbeltem
Deckel von fast Urnenlänge und breitem, 2reihigem Ring, trocken und entleert
. unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand verdickt, rundlich-
= und oval-6seitig. Peri ähne rostrot, hell gesäumt, aussen querstreifig, innen
— 489 —
mit sehr zahlreichen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhóhe,
gelb und fein papillós, mit zwischen den Zühnen vortretenden, geschlitzten
Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen 14—16 und 15—20 u,
gelbgrün und fein gekórnelt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 527.
An schattigen, feuchten Granitfelsen in den Thälern der oberen Vogesen bei
Mariakirch von W. Ph. Schimper entdeckt und auch von Mühlenbeck bei
Massevaux später einmal aufgefunden. Selten. S. XLV, 2, a bis c) Bll. (a’ gez.
nach der Br. eur.), d) Kapsel, e) Habitusbild; gez. nach von mir im schattigen
Buchenwald auf steinigem Basaltboden in der Gesellschaft von Schleicheri und
velutinoides am Hohenrain am Jägerhaus bei Laubach in 320 m gesammelten
Expll Von velutinoides durch die robusteren Rasen und meist dunkel rotbraune
Kapsel habituell leicht zu unterscheiden.
19. Eurhynchium praelongum (L.) Br. eur. 1854.
Hypnum L. 1753, Rhynchostegium De Not. 1867, H. distans Lindb. 1879, Eurhynchium
distans Bryhn 1893; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 774,
Zweihäusig; die fast sparrigen J Blütenknospen mit aus eiförmiger
Basis rasch zugespitzten, an der schmalen Spitze gesägten, rippenlosen Hüllbll.,
6—10 kleinen Antheridien und lüngeren Paraphysen. Sehr lockere, aus-
gedehnte, flache, etwas verworrene, freudig- oder gelbgrüne Rasen mit dünnen,
zarten, 6—15 em langen, mehrfach geteilten, weit umherschweifenden, kriechen-
den, streckenweise stoloniformen, nur wenig wurzelhaarigen, entfernt und
unregelmässig beasteten Stengeln und bis 7 mm langen, niederliegenden
oder aufsteigenden Ästen, ohne Paraphyllien. Stengelbll. entfernt, fast
sparrig abstehend, 1—1,2 mm lang, aus nur wenig herablaufender, breit ei-
förmiger bis herzfórmiger Basis etwas kurz lanzettlich und scharf zugespitzt,
nur wenig hohl, mit flachem, rings ziemlich dicht und fein gesügtem Rand un
پل des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen dünnwandig, mit deutlichem
Primordialschlauch, mitten 6—7 u und 7—10 mal so lang, am Rand und in
der Spitze etwas kürzer, auch an der Basis kürzer und breiter, an der
Insertion 12—14 u, an den etwas ausgehöhlten Blattflügeln nur wenige
rektangulär. Astbll ebenfalls entfernt und scheinbar 2zeilig abstehend,
schmäler, die kleineren eifórmig, kurz zugespitzt, fast flach, rings scharf
gesägt und mit am Rücken als Dorn endender Rippe. Zellen an der Spitze
derselben oft fast rhombisch, 9—10 u und nur 2—3 malsolang. Perichütium
wurzelnd und sparrig; die meist zartrippigen Hüllbll in einen langen, zurück-
gebogenen, scharf gesügten Pfriementeil ausgezogen. Scheidchen mit Paraphysen.
Kapsel auf 1—2,5 cm langer, roter, rechts gedrehter, rauher Seta geneigt
bis horizontal, dick oval oder lünglich ellipsoidisch und hochrückig, derbwandig,
braun bis kastanienbraun, mit aus hochgewölbter Basis pfriemlich geschnäbeltem
Deckel von fast Urnenlänge und kleinzelligem, 2zellreihigem, lange bleiben-
dem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand oval-6seitig bis rektangulür, am Rücken mit stärker verdickten Längs-
wänden. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, bräunlich rostfarben,
— 490 —
hyalin gesäumt, mit orangefarbener Insertion und am Rande etwas treppen-
artig gezühnelten, fein papillösen, hell gelblichen Spitzen, aussen querstreifig,
innen mit mindestens 30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
halber Zahnhóhe, gelb und fast glatt, mit anfangs schmal durchbrochenen,
bald klaffenden Fortsätzen und knotigen oder mit kurzen Anhängseln ver-
sehenen Wimpern. Sporen 10—15 oder 12—16 y, rostfarben und fein ge-
körnelt. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 524.
In schattigen Waldungen und Gebüschen, auf Brachückern und an schwach
berasten Orten auf der Erde durch die Ebene und Hügelregion bis in 500 m
häufig, jedoch in den Alpen mitunter bis in 1800 m aufsteigend und fast über den `
ganzen Erdkreis verbreitet. S. XLV, 3, a und b) Stengelbll., c) Perichätialbl.,
d) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. distichum Zett. mit an den Ästen fast 2 zeilig gestellten Bll. Ihr entspricht
mehr die Waldform, eine auf Waldwegen wachsende forma reptans mit kürzer ge-
stielter Kapsel. Sie nähert sich dem ۰ speciosum, während die Pflanzen von
grasigen Standorten (forma pratensis) auch an den Ästen mehr allseitig abstehende
Bll. haben und längere Seta entwickeln.
20. Eurhynchium hians (Hedw.) Jaeger & Sauerb. 1878.
Hypnum hians Hedw. 1801, Pterigynandrum apieulatum Brid. 1806, Hypn. praelongum
C. Müll. ex p. 1851, H. dispalatum Wils., Eurh. praelongum var. Bottini 1891; cf. Rbh. Kr.
Fi. IV, Nr. 775.
Zweihäusig. Habituell an Schleicheri erinnernde, niedergedrückte, der
Unterlage anhaftende, gelbgrüne, glänzende Rasen mit bis 15 em langen,
umherschweifenden, nur wenig geteilten, streckenweise stoloniformen und wurzel-
haarigen, ziemlich dicht und regelmässig beasteten Stengeln, und 0,5—1,5 em
langen, 2reihig gestellten, ziemlich dieht allseitig oder etwas verflacht be-
blütterten, spitzen Asten, ohne Paraphyllien. Niederbll. eifórmig oder lanzettlich
und plótzlieh in eine zurückgebogene Pfriemenspitze von !/, Blattlünge ver-
schmälert, sowie mit kurzer, zarter Rippe. Stengelbll. entfernt, aus nur wenig
herablaufender, herzeifórmiger, hohler Basis rasch in eine schmale Spitze
von و Blattlinge verschmälert, mit rings klein gesägtem, nur an der Basis
etwas zurückgeschlagenem Rand und dünner, über der Mitte endender Rippe-
Blattzellen dünnwandig, 5 u und 7—12 mal so lang, an der Basis getüpfelt,
an den sehwach ausgehóhlten Blattflügeln quadratisch oder kurz rektangulär
und 9 u, auch in der Blattspitze kürzer und breiter. Astbll. dicht gestellt,
breit eifórmig, rasch kurz und breit zugespitzt, sehr hohl, rings scharf gesägt
und mit ®/, des Bl. durchlaufender und als Dorn endender Rippe. Zellen der
Astbll. an der breiten Spitze kurz und locker, 9—14 u und 2—3 mal so lang.
Perichätium nicht oder kaum wurzelnd; die Hüllbll. rippenlos und plötzlich
ln einen sparrig zurückgekrümmten Pfriementeil verschmälert. Kapsel auf
1—1,3 cm langer, roter, rauher Seta fast aufrecht oder geneigt, oval und
p hochrückig, braun und derbwandig, mit aus rotbrauner, gewölbt kegeliger
vue Basis gelb geschnäbeltem Deckel und 2reihig sich ablósendem Ring, trocken
س ]49 —
unter der Mündung nicht oder nur wenig verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand mit stark verdiekten Längswänden. Peristomzähne an der Basis ver-
schmolzen, braunrot mit feinen, hellen, papillösen Spitzen, gesäumt, aussen
querstreifig, innen mit weit vortretenden Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von !/ Zahnhöhe, gelb und fast glatt, mit klaffenden, zuletzt
divergent 2schenkelig gespaltenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern.
Sporen 12—16 u, gelbgrün und glatt. Reife im Spätherbst.
In England, Dänemark, Skandinavien und Finnland, namentlich aber in Nord-
Amerika weit verbreitet. S. LII, 9, a) Niederbl, b) Stengelbl, c) Astbl.; gez.
nach einem von W. Curnow in W. Cornwall in England 1871 ges. Expl. (comm.
Kern) Steht dem Eurhynchium Swartzü sehr nahe und ist wahrscheinlich mit
dessen var. robustum identisch. Auch Jurh. Swartzü var. meridionale Warnst.,
welches Fleischer in Italien gesammelt hat, dürfte hierher zu rechnen sein.
21. Eurhynchium Schleicheri (Hedw. fil.) Lor. 1865.
Hypnum Hedw. fil. 1805, H. praelongum 8 abbreviatum Turn. 1804, H. filescens Brid.
1812, H. praelongum v. filescens Steudel 1824, Eurh. praelongum v. abbreviatum Br. eur. 1854,
Eurh. abbreviatum Brockm. 1869, Rhynchostegium Vent. & Bott. 1884; cf. Rbh. Kr. FI. IV,
Nr. 777. Rhynchost. praelongum var. Brizi; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 826.
Zweihäusig; die stengel- und astständigen 6 Blütenknospen mit rippen-
losen, aus eiförmiger Basis schmal lanzettlich zugespitzten und an der Spitze
gezähnten Hüllbll., gelben Antheridien und längeren, hyalinen Paraphysen.
Ziemlich dichte, flache, an kräftige Formen von Brachythecium velutinum er-
innernde, verworrene, gelb- bis bräunlichgrüne, mehr oder weniger glänzende,
vliessartige Überzüge mit 5 und mehr cm langen, kräftigen, kriechenden,
streckenweise stolonenartigen, mässig wurzelhaarigen, büschelig oder unregel-
mässig fiederig verzweigten Stengeln und genäherten, 3—8 mm langen, auf-
gerichteten, straffen, stumpflichen oder spitzen Asten, ohne Paraphyllien.
Stengelbll. 1,2 —1,4 mm lang, dieht abstehend, nur wenig herablaufend, breit
eilanzettlich, resp. aus breiter, kurz eifórmiger Basis allmählich lanzettlich
zugespitzt, mit flachem, rings gesügtem Rand und لا ول des Bl. durchlaufen-
der Rippe. Blattzellen sehr eng, 4—5 u und 8—18 mal so lang, an der Basis
kaum breiter und mit nur sehr wenigen rektangulären Blattflügelzellen, auch
an der Insertion nur 8—9 u. Astbll. ebenfalls genähert, kleiner, mit halb ge-
drehter Spitze, kürzerem Zellnetz und am Rücken als schwacher Dorn enden-
der Rippe. Perichätium sparrig und wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus
scheidiger Basis plötzlich in einen bandartigen, scharf gesägten Pfriementeil
verschmälert und meist rippenlos. Scheidehen eiförmig und mit zahlreichen
Paraphysen. Kapsel auf 8—12 mm langer, roter, nur schwach gedrehter,
durchaus rauher Seta mehr oder weniger geneigt, kurz und dick oval, hoch-
rückig, rotbraun und derbwandig, mit aus gewölbt kegeliger Basis ge-
schnäbeltem Deckel von Urnenlünge und nur 1—2 reihigem, grosszelligem,
lange bleibendem, breitem Ring, trocken unter der Mündung etwas verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand gleichmässig verdickt, vorzugsweise oval-6 seitig,
— 492 —
am Urnenrand rundlich-6seitig. Peristomzühne fast orangefarben mit gelblichen,
sehr fein papillósen Spitzen, schmal hyalin gesüumt, aussen querstreifig, innen
mit etwa 30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhóhe,
gelb und fein papillós, mit schmal ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je
2— 3 zarten, hyalinen, knotigen Wimpern. Sporen 10—14 u, gelbgrün und
glatt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 525.
In schattigen Waldungen, in Schluchten, auf feuchter Erde und selbst auf
Kohlstellen alter Meiler, gern an Waldbächen, von der Ebene durch die Hügelregion
Europas bis in 800 m zerstreut; von Turner in England und von Bridel 1806
um Rom entdeckt. S. XLVI, 11, a und b) BU., c) Kapsel, d) stärker vergrössertes
Zellnetz; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
22. Eurhynchium Swartzii (Turn.) Curnow 1862.
Hypnum "Turn. 1804, H. atrovirens Sw. 1799, H. praelongum ò atrovirens Brid. 1812
und var. scariosum C. M. 1851, Eurh. praelongum v. atrovirens Br. eur. 1854, Eurh. atrovirens
H. v. Klinggr. 1880, Rhynchost. praelong. v. Vent. & Bott. 1884; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 776.
Zweihäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit breit eifórmigen, rasch
zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbl. Etwas starre, ziemlich dichte,
gelblich- bis bräunlich- oder dunkel- bis schwürzlichgrüne, verworrene, verwebte
Rasen, kräftiger als praelongum, mit kriechenden, spärlich wurzelhaarigen, un-
regelmässig fiederüstigen Stengeln,' ungleichen, 2zeilig gestellten, 5—15 mm
langen, teils stumpfen, teils spitzigen, meist jedoch stumpfen und am Rücken
etwas verflachten Asten und oft mit Stolonen. Stengelbll. genähert, aufrecht
abstehend, nur kurz herablaufend, herzeifórmig und rasch kürzer oder
lünger zugespitzt, bis 1,2 mm lang, sehr hohl, mit rings klein gesägtem, flachem
Rand und krüftiger, vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen ohne deut-
lichen Primordialschlauch, dünnwandig, 6—7 u und 6— 8 mal so lang, gegen
den flachen Rand und in der Spitze kürzer, an den eingedrückten Blattflügeln
in kleiner Gruppe oval-6seitig oder rektangulär bis fast quadratisch, 12—16 u,
gelbgrün oder gelb und verdickt. Astbll. genühert, aufrecht abstehend,
rundlich eiförmig bis eilanzettlich und hohl, bis 1 mm lang, nach der Spitze
zu oft kleiner, rings scharf gesägt, mit nicht gedrehter Spitze und */, des Bl.
durchlaufender, am Rücken als schwacher Dorn endender Rippe. Perichätium
sparrig und spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. rippenlos, allmählich in
eine rinnige, lange, zurückgebogene, am Rande gesägte Spitze verschmälert.
Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, rotbrauner, gedrehter, rauher Seta geneigt,
eiförmig und hochrückig, gelbrot, mit aus hochgewölbter Basis gelb ge-
schnäbeltem Deckel von Urnenlänge und 2—3zellreihigem, breitem Ring,
8: Epidermiszellen der Kapselwand diekwandig. Peristomzähne an der
Basis verschmolzen, gelb und hyalin gesäumt, mit langen, hellen, papillösen
Spitzen, aussen querstreifig. Membran des inneren Peristoms gelb und zart,
von '/; Zahnhöhe, mit klaffenden Fortsätzen und je 2 knotigen, papillösen
: Wimpern. Sporen 10—14 u, olivenfarben und fast glatt. Reife im zeitigen
Td Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 525.
— 493 —
Über nassen Steinen in schattigen Wüldern, auch an Wurzeln und Farnkraut-
stócken durch die Ebene und Bergregion Europas bis in 1100 m hier und da zer-
streut, jedoch selten fruchtend; von O. Swartz bei Stockholm zuerst gesammelt.
Nach Arnell auch in der Urwaldregion Sibiriens im Jeniseithale bis 62" 25' n
Br. nieht selten. S. XLI, 13, a) Stengelbl., b) kleineres Astbl., c) Kapsel; gez. nach von
R. Ruthe bei Bürwalde in der Mark und von mir dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. robustum Limpr. in kräftigeren, fast an ein Limnobium erinnernden
Rasen mit mehr aufgerichteten, kürzeren, dichter beasteten Stengeln, dicken runden
oder am Rücken etwas abgeflachten Asten, oft weniger abstehenden, sehr hohlen,
kürzer zugespitzten Stengelbll und ühnlichen, oft etwas einseitswendigen Astbll. —
von Ruthe bei Bürwalde und von mir an feuchten Stellen einer Waldwiese dahier
bei Laubach gesammelt.
Eurhynchium tieinense Kdb. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 778), welches
Kindberg auf Mauern bei Lugano in Tessin gesammelt hat, bildet kleine, seiden-
glinzende Rüschen mit 1— 2 em langen, unregelmüssig beasteten Stengeln und nur
mm langen Ästen. Bill. eilanzettlich mit gegen die lanzettliche Spitze oft
eingebogenen Rändern und sehr breiter, über der Mitte oder in der Spitze enden-
der Rippe. Die Pflanze macht den Eindruck eines Produktes unvollständiger Ent-
wickelung, das man nach dem Blattzellnetz eher für ein dem rigescens nahestehendes
Amblystegium als für ein Eurhynchium ansprechen kann. Sie unterscheidet sich
von Ambl. rigescens (Taf. XLVIII, 7) durch kürzere und breiter zugespitzte Bll.
mit breiterer Rippe von 35— 50 y.
Die Róll'sehe bei Lugano gesammelte Pflanze, welche damit übereinstimmen
soll, hat in vieler Beziehung grosse Ähnlichkeit mit dem von Juratzka in Nieder-
Österreich gesammelten Brachythecium | densum und erinnert nach den Rhizoiden
am Rücken der Blattrippe ebenfalls an ein Amblystegium. Ohne Sporogon bleibt
die Stellung dieser Pflanze zweifelhaft.
10. Gatt. Rhynchostegium ) Br. eur. 1852.
(Rhyncho-Hypnum Hampe 1873.)
Wenn man von der Schimper’schen Gatt. Rhynehostegium die Gatt.
Rhynchostegiella und Rhaphidostegium abzweigt und Ahynchostegium depressum zu
Isopterygium zieht, so verbleiben von den Europäischen Vertretern derselben
nur lhiüusige Arten, die sich durch Ah. megapolitanum und rotundifolium an
die vorige Gatt. nach dem Zellnetz der Bll. und nach der Kapsel eng an-
schliessen, im übrigen aber sich fast nur durch nicht faltige, weniger ver-
schiedene Ast- und Stengelbll., mehr linearisches Blattzellnetz mit deutlichem,
geschlängeltem Primordialschlauch, weniger hochrückige, oft fast regelmässige
Kapsel, stets glatte Seta und am Rücken glatte Rippe von der Gatt.
Eurhynehium unterscheiden. Epidermiszellen der Kapselwand nicht oder kaum
kollene hymatisch.
Eine schärfere Abgrenzung dieser und der nahe verwandten Gattungen dürfte sich
unter Berücksichtigung der ausländischen Arten empfehlen. Von dieser und der
folgenden Gatt. waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879 bereits gegen 4
1) Von $éyzos Schnabel und or&yos, or&yn Dach, Deckel.
— 494 —
ausländische Arten bekannt, während bis jetzt schon mehr wie die doppelte Anzahl
eschrieben sind.
1. Rhynchostegium rotundifolium (Scop.) Br. eur. 1852
Hypnum Seop. 1772, H. confertum v. Brid. 1812, Hypn. intextum Hüben. 1833,
Eurhynchium Milde 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 783.
Einhäusig; die stengelständigen, kleinen 6 Blütenknospen mit rippen-
losen, elliptischen, kurz und scharf zugespitzten Hüllbll, wenigen (4—6)
Antheridien und kurzen Paraphysen. Habituell an confertum erinnernde, nieder-
gedrückte, locker verwebte, weiche, dunkelgrüne, glanzlose Überzüge mit
2— 4 em langen, kriechenden, streckenweise etwas stolonenartigen, rotwurzeligen,
wenig geteilten, zerstreut beasteten Stengeln und meist horizontal abstehen-
den, 4—10 mm langen, scheinbar 2zeilig beblätterten Ästen, ohne Paraphyllien.
Stengelquerschnitt rundlich-5 kantig, mit kleinem Zentralstrang, lockerem Grund-
gewebe und 2—3schichtiger, gelb- und dickwandiger, bis brüunlicher Rinden-
schicht. Niederbll. klein, aus fast eifórmiger Basis lang zugespitzt. Bl.
entfernt gestellt, feucht abstehend, trocken verdreht. Stengelbll. aus engerer,
etwas herablaufender Basis breit eirund und rasch kurz lanzettlich zugespitzt,
1—1,3 mm lang, mit flachem, aufwärts entfernt gezähntem Rand und grüner,
zuweilen gegabelter, gegen die Mitte endender Rippe. Querschnitt der
letzteren mit differentiierten Aussenzellen und wenigen substereiden Innenzellen.
Blattzellen kaum verschieden, fast durchaus locker rhombisch-6seitig,
etwa 15—18 u und 3 mal so lang, die Randzellen etwas enger. Astbll. ühnlich
nur kleiner, breit elliptisch und mehr allmählich lanzettlich zugespitzt. Perichätium
nicht immer wurzelnd; die inneren Hüllbll. bis 1,5 mm lang, aufrecht abstehend,
aus elliptischer Basis lang lanzettlich zugespitzt, rippenlos und ganzrandig.
Scheidchen mit nur wenigen kurzen Paraphysen. Kapsel auf 0,5—1 cm langer,
roter, glatter Seta geneigt, oval, kurzhalsig und schwach hochrückig, anfangs
olivengrün, im Alter rötlich, mit aus gewölbt kegeliger Basis lang und dünn
geschnübeltem Deckel von Urnenlänge und 1—2reihig sich ablósendem Ring,
entdeckelt unter der erweiterten Mündung etwas verengt und nur 1—1,3 mm
lang. Epidermiszellen der Kapselwand ziemlich locker, nur mässig verdickt,
rektangulär-6 seitig, am Urnenrand in wenigen Reihen rundlich-6 seitig.
Peristomzühne an der Basis verschmolzen, rotbraun und hyalin gesäumt, mit
langen, dicht papillósen, am Rande fast gezühnelten, gelblichen Spitzen, aussen
querstreifig, innen mit über 30 abwürts sehr dicht stehenden, niedrigen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von بل Zahnhóhe, goldgelb und glatt, mit ritzen-
fórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 zarten, knotigen oder mit Anhüngseln
versehenen Wimpern. Sporen 10—14 u, olivengrün bis bräunlich und fein ge-
kórnelt Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 513.
An beschatteten Steinen und Felsen, sowohl Basalt und Trachyt, wie auch
Kalk, und insbesondere an Mauern in der Ebene und Hügelregion hier und da
bis in 800 m im westlichen und mittleren Europa zerstreut; von Al. Braun an den
Mauern des Heidelberger Schlosses entdeckt. S. XLVI, 5, a) Stengelbl, b) Astbl,
— 495 —
c) Kapsel, d) stärker vergrósserte Blattzellen; gez. nach von C. Warnstorf an der
Stadtmauer zu Neuruppin und von Glowacki in Steiermark ges. Expll. Durch das
gleichmässige, lockere, rhombisch-6seitige Zellnetz leicht von anderen Arten zu
unterscheiden.
2. Rhynchostegium megapolitanum (Brid.) Br. eur. 1852.
Hypnum Bland. 1804, H. confertum var. Bruch 1855, Eurhynchium Milde 1869; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 782.
Einhüusig; die stengelständigen 6 Blütenknospen mit aus elliptischer
Basis lang zugespitzten, rippenlosen HüllblL, zahlreichen Antheridien und
längeren Paraphysen. Habituell an Brachythecium campestre erinnernde, nicht
zusammenhängende, sehr lockere, weiche, hell gelbgrüne, etwas glänzende,
unregelmässige Rasen mit nicht stoloniformen, niederliegenden, geschlängelten,
2—10 em langen, nur spärlich wurzelfilzigen, entfernt und unregelmässig
beasteten Stengeln, schlaffen, ungleichen, 0,5—3 cm langen, rundlichen oder
verflachten Ästen und nur wenigen kurzen, 2zeilig beblätterten Ästchen.
Stengelbll. 1,8—2 mm lang, locker gestellt, feucht wie trocken mehr oder
minder weit abstehend, aus enger, etwas herablaufender Basis breit ei-
förmig und allmählich oder auch rasch in eine halbgedrehte, fast pfriemen-
förmige Spitze verschmälert, mit nur an der Basis etwas zurückgeschlagenem,
rings schwach gezühntem Rand und gelblicher, fast ?/, des Bl. durchlaufender,
zuweilen gabelig endender Rippe. Blattzellen mit geschlängeltem Primordial-
schlauch, dünnwandig, aufwärts 8—10 oder 10—12 u und 8—12 mal so lang,
nach der Basis zu lockerer, mehr 6seitig bis fast rektangulär und getüpfelt,
bis 18 u, in den etwas eingedrückten Blattflügeln in grosser Anzahl kurz
rektangulär-6 seitig bis quadratisch und 18—24 u. Astbll. den Stengelbll.
ähnlich, jedoch schmäler, mehr eiförmig und pfriemlich zugespitzt, sowie schärfer
gesägt. Perichätium mehr oder weniger wurzelnd; die inneren, zartrippigen
Hüllbll. aus scheidiger, elliptischer Basis rasch in einen schwach gezähnten,
gewundenen Pfriementeil verschmälert. Scheidehen mit wenigen langen Paraphysen.
Kapsel auf 1 ,5—3 cm langer, dünner, roter, rechts gedrehter, glatter Seta
horizontal, länglich-ellipsoidisch bis fast zylindrisch und bogig gekrümmt, ohne
eckel 1,5—2 mm lang, bräunlichgelb bis rötlichbraun, mit aus gewölbt
kegeliger Basis spitz geschnäbeltem, gleichfarbigem Deckel und rotem,
2reihigem, breitem Ring, trocken unter der Mündung verengt und stärker ge-
krümmt. Epidermiszellen der Kapselwand mit stark verdickten Längswänden,
meist verlängert, am Urnenrand nur in 3—4 Reihen rundlich-6seitig und
etwas dünnwandiger. Peristomzähne fast bis zur Basis gesondert, breit lanzettlich- _
pfriemenförmig, gelbrot mit orangeroter Insertion, hyalin gesäumt, mit langen,
hellen, papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit über 30 aufwärts ent-
fernteren Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhóhe, goldgelb und
fein gekörnelt, mit klaffenden Fortsätzen und 2—3 fadenförmigen, mit An-
hängseln versehenen Wimpern. Sporen 10—14 u, niri er rostgelb
und fein gekörnelt. Reife im Winter. Br. eur. Vol V, Tab. 5
:
— 496 —
Auf der Erde an grasigen, steinigen Orten, unter Hecken und Gebüsch und .
in liehten Waldungen durch die Ebene im mittleren Europa zerstreut, seltener im
Alpengebiet; von O. Blandow bei Waren in Mecklenburg entdeckt, und auch aus
Algier und Tunis bekannt. S. XLVI, 1, a) Stengelbl, b) Astbl, c) Kapsel,
d) stürker vergrósserte obere Blattzellen; gez. nach von C. Warnstorf bei Neu-
ruppin und von mir an der Ludwigshóhe bei Darmstadt ges. Expll.
Var. meridionale Schpr., eine krüftigere, südliche, schon mehr an Brachyth.
rutabulum erinnernde Form mit weniger abstehenden, kürzer zugespitzten Bll., nicht
gedrehter Spitze und engeren Blattzellen von nur 7 u — in den Ländern um
das Mittelmeer.
3. Rhynchostegium confertum (Dicks.) Br. eur. 1852.
Hypnum Dicks. 1801, H. Ludwigii Spreng. 1804, Leskea Ludwigii Brid. 1812, Eurhynchium
Milde 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 784.
Einhäusig; die stengel- und astständigen, schlanken 6 Blüten mit aus
eifórmiger Basis lanzettlich zugespitzten, rippenlosen Hüllbll, wenigen (4—6)
Antheridien und längeren Paraphysen. Niedrige, flache, weiche, hell- bis
dunkelgrüne, seidenglünzende Überzüge mit nicht stoloniformen, spürlich wurzel-
haarigen, 2—3 cm langen, fast fiederig beasteten Stengeln und 0,5—1 em
langen, horizontal abstehenden oder aufrechten, verflachten, spitzen Asten,
ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt rundlich-5 kantig und mit kleinem
Zentralstrang. Stengelbll. aufrecht abstehend, 1,3—1,5 mm lang, aus
engerer, nicht oder kaum herablaufender, eiförmiger Basis allmählich
lanzettlich zugespitzt, fast flach, mit nur an der Basis etwas zurück-
geschlagenem, rings entfernt und schwach gesägtem Rand und !,—?/ des
Bl durchlaufender Rippe. Blattzellen mit geschlängeltem Primordialschlauch,
dünnwandig, aufwärts bis zur Spitze 6—7 u und 10-19 mal so lang, an der Basis in
wenigen Reihen lockerer, rektangulür-6 seitig, doppelt so breit und kaum getüpfelt,
in den etwas ausgehöhlten Blattflügeln bis 18 u. Astbll. scheinbar 2zeilig gestellt,
schmäler und mehr eilanzettlich, Perichätium spärlich wurzelnd ; die aufrechten oder
abstehenden Hüllbll. kaum 1,5 mm lang, aus scheidiger, elliptischer Basis rasch
lang und scharf zugespitzt, mit zarter Rippe und etwas gesägter Spitze.
Scheidehen mit wenigen laugen Paraphysen. Kapsel auf 1 em langer, gelb-
roter, glatter, gedrehter Seta geneigt, länglich ellipsoidisch und schwach
hochrückig, anfangs olivengrün, später hellbraun, dünnwan dig, mit aus
konvexer Basis dünn und spitz geschnäbeltem, gleichfarbigem Deckel und
2 reihigem Ring, trocken und entdeckelt unter der Mündung stark verengt und
gekrümmt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, schmal und verlängert.
Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelbbraun mit papillösen, gelb-
lichen Spitzen, hyalin gesäumt, aussen querstreifig, innen mit über 30 gut ent-
wickelten Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhöhe, gelb
: und glatt, mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2 knotigen, oder
. . mit kurzen Anhängseln versehenen papillósen Wimpern. Sporen 10—15 M,
_ 2 olivenfarben und glatt. Reife im Spütherbst. Br. eur. Vol. V, Tab. 510.
— 497 —
An schattigen, feuchten Steinen, auch an Kalk, an Mauern und steinernen
Brunnen, seltener an Holz oder über Baumwurzeln durch die Ebene und Hügel-
region bis 700 m verbreitet, in Etrurien bis in 1400 m aufsteigend, nur im Alpen-
gebiet selten; von Dickson in England entdeckt. Nach Kindberg auch aus
Norwegen und Schweden und nach Bescherelle aus Algier und Tunis bekannt.
S. XLVI, 4, a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) stärker vergrósserte Blattzellen;
gez. nach von Warnstorf bei Neuruppin und von mir dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. brevifolium Milde in dichten, ausgebreiteten Rasen und mit kürzeren,
fast stumpfen Bll. — an Sandsteinen;
var. Daldanianum De Not. in lockeren, niedergedrückten, an fury. prae-
longum erinnernden, glänzenden Rasen mit breit eifórmigen, abgerundeten und
kurz und dünn zugespitzten Bll., sowie mit vor der Spitze verschwindender Rippe
— bei Locarno in Ober-Italien. Wird von Brizi als var. paradoxum mit der
folgenden var. vereinigt.
ar. /Jelongei Boul. mit kurz zugespitzten Bll, schwächerer, in der Mitte
endender Rippe und rippenlosen Perichätialbll. — an Brunnen in Belgien.
4. Rhynchostegium hereynicum (Hpe.). Limpr. 1897.
Hypnum in ar Hpe. 1873, ی es Milde 1869, Rhynchosteg. con-
fertum var. Jaeg h. Kr. Fl. IV, Nr.
Kinhönsi en zwischen Ah. confer li und A. tenella stehende, an
Dropanium ineurvatum oder Blyttii erinnernde, lockere, verwebte, gelbgrüne,
glänzende Räschen mit kriechenden, zerstreut beasteten Stengeln und kurzen,
aufrechten oder gebogenen, oft etwas einseitig beblütterten Asten, sowie mit
vereinzelten eifórmigen Paraphyllien um die Astanlagen. Bll. allseitig abstehend
bis einseitswendig, aus schmal eiförmiger, hohler Basis lanzettlich lang
und schmal pfriemlich zugespitzt, gauzrandig oder schwach gezähnt und
mit vor der Pfrieme verschwindender Rippe. Blattzellen ähnlich wie bei
Rh. confertum, nur in der Spitze etwas länger. Astbll. viel schmäler, kaum halb
so breit und mehr an eine gezühnte Rhynechosiegiella tenella erinnernd. Perichätialbll.
allmählich lang und schmal zugespitzt, an der Pfriemenspitze gezähnt, abwärts
mit lockerem Zellnetz und rippenlos. Kapsel auf dünner, glatter, roter, oben
gebogener, glänzender Seta fast übergeneigt, etwas hochrückig mit aus hoch-
gewölbter Basis lane geschnäbeltem Deckel von Urnenlänge und am Urnenrand
lang bleibendem, 1—2 zellreihigem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand
unregelmässig, kurz rektangulär oder quadratisch bis rundlich-6 seitig, stark
verdickt und hier und da etwas kollenchymatisch. Peristomzähne dolchförmig,
aussen abwärts orangefarben, querstreifig und gesäumt, an den helleren Spitzen
papillös gezähnelt, innen mit über 20—25 Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von مرا لا Zahnhöhe mit schmal ritzenförmig durchbrochenen Fort-
sätzen und knotigen Wimpern. Sporen 12—15 u, hell rostfarben und glatt.
An Sandsteinfelsen bei Blankenburg im Harz in der Gesellschaft von Brachyth.
populeum und Rh. confertum von Hampe entdeckt. S. LX, 12, a und b) Stbll.,
€) Astbl., d und e) Kapseln, f) Paraphyllium; gez. nach Originalexpll. aus den Herbarien
von Geheeb und des Grafen R. zu Solms-Laubach, resp. Herbarium Gottingense. Die
Pflanze macht den Eindruck einer schmalblätterigen Varietät von = oues:
Roth, Die europäischen Laubmoose. II.
^ Kae rn m9
= Wen. —-
5. Rhynchostegium murale (Neck.) Br. eur. 1852.
jeg ner HR H. clavellatum L. 1753, H. velutinum var. Neck. 1771, H. abbreviatum
Hedw. 1801, H lis Brid. 1827, Eurhynel Milde 1869; cf, Rbh. Kr. F1. IV, Nr. 786.
Einhäusig; die zahlreichen stengelständigen C Blütenknospen mit rippen-
losen Hüllbll, bis 10 Antheridien und hellen Paraphysen. Ziemlich dichte,
breite, flache, gelb- oder freudiggrüne bis goldbräunliche, zuweilen etwas
polsterförmige, stark glänzende Überzüge mit 3—4 cm langen, vielfach geteilten,
nicht stoloniformen, dureh Rhizoiden an die Unterlage befestigten, dicht beasteten
Stengeln und kurzen, meist 5—7 mm langen, in der Regel etwas gedunsenen,
runden, stumpflichen Asten, ohne Paraphyllien. Stengelbll. dicht dachziegelig,
aus nur wenig herablaufender, zuweilen schwach geóhrter Basis eifórmig
oder elliptisch und kurz zugespitzt, sehr hohl, oft etwas abgerundet und
mit Spitzchen, ganzrandig, mit abwärts zurückgebogenem Rand und ولو
des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen mit geschlüngeltem Primordialschlauch,
dünnwandig, 9 u und 9—12 mal so lang, gegen die Spitze allmählich kürzer
bis rhombisch, auch an der Basis in mehreren Reihen kürzer und breiter, sowie
getüpfelt, in den ausgehóhlten, zuweilen schwach geöhrten Blattflügeln kurz
rektangulär-6 seitig bis quadratisch, hyalin oder rotbraun und 18—22 u. Astbll. nur
kürzer und schmäler, sonst ähnlich. Perichütium wurzelnd; die Hüllbll. rippenlos,
die inneren 1,5 mm lang, aus scheidigem, oben oft etwas gestutztem oder aus-
gefressen gezühntem Basalteil in eine schmale, scharfe, abstehende Spitze von
1j, Blattlänge plötzlich verschmälert. Scheidchen mit zahlreichen Paraphysen.
Kapsel auf 8—15 mm langer, roter, glatter, gedrehter Seta geneigt, aus
schmälerem Halse eiförmig bis verlängert ellipsoidisch und schwach hochrückig,
rotbraun und derbwandig, mit aus konvexer Basis dünn geschnübeltem, gleich-
farbigem Deckel von Urnenlünge und zweireihig sich ablósendem Ring, trocken
und entdeckelt unter der weiten Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand verdickt, am Rücken mit oft stärker verdickten Lüngswünden, oval-6 seitig,
gegen den Urnenrand rundlich-6 seitig. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig,
an der Basis verschmolzen, braunrot und mit gelblichen papillósen Spitzen, hyalin
gesäumt, aussen querstreifig, innen mit über 30 dünnen Lamellen, nur die oberen
6—7 Lamellen etwas kräftiger vortretend. Membran des inneren Peristoms von
über 1/, Zahnhóhe, gelb und glatt, mit trocken zwischen den Zähnen durch-
tretenden, ritzenfórmig durchbrochenen, später klaffenden Fortsätzen und je
2— 3 knotigen oder mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 12—16 ولا
olivenbräunlich und fast glatt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 514.
An feuchten Steinen, Felsen und Mauern, auch Ziegelsteinen, insbesondere
aber an Kalkfelsen von der Ebene bis in die Alpenregion Europas in 9400 m
verbreitet; wird schon von Dillen in der Hist. muse. von 1741 erwähnt und ist
nach Bescherelle auch aus Algier, sowie nach Kindberg aus Norwegen und Schweden
bekannt. S. XLVI, 6, a) Bl., c) Kapsel; gez. nach am Auerbacher Schloss an der
Bergstrasse — zwischen Darmstadt und Heidelberg — ges. Expll.
E Var. nenn Schpr., eine minder kräftige, dicht beastete Form mit ver-
ter und weniger hohlen, mehr zugespitzten Bll. — an feuchteren Standorten;
— 499 —
var. julaceum Schpr. mit mehr kützchenfórmigen, gedrängt dachziegelig
beblütterten Asten und löffelartig hohlen, stumpferen Bll. — an trockneren Stand-
orten. S. XLVI, 6, b) Bl.; gez. nach einem von W. Schemmann an Kalksteinen
bei Hagen in Westfalen ges. Expl
Var. subalpinum Ren. mit deutlich geóhrten Bll. und kürzerer, oft gabeliger
Rippe — am Pic d'Arbizon in den Pyrenäen in 2700 m.
6. Rhynchostegium rusciforme (Neck.) Br. eur. 1852.
Hypnum Neck. 1768, H. ruscifolium Neck. 1770, H. riparioides Hedw. 1789, H.
aquaticum Pollich, H. rivulare Ehrh. 1795, Eurhynchium Milde 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 787.
Einhäusig; die zahlreichen kleinen, stengel- und aststündigen 6 Blüten-
knospen in der Nähe der o Blüten, mit eifórmigen, rippenlosen, zugespitzten,
aufwärts gezähnten Hüllbll., bis 10 Antheridien und zahlreichen längeren Para-
physen. In der Grösse an Brachythecium rutabulum und selbst an flutendes
Br. rivulare erinnernde, verworrene, lockere oder dichtere, hingestreckte oder
flutende, zuweilen auch polsterförmige, überhaupt mannigfach gestaltete, meist
dunkel- oder braun- bis schwärzlichgrüne, glänzende Rasen mit gelbgrünen
Jüngeren Sprossen, sowie mit 6—10 und selbst mehr cm langen, am Grunde
oft von Bil. entblóssten, zühen, unregelmässig verzweigten, bogig aufsteigenden
Stengeln, runden oder verflachten, ungleichen Ästen und oft zahlreichen klein-
blätterigen Stolonen, aber ohne Paraphyllien. Niederbll. entfernt, eiförmig,
rippenlos und langspitzig. Stengelbll. 1,8—2,5 mm lang, derb, aus herablaufender,
engerer Basis breit eifürmig oder elliptisch und kürzer oder lünger lanzettlich
zugespitzt, wenig hohl, fast flach, mit rings eng gesägtem Rand und kräftiger,
bis 10 schichtiger, *|— |, des Bl. durchlaufender, homogener Rippe. Blatt-
zellen mit geschlängeltem Primordialschlauch, mitten 7 u und 8—15 mal so
lang, in der Spitze 8 u und meist nur 2—4 mal so lang, auch an der Basis
und an den schwach eingedrückten Blattflügeln kürzer und breiter, sowie
doppelschiehtig, dickwandig und getüpfelt, rektangulür bis rektangulär-6 seitig
und 10—14 p. Astbll. kleiner, den Stengelbll. ähnlich. Periehätium etwas
sparrig und meist nicht wurzelnd; die rippenlosen inneren Hüllbll. aus halb-
scheidiger, elliptischer Basis in eine abgebogene, dem Basalteil höchstens
gleichlange, lanzettlich-pfriemliche Spitze verschmälert. Seheidchen mit kurzen
Paraphysen. Kapsel auf 7—15 mm langer, roter, glatter, gedrehter Seta
geneigt, oval, fast regelmässig oder schwach hochrückig, dunkel olivengrün bis
bräunlich, derbwandig, mit deutlichem, kurzem Halse, sowie aus kegeliger Basis
gerade oder schief geschnäbeltem, gleichfarbigem oder heller gelblichem
Deckel von Urnenlänge und breit 2reihig sich ablösendem Ring, trocken unter
der Mündung etwas verengt, entdeckelt meist 1,8—2 mm lang. Epidermiszellen
der Kapselwand ziemlich klein und rings verdickt, zuweilen schwach kollenchy-
matisch, oval- oder rundlich-6 seitig. Peristomzähne fast bis zur Basis gesondert,
orangerot mit grob papillösen, gelblichen Spitzen, hyalin gesäumt, aussen
querstreifig, innen mit etwa 30 gut entwickelten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von لا Zahnhöhe, gelb und papillós, mit nicht oder eng ritzenförmig
32*
— 500 —
durchbrochenen Fortsätzen und je 1—3 dünnen, knotigen Wimpern. Sporen
14—18 u, olivenfarben und fast glatt. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. V,
Tab. 515 und 516.
An Steinen oder auch an Mauern und Holzwerk in fliessenden Gewüssern,
an Quellen, Brunnentrögen, in Waldbüchen ete. von der Ebene bis in die Voralpen
in 1600 m und bis nach Skandinavien, Finnland und Lappland verbreitet, sowie
auch aus Algier, Nord-Amerika und Asien bekannt; wird schon von Dillen in der
Hist. musc. Giess. von 1741 erwühnt. S. XLVI, 3, a bis c) BlL, d) Kapseln; gez.
nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. lutescens Schpr. — atlanticum Brid., in gelbgrünen, glänzenden Rasen
mit dicken, stumpfen, gleichmässig beblätterten Stengeln und Ästen, mit nieder-
gebogenen Ästen und fast einseitswendigen, nur kurz zugespitzten oder stumpflichen
Bll. — an Wasserfällen und Wehren in reissenden Bergwässern;
. var. inundatum Schpr., = irrigatum Brizi, mit geschlüngelt-niederliegenden,
dicht beasteten, wiederholt geteilten Stengeln, kurz zugespitzten Bll. und dicker
Kapsel auf kurzer Seta — an Steinen in zeitweise austrocknenden Waldbächen;
var. prolizum Br. eur. mit flutenden, in zahlreiche lange Äste geteilten,
jahrweise abwechselnd nach der Spitze zu verschmälerten, resp. nach der Mitte der
Jahrestriebe grösser beblätterten Stengeln, spitzen Ästen und engeren, längeren
Blattzellen — in tieferem, ruhigem, kalkhaltigem Wasser;
ar. complanatum Schulze mit verflachten, zweizeilig beblätterten Ästen —
an langsam fliessendem, zeitweise austrocknendem Wasser;
var. rigens De Not. mit fast büschelästigen Stengeln, locker gestellten, scharf
zugespitzten Bll. und längerer Rippe — an zeitweise überrieselten Felsen.
Rh. rusciforme ist je nach dem Standort und der Beschaffenheit des Wassers
ausserordentlich veründerlich in Bezug auf Verzweigung und Gestalt der Rasen.
Man findet dahier z. B. an von dem Wasser eines Mühlengerinnes bespritzten,
senkrechten Mauern eine grüne, rigide Form in schwellenden Rasen, in dem
sprudelnden, herabstürzenden Quellwasser eines Forellenbaches im Schatten eines
Kanals eine dunkelbraune, sehr weich sich anfühlende, an prolizum erinnernde,
flutende Form usw.
11. Gatt. Rhynhcostegiella (Br. eur.) Limpr. 1897.
Rhynchostegium Subg. Iehynehostegiella Br. eur. 1852.
An die beiden vorigen Gattungen sich eng anschliessende Stein- und
Felsbewohner in flachen, verworrenen oder etwas schwellenden, zierlichen,
kleinblätterigen Rasen mit unregelmässig bis fast fiederig beasteten Stengeln
und kurzen, noch keinen cm langen, gleichmässig oder federartig beblätterten
Asten, sowie mit abgerundeten oder lanzettlichen Paraphyllien, jedoch ohne
eigentliche Stolonen. Stammquerschnitt rundlich 5 kantig und mit Zentral-
strang. Stengelbll. und Astbll. kaum verschieden, mehr oder minder allseitig
abstehend, nicht herablaufend, klein und meist schmal lanzettlich,
rinnig hohl, flach- und ganzrandig oder nur undeutlich gezähnt, und mit einfacher,
D. ; : یا oder längerer Rippe. Blattzellen mit sichtbarem Primordialschlauch, eng
ER Tors nur weise linear, an der Basis nicht oder kaum erweitert, also ohne
e besonder e Blatttlügelzelle . Blüten einhäusig und mit rippenlosen Hüllbll. Kapsel
Ol — س
auf glatter oder rauher, meist S-fórmig gekrümmter Seta ähnlich wie bei Eurhynchium,
jedoch mit deutlich kollenchymatisch verdickten Epidermiszellen und meist
2 zellreihig sich ablösendem Ring.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind ebenfalls einige bekannt.
1. Rhynchostegiella tenella (Dicks.) Limpr. 1887.
Hypnum Dicks, 1801, Pterigynandrum algirianum Brid. 1798, H. exiguum Blandow
1805, H. algirianum Brid. 1812, H. micracanthis Myrin, Rhynchostegium Br. eur. 1852,
Rhynchostegium algirianum Lindb. 1863, Eurhynchium Milde 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 779.
Eurhynchium algirianum Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 826.
;jinhüusig; die stengel- und astständigen d Blüten mit eilanzettlichen,
scharf zugespitzten, ganzrandigen, rippenlosen Hüllbll, wenigen Antheridien
und kurzen Paraphysen. Gelb- oder freudiggrüne, seidenglünzende, sammet-
artige, nach der Mitte zu etwas kissenfórmige Überzüge mit kriechenden, dünnen,
2—5 cm langen, spärlich wurzelnden, meist dicht beasteten, am Rande der Rasen
deutlicher fiederästigen Stengeln und aufrechten, 3—5 mm langen, federig
beblätterten Ästen, ohne Stolonen. Bll. locker aufrecht abstehend, an den
Sprossenden oft einseitswendig, straff, nicht herablaufend, schmal lanzettlich
und lang und fein zugespitzt. schwach rinnig, flach- und ganzrandig, mit
grüner, über der Mitte endender oder bis zur Spitze reichender Rippe. Blatt-
zellen eng linearisch, dünnwandig, 6—7 u und 10—15 mal so lang, in der
Spitze nicht kürzer, an der Insertion meist nur in 1—2 Reihen etwas weiter,
kurz rektangulär und 10—15 u, gelbwandig und schwach getüpfelt. Perichätium
spärlich wurzelnd und mit aufrechten Hüllbll.; die inneren Hüllbll. rippenlos,
doppelt so lang als das Scheidchen und aus scheidiger Basis in eine schmal
lanzettliche Spitze verschmälert. Scheidchen mit nur wenigen kurzen Paraphysen.
Kapsel auf 6—12 mm langer, dünner, glatter, roter, rechts gedrehter und
bogig gekrümmter Seta horizontal, oval, rötlichbraun und dünnwandig, mit kurzem
Hals, aus kegeliger Basis schief geschnübeltem, gelbem oder orangefarbenem
Deckel von fast Urnenlünge und breit 2reihig sich ablósendem Ring, trocken
und entleert unter der erweiterten Mündung etwas verengt und nur 1,2 mm
lang. Epidermiszellen der Kapselwand locker und meist deutlich kollenchymatisch.
Peristomzühne an der Basis verschmolzen, fast orangefarben mit gelblichen
Spitzen, hyalin gesäumt, aussen querstreifig, innen mit mässig entwickelten,
entfernten Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhóhe, hell-
gelb und glatt, mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2 papillösen
Wimpern. Sporen 8—10 u, rostfarben und fein punktiert, fast glatt. Reife
im Herbst. Br. eur. Vol. V, Tab. 508.
An Mauertrümmern und kalkhaltigen Felsen, sowie auch an Ziegelsteinen
durch die untere Bergregion bis 1100 m zerstreut, häufiger im südwestlichen Europa
und in Algier; von Desfontaines 1795 in Algier entdeckt. S. XLVI, 9, a und
b) BIL, c) Kapsel, d) kollenchymatische Epidermiszellen der Kapselwand; gez. nach
am Auerbacher Schloss an der Bergstrasse (Hessen) und von G. Herpell bei
St. Goar am Rhein ges. Expll Wächst nach Fr. Thomas [/7edwigia 1898 (S. 76)]
in der RER bei Iserlohn an einer nicht durch Tageslicht, sondern nur
durch eine elektrische Glühlampe beleuchteten Stelle.
2. Rhynchostegiella curviseta (Brid.) Limpr. ۰
Hypnum Brid. 1812, H. Schleicheri var. Schwer, 1816, H. tenellum Schwgr. 1824, H. pe
pinnatum Brid. 1827, H. rutabulum v. tenerrimum Brid. 1827, H. Schleicheri Spreng. 1
H. Teesdalei Hüben. 1833, H. Teneriffae Mont. 1840, H. rigidulum Bruch 1848, و
Teesdalei Br. eur. 1852, Hypn. Teesdalei Wils. 1855, Eurhynchium Teesdalei Milde
Rbh. Kr, Fl. IV, Nr. 780. Hypn. Schleicheri var. tenellum Fior. 1841, ee: PR
1876, Eurhynchium Husnot 1893; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 826.
Einhäusig; die stengelstándigen 6 Blüten mit aus breit eifórmiger Basis
kurz lanzettlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., wenigen (4—5) kleinen
Antheridien und kurzen Paraphysen. Habituell der vorigen Art nahe stehende,
jedoch etwas mehr an ein sehr feines, zartes Isopt. depressum erinnernde, flache,
verworrene, weniger starre, freudig- bis gelblichgrüne, etwas glünzende
Rasen mit niedergestreckten, nur eine kurze Strecke stolonenartigen, mit gelb-
roten, büscheligen Rhizoiden besetzten, mehr oder weniger regelmässig
fiederästigen Stengeln und 3—8 mm langen, abstehenden oder aufrechten
Asten, sowie mit abgerundeten oder lanzettlichen Paraphyllien. Niederbll.
sehr klein und anliegend. Laubbll. mässig dicht gestellt, aufrecht abstehend,
gegen die Sprossenden gedrängt, nicht derb und nicht oder kaum herablaufend,
aus meist ziemlich gerader Basis lanzettlich scharf zugespitzt, schwach
rinnig, mit flachem, nach der Spitze zu unmerklich gezähntem Rand und dünner,
in der Mitte endender Rippe. Blattzellen mit sichtbarem Primordialschlauch,
dünnwandig, 6—7 u und 8—10 mal so lang, in der Spitze viel kürzer,
auch an der Basis kürzer und etwas breiter, etwa 9 u und 3—4 mal so lang,
an den Ecken daselbst meist nicht quadratisch. Astbll. nur wenig kleiner als
die Stengelbll., mit etwas kürzerer Rippe, rings schwach gezähntem Rand,
und an der Spitze fast rhombischen Zellen. Perichätium wurzelnd; die
inneren Hüllbll. 1 und !/, mal bis doppelt so lang als das Scheidchen, aufrecht,
rippenlos, aus breit eifórmiger Basis rasch lang und schmal zugespitzt und mit
ausgeschweift gezähnelter Spitze. Scheidehen mit wenigen langen Para-
physen. Kapsel auf 5—8 mm langer, roter, meist schwanenhalsartig gebogener,
durch grosse, stumpfe Warzen rauher Seta fast aufrecht bis horizontal, mit
dem deutlichen Halse verkehrt eilänglich, kleinmündig, olivenfarben und
dünnwandig, mit aus kegeliger Basis schief geschnäbeltem, gelblichem Deckel
von Urnenlänge und 2reihig sich ablösendem Ring, trocken eingekrümmt un
unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand stark kollenchy-
matisch verdickt. Peristomzähne goldgelb mit gelblichen, vapillösen, pfriemlichen
Spitzen, schmal gesäumt, aussen querstreifig, innen mit etwa 22 gleichweit
abstehenden, niedrigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahn-
höhe, gelb und fein papillös, mit schmalen, sehr eng ritzenfórmig durchbrochenen
Fortsützen und je 1—2 zarten Wimpern. Sporen 10—14 u, grünlich bis
bräunlich und fast glatt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 509.
An feuchten, beschatteten Felsen (Sandstein wie Kalk) und an feuchten
2. Mauern in der Ebene und niederen Bergregion des südwestlichen Europas und
: viene cd in der on des Mittelländischen Meeres; von Bridel 1806 bi
— 503 —
Rom entdeckt. S. XLVI, 8, a und b) Bll., c) Kapsel; gez. nach einem von Levier
an Mauern in Italien (Toscana) ges. Expl.
3. Rhynchostegiella litorea (De Not.) Limpr. 1897.
Hypnum De Not. 1888, Rhynchostegium mediterraneum Jur. 1874, Rhynchostegium
Bott. 1890, Rh. scabrellum Mitt. u. cwrvisetum var. litoreum Vent. & Bott. 1884; cf. Rbh.
Kr. FL IV, 3, S. 214. Eurhynchium Kindb. 1897, Eurh. tenellum v. scabrellum Dixon 1897;
cf. Rbh. Kr. Fl. IV. 3, S. 826
Einhüusig; die stengel- und astständigen, schmalen G Blüten mit aus
eifórmiger Basis lang zugespitzten, ganzrandigen, rippenlosen Hüllbll., 4 bis
6 Antheridien und wenigen kurzen Paraphysen, die o Blüten oft einseitswendig.
Habituell einer kräftigen tenella sehr ähnliche, gelblich- oder freudiggrüne,
etwas glänzende, lockere Rüschen mit 2—3 em langen, müssig verzweigten,
mit kurzen Rhizoidenbüscheln besetzten, unregelmässig fiederig beasteten
Stengeln und meist aufrechten, 3—5 mm langen, gleichmässig beblätterten
\sten. Stengelbll. allseitig abstehend oder etwas einseitswendig, grösser
als die Astbll, aus etwas eiförmiger, nicht herablaufender und nicht
oder kaum verschmälerter Basis lanzettlich verlängert und lang fein
zugespitzt, 1,3 mm lang, rinnig hohl, flach- und ganzrandig oder undeutlich
gezähnelt, mit zarter, in der Mitte endender Rippe. Blattzellen ohne
sichtbaren Primordialschlauch, dünnwandig, 6 u und 8—12 oder 12—15 mal
so lang, auch in der Blattspitze verlängert, die Endzelle noch 6—8 mal
so lang als breit, an der Basis kürzer und etwas breiter, 9 u und mehr
rektangulär, in den Ecken daselbst einige quadratisch und 12—16 u.
Astbll. dichter gestellt, den Stengelbll. ühnlieh, etwas kürzer, an der Spitze
unmerklich gezähnelt. Perichätium wurzelnd; die inneren Hüllbll. aufrecht,
mindestens 1 und !/, mal so lang als das Scheidchen, fein lanzettlich zugespitzt,
ganzrandig und rippenlos. Kapsel auf 0,5—1 cm langer, meist S-fórmig
gebogener, roter, oben gelblicher, gedrehter, durch kleine Warzen müssig
rauher Seta horizontal, oval oder schmal ellipsoidisch, gelblich oder oliven-
brüunlich, dünnwandig. mit deutlichem Hals, gelblichem, aus konvexer Basis
geschnübeltem Deckel von Urnenlünge und breit 2reihig sich ablósendem Ring,
trocken und entleert unter der Mündung verengt, entdeckelt 1,2—1,5 mm lang.
Epidermiszellen der Kapselwand locker und dünnwandig, kollenchymatisch und
meist rektangulür-6seitig. Peristomzähne schmal, lanzettlich-pfriemenfórmig,
gelb mit orangefarbener Insertion, schmal gesäumt, aufwürts mit treppen-
fórmigen Ründern und papillóser Pfriemenspitze, aussen querstreifig, innen mit
etwa 20, aufwärts entfernteren, breiten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von fast halber Zahnhöhe, goldgelb und fast glatt, mit ritzenförmig
durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen oder mit kurzen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen 10—14 p, gelb bis rostgelb und fein gekör nelt
oder fast glatt. Reife im Frühjahr.
Auf der Erde an schattigen Grabenwänden und im Ufersand in der Umgebung
des Mittelländischen Meeres; in Felsenhöhlen auf Sardinien bereits 1828 von Moris &
— 504 —
Lisa gesammelt, nach Limpr. aber auf einer Insel bei Sardinien von De Not.
1835 entdeckt. S. XLVI, 16, a bis c) Bll., d) Kapsel, e) Paraphyllium, f) Habitusbild
und XLI, 8, a und b) BlL, c) Kapsel; gez. nach von M. Fleischer in Sardinien
und von A. Bottini in Etrurien in Wäldern am Meeresufer ges. Expll. Die Pflanze steht
den beiden vorigen Arten jedenfalls sehr nahe. Sie ist habituell von denselben durch
die meist längere, schmülere Kapsel und die etwas lockeren, auf der Erde wachsenden
oder in den Sand halb eingegrabenen Räschen und die aufgerichteten Äste leichter
zu unterscheiden, wie nach den anatomischen Merkmalen. Die Perichütialbll. waren
bei der von Bottini ges. Pflanze etwas länger als bei der vorigen Art, auch
hatten die Bll. oft noch mehr Ähnlichkeit mit denen von tenella,
4. Rhynchostegiella Teesdalei (Sm.) Limpr. 1897.
Hypnum Sm. 1804, H. intricatum Dicks. 1790, H. pachyneuron Tayl. 1855, Eurhynchium
Lindb. 1872; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 217. Rhynchostegium Brizi 1896; cf. Rbh.
Fl. IV, 3, S. 896.
Einhäusig; die stengel- und aststündigen Ğ Blüten mit ganzrandigen,
rippenlosen, aus eifórmiger Basis lang zugespitzten HüllblL, bis 6 Antheridien
und wenigen kurzen Paraphysen. An Kurhynch. pumilum etwas erinnernde,
dunkel- bis schwarzgrüne oder auch braune, glanzlose, niedergedrückte,
flache Rasen mit 2—3 cm langen, rigiden, starren, brüchigen, ziemlich
locker beblütterten, dünnen, bin und her gebogenen, spärlich wurzelhaarigen,
unregelmässig beasteten Stengeln und kurzen, 3—6 mm langen, spitzen Asten,
ohne Stolonen. Bll. entfernt, abstehend bis zurückgebogen, etwas eilanzettlich,
die Astbll zum Teil grösser als die Stengelbll., derb und steif, aus nicht
herablaufender, schwach elliptischer Basis lanzettlich und ziemlich breit zugespitzt,
mit flachem Rand, stumpflicher, undeutlich gezähnelter Spitze und breiter,
krüftiger, dunkelgrüner, erst in der Spitze sich auflósender Rippe.
Blattzellen mit deutlichem Primordialschlauch, derbwandig, aufwärts fast
rhombisch, mitten 7 u und nur 3—5 mal so lang, in der Spitze rhombisch
und 8 u, nach der Basis zu allmählich mehr rektangulär, in den Ecken daselbst
fast quadratisch und bis 9 u. Perichütium wurzelnd; die aufrechten Hüllbll. klein
und rippenlos, das Scheidehen kaum überragend. Letzteres mit nur wenigen
Paraphysen. Kapsel auf 5—8 mm langer, trüb roter, durch grosse, stumpfe
Warzen rauher Seta fast aufrecht oder geneigt, regelmässig oder schwach
hochrückig, dick verkehrt eifórmig, gelblich- bis rótlichbraun und etwas derb-
wandig, fast ohne Hals, mit aus konvexer Basis geschnübeltem, stumpflichem
Deckel von Urnenlünge und breit stückweise sich ablósendem, 2reihigem Ring,
trocken unter der weiten Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand stark kollenchymatisch verdickt. Peristomzühne nahe am Urnenrand
inseriert, an der Basis verschmolzen, orangefarben mit langen, hellen, dicht
papillósen, pfriemlichen Spitzen, schmal gesüumt, aussen querstreifig, innen mit
ürts stürker vortretenden Lamellen. Membran des inneren Peristoms von
3 goldgelb und papillós, mit zwischen den Zühnen durchtretenden,
x am iris ER Fortsätzen und je 1-9 knotigen oder mit kurzen
j V^
— 505 —
Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 12—15 u, olivenbräunlich und fast
glatt. Reife im Frühling.
An feuchten schattigen Sandsteinen, vorzugsweise in England und Schottland,
aber auch aus Schweden, sowie aus Frankreich und Algier bekannt; von Teesdale an
Flussufern bei Matlock in Schottland entdeckt. S. XLVI, 13, a und b) pu.,
c) Habitusbild; gez. nach einem von A. Bottini in Italien (Isola del Giglio,
Toscana) ges. Expl.
5. Rhynchostegiella Jacquinii (Garov.) Limpr. 1897.
Hypnum Garov. 1840, H. curvisetum v. longinerve PU 1872; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 781. Eurhynchium Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, . 896.
Einhäusig; die kleinen stengel- und ی Raids dicken 6 Blütenknospen
mit aus eifórmiger Basis zugespitzten, rippenlosen, ganzrandigen Hüllbll.,
wenigen Antheridien und fast ohne Paraphysen. Verworrene, dunkel gelbgrüne oder
schmutziggrüne, der vorigen Art nahestehende, weniger kräftige, glanzlose
Rasen mit 1—3 cm langen, gelbgrünen, mit büscheligen Rhizoiden besetzten,
nicht starren Stengeln und mit vereinzelten Paraphyllien am Grunde der
3—4 mm langen Äste. Stengelbll. locker gestellt. kürzer und breiter als die
Astbll. Letztere locker aufrecht abstehend, aus weder verengter, noch herab-
laufender Basis schmal linealisch und allmählich, oft lang und fein
zugespitzt, mehr oder weniger rinnig, mit flachem, gegen die Spitze deutlich
gezähntem Rand und gelbgrüner, bis in die Spitze undeutlich fortgeführter
und in derselben erlóschender Rippe. Blattzellen etwas derbwandig, mit
geschlängeltem Primordialschlauch, aufwärts 6 u und 6—8 mal so lang, auch
in der Spitze verlängert und nur die äusseren 8 u und 2—3 mal so lang
als breit, an der Basis kaum verschieden. Perichätium spärlich wurzelnd; die
steif aufrechten, rippenlosen Hüllbll. meist doppelt so lang als das nur
von wenigen Paraphysen umgebene Scheidchen. Kapsel auf 7 mm langer,
roter, rechts gedrehter, durch grosse Warzen rauher Seta geneigt, oval,
olivenfarben bis braun, dünnwandig, mit deutlichem Halse, sowie gelbem, aus
gewülbt kegeliger Basis spitz geschnübeltem Deckel und breitem, stückweise
2reihig sich ablósendem Ring, trocken unter der Mündung "stark verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand stark kollenchymatisch verdickt. Peristomzähne
orangefarben mit roter Insertion und grob papillösen, fein auslaufenden, gelb-
lichen Spitzen, hyalin gesäumt, aussen querstreifig, innen mit 20—22 schwachen
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von 1l Zahnhöhe, gelb und fein
papillós, mit eng ritzenfórmig geschlitzten, papillósen Fortsätzen und knotigen,
oft unvollständigen Wimpern. Sporen etwas ungleich, 10— 16 u, olivengrün bis
gelbbräunlich und gekörnelt. Reife im Oktober.
An zeitweise überrieselten Sandsteinen in Waldschluchten durch die Hügelregion
bis 600 m zerstreut; von Garovaglio inN ieder-Österreich entdeckt, auch bei St. Goar
am Rhein, in Schlesien und Steiermark, sowie namentlich im Wiener Sandsteingebirge
von anderen aufgefunden. S. XLI, 7, a bis c) Bll, d) Hüllbl. der G Blüte,
e) er f und g) Kapseln; gez. nach einem von P. Culmann im Leimbach-
tobel bei Zürich in der Schweiz ges. Expl.
— 506 —
Fam. XLI. Amblystegiaceae.
An den verschiedensten Standorten wachsende Astmoose, teils kleinere,
mehr in flachen, kissenfórmigen Rasen wachsende Erd- und Holzbewohner,
wie die meisten Amblystegien, teils krüftigere, ausgedehnte, lockere Rasen bildende
Sumpfbewohner und selbst flutende Wassermoose, mit bei den Landbewohnern
mehr oder weniger verlängerten, kriechenden, unregelmässig verüstelten und
büschelig mit Wurzelhaaren besetzten, bei den Sumpf- und Wasserbewohnern
aber mehr aufsteigenden, flutenden oder aufgerichteten, unregelmässig fiederig
bis fast fiederig beasteten Stengeln mit nur spürlichen oder ohne Rhizoiden,
sowie ohne Stolonen und nur selten mit Paraphyllien. Äste in der Regel
gleichmässig, mehrreihig rund beblättert, jedoch bei den Sumpfbewohnern
oft scheinbar zweizeilig und sichelfórmig einseitswendig. Stengelquerschnitt
rund oder rundlich-kantig, mit kleinem, zuweilen verschwindendem Zentral-
strang und dickwandiger Rindenschicht, bei den Sumpfbewohnern oft noch
mit besonderer, dünnwandiger Aussenrinde. Stengel- und Astbll kaum ver-
schieden, letztere meist nur kleiner und mit schwächerer Rippe. BII. vorzugs-
weise eilanzettlich oder aus eifórmiger bis herzfórmiger Basis lanzettlich zugespitzt,
nur bei Calliergon abgerundet, ganzrandig oder gezühnt, meist glatt, selten
etwas lüngsfaltig, ohne Rippe oder mit einfacher, kürzerer oder längerer,
nur selten austretender Rippe, wie bei Cratoneuron. Blattzellen vorzugs-
weise prosenchymatisch, teils kurz und schmal rhombisch- oder rhomboidisch-
6seitig, teils kürzer oder länger linearisch, jedoeh meistens mit mehr oder
weniger erweiterten, parenchymatischen Blattflügelzellen, nur bei Eu-
Amblystegium in der ganzen unteren Blatthälfte parenchymatisch, bei Cratoneuron
auch aufwärts verhältnismässig kurz, bei den übrigen Gattungen dagegen eng
linearisch und mehr oder weniger wurmförmig. Bei einzelnen Arten der
Gattung Drepanocladus sind die Blattflügelzellen nur spärlich entwickelt. Blüten
meist stengelständig, einhäusig und zweihäusig, nur ausnahmsweise polygam.
Perichätium bei den Landbewohnern wurzelnd. Perichätialbll. meist mit
einfacher Rippe und oft lüngsfaltig. Kapsel auf verlängerter, glatter Seta
nur selten aufrecht und regelmässig, meist geneigt bis fast horizontal, verlängert
ellipsoidisch bis zylindrisch und gekrümmt, gelblich bis rötlichbraun,
oft zweifarbig, mit aus gewölbter Basis kurz kegeligem, mit Spitzchen
oder Warze versehenem, feucht und halbreif mehr parabolisch-kegeligem
Deckel, mit mehr oder weniger deutlichem, meist nur kurzem Hals und
differentiiertem Ring, seltener ohne Ring, trocken und entdeckelt unter der
Mündung mehr oder weniger eingeschnürt, entleert stärker gekrümmt, meist
glatt und nur selten unregelmässig längsfurchig. Peristom doppelt; die 16 Zähne
des äusseren nach dem Typus der Diplolepideen gebaut, lanzettlich-pfriemen-
. förmig, an der Basis oft mehrgliederig verschmolzen, am Rand schmäler oder
> Setter gesäumt, gegen die Spitze oft treppenartig gezühnt, aussen mit
. Angslinie und meist querstreifig, nur bei wenigen Arten fein punktiert, innen
A mehr oder weniger entwickelten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
ze AMT E
von !/, bis halber Zahnhóhe, mit nicht oder ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen,
teils ohne oder mit nur rudimentüren Wimpern, meist jedoch mit 2—4 voll-
ständigen, knotigen oder höchstens mit nur kurzen Anhängseln versehenen
Wimpern.
Da die Gattung Hypnum in dem bisherigen Umfange zu gross ist, so empfiehlt
es sich die Untergattungen mit einfacher Blattrippe (Cratoneuron, Campylium ex. p.,
Drepanocladus und Calliergon) als besondere Gattungen auszuscheiden und nac
der Amblystegium-artigen Kapsel mit der Gattung Amblystegium zu der Familie
der Amblystegiaceen zu vereinigen.
1. Gatt. Ambiystegium') Br. eur. 1853.
Meist kleinere, Feuchtigkeit liebende, auf der Erde wie an Steinen und
Holz wachsende Astmoose in niedrigen, nach dem Rand zu meist flacheren,
gelbgrünen, gewöhnlich glanzlosen, seltener etwas glänzenden Rasen mit mehr
oder weniger verlängerten, kriechenden, seltener flutenden, mit Wurzelhaaren
zerstreut oder büschelig besetzten, unregelmüssig verüstelten Stengeln und
gleichmässig rund beblätterten Ästen, ohne Stolonen, jedoch zuweilen mit
Paraphyllien. Äste niemals flagelliform verlängert. Stengelquerschnitt rundlich-
mehrkantig, mit nur kleinem Zentralstang oder ohne einen solchen, und ohne
besondere Aussenrinde. Stengel- und Astbll. nur wenig verschieden, feucht
meist allseitig abstehend, mehr oder weniger herablaufend, aus eiförmiger bis
herzeiförmiger Basis lanzettlich verlängert und kürzer oder länger zugespitzt,
mit meist flachem Rand und einfacher, nur selten fast verschwindender
Rippe. Blattzellen mit sichtbarem Primordialschlauch, in der oberen Hältte
verlängertprosenchymatisch, jedoch niemals linearisch wurmförmig, abwärts
mehr parenchymatisch, gegen die Basis lockerer, an den oft etwas ausgehöhlten
Blattflügeln meist erweitert, jedoch selten hyalin, öfters gelblich, aber niemals
blasig erweitert. Blüten stengelständig, meist einhäusig, seltener zweihäusig,
die 6 klein und mit rippenlosen inneren Hüllbll. Perichätium meist wurzelnd;
die inneren ۰ gewöhnlich länger als das Scheidchen, lanzettlich und mit
einfacher Rippe. Scheidehen mit wenigen Paraphysen. Kapsel auf stets
glatter, verlängerter Seta selten aufrecht und regelmässig, meist aus aufrechtem
Halse geneigt, ellipsoidisch bis zylindrisch und mehr oder weniger gekrümmt,
dünnwandig, oft auf der der Sonne zugewandten Seite dunkler rötlichgelb,
niemals gefurcht, mit kurzem, kegeligem, stumpfem oder spitzem, resp. aus
gewölbter Basis kurz kegeligem, feucht mehr parabolischem Deckel und meist
differentiiertem Ring, trocken und entleert stärker gekrümmt und unter der
erweiterten Mündung alsbald nach der Entdeckelung stark eingeschnürt. Epidermis-
zellen der Kapselwand locker und dünnwandig. Haube kappenförmig, klein
und hinfällig. Sporensack gestielt, mittelst Längsleisten der Urnenwand anliegend.
Peristomzähne an der Basis verschmolzen, lanzettlich-pfriemenfórmig. aussen
querstreifig, aufwärts meist mit treppenartig gezühnten Rändern und papillóser
1) Von du8Aós stumpf und or&yn Dach, Deckel.
3 En
شب 508 —
Spitze, innen mit dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
von پل bis halber Zahnhöhe, mit nicht oder nur ritzenfórmig durchbrochenen
Fortsätzen und je 2—4, selten fehlenden Wimpern. Letztere nur ausnahms-
weise mit Anhängseln. Reife im Frühjahr, vorzugsweise im Mai.
Aussereuropäische Arten waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879 noch
20 bekannt, während bis jetzt schon mehr als die doppelte Anzahl beschrieben ist.
A. Serpo-Leskea Hpe. (1873).
Kleinere Pflanzen mit rippenlosen oder fast rippenlosen Bll. Stengel
ohne Zentralstrang.
1. Amblystegium Sprucei (Bruch) Br. eur. 1853.
Leskea Bruch, Hypnum jungermannioides Brid. 1812, Hypnum Spruce 1845, H. con-
fervoides Hook. & W., H. Jungermanniae Hpe., Platydieta Berk. 1868, Stereodon Lindb. 1892,
Ambl. Anzianum De Not. 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 807.
Zweihäusig; die kleinen, stengel- und aststündigen 6 Blüten mit aus
eifórmiger Basis zugespitzten, an der Spitze ausgefressen gezühnten, resp.
gesägten Hüllbll. und 2—4 Antheridien ohne Paraphysen. Bleichgrüne, flache
Räschen oder auch 1-3 em tiefe, dichte Polster mit haarfeinen, 1-9 cm
langen, stellenweise mit büscheligen Rhizoiden besetzten, unregelmüssig ver-
ästelten, umherschweifenden, in dichteren Rasen aufsteigenden Stengeln und
aufrechten, bei lockeren Rasen mehr ausgebreiteten Ästen. Stengelquerschnitt
rund und ohne Zentralstrang. Bll etwas entfernt gestellt, nicht herablaufend,
feucht aufrecht abstehend, trocken anliegend, schmal länglich-lanzettlich, resp-
aus schmal elliptischer Basis lanzettlich fein zugespitzt, nur 0,3—0,4 mm lang,
rippenlos, flach- und ganzrandig. Blattzellen rhomboidisch-6 seitig, 6 u un
6— 8 mal so lang, abwärts 8—9 u und etwa 4 mal so lang, an den Ecken der Basis
fast quadratisch und 9—10 u. Astbll. undeutlich ausgefressen gezähnt. Perichätium
nur wenig oder nicht wurzelnd; die Hüllbll. mehr als doppelt so lang als das
Scheidehen, aus eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich bis pfriemlich
verschmälert, rippenlos und rings dornig gezähnt. Kapsel auf 5—7 mm
langer, roter, gedrehter Seta aufrecht oder schwach geneigt, kurz verkehrt
eifórmig oder oval, meist regelmässig, ohne Deckel noch nicht 1 mm lang und
halb so breit als lang, grünlichgelb und dünnwandig, später mehr rötlieh,
mit konvexem, mit Spitzchen versehenem Deckel, deutlichem Hals und 1— 2 reihig
sich abrollendem Ring, entleert fast kreiselfórmig. Epidermiszellen der
Kapselwand dünnwandig, meist quadratisch oder kurz 6seitig, am Urnenrand
in wenigen Reihen abgeplattet. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
hell gelblich, fast weisslich, mit gezähnelten Rändern und fein papillöser, hyaliner
Spitze, aussen querstreifig, innen mit etwa 15 schwach entwickelten, gleichweiten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms hyalin, von nur پل Zahnhöhe, mit
nicht durchbrochenen, schmalen Fortsätzen und ohne Wimpern. Sporen 7—11 M;
bräunlich und fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 561.
— 509 —
In humösen Felsspalten auf Kalk und kalkhaltigen Gesteinen, auch an Mauern
und Baumwurzeln in der Bergregion und den Alpen von 560— 2470 m, namentlich
auch in Norwegen und Kanada in Nord-Amerika; von Bruch und Bridel zuerst
als besondere Art von confervoides unterschieden. Von Arnell auch bei Krasnojarsk
in Sibirien auf Kalkstein gesammelt. S. XLVIII, 11, a) Habitusbild mit 6 Blüte,
b) Bll., c und d) Kapseln; gez. nach von Ch. Kaurin bei Opdal in Norwegen ges.
Expll. (comm. Warnstorf).
Var. minutissimum Sul.& L. in bläulich- bis bleichgrünen Räschen mit
kaum E^ cm n engem haarfeinen, niederliegenden, wenig beasteten Stengeln und schmal
n n, undeutlich gezühnelten Bll. — von Kindberg auf dem Tronfjeld
in bd gesammelt, jedoch mehr aus Nord-Amerika bekannt. Hierzu dürfte
auch die von Grebe im September 1898 in Kalkhóhlen in Westfalen gesammelte
Pflanze zu stellen sein.
2. Amblystegium confervoides (Brid.) Br. eur. 1853.
Hypnum Brid. 1812, H. Conferva Schwgr. 1823, Hypn. Stereodon Brid. 1827, Leskea
Spruce 1845, Stereodon (Pylaisia) Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 808.
Einhäusig; die kleinen 6 Blüten mit eilanzettlichen Hüllbll., 2—4 gelb-
lichen Antheridien und nur vereinzelten Paraphysen. Habituell der vorigen
Art ähnliche, meist flach ausgebreitete, dunkelerüne, im Alter mehr bräunliche
bis schwürzliche, glanzlose Räschen mit sehr dünnen, haarfeinen, büschelig
rotwurzeligen, an der Unterlage haftenden, zerstreut verüstelten, kriechenden
Stengeln und fadenfórmigen, gegen die Mitte der flachpolsterigen Überzüge
etwas aufgerichteten Ästen von 1—3 mm Länge. Stengelquerschnitt rund und
ohne Zentralstrang. Stengelbll. entfernt gestellt, feucht aufrecht abstehend,
schwach einseitswendig, trocken mehr angepresst, aus eifórmiger Basis lanzettlich
zugespitzt, rippenlos, flach- und ganzrandig, kaum 0,3— 0,4 mm lang. Blatt-
zellen lünglich-6 seitig, 6—7 u und 2—3 mal so lang, am Rand oft enger, an
den Blattflügeln wenige quadratisch und bis 9 u. Perichätium wurzelnd; die
Hüllbll. rippenlos, lanzettlich oder eilanzettlich und lang zugespitzt, ganzrandig
oder in der Spitze nur undeutlieh gezähnelt, die inneren mit 1 oder 2 schwachen
Lüngsfalten. Kapsel auf 5—8 mm langer, roter, gedrehter Seta geneigt
bis fast horizontal, sehmal ellipsoidisch und hochrückig, dünnwandig, mit aus
konvexer Basis schief gespitztem Deckel, deutlichem Hals und schmalem,
einreihigem Ring, trocken unter der weiten Mündung verengt, entdeckelt
1—1,2 mm lang, entleert meist eingekrümmt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand dünnwandig und meist oval-6seitig. Peristomzühne an der Basis ver-
schmolzen, lanzettlich, gelb und breit gesäumt, mit fein papillósen gelben
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit etwa 25 ziemlich gut entwickelten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelb und glatt, von !/,—'/, Zahnhóhe, mit
nicht oder ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und je 1—3 gleichlangen
Wimpern. Sporen 7—9 u, gelblich und glatt. Reife im Herbst. Br. eur.
Vol. VI, Tab. 562.
— 5l0 —
An beschatteten Felsen und Steinen, namentlich auf Kalk und Sandstein von
der Hügelregion bis in die Alpen von 300— 2160 m durch Europa und Nord-
Amerika verbreitet, insbesondere auch in Finnland, Norwegen, Schweden und Lappland;
von M. Froehlich am Kahlenberg bei Wien entdeckt. S. XLVIII, 14, a und b) BI.,
c) Spross, d) Kapsel e und f) Perichätialbll; gez. nach von Geheeb in der Rhön
und von Grebe und Schemmann in Westfalen ges. Expll.
Kann leicht verwechselt werden mit an denselben Standorten wachsenden
zarten Formen von Heterocladium heteropterum v. Jallaa.
3. Amblystegium subtile (Hedw.) Br. eur. 1853.
Hypnum Hoffm. 1796, Leskea Hedw. 1793, Neckera tenuis Brid. 1801; cf. Rbh. ۰
Fl. IV, Nr. 809.
Einhäusig; die stengel- und astständigen, kleinen 6 Blüten mit rippenlosen,
verkehrt eiförmigen, zugespitzten Hüllbll. 4—6 Antheridien und nur vereinzelten,
kurzen Paraphysen oder auch ohne solche. Flache, verwebte, der Unterlage
durch büschelige Rhizoiden fest anlıaftende, zuweilen etwas polsterförmige, gelblich-
bis freudig- oder smaragdgrüne ; glanzlose Rasen mit 1-4 cm langen, zarten,
kriechend umherschweifenden, reichlich beasteten Stengeln und haarfeinen,
aufrechten oder ausgebreiteten, 9—5 mm langen Ästen, ohne Paraphyllien.
Stengelquerschnitt rund und ohne Zentralstrang. Bil. etwas locker allseitig
abstehend, trocken mehr anliegend, zuweilen schwach einseitswendig, nicht
herablaufend, aus eifórmiger oder lanzettlicher Basis allmühlich pfriemenförmig,
0,4—0,6 mm lang, hohl, flach- und ganzrandig, ohne Rippe oder mit nur kurzer,
angedeuteter Rippe. Blattzellen derbwandig, länglich rhomboidisch, aufwärts
7—8 u und 2—4 mal so lang, abwürts an den Ecken der Basis in meist
3 Reihen ziemlich weit hinauf quadratisch und 9 u. Perichütium spärlich
wurzelnd; die aufrechten Hüllbll über doppelt so lang als das Scheidchen,
lanzettlich und lang pfriemlich zugespitzt, die inneren ganzrandig und mit
flacher bis zur Mitte reichender Rippe. Scheidchen mit nur wenigen
Parapbysen. Kapsel auf 5—10 mm langer, gelbroter, gedrehter Seta fast
aufrecht, regelmüssig oder nur schwach hochrückig, schmal ellipsoidisch,
kurzhalsig, olivengrün bis bräunlich, dünnwandig, mit hochgewölbtem, gerade
oder schief zugespitztem, kegeligem Deckel von !|, Urnenlänge und schmalem,
1—2 zellreihig sich ablösendem Ring, trocken unter der Mündung verengt,
entleert nicht eingekrümmt und bis 1,5 mm lang. Epidermiszellen der Kapsel-
wand dünnwandig, etwas unregelmüssig kurz rektangulür bis quadratisch.
Peristomzühne dicht an der Mündung inseriert, an der Basis verschmolzen,
gelblich und sehr breit gesäumt, mit hellen, fast glatten Spitzen, aussen abwärts
Querstreifig, innen mit etwa 90 niedrigen Lamellen. Membran des inneren
Peristoms bleich, von mindestens با Zahnhöhe, mit schmalen, nicht durchbrochenen
Fortsätzen und ohne oder mit nur rudimentären Wimpern. Sporen 10—14 p,
braun und gekörnelt. Reife im Herbst. Br. eur Vol. VI, Tab. 561.
RT ~ . Tn schattigen Waldungen an den Stämmen und Wurzeln der Laubhölzer,
= نسوس an inen, durch die Ebene und Bergregion bis in 1750 m in Europa
— 5ll س
und Nord-Amerika allgemein verbreitet, jedoch seltener in der Ebene und in
Skandinavien; von Haller und Schrader entdeckt. S. XLVII, 12, a und b) BI.,
c) Perichütialbl, d) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach und am Taufstein im
Vogelsberg ges.
Var. tenuissimum Limpr. — I/ypn. tenuissimum Gümb., eine zärtere Form
mit fiederüstigen Stengeln, gedrüngteren, schmäleren oder länger zugespitzten Bll.,
sowie rascher zugespitzten, mit deutlicherer Rippe versehenen Perichätialbll. un
meist stumpferem Kapseldeckel — an Buchen, weniger am Fusse derselben, wie
in Brusthöhe. S. XLVIII, 10, a Nux b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom, e) Habitus-
bild, f) Perichätialbl.; gez. nach der Br. eur. und 13, a bis c) Bll., g) Habitus-
bild, d) Perichütialbl, e) Kapsel, f) Peristom, nach dahier bei Laubach an glatter
Buchenrinde ges. Expll.
Die Originalform der Gümbel'schen Pflanze ist nach Limpricht als
f. depauperata zu betrachten. Ähnliche sterile, an Mauern oder Kalkfelsen gesammelte
Formen sind in der Regel mehr unregelmüssig verüstelt und gehóren meist zu einer
der beiden vorhergehenden Arten.
B. Euamblystegium Lindb. ex. p. 1879.
Stengel mit Zentralstrang und Bll. mit Rippe. Blattzellen vorzugsweise
parenchymatisch.
4. Amblystegium serpens (L.) Br. eur. 1853.
Hypnum L. 1753, pieni Willd. 1787, Gymnostomum Schrank 1789, = subtile Dicks.
1801, H. spinulosum und contextum Hedw. 1801; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 8
Einhäusig; TEN © Blüten] il ttlicl
rippenlosen, spitzen oder stumpflichen Hüllbll., 3—6 gelblichen Antheridien und nur
wenigen Paraphysen, oder auch ohne solche. Weiche, verworrene, flache, gelblich-
grüne, nicht glänzende Rasen oder auch flach polsterfórmige Uberzüge mit
2—6 cm langen, reichlich wurzelhaarigen, kriechenden, dicht beasteten
Stengeln und dünnen, kurzen, nach der Mitte der Polster zu mehr aufgerichteten
Asten, in der Umgebung der Sprossanlagen mit Paraphyllien. Stengelquerschnitt
rundlich-kantig, mit kleinem Zentralstrang und gelbrótlicher Rindenschicht.
Stengelbll. 0,8—1,2 mm lang, entfernt gestellt, feucht abstehend, trocken meist
locker anliegend, nur wenig herablaufend, aus eifórmiger Basis kürzer oder
länger lanzettlich bis pfriemlich zugespitzt, flach- und ganzrandig, mit kurzer,
grüner, niemals in die Pfrieme eintretender, sondern stets vor oder über der
Mitte des Bl. weit vor der Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen etwas
derbwandi g, mit deutlichem Primordialschlauch, lünglich-6 seitig, 9 u und
3— 4 mal so lang, nur in der pfriemliehen Spitze zuweilen bis 6 mal so lang,
an der Basis kurz rektangulür, in den kaum eingedrückten Ecken daselbst in
meist nur geringer Anzahl quadratisch und 10—16 u. Zellnetz nur allmählich
aus dem mehr rektangulären parenchymatischen in das rhombische, mehr
prosenchymatische nach der Spitze zu übergehend. Astbll. etwas kürzer und
r, meist ganzrandig und nur ausnahmsweise unmerklich gezähnelt.
Porobitam reichlich wurzelnd; die inneren, zarten, breit lanzettlichen Hüllbll.
— 19 —
mit fast vollständiger, flacher, breiter Rippe und undeutlich längsfaltig.
Kapsel auf 1,5—3 em langer, gedrehter, rötlicher Seta geneigt, verlängert
zylindrisch und fast bogig gekrümmt, oft etwas hochrückig und langhalsig,
bis 2,7 mm lang, gelbbräunlich, mit 2—3 reihig sich ablösendem Ring und
bleiehgelbem, rotwarzigem, stumpf kegeligem Deckel von etwa !/, Urnenlänge,
trocken unter der weiten Mündung verengt und stärker eingekrümmt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig und verlüngert, am Urnenrand einige
Reihen rundlich-6 seitig bis abgeplattet. Peristomzähne an der Basis ver-
sehmolzen, goldgelb und breit gelb gesäumt, aufwärts mit treppenartigen Rändern
und gelblichen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit über 30—40, abwärts
sehr dicht stehenden Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und glatt,
von '/, Zahnhóhe, mit schmalen, nicht oder nur ritzenfórmig durchbrochenen,
fein papillósen Fortsützen und je 2— 3 zarten, knotigen Wimpern. Sporen
10—14 u, oekergelb bis bräunlich und fein papillós. Reife im Mai und Juni.
Br. eur. Vol. VI, Tab. 564.
Auf der Erde wie an Steinen und Mauern, am Grunde der Stämme, an
Baumwurzeln und Holz von der Ebene bis in die untere Alpenregion Europas in
1500 m häufig und selbst noch in 2100 m, auch in Nord- und Süd-Amerika, Algier,
Asien, Indien und Neu-Seeland; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt.
Erreicht im Jeniseithale Sibiriens noch die subarktische Region in 68° n. Br.
S. XLVIII, 8, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Kapselring; gez. nach dahier
bei Laubach ges. Expll.
Var. tenue Br. eur. — Hypn. tenue Schrad., eine kleinere, an subtile erinnernde
Form mit fadendünnen Stengeln und Ásten, kleineren, schmäleren, mit schwächerer
Rippe versehenen, fast rippenlosen Bll., deren Rippe meist nur xf des Bl. durchläuft,
und mit nur schwach gekrümmter, fast regelmässiger Kapsel — am Fusse von Baum-
stämmen und auf Sandboden (f. depauperata);
var. serrulatum Breidler mit rings schwach gesägten Bll. — in Steiermark;
var. pinnatum Schpr. in verflachten, dunkelgrünen Rasen mit kräftigeren,
kriechenden, fast regelmässig gefiederten Stengeln und am Rande der Rasen
horizontal abstehenden Ästen — an Sandsteinfelsen und Steinplatten, dahier bei
Laubach an Basaltplatten. Diese Varietät bildet schon mehr den Übergang zur
folgenden Art. S. XLVII, 8, a) Bl; gez. nach dahier ‚bei Laubach ges. Expll.
A. serpens ündert überhaupt vielfach ab, so dass sich ausser den vorbenannten
Varietüten je nach dem Standort noch viele Formen unterscheiden lassen, welche
den Übergang zu anderen Arten bilden.
5. Amblystegium rigescens Limpr. 1897.
| A. serpens v. rigidiusculum? Arnell 1890; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 816.
Einhäusig; die zahlreichen, kleinen, tengelstündigen, meist dicken d Blüten-
knospen mit breit eiförmigen, rasch langspitzigen, rippenlosen, inneren Hüllbll.,
E 4—6 kurz und dick eifórmigen, kurz gestielten, gelblichen Antheridien und
| wenigen Paraphysen. Habituell dem A. irriguum oder ۷۰ serpens var. pinnatum
= Sich nähernde, der Unterlage fest angeheftete, flache, verwebte, etwas
od ‚starre, dunkelgrüne, glanzlose Rasen mit 2—3 cm langen, kriechenden
— 613 —
Stengeln, etwas 2zeilig gestellten, 3—4 mm langen, dicht beblätterten Ästen
und vereinzelten, lanzettlich-pfriemliehen Paraphyllien. Stengelbll.
mässig dicht gestellt, aufrecht abstehend, etwas herablaufend, herzeiförmig
und rasch lanzettlich-pfriemenförmig verlängert (Spitze !/,—'/, des BL),
oft sichelförmig, bis 1,3 mm lang, flach- und ganzrandig, nur in der unteren
Hälfte zuweilen undeutlich gezähnelt, mit kräftiger, in der Pfrieme oder am
Grund derselben erlöschender Rippe. Blattzellen derbwandig, mitten rhombisch-
6seitig, 9 u und 4 mal so lang, oberhalb der Mitte verlängert und meist 6 mal
so lang als breit, abwärts mehr parenchymatisch und nur 3—4 mal so lang
als breit, in den zuweilen schwach ausgehöhlten oder vorgewölbten Ecken der
Basis zahlreich quadratisch und rektangulär, 14—18 u. Astbll. gegen die
Spitze allmählich kleiner, fast rings deutlich gesägt und mit in der Mitte enden-
der Rippe. Perichätium spärlich wurzelnd; die Hüllbll. nur wenig länger als
das Scheidchen, zart und bleich, eilänglich und allmählich pfriemlich zu-
gespitzt, ganzrandig und mit breiter, weisslicher, fast vollständiger oder vor
der Pfrieme endender Rippe. Kapsel auf 1,2 cm langer, roter Seta geneigt
bis fast aufrecht, aus engem Halse länglich zylindrisch, ohne Deckel bis 2,4 mm
lang, grünlichgelb, mit kurz kegeligem, rotwarzigem Deckel und schmalem,
leicht sich ablósendem, 1—2 zellreihigem Ring, entdeckelt gekrümmt und unter
der weiten Mündung verengt. Epidermiszellen dünnwandig, um die rote Mündung
einige Reihen abgeplattet. Peristomzähne an der Basis hoch verschmolzen,
über der Mitte rasch vetschmälert, schmal gelb gesäumt, mit aufwärts treppen-
förmigen Rändern und papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit abwärts
nur 12 u entfernten Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb, von mindestens
ولا Zahnhöhe, fast glatt, mit ritzenförmig durehbrochenen Fortsätzen und je
2 knotigen Wimpern. Sporen 14—20 u, grün und fast glatt. Reife im Juli.
An Brückengemäuer und Sandsteindenkmälern bei Guben in der Nieder-Lausitz
1896 von O. Will gesammelt, gleichsam eine Übergangsform zwischen varıum und
serpens. S. XLVII, 4, a) Stbl, b) Astbl, c) Kapsel; gez. nach einem von
Moenkemeyer im Fichtelgebirge ges. Expl., d) Bl, e und f) Paraphyllien, nach
von Loeske am Wannsee bei Berlin ges. Expll, welche nach dem etwas dünneren
Zellnetz schon mehr eine Übergangsform zu A. serpens var. pinnatum bilden, von
dem sich die Pflanze vorzugsweise durch grössere Sporen unterscheidet. Die
Paraphyllien sind mehr eilanzettlich und etwas lockerzelliger als bei den Formen
von ens. Hierher dürfte auch wohl die Pflanze unter XLVIII, 7 (a und
b) Stbll, c) Astbl, d) Perichätialbl., e) Kapsel) abgesehen von dem 2—3 zell-
reihigen Kapselring, gehören, welche mir von Renauld als A. pachyrrhizon mit-
geteilt wurde, jedoch mit dem Lindberg’schen Original dieser letzteren Art weniger
übereinstimmt. .
Var. Loeskeanum Rth. eine dem Ambl. serpens var. pinnatum analoge Form mit
länger und schmäler pfriemlich-auslaufenden Stengelbll., bei älteren Bll. vollständiger,
ın der Pfrieme sich auflösender Rippe, an der Basis der Stengelbll. geröteten
Blattzellen und oft gezühnelten Paraphyllien — von Loeske am Wannsee bei Berli
_ m Juni 1896 gesammelt. S. XLVIL 4, g) Spitze eines ülteren Stengelbl.; gez.
| nach einem Originalexpl. —
Roth, Die europáischen Laubmoose. ll. "
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س 614 —
6. Amblystegium varium (Hedw.) Lindb. 1879.
Leskea Hedw. 1801, Hypnum P. Beauv. 1805, H. debile Brid. 1819, H. Stereodon varius
Brid. 1827, H. serpens var. C. M. ex p. 1851, A. radicale Br. eur. 1853, Hypn. radicale ۰
1855, Stereodon varius Mitt. 1864, Rigodium Kindb. 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 815.
Einháusig; die kleinen, stengelstündigen 6 Blüten mit aus elliptischer
Basis schmal zugespitzten, rippenlosen Hüllbll., wenigen Antheridien und wenigen
etwas längeren Paraphysen. Habituell zwischen serpens und irriguum stehende,
lockere oder dichtere, etwas starre Rasen mit kriechenden, reichlich rotwurzeligen,
gleichmässig beblätterten Stengeln und meist kurzen, mehr oder minder
dicht gestellten, aufrechten Ästen, ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt rund,
mit kleinem Zentralstrang und nur dünn- und gelbwandiger, lockerer Rinde.
Stengelbll. meist 1 mm lang, gedrängt abstehend, zuweilen schwach einseits-
wendig, wenig herablaufend, meist herzfórmig oder herzeifórmig und rasch
schmal zugespitzt (Spitze ۱ پلا des BL), hohl, flach- und ganzrandig, mit
gelbgrüner, oft in die Pfrieme eintretender, resp. vor der Spitze erlóschender
oder bis zu derselben fortgeführter Rippe. Blattzellen derbwandig, mit ge-
schlängeltem Primordialschlauch, vorzugsweise parenchymatisch-6 seitig, 10 u
und 2—3 mal so lang, auch in der Spitze nur 3 bis höchstens 4 mal so lang
als breit, unterhalb der Mitte mehr rektangulär, 12—16 u, an den kaum oder
nur schwach ausgehöhlten Ecken eine kleine, meist 3—4zellreihige Gruppe
dickwandig, gelb und getüpfelt und oberwärts von quadratischen Zellen begrenzt.
Astbll. mehr lanzettlich, ganzrandig und mit über der Mitte verschwindender
Rippe. Perichätium reichlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. fast doppelt so
lang als das Scheidchen, lanzettlich und allmählich pfriemenförmig, mit ab-
gebogenen, schwach gezähnten Spitzen und gelblicher, in der Pfrieme
endender Rippe. Kapsel auf 19 cm langer, rötlicher, gedrehter Seta aus
aufrechter Basis geneigt, zylindrisch und gekrümmt, ohne Deckel meist nur
1,5—2 mm lang, gelblich bis rótlichgelb, dünnwandig, mit rotem, aus kegeliger
Basis diek und schief gespitztem Deckel und 2—4reihig sich ablösendem
Ring. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig und verlängert, am Urnen-
rand 2—4 Reihen abgeplattet. Peristomzähne an der Basis mehrere Lamellen
hoch verschmolzen, goldgelb bis orangegelb und breit gelb gesäumt, mit treppen-
förmigen Rändern und gelben, papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen
mit über 35—40, abwärts sehr dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms gelb und fein papillös, mit nieht durchbrochenen Fortsätzen und je
2 papillösen, knotigen Wimpern. Sporen meist 8—12 u, zuweilen auch teilweise
12—14 p, gelb und fein gekörnelt. Reife im Frühling. Br. eur. Vol. VI, Tab. 565.
An schattigen, feuchten Steinen wie auf Holz und am Grunde der Stämme,
namentlich an Erlenwurzeln und Salweiden durch die Ebene und niedere Bergregion
bis in 1300 m zerstreut, insbesondere auch in Nord-Amerika. S. XLVIII, 6, a bis
c) BI, d) Kapsel, e) stärker vergrösserte Blattzellen; gez. nach dahier bei Laubach
we Expl. Dieselben unterscheiden sich stets von den irriguum-Formen durch die
x m dem Eintritt in die Spitze gekrümmte Rippe, von serpens-Formen durch mehr
parenehymati oberes Zellnetz und längere Rippe.
س 515 —
Var. sazicola Rth. eine krüftige, auf Steinen wachsende Form mit etwas
längerer, geschlüngelt in die Pfriemenspitze eintretender Rippe, jedoch meist ganz-
randigen Bll. — an der Horloffsmühle dahier bei Laubach an behauenen Steinen;
var. oligorrhizon (Gümb.) Lindb. mit nur spärlich wurzelnden, zerstreut
kurzüstigen Stengeln, rings fein gesügten Bll., sowie mit ritzenfórmig durch-
brochenen Fortsützen und Wimpern mit kurzen Anhüngseln — von Gümbel 1846
an schattigen Molassefelsen in Bayern entdeckt. Hiermit stimmt ein von mir dahier
bei Laubach an feuchten senkrechten Wänden blasigen Basalts gesammeltes Amblystegium
mit fast aufrechter, an Juratzkanum erinnernder, dünnwandiger Kapsel ziemlich
überein, bei dessen Perichütialbll. jedoch die schwache Rippe schon vor der Spitze
verschwindet, wührend sie bei der Originalpflanze nach Limpricht erst in der
fein gesügten Pfrieme enden soll. Die von mir dem Tauschverein als oligorrhizon
mitgeteilte Pflanze besitzt in der Spitze Blattzellen von 10 u, die 5— 6 mal so
lang als breit sind, und Sporen von 14—-18 u. Sie ist daher mit der von Gümbel
gesammelten vielleicht nicht identisch und nähert sich mehr dem Formenkreis von
Juratzkanum. Die Amblystegien gehen je nach dem Standort zuweilen so in ein-
ander über, dass es oft sehr schwer hält, Übergangsformen ohne Originalexpll.
richtig zu bestimmen, zumal einzelne Arten, wie serpens, einen grossen Formenkreis
aufweisen.
Ambl. varium wächst meist am Grunde von Stämmen, insbesondere an
Salweiden und Erlenwurzeln etc, während das durch längeres Zellnetz davon
verschiedene radicale sich vorzugsweise an Mauern, feuchten Steinen und an feuchtem
Holze findet. Da wo A. varium von Salweiden auf den Sumpfboden übergeht,
wie dahier am Tiergärtner Teich bei Laubach, entwickelt es längere Kapselstiele
und längere, aufsteigende Äste, so dass seine Sumpfform, var. paludosa, habituell
mehr an A. hygrophilum oder ein schmalblätteriges orthocladon mit schlanker,
schmaler Kapsel erinnert.
7. Amblystegium orthocladon (P. Beauv.) Macoun & K. 1892.
Hypnum Sull. 1856, H. orthocladum P. Beauv. 1805, H. serpens v. varium C.M. ex
p. 1851, Hypn. varium Hook. & W., H. serpens v. orthocl. Austin, H. varium v. orthocladon
Husnot 1894; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 322.
Einhäusig; die schlanken 6 Blüten mit rippenlosen, lang zugespitzten
inneren Hüllbll., etwa 6 gelbbräunlichen Antheridien und zahlreichen gleich-
langen Paraphysen. Habituell an ein minder kräftiges ۲۰ Kochü erinnernde,
lockere, ausgedehnte, weiche, dunkelgrüne oder schmutzig gelbgrüne Rasen,
mit niedergebogenen, streckenweise verdünnten, zerstreut wurzelhaarigen Stengeln
und oft über 1—2 cm langen, aufrechten Asten. Stengelquerschnitt rund, mit
kleinem Zentralstrang und 3 zellreihiger, diekwandiger Rindenschicht. Stengelbll.
und mehr rektangulär, an den Blattflügeln nicht verschieden; letztere auch
nicht ausgehöhlt. Astbll. schmal lanzettlich, 0,6 mm lang, rings e gesägt
33
— 916 —
und mit dünner, über der Mitte endender Rippe. Perichätium reichlich wurzelnd;
die inneren Hüllbll. bis 2 mm lang, mit sehr kräftiger, gelber, auslaufen-
der, resp. an der oft gestutzten und ausgefressen gezähnten Spitze stachel-
spitzig austretender Rippe. Kapsel auf 2,5—3,5 cm langer, geschlängelter,
roter, oben gelblicher, gegenläufig gedrehter Seta geneigt, langhalsig und
stark gebogen, mit dem langen Halse fast keulig-gekrümmt, rötlich- bis ocker-
gelb, ohne Deckel bis 3,3 mm lang und fast 1 mm dick, mit 2reihigem, lange
bleibendem Ring und hochgewölbtem, mit gelbem Spitzchen versehenem, orange-
farbenem Deckel, trocken und entdeckelt ähnlich wie bei Koch? unter der
weiten Mündung stark verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, meist
verlängert, am rötlichen Urnenrand mehrere Reihen rundlich-6 seitig bis ab-
geplatte, am Hals mit zahlreichen Spaltöffnungen. Peristomzähne an der
Basis mehrere Lamellen hoch verschmolzen, gelb und breit gelb gesäumt, auf-
wärts mit treppenförmigen Rändern und hyalinen Spitzen, aussen querstreifig,
innen mit mindestens 35 deutlich vortretenden, ziemlich gleichweiten Lamellen,
die oberen derselben oft mehr scheibenförmig durchleuchtend. Membran des
inneren Peristoms gelb und fast glatt, mit aus breiter Basis rasch pfriemlichen,
ritzenförmig durchbrochenen, papillösen Fortsätzen und je 2—3 mit kurzen
Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen meist 10—12 u, teilweise auch
14 u, ockergelb und gekörnelt. Reife im Mai.
An ähnlichen Standorten wie varium in den Vereinigten Staaten Nord-Amerikas
und in Canada; von Palisot Beauvais und Mühlenberg daselbst entdeckt. Soll
auch in Frankreich gefunden worden sein. S. XLVII, 3, a und b) Stengelbll.,
c) Astbl., d) Kapsel; gez. nach einem von Barber bei Philadelphia in Nord- Amerika
ges. Expl. (comm. Röll). Schliesst sich nach dem Zellnetz eng an varium am,
von dessen Sumpfform es sich durch schmälere, nicht herzeifórmige Bll. und dickere
Kapsel leicht unterscheidet.
8. Amblystegium irriguum (Wils.) Br. eur. 1855.
Hypnum Wils. 1855, H. fluviatile plur. auct., Amblyst. fluviatile Br. eur. ex p. und
A. fluv. var. irrig. R. du Buysson 1889; ef. Rbh. Kr. Fi. IV, Nr. 814.
Einhäusig; die zahlreichen stengelständigen S Blüten mit eifórmigen,
rippenlosen inneren Hüllbll., 8—12 gelblichen Antheridien und langen Paraphysen.
Niedergedrückte, starre, dunkel- bis schwärzlichgrüne, glanzlose Rasen mit
zähen, 4—10 cm en. hingestreckten, absatzweise büschelig rotwurzeligen
_ Stengel, etwa 4—8 mm langen, etwas fiederig gestellten, aufsteigenden oder
aufrechten Ästen und Paraphyllien um die Sprossanlagen. Stengelquerschnitt
. kantig, mit kleinem, undeutlich begrenztem Zentralstrang und mehrzellreihiger,
‚gelblicher, diekwandiger Rindenschicht. Stengelbll. etwas entfernt gestellt, derb
und fest, feucht abstehend, oft etwas einseitswendig, aus herablaufender,
: | eiförmiger, zuweilen etwas geóhrter Basis lang und fein zugespitzt, meist
. 1,5 und selbst 2 mm lang, fast kielig-bohl, mit flachem, unmerklich entfernt
gezühntem. Rand und krüftiger, gelbgrüner, oben nicht geknickter, sondern
Mitte des Bl. durehlaufender, in dem oberen Pfriementeile erlóschender;
— 517 —
oder denselben ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren 4schichtig,
mit dickwandigen homogenen Zellen. Blattzellen derbwandig, vorzugsweise
parenchymatisch, 4—6 seitig, chlorophyllreich und. mit buchtigem Primordial-
schlauch, 9—10 u und höchstens 2—4 mal so lang, in der Spitze mehr
rhombisch und zuweilen 4—6 mal so lang, an der Basis rektangulär, getüpfelt
und breiter, bis 18 u, an den ausgehöhlten, zuweilen klein geöhrten Blatt-
flügeln in kleiner, meist die Rippe erreichender Gruppe oval-6 seitig, gelb und
dickwandig. Astbll. oft einseitswendig, aus mehr elliptischer, schmälerer Basis
lanzettlich zugespitzt und meist nur Ll mm lang. Perichätium wurzelnd; die
inneren Hüllbll. doppelt so lang als das Scheidchen, allmählich zugespitzt,
ganzrandig und mit kräftiger, vollständiger, gelber Rippe. Kapsel auf
2—3 cm langer, unten roter, oben mehr gelblicher, gedrehter Seta übergeneigt,
aus verschmälertem Halse lünglich-zylindrisch, resp. verlängert ellipsoidisch
und eingekrümmt, ohne Deckel meist 3 mm lang und 1— 1,2 mm dick, gelb-
bräunlich und dünnwandig, mit 2—3 zellreihigem Ring und hochgewólbtem, scharf
gespitztem Deckel, trocken und entleert unter der weiten Mündung verengt
und stark eingekrümmt, im Alter braun. Epidermiszellen der Kapselwand
derbwandig, oval-6seitig, am Urnenrand viele Reihen rundlieh-6seitig bis ab-
geplattet und meist rotbraun. Peristomzühne sehr lang und breit, an der
Basis verschmolzen, brüunlichgelb und breit gesäumt, über der Mitte rasch
verschmälert, mit treppenfórmig gezähnten Rändern und hellen, papillósen
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit etwa 40 abwürts dicht gedrüngten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms hochgelb, von etwa !, Zahnhóhe,
fast glatt, mit breit lanzettlichen, ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen
und 2—3 papillösen, knotigen Wimpern. Sporen 15—20 u, dunkel olivengrün
bis rostfarben und fein gekörnelt. Reife gegen Ende Mai oder Anfangs Juni.
Br. eur. Vol. VI, Tab. 566 (Auviatile excl. v. Y).
Auf Steinen wie an Holz, an sumpfigen Orten, in Düchen und an Flüssen,
sowie an Quellen, namentlich an zeitweise überrieselten Steinen kleiner Waldbäche,
jedoch nicht auf Kalk, von der Ebene durch die niedere Bergregion Europas bis
in 1270 m verbreitet, insbesondere auch in Skandinavien und Finnland, sowie aus
Nord-Amerika und Algier bekannt. S. XLVIII, 2, a) Bl., b) trockene Kapsel,
€) frische Kapsel, e) stärker vergrössertes Zellnetz; gez. nach dahier bei Laubach
ges. Expll. Die Paraphyllien sind nicht immer lanzettlich-pfriemenförmig, sondern
zuweilen mehr rundlich.
Var. tenellum Schpr. eine kleinere, zürtere Form mit kleineren Bll. und
schwächerer, unter der Spitze verschwindender Rippe — an Steinen in Waldbüchen;
var. spinifolium Schpr. — A. irriguum v. jallax Br. eur., eine dunkelgrüne
bis schwärzliche, flutende Form mit unregelmässig entfernt gestellten Asten, mehr
fiederigen Ästchen und schmäleren Bll. mit stachelspitzig auslaufender Rippe
— meist steril in külteren Quellen und Forellenbächen. S. XLVIIL 2, d) BL,
f) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expl. Die Kapsel dieser var. ist
gewöhnlich kürzer und dicker wie bei der Normalform.
Limpricht vereinigt diese Varietät mit der täuschend ähnlichen, in Quellbächen
flutenden Form von Hypnum filicinum (Hyp. filieinum var. fallax Hook. & Tayl.)
618 —
und Hyp. Formianum Sehpr. in Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 812 unter der Bezeichnung
Amblyst. fallax (Brid.) Milde 1869, was jedoch nach meinen Beobachtungen nicht
richtig ist. Die var. fallax -von filicinum und von írriguum sind zwei vollstándig
verschiedene Pflanzen, von denen ich erstere an einem Sandsteinwehr in fliessendem
Wasser bei Darmstadt in der Nähe des Schnampelweges, die letztere aber dahier
bei Laubach an Basaltsteinen in kaltem Quellwasser im Walde gesammelt habe.
Var. homomallum mit sichelfórmig eingekrümmten Astspitzen und einseits-
wendigen, an der Basis klein geöhrten, herablaufenden Bll. — an faulen Eichen-
pfosten in der Nähe der Mühlräder im Horloffthal unweit Laubach (Hessen).
9. Amblystegium fluviatile (Sw.) Br. eur. 1855.
Hypnum Swartz 1799, H. Seligeri Brid. 1801, H. palustre v. fluviatile Wahlenb. 1833,
H. irriguum var. Boul. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 813.
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit eiförmigen, kurz und meist
stumpflich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., 6—8 Antheridien und
kaum längeren Paraphysen. Flache, weiche, meist etwas flutende, dunkel-
grüne oder bräunliche, oft gelbgrün gescheckte Rasen mit niedergestreckten,
etwas gedunsen beblätterten, spärlich bewurzelten Stengeln und meist ein-
fachen, den Stengeln parallelen, niemals fiederigen, nur hier und da mit
kurzen, nur wenige mm langen Ästchen besetzten längeren, stumpflichen, ent-
fernt gestellten Asten. Stengelquerschnitt rundlich-kantig, mit kleinem Zentral-
strang und dickwandiger, gelblicher Rindenschicht. Stengelbll. etwas entfernt,
dachziegelig, feucht allseitig abstehend, oder nur schwach einseitswendig,
die unteren länger und schmäler, meist 2 mm lang, die oberen kürzer und
breiter, aus nicht herablaufender und an den Ecken nicht ausgehöhlter,
gerader, breiter Basis eifórmig oder elliptisch und etwas kurz lanzettlich und
stumpflich zugespitzt, ganzrandig, mit bikonvexer oder stielrunder, rötlich-
brauner, etwas vor der Spitze sich auflösender Rippe. Blattzellen derbwandig,
aufwärts rhombisch-6 seitig, mitten 9 u und 4—6 mal so lang, an der Spitze
dagegen meist nur 2—3 mal so lang als breit, abwärts mehr rektangulär, an
der Insertion lockerer, 14—18 u, getüpfelt und dickwandiger, jedoch ohne be-
sondere Blattflügelzellen. Astbll. nur wenig schmäler und mit etwas engerem
Zellnetz. Zellen derselben wie bei den oberen Stengelbll. meist nur 2—3 mal
so lang als breit. Perichätium wurzelnd; die Hüllbll. 2,2 mm lang, steif auf-
recht, verlängert lanzettlich, stumpflich und mit rotbrauner Rippe. Kapsel auf nur
1,2—2 cm langer, roter, kaum gedrehter Seta übergeneigt, bogig zylindrisch .
oder verlüngert ellipsoidisch und gekrümmt, dünnwandig, ohne Deckel bis
3 mm lang, aber höchstens 1 mm dick, gelblich, mit stumpf-kegeligem, mit
Warze versehenem Deckel und lange bleibendem, 2reihigem Ring, entleert
unter der erweiterten Mündung verengt, im Alter fast rostbraun. Epidermis-
zellen der Kapselwand schmal rektangulär und ziemlich dünnwandig, am Urnen-
. rand nur wenige Reihen kleiner oder abgeplattet. Peristomzühne an der Basis
a verschmolzen, sehr breit gesäumt, fast orangefarben mit helleren, gelben,
T papillósen Spi zen, am Rand aufwürts etwas treppenförmig, aussen querstreifig,
— 519 —
innen mit über 30 abwärts oft etwas undeutlichen Lamellen. Membran des
inneren Peristoms gelb, von über ?/, Zahnhöhe, mit breiten, eng ritzenförmig durch-
brochenen Fortsützen und je 2 knotigen, oder mit kurzen Anhüngseln ver-
sehenen, papillósen Wimpern. Sporen 10—14 u, olivengrün und glatt. Reife
im Mai und Juni. Br. eur. Vol. VI, Nr. 567.
An Steinen und Holz in Bächen und Flüssen im Wasser flutend, von der
Ebene durch die niedere Bergregion bis in 1000 m durch ganz Europa und Nord-
Amerika zerstreut; schon von Seliger in der Grafschaft Glatz und von Funck
im Fichtelgebirge gesammelt. S. XLVIII, 1, a und b) Bll, c und d) Kapseln;
gez. nach bei Wald-Michelbach im Hessischen Odenwald im Ulfabach und in der
Horloff am Jügerhaus dahier bei Laubach ges. Expll Ist im Vogelsberg in den
Forellenbüchen ziemlich verbreitet und lüsst sich nicht nur durch die stumpferen
Bll., sondern auch durch die verlängerte, schlanke, zylindrische Kapsel von der
vorhergehenden Art leicht unterscheiden. Ambiystegiuin irriguum und fluviatile
bilden nach der kräftigen Rippe schon mehr den Übergang von den Amblystegien
zur Gatt. Cratoneuron.
C. Leptodictyum Schpr. 1860.
Stengel mit Zentralstrang und Bll. mit dünner Rippe. Blattzellen weniger
chlorophylihaltig, vorzugsweise prosenchymatisch, nur gegen die Insertion
parenchymatisch.
10. Amblystegium radicale (P. Beauv.) Mitten 1869.
Hypnum P. Beauv. 1805, H. humile P. Beauv. 1805, H. Stereodon Brid. 1827, Stereodon
` Mitten 1864; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 818.
Einhäusig; die stengelstándigen 6 Blütenknospen mit eifórmigen, rasch
schmal zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll, 5—10 gelbbrüunlichen
Antheridien und vereinzelten Paraphysen. Habituell zwischen serpens und
Kochi stehende, niedergedrückte, mässig dichte, weiche, hellgrüne oder
gelbgrüne Rasen mit 2—3 cm langen, niedergebogenen, spärlich wurzelnden
Stengeln, reichlicher wurzelnden, gegen die Spitze kleinblätterigen, nur wenig
beasteten Innovationen und nur 3—5 mm langen, meist einfachen, federartig
beblätterten Ästen, ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt mit Zentral-
strang und nur schwach verdickter Rindenschicht. Rhizoiden zuweilen auch
aus dem Rücken der Rippe an der Basis der Bll. entspringend. Stengelbll.
entfernt gestellt, feucht wie trocken weit abstehend, oft fast sparrig zurück-
gebogen, streckenweise grósser und kleiner, aus herablaufender, fast herz-
fórmiger Basis lanzettlich und fein zugespitzt, 1—1,6 mm lang, flach- und
ganzrandig, nur gegen die Basis entfernt und schwach gezühnt, mit hellgrüner,
über der Mitte oder in der Spitze endender Rippe. Blattzellen prosenchymatisch,
mit geschlängeltem Primordialschlauch, 9—10 u und 4—6 mal so lang, an der
Basis und in den schwach ausgehóhlten Blattflügeln gelblich und
rektangulär, 10—18 u, dickwandig und getüpfelt. Astbll. weit abstehend und
fast 2zeilig entfernt gestellt, schmal lanzettlich, rings unmerklich gezühnt
— 520 —
und mit schwacher, in der Mitte endender Rippe. Perichätium reichlich wurzelnd;
die inneren Hüllbll. doppelt so lang als das Scheidehen, schwach faltig, in
eine aufrecht abstehende, schwach gesägte Pfriemenspitze verlängert und mit
flacher, unten bleicher, aufwärts grünlicher, in der Pfrieme endender Rippe.
Kapsel auf 1,5—2 cm langer, unten roter, oben gelblicher, gegenläufig gedrehter
Seta aus aufrechtem Halse geneigt und schwach gekrümmt, zylindrisch, bis
2,4 mm lang, gelbgrün, dünnwandig, mit 3reihig sich ablösendem Ring und
kegeligem, rotwarzigem Deckel, im Alter mehr 2farbig und unter der orange-
farbenen Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
am Urnenrand 2—3 Reihen abgeplattet. Peristomzähne an der Basis mehrere
Lamellen hoch verschmolzen, breit lanzettlich, gelb und breit gesäumt, abwärts
mehr orangefarben, aufwärts mit treppenartigen Rändern und .hyalinen Spitzen,
aussen querstreifig, innen mit über 30, oben etwas scheibenförmigen, abwärts
ziemlich dicht stehenden Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und
glatt, von mindestens 1 Zahnhöhe, mit ritzenförmig durchbrochenen, breiten
Fortsätzen und je 2 knotigen Wimpern. Sporen 12—16 u, olivenfarben und
fein gekörnelt. Reife im Juni.
Auf Humus und faulem Holz an feuchten, schattigen Standorten hier und da
zerstreut; von Richard in Nord-Amerika entdeckt. Erreicht nach Arnell im
Jeniseithale Sibiriens die subarktische Region. S. XLVII, 7, a und b) Bll, c und
d) Kapseln, e) Astbl.; gez. nach einem von Mx. Lickleder im Juni 1888 bei
Metten in Bayern an schattigen Mauern ges. Expl. Wächst auch dahier bei Laubach
an feuchten Mauern in der Nähe einer Quelle und auf vom Sprühregen eines
Mühlrades befeuchtetem Eichenholz. Es unterscheidet sich von A. varium durch
längeres Zellnetz und etwas schwächere Rippe.
ll. Amblystegium pachyrrhizon Lindb. 1879.
Hypnum Lindb. Mser., Hypnum u. Amblystegium serpens 8 serotinum Lindb. 1864 u. 1871,
Ambl. porphyrrhizum Schpr. 1876, Ambl. radicale 8 serotinum Braithw. 1896; cf. Rbh. Kr.
FI. IV, 3, S. 325 u. 396.
Einhäusig; die zahlreichen kleinen, stengelständigen 6 Blüten mit zart-
rippigen üusseren und verkehrt eilänglichen, schmalspitzigen, rippenlosen inneren
üllblL, meist 10 gelblichen Antheridien und wenigen kurzen .Paraphysen.
Habituell an radicale erinnernde, der Unterlage fest anlie gende, flache, dichte,
hellgrüne Rasen mit kriechenden, längs dicht wurzelhaarigen, zerstreut beasteten,
gleichmässig beblätterten Stengeln. Querschnitt der letzteren mit kleinem
entralstrang und gelber Rindenschicht. Rhizoiden verzweigt, auch aus
dem Rücken der Rippe an der Blattbasis entspringend. Stengelbll. entfernt,
fast sparrig abstehend, aus etwas herablaufender, herzeiförmiger bis eiförmiger
Basis lanzettlich-pfriemenförmig, 1—1,6 mm lang, flachrandig und rings schwach
. &esügt, mit gelblicher, meist weit über der Mitte am Grunde der Pfrieme ۱
| onda Rippe. Blattzellen prosenchymatisch, loeker und hyalin, ohne vr
Ro "t: en Primordialschlauch, 10—12 u und 4—5 mal so lang, an der Basis :
| Rd in den kaum ausgehöhlten Blattflügeln gelblich, dickwandig und getüpfelt,
1
— 521 —
quadratisch oder rektangulär und 18 u. Astbll. weit abstehend, schmal
lanzettlich und rings gesägt. Perichätium reichlich wurzelnd; die Hüllbll.
doppelt so lang als das Scheidchen, längsfaltig, allmählich lang und fein zugespitzt,
mit unmerklich gezähnter Spitze und flacher, mit der Spitze endender Rippe.
Kapsel auf 1,5 cm langer, rötlicher, gegenläufig gedrehter Seta geneigt, länglich-
zylindrisch und gekrümmt, ohne Deckel bis 2,5 mm lang, dünnwandig, mit
mehr oder weniger scharf zugespitztem, am Scheitel und Rand rotem Deckel
und 2reihigem Ring, trocken unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand etwas derbwandig, am roten Urnenrand einige Reihen rundlich
bis abgeplattet. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gleichmässig ver-
schmälert, goldgelb und gelb gesäumt, mit aufwärts treppenartigen, helleren
Rändern und gelblichen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen
Lamellen. Membran des inneren Peristoms goldgelb, von !/, Zahnhöhe, mit
ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2 knotigen Wimpern. Sporen
12—18 u, ockerfarben und papillós. Reife im Mai und Juni.
Auf faulem Holz im Park bei Stockholm in Schweden von S. O. Lindberg
1864 entdeckt, jedoch auch aus England bekannt. Steht der Normalform von
A. radicale sehr nahe und unterscheidet sich von derselben ausser durch gezühnte
Bll. fast nur durch das derbwandigere Zellnetz und die vollständige, krüftigere
Rippe der Perichätialbll. S. XL, 2, a) Stbl, b und c) Astbll, d und e) Kapseln,
f) Ring; gez. nach einem Lindberg'schen Originalexpl. (comm. E. Bauer). Die von
Kindberg in Ostrogothia ges. Pflanze stimmt hiermit überein. Die von Persson
bei Scania in Schweden ges. Pflanze steht dagegen dem Ambl, rigescens näher.
S. XLVIII, 7, a und b) Stbll, c) Astbl, d) Perichätialbl, e) Kapsel; gez. nach
einem von Renauld erhaltenen Expl.
12. Amblystegium hygrophilum (Jur.) Schpr. 1876.
Ambl. saxatile Schpr. 1860, Hypnum Jur. 1863, H. fragile Brid. 1812, ۰ 8
var. Mol. 1875, Ambl. riparium var. Bryhn 1891; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 819.
Einhäusig; die schmalen, knospenfórmigen Ó Blüten vereinzelt am Fusse
des Perichätiums mit rippenlosen, lang und dünn zugespitzten inneren Hüllbll.,
3—5 gelblichen Antheridien und nur wenigen etwas längeren Paraphysen.
Habituell an Ambl. Kochi erinnernde, lockere, die Reste von Sumpfpflanzen
überziehende, etwas seidenglänzende Rasen mit dünnen, kriechenden, verlängerten,
absatzweise mit büscheligen Rhizoiden besetzten, zerstreut beasteten Stengeln
und kurzen, 8—12 mm langen, aufrechten oder abstehenden Asten. Stengel-
Querschnitt rund, mit nur schwachem Zentralstrang und nur wenig verdickter,
2 zelliger, im Alter bräunlicher Rindenschicht. Stengelbll. etwas locker gestellt,
sparrig abstehend, aus verengter, schmal herablaufender, eiförmiger
oder breit eifórmiger Basis rasch lanzettlich pfriemenförmig zugespitzt,
1,2—1,6 mm lang, etwas hohl, flach und ganzrandig, mit dünner, bräunlichgelber,
bis zur Mitte reichender oder erst über der Mitte verschwindender Rippe.
lattzellen eng und dünnwandig, mit geschlängeltem Primordialschlauch, ver-
längert prosenchymatisch, aufwärts 6—7 u und 5—10 mal so lang, abwärts
— 52 —
7—9 u und nur 4—5 mal so lang, an der Basis lockerer und gelblich, an den
stark ausgehóhlten Blattflügeln etwas erweitert, rektangulür, 18-94 u und
mässig verdickt. Astbll. kleiner und mit schwächerer, meist nur م/1 des BE
durchlaufender Rippe. Perichätium reichlich wurzelnd; die inneren ۰
doppelt so lang als das Scheidchen, nicht faltig, fast scheidig und allmählich
pfriemenförmig, mit meist kräftiger, öfters etwas undeutlicher, flacher, engzelliger,
in der Pfrieme endender Rippe. Zellnetz der Perichätialbll. aufwärts eng
linearisch. Kapsel auf 2—3 cm langer, geschlängelter und gedrehter Seta
geneigt und eingekrümmt, langhalsig, länglich-zylindrisch, bis 1,8 mm lang
und 0,6—0,7 mm dick, dünnwandig, lederbraun, mit 2—3 reihig spiralig sich
ablósendem Ring und stumpflichem oder spitzem, kegeligem Deckel, entleert
stärker gekrümmt und unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand etwas dünnwandig, gegen den Urnenrand rundlich-6 seitig und
2— 3 Reihen abgeplattet. Peristomzühne an der Basis verschmolzen, goldgelb,
schmal gesäumt, mit hellen papillósen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit
mindestens 30 dünnen, abwärts dicht genäherten Lamellen. Membran des
inneren Peristoms gelblich, fast glatt, von über !/, bis fast halber Zahnhöhe,
mit nicht durehbrochenen, schmalen Fortsätzen und je 2—4 zarten, knotigen
Wimpern. Sporen 10—14 u, oder auch 8—16 u und ungleich, olivenbräunlich
und gekörnelt. Reife im April und Mai.
In Gräben auf feuchtem Sande, in ausgetrockneten Teichen und moorigen
Sümpfen durch die Ebene zerstreut; von Schimper im Elsass entdeckt. S. XLVII, 5
a und b) Bll, c) Kapsel; gez. nach von Schliephacke im ,Heidesumpf* bei
aldau unweit Osterfelde in Thüringen ges. Expl. Ob die von Limpricht
in der Kryptogamenflora von Schlesien (1876) unterschiedene sterile Sandform uin
etwas kürzer zugespitzten Bll. und kürzerem, engerem basalen Blattzellnetz wirklich
zu dieser Pflanze gehört oder nur als eine forma depauperata von Campylium polygamum
var. minus oder von Drepanoel. Kneiffii zu betrachten ist, dies lässt sich ohne Sporogon
oder Blüten nicht entscheiden. S. XLVIII, 5, d) Bl. dieser Sandform; gez. nach
von mir auf feuchtem Sande hinter dem Bóllenfalltorhaus bei Darmstadt ges.
Expll (det. Limpr).
Mit ۰ hygrophilum kann sehr leicht die an Carex-Stöcken wachsende
Sumpfform von varium verwechselt werden, die ihm zwar habituell täuschend ähnlich
ist, jedoch sich durch mehr herzeifórmige Stengelbll, kürzeres, lockereres Zellnetz
und längere Rippe der Bll, sowie längere, unter der Mündung stark eingeschnürte
Kapsel davon unterscheidet.
13. Amblystegium Juratzkanum Schpr. 1860.
Hypnum Lindb. 1864, Amblyst. serpens v. R. du Buyss. 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 820.
Einhäusig; die schmalen, stengel- und astständigen 6 Blüten mit lang
zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll, wenigen gelblichen bis bräunlichen
| Antheridien und wenigen kurzen Paraphysen. Habituell an ein etwas krüftiges
serpens erinnernde, lockere, sattgrüne oder bräunliche Rasen mit kriechenden,
= mässig mit Rhizoiden besetzten, am Rande der Rasen etwas fiederästigen
— 523 —
Stengeln, einfachen, meist aufrechten Ästen und pfriemlichen Paraphyllien um
die Sprossanlagen. Stengelquerschnitt rundlich, mit kleinem, oft nur angedeutetem
Zentralstrang und im Alter bräunlicher Rinde. Stengelbll. etwas gedrängt,
feucht wie trocken allseitig sparrig abstehend, aus kaum herablaufender,
verengter, eiförmiger Basis rasch in eine mindestens gleichlange Pfrieme
verschmälert, mit flachem, abwärts entfernt und schwach gezähntem Rand und
grüner oder gelblicher, in die Pfriemenspitze eintretender oder (nach Limpr.)
bis zur Spitze reichender, zuweilen an der Basis am Rücken rotwurzeliger
Rippe. Blattzellen vorzugsweise prosenchymatisch, mit geschlängeltem Primordial-
schlauch, chlorophyllreich, aufwärts 9—10 u und 5—6 mal so lang, an der
Basis rektangulär, 12 u, an den nur schwach ausgehöhlten Ecken und der
Insertion gelb, diekwandig und getüpfelt, oval-6seitig und 12—16 u, am Rand
daselbst in mehreren Reihen rektangulär bis fast quadratisch. Astbll. schmäler,
feucht wie trocken weit abstehend, allmählich zugespitzt, 0,5—0,6 mm lang,
abwärts deutlicher gezähnt und mit in der Regel erst über der Mitte endender
Rippe. Perichätium wurzelnd; die bleichen Hüllbll. allmählich lang zugespitzt,
1,5—1,8 mm lang, entfernt undeutlich gezähnt, längsfaltig und mit gelblicher,
kräftiger, bis zur Spitze reichender Rippe. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer,
rötlichgelber, gegenläufig gedrehter Seta bogig geneigt, länglich-zylindrisch,
hochrückig, ohne Deckel 2—3 mm lang, dünnwandig, gelbgrün bis rostbräunlich,
meist 2farbig, mit schmalem, 1—2 zellreihig sich ablösendem Ring und
konvexem, rotwarzigem Deckel, entleert fast aufrecht und unter der
erweiterten Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand locker und
etwas dünnwandig, am Urnenrand wenige Reihen kleiner und abgeplattet.
Peristomzähne an der Basis verschmolzen, goldgelb mit orangefarbener Insertion,
breit gelb gesäumt, aufwärts mit treppenartigen Rändern und hyalinen, grob
papillósen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit etwa 25 aufwürts entfernteren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms fast orangegelb, fein papillós, von
ولا Zahnhóhe, mit breiten, nicht oder schmal ritzenfórmig durchbrochenen
Fortsützen und je 9-3 knotigen Wimpern. Sporen ungleichgross, 10— 16 p,
rostgelb und feinwarzig. Reife im Mai.
An feuchten Standorten, an Steinen wie an Holz, durch die Ebene zerstreut;
von Juratzka im Botanischen Garten zu Wien entdeckt. S. XLVIII, 9, a) Stengelbl.,
b) Astbl, c) trockene, d) frische Kapsel, e) stärker vergrössertes Blattzellnetz;
gez. nach von C. Warnstorf bei Neuruppin, sowie nach dahier bei Laubach auf
faulem Holz ges. Expl. Von radicale durch die zahlreicheren, nicht erweiterten,
kurz rektangulüren bis quadratischen Zellen am Rand der Basis der Bll. selbst
steril zu unterscheiden, vornehmlich aber durch die längere, mehr aufgerichtete Kapsel.
A. compactum (©. M.) Br. eur. 1853 — Stereodon compactus Mitten, in dicht
kissenförmigen, an serpens erinnernden, seidenglänzenden, innen rostfarbenen Rasen
mit aufrechten, büschelästigen Stengeln und aufrechter, regelmässiger Kapsel — in
den Vereinigten Staaten Nord-Amerikas, soll jedoch nach der Rev. br. 1896, S. 112
auch in der Auvergne in Frankreich gefunden worden sein (non vidi).
Die als Amblystegium densum Milde, resp. Brachythecium densum Jur. erhaltene,
auerklüften der Schl ine Marl tein in Nieder-Österreich von Juratzka undan
ınM
— 524 —
der Ruine Freudenberg von Stockum ges. sterile Pflanze ist meiner Ansicht nach
eher ein verkümmertes Brachythecium wie ein Amblystegium. S. XLVII, 5. Auch
das in England gesammelte Amblystegium compactum (Journ. of Botany 1900,
8.175— 182) hält Dixon für identisch mit Brachythecium densum (Rev. br. 1900, S. 63).
14. Amblystegium trichopodium (Schultz) C. Hartm. 1871.
Hypnum Schultz 1806, Hypn. Schultzii Bland, 1804, H. ripariwm var, Brid. 1827,
Amblyst. riparium var. Br. eur. 1853, Hypnum tenuisetum Lindb. 1864, Amblyst. tenwisetum
Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 821.
Einhäusig; die 6 Blüten oft gehäuft am Fusse des Perichätiums mit
breit eiförmigen, plötzlich langspitzigen, rippenlosen HüllblL, wenigen
Antheridien und wenigen hyalinen Paraphysen. Habituell dem Ambl. Kochi
ühnliche, gelbgrüne bis freudiggrüne, lockere, weiche, mehrere em hohe Rasen
mit verlängerten, kriechenden, spärlich wurzelnden Stengeln, aufsteigenden
oder aufrechten, etwas schlaffen Innovationen und zerstreuten, einfachen, auf-
gerichteten Asten. Bil. locker gestellt, aus etwas enger, nicht oder kaum
herablaufender Basis schmal eilanzettlich, oder aus eiförmiger Basis lanzettlich
verlängert und allmählich lang und fein zugespitzt, resp. langspitzig, 1,5—2 mm
lang, mit rings undeutlich entfernt und klein gesägtem Rand und dünner,
gelber, fast vollständiger Rippe. Blattzellen mit deutlichem Primordialsehlauch,
nur wenig derbwandig, 9—10 u und 4— 6, in der Spitze teilweise bis 8 mal
so lang, gegen die Basis mehr rektangulär-6 seitig und lockerer, 12—16 u, in
den kaum ausgehöhlten Ecken nur wenige quadratisch oder kurz rektangulär
und 14—18 u. Astbll. viel kleiner und schmäler, sowie mit kürzerer, oft nur
'l— |, des Bl. durchlaufender Rippe. Perichätium spärlich wurzelnd; die
scheidig zusammengewickelten, 3 mm langen inneren Hüllbll. oben zuweilen grob
gezähnt und plötzlich in eine mehr oder minder lange, gezähnte Pfriemenspitze
ausgezogen, stark längsfaltig und mit kräftiger, vollständiger, die Pfrieme
ausfüllender, unten bleicher, aufwärts gelblicher Rippe. Kapsel auf 3 em langer,
gedrehter Seta geneigt, aus verschmälertem, langem, geradem Halse verlängert
zylindrisch und eingekrümmt, trocken unter der weiten Mündung müssig ver-
engt, mit aus gewólbter Basis kegelig zugespitztem (nach Limpricht nur
stumpf kegeligem) Deckel und schmalem, 2zellreihigem, kleinzelligem Ring,
entdeckelt 2,5—3 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig und
verlängert, gegen den Urnenrand rundlich-6seitig. Peristomzähne an der Basis
verschmolzen, bräunlichgelb, gesäumt, mit papillösen Spitzen. Membran des
inneren Peristoms gelb, von über وا Zahnhöhe mit ritzenförmig durchbrochenen
Fortsätzen und vollständigen Wimpern. Sporen 14—18 u, rostbräunlich und
gekórnelt. Reife im Mai.
à Auf sumpfigen Wiesen in Mecklenburg von Schultz entdeckt. Wird von
a Limpr. l c. als eigene Art aufgeführt, von Schpr. jedoch nur als Varietüt von
£0 Pan betrachtet, zu dem es gleichsam nach den mir vorliegenden Expll. die
aufrecht orm bildet. S. XLVIII, 4, a und b) Bll, c) Kapsel; gez. nach
| men von J. Thériot bei Oudalle in Frankreich im Dep. Seine-inf. ges. Expl —
— 525 —
15. Amblystegium riparium (L.) Br. eur. 1853.
Hypnum L. 1753, Stereodon Mitten 1864; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 822.
Einhäusig; die zahlreichen dick knospenfórmigen 6 Blüten mit breit
eifórmigen, etwas kurz zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., zahlreichen
Antheridien und langen, hyalinen Paraphysen. Habituell etwas an Drepanocl.
Kneiffii erinnernde, lockere, freudig- oder schmutzig gelbgrüne, zuweilen gescheckte,
flache oder mehr Hypnum-artige Rasen mit stark verlängerten, kriechenden
oder flutenden, schlaffen, nur wenig bewurzelten Stengeln und zerstreuten, aus-
gebreiteten oder aufgerichteten Ästen. Stengelquerschnitt rundlich bis oval,
mit kleinem, nur angedeutetem Zentralstrang, lockerem, dünnwandigem Grund-
gewebe und dickwandiger, gelber, 2reihiger Rindenschicht. Stengelbll. entfernt
und meist weit abstehend, selten einseitswendig, oft scheinbar 2 zeilig
gestellt, meist 3,6 mm lang, aus nur kurz herablaufender, nicht geöhrter,
eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich verlängert und allmählich lang
und fein, zuweilen fast haarförmig zugespitzt, flach- und ganzrandig, mit
gelber, !/, —?/, des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen dünnwandig, schmal
rhomboidisch bis linearisch, mit geschlüngeltem Primordialschlauch, 9 u und
8—12 und selbst 15 mal so lang, gegen die Basis lockerer, 18 u und nur
2—3 mal so lang, an den etwas ausgehöhlten Ecken der Basis mehr rektangulär,
20—27 u, gegen die Insertion getüpfelt. Astbll. den Stengelbll. ähnlich, nur
kürzer und etwas schmüler. Perichätium spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll.
allmählich lang und fein zugespitzt, ganzrandig, mit mehr oder weniger
kräftiger, fast vollständiger Rippe und 2schwachen Lüngsfalten. Kapsel auf
1,5—3 cm langer, rötlicher, gegenläufig gedrehter Seta geneigt, dick ellip-
soidisch bis länglich-zylindrisch und gekrümmt, ohne Deckel etwa 2 mm lang
und 1 mm dick, dünnwandig, grünlich- bis rötlichgelb, oft zweifarbig, mit klein-
zelligem, 2—3 zellreihigem Ring und kurz kegeligem, stumpflichem oder gespitztem
Deckel, trocken unter der erweiterten Mündung stark eingeschnürt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig und verlängert, am Urnenrand wenige (oft
nur 2—3) Reihen kleiner, rundlich-6 seitig oder abgeplattet. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, gelb, abwürts fast orangefarben und schmal gesäumt,
aufwärts rasch verschmälert und breiter hyalin gesäumt, mit treppenartigen Rändern,
aussen querstreifig, innen mit bis über 35 unten weit vortretenden Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelb, von ولا Zahnhóhe, mit breiten, auf-
wärts eng ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und je 2—4 vollständigen,
knotigen oder mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 14—18 u, gelb-
bräunlich und warzig punktiert. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 570.
teinen wie auf Holz, am Grunde der vom Wasser umspülten Stämme
und Weidengebüsche, sowie auch auf der Erde an sumpfigen Stellen von der Ebene
durch die niedere Bergregion bis in 1100 m in Europa, Nord-Amerika, Algier und
Ostindien weit verbreitet. Nach Arnell auch im Jeniseithale Sibiriens bis in den
‚südlichen Teil der arktischen Region nicht selten. S. XLVIII, 3, a) Bl, b) Kapsel,
€) stärker vergrössertes Blattzellnetz, sowie XLII, 1, a) Peristom, b) Kapselring,
€) Stammquerschnitt; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
— 526 —
Ändert je nach dem Standort mehrfach ab:
Var. elongatum Br. eur. in freudiggrünen, glänzenden Rasen, mit verlängerten,
niederliegenden oder flutenden Stengeln und scheinbar 2 zeilig gestellten, etwas pfeil-
förmigen, lang zugespitzten Bll. — am oder im Wasser, dahier in der Wetter an
im Sommer zeitweise austrocknenden Standorten;
var. longifolium Br. eur, in dunkelgrünen oder etwas rötlichgelben Rasen
mit verlängerten, flutenden, langüstigen Stengeln und eilanzettlichen, bis über
5 mm langen, in eine einzellreihige, haarfórmige Spitze verlängerten Bll. — in rasch
fliessendem Wasser;
var. subsecundum Br. eur. mit einseitswendigen, teilweise sichelförmigen
Bll. — an zeitweise austrocknenden Sümpfen und Teichrändern;
var. inundatum Schpr. mit fadendünnen, verlängerten, locker beblätterten
Stengeln und Asten — in stehendem Wasser, Torfausstichen und Brunnentrógen;
var. Felisii De Not. mit dicht gedrüngten, sichelfórmig einseitswendigen, schmal
eiförmigen, lang und dünn zugespitzten Bll, über der Mitte derselben endender
Rippe und dick ovaler Kapsel — von Felisi bei Ferrara in Ober-Italien entdeckt.
Von ähnlichen Drepanoeladus-Formen unterscheidet sich ۰ riparium
durch das lockere Zellnetz, sowie die d Blüten und den bei den Basalzellen deutlich
sichtbaren Primordialschlauch.
16. Amblystegium Kochii Br. eur. 1853.
Ambl. ambiguum De Not. 1869, A. trichopodium var. Lindb. 1872, Ambl. riparium ۰
R. du Buyss. 1889; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 823.
Einhäusig; die kleinen 6 Blüten etwas schlanker als bei voriger Art,
mit länger zugespitzten HüllblL, nur wenigen gelblichen Antheridien und wenigen
hyalinen Paraphysen. An kleinere, aufgerichtete Formen von riparium oder an
trichopodium erinnernde, 1—2 cm hohe, weiche, lockere, etwas glänzende Rasen
mit weit umherkriechenden, zerstreut beasteten, wurzelnden Stengeln und
aufsteigenden oder aufgerichteten, etwas locker beblätterten Ästen. Stengel-
querschnitt oval, mit kleinem Zentralstrang und gelbwandiger Rindenschicht.
Stengelbll. locker allseitig abstehend, aus etwas herablaufender, breit
‚eiförmiger, fast herzförmiger Basis lanzettlich verschmälert und rasch
lang und schmal zugespitzt, 1,2—1,6 mm lang, flach- und ganzrandig oder
unmerklich gezähnt, mit gegen die Basis etwas zurückgebogenem Rand un
gelber, bis zur Pfriemenspitze reichender oder noch in dieselbe eintretender
Rippe von mindestens ?/, Blattlänge. Blattzellen ziemlich dünnwandig, in der
Spitze schmal verlängert rhombisch, 9 u und 6—7 mal so lang, mitten mehr
rhombisch-6 seitig, 10—12 u und 4 mal so lang, an der Basis und an den schwach
| eingedrückten Blattflügeln lockerer, mehr rektangulär-6 seitig, bis 20 p, gelb-
und dickwandig, aber nicht oder kaum getüpfelt. Astbll. mehr eilanzettlich,
nur l mm lang und mit dünner, über der Mitte verschwindender Rippe.
Perichätium spärlich wurzelnd; die zarten Hüllbll. in der Regel allmählich
eu lang zugespitzt, ganzrandig, nicht lüngsfaltig und mit dünner, über der Mitte
2 | verschwindender Rippe, zuweilen jedoch auch oben abgerundet, rasch in eine
Pfrieme verschmälert und mit in die Pfrieme eintretender Rippe. Kapsel auf.
— 5217 —
3—5 cm langer, rötlichgelber, gegenläufig gedrehter Seta geneigt bis über-
geneigt, aus kurzem Halse ellipsoidisch oder kurz zylindrisch und eingekrümmt,
ohne Deckel meist nur 2 mm lang und 1 mm dick, dünnwandig, mit klein-
zelligem, 1—3reihigem Ring und aus gewölbter Basis spitz kegeligem Deckel,
trocken und entleert unter der weiten Mündung verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand locker und dünnwandig, etwas kurz rektangulär-6 seitig, am rötlichen
Urnenrand in wenigen (1—3) Reihen kleiner 4—6 seitig. Peristomzähne breit
lanzettlich, an der Basis mehrere Lamellen hoch verschmolzen, goldgelb, gelb
gesäumt und mit papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit über 30—35
aufwärts entfernteren, abwärts dichteren Lamellen. Membran des inneren
Peristoms gelb und fein papillös, von !/ Zahnhóhe, mit breiten, eng ritzen-
fórmig durchbrochenen Fortsützen und je 2 knotigen oder mit kurzen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen 15—18 und selbst 22 u, rostfarben und gekörnelt.
Reife im Mai. Br. eur. Vol. VI, Tab. 568.
An feuchten und sumpfigen Stellen zwischen Schilf und Sumpfweiden an See-
und Teichufern etc. in der Ebene und niederen Bergregion bis 750 m, von der
Norddeutschen Tiefebene bis in die Schweiz und Tirol hier und da zerstreut.
S. XLVII, 2, a und b) Bil, c und d) Kapseln; gez. nach von R. Ruthe bei
Bärwalde ges. Expll. Die Perichätialbll. nähern sich oft mehr denjenigen von
Ambl. trichopodium, von dem sich Kochii durch die breiteren, fast herzfórmigen
Bll. und dickere, kurzhalsige Kapsel unterscheidet.
Var. curvipes (Gümbel) Husnot, mit etwas breiteren, weniger lang zugespitzten
Bli., dünner, bis zur Mitte des Bl. reichender Rippe und an der Spitze gesägten
Perichätialbll. mit längerer Rippe — von W. Gümbel bei Zweibrücken in einem
ausgetrockneten Sumpfe entdeckt und nur von wenigen Standorten bekannt. Von
Arnell im Jeniseithale Sibiriens vereinzelt innerhalb des Überschwemmungsgebiets
an morschen Stämmen aufgefunden. Die von S. O. Lindberg im Botanischen Garten
zu Helsingfors ges. Expll. besitzen kurze, dicke, entdeckelt nur 2 mm lange, stark
gekrümmte Kapsel auf nur 1,5—2 cm langer Seta. S. XL, 12, a) Stbl., b) Astbl,
c und d) Kapseln, e) Perichütialbl; gez. nach einem Expl. des letzteren Standorts
aus dem Herbare S. O. Lindbergs.
Amblystegium argillicola Lindb. 1892, mit lockerem Zellnetz, resp. 15—17 u
breiten und 3—4 mal so langen Zellen, sowie ganzrandigen Perichätialbll. scheint
nach der von Limpricht in Rbh. Kr. Fl IV, 3. S. 338 und 339 gegebenen
Beschreibung von vorstehender Varietüt, resp. Ambl. curvipes Gümbel kaum ver-
Schieden zu sein (non vidi).
17. Amblystegium leptophyllum Schpr. 1876.
ef. Rbh. Kr, Fl. IV, Nr. 824.
Einhäusig; die kleinen, knospenfórmigen 6 Blüten oft zu 2 am Fusse
des Perichätiums mit ganzrandigen, zugespitzten, rippenlosen Hüllbll, wenigen
bleichen Antheridien und nur wenigen hyalinen Paraphysen. Habituell der
vorigen Art ühnliche, je nach dem Standort bleichgrüne oder gelblich- bis
dunkelgrüne, niedergedrückte, lockere, etwas glünzende Rasen mit zerstreut be-
asteten, kriechenden, wurzelnden Stengeln. Stengelquerschnitt rund, mit kleinem,
— 528 —
gelbrotem Zentralstrang und lockerer, gelbroter Rindenschicht. Bll. etwas ge-
drängt abstehend, 1,5—1,8 mm lang, eilanzettlich oder aus enger, schmal
elliptischer Basis allmählich fast pfriemlich lang zugespitzt, hohl, flach- und
ganzrandig, mit gelber, über der Mitte verschwindender, fast bis zur Pfrieme
reichender Rippe. Blattzellen durchscheinend und dünnwandig, in der Spitze
9 u und 7—8 mal so lang, abwärts allmählich breiter und kürzer, mitten
10-11 u und nur 4—6 mal so lang als breit, an der Insertion und in den
meist etwas abgerundeten Ecken der Basis gelb, fast orangefarben und doppelt
so breit, 18 u, quadratisch oder kurz rektangulär-6 seitig. Periehütium wurzelnd;
die inneren Hüllbll. breit lanzettlich und lang zugespitzt, bis 4 mm lang,
ganzrandig und mehr oder weniger längsfaltig, mit bis gegen die Spitze ver-
längerter Rippe. Kapsel auf 2 cm langer, gelbroter, gedrehter Seta aus auf-
rechtem, verschmälertem Halse länglich-zylindrisch und gekrümmt, ohne Deckel
2 mm lang, dünnwandig, gelblich bis rötlich, oft 2farbig, mit 2—3 reihigem,
kleinzelligem Ring und konvex-kegeligem, stumpflichem Deckel, trocken unter
der Mündung etwas verengt, entleert stärker eingekrümmt. Epidermiszellen
der Kapselwand locker, am Urnenrand viele Reihen kleiner. Peristomzähne
gelb und hyalin gesäumt. Membran des inneren Peristoms gelblich, mit nicht
durchbrochenen Fortsützen und je 2 Wimpern. Sporen (nach Limpr.) 10—14 4,
rostfarben und glatt. Reife im Frühjahr.
An faulem Holz alter Baumstämme von Sauter bei Steyr in Ober-Österreich
1836 entdeckt und nur von wenigen Standorten bekannt. S. XLVII, 1, a und
b) Bll., c) Blattbasis; gez. nach einem von Philibert bei Vals in Frankreich ges.
Expl. (comm. Renauld).
Amblystegium salinum Bryhn, welches N. Bryhn am Meeresufer bei
Aasgoardstrand in Norwegen im Juli 1902 gesammelt hat, macht den Eindruck
einer zarten, sterilen Form vom ۰ leptophyllum Schpr. mit dünnen, aufrechten,
etwa l cm langen Sprossen (comm. Moenkemeyer).
18. Amblystegium Hausmanni De Not. resp. Schpr. ‚1876.
A. riparium var. De Not. 1884 und var. abbreviatum De Not. 1869; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 825.
Einhäusig; die schlanken d Blüten in der Nähe der Q mit verkehrt
eiförmigen, rasch lanzettlich pfriemlichen, rippenlosen inneren Hüllbll.,
gelbbrüunlichen Antheridien und nur wenigen kurzen Paraphysen. Dichte,
niedergedrückte, der Unterlage fest anliegende, gelbliche, etwas seidenglänzende
Räschen mit kriechenden, reichlich wurzelhaarigen, fast fiederästigen Stengeln
und dichter oder entfernter gestellten, etwas federig beblätterten Asten,
jedoch ohne Paraphyllien. Nach den kräftigeren Ästen an eine Pylaisia i
Brachythecium venustum erinnernd. Stengelbll. dicht gedrängt, etwas einselts-
wendig abstehend bis fast sparrig, aus eiförmiger, abgerundeter, kaum
oder nicht herablaufender Basis lanzettlich verlängert und allmählich i
1 eine lange Pfrieme auslaufend, 1,5—1,8 mm lang und nur 0,4—0,5 mM — —
breit, an der Basis hohl, aufwärts flach- und ganzrandig, mit dünner, gelben —
— 529 —
wenig über der Mitte endender Rippe. Blattzellen verlängert, dünnwandig und
mit geschlängeltem Primordialschlauch, meist 7 u und 8—12 mal so lang, ab-
wärts gegen die Basis kürzer und breiter, an der Insertion nicht gelb, sondern
bleichgrün, gegen die Rippe oval-6seitig und 10—18 u, in den schwach aus-
gehöhlten Blattflügeln kürzer, fast quadratisch und 12—18 u. Astbll. ähnlich,
jedoch kleiner, aus hohlem, abgerundetem Basalteil allmählich verschmälert,
ganzrandig und schmal auslaufend. Perichätium wurzelnd, die inneren Hüllbll.
aufrecht, 3 mal so lang als das Seheidchen, undeutlich gefurcht, am Grunde
der Spitze meist fein und scharf gesägt und mit dünner, unter der Spitze
endender, abwärts sehr breiter Rippe. Kapsel auf 2 em langer, rótlichgelber
Seta geneigt und gekrümmt, etwas hochrückig, dünnwandig, gelbbraun, mit
stumpf kegeligem, orangefarbenem Deckel und breitem, 3 —4zellreihigem Ring,
entleert 1,5—2 mm lang, stärker gekrümmt und unter der Mündung mehr oder
weniger verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig und verlängert,
am Urnenrand viele Reihen kleiner rundlich-6 seitig. Peristomzähne an der
Basis verschmolzen, gelb, aufwärts hyalin, aussen querstreifig, innen mit zahl-
reichen Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und fast glatt, von
mindestens 1), Zahnhöhe, mit ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je
2 knotigen m zwischen denselben. Sporen 10—12 u, gelb und gekörnelt.
Reife im Frühjahr.
Am Grunde morscher Baumstümpfe von Baron von Hausmann 1865 in
Tirol entdeckt. Von Venturi später um Trient und von Juratzka in Nieder-
Österreich gesammelt. S. XXXIX, 8, a) Stengelbl., b) Astbl., c und d) Kapseln,
e) Perichätialbl., f) Habitusbild; gez. nach einem von Hausmann ges. Originalexpl.
aus dem Herbare Levier's. Von mir auf einem Eichenstock auf der Rheininsel
Kühkopf ges. Expll. stimmen hiermit ziemlich überein.
2. Gatt. Cratoneuron') Sull. 1856.
Hypnum Subgen. Cratonewrum Schpr.
An die Euamblystegien der vorigen Gattung, insbesondere an Ambl. irriguum
sich eng anschliessende, meist kräftigere, auf der Erde, an Steinen wie im
Sumpfe wachsende, Feuchtigkeit liebende Kalkmoose in glanzlosen, innen oft
'rostfarbenen Rasen mit niederliegenden oder aufsteigenden, zuweilen geteilten,
mehr oder weniger wurzelhaarigen, fast regelmässig fiederästigen Stengeln
und kurzen, oft 2seitig ausgebreiteten Ästen, sowie mit ungeteilten, eifórmigeu oder
lanzettlichen bis pfriemlichen Paraphyllien. Stengelquerschnitt rundlich-
5kantig, mit und ohne Zentralstrang. Stengel- und Astbll. nur wenig ver-
schieden; die Stengelbll. aus eiförmiger bis fast herzförmiger, herablaufender
Basis lanzettlich bis pfriemlich verschmälert, teils glatt, teils längsfaltig, oft
sichelförmig einseitswendig und mit sehr kräftiger, gegen die Spitze ver-
schwindender oder als Stachel austretender, einfacher Rippe, die Astbll. meist
nur etwas kleiner und schmäler, oder mehr eilanzettlich. Blattzellen oft mehr
1) Von xpáros kräftig, gewaltig und veögo» Sehne, Nerv, resp. die Blattrippe, wegen
der kräftigen Rippe der Bll.
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 3t
— 530 —
parenchymatisch wie prosenchymatisch und derbwandig, aufwärts kurz rhombisch
4—6seitig oder mehr linear, an der Insertion kurz rektangulär-6 seitig, oder
ebenso wie an den mehr oder weniger ausgehóhlten, herablaufenden Blatt-
flügeln lockerer und viel grösser, in meist deutlich begrenzter Gruppe
oval-6seitig, dünnwandig, oft wasserhell oder gelblich bis brüunlich und auf-
geblasen. Blüten 2häusig, stengel- und aststündig. Perichätium teils wurzelnd,
teils nicht; die Perichätialbll. mehr oder weniger faltig und mit Rippe. Kapsel auf
verlängerter, glatter, roter Seta geneigt oder übergeneigt bis horizontal, dick
ellipsoidisch bis fast zylindrisch und mehr oder weniger gekrümmt, hochrückig, braun
und mehr oder weniger derbwandig, mit Amblystegium-artigem, aus hochgewülbter
Basis kurz kegeligem, spitzem Deckel und schmalem oder breiterem Ring,
trocken und entleert unter der Mündung verengt und eingeschnürt, sowie stürker
gekrümmt. Peristom wie bei den krüftigeren Amblystegien. Epidermiszellen
der Kapselwand derbwandig, am Hals mit normalen Spaltöffnungen. Sporen
mittelgross.
Ausländische Arten dieser Gatt. waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879
nur wenige bekannt.
A. Filicina.
Mit glatten, nicht längsfaltigen Bll. und kürzerem Zellnetz.
1. Cratoneuron filicinum (L.).
Hypnum L. 1753, H. filieinum a spicatum Weis 1770, H. dubium Neck. 1771, H.
affine und extricatum Hoffm. 1796, H. compressum Brid. 1801, Stereodon Mitt. 1864, Ambly-
stegium De Not. 1867, Thuidium Kindb. 1883, H. (Cratoneurum) filicinum Schpr. 1876; ef.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 810.
Zweihüusig, gemischtrasig; die zahlreichen stengelständigen, eifórmigen
d Blütenknospen mit eilanzettlichen, rippenlosen oder fast rippenlosen, an der
Spitze gezühnten HüllblL und 3—5 kurz gestielten, dicken Antheridien ohne
Paraphysen. Weit ausgedehnte, oft etwas verwebte, gelblich- bis bräunlich-
grüne, nicht glänzende Rasen mit 6-10 cm langen, niedergestreckten bis
kriechenden, seltener aufrechten, mehr oder minder rotfilzigen, unterbrochen
fiederig beasteten Stengeln, 2 zeilig abstehenden, 5—12 mm langen, am Ende
zugespitzten, trocken etwas eingekrümmten Ästen und zahlreichen rund-
lichen oder lanzettlichen bis pfriemenförmigen Paraphyllien. Stengelquer-
schnitt rundlich-5 kantig, mit Zentralstrang, lockerem, dünnwandigem Grund-
gewebe und stark verdickter, 4—5 schichtiger, gelblicher Rindenschicht. Stengelbll.
etwas entfernt und fast sparrig abstehend, aus breiter, 3eckiger, weit herab-
laufender, fast herzförmiger Basis lanzettlich scharf zugespitzt, flachrandig
und nicht gefurcht, mit rings klein gesägtem Rand, kräftiger, in die
Spitze eintretender, fast vollständiger, im Alter rostgelber Rippe und
| Stark ausgehöhlten, gross- und lockerzelligen, zuweilen fast geöhrten Blatt-
m er n. Blattzellen chlorophy llreich, kurz 4—6seitig, rhombisch oder rhomboidisch
OE bis kurz linear, 9u und 2—4 mal so lang, in der Spitze sowie in der Mitte
-
— 531 —
zwischen Rippe und Rand des Basalteils mitunter 6 u und bis 6 mal so lang, an
den stark ausgehöhlten Blattflügeln in einer grossen, scharf begrenzten, bei
den Sumpfformen die Rippe meist 1—2zellreihig erreichenden Gruppe hyalin
oder bräunlich, dünnwandig und aufgeblasen, kurz rektangulür-6seitig und
20—35 u. Astbll. gedrängt abstehend, meist einseitswendig, mehr breit
eilanzettlich und zugespitzt und mit schwächerer Rippe. Perichätium wurzelnd;
die Hüllbll. gefurcht und doppelt so lang als das Scheidchen, lang zugespitzt
oder plötzlich pfriemenförmig, mit flacher, unvollständiger Rippe, die innersten
oft rippenlos, weniger gefurcht und an der Spitze gesägt. Kapsel auf 3—4 em
langer, purpurroter, geschlängelter und gedrehter Seta aus aufrechter Basis
geneigt bis übergeneigt, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch und etwas ge-
krümmt, ohne Deckel 2,5—3 mm lang, rostbraun mit dunklerem Rücken, sowie
mit aus gewölbter Basis kurz kegeligem, spitzem Deckel und 1—2reihigem,
kleinzelligem Ring, trocken und entleert unter der weiten Mündung stark
verengt und in kürzerem Bogen stärker eingekrümmt. Epidermiszellen der
Kapselwand derbwandig, an der Bauchseite fast quadratisch, am Rücken
kurz rektangulär bis oval-6seitig, am Urnenrand in vielen Reihen rundlich-
6seitig bis abgeplattet. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelb und
breit gelb gesäumt, mit hyalinen, papillösen Spitzen und mit knotig-buchtigen
bis fast treppenartigen Seitenrändern, aussen querstreifig, innen mit etwa 40
abwärts dicht gedrängten Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und
glatt, fast von halber Zahnhöhe, mit eng ritzenförmig durchbrochenen, papillösen
Fortsätzen, und je 2—3 schwach knotigen, zarten Wimpern. Sporen meist
ungleich, teils 14—16, teils 18—25 u, rostfarben und papillós. Reife im Früh-
jahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 609.
Vorzugsweise auf feuchterem, kalkig-tonigem oder auch sandigem Boden, an
kalkhaltigen Quellen und Sümpfen oder auch an Steinen, an Mauern und Holzwerk,
von der Ebene bis in die Hochalpen in 2500 m je nach dem Standort in zahl-
reichen Formen durch Europa wie Algier und Nord-Amerika zerstreut. Von
Arnell auch im Jeniseithal Sibiriens hier und da bis in die arktische Region
aufgefunden, jedoch sehr selten auf Spitzbergen. S. XLIX, 14, a und b) BI.,
€) Kapsel, d) stärker vergrössertes Zellnetz, e) Paraphyllien; gez. nach am Georgen-
brunnen im Kranichsteiner Wildpark bei Darmstadt mit Frucht ges. Expll.
Var. trichodes (Brid.) — Hypnum trichodes Brid., eine zartere Form mit
dünnen, langen, niederliegenden, nicht filzigen Stengeln, kürzeren Asten und kleineren
Bll. — an trockneren Standorten auf grasigem Boden und an Steinen;
var. gracilescens Schpr. mit dünnen, kriechenden, filzigen, fiederig be-
asteten Stengeln und allseitig abstehenden oder einseitswendigen Bll. — an feuchten,
schattigen Kalkfelsen;
var. elatum Schpr. in tieferen, schwammigen Rasen mit 10—15 cm hohen,
aufrechten, unterbrochen fiederig beasteten, weniger filzigen Stengeln und mit weniger
Paraphyllien — in Kalksümpfen, am Ludwigsbad bei Salzburg von Milde zuerst
gesammelt; ;
var. prolizum De Not, eine mehr flutende, sterile Form mit bis 20 cm
langen Stengeln — an Wehren und Wasserfällen;
84*
— 532 —
var. /allaz Hook. & Tayl. eine flutende, schwarzgrüne Form mit fiederästigen,
über 10 em langen Stengeln, zahlreichen, meist 5—7 mm langen Ästen und längeren,
aus weniger breiter Basis länger zugespitzten Bll. mit vollständiger oder etwas
auslaufender Rippe, von denen oft nur die Rippen stehen bleiben — in rasch
fliessendem Wasser an Steinen, wie z. B. in der Nähe des Schnampelwegs bei
Darmstadt. Wahrscheinlich mit Hypnum fallaw Brid. teilweise identisch. Die
ähnliche Form von Ambl. irriguum ist unregelmässiger, mehr büschelig beastet und
hat schärfer zugespitzte, gerade, nicht sparrig beblätterte Äste, während die vor-
stehende, von mir gesammelte Varietät fallaæ schon mehr den Übergang zu der
folgenden Art bildet.
2, Craloneuron Formianum (Fior.).
Hypnum Schpr. 1876, Amblystegium Fior. 1874, Thuidium fallax Kindb. 1883, Ambl.
Vallis-clausae Husnot 1893 und Hypnum nes clausae x fallax Boul. 1884, ۰ filicinum
var. crassinervinum Renauld in Husn. 1894; cf. Rbh. . Fl. IV, Nr. 812 ex p.
Zweihüusig. Habituell der vorigen ^ne ähnliche und derselben jeden-
falls nahe verwandte, etwas lockere, schmutzig bis dunkelgrüne, abwärts rost-
gelbe, glanzlose, rigide, über 5 cm hohe Rasen mit aus niederliegendem Teile i
aufgerichteten, 8—10 cm langen, ähnlich wie die vorige Art verzweigten ۱
Stengeln, zahlreichen, 3—10 mm langen, bogig aufgerichteten Ästen und fast
ohne Paraphyllien. Bll. ziemlich dicht gestellt, steif aufrecht abstehend, aus
engerer, nicht geöhrter, herablaufender Basis eiförmig oder breit eiförmig
und allmählich lanzettlich verschmälert, sowie durch die austretende Rippe
pfriemlich zugespitzt, mit flachem, nur abwärts gezähneltem Rand und sehr
kräftiger, rötlichgelber, als Stachelspitze austretender Rippe. Para-
phyllien vereinzelt an den oberen Sprossenden. Blattzellen an dem engeren
Teil der Basis gegen die Insertion hin sehr locker und gelblich, in 2 und
mehr Reihen rektangulär-6 seitig, 18—25 u, am Rand der weniger ausgehöhlten
Blattflügel etwas schmäler, alle übrigen ähnlich wie bei voriger Art, nur noch
etwas kürzer. Astbll. den Stengelbll. fast gleich, nur häufig etwas sichel-
förmig einseitswendig. Kapsel zylindrisch und bogig gekrümmt, mit 2— 3 reihigem
Ring und konvexem, mit Spitzchen versehenem Deckel Sporen?
An Steinen in kalkreichen Quellen und Bächen; von der Gräfin E. Fiorini-
. Mazzanti in Italien entdeckt. S. XLIX, 6, a und b) Bll, c) Habitusbild, d) stürker
vergrüssertes Zellnetz; gez. nach einem von F. Renauld bei Payolle in den
Pyrenäen ges. Expl. Von Amblystegium durch das Zellnetz verschieden.
3. Cratoneuron curvicaule (Jur.)
ie. Hypnum Jur. 1864, Amblystegium filieinum var. Mol. 1875, eet کی Dix. &
` James 1896, Ambl. fil. curvicaule Lindb. 1879; cf. Ebh. Kr. FI. IV,
۰ £weihüusig; die o Blüten mit rippenlosen, lang BE -— der
' gesägten inneren Hüllbll, 3—5 Archegonien und vereinzelten, hyalinen
physen, die 0 unbekannt. Dichte, gelbgrüne bis goldgelbe, oder schmutzig .
bis pnmo meist 2—3 cm hohe, etwas glänzende Rasen mit :
lege Basis TASE 2—5 cm langen, oft geschlängelten,
— 533 —
nicht filzigen, nur spärlich wurzelhaarigen, mehr oder minder kurz fiederästigen,
rundlichen Stengeln und oft lseitig gestellten, ungleichlangen, meist nur
5 mm langen, stumpfen oder kurz zugespitzten, oft fast drehrunden, kätzchen-
förmig beblütterten Ästen. Paraphyllien spärlich, meist eifórmig oder
rundlich und nur auf die Umgebung der Sprossanlagen beschränkt. Stengelbll.
dicht dachziegelig aufrecht abstehend, trocken mehr anliegend und nur
mit den Spitzen aufrecht abstehend, aus nicht geöhrter, herablaufender Basis
breit eilanzettlich oder mehr elliptisch und mehr oder weniger rasch in eine
schmale Spitze verschmälert, 1—1,2 mm lang, sehr hohl, flachrandig, mit rings
oder nur abwärts klein gesägtem Rand und an der Basis breiter, rasch sich
verschmälernder, etwa ?/, des Bl. durchlaufender, noch vor der schmalen
Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen etwas derbwandig, rhombisch 4-
und 6seitig bis fast linearisch, 6—7 u und 3—6 mal so lang, gegen die Basis
7 u und 3—4 mal so lang, an den nur schwach ausgehöhlten Blattflügeln in
meist gut begrenzter Gruppe lockerer, hyalin oder gebräunt, 18 u und mehr
kurz rektangulär-6 seitig, an der Insertion gegen die Rippe hin gelb und etwas
dickwandiger, oval-6seitig und 12—16 u. Astbll. kürzer und schmäler, mehr
eilanzettlich und weniger rasch in die fast pfriemliche Spitze verschmälert.
Bis jetzt nur steril und mit و Blüten bekannt.
An feuchten, felsigen und steinigen Abhängen der Kalkschiefer und Urgebirge
in den Alpen und Hochalpen von 1800— 2740 m, auch aus Norwegen, Schweden
und Finnland bekannt; von O. Sendtner 1841 am Manhardt in den Julischen
Alpen entdeckt. In Steiermark, Kärnthen, Salzburg und Tirol über 1800 m
ziemlich verbreitet, sowie auch aus Schottland bekannt. S. LIII, 7, a) Bl, b) Habitus-
bild; gez. nach von Amann in der Schweiz ges. Expll — mit denen auch die
von J. Breidler in der Sölk in Steiermark in 2300 m ges. Expll. übereinstimmen
— sowie XLIX, 10, a und b) StblL, c) Astbl, d) Habitusbild, gez. nach von
J. Breidler am Dachsteingebirge in Steiermark in 2100 m ges. Expl. Letztere
Pflanze besitzt kürzere, rundere, mehr kätzchenartige, dachziegelig beblätterte
Stengel, auch sind ihre Bll. fast ohne dünnwandige Blattflügelzellen, weshalb sie
als var. brevicaule zu bezeichnen ist.
B. Suleata.
Mit lüngsfaltigen Bll. und lüngerem, mehr linearischem Zellnetz.
4. Cratoneuron commutatum (Hedw.)
Hypnum Hedw. 1797, H. glaucum Lam. 1778, H. diastrophyllum Sw. 1799, Stereodon
ET m Amblystegium De Not. 1867, Ambl. glaucum Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. FL IV,
T. 898.
Zweihäusig in geschlechtlich gemischten Rasen; die stengelständigen
S Blüten mit rippenlosen, eilanzettlichen, fein gezühnten inneren Hüllbll.,
. 4—6 Antheridien und längeren Paraphysen. Ziemlich tiefe, weiche, glanzlose,
Oben gelbgrüne, innen ockergelbe, oft mit Kalk durchsetzte Rasen mit
d 4—10 em langen, je nach der Dichte der Rasen aufsteigenden oder auf-
rechten, unregelmüssig oder gabelig geteilten, abwärts rotfilzigen, aufwärts
ms
i
i
i
Í
i
— 534 —
regelmässig fiederästigen, resp. kammartig gefiederte n, festen Stengeln mit viel-
gestaltigen, jedoch nie verzweigten, gezähnten Paraphyllien und papillösen
Rhizoiden. Stammquerschnitt ohne Zentralstran g und mit 2—3 zelliger, gelb-
roter, verdickter Rindenschicht. Stengelbl. entfernt und sichelförmig, aus,
enger, herablaufender Basis breit 3 eckig-herzförmig und rasch lanzettlich
sichelförmig zugespitzt, 1,5—2 mm lang, tief längsfaltig, mit flachem,
rings fein gezähntem Rand, rinniger Spitze und kräftiger, bikonvexer, gelblicher,
vor der Spitze endender, homogener Rippe. Blattzellen etwas derbwandig,
glatt und nicht getüpfelt, eng linearisch, 5—6 u und 6—10 mal so lang, gegen
die Basis 10—12 u, gelb bis orangefarben, kurz 6seitig, dickwandiger und
getüpfelt, an der Insertion im engeren Teile sehr locker, oval-6 seitig und bis
30 u, an den mehr oder weniger ausgehöhlten Blattflügeln mehr rektangulär
und meist 20 u. Astbll. gedrängt, sichelförmig-einseitswendig, kürzer und
schmäler. Perichätium spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. längsfaltig und
mit Rippe, hell gelblich, aufrecht, lanzettlich verlängert, ganzrandig und mit
ziemlich derbwandigem, getüpfeltem Zellnetz. Scheidchen mit nur wenigen
Paraphysen. Kapsel auf 4—5 cm langer, roter, geschlüngelter Seta übergeneigt
bis horizontal, zylindrisch und gekrümmt, derbwandig, rotbraun bis kastanienbraun,
mit spitz kegeligem Deckel und kleinzelligem, 3reihigem Ring, trocken und
entleert unter der erweiterten Mündung verengt und mit faltigem Halse.
Epidermiszellen der Kapselwand nur wenig verdickt, rundlich- oder oval-6 seitig,
am Hals mit grossen, ovalen, hyalinen Spaltóffnungen. Peristomzühne tief
inseriert, an der Basis mehrere Lamellen hoch verschmolzen, lanzettlich-
pfriemenfórmig, gelb bis orangefarben und gesäumt, mit hyalinen papillösen
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit über 35 Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von mehr als ول Zahnhöhe, gelb und fast glatt, mit am Kiele nicht
oder nur ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und je 3 vollständigen Wimpern
ohne Anhüngsel Sporen 18— 90 u, rostfarben und fein gekörnelt. Reife im
Frühjahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 607.
An sumpfigen, quelligen Standorten im Kalkgebiet, auch an überrieselten
Kalkfelsen von der Ebene bis in die Voralpen und Alpen in 2600 m in Europa
verbreitet und oft fruchtend; wird schon von Dillen in der Hist. musc. von 1741
erwühnt. Nach Kindberg aus Norwegen, Schweden und Finnland, sowie nach
Bescherelle auch aus Algier bekannt, S. XLIX, 13, a) BIL., b) stärker vergrósserte
Blattzellen, c) Kapsel, d) Paraphyllien, e) Wurzelfilz, f) entdeckelte Kapsel; 2
nach von Róse in Thüringen und von H. Graf zu Solms-Laubach im Mooswald
bei Freiburg i. B. ges. Expll.
| Var. elegantulum De Not. eine freudiggrüne, zärtere Form mit dicht ge
fiederten Stengeln, kleineren ۱ und farblosen Zellen an der Blattbasis — bel
Aviso am Monte Baldo (non vidi).
5. Cratoneuron falcatum (Brid.).
Hypnum Brid. 1801, H. rugosum Dicks. 1790, H. commutatum 8 falcatum C. we
gium commut. 2 falcatum De Not. 1867, Hypn. commut. 8 vage-ramosum Th. m
1886 u. v. conde ils. 1855, Amblystegium De Not. 1869, Ambl. glaucum v. falcatum
Su Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 856.
— 535 —
Zweihüusig; die schlanken, stengelstindigen 6 Blüten mit zarten,
stumpflichen üusseren und aus eifórmiger Basis scharf zugespitzten, rippenlosen
inneren Hüllbll., sowie mit 5—6 Antheridien und hyalinen Paraphysen. Etwas
starre, lockere, gelbbraune, innen rostfarbene Rasen mit aus niederliegender
Basis aufsteigenden oder aufrechten, über 10 cm langen, robusten, kaum wurzel-
haarigen, unregelmüssig beasteten Stengeln und weniger zahlreichen, dicht
beblütterten, meist 2zeilig gestellten Ästen, sowie mit meist hakenförmig ge-
krümmten Astspitzen und Sprossenden, nebst zahlreichen Paraphyllien, aber
ohne Wurzelfilz. Stengelbll. gedrängt und sichelförmig, aus nur kurz herab-
laufender, eiförmiger bis elliptischer Basis allmählich sichelförmig
lanzettlich-pfriemenförmig, bis 2,2 mm lang, abwärts längsfaltig, mit tlachem,
nur gegen die Basis gezähneltem Rand und kräftiger, gelbbrauner, über der
Mitte oder vor der Spitze endender Rippe. Blattzellen diekwandig, das Lumen
oft kaum breiter als die Wandungen, weit herab linearisch, aufwärts wurm-
förmig, sehr eng und glatt, 5 u und 8—12 mal so lang, an der Insertion
mit erweiterten, die Rippe erreichenden Blattflügelzellen, goldbraun, stark
verdickt und getüpfelt, 14—18 u, darüber sehr rasch eng und kurz linear.
Astbll. trocken nicht gekrüuselt, nur undeutlich längsfaltig, flach- und ganz-
randig und nur etwas schmäler und kürzer. Perichätium nicht wurzelnd; die
Hüllbll. schwach längsfaltig, lang lanzettlich zugespitzt und mit kräftiger, vor
der Spitze endender Rippe. Scheidehen mit nur wenigen Paraphysen. Kapsel
auf 2—3 cm langer, dicker, purpurroter Seta aus aufrechter Basis geneigt,
länglich ellipsoidisch und hochrückig, rotbraun und derbwandig, mit gewölbtem,
mit Spitzchen versehenem, braunrotem Deckel und schmalem, 2 zellreihigem
Ring, trocken eingekrümmt und unter der Mündung verengt, entdeckelt 3 mm
lang und unter der Mündung stürker eingeschnürt. Epidermiszellen der Kapselwand
diekwandig, oval-6seitig, am Rücken teilweise schmäler, am Urnenrand in
mehreren Reihen kleiner, rundlich-6 seitig bis abgeplattet. Peristomzühne an der
Basis mehrere Lamellen hoch verschmolzen, bräunlichgelb und breit gesäumt, mit
gelblichen, papillösen Spitzen, aussen bis über den Saum querstreifig. Membran des
inneren Peristoms von über !/, Zahnhöhe, mit breiten, nicht durchbrochenen Fort-
sätzen und je 2—3 papillösen Wimpern. Sporen ungleich gross, 15—22 u, hell rost-
farben und papillös. Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. VI, Tab. 608.
In kalkhaltigen Sümpfen, an Seeufern und quelligen Stellen von der Ebene bis
in die Alpen in 2430 m im Kalkgebiete Europas verbreitet, jedoch nur stellenweise
fruchtend; wird schon von Dillen in der Hist. musc. von 1741 erwähnt. Wurde
nach Bescherelle auch in Algier aufgefunden. S. XLIX, 11, a und b) Bil,
c und d) Kapseln, e) Paraphyllien, f) stärker vergrösserte Blattzellen; gez. nach
am Georgenbrunnen im Kranichsteiner Wildpark bei Darmstadt und nach von
P. Culmann an der Gemmi in der Schweiz in 2100 m ges. Expll. Übergangs-
formen zwischen dieser und der vorhergehenden Art sind nicht selten.
Var. gracilescens Schpr. soll zwar nach Limpr. mit sulcatum var. ۸
zu vereinigen sein, jedoch haben die Varietüten von falcatum viel längere, die
Blattmitte weit überschreitende Rippe.
6. Cratoneuron sulcatum (Schpr.).
Hypnum Schpr. 1860, H. Breadalbanense White 1868, H. commutatum v. —
Dix. & James 1896, Amblystegium glaucum v. Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl, IV, Nr. 8
Zweihüusig; die schlanken و Blüten mit lanzettlichen, Me o
verlängerten, fein gesügten, rippenlosen Hüllbll., 5—8 Archegonien und
gelblichen Paraphysen, die 8 unbekannt. Mehr oder minder dichte, habituell
etwas an J/repanocl. Kneiffii erinnernde, jedoch starre, gelbbräunliche oder bräunlich-
grüne Rasen mit 4—6 cm langen, aus niederliegender Basis aufsteigenden, nicht
wurzelhaarigen, unregelmässig fiederig beasteten Stengeln, 2zeilig vorwärts
gerichteten, meist 0,5—1,2 cm langen, dünnen Ästen und in der Regel haken-
förmig gekrümmten Ast- und Sprossenden, sowie mit zahlreichen gezähnten,
pfriemlichen oder fadenfórmigen Paraphyllien. Stengelbll. dicht einseitswendig
und stark sichelförmig, aus nur kurz herablaufender, breit eifórmiger Basis
rasch lanzettlich und lang fein zugespitzt, an der Basis sackartig ausgehöhlt,
mit 2—3 Lüngsfalten, flachem, gegen die Basis klein gezühntem und oft schmal
zurückgeschlagenem Rand und nur وال des Bl. durchlaufender Rippe.
Blattzellen etwas derbwandig und glatt, vorzugsweise schmal rhomboidisch-
6seitig, 6 u und 3—5 mal so lang, an der Insertion in 2 Reihen erweitert,
goldgelb, sowie dickwandig und getüpfelt, oval 4—6 seitig und 14—18 u, an
den Blattflügeln darüber in 3 Reihen mehr quadratisch bis 6seitig und nur
10 u. Astbll. ähnlich. Sporogon unbekannt.
An verwitterten, feuchten Felsen im Kalkgebiet, auf Kalk oder kalkbaltigen
Schiefern, vorzugsweise in der Alpenregion, von 600— 2500 m; von Dr. A. Sauter
1850 am Untersberg bei Salzburg entdeckt. S. XLIX, 9, a) Bl, b) stärker ver-
grósserte Zellen; gez. nach einem von P. Culmann bei dem Hotel Klimserhorn am
Pilatus in 1800 m ges. Expl.
Var. subsuleatum (Schpr.) — Amblystegium subsulcatum De Not. 1869 und
Hypnum faleatum v. gracilescens Schpr. ex p. in lockeren Rasen mit trocken mehr
er minder gekräuselten, schwächer gefurchten, im Basalteil mehr elliptischen,
weniger breiten Bll, mit bis über die Mitte reichender, zuweilen gegabelter Rippe un
etwas längerem oberen Blattzellnetz — an denselben Standorten und häufiger
als die Normalform. 8. XLIX, 9, c) Blattbasis; gez. nach von P. Culmann
an den Ufern des Lämmernbaches an der Gemmi in 2250 m ges. Expll., welche
nach der längeren Rippe und dem aufwärts längeren Blattzellnetz schon mehr an
die vorige Art erinnern. Bei den von Culmann am Pilatus ges. Expll. war die
Normalform mit der Varietät in demselben Rasen vereinigt. Die Varietät steht
zur Normalform in ähnlichem Verhältnis, wie Cr. falcatum zu commutatum.
1. Cratoneuron irrigatum (Zetterst.).
= Hypnum Zetterst. 1865, Hypn. Vallis-Clausae Brid. 1812, H. commutatum ۲۰ ۶
= de eur. 1854 u. v. ecaleareum Lor. 1865, H. virescens Boul. 1872, H. filicinum v. Vallis-Clausae
ns., H. commutatum y virescens u. à pachyneuron Schpr. با H. napaeum ۰ 1877,
lystegiwm Vent. ge 1884; ef. Rbh. Kr. FI. IV, Nr.
— 537 =
Zweihäusig. Kräftige, starre, dunkel- bis schwarzgrüne Rasen mit oft
flutenden, 10—20 cm langen, unregelmässig fiederig bis fast büschelig verästelten
Stengeln und kürzeren oder längeren, am Ende meist sichelförmig eingekrümmten
Ästen, bei der nicht flutenden Form zuweilen mit glatten Rhizoiden und
spärlichen Paraphyllien. Stengelbll. steif und fest, aufrecht abstehend oder
etwas sichelfórmig einseitswendig, ähnlich wie bei jalcatum, jedoch kürzer und
breiter zugespitzt, 2—2,5 mm lang, aus nur wenig herablaufender, eiförmiger
oder elliptischer Basis ziemlich rasch oder allmählich etwas kurz und breit
lanzettlich schief zugespitzt, nur undeutlich lüngsfaltig, mit flachem, gegen
die Insertion etwas gezühneltem Rand und sehr kräftiger, breiter, gelbbrüunlicher
bis gelbroter, abwürts plankonvexer, 8—9 schichtiger, aufwürts mehr runder,
in der doppelschichtigen Lamina der Spitze sich auflósender Rippe. Blattzellen
eng linearisch, aufwürts geschlüngelt, 6 u und 12—18 mal, gegen die Basis aber
nur 8 mal so lang, über den Blattflügeln oft kürzer, mehr rektangulür, auch
an der zuweilen gezühnelten Spitze kürzer und etwas breiter, fast spindelförmig,
6—8 u und etwa 4 mal so lang, an der Insertion oval-6seitig, meist 14 u,
gebrüunt, verdickt und getüpfelt, an den Blattflügeln kaum verschieden. Sporogon
nach Boulay ähnlich wie bei falcatum.
Im Kalkgebiet an überfluteten Steinen, in schnellfliessenden Bächen der Berg-
und Alpenregion von 620— 2900 m; von Zetterstedt in den Pyrenäen entdeckt.
S. XLIX, 12, a) Bl; gez. nach von F. Renauld und von J. E. Zetterstedt in
den Pyrenäen ges. Expll. Wurde von Schimper als Varietät von //ypnum falcatum
angesehen, zu dem es in demselben Verhältnis steht, wie Amblystegium fluviatile zu
Amblystegium irriguum.
3. Gatt. Campylium!') (Sulliv.) Bryhn ex p. 1893.
Chrysohypnum Hpe. ex p. 1852 und Campyliadelphus Lindb. 1879.
Mittelgrosse, kalkliebende Felsmoose oder grössere Sumpfbewohner in
gelbgrünen, niedergedrückten oder aufgerichteten, mehr oder weniger glänzen-
den Rasen mit niedergestreckten oder kriechenden, unregelmässig verästelten,
oder mehr aufsteigenden und aufgerichteten, fast büschelästigen Stengeln und nur
wenigen büscheligen Rhizoiden, aber ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt
rund, mit armzelligem Zentralstrang und ohne besondere Aussenrinde. Stengel-
und Astbll nur wenig verschieden. Bil. allseitig sparrig abstehend, nur
ausnahmsweise an den Sprossenden sichelfórmig, aus eifórmiger oder herz-
fürmiger, etwas herablaufender, breiter Basis mehr oder weniger rasch lang
und schmal zugespitzt, nicht lüngsfaltig, hohl, flach- und ganzrandig oder nur
undeutlich gezühnelt, ohne Rippe oder mit kürzerer oder lüngerer einfacher,
nie austretender Rippe, sowie mit differentiierten Blattflügelzellen. Blattzellen
wie bei den Hypna eng linearisch, nur an den eingedrückten oder gewólbten
Blattflügeln mehr oder weniger erweitert, klein quadratisch bis kurz
1) Von xaeuzvAÀos gebogen, gekrümmt, wegen der gekrümmten Kapsel.
— 538 —
rektangulär-6seitig, jedoch nicht aufgeblasen. Blüten mit Paraphysen,
selten 1 häusig, meist 2häusig oder polygam, in der Regel stengelständig, die 8
zuweilen auch astständig. Perichätialbll. scheidig und lang pfriemlich bis fast
fadenförmig zugespitzt, längsfaltig und meist mit einfacher Rippe. Kapsel auf
verlängerter, glatter Seta geneigt bis horizontal, fast zylindrisch und bogig ge-
krümmt, etwas dünnwandig, gelblich- bis rötlichbraun und oft 2farbig, mit
differentiiertem Ring und gewölbt-kegeligem, spitzem, Amblystegium-artigem
Deckel. Spaltöffnungen normal. Kapsel ähnlich wie bei Amblystegium, trocken
und entdeckelt unter der Mündung verengt, entleert infolge des sich stark
verengenden Halses und Erweiterung nach der Mündung zu oft verkürzt
erscheinend und weniger verengt, resp. unter der Mündung nicht mehr
eingeschnürt und oft kaum verengt. Peristom wie bei Hypnum oder den
grösseren Amblystegien, jedoch die äusseren Peristomzähne mit mehr kerbigen
und nicht treppenartigen Rändern. i
Will man mit Limpricht den Namen Campylium fallen lassen, weil Campylia
Sweet bereits an eine Phanerogamengattung vergeben ist, so könnte man statt dessen
Campyliocarpum oder den Lindberg’schen Namen Campyliadelphus wählen. Den
Namen Chrysohypnum von Hampe möchte ich nur für die doppelrippigen Hypna
Sommerfeltii, hispidulum und Halleri usw. beibehalten.
1. Campylium brachycarpum (Lindb. fil).
Amblystegium Harald Lindb. misit.
Einhäusig; die dicken 6 Blüten in der Nähe der © mit gelbroten
Antheridien und kurzen Paraphysen. Dichte, abwärts braunfilzige, mit anderen
Moosen vermischte, an ein dem Kochii nahestehendes Amblystegium oder C. elodes
erinnernde Rasen mit glänzend goldgelben, 1,5—2 cm langen, aufrechten,
unregelmissig beasteten Sprossen und nur wenige mm langen, etwas locker
beblütterten Asten. BIl. eilanzettlich und ganzrandig, an der Basis hohl, mit
kurzer, kaum die Mitte erreichender einfacher, oder auch doppelter Rippe
und mehr oder weniger deutlichen, kleinen, zuweilen schwach geöhrten Blatt-
flügeln. Blattzellen derbwandig, gegen die Mitte geschlängelt, 7—8 u und etwa
10 mal so lang, an der Spitze der Bll. viel kürzer, auch die Zellen an der.
Insertion viel kürzer und breiter, an den Blattflügeln oval-6 seitig oder kurz
rektangulär und 12 — 18g. Perichätialbll. scheidig, oben abgerundetund pló tzlich
langspitzig. Kapsel auf 2,5—3 cm langer Seta aufrecht oder aus aufrechter
Basis gekrümmt, ellipsoidisch bis fast zylindrisch, gelbrótlich mit dunklerem Rücken,
entdeckelt 1,2—2 mm lang und nur wenig unter der Mündung verengt.
Von Harald Lindberg auf feuchtem, sandigem Ufer am Isthmus Karelicus
in Finnland am 22. Juni 1897 entdeckt. S. XXXIX, 7, a bis c) Bll, d und
e) Kapseln, f) Perichütialbl; gez. und beschrieben nach einem von H. Lindberg
erhaltenen Originalexpl. Erinnert zwar nach der Kapsel an ein Amblystegium, bildet
ao Jedoch nach der bald einfachen, bald doppelten Rippe schon mehr den Übergang
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2. Campylium elodes (Spruce).
ypnum Spruce 1845, H. polymorphum Tayl. 1836, H. Sg elodes Schpr. 1860,
Amblystegium Lindb. 1871, A. (Campyliadelphus) Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 828.
Zweihäusig, gemischtrasig; die stengelständigen C adigi mit aus ovaler
Basis zugespitzten, rippenlosen HüllblL, gegen 12 gelblichen bis brüunlichgelben
Antheridien und zahlreichen längeren Paraphysen. Habituell etwas an dichte
Rasen von Amblystegium hygrophilum oder auch zarte Formen von Cratoneuron
filieinum erinnernde, weiche, ausgedehnte, dicht verwebte, resp. verworrene,
olivengrüne bis gelbgrüne oder goldbräunliche, innen schwarzbraune, 5 und
mehr cm hohe, etwas glänzende Rasen mit 4—10 cm langen, spärlich wurzel-
haarigen, umherschweifenden, unregelmässig fiederig bis fast büschelig verästelten
Stengeln und dünnen, spitzen, aufrechten Ästen mit oft sichelfórmig ein-
gekrümmten Enden. Stengelquerschnitt rund, mit dünnem Zentralstrang und
gelbroter, ziemlich weitlumiger, dickwandiger Rindenschicht. Stengelbll. ent-
fernt und fast sparrig abstehend, an den Sprossenden oft sichelförmig
einseitswendig, aus nur wenig herablaufender, nicht geöhrter, schmal eilanzett-
licher Basis allmählich pfriemenförmig, 1,2—1,5 mm lang, etwas hohl,
flach- und fast ganzrandig, nur gegen die Basis und zuweilen auch gegen die
Spitze unmerklich gezähnt, mit einfacher, ziemlich kräftiger, fast voll-
ständiger Rippe und goldgelben, konvexen Blattflügeln. Blattzellen eng
linearisch mit ziemlich deutlichem Primordialschlauch, 6 u und 6—10 mal so
lang. gegen die Basis kürzer und breiter, mehr rektangulär, 9 u und 3—4 mal
so lang, an den vorgewölbten Ecken daselbst nur wenig erweitert und in einer
grossen, fast bis zur Rippe sich hinziehenden Gruppe stark verdickt,
quadratisch und kurz rektangulär, 14—16 u, goldgelb und schwach getüpfelt.
Astbll. dichter gestellt, etwas kürzer und schmäler und wie an den Spross-
enden oft sichelfórmig einseitswendig. Perichätium spärlich wurzelnd; die mit
den Spitzen aufrecht abstehenden, 2—3 mm langen inneren Hüllbll. aus faltiger
Basis plötzlich lang pfriemenförmig, mit am Grund der Pfrieme gesägtem Rand
und vollständiger oder auslaufender, dünner Rippe. Kapsel auf 1,5—3 cm
langer, roter, gedrehter Seta geneigt bis horizontal, aus kurzem, deutlichem
Halse gekrümmt-ellipsoidisch und hochrückig, ohne Deckel 2—2,4 mm lang,
gelbrot und dünnwandig, mit aus hoch gewölbter Basis kurz und spitz
kegeligem, seltener stumpflichem, glattrandigem Deckel und 2reihigem Ring,
trocken unter der Mündung verengt, entleert stärker eingeschnürt und ein-
gekrümmt. Epidermiszellen der Kapselwand am Rücken mehr oder weniger
derbwandig, schwach kollenchymatisch und oval-6 seitig, gegen den Urnenrand
rundlich-6 seitig, an der Bauchseite dünnwandiger und ebenfalls nur rundlich-
6 seitig. Peristomzähne unter der Mündung inseriert, an der Basis verschmolzen,
goldgelb und gesäumt, mit helleren, papillösen Spitzen, aussen abwärts quer-
streifig, innen mit mindestens 25 Lamellen. Membran des inneren Peristoms
strohgelb und fein papillós, von ولا Zahnhöhe, mit ritzenförmig durchbrochenen,
an der Spitze oft 2schenkeligen Fortsätzen und je 1—2 zarten Wimpern. Sporen
19—16 u, brüunlichgelb und gekórnelt. Reife im Frühjahr.
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Auf sumpfigen Wiesen, in tiefen Sümpfen, zwischen Carex-Stöcken, Schilf und
sonstigen Pflanzenstengeln, auf meist etwas kalkigem Boden von der Ebene durch
ie Bergregion bis in 700 und selbst 1300 m durch Europa zerstreut; von R. Spruce
1845 in England entdeckt, jedoch breits 1814 von Tayl. bei Dublin nach Schpr.
aufgefunden. Nach Kindberg auch aus Norwegen, Schweden und Finnland bekannt.
S. L, 10, a und b) Bil, c und d) Kapseln, e) stärker vergrössertes Blattzellnetz;
gez. nach im Bürgelbruch bei Wolfskehlen unweit Darmstadt in der Ebene (180 m)
auf einer sumpfigen Wiese mit Frucht ges. Expll.
Var. hamulosum Schpr. — falcatum Everken, in mehr goldbräunlichen
Rasen mit fast durchaus sichelförmig-einseitswendigen Bll. — mit der Normalform
an denselben Standorten.
3. Campylium chrysophyllum (Brid.) Bryhn 1893.
Hypnum Brid. 1801, H. Halleri 3 majus Wahlenb. 1812, H. polymorphum Hook. 1818,
H. (Stereodon) Brid. 1827, H. squarrosulum Bals. & De Not. 1834, H. stellatum v. Drumm.,
H. polymorphum var. Br. eur. 1854, Stereodon Mitten 1864, Amblystegium De Not. 1869, H.
(Campylium) Schpr. 1860, Amblystegium (Campyliadelphus) Lindb. 1879; ef, Rbh. Kr. Fl. E;
Nr. 829.
Zweihäusig; die kleinen Ğ Blüten stengel- und astständig, mit eifórmigen,
schmal zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll, 6—8 bleichen Antheridien
und wenigen, etwas längeren Paraphysen. Habituell an kleinere, kurze, dicht-
rasige Formen von polygamum oder stellatum erinnernde, meist ausgedehnte,
niedergedrückte, goldgrüne bis goldbraune, glänzende, innen hellbraune, 2—4 cm
hohe Rasen mit fast kriechenden, mehrfach geteilten, unregelmässig fiederig
bis fast büschelig verästelten, nur wenig wurzelhaarigen Stengeln und kürzeren
oder längeren, oft fast gleichhohen, spitzen Ästen. Stengelquerschnitt rund,
mit in wenigen Zellen angedeutetem Zentralstrang und derbwandiger, gelber
Rindenschicht. Stengelbll. gedrängt, fast sparrig abstehend, gegen die Spross-
enden schwach zurückgebogen, aus breiter, kurz eiförmiger bis fast 3eckig-
herzfórmiger Basis lanzettlich verlängert und meist pfriemlich fein zugespitzt,
1,3—1,5 mm lang, ganzrandig, mit gelber, über der Mitte verschwindender,
dünner Rippe. Blattzellen ohne sichtbaren Primordialschlauch, 6—8 u und
4—8 mal so lang, gegen die Spitze bis 10 mal so lang, auch teilweise etwas
schmäler, au der Insertion kurz rektangulür oder oval-6 seitig, gelb und diek-
wandig, in den Ecken der Basis in kleiner, konvexer Gruppe quadratisch und
kurz rektangulär, nur 10 p, gelblich und mit Inhalt. Astbll. oval-lanzettlich, kleiner
und lang zugespitzt. Perichätium spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus
mehrfaltger Basis lang und fein zugespitzt, mit sparrig zurückgebogener,
oft fast bandförmiger Pfriemenspitze und dünner, über der Blattmitte ver-
. schwindender Rippe. Kapsel auf 2—2,5 cm langer, roter, nur wenig gedrehter
Seta aus schmälerem Halse geneigt, verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch
und wenig gekrümmt, gelbrot, ohne Deckel 3 mm lang, mit 3reihigem Ring
nd konvex-kegeligem, kurz gespitztem Deckel, trocken und entdeckelt unter
“Mündung mehr oder weniger verengt und fast horizontal. Epidermiszellen
selwand mit verdickten Lüngswünden, nicht kollenchymatisch, oval-6 seitig;
— b4l —
an der Bauchseite mehr kurz rektangulür, am Urnenrand in wenigen Reihen
kleiner und rundlich-6 seitig. Peristomzähne an der Basis wenige Lamellen
hoch verschmolzen, etwas schmal lanzettlich-pfriemenfórmig, gelb bis fast
orangefarben und breit gelb gesäumt, mit aufwärts etwas treppenartigen Rändern
und langer, feiner, hyaliner Pfriemenspitze, aussen abwärts quer-, aufwärts mehr
schrägstreifig, innen mit über 35 sehr dicht stehenden Lamellen. Membran
des inneren Peristoms gelblich und fein papillós, von fast '/4, Zahnhöhe, mit
eng ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern.
Sporen 8—12 u, gelblich und fast glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI,
Tab. 583 (H. polymorphum). :
An feuchten Kalkfelsen und steinigen Abhängen, auf Kalk- und Mergelboden,
von der Ebene bis in die Alpenregion in 2600 m durch Europa wie Nord-Amerika
verbreitet. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens sowohl bei Stolba und Kungur,
wie in der arktischen Region bei Dudinka und Tolstoinos aufgefunden. S. L, 6,
a und b) Bll, c und d) Kapseln; gez. nach an der Sophienhóhe bei Jena von
M. Schulze und von mir am Auerbacher Schloss an der Bergstrasse (Hessen) ges. Expll.
Var. tenellum Schpr. in dichten, seidenglänzenden, habituell dem Chrysohypnum
Sommerfeltii nüherstehenden, goldgelben Rasen mit weniger krüftigen, dünneren
Stengeln, fast aufrechten Ästen und schmäleren, mehr eilanzettlichen, weniger
sparrigen, kürzer zugespitzten Bll. — an trockeneren Standorten.
4. Campylium protensum (Brid.) Kindb. 1897.
Hypr
Brid. 1827, Amblystegium (Campyliadelphus) Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 830.
Zweihüusig. Habituell zwischen C. stellatum und chrysophyllum stehende,
lockere oder dichtere, gelbgrüne bis goldgelbe, seidenglänzende Rasen mit
niedergestreckten, geschlängelten, unregelmässig verästelten, streckenweise rot-
wurzeligen Stengeln und fast rechtwinkelig abstehenden Asten. Stengelbll. dicht
gestellt, weit abstehend bis zurückgekrümmt, an den Sprossenden oft sichelförmig
einseitswendig, aus enger, schmal herablaufender, breit herzeiförmiger, hohler
Basis plötzlich in eine doppelt so lange, rinnige, fadenförmige Pfriemenspitze
verschmälert, 2 mm lang, ganzrandig und rippenlos oder hier und da mit
kurzer, nur selten bis zur Blattmitte reichender, einfacher Rippe. Kapsel mit
breitem, 4zellreihigem Ring, sowie meist kürzer und dicker als bei der vorher-
gehenden und folgenden Art. Im Übrigen wie bei stellatum. Ist gleichsam
die Kalkform von C. stellatum und wird auch von den meisten Autoren nur als
Varietät desselben behandelt, von Limpricht jedoch l c. als besondere Art
aufgeführt.
Auf Kalk und kalkhaltigen Gesteinen durch die mittlere Bergregion verbreitet,
besonders im Jura häufig, in Steiermark bis 2860 m aufsteigend. Erreicht nach
Arnell im Jeniseithale Sibiriens noch die arktische Region. ٩ L, 12, a) Bl,
b) Kapsel; gez. nach einem bei Seeheim an der Bergstrasse zwischen Darmstadt
und Heidelberg ges. Expl. Die Pflanze ist gleichsam nur eine Übergangsform
zwischen C. chrysophylium und stellatum, steht jedoch dem ersteren habituell näher.
pnum Brid. 1801, Hypnum stellatum û protensum Röhl. 1813, H. (Stereodon) prot.
N
— 542 —
Campylium decursivulum C. M. & Kindb. (cf Kindb. Skandin. Bladmossflora
1903, Nr. 172), welches P. Dusén bei Astrogothia in Schweden im Mai 1894
gesammelt hat, besitzt aus breit eifórmiger bis herzeifórmiger hohler Basis plótzlich
rinnig hohle, lanzettlich-pfriemlich verlängerte Bll. Limpricht hält dasselbe zwar
für eine sterile Hóhlenform von chrysophyllum (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 355),
jedoch ist es jedenfalls nur eine zarte nördliche Varietät von C, protensum (Brid.).
S. LX, 7, a und b) Stbll., c) Astbl, d) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl.
aus dem Herbare Kindbergs.
5. Campylium stellatum (Schreb.) Bryhn 1893.
Hypnum Schreb. 1771, H. comosum Villars 1786, H. (Campylium) Sull. 1856, Ambly-
stegium (Campyliadelphus) Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 1
Zweihäusig in oft getrennten 6 Rasen; die 6 Blüten mit eiförmigen,
dünn, resp. versältnismässig kurz und schmal zugespitzten, rippenlosen Hüllbll.,
6—12 Antheridien und zahlreichen längeren Paraphysen. Etwas lockere,
schwellende, mehr oder minder tiefe, gelbgrüne, oder oben etwas glünzend
goldgrüne, abwärts dunklere, innen braune Rasen mit meist aufrechten, nicht
oder nur spürlieh mit Wurzelhaaren besetzten, 5— 10 cm langen, gabelig
geteilten Stengeln und gleichhohen, aufrechten Ästen mit sternfórmig
beblätterten Sprossenden. Stengelquerschnitt rundlich-mehrkantig, mit
kleinem Zentralstrang und gelbroter, dickwandiger, kleinzelliger Rindenschicht.
Stengelbll. gedrängt, sparrig abstehend, am Sprossende sternförmig aus-
gebreitet, aus mehr oder weniger verengter, etwas herablaufender, eiförmiger
oder breit elliptischer, abgerundeter Basis lanzettlich verlängert und scharf
zugespitzt, bis 3 mm lang, kaum hohl, flach- und ganzrandig, ohne Rippe
oder mit nur durch 1 oder 2 gelbliche Striche angedeuteter Rippe. Blattzellen
derbwandig, mit undeutlichem Primordialschlauch, 6 u und 6—8 mal, in der
Spitze sogar bis 12 mal so lang, gegen die Basis und über den Blattflügeln
getüpfelt, breiter und kürzer, 10 u und 2—3 mal so lang, an der Insertion
gelb, in den ausgehóhlten Blattflügeln in gut begrenzter, stark vorgewölbter
Gruppe erweitert, kurz rektangulär-6 seitig, 16—20 u, gelbbraun und mit verdickten,
getüpfelten Wänden. Astbll. den Stengelbll. ühnlich, nur kleiner. Perichätium
nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus faltiger Basis plótzlich lang fadenförmig
oder pfriemlich verschmälert und rippenlos. Kapsel auf 2,5—3,5 em langer,
roter, gedrehter Seta meist horizontal, aus kurzem Halse dick oval, resp.
ellipsoidisch und etwas hochrückig, gelblich rotbraun und derbwandig, mit aus
gewölbter Basis kurz kegeligem, spitzem Deckel und 3reihig sich abrollendem
Ring, trocken und entdeckelt unter der Mündung meist verengt, entleert etwas
verkürzt und durch Erweiterung an der Mündung weniger verengt. Epidermis-
| zellen der Kapselwand rings verdickt, oval-6 seitig, am Urnenrand kleiner rundlich-
6seitig, an der Bauchseite dagegen lockerer rundlich-6 seitig. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, goldgelb, gesäumt und mit gelblichen papillösen
a Spitzen, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen normalen Lamellen. Membran
| 3 des. وه Peristoms pom fast glatt, von ول Zahnhöhe, mit eng ritzenförmig
— 543 —
durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen oder mit sehr kurzen Anhängseln
versehenen Wimpern. Sporen 14—18 u, gelb und gekórnelt. Reife im Juni
und Juli. Br. eur. Vol. VI, Tab. 584.
"Auf sumpfigen Wiesen, an Teichrändern und Torfmooren von der Ebene bis
in die subalpine Region durch Europa und Nord-Amerika häufig, im Dachstein-
gebirge bis in 1800 m aufsteigend und steril von Breidler noch in 2800 m am
Hochgolling aufgefunden. Wird schon von Dillen in der Hist. muse. von 1741
erwähnt. Soll nach Arnell auch bei Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens
häufig sein. S. L, 8, a bis c) Bll., d) Peristom, e) Kapsel; gez. nach von mir bei
Darmstadt ges. Expll. Andert je nach dem Standort in zürteren oder krüftigeren
Formen als f. gracilescens und f. robusta ab.
6. Campylium polygamum (Br. eur.) Bryhn. 1893.
Hypnum Wils. 1855. Amblystegium Br. eur. 1855, Hypnum nodiflorum Wils. 1855,
H. riparium v. pseudostellatum Dozy. & M. 1851, H. (Campylium) Schpr. 1860, Amblystegium
(Campyliadelphus) Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. 1۷, Nr. 832.
Polygam mit meist 9 und ©, weniger rein 6 zu 2—4 an demselben
Seitenspross gehäuften Blüten, mit aus eiförmiger Basis lang zugespitzten
Hüllbll.; die $ Blüten mit zahlreichen gelben Antheridien, wenigen Archegonien
und längeren Paraphysen oder mit mehr Archegonien und wenigen Antheridien,
öfters eine kleinere rein 6 Blütenknospe neben der ©. Habituell zwischen
C. stellatum und Amblystegium riparium stehende, lockere, gelblich oder rötlich-
grüne, etwas glänzende Rasen mit 2—8 cm langen, niedergestreckten oder
aufsteigenden, hier und da wurzelnden Stengeln und aufgerichteten, ungleich-
langen, locker gestellten Ästen. Stengelquerschnitt rundlich-mehrkantig, mit nur
kleinem Zentralstrang und lockerem, allmählich in die gelbrote, substereide
Rindenschicht übergehendem Grundgewebe. Stengelbll mehr aufrecht ab-
stehend bis abstehend, zuweilen auch abwürts locker anliegend, nicht
sparrig zurückgebogen und schmäler wie bei voriger Art, eilinglich oder etwas
pfeilförmig, resp. aus wenig herablaufender, enger, oft pfeilfórmiger Basis
eilänglich. allmählich lanzettlich verlängert und pfriemlich zugespitzt, 2—2,5 mm
lang, ganzrandig, mit durch die eingebogenen Ründer hohler Pfriemspitze
und mit einfacher, سول des Bl. durchlaufender Rippe. Blattzellen dünn-
wandig, mit zuweilen sichtbarem Primordialschlauch, etwas geschlängelt linearisch,
T u und 10—15 mal so lang, an der Basis getüpfelt und etwas lockerer, 9 u
und 3—4 mal so lang, an den ausgehöhlten Blattflügeln in begrenzter Gruppe
viel grösser, 18—35 u, aufgeblasen oval-6 seitig und oft goldgelb. Astbll.
kleiner, nur 1,2—1,5 mm lang, sonst den Stengelbll. ähnlich. Perichätium
wurzelnd; die inneren Hüllbll. bis 4 mm lang, aus scheidig zusammengewickelter,:
lüngsfaltiger Basis allmühlich lang pfriemenfórmig und mit flacher, vor der
Pfriemenspitze endender Rippe. Kapsel auf 2—4 cm langer, roter, gegenläufig
gedrehter Seta aus aufrechtem Halse geneigt, derbwandig, gelblich- bis rótlich-
braun, ohne Deckel 3 mm lang, mit kegeligem, scharf gespitztem, rotem Deckel
und 3 zellreihigem, rotgelbem Ring, trocken unter der Mündung verengt, entleert
— 544 —
durch den verschmälerten Hals verkürzt erscheinend, fast verkehrt eiförmig
und durch Erweiterung der Mündung weniger verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand ähnlich wie bei voriger Art. Peristomzähne fast bis zur Basis
gesondert, gelb und zart hyalin gesäumt, sowie mit hyalinen, längsreihig
papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit zahlreichen, nur wenig vor-
tretenden Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich und papillös,
von mindestens '/, Zahnhöhe, mit nicht durchbrochenen Fortsätzen und je
2— 3 knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u, bräunlichgelb und gekörnelt. Reife
im Mai und Juni. Br. eur. Vol. VI, Tab. 572.
Auf feuchtem, sandigem und sandig-lehmigem oder auch salzhaltigem Boden,
in Gräben und Teichen, an Teichufern, auf sumpfigen Wiesen ete. von der Ebene
bis in die Alpenthäler in 1500 m durch Europa zerstreut, auch aus Kanada und
Neu-Seeland bekannt; nach Limpr. bereits 1843 von Gümbel bei Zweibrücken
entdeckt. Nach Arnell bei Dudinka und Tolstoinos in der arktischen Region
Sibiriens nicht selten. Nach Berggren in Spitzbergen nur steril. S. L, 9, a und
b) BlL, c) entdeckelte Kapsel, d) Kapsel mit Deckel; gez. nach von Schpr. in den
Festungsgrüben Strassburgs und nach von Warnstorf bei Neuruppin ges. Expll.
Var. minus Schpr. eine sehr zarte, kleinere, habituell etwas an ein zartes
C. chrysophyllım erinnernde Form mit 1,2—1,6 mm langen, fast sparrig abstehenden,
an der Pfriemenspitze flachen Bll. — auf Sandfeldern und lehmig-thonigen Brach-
äckern. Die von Zetterstedt bei Bodö in Norwegen als polygamum v. minus
ges. Pflanze hat mehr Amblystegium-artiges Zellnetz und scheint mir lbüusig zu
sein. Zwitterblüten vermochte ich an derselben nicht aufzufinden. Sie erinnert
nach den undeutlich gezühnelten Bll. und dem Zellnetz eher an ein kleinblätteriges
Amblystegium Kochii.
Var. fallaciosum (Jur.) Milde, in kräftigeren, habituell zwischen C. stellatum und
Drepanoel. Kneiffii stehenden Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden Stengeln, oft
sichelförmig einseitswendigen Astspitzen und sehr veränderlicher, bald längerer,
bald kürzerer bis verschwindender Rippe — auf sumpfigen Wiesen.
Amblystegium auriculatum Bryhn, welches Bryhn 1902 bei Hönefos in
Norwegen ges. hat, mit stark ausgebauchten, oft geóhrten Blattflügeln und Sporen -
von 12—16 u, macht mir nur den Eindruck einer locker beasteten, umherschweifenden,
auf faules Holz im Sumpfe übergegangenen Form von Campylium polygamum.
4. Gatt. Drepanocladus ') C. M. 1851.
Harpidium Sulliv. 1856.
Vorzugsweise grössere Sumpfmoose in ausgedehnten, meist tiefen Rasen
oder auch flutend, seltener auf nur feuchter Erde und an Baumwurzeln oder
Holz in feuchter Atmosphäre, resp. in der Nähe des Wassers, mit nieder-
. liegenden, aufsteigenden oder aufrechten, oder im Wasser flutenden, entfernt
und unregelmässig fiederästigen Stengeln, ohne oder mit nur wenig Rhizoiden
B und (uncinatus ausgenommen) ohne Paraphyllien. Sprossenden an Stengeln
nn /.3) Von &ozm oder موصعم und Ögeravn die Sichel oder Hippe, resp. ein gekrümmtes
— 545 —
und Ästen in der Regel hakig oder sichelförmig gekrümmt. Stengel-
querschnitt rund, mit nur dünnem, zuweilen verschwindendem Zentralstrang,
bald mit, bald ohne besondere Aussenrinde, welch’ letztere entweder zum
Stengel gehört und denselben ähnlich wie bei Sphagnum rings einschliesst,
oder blatteigen und nur streckenweise ausgebildet ist. Stengel- und Astbll.
ebenso wie die im Spätherbst oder Frühjahr und Sommer, vor oder nach den
Trockenperioden ausgebildeten Bll. höchstens in der Grösse verschieden,
sämtlich mehr oder weniger sichelförmig einseitswendig, aus meist
verengter, seltener gleichbreiter, herablaufender, zuweilen geöhrter Basis lanzettlich
oder eilanzettlich und allmählich lang und scharf oder pfriemlich zugespitzt,
mehr oder weniger hohl, zuweilen längsfaltig oder in der Spitze rinnig bis
röhrig, mit einfacher, über der Mitte oder in der Spitze verschwindender,
nur selten auslaufender, homogener Rippe. Blattzellen eng linearisch und
oft wurmförmig, meist ohne sichtbaren Primordialschlauch, gegen die Ränder
häufig enger, gegen die Basis aber öfters in wenigen Reihen parenchymatisch,
verdickt und getüpfelt, zuweilen ohne besondere Blattflügelzellen, meist jedoch
an den Blattflügeln aufgeblasen 4—6 seitig, hyalin und dünnwandiger. Bei
einigen Arten sind die Blattflügelzellen nur auf 2—4 grosse, hyaline Zellen
beschränkt, die ein flaches, rudimentäres Öhrchen bilden. Astbll. gewöhnlich etwas
kürzer und schmäler. Perichätium nur ausnahmsweise wurzelnd; die inneren
Hüllbll. aus lüngsfaltigem Basalteil sehr lang pfriemenförmig ausgezogen und
mit einfacher Rippe. Scheidehen meist mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel
auf in der Regel sehr langer Seta geneigt bis horizontal, zylindrisch und
gekrümmt, mit aus gewölbter Basis kurz kegeligem, Amblystegium-artigem Deckel
und 2—4reihig sich ablösendem Ring, trocken und entdeckelt unter der
Mündung mehr oder weniger verengt, entleert weniger verengt und etwas
verkürzt oder stärker eingekrümmt. Peristom ähnlich wie bei voriger Gattung
oder wie bei den kräftigeren Amblystegien, die Zähne des äusseren jedoch
, aussen teils mit teils ohne Querstreifung. Membran des inneren Peristoms von
1/ bis halber Zahnhöhe, mit nicht oder nur ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen
und je 2—4 knotigen Wimpern ohne Anhängsel. Reife im Anfang des Sommers.
Der Name Hlarpidium ist eigentlich nach der Schimper’schen Synopsis viel
gebräuchlicher, muss jedoch gegenüber dem älteren von Carl Müller gewählten
Namen EE Ey als Gattungsname zurückstehen, weil der Name ۵
bereits 1855 von Körber an eine Flechtengattung (Harpidium rutilans) verliehen
worden ist. Diese ausserordentlich formenreiche Gattung mit den vielen Übergangs-
und Bastardformen ist von Sanio ausführlicher bearbeitet worden. Eine Übersicht
über die Harpidien nach Sanio mit ihren zahlreichen in- und ausländischen Formen
gibt Limpricht in Rbh. Kr. Fl. IV, S. 365—373. Aussereuropäische Arten dieser
Gattung waren nach J aeger & S. bis zum Jahre 1879 mindestens 10 bekannt,
deren Anzahl sich jedoch inzwischen noch wesentlich vermehrt hat.
1. Drepanocladus vernicosus (Lindb.) Warnst. 1903.
Se Stereodon Mitt. 1864, Hypnum Lindb. 1861, H. pellucidum Wils. 1865, H. lycopodioides
. Var. Sanio 1880, Amblystegium Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 8
: Roth, Die europäischen Laubmoose. II. -
RR
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Zweihäusig, gemischtrasig; die ی Blüten mit rippenlosen inneren Hüllbll.,
6—8 gelben Antberidien und zahlreichen hyalinen Paraphysen. Innere Hüllbll.
der 6 Blüten mit rinnigen, abgebogenen Spitzen. Etwas kräftiger als intermedius.
Ausgedehnte, gelblich- bis bräunlichgrüne, meist etwas rötlichbraun schimmernde,
firnisglänzende, innen abwärts braune, ziemlich dichte Rasen mit meist auf-
rechten, etwas festen und spröden, abwärts entfernter, aufwärts dichter,
ziemlich regelmässig gefiederten, gegen die Sprossenden verdickten,
8—15 cm langen Stengeln und meist 1 cm langen, dünneren Ästen. Obere
Ast- und Stengelspitzen stark sichelfórmig eingekrümmt. Stengelquerschnitt
ohne Zentralstrang, mit gelbroter, verdickter Rindenschicht, aber ohne
besondere Aussenrinde. Bll. gleichförmig, weder herablaufend noch geöhrt,
aus eiförmiger oder fast gerader Basis sichelförmig, verhältnismässig kurz
lanzettlich zugespitzt, 2—3 mm lang, mehrfach längsfaltig, gegen die Basis
fast sackartig faltig, ganzrandig, mit über der Mitte verschwindender, abwärts
bikonvexer, 4—5 schichtiger, homogener, gelber Rippe und rinnig-hohler
Spitze. Blattzellen eng linearisch und fast integralhakenartig geschlängelt,
5—6 u und 12—15 mal so lang, gegen die Ränder enger, an der Basis in
2—3 Reihen gelbrot bis dunkel purpurrot, mehr rhombisch-6 seitig, an der
Insertion 12—18 u und nur 2—3 mal so lang, dickwandig und getüpfelt, ohne
besondere Blattflügelzellen, über den gefärbten Basalzellen nur 9 u und
rasch geschlüngelt. Perichätium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. aufrecht,
mehrfach längsfaltig und mit langer Rippe. Kapsel auf 4-5 cm langer,
rötlicher, rechts gedrehter Seta aus fast eifórmiger Basis dick ellipsoidisch
und gekrümmt, etwas kurz, ohne Deckel nur 2—2,5 mm lang, gelbrot, mit breit
3reihig sich ablösendem Ring und gewölbtem, mit Spitzchen oder Warze ver-
sehenem Deckel, trocken unter der weiten Mündung etwas verengt und stärker
gekrümmt. Epidermiszellen der Kapselwand verbültnismüssig klein, rundlich-
4—6seitig und derbwandig. Peristomzähne meist bis zur Basis gesondert,
orangefarben, schmal gelb gesäumt und mit hyalinen, papillösen Spitzen, aussen
nicht querstreifig, nur fein punktiert, innen mit zahlreichen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelb, fast glatt, von halber Zahnhöhe, mit
nicht durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen
14—18 u gelbgrün und gekörnelt. Reife im Juni. Br. eur. Suppl. III u. IV,
Hypnum Tab. IV.
In kalkfreien und torfigen Sümpfen von der Ebene durch die niedere Berg-
region fast ganz Europas von Italien bis in die arktische Zone häufig, in den
Alpen bis zu 1450 und selbst 2300 m aufsteigend. Auch auf Spitzbergen und in
Grönland nicht selten. S. LI, 1, a) Bl, b) Kapsel, c) stärker vergróssertes ge-
schlängeltes Blattzellnetz, d) desgl. an den Ecken der Basis; gez. nach von A. Braun
und H. Graf zu Solms-Lagbach im Grunewald bei Berlin ges. Expll Bevorzugt
torfigen Sandboden.
Var. turgidus Jur. eine robustere Form mit 15—25 cm langen Stengeln,
I he Ruthe, Sanio und Everken gesammelt (non vidi) ^ Ändert nach dem mehr
. mur undeutlich faltigen Bll. und weitlumigeren Rindenzellen — in tieferen Sümpfen ۱
ko DA
س 47 —
oder weniger kräftigeren Habitus wie die meisten Harpidien in vielen Formen ab,
ist jedoch leicht an dem Mangel differentiierter Blattflügelzellen zu erkennen.
2. Drepanocladus intermedius (Lindb.) Warnst. 1903.
Hypnum Lindb. 1864, Amblystegium Lindb. 1879, H. revolvens v. intermedium Ren.
in Rev. br. 1881, H. interm. a verum Sanio 1883; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 834.
Zweihäusig und meist gemischtrasig; die schlanken, stengelstündigen
G Blüten mit rippenlosen, mit den rinnigen Spitzen mehr anliegenden Hüllbll.,
5—10 Antheridien und nur wenigen, gleichlangen Paraphysen. Habituell der
vorigen Art ähnliche, gelblich- bis bräunlichgrüne, innen rotbraune, wenig
oder nicht firnisglänzende Rasen mit unterbrochen fiederästigen, aufsteigenden
oder aufrechten Stengeln und dünnen, ungleichlangen Ästen. Durch die nach
beiden Seiten gleichmässig herabgekrümmten Blattspitzen erscheinen die Sprosse
am breiten Rücken gleichsam gescheitelt und dicht dachziegelig 2 reihig beblättert;
Sprossenden und Astspitzen der oberen Áste stets sichelfórmig gekrümmt.
Stengelquerschnitt mit kleinem Zentralstrang, lockerem, derbwandigem Grund-
gewebe, 2— 3 zellreihiger, gelbroter Rindenschicht und mit lockerer, hyaliner
Aussenrinde. Bil. aus fast gerader, etwas elliptischer, breiter Basis sichel-
förmig lanzettlich zugespitzt oder kurz pfriemenfórmig auslaufend, nur 2 mm
lang, nicht faltig, ganzrandig, gegen die Spitze rinnig bis róhrig zusammen-
gewickelt und mit dünner, gelbgrüner, fast bikonvexer, homogener, 4 schiehtiger,
bis über die Mitte des Bl. reichender Rippe. Blattzellen eng, 5—6 u und
8—12 mal so lang, gegen den Rand kaum schmäler, an der Insertion doppel-
schichtig und schmäler als bei voriger Art, nur 10—12 p, an der Basis nicht
geschlängelt, gerader als bei voriger Art, fast rektangulär oder nur schmal
oval-6 seitig, gelb, dickwandig und getüpfelt, an den Ecken in 9—4 lockeren,
hyalinen, dünnwandigen Zellen ein rudimentäres Ohrchen bildend.
Perichätium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. bis 4,5 mm lang, aus schwach
längsfaltiger, scheidiger Basis lang und fein zugespitzt und mit nur zarter
Rippe. Kapsel auf 4 cm langer, dünner, gelbroter, rechts gedrehter Seta aus
fast aufrechter Basis länglich-zylindrisch und gebogen, ohne Deckel 2,4 mm
lang, dünnwandig, rötlichbraun, mit 2reihig sich ablösendem Ring und gewölbt-
kegeligem, spitzem Deckel, trocken und entdeckelt unter der Mündung verengt
und schwach gefurcht. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandiger als
bei voriger Art. Peristomzähne an der Basis kurz verschmolzen, gelb und
schmal gesäumt, mit grob papillösen, hyalinen Spitzen, aussen unregelmässig
fein punktiert, innen mit dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms bleich und zart, fast glatt, von 1 ls Zahnhóhe, mit ritzenfórmig
durchbrochenen Fortsätzen und 2—3 zarten, knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u,
durchscheinend und gekörnelt. Reife im Mai. |
In kalkhaltigen wie kalkfreien tiefen Sümpfen von der Ebene bis in die
Alpen in 2200 m sehr verbreitet, jedoch öfters mit vernicosus oder Sendtneri
verwechselt. S. LI, 4, a) Bl., b) stärker vergrösserte Blattbasis, c) Stammquerschnitt,
2H und e) Kapseln; gez. nach von Zetterstedt bei Dovre in Norwegen und von
35*
— 548 —
mir am Bessunger Teich bei Darmstadt ges. Expll., die Kapseln nach von Ruthe
bei Swinemünde in Pommern ges. Expll. Unterscheidet sich von vern?eosus durch
nicht faltige Bll., geraderes, abwärts kaum geschlängeltes Zellnetz, schmälere, engere
Zellen an der Insertion und lockere, hyaline Aussenrinde des Stengels.
3. Drepanocladus Cossoni (Schpr.).
Hypnum Schpr. 1866, ۰ e v. giganteum Limpr. 1876, H. interm. ۲۰ 08
Sanio 1880, H. revolvens var. Ren. 1881, H, rigidum Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 835.
Zweihüusig und meist ses Habituell an Wilsoni erinnernde, zu lockeren
Rasen vereinte, meist untergetauchte, dunkelbraune, resp. abwürts rotbraune
bis schwarzbraune, nur an den Sprossenden etwas glünzend gelbgrüne oder
schmutziggrüne Pflanzen mit wenig geteilten, unterbrochen fiederüstigen, oft
15 und mehr em langen, durch die nach beiden Seiten herabgebogenen Bll. am
Rücken wie gescheitelt erscheinenden Stengeln und 1—3 cm langen Ästen. Spross-
enden oft fast spiralig eingekrümmt. Stengelquerschnitt rund, mit kleinem
Zentralstrang, braunroter, kleinzelliger Rindenschicht und gelblicher, lockerer
Aussenrinde. Bil. dicht gestellt, derb und nicht herablaufend, oval-lanzettlich
und lang pfriemenförmig zugespitzt, nicht faltig, ganzrandig, mit rinniger, hohler,
gedrehter Pfriemenspitze und flacher, rótlichbrauner, bis gegen die Spitze reichender
Rippe. Blattzellen eng wurmfórmig und derbwandig, 7—8 u und 8—15 mal
so lang, gegen die Ränder enger, an der Basis schmal rektangulär, 12 u und
3 mal so lang, verdickt und getüpfelt, in den Ecken daselbst je eine Quer-
reihe von 3—6 lockeren, blass gelblichen, dünnwandigen Zellen, die
gleichsam ein rudimentäres Öhrehen andeuten. Astbll. kleiner, nur 2 mm lang.
kürzer zugespitzt und mit schwücherer Rippe. Perichätium nicht wurzelnd;
die inneren Hüllbll. aus faltiger Basis allmählich lang zugespitzt. Sporogon
nach Schpr. wie bei Sendtneri. Br. eur. Suppl. HI & IV, Hypnum Tab. V.
In torfigen Sümpfen durch die Ebene und Bergregion bis in 1500 m zerstreut;
in den Sümpfen von Montfontaine bei Paris von Cosson entdeckt und noch von
mehreren anderen Standorten des mittleren Europas, sowie von Kongsvold in
Norwegen bekannt. Steht in demselben Verhältnis zu intermedius, wie Wilsom
zu Sendineri. 8. LI, 5, a) Bl, b) stärker vergrösserte Blattbasis, c) Blattflügel-
zellen; gez. nach einem von P. Culmann bei Wölfingen im Kanton Zürich in der
Schweiz ges. Expl, bei dem jedoch die gelbliche Aussenrinde nur streckenweise
ausgebildet at Die Pflanze unterscheidet sich von dem ähnlichen Wilsoni durch
die nieht geóhrten Blattflügel.
4. Drepanocladus revolvens (Sw.) Warnst, 1903.
۱ Hypnum Sw. 1799 und Br. eur. 1854, H. aduncum var. W. & M. 1807, Amblystegium
. De Not. 1869, H. intermedium var. Sanio 1883, Amblystegium intermedium v. Vent. & Bott.
1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 836.
Einhäusig; die نی ovalen 6 Blüten mit sparrig ab-
gebogenen, dünnen Spitzen der rippenlosen inneren Hüllbll., sowie mit
b lOgelblichen Antheridien und längeren hyalinen Paraphysen. Habituell an
intermedius oder auch vernicosus erinnernde, سس gelbgrüne, purpurrot |
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gescheckte bis fast schwarzrote, abwärts schwarzbraune bis schwärzliche
Rasen mit aus niederliegender Basis geschlängelt aufsteigenden, mehrfach, fast
büschelig geteilten, 6—10 cm langen Stengeln und meist nur wenigen unregel-
mässigen 0,5—1,2 cm langen Fiederästen. Sprossenden und Spitzen der oberen.
Aste fast spiralig eingekrümmt, abwärts ähnlich wie bei intermedius am Rücken
abgerundet. Stengelquerschnitt mit kleinem, gelblichem Zentralstrang, dick-
wandiger, gelbroter, 2—3 zellreihiger Rindenschieht und deutlicher hyaliner
Aussenrinde. Bil. dicht sichelförmig einseitswendig, fast kreisförmig
eingekrümmt, aus etwas enger, eiförmiger oder elliptischer, weder eigentlich
herablaufender, noch geöhrter Basis sichelförmig lanzettlich verlängert und
in eine lange, kreisförmig eingekrümmte, rinnig-hohle, oft fadenförmige
Pfriemenspitze auslaufend, 3—5 mm lang, nicht faltig, ganzrandig und mit
meist roter, dünner, bis über die Mitte reichender Rippe. Blattzellen sehr
eng, 6 u und 12—20 mal so lang, gegen den Rand enger, nur 4 u, gegen
die Basis verdickt und getüpfelt, 6 u und 4—6 mal so lang, an der Insertion
schmal oval-6 seitig, 12 u und nur 2—4 mal so lang, zuweilen in den
Ecken 2—4 Zellen hyalin und ein kleines, rudimentäres Öhrchen bildend;
die Endzelle der Pfriemenspitze nur 5—6 u und oft bis 25 mal so lang,
resp. 140 u lang. Perichätium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. über
5 mm lang, faltig, mit dünner Rippe und fadenförmig auslaufender Spitze.
Kapsel auf 2—4 cm langer, schwach und gegenläufig gedrehter Seta aus auf-
rechtem, kurzem Halse übergeneigt, mehr ellipsoidisch wie zylindrisch und
stark gekrümmt, gelbrot, mit 2—3 zellreihig sich ablösendem Ring und aus gewölbter
Dasis kurz kegeligem, spitzem Deckel, trocken und entdeckelt unter der Mündung
nur wenig verengt, entleert unregelmässig lüngsfaltig und 2—2,7 mm lang.
Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, locker 4—6 seitig, am Rücken
mehr rektangulür- oder oval-6seitig, an ‘der Bauchseite locker rundlich-6 seitig,
am Urnenrand 2— 4 Reihen kleiner und teilweise abgeplattet. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, goldgelb, gesüumt und mit hyalinen Spitzen, aussen
abwärts querstreifig, innen mit etwa 30 aufwärts stark vortretenden Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelb, von über وا Zahnhöhe, mit sehr eng
ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 zarten, knotigen Wimpern.
os 16—18 u, gelblich und gekórnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI,
ab. 601.
In tiefen kalkhaltigen Sümpfen von der Ebene bis in die Alpen in 2300 m
hier und da durch Europa und Nord-Amerika verbreitet; von O. Swartz in
Schweden entdeckt. Häufiger im Engadin und an den Alpenseen. Von Arnell
im Jeniseithale Sibiriens noch zwischen 68" und 71° n. Br. gesammelt. S. LI, 8,
a) BL, b) Kapsel, €) stärker vergrösserte Blattflügelzellen; gez. nach einem von
Dr. Progel bei Waldmünchen in Bayern in 650 m auf torfigem Boden ges. Expl.
Drepanoclados latifolius (Lindb.), in goldbräunlichen, abwärts schwarz-
braunen Rasen, welchen Arnell im Jeniseithale Sibiriens in 69° 40’ n. Br. gesammelt
hat, unterscheidet sich von den vorhergehenden beiden Arten durch kürzere, breitere
~ und kürzeres Zellnetz. Blattzellen etwas verdickt mit fast vogelknochenartigen
— 550 —
Wänden, meist 5—7 u und bis 6 mal so lang, resp. am Rand 5 u, mitten 7—8 u,
an den Blattflügeln 1— 2 horizontale Reihen kurz rektangulär und breiter.
5. Drepanocladus uncinatus (Hedw.) Warnst. 1903.
Hypnum Hedw. 1797, Stereodon Mitt. 1864, Amblystegium De Not. 1867, Hypn. aduncum
L. Herb., Amblyst. aduncum Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 837
Einhäusig; die stengel- und astständigen 6 Blüten. mit aus verkehrt
eiförmiger Basis plötzlich pfriemlichen, zartrippigen äusseren und kürzer zu-
gespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., bis 10 gelben, dicken Antheridien und
längeren, hyalinen Paraphysen. Lockere, gelblich- bis bräunlichgrüne, glänzende
Rasen mit 5—10 cm langen, niederliegenden oder aufsteigenden, spärlich wurzel-
haarigen, festen, entfernt fiederästigen, derben Stengeln und verdünnten Asten,
mit hakenförmigen Ast- und Sprossenden, sowie mit lanzettlich-pfriemlichen
Paraphyllien in der Umgebung der Sprossanlagen. Stengelquerschnitt mit
kleinzelligem Zentralstrang, etwa 5reihiger, dickwandiger Rindenschicht und
lockerer, hyaliner, einschichtiger Aussenrinde. Bei Resorption oder
Eintrocknen der peripherischen Zellwände erscheint der Querschnitt im Umfang
zahnradartig. Bl. sämtlich sichelförmig-einseitswendig. Stengelbll. aus“
nicht oder kaum herablaufender, breit eiförmiger Basis lanzettlich verlängert
und allmählich sehr lang pfriemenförmig auslaufend, 3,5—5 mm lang, hohl
und tief längsfaltig, mit entfernt und fein gesägtem Rand und über der
Mitte oder in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren abwärts
plankonvex und 4schichtig. Blattzellen ohne sichtbaren Primordialschlauch,
eng linearisch und geschlängelt, aufwärts 5 u und 19— 20 mal so lang, an der
Basis mehr rektangulär und 9 u, derbwandig und getüpfelt, an den nicht oder
nur wenig ausgehóhlten Blattflügeln in nicht deutlich begrenzter Gruppe €r-
weitert, 4—6 seitig und meist 12—18 u, hyalin, leer und dünnwandig.
Astbll. kleiner, schmäler und stärker gekrümmt. Perichätium wurzelnd; ‚die
inneren, bis 8 mm langen, schmalen Hüllbl. aufrecht, aus scheidiger Basıs
fast haarfórmig auslaufend, mehrfaltig, mit dünner Rippe und von der Mitte
aufwärts am Rand scharf gezähnt. Kapsel auf 2—3 cm langer, roter, gedrehter Seta
geneigt, aus schmälerem Halse zylindrisch und gekrümmt, bis 3 mm
lang, gelbrötlich, mit orangefarbenem, hochgewölbtem, mit kurzem Spitzchen
versehenem Deckel und 3zellreihigem, breitem Ring, trocken unter der Mündung
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig und klein, rundlich- —
zo seitig, am Rücken schmal rektangulär, am Hals mit farblosen Spaltöffnungen-
Peristomzähne fast bis zur Basis gesondert, orangefarben und gelb gesäumt,
mit aufwärts treppenartig gezähnten Rändern und hellen papillösen Spitzen:
Bussen querstreifig, innen mit über 30 Lamellen. Membran des innere?
DEN en Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen un
. und selbst 18 u, hell rostfarben und gekörnelt. Reife von Mai bis Juli. E
eur. Vol. VI, Tab. 600. | :
c Peristoms gelb und fein papillós, von über و Zahnhöhe mit fein ritzenförmig
— 51 —
An den verschiedenartigsten Standorten, auf der Erde, wie an Steinen und
Holz, auf Mauern und Strohdächern und selbst an den Ästen der Bäume von der
Ebene bis in die Alpen in 3320 m durch Europa, Amerika, Asien und Neu-Seeland
verbreitet; von Hedwig im Erzgebirge entdeckt. S. LI, 2, a) Bl, b) Kapsel;
gez. nach bei Laubach ges. Expll.
Ändert je nach dem Standort mehrfach ab:
Var. abbreviatus Br. eur. in rötlich gescheckten, verworrenen Rasen mit fast
aufrechten, kürzeren Stengeln, mit schmäleren, stärker gekrümmten Bll. mit
kräftigerer, rötlichgelber oder bräunlicher Rippe, sowie mit fast aufrechter
Kapsel auf kürzerer Seta — in nördlicheren Gegenden, insbesondere auf dem
Dovrefjeld in Norwegen, sowie auch in den Gletscherbächen der Alpen;
var. subauriculatus mit kräftigen, am Rücken runden, fast astlosen oder
nur wenig beasteten Stengeln, sehr langen, fast kreisförmig gewundenen Bll. mit
längerer Rippe, oft fast herzförmiger, breiter Basis und teilweise mit kleinen, aus
3—5 lockeren, hyalinen Zellen gebildeten, dünnwandigen Öhrchen an den Blatt-
flügen — an vom Wasser bespülten Steinen in einem Bächelchen am Hohenrods-
kopf im Vogelsberg. Geht an den trockeneren Stellen mehr in die Normalform
über. S. LI, 2, e) Blattflügel; gez. nach bei Breungeshain im Vogelsberg ges. Expll.
Vielleicht identisch mit var. subsimpler Warnst. (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 831).
Var. gracilescens Br. eur. in dichteren Rasen, mit schlanken, aufrechten,
gedrüngt fiederüstigen Stengeln und kürzeren, festen, weniger sichelfórmigen Bll. —
auf feuchtem Boden in den Alpen über der Baumgrenze, insbesondere auch in Grónland
und eme
ar. plumosus Schpr. in flachen Überzügen mit weichen, kriechenden, fieder-
N Stengeln, der Unterlage anliegenden Ästen, mit aus eiförmiger Basis sehr
lang, fast bandförmig-pfriemlich auslaufenden Bll. und schmal zylindrischer, ein-
1 Em Kapsel — auf feuchtem Holz wie an Steinen in der Bergregion;
r. plumulosus Br. eur. in kleinen, verwebten Räschen mit kriechenden,
dicht Bederig beasteten Stengeln und nur 2,5 mm langen, fast kreisfórmig gekrümmten,
kürzer zugespitzten Bll. — an Stümmen und Ästen der Nadelhölzer, insbesondere
des Knieholzes, jedoch auch von Arnell bei Tolstoinos in der arktischen Region
Sibiriens gesammelt.
6. Drepanocladus orthothecioides (Lindb.).
Hypnum Lindb. 1866, H. uncinatum v. Sanio 1883, H. uncinatum v. subjulaceum
Ren. in Husn. 1894, Amblystegium Lindb. 1879; ef. Rbh. Kr. FL IV, 8, S. 389.
Einhäusig; die stengelständigen dicken 6 Blüten ähnlich wie bei voriger
Art, mit breit eiförmigen, plötzlich schmal zugespitzten äusseren und kürzer zu-
gespitzten, lockerzelligen, rippenlosen inneren HüllblL, sowie mit vielen gelben
Antheridien und hyalinen Paraphysen. Kräftigen Formen der vorigen Art nahe-
stehende, schwellende, weiche, glänzende Rasen mit rundlich beblätterten oder am
Rücken abgerundeten, robusten, aus niederliegender Basis aufsteigenden, locker un-
regelmässig fiederästigen, aufwärts mit kürzeren Ästen besetzten Stengeln mit haken-
förmigen Sprossenden und spärlichen, mehr eiförmigen, oft 2teiligen Paraphyllien.
Stengelquerschnitt mit hyaliner Aussenrinde. Stengelbll. steif aufrecht mit ein-
seitswendigen Spitzen, nur an den Sprossenden mehr sichelförmig, 3—4 mm lang,
7 rn und hyalin. Perichätium nicht wurzelnd; die inneren
— 552 —
aus gerader oder enger, tief sackartig gefalteter, an ein Homalothecium oder
Camptothecium erinnernder, herablaufender, zuweilen mit kleinen hyalinen Öhrchen
besetzter, breit eiförmiger oder elliptischer Basis eilänglich, rasch lanzettlich
und allmählich pfriemenförmig, mehrfach tief längsfaltig, fast ganzrandig,
mit fein gesägter Spitze und in derselben verschwindender Rippe. Blattzellen
5—6 u und 7—12 mal so lang, an der Basis oval oder lünglich, 10 u und
mehr oder weniger verdickt, auch an den Blattflügeln verdickt und getüpfelt,
nur unten am Rand lockerer, hyalin und dünnwandig. Perichätium nicht
wurzelnd; die inneren Hüllbll. scharf gesägt und mit in der Pfrieme endender
Rippe. Kapsel auf 3 em langer, roter, gedrehter Seta fast aufrecht,
zylindriseh, nur wenig gekrümmt, mit aus konvexer Basis kurz und schief
geschnäbeltem Deckel und lange bleibendem, 2reihigem Ring, trocken
unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig.
Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelb und abwärts kaum gesäumt,
über der Mitte rasch verschmälert und breiter hyalin gesäumt, aufwärts mit
treppenartig gezähnten Rändern und papillösen Spitzen, aussen abwärts quer-
streifig. Membran des inneren Peristoms gelblich, fein punktiert, von */, Zahn-
höhe, mit breiten, nur ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3
knotigen oder mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 10—14 u,
fein gekörnelt oder fast glatt. Reife im Sommer.
In Grönland häufig, auch in Spitzbergen und an den nördlichen Küsten von
Lappland, Finnland und Skandinavien verbreitet. Die Gestalt der Stengelbll. ist
sehr veründerlich. Dieselben haben im unteren Teil bald mehr die Form von
Brachytheeium tur 'gidum, bald mehr diejenige von Brachythecium glareosum, während
die Astbll. mehr den Stengelbll. von Dr ep. uncinatus ähnlich sind. Manche Autoren
betrachten die Pflanze nur als eine robuste Form der vorigen Art, der sie b
nahe verwandt ist.
7. Drepanocladus contiguus (Nees).
Hypnum Nees 1833, Milde 1869, H. Solmsianum Sehpr. in litt., H. uncinatum v. Limpr-
1876, H. uncinatum y plumulosum f. Sanio 1887; cf, Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 838. Drepanocladus
uncinatus var. Warnst. 1903; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 832.
Einhäusig; die 6 Blüten mit pfriemenförmig verlängerten Hüllbll., wenigen
gelblichen Antheridien und längeren Paraphysen. Fast an Chrysoh. Sommerfeltü
oder eine zarte Form von Brachytheeium velutinum erinnernde Räschen mit bis
5 em langen, kriechend umherschweifenden und zerstreut mit 3 mm langen,
lhakenfürmigen Ästen besetzten Stengeln, nebst zahlreichen pfriemlichen Para-
phyllien. Stengelquerschnitt mit kleinzelliger Rindenschicht und lockerer,
M hyaliner Aussenrinde. Stengelbll. sichelfórmig-einseitswendig, aus enger, etwas
. herablaufender Basis schmal eilanzettlich und allmählich lang pfriemen-
fórmig, bis 3 mm lang, nicht oder nur schwach längsfaltig, ganzrandig und
mit grüner, über der Mitte verschwindender Rippe. Blattzellen dünnwandig
; und sehr eng, 4u und 10—20 mal so lang, an den Ecken der Basis nur
leiner, aufwärts durch quadratische Zellen begrenzter, flacher Gruppe
— 553 —
Hüllbll. allmählich pfriemenförmig, faltig und mit kräftiger, fast vollständiger
Rippe. Kapsel auf nur 1 cm langer, roter, gedrehter Seta aus aufrechtem
Halse geneigt, zylindrisch und etwas gekrümmt, mit konvexem, kurz gespitztem
Deckel und 2zellreihigem, leicht sich ablösendem Ring. Epidermiszellen
der Kapselwand dünnwandig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
orangefarben und schmal gesäumt, mit gelben, papillösen, am Rand gesägten
Spitzen, aussen querstreifig. Membran des inneren Peristoms fast orange-
farben, von ولا Zahnhóhe, mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und
je 1—2 hinfüligen Wimpern. Sporen 14—18 u, grünlich und fein gekörnelt.
Reife im Spätsommer.
An Baumrinden, Buchen und Birken, wie Fichten und Knieholz, sowie an
hölzernen Wasserrinnen in der Bergregion des mittleren Europas wie der Alpen,
in den Piemonteser Alpen bis in 3200 m aufsteigend; von O. Sendtner im Riesen-
gebirge entdeckt. S. LII, 5, a und b) Bll, c) Perichätialbl, d und e) Kapseln,
f) Habitusbild; gez. nach einem von Kern im Melzergrund des Riesengebirges
ges. Expl. Diese, wie die vorhergehende Art sind eigentlich nur schwache Arten
und nur die äussersten Extreme der Formen und Varietäten von Drep. uncinatus.
8. Drepanocladus Sendtneri (Schpr.) Warnst. 1903.
Hypnum Schpr. 1866, Amblystegium De Not. 1869, Hypn. aduncum s legitimum v.
Sanio 1880, Amblyst. intermedium v. Vent. & Bott. 1884; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 839.
Zweihüusig; die gelbbräunlichen stengel- und aststündigen Ğ Blüten
mit rippenlosen inneren Hüllbll, 4—6 gelbbräunlichen Antheridien und längeren
Paraphysen. Ausgedehnte, etwas starre, gelbgrüne oder glänzend bräunliche,
innen braune Rasen mit 10-90 em langen, niederliegenden oder aufsteigenden,
weitliufig unregelmüssig fiederüstigen Stengeln und dünnen, langspitzigen, am
Ende hakenfórmigen, 6—15 mm langen Ásten. Stengelquerschnitt mit dünnem
Zentralstrang und fast substereider, gelber bis brauner Rindenschicht, ohne
besondere Aussenrinde oder hóchstens nur streckenweise mit weniger deutlicher
Aussenrinde. Stengelbll kürzer und breiter als bei Wilsoni, einseitswendig und
mässig dicht gestellt, aus etwas herablaufender, breit eifórmiger Basis
lanzettlich und allmählich in eine sichelförmige, rinnige Spitze ver-
schmälert, 1,5—2,5 mm lang, nicht faltig und ganzrandig, mit kräftiger,
gelbbräunlicher, weit vor der äussersten Spitze endender, resp. die Pfriemen-
Spitze fast erreichender, abwärts bis 5schichtiger, homogener Rippe und meist
etwas geöhrten Blattflügeln. Blattzellen derb, eng linearisch, 6 u und
6—10 mal so lang, gegen die Basis kürzer, an der Insertion meist in 2 Reihen
gelb- und dickwandig, getüpfelt und mehr rektangulär, 10 —12 u und 2—3 mal
so lang, an den meist geóhrten Blattflügeln in gut begrenzter Gruppe zu
eh der Laminahälfte vorgewölbt und in 3 Stockwerken lockerer, gelb-
braun und oval-6seitig, nur die wenigen, mehr verlängerten Randzellen am Ohrchen
hyalin. Astbll. den Stengelbll. ähnlich, nur kleiner. Perichätium wurzelnd;
die inneren Hüllbll nur 3 mm lang, weniger zart als bei revolvens, aufrecht,
= verlängert lanzettförmig, kurz und fein zugespitzt, mehrfaltig und mit langer
— 554 —
dünner Rippe. Scheidchen zylindrisch und mit langen Paraphysen. Kapsel
auf 3—4 cm langer, roter, gedrehter Seta aus aufrechtem Halse geneigt bis
horizontal, zylindrisch und wenig gekrümmt, mit gewölbtem, rotspitzigem Deckel
und 3reihigem, rotem Ring, trocken unter der Mündung nur wenig verengt,
entdeckelt 2,5—3,5 mm lang, entleert schwach faltig. Epidermiszellen der
Kapselwand derbwandig, vorzugsweise oval-6seitig, am Urnenrand mehrere
Reihen etwas abgeplattet. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, über
der Mitte rasch verschmälert, abwärts gelbbräunlich bis orangefarben, quer-
streifig und hyalin gesäumt, innen mit mindestens 40 ziemlich gleichweit
gestellten Lamellen, an der Spitze längsreihig papillós. Membran des inneren
Peristoms gelb und fast glatt, von ولا Zahnhöhe, mit ritzenförmig durch-
brochenen Fortsützen und je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen 12—16 p, hell
rostfarben und gekörnelt. Reifeim Juni. Br. eur. Suppl. LII und IV, Hypnum Tab. IH.
In kalkhaltigen Sümpfen, auch Torfsümpfen, oder an quelligen Abhüngen von
der Ebene durch die niedere Bergregion Europas weit verbreitet, jedoch selten
fruchtend; von Sendtner im Haspelmoor bei München entdeckt. Bei Tölz in
Bayern noch in 1540 m. S. LI, 10, a) Bl, b und c) Kapseln, d) stärker ver-
grósserte Blattbasis; gez. nach von mir bei Wolfskehlen unweit Darmstadt una nach
von Al. Braun zu Rüdersdorf bei Berlin mit Frucht ges. Expll.
9. Drepanocladus Wilsoni (Schpr.).
Hypnum Schpr. 1865, H. Sendtneri v. Schpr. 1866, H. intermedium v. Lindb. 1866,
nr Lindb. 1879, Ambl. Sendtneri 8 ns De Not. 1869, Hyp. Iycopodioides
. Ren., resp. Husn. 1894; cf. Rbh. Kr. FI. IV, 840.
Zweihäusig; die stengel- und Keen d Blüten mit bleichen, lang
zugespitzten, rippenlosen HüllblL, etwa 6 Antheridien und wenigen Paraphysen.
Der vorigen Art nahestehende, ausgedehnte, tiefe, gelblichgrüne bis brüunliche,
meist untergetauchte Rasen mit etwas krüftigeren, jedoch schlafferen,
weniger beasteten, 15— 30 em langen Stengeln und mitten 8—15 mm langen,
sonst kürzeren Ästen, sowie mit hakig eingekrümmten Spross- und Astenden.
Verhält sich gleichsam zu Sendtneri wie Cossoni zu intermedius. Stengelbll.
länger als bei voriger Art, 3—5 mm lang, locker gestellt und schlaff,
sichelförmig-einseitswendig, aus weniger breiter, resp. schmal eifórmiger,
etwas herablaufender, deutlicher geöhrter Basis lanzettlich verlängert und in
eine fast fadenförmige Spitze ausgezogen, weniger hohl, nicht oder nur
schwach faltig, ganzrandig, mit etwas weniger kräftiger, weit über die Mitte
reichender, erst gegen die Pfriemenspitze verschwindender Rippe und oft fast
halbkugelig vorgewölbten, geöhrten Blattflügeln. Blattzellen dünnwandig;
| ohne sichtbaren Primordialschlauch, 6—7 u und 6—10 und selbst 12 mal so
lang, gegen die Ränder enger, in der Spitze länger, bis 16 mal so lang, an
a der Insertion neben der Rippe rektangulär, 10-14 u und 4 mal so lang, an
: den Blattflügeln in kleiner, gut begrenzter Gruppe von ولا Laminahälfte
kerer, oval-6 seitig, gelbgrün und schwach getüpfelt. Perichätium —
۳۳9 ۳۳۵ die inneren Hüllbll. lang zugespitzt, mehrfaltig und mit
— 555 —
Rippe, über 4 mm lang. Kapsel auf 5 cm langer, rótlicher, gedrehter Seta
aus aufrechtem, faltigem Halse geneigt, resp. gekrümmt, zylindrisch und etwas
hochrückig, hell gelbbraun und dünnwandig, mit aus gewölbter Basis kegelig
scharf zugespitztem Deckel und kleinzelligem, 3—4reihigem Ring, trocken
stärker eingekrümmt und unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand locker und etwas dünnwandig, am Rücken rektangulür bis
rektangulär-6 seitig, an der Bauchseite locker rundlich-6 seitig, auch am Urnen-
rand rundlich und bis 4 Reihen abgeplattet. Peristomzähne an der Basis
mehrere Lamellen hoch verschmolzen, gelb und abwärts schmal, aufwärts breit
hyalin gesäumt, mit zerstreut papillösen, an den Rändern nur wenig oder nicht
gesägten Spitzen, aussen abwärts querstreifig, innen mit etwa 40 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelb und fast glatt, von fast halber Zahnhöhe,
mit nur schmal oder nicht geschlitzten Fortsätzen und je 3 zärten, knotigen
Wimpern. Sporen 10—14 u, gelb oder bräunlich und papillós. Reife im Mai
und Juni. Br. eur. Suppl III und IV, Hypnum Tab. III.
In Torfstichen und Wiesenmooren, sumpfigen Gräben etc. und an Seeufern
durch die Ebene und niedere Bergregion Europas bis nach Lappland hin zerstreut,
in der Schweiz bis in 2100 m; von Wilson in England entdeckt. S.LI, 11,
a) Bl., b) Kapsel; gez. nach von Alex. Braun auf der Jungfernheide bei Berlin
und von mir bei Goddelau unweit Darmstadt ges. Expll.
Var. hamatum Ren. eine krüftigere Form mit fast regelmässig fiederüstigen
Stengeln und nicht faltigen Bl. mit nur wenig entwickelten Blattflügelzellen — von
Schultz in Mecklenburg entdeckt, auch bei Hannover, in Ostpreussen und dem
Schweizer Jura gesammelt (non vidi).
10. Drepanocladus lycopodioides (Brid.) Warnst. 1903.
Hypnum Brid. 1819, H. rugosum Sw. 1799, H. scorpioides rg 1806, H. aduncum
v. rugosum Hook. & Tayl. 1827, Amblystegium De Not. 1867; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 841.
Zweihäusig, gemischtrasig; die kleinen, spitz eifórmigen, poem
C Blüten mit eifórmigen, kurz zugespitzten und an der Spitze oft etwas ge-
zühnelten, rippenlosen inneren Hüllbll, 6—8 langen, schlanken, braunen
BEES und gleichlangen Paraphysen. Noch kräftiger als vorige Art.
Habituell derselben i ähnliche, ausgedehnte, lockere, weiche, gelblich- bis bräunlich-
grüne, oben goldglänzende, abwärts schwarzbraune Rasen mit 10— 30 cm langen,
meist untergetauchten oder aufsteigenden, nur wenig beasteten, etwas ge-
schwollen beblätterten Stengeln und meist hakenförmigen Spross- und Ast-
Spitzen. Stengelquerschnitt mit stark verdiekter, gelbroter, 4—5 zellreihiger
Rindenschicht. Bll. streckenweise lockerer oder dichter gestellt, nur wenig
verschieden, sehr gross, schlaff und einseitswendig. Stengelbll. meist 3—4 mm
lang, aus nur wenig herablaufender, engerer Basis sehr breit eilänglich
und rasch kurz lanzettlich bis pfriemlich zugespitzt, nur schwach sichelförmig,
sehr hohl und mehrfaltig, an der rinnigen Spitze unmerklich stumpf gezähnklt,
mit dünner, bikonvexer, gelbgrüner, bis gegen die Spitze reichender Rippe.
Blattzellen PEN, mit spiraligem nn 7 u und bis 8 und
— 556 —
selbst 12 mal so lang als breit, an der Spitze 8 u und nur 2—4 mal
so lang, bis zur Basis prosenchymatisch, an der Insertion gelb- und
dickwandig, 12 u und 3—4 mal so lang, an den Blattflügeln gebräunt,
nur wenig erweitert, in nur kleiner, von den übrigen Zellen nicht scharf
abgegrenzter Gruppe 4—6 seitig und 14—16 u. Perichätium spärlich wurzelnd;
die Hüllbll. mit ziemlich langer, zurückgebogener Spitze, tief längsfaltig und
mit langer Rippe. Kapsel auf 3—5 cm langer, gelbroter, gegenläufig gedrehter
Seta aus aufrechter Basis verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch und gekrümmt,
mit gewölbtem, mit rotem Spitzchen versehenem Deckel und 3reihigem Ring,
entdeckelt eingekrümmt und unter der Mündung stark eingeschnürt, meist
3 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, am Rücken oval-
6 seitig bis rektangulär, an der Bauchseite kürzer 4—6 seitig, am Urnenrand
in mehreren Reihen kleiner, rundlich-6 seitig bis abgeplattet. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, lang und fein zugespitzt, gelb und hyalin gesäumt,
sowie mit hyalinen, papillösen Spitzen, aussen abwärts querstreifig, innen mit
etwa 30 dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und
fast glatt, von ولا Zahnhóhe, mit meist nicht durcehbrochenen Fortsätzen und
je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen 12—16 u, hell rostfarben und gekörnelt.
Reife im Mai. Br. eur. Vol. VI, Tab. 613 und 614.
schwammigen Sümpfen durch die Ebene und niedere Bergregion Europas
verbreitet, seltener in die subalpine Region aufsteigend, und nur stellenweise
fruchtend; von Blandow 1799 in Mecklenburg entdeckt. Ausnahmsweise im Tessin
und in der Lombardei bis 2000 m aufsteigend. S. LI, 9, a und b) Bll, c und
d) Kapseln; gez. nach von mir bei Goddelau unweit Darmstadt und von Grebe
in Ostpreussen mit Frucht ges. Expll.
11. Drepanocladus sung epu
Hypnum Schpr, 1876, H. aduncum ¢ giganteum Br. eur. 1854, H. Sendtneri v. giganteum
Schpr. 1860, H. Wilsoni v. Warnst. 1885, i cd Seded var. Bom. & Broth. 1894;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 842.
Zweihäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit bis 10 Antheridien und
zahlreichen Paraphysen. Untergetauchte, oben gelbgrüne, abwärts rötlichbraune
und mit Kalk inkrustierte Rasen mit kräftigen, 20—30 cm langen, trocken
steifen, zähen, locker fiederästigen, nicht wurzelhaarigen Stengeln und
steif elie abstehenden, am Ende schwach hakenförmig gekrümmten,
. dicht beblätterten, .9—3 cm biben Asten, sowie hakenförmigen Sprossenden.
. Stengelbll gleichmässig dicht gestellt, stark sichelfórmig- (2
lerb und fest, aus nur wenig herablaufender, eiförmiger Basis lanzettlich ver-
längert und allmählich lang pfriemlich auslaufend, 3—5 mm lang, hohl und
nicht, faltig, ganzrandig, mit kräftiger, weit in die Pfriemenspitze ein-
‚tretender, nach der Blattmitte zu oft etwas verbreiterter, gelbbräunlicher
Kippe und meist nur schlecht begrenzten, zuweilen kleine Ohrchen bildenden
re B
lattzellen ohne deutlich sichtbaren Primordialschlauch, derb-
| in zur go رن ور makinch, E > und 8—15 mal so lang, gegen
a g Izr l anıtir 19-14 pun
وج دنا شتا Y
— 557 —
2-—4 mal so lang, ebenso wie darüber gelb, dickwandig und stark getüpfelt,
an den schwach konvexen Blattflügeln kaum verschieden, mit nur wenigen Blatt-
flügelzellen von 16 u, zuweilen jedoch auch kleine, vorgewölbte, gelbe Öhrchen
bildend und 16— 20 u. Astbll. nur 3 mm lang, gleichmässig und dicht gestellt.
Sporogon und o Blüten unbekannt. Br. eur. Vol. VI, Tab. 606 (H. aduncum
var. 6 und C).
In Gräben und Tümpeln mit kalkhaltigem Wasser durch die Ebene und
niedere Bergregion Europas zerstreut; von. Schultz in Mecklenburg entdeckt.
Gleichsam eine robuste Kalkform von sSendtneri mit längeren, steifen Ästen.
S. LI, 12, a) Bl, b) Habitusbild; gez. nach einem von Kern auf Sumpfwiesen bei
Nimkau unweit Breslau ges. Expl.
12. Drepanocladus capillifolius (Warnst.) 1903.
Hypnum Warnst. 1877, H. aduncum 8 Schimperi Sanio 1880; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 843.
Nach Limpr. 2 hüusig(?) mit stengel- und astständigen Blüten, nach
Warnstorf (Botanischer Verein der Provinz Brandenburg 1855) nur steril
bekannt. Habituell an einen zarten, verüstelten Drepanoel. fluitans erinnernde,
grüne oder gelbgrüne, abwürts brüunliche, untergetauchte Rasen mit aufrechten,
10—20 cm langen, abwärts dunkel rostbraunen bis schwürzlichen, aufwärts dicht
fiederüstigen, an den Sprossenden nur schwach sichelfórmigen Stengeln und
meist 0,5— 1,5 em langen, spitzen, 2zeilig abstehenden, am Ende flatterig be-
blätterten oder etwas sichelfórmigen Asten. Stengelbll. gewunden abstehend,
nur schwach sichelförmig, eilanzettlich, resp. aus eiförmiger oder schmal
elliptischer Basis lanzettlich verlängert und in eine sehr lange, feine, haarförmige
Spitze auslaufend, 4,5—6 mm lang, mit gegen die Basis zuweilen undeutlich
gezähneltem Rand und kräftiger, als glatte Granne auslaufender Rippe.
Blattzellen chlorophyllreich und mit oft deutlichem Primordialschlauch, 6—8 u
und 8—12 mal, gegen die Spitze sogar bis 20 mal so lang, an den Blattflügeln
in mehr oder weniger gut begrenzter, die Rippe erreichender Gruppe in
grosser Anzahl lockerer, gelbbräunlich und getüpfelt, oval-6 seitig und 18—22
oder 20—25 u, an der Insertion 2schichtig, darüber 12—15 u und rasch
schmäler, namentlich nach dem Rand hin enger. Die Blattflügelzellen sind
gewöhnlich bei den unteren Bll. gelbbraun, bei den oberen, grünen dagegen
heller. Astbll. schmäler. Kapsel?
In Gräben und Sümpfen in der Gesellschaft von Calliergon giganteus und
Drepanoel. fhiitans durch die Ebene zerstreut; von C. Warnstorf in Tümpeln der
Mesche bei Neu-Ruppin 1877 entdeckt. S. L, 1, a) BL, b) Blattbasis; gez. nach
von C. Warnstorf erhaltenen Originalexpll Nach Limpr. sollen die Pflanzen
anderer Standorte oft erheblich abweichen. Sie macht den Eindruck einer eigen-
tümlichen Form von Drep. fluitans mit austretender Blattrippe. Blüten vermochte
ch an den Warnstorf’schen Originalexpll. nicht aufzufinden. Ob sich auch von
Mim epanocl. aduncus ühnliche Formen mit austretender Blattrippe finden, ist mir nicht
annt,
— 558 —
Var. faleatus Warnst. mit durchaus hakig oder sichelfórmig gekrümmten
Bll. — bei Neuruppin, in Ostpreussen und Pommern;
var. squarrosus Warnst. mit grösstenteils sparrig zurückgekrümmten Bll. —
bei Neuruppin, Bärwalde und Breslau;
var. /awifolius Warnst, eine untergetauchte, bis 30 cm lange Form mit
flatterig locker abstehenden Bll. — in Wiesengrüben bei Neuruppin;
var. angustifolius Warnst. mit schwächeren, fast büschelig verzweigten
Stengeln und schmalen Bll. — bei Bernburg in Anhalt.
13. Drepanocladus aduncus (Hedw.) Warnst. 1903.
Hypnum Hedw. 1797, resp. Schpr. 1876, H. aduncum e legitimum b vulgare Sanio
1880; ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 844.
Zweihäusig; die dick eifórmigen, stengelständigen c Blüten mit aus
eifórmiger Basis rasch schmal zugespitzten, schwachrippigen äusseren und
rippenlosen inneren Hüllbll., mehr oder weniger zahlreichen, oft bis 20 Antheridien
und hyalinen Paraphysen. Habituell einem zierlichen Sendtneri ähnliche, gelb-
oder braungrüne, nicht oder kaum glänzende Rasen mit mindestens 5—10 em
langen, kräftigen, etwas rigiden, aufsteigenden oder aufrechten, locker unregel-
mässig fiederästigen, oft fast regelmässig gefiederten Stengeln mit ziemlich
zahlreichen, kürzeren und an den Enden sichelförmigen, oder längeren, über
doppelt so langen, dünnen, spitzen Ästen. Stengelquerschnitt mit mehrschichtiger,
gelb- und diekwandiger Rindenschicht, ohne Aussenrinde. Stengelbll. schwach
sichelförnig-einseitswendig, aus enger, herablaufender, elliptischer bis breit
eiförmiger, oder etwas herzförmiger . Basis lanzettlich verlängert und kürzer
oder länger pfriemlich zugespitzt, nicht faltig, ganzrandig und mit rinniger
Spitze, sowie mit weit über die Mitte reichender, kräftiger Rippe. Blattzellen
eng linearisch, mitten 6—7 u und 5—6 oder auch 10—12 mal so lang, abwärts
etwas breiter und kürzer, an der Basis gelblich, schwach getüpfelt, mehr
rektangulär-6 seitig und 12 u, an den herablaufenden Blattflügeln in konvexer,
nur bis zur Mitte der Laminahälfte reichender, deutlich abgegrenzter
Gruppe erweitert und aufgeblasen, mehr rektangulär-6 seitig bis quadratisch
und 20— 25 p, gelb- und derbwandig, sowie mehr oder weniger getüpfelt, darüber
kurz rektangulür-6 seitig und nur allmühlich linger und mehr prosenchymatisch.
Astbll. kleiner, einseitswendig bis allseitig abstehend. Perichätium nicht wurzelnd;
die inneren Hüllbll. aufrecht, allmählich kürzer oder länger fein zugespitzt,
längsfaltig und mit dünner Rippe. Kapsel auf 2—5 cm langer, geschlängelter
und gedrehter Seta geneigt bis fast horizontal, länglich-zylindrisch, dünnwandig,
mit konvexem, kurz gespitztem Deckel und kleinzelligem, 2—4reihigem, rót-
lichem Ring, trocken gekrümmt, entdeckelt 2—3 mm lang. Epidermiszellen
der Kapselwand etwas dünnwandig, oval-6 seitig, gegen den Urnenrand me
rundlich-6seitig, in vielen Reihen kleiner und oft querbreit. Peristomzühne
an der Basis verschmolzen, aufwürts hyalin gesüumt und mit mehr oder weniger
a papillósen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit bis über 40, ziemlich gleichweit,
. resp. abwärts allmählich etwas enger gestellten Lamellen. Membran des inneren
— 669 —
Peristoms zart, mit nicht oder eng ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen
und je 2--4 knotigen Wimpern. Sporen 12—15 u, gelb bis rostgelb und
gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Suppl. III & IV.
Auf Sumpfwiesen und in Waldsümpfen, insbesondere in zeitweise austrocknenden
Sümpfen, durch die Ebene und Hügelregion Europas wie Nord-Amerikas bis 1100 m
verbreitet. Nach Bescherelle auch aus Algier bekannt und nach Arnell im
Jeniseithale Sibiriens in den zärteren Formen bis in die arktische Region auf-
steigend. S. LI, 6, a) unteres, b) oberes Bl, c) mittleres Zellnetz der kürzeren
Bll., d) Kapsel, e) Habitusbild einer schwächeren Form; gez. nach vou Alexander
Braun auf der Jungfernheide bei Berlin mit Frucht und von mir dahier bei
Laubach ges. Expll.
Limpr. trennte das Schimper'sche H. aduncum Hedw. mit seinen Varietäten
in der Flora von Schlesien vom Jahr 1876 in die beiden Arten /7. aduncum und
H. Kneijfü, während er in der neuen Auflage der Rabenhorst'schen Kr. ۰
nunmehr 3 Arten unterscheidet, /7. polycarpon mit nur kurzen mittleren Blattzellen
und HM. aduncum und Kneiffi mit längeren mittleren Blattzellen und kräftigerer
oder schwächerer Rippe. Nach meiner Ansicht lassen sich nur 2 Haupttypen
unterscheiden, je nachdem die Blattflügelzellen die Rippe erreichen oder nicht,
weshalb ich polycarpon von aduncum nicht trenne, zumal der Name H. polycarpum
bereits 1796 an Leskea polycarpa verliehen worden ist. An den von Alex. Braun
bei Berlin ges. Pflanzen ist das mittlere Blattzellnetz an ein und derselben Pflanze
oft verschieden, kürzer oder länger je nach der Grösse der oberen oder unteren
Stengelbll Ebenso habe ich dahier bei Laubach von ein und demselben Standort
und von demselben Rasen bei tieferem Wasserstand im Mai eine Form mit geraden,
locker zusammenneigenden, im September .desselben Jahres aber bei geringerem
Wasserstand eine solche mit sichelfórmig gekrümmten Sprossenden gesammelt.
Drepel. aduncus ändert nämlich je nach dem Standort, sowie auch an ein
und demselben Standort je nach dem Wasserstand, resp. je nachdem die Sümpfe
in den verschiedenen Jahreszeiten mehr oder weniger austrocknen, vielfach ab:
Var. intermedius (Schpr.) mit locker zusammenneigenden, geraden Ast-
spitzen und nur abwärts sichelförmigen Bll — an denselben Standorten wie die
Normalform (nach meiner Beobachtung nur eine Frühlingsform bei höherem Wasser-
stand, forma vernalis);
var. polycarpus (Br. eur.) = Hypn. is Bland. 1813, H. psilocaulon Card.
1883 und Amblystegium Vent. 1884, mit w n Antheridien (nur 4— 6), sowie
mit durch ungleiche dünne Äste ss و وی Stengeln, etwas entfernter
gestellten, locker dachziegelig anliegenden, meist schmäleren unteren und breiteren
oberen StengelblL, derbwandigen, kürzeren Blattzellen (mitten 6 u und nur
5—6 mal so lang als breit), stärker gefalteten Perichätialbll. mit erst vor der
Spitze endender Rippe, sowie zahlreichen Sporogonen und mehr chokoladebraunen
Sporen von 10—14 u — in zeitweise austrocknenden Sümpfen, resp. an trockneren
Standorten;
var. gracilescens (Br. eur.), eine zärtere, etwas an Drepel. vernicosus
erinnernde Form, in weichen, hellgrünen oder gelblichen Rasen, mit verlüngerten,
schlanken, weitläufig fiederüstigen Stengeln, aufwärts längeren Ästen, mit aus breit
eiförmige bis fast herzförmiger Basis plötzlich lanzettlich verlängerten, dünn
— 560 —
zugespitzten Stengelbll. und dünnwandigen, fast noch kürzeren Blattzellen — an den-
selben Standorten;
var. tenuis (Br. eur.). eine noch zürtere Form mit mehr niederliegenden oder
aufsteigenden, dünnen, feinen Stengeln — im Harze etc. Diese letzteren beiden
Varietüten nühern sich bald mehr dem aduneus, bald mehr dem Knueiffü, je nach-
dem die Stengel etwas rigid oder schlaffer, die kürzeren Bll. an der Basis breiter
oder schmäler eifórmig, mehr oder weniger sichelfórmig gekrümmt, trocken mehr
oder weniger verbogen und gewunden sind, sowie je nach den Blattflügelzellen.
14. Drepanocladus Kneiffii (Br. eur.) Warnst. 1903.
Hypnum Schpr. 1856, Amblystegium Br. eur. 1858, Stereodon Mitt. 1864, H. aduncum
y Kneiffii Schpr. 1876, H. aduncum y Hampei c. Kneiffii Sanio 1881; ef. Rbh. Kr. FI. IV,
Nr. 845.
Zweihäusig; die stengelstündigen, kleinen 6 Blüten mit aus eifórmiger
Basis plötzlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., gegen 10 Antheridien
und zahlreichen langen Paraphysen. Habituell zuweilen etwas an Amblystegium
riparium erinnernde, weiche, gelblichgrüne bis goldglänzende, abwärts ocker-
farbene oder bräunliche Rasen mit 10—20 cm langen, aus niedergestreckter
Basis aufsteigenden oder aufgerichteten, spärlich wurzelhaarigen, unregelmässig
bis fast regelmässig fiederästigen Stengeln und dünnen Ästen. Stengelquerschnitt
mit nur wenig verdickter Rindenschicht. Untere Stengelbll. entfernt gestellt,
geschlängelt abstehend und meist schmäler als die oberen. Obere Stengelbll.
aus wenig herablaufender, etwas schmal eifö rmiger Basis lanzettlich verlängert
und lang und fein zugespitzt, 1,5—3,3 mm lang, nur schwach sichelfórmig-
einseitswendig, nicht faltig, ganzrandig oder undeutlich gezähnelt, mit nur
schmaler, über der Mitte endender oder */, des Bll. durchlaufender Rippe.
Blattzellen dünnwandig, mit meist deutlichem Primordialschlauch, mitten ver-
längert linearisch, 6 u und 6—10 mal, in der Spitze bis 15 mal so lang, gegen
den Rand enger, an den Blattflügeln in am Rande 4—5 stockiger, die Rippe
mindestens in einer Zellreihe erreichender Gruppe erweitert, wasser-
hell oder gelblich und schwach getüpfelt, jedoch nicht aufgeblasen und weniger
schwach abgegrenzt wie bei voriger Art. Perichätium spärlich wurzelnd; die
inneren Hüllbll. tief mehrfaltig, allmählich zugespitzt und mit dünner, fast
vollständiger Rippe. Scheidchen mit nur wenig Paraphysen. Kapsel auf bis
5 cm langer, dünner, geschlängelter Seta aus aufrechtem Halse geneigt, ellipsoidisch
bis länglich-zylindrisch, mit aus gewölbter Basis kegelig zugespitztem Deckel
und ihigem, hellem, nur in der unteren Zellreihe orangefarbenem Ring,
im allgemeinen schmäler und länger als bei voriger Art. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig, oval-6 seitig, gegen den Urnenrand kleiner
nd rundlich-6seitig. Peristomzähne abwärts fast orangefarben, aufwärts mit
sehr dicht stehe
س 81 —
und je 2—3 Wimpern ohne oder mit Anhängseln. Sporen 10—14 u, nach
Limpr. auch 16—18 u, gelblich und fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. VI, Tab. 573.
Auf sumpfigen Wiesen, an Gräben und Teichrändern, namentlich an zeitweise
austrocknenden, sumpfigen Stellen, durch die Ebene und Hügelregion Europas bis
1000 m verbreitet. Nach Bescherelle auch aus Algier bekannt und nach Berggren
auf Spitzbergen und in Grönland häufig. S. LI, 7, a) Bl, b) Habitusbild,
d) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach und von Alex. Braun auf der Jungfern-
heide bei Berlin ges. Expll. Nach dem Peristom und Sporogon bildet die Pflanze
schon mehr den Übergang zu Amblystegium trichodes, von dem sie sich jedoch durch
kürzere Kapsel und das engere, linearische Blattzellnetz unterscheidet.
Var. ovalifolius = Hypn. simplieissimum Wearnst. (cf. E. Zickendrath,
Moosflora Russlands II, S. 356 und 357) mit einfachen oder nur wenig verüstelten,
schlaffen, locker und flatterig beblütterten Stengeln mit grósseren, oft breit elliptischen
und rasch kurz zugespitzten Bll — von Zickendrath bei Moskau entdeckt und
auch von Grebe im April 1904 in schattigen Wassergrüben des Reviers Hofgeismar,
Reg. Bez. Kassel gesammelt. Steht zur Normalform in demselben Verhältnis, wie
die var. intermedius zu Drep. aduncus. Die Pflanze ist nach meiner Ansicht nur
ein Produkt abnormer Entwickelung infolge aussergewöhnlichen Wasserstandes.
Ob dieselbe als besondere Art behandelt werden kann, lässt sich erst nach Auffinden
des Sporogons entscheiden.
Var. aquaticus (Sanio) eine untergetauchte Form mit regelmässiger fieder-
ästigen, robusteren Stengeln, an den Enden fast hakenförmigen Asten und mehr
sichelförmigen Bl. — an selten austrocknenden Standorten von Sanio bei Lyck
in Ostpreussen entdeckt (non vidi);
var. pungens (H. Müller), eine mehr an schlaffe, schwach beastete Formen
von Calliergon oder Acrocladi cuspidatum erinnernde Form mit nicht einseitswendigen,
àn den Sprossenden in eine gerade Spitze zusammengewickelten BlL, längeren
mittleren Blattzellen und kleinerer, ovaler, oft fast gerader, kürzerer Kapsel — an
Teichründern und periodisch austrocknenden Sümpfen, meist häufiger als die Normal-
form. S.LI, 7, c) Kapsel.
Var. tenue, von Zetterstedt in Norwegen gesammelt, hat weniger sichel-
förmige Bll. wie die analoge Form von aduncus.
Infolge der zeitweise austrocknenden Standorte besitzt Kneiffü ein sehr
periodisches Wachstum. Die Bll sind gewöhnlich im Anfang der Entwickelung
15. Drepanocladus pseudofluitans (Sanio) H. v. Klinggr. 1893.
Hypnum aduncum 8 pseudofluitans ete. Sanio 1887; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 846.
Blütenstand wahrscheinlich 1 häusig; die و Blüten mit rippenlosen, kurz
"ugespitzten Hüllbll, wenigen Archegonien und zahlreichen kurzen Paraphysen.
Roth, Die europüischen Laubmoose. II. 36
— 562 —
Habituell an Drepanocl. Kneiffü und pseudostramineus, oder eine sehr zarte Form
von Drepel. fluitans erinnernde, grüne oder gelblichgrüne Rasen mit sehr dünnen,
schlaffen, oft flutenden, nur wenig beasteten, unregelmüssig fiederüstigen, 10—
30 em langen Stengeln und kurzen, nur wenige mm langen Ästen. Sprossende
des Hauptstengels gerade oder zuweilen schwach sichelförmig mit
zusammengewickelten Bll. Stbll. ungleichgross, aus konvergierend weit
herablaufender Basis schmal lanzettlich oder eilanzettlich, flach- und ganz-
randig, mit dünner, etwa ?/, des Bl. durchlaufender Rippe. Die kürzeren Stbll.
erinnern sehr an repel. pseudostramineus, jedoch sind die Zellen kürzer und die
oberen Ecken etwas vorstehend. Blattflügelzellen die Rippe erreichend, dünn-
wandig und wasserhell, etwas aufgeblasen und vorgewölbt. Die übrigen Zellen
aufwärts 7—9 u und 6—12 mal so lang, an den Rändern enger, in der Spitze
oft 6 u und nur 3 mal so lang als breit, bei den längeren Bll. aber bis 8 mal
so lang. Sporogon bis jetzt unbekannt.
In Lehm- und Torfausstichen hier und da in der Ebene, besonders iu Ost-
preussen um Lyck. S. LII, 4, a) oberes, b) unteres Stbl, c) Astbl., d) Habitusbild;
gez. nach von Schulze in der Hasenau bei Breslau und von mir an der alten
Ziegelhütte dahier bei Laubach ges. Expll. Das von manchen Autoren hinzugerechnete
Hypnum simplieissimum Warnst. (cf. Zickendrath, Moosflora Russlands II, S. 356) hat
mehr ovale bis breit ovale, weniger herablaufende, kurz zugespitzte Bll. und
macht mir nur den Eindruck eines Produkts abnormer Entwickelung von Drepel.
Kneiffi, bedingt dureh zeitweise hohen Wasserstand.
16. Drepanocladus exannulatus (Giümbel) Warnst. 1903.
Hypnum (Gümb.) Br. eur. 1854, Amblystegium De Not. 1869, Ambl. fluitans v. Ren.
1879; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 848
Zweihäusig; die یس du d Blüten mit einseitswendigen,
eilänglichen, dünn zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., wenigen (meist 4)
langen Antheridien und nur wenigen Paraphysen. Habituell dem Drepel. fluitans
ähnliche, hell gelbgrüne bis rotbräunliche, lockere Rasen mit bis 10 cm langen,
aus niederliegender Basis aufsteigenden, oder flutenden, etwas steifen, dünnen,
unregelmässig bis fast regelmässig fiederüstigen, am Sprossende sichelförmigen
Stengeln ohne Wurzelhaare und mit am Ende eingekrümmten, meist 0, 5—1 em
langen Ästen. ar ee an sehr dünnem Zentralstrang, 2—3 schichtiger,
blatteigener Aussenrinde. Stengelbll.
in der Regel ziemlich locker gestellt, meist sichelförmig einseitswendig,
aus eifórmiger Basis lanzettlich verlängert und allmählich lang und fein zugespitzt,
2—3 mm lang, die unteren gewöhnlich länger und schmäler, die oberen kürzer
und breiter, seltener umgekehrt, indem die Bll. älterer Stengelteile in der
Regel etwas länger und schmäler sind, als diejenigen jüngerer Sprosse, hohl,
2 nieht oder kaum faltig, ganzrandig oder abwürts entfernt fein gezühnt ?
e mit kräftiger, gelber, ?, را des Bl. durchlaufender, resp. erst gegen die Spitze
versehwindender, zuweilen fast vollständiger Rippe. Querschnitt der letztere"
gen 4—6 schichtig, bikonvex und mit zahlreichen Bauchzellen. Blattzellen
— 563 —
ohne sichtbaren Primordialschlauch, nur mässig verdickt, mitten 6-u und
6—12 mal, in der Spitze bis 18 mal so lang, gegen die Basis schwach getüpfelt,
kürzer und breiter, 10—12 u, an den geöhrten, herablaufenden Blatt-
flügeln in 3eckiger, die Rippe meist in einer Zellreihe erreichender, gewölbter
Gruppe aufgeblasen und erweitert, 20—25 u, darüber gut begrenzt durch
kleinere, fast quadratische, kaum halb so breite Zellen. Astbll. nur wenig
verschieden, jedoch mit weniger zahlreicl g Perichätium
wurzelnd; die Hüllbll. doppelt so lang als das Scheidchen, aufrecht, nicht
faltig, aus eiförmigem, hochscheidigem Basalteil rasch schmal zugespitzt und
mit dünner Rippe. Kapsel auf bis 5 cm langer, gedrehter Seta aus auf-
rechtem Halse geneigt und eingekrümmt, fast zylindrisch, braun und etwas
derbwandig, mit gewölbt-kegeligem Deckel, aber ohne Ring, entdeckelt unter
der Mündung nicht verengt und 2—3,5 mm lang. Epidermiszellen der Kapsel-
wand schwach kollenchymatisch, oval- oder rundlich-6 seitig, am Urnenrand
4—6 Reihen kleiner und abgeplattet. Peristomzähne an der Basis mehrere
Lamellen hoch verschmolzen, gelb mit orangefarbener Insertion, unten schmal
hyalin gesäumt, aufwärts mit treppenartigen Rändern und breit hyalinen Spitzen,
aussen abwärts fein punktiert, aufwärts mehr längsreihig papillös, innen mit
über 30 ziemlich gleichweiten Lamellen. Membran des inneren Peristoms bleich-
gelb und fast glatt, von U, Zahnhöhe, mit nicht durchbrochenen, fein längs-
streifig-papillösen Fortsätzen und je 3 knotigen Wimpern. Sporen 14-8
oder 16—20 u, ocker- oder rostfarben und sehr fein gekörnelt. Reife im Juni.
Br. eur. Vol. VI, Tab. 602.
In Gräben und Sümpfen von der Ebene bis auf das Hochgebirge in 2700 m
durch Europa wie Nord-Amerika verbreitet; wird schon von Dillen in der Hist.
musc. von 1741 erwähnt. Nach Arnell auch im Jeniseithale Sibiriens bis in die
arktische Region häufig. S. L, 4, a und b) Bll., c) Blattbasis, d) Kapsel, e) Habitus-
bild; gez. nach dahier bei Laubach und von H. Graf zu Solms-Laubach am Roten
Moor in der Rhón mit Frucht ges. Expll.
Var. orthophyllum Milde, eine gelbgrüne bis schmutzigviolette Form mit
aufrechten Stengeln, kurzen dünnen Ästen, meist geraden, spitzen Sprossenden und
weniger sichelfórmigen, fast geraden Stengelbll — in subalpinen Lagen, insbesondere
im Riesen- und Isergebirge;
i var. serratum Milde, eine untergetauchte Form mit rings scharf gesägten
Bll — im Riesengebirge. ۱
HA: 1 1]
lockeren Bl
17. Drepanocladus purpurascens (Limpr.).
Hypnum Limpr. 1898, H. rufescens Sendtner 1840, H. fluitans 9 purpurascens Schpr.
1860, H. exannulatum û purp. Milde 1869, H. fluitans exannulatum v. Renauld 1894, Amblystegium
Ruitans y alpicola De Not. 1869; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 849.
Zweihüusig; die dicken, stengelstindigen 6 Blüten mit aus eifórmiger
Basis plótzlich schmal zugespitzten, etwas sparrigen, rippenlosen inneren Hüllbll.,
zahlreichen Antheridien und gleichlangen Paraphysen. Der vorigen Art sehr
nahe verwandte, purpurrote oder gescheckte, weiche, tiefe, dichte, stark
glänzende Rasen mit hingestreckten oder aufrechten, streckenweise fiederästigen
. 36*
— 564 سب
Stengeln, kurzen, etwas federig beblätterten, bis 6 mm langen Ästen und spitzen,
geraden oder sichelfórmigen Sprossenden. Stengelquerschnitt mit dickwandiger
Rindenschicht und streckenweise blatteigener Aussenrinde. Stengelbll. gedrängt,
die unteren gerade, die oberen mehr sichelfórmig, weich, aus enger, kaum
herablaufender, etwas geöhrter, eifórmiger Basis lanzettlich verlängert und
allmählich pfriemenfórmig, 2—3 mm lang, im Basalteil mit 2schwachen Längs-
falten, am Rand rings oder nur gegen die Basis gezähnt, und mit roter,
?, des Bl. durchlaufender bis fast vollständiger Rippe. Blattzellen schwach
getüpfelt, derbwandig, 6—7 u und 5—10 mal so lang, aufwärts gegen den
Rand enger, an der Insertion in einer Reihe aufgeblasen erweitert, derb-
wandig, leer und farblos oder braunrot, gegen den Rand hin grösser und heller,
mehrmals so lang als breit, darüber in 1—2 Querreihen rundlich oder oval
und stark getüpfelt, sodann aufwärts rasch verlängert. Astbll. kürzer und sehr
schmal. Perichütium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. aufrecht, nicht faltig,
ganzrandig und lang zugespitzt, mit fast vollständiger, zarter Rippe. Kapsel
auf 3—6 cm langer, roter Seta aus aufrechter Basis geneigt, ähnlich wie bei
voriger Art, trocken unter der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand mehr rings verdickt. Peristom ähnlich wie bei voriger Art, jedoch das
innere mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und die Wimpern zuweilen
mit Anhüngseln. Sporen 14—18 u, gelbgrün und fein gekórnelt.
In stagnierenden Sümpfen, insbesondere in den Sphagnum-Sümpfen in
subalpinen und alpinen Lagen, nur selten unter 1000 m, vorzugsweise in der Alpen-
region und bis 2400 m aufsteigend. S. L, 13, Blattbasis; gez. nach einem von
H. Graf zu Solms-Laubach auf dem Feldberg im Schwarzwald ges. Expl.
Var. Rotae (De Not.) in untergetauchten Rasen mit 20—30 em langen,
flutenden, festen Stengeln und denselben parallelen, bis 10 mm langen Asten, sowie
4—4,5 mm langen, aus gleichbreiter Basis lang linealisch lanzettlich verlüngerten,
pfriemenförmig auslaufenden Bll. mit als Granne austretender Rippe — in Seen
und Bächen der Alpenregion. Nach Arnell auch bei Polovinka in der subarktischen
Region Sibiriens. S. LII, 3, a und b) BlL; gez. nach einem von Glowacki bei
Schladming in Steiermark ges. Expl.
Wegen der vielen Übergänge zwischen exannulatus und purpurascens dürfte
es sich wohl empfehlen, purpurascens nur als Varietät von exannulatus, dagegen var.
Rotae, resp. nur die Formen mit auslaufender Rippe als besondere Art zu behandeln.
Die fluitans-Formen höherer Lagen zeigen in der Regel eine braune oder rotbraune
Färbung, während die ezannulatus-Formen eine mehr violette bis purpurrote Fürbung
annehmen.
Drepanocladus pseudorufescens Warnst. mit an der Basis in 2 Reihen
erweiterten, gelben bis rotgelben, verdickten, kurz rektangulüren Zellen ohne
besonders differentiierte Blattflügelzellen — von Chr. Zahn in kalkhaltigen Torf-
sümpfen Bayerns entdeckt, non vidi.
18. Drepanocladus pseudostramineus (C. M.).
Hypnum C. M. 1855, Amblystegium De Not., Ambl. fluitans* A. pseudostr. Lindb. 1879,
H. fluitans var. Milde 1869, H. i Sehpr. in litt., H. fluitans a obsoletum c pseudostr.
Sanio 1887; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 850.
Einhäusig; die 0 Blüten mit aus eiförmiger Basis plötzlich schmal zu-
gespitzten, rippenlosen Hüllbll. 6—10 Antheridien und etwas längeren, hyalinen
Paraphysen. Weiche, gelbgrüne oder oben strohgelbe, abwärts braune bis
rostbraune Rasen mit dünnen, aufsteigenden, wenig beasteten oder einfachen
Stengeln, sowie mit kurz zugespitzten, locker aufrecht abstehend beblätterten
Stengel- und Astenden. Stengelquersehnitt mit ziemlich lockerer, ein- und
zweischichtiger, gelbwandiger Rinde. Rhizoiden spärlich, häufiger an den Blatt-
spitzen und Blattründern sich entwickelnd. Bil. locker gestellt, abwärts flatterig
abstehend und 2—3,3 mm lang, an jüngeren Sprossen straff aufrecht ab-
stehend, aus herablaufender, eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich
verlängert und kurz und breit zugespitzt, nur 1,5—1,6 mm lang, flach- und
fast ganzrandig, mit gelbgrüner, nur 3schichtiger, in oder über der Mitte
endender Rippe. Blattzellen nicht getüpfelt und nur wenig verdickt, mit ge-
schlängeltem Primordialschlauch, 7 u und 7—10 mal so lang, in der Spitze
kürzer und breiter, 9 u und 2—3 mal so lang, an der Basis 14 u, nur an
den herablaufenden, nicht scharf abgegrenzten Blattflügeln in etwas konvexer
Gruppe erweitert und 18—22 u. Periehätium wurzelnd; die inneren Hüllbll.
aus scheidiger Basis rasch schmal zugespitzt, nicht faltig und mit dünner
Rippe bis zur Mitte. Kapsel auf 3—5 em langer, dünner, gedrehter Seta aus
aufrechtem Halse horizontal, fast zylindrisch und gekrümmt, mit stumpf kegeligem,
rotem Deckel und ohne Ring, trocken unter der Mündung verengt, ent-
deckelt 2,7 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, am Urnen-
rand in vielen Reihen kleiner. Peristomzühne an der Basis verschmolzen, fast
orangefarben, abwärts nur wenig, aufwärts dagegen breiter hyalin gesäumt,
aussen nur undeutlich querstreifig, innen mit abwürts sehr dicht stehenden
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von ولا Zahnhóhe, gelb und fast
glatt, mit nieht durchbrochenen Fortsützen und je 2—3 knotigen Wimpern.
Sporen 12—16 u, olivenfarben und gekörnelt. Reife im Juni.
In Sümpfen der Ebene und Bergregion hier und da zerstreut, selten fruchtend;
von Dr. C. Müller 1846 bei Halle entdeckt und von Dr. H. Müller bei Lippstadt
in Westfalen cfr. gesammelt. S. L, 3, a) BL, b) Kapsel, c) stürker vergrósserte
Blattzellen, d) Habitusbild, e) Blattspitze; gez. nach einem von C. Müller im Mai
1863 bei Halle ges. Expl. Bildet gleichsam eine Übergangsform zwischen ۸
und fluitans.
19. Drepanocladus fluitans (Dill) Warnst. 1903.
Hypnum Dill. 1741 und L. 1755, H. diffusum Bland. 1827, Amblystegium De Not. 1867;
ef. Rbh. Kr, FI. iV, Nr. B51,
Einhäusig; die zahlreichen dick eifórmigen & Blüten mit aus eifórmiger
bis verkehrt eifórmiger, oben zuweilen herzfórmig ausgerandeter Basis plötzlich
lang und schmal zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll, bis 12 gelben
Antheridien und zahlreichen längeren Paraphysen, die äusseren Hüllbll mit
kurzer, zarter Rippe. Lockere, weiche, gelb- bis braungrüne, etwas glänzende
Rasen mit dünnen, aufsteigenden oder flutenden, bis 20 und mehr em langen,
unregelmüssig fiederig oder fast fiederig beasteten Stengeln und meist flatterig
— 566 —
beblütterten kurzen Ästen, sowie mit nur schwach sichelförmigen oder geraden,
nur locker zusammengewickelten Sprossenden, zwar exannulatus ähnlich, je-
doch nur ausnahmsweise an den Sprossenden so stark sichelfórmig. Stengel-
querschnitt mit derbwandiger, 2—3 schichtiger, lockerzelliger Rinde ohne Aussen-
rinde. Bll. fast gleichartig. Stengelbll. weitläufig gestellt, flatterig abstehend
oder etwas einseitswendig und gekrümmt, aus schwach elliptischer, an den
geührten Blattflügeln herablaufender Basis lanzettlich verlängert und
allmählich in eine lange, oft bandfórmige, mehr oder weniger deutlich gezähnte
Spitze auslaufend, 2,5—3,5 mm lang, nicht faltig, mit dünner, 3schichtiger,
bis gegen die Spitze reichender, gelbgrüner Rippe. Querschnitt der letzteren
mit nur 2—4 Bauchzellen. Blattzellen derbwandig, nur schwach getüpfelt,
ohne sichtbaren Primordialschlauch, 6—7 u und 10-90 mal so lang, gegen
den Rand nicht enger, gegen die Basis 19 u und 4—6 mal so lang, sowie
stark getüpfelt, an den herablaufenden, geöhrten Blattflügeln in scharf
begrenzter, gewölbter, die Rippe nicht erreichender Gruppe erweitert, auf-
geblasen, hyalin oder gebräunt und 18—25 u. Astbll. meist schwach einseits-
wendig, viel schmäler und kürzer, nur 2 mm lang. Perichätium nicht oder
nur wenig wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus hochscheidiger, zusammen-
gewickelter Basis rasch lang und schmal zugespitzt, nicht faltig und mit nur
angedeuteter, bis zur Mitte reichender Rippe. Kapsel auf 6—10 cm langer,
dünner, verbogener und gedrehter Seta aus aufrechtem Halse eingekrümmt,
eilänglich, rótlichgelb, mit gewölbtem, mit kurzem, stumpfem Spitzchen ver-
sehenem Deckel, aber ohne Ring, trocken unter der Mündung in der Regel
nicht verengt, entdeckelt 2—3 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
rings verdickt, am Urnenrand in mehreren Reihen etwas abgeplattet.
Peristomzähne an der Basis verschmolzen, abwärts gelb, aufwärts breit hyalin
gesäumt, mit treppenartigen Rändern und papillösen Spitzen, aussen in der
unteren Hälfte mehr oder weniger deutlich querstreifig, innen mit zahlreichen
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von noch nicht !/, Zahnhöhe, gelb
und glatt, mit breiten, nicht durchbrochenen, papillósen Fortsätzen und 2—3
knotigen, papillósen Wimpern. Sporen 22—28 u, gelbgrün und dicht gekörnelt.
Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 602.
In Sümpfen und Mooren, in Gräben und vorzugsweise stagnierendem Ge-
wässer, von der Ebene bis in die Alpenregion in Europa wie Nord-Amerika sehr
verbreitet und meist nur an periodisch austrocknenden Standorten fruchtend; war
Dillen schon 1741 bekannt. Findet sich nach Bescherelle auch in Algier und
nach Berggren auf Spitzbergen und in Grönland. S. L, 2, a) Blattbasis, e) Kapsel;
| gez. nach in Torfsümpfen unweit Darmstadt ges. Expll.
Var. submersus (Schpr.) = H. fluitans y serratum Lindb., eine untergetauchte
Form mit längeren, weichen, geraden Bll. mit zwar lockeren Basalzellen, aber
| ohne eigentliche Öhrchen, und mit kürzerer, dickerer Kapsel auf sehr verlängerter Seta
— auf torfigen Wiesen. S.L, 2, b) Bl; gez. nach einem von W. Schemman»
: in Westfal stfalen ges. Expl, das naeh der nicht geóhrten Blattbasis etwas an Kneiffü
a oder Amblystegium riparium erinnert.
— 567 —
Var. falcatus (Br. eur.) in grösseren, gelbbräunlichen bis dunkelbraunen
Rasen mit dichter beblätterten Sprossen, kers und dick eiförmigen 6 Blüten, etwas
kürzeren Blattzellen, helförmig-einseits endigen Bll. und stark gekrümmter,
kurzhalsiger, gelbbräunlicher Ki auf oft über 10 cm langer Seta -- in
torfigen Gräben höherer Lagen. S.L, 2, f) Hüllbl. der 6 Blüte, ferner LII, 2,
a) BL, b und c) Kapseln, d) 6 Blüte; gez. nach von mir auf der Breungeshainer
Heide im Vogelsberg im Juni cfr. ges. Expll Nicht zu verwechseln mit ,
Schulzei, welcher viel schlankere 6 Blüten besitzt.
Var. serrulatus (Schpr.) mit rings deutlich gezühnten, weniger geöhrten,
mehr gerade herablaufenden Bll. S. L, 2, c) Blatt und d) stärker vergrösserte
Blattzellen; gez. nach einem von H. Graf zu Solms-Laubach an der Grimsel ges.
Expl. Eine zürtere, den Übergang zu pseudo-stramineus bildende, schwimmende,
aufrechte Form mit ebenfalls rings gezähnelten, etwas kürzer zugespitzten Bll. sammelte
ich in Torfsümpfen bei Seligenstadt in Hessen — forma gracilescens oder tenella.
20. Drepanocladus Schulzei (Limpr.)
Hypnum Limpr. 1898, H. fluitans e alpinum Schpr. 1860, H. fluitans* aduncum a
amphibium** erythroteles Sanio 1886, H. fluitans y aurantiacum ete. Sanio 1888; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 852.
Einhäusig; die schlanken d Blüten in der Nähe der و mit verkehrt-
eiförmigen, plötzlich lang und schmal zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll.,
bis 10 Antheridien und zahlreichen gelblichen Paraphysen. Etwas weiche,
tiefe, an purpurascens erinnernde, rötlichbraune oder schmutziggrüne Rasen mit
über 10 cm langen, aufrechten oder auf dem Schlamm ausgebreiteten, schlaffen,
aufwärts unregelmässig gefiederten Stengeln, geraden oder schwach gebogenen
Asten und fein ausgezogenen, sichelförmigen Sprossenden. Stengelquerschnitt
rundlich 3--5kantig, mit verdickter, gelblicher, nach aussen kleinzelliger
Rindenschicht ohne lockere Aussenrinde. Stengelbll. streckenweise lockerer
oder dichter gestellt, nicht herablaufend, mehr oder minder sichelförmig,
lanzettlich-linealisch und lang pfriemenförmig auslaufend, 1,8—2,7 mm lang,
flachrandig, gegen die Spitze deutlich gesägt, mit kräftiger, in die Spitze
eintretender Rippe. Querschnitt der letzteren homogen 4schichtig und mit
4 Bauchzellen. Blattzellen derbwandig, ohne sichtbaren Primordialschlauch,
6u und 12—18 mal, an der Spitze nur 10 mal so lang oder noch kürzer,
über dem Blattgrund 9 u und 6 mal so lang, meist purpurrot und getüpfelt,
an der Insertion in 2 Querreihen parenchymatisch, gelb, dickwandig
und getüpfelt, oval- -6seitig und 12—18 u, an den Blattflügeln in nur kleiner,
konvexer, meist ein Öhrehen bildender Gruppe 18-94 u. Astbll. den
Stengelbll. ähnlich, jedoch schmäler, meist gerade und oft etwas stumpflicher
zugespitzt, resp. mit kürzeren Zellen an der gezühnten Spitze. Perichätium
wenig wurzelnd; die scheidig zusammengewickelten Hüllbll. derb, mit aufrecht
abstehender Saiten und über der Mitte endender, oft in die plötzlich abgesetzte
Spitze eintretender, dünner Rippe. Kapsel auf mindestens 2 cm langer Seta
fast aufrecht bis geneigt, verkehrt eilänglich, dünnwandig, bräunlichgrün
|
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— 568 —
bis lederfarben, mit stumpf kegeligem Deckel, aber ohne Ring. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig, am Urnenrand in mehreren Reihen quer-
breit. Peristomzähne bis zur Basis gesondert, gelb, abwärts fast ungesäumt,
aufwärts dagegen breit hyalin gesäumt, aussen in der unteren Hälfte fein punktiert.
Membran des inneren Peristoms fast glatt, von beinahe halber Zahnhöhe, mit
ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und mehr oder weniger vollständigen
Wimpern. Sporen 14—16 M, olivenfarben und gekörnelt. Reife im August.
In den Torfmooren auf dem Kamme des Riesengebirges, jedoch auch aus
Lappland, Sibirien und der Schweiz bekannt. S. LII, 1, a und b) Bl, c und
d) Kapseln, e) Hüllbl. der 6 Blüte; gez. nach Expll. aus der Schweiz (Herb.
Sehliephacke) und nach Expll. aus dem Riesengebirge. Hiermit stimmt das von
mir im Juni auf der Breungeshainer Heide im Vogelsberg cfr. gesammelte H. fluitans
v. falcatum Schpr. nicht völlig überein. Daselbst soll jedoch auch H. Schulzei
gefunden worden sein. Letztere Pflanze ist etwas kräftiger, gleicht mehr einem
kräftigen, einhäusigen, flutenden H. erxannulatum und unterscheidet sich von ۰
Jluitans v. falcatus ausser der verschiedenen Zeit der Fruchtreife durch die an den Ecken
der Basis weniger lockeren, kürzeren, derbwandigen Blattflügelzellen, schlankere
G Blüten und kürzere Seta mit fast gerader, aufrechter oder geneigter Kapsel.
Danach macht Drepel. Schulzei gleichsam den Eindruck eines kräftigen, 1 häusigen
Drepel. exanmulatus mit an den Ecken der Basis nicht herablaufenden 1,
Drepanocladus aurantiacus (H. v. Klinggr.) in flutenden, gelblich braun-
grünen Rasen mit sichelfórmig einseitswendigen Bll. soll sich von Jluitans durch
orangefarbene Peristomzühne unterscheiden, die jedoch auch bei dem von mir auf
der Breungeshainer Heide ges. Dr. fluitans v. Jeleatus mitunter vorkommen (non vidi).
21. Drepanocladus brevifolius (Lindb.) Warnst. 1903. :
Hypnum Lindb. 1866, H. aduncum 9 molle a Wilsoni ** Berggreni Sanio 1887; cf. Rbh.
Kr. Fl. IV, 8, S. 430 und 835, |
۱ Zweihäusig; die schlanken eiförmigen 6 Blüten mit aus eiförmiger Basis
schmal zugespitzten, rippenlosen inneren HüllblL, 3—5 rótlichen Antheridien
und zahlreichen längeren Paraphysen. Braune Rasen mit goldgelb glänzenden,
sichelförmig einseitswendigen Sprossenden. Bll. aus etwas engerer Basis breit
eiförmig und kurz lanzettlich zugespitzt, ganzrandig, hohl und nicht faltig, mit
rinnig hohler Spitze, einfacher oder auch aufwärts gegabelter, gelber, dicht
über oder vor der Mitte verschwindender Rippe; die einfache Rippe ist meist
etwas länger als die gegabelte. Blattzellen verhältnismässig kurz, aufwärts
6—7 u und nur 5— 6 mal so lang, schwach wurmförmig, in der Mitte der
Basis kurz rektangulär, 15—18 u und etwa doppelt so lang als breit, verdickt
und getüpfelt, in den Ecken der Basis allmählich klein quadratisch, gelb
und nur 10 u. Sporogon unbekannt.
Auf der Insel Spitzbergen. S. XXXIX, 9, a und b) Bil, c) Habitusbild;
gez. nach einem von Malmgren 1861 an der Augusta-Bay ges. Expl. Die von
Berggren 1868 gesammelte Pflanze hat etwas länger zugespitzte Bll. mit weniger
zahlreichen quadratisehen Zellen an den Blattflügeln und erinnert schon mehr an
eme angsform zu Drepel. Cossoni.
— 569 سب
22. Drepanocladus badius (Hartm.).
num Hartm. 1849, H. revolvens C. M. ex p. 1851, Amblystegium Lindb, 1879,
Calliergon Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. FL IV, 3, 5. 565.
Zweihäusig; die spitz knospenförmigen GO Blüten mit eilanzettlichen
Hüllbll., 8—12 Antheridien und nur wenigen Paraphysen. Firnisglänzende,
lockere, gelblich- bis rótlichbraune, oft kupferfarbene, nur an den jüngeren
Trieben gelbgrüne, abwärts innen schwürzliche, etwas an revolvens erinnernde
Rasen mit meist 5—6 cm langen, niederliegenden oder aufrechten, steifen, nur
wenig geteilten Stengeln mit nur wenigen zerstreuten Ästen. Stengelquerschnitt
rundlich-5 kantig, mit dünnem Zentralstrang und 1—2 reihiger, gelber bis rot-
brauner, sehr verdickter Rindenschicht, jedoch ohne Aussenrinde. Bil. dicht
über der Insertion leicht abbrechend, aus schmälerer, nicht herablaufender
Basis breit eiförmig und allmählich kurz lanzettlich und fein zugespitzt, meist
etwas sichelfórmig einseitswendig, 1,2—1,5 mm lang, hohl, glatt und nicht
faltig, flach- und ganzrandig, mit ?/, des Bl. durchlaufender, abwärts schwach
bikonvexer, 4schichtiger, am Ende zuweilen gegabelter Rippe. Blattzellen bis
zur Basis verlüngert, derbwandig, abwürts getüpfelt, aufwürts geschlüngelt-
linearisch, 7 u und 6—8 mal so lang, an der Basis 9 u und etwas kürzer,
sowie stürker getüpfelt, an den schwach ausgehóhlten, zuweilen etwas geóhrten
Blattflügeln in kleiner, 2schichtiger Gruppe verdickt oval-6seitig und 14—16 u.
Astbll. kleiner, stärker sichelförmig-einseitswendig. Perichätium spärlich wurzelnd;
die fast scheidigen inneren Hüllbll. bis 3 mm lang, nicht faltig, mit Rippe bis
über die Mitte und in eine schmale, am Grunde gezähnte Spitze ausgezogen.
Kapsel (nach Schpr.) auf dünner Seta geneigt, oval, resp. dick ellipsoidisch
und gekrümmt, dünnwandig und rostfarben, mit konvexem, kurz gespitztem
Deckel und schmalem Ring, entdeckelt unter der Mündung nur wenig verengt.
Peristom ohne Querstreifung, wie bei Call. straminenm.
In den Sümpfen Skandinaviens und Spitzbergens, in der arktischen Region
daselbst oft in Massenvegetation, jedoch auch aus Grönland, Labrador und Sibirien
bekannt; von Thedenius 1844 bei Herjedalen in Schweden entdeckt. Auf dem
Dovrefield in Norwegen von Hartmann mit Frucht gesammelt. BS. LIA. L
a) Bl, b) stärker vergrösserte Blattzellen; gez. nach von l. E. Zetterstedt in
Norwegen ges. Expll.
Var. patens Hult mit aufrechten Stengeln und mehr abstehenden Bll. —
im Finnischen Lappland.
5. Gatt. Calliergon ) Sull. 1856.
Hypnum Subg. Sehpr. 1860, Illecebro- Hypnum Hpe. 1873.
Ansehnliehe, in ausgedehnten Rasen wachsende, aufrechte Sumpfmoose,
ohne Paraphyllien und ohne Stolonen, sowie meist ohne Wurzelhaare, mit nur
wenig geteilten, einfachen bis fiederüstigen Stengeln und geraden, zusammen-
gedrehten, ziemlich spitzen Stengel- und Astenden. Stammquerschnitt rund
1) Von un schön, geschickt gearbeitet, resp. z644os das Schöne und £gyov das
Werk, die Arbeit
— 579 —
oder rundlich-5 kantig, mit Zentralstrang, aber ohne differentiierte Aussen-
rinde. Stengelbll. fast nie einseitswendig, allseitig aufrecht abstehend, gegen
die Sprossenden mehr dachziegelig anliegend, gross und breit, herzeiförmig
bis elliptisch, hohl und ganzrandig, mit mehr oder weniger abgerundeter,
meist kappenförmiger Spitze und kräftiger, einfacher, fast vollständiger Rippe.
Querschnitt der letzteren homogen. Blattzellen glatt, linearisch bis linearisch-
6seitig, gegen die Basis kürzer, an den Blattflügeln in grosser, mehr oder
weniger ausgehóhlter Gruppe hyalin und aufgeblasen. Astbll den
Stengelbll. ähnlich, nur kleiner und schmäler. Blüten 1- und 2 häusig, die
d stengelstindig und mit rippenlosen Hüllbll Perichätialbll. meist nicht
faltig und mit einfacher Rippe. Kapsel auf sehr verlüngerter, gegenläufig
gedrehter Seta geneigt bis horizontal, gekrümmt, mit deutlichem, kurzem
Hals und kegelig-konvexem, Amblystegium-artigem Deckel, aber meist ohne
Ring. Peristom Hypnum- oder Amblystegium-artig; das äussere mit an der
Basis verwachsenen, aussen undeutlich querstreifigen oder fein punktierten, innen
mit zahlreichen Lamellen besetzten Zähnen, das innere mit meist eng ritzen-
förmig durchbrochenen Fortsätzen und 2—4 Wimpern ohne Anhängsel. Reife
der Antheridien im Herbst, Oktober und November, des Sporogons im Sommer,
resp. im Mai und Juni.
Einige aussereuropäische Arten dieser Gattung sind ebenfalls bekannt. Kindberg
rechnet hierzu auch die Limnobien (Hygrohypnum), die ich jedoch wegen der meist
gegabelten oder auch doppelten Rippe und des verschiedenen Zellnetzes bei den
Hypnaceen belassen habe.
1. Calliergon Tundrae (Arnell).
Hypnum Jörg. 1894, H. stramineum v. sibiricum Sanio, Amblystegium Arnell 1890;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 904, sowie Lindberg u. Arnell, Musei Asiae bor. 1889, S.
Zweihäusig; die 6 Blüten mit aus eifórmiger Basis plötzlich stumpflich
zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., etwa 8 Antheridien und nur wenigen
fadenförmigen Paraphysen. Habituell an einen fiederüstigen stramineum oder
zarte Formen von Drepanoeladus exannulatus und aduncus. erinnernde, glünzend
gelbgrüne, lockere, tiefe, unten braune Rasen mit abwürts entfernt fiederüstigen,
10—30 em langen, aufrechten Stengeln und nur 5—10 mm langen, fast
horizontal abstehenden, meist etwas gebogenen, spitzen Ästen. Stengelquerschnitt
mit Zentralstrang, 2 reihiger gelber, dickwandiger Rindenschicht und blatteigener,
dünnwandiger Aussenrinde. Stengelbll. entfernt aufrecht abstehend, nur gegen
die fast stechend spitzen Sprossenden dichter dachziegelig und zuweilen schwach
einseitswendig, aus wenig herablaufender, breit eifórmiger bis fast herz-
eifórmiger Basis lanzettlich verlängert und gerade zugespitzt, 2,4 mm lang,
mit scharfer oder stumpflicher, zuweilen hakiger Spitze, flachem, nur
abwärts schwach gezühneltem Rand und kräftiger, gelber, oft ?/, des Bl. durch-
laufender, an der Basis sehr breiter Rippe. Blattzellnetz etwas an dasjenige
einer Meesea erinnernd. Blattzellen derb- und gelbwandig, mit etwas vor
~ stehenden Ecken, aufwärts linearisch, nur in der Spitze verlängert und schwach
.. gewunden, 9 p und bis 10 mal so lang, mitten nur 5—7 u, mehr rektangulär 2
۷
— 571 —
und kaum halb so lang als in der Spitze, gegen die Insertion allmählich kürzer,
in den vorgewölbten Blattflügeln in gut begrenzter Gruppe ähnlich
wie bei cordifolium und giganteum hyalin und dünnwandig, locker-rektangulür-
6seitig und 20— 25 u, darüber in grosser Anzahl fast quadratisch, derbwandig
und nur halb so breit. Sporogon noeh unbekannt.
Von A. N. Lundstróm 1875 in Sibirien nördlich der Waldgrenze zuerst
entdeckt. Nach H. W. Arnell im Jeniseithale Sibiriens von der subarktischen bis
in die arktische Region häufig. Wird wohl auch im Norden Europas noch gefunden
werden. S. XXXII, 4, a bis c) Bll, d) Astbl, e) Habitusbild; gez. nach einem
von H. W. Arnell auf der Nikandrovsky-Insel ges. Originalexpl. Die Verwandtschaft
mit Drepanoeladus exannulatus ist nur eine habituelle, ebensowenig ist die Pflanze
mit Drepel. purpurascens verwandt, wie Limpricht unterstellt.
2. Calliergon cordifolium (Hedw.) Kindb. 1897.
Hypnum Hedw. 1797, H. phyllorrhizans P. Beauv. 1805, H. cuspidatum v. bicolor Turn.
1804, H. fontanum Sehlehr. 1805, Ambtystegium De Not. 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 897.
Einhäusig; die zahlreichen stengelständigen C Blüten mit stampfen
äusseren und schmal zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., 5—10 gelblichen
Antheridien und langen Paraphysen. Ausgedehnte, weiche, hell freudiggrüne
Rasen mit aufsteigenden oder aufrechten, mehrfach geteilten, nur wenig beasteten,
6—20 em langen, spürlich wurzelhaarigen Stengeln und schlaffen, 2zeilig bis
unterbrochen fiederig gestellten, spitzen, weichen Asten. Stammquerschnitt
rund, mit Zentralstrang und 1- bis 2zellreihiger, kleinzelliger Rindenschicht.
Stengelbll. locker gestellt, trocken eingebogen, feucht abstehend, dünn und weich,
aus verschmälerter, schmal herablaufender Basis herzeiförmig und lanzettlich
verlängert, 2,5—3,5 mm lang und etwa halb so breit, nur wenig hohl, mit
abgerundeter Spitze, weniger scharf abgegrenzten Blattflügeln, aufwärts meist
einseitig eingebogenem Rand und dicht vor der Spitze endender, einfacher,
nur selten am Ende gegabelter Rippe. Blattzellen dünnwandig und nicht
getüpfelt, mit geschlängeltem Primordialschlauch, aufwärts linearisch, 9—10 u
und 8—12 mal so lang, an der äussersten Spitze jedoch nur kurz oval, gegen
den Rand enger, nur 4—6 u, abwärts mehr rhombisch-6 seitig, an den nicht
scharf begrenzten Blattflügeln erweitert, 18—28 u und allmählich in die
herablaufenden, rektangulären, nur 12 u breiten, verlängert rektangulären Rand-
zellen daselbst übergehend. Astbll. kleiner, mehr lanzettlich und stumpf.
Periehätium wurzelnd; die aufrechten Hüllbll. nicht faltig, lanzettlich und
kürzer oder länger zugespitzt, die inneren fast scheidig, länger und scharf zu-
gespitzt, ganzrandig und mit dünner, flacher, langer Rippe. Kapsel auf 5 bis
8 cm langer, dünner, roter, geschlüngelter Seta geneigt, aus kurzem Halse dick
eiförmig und hochrückig, ockerfarben bis rotbraun, 2,5—3 mm lang, dünn-
wandig, mit konvexem, kegelig zugespitztem Deckel und einzellreihig an-
gedeutetem Ring, trocken und entleert am Halse runzelig und unter der er-
weiterten Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
rektangulär-6 seitig, gegen den Urnenrand rundlich-6 seitig, am Rücken etwas
س 572 —
kollenchymatisch verdickt. Peristomzähne gelb, an der Basis mehrzellreihig
verschmolzen, abwärts fein querstreifig und heller gelblich schmal gesäumt,
aufwärts papillös und breiter hyalin gesäumt, sowie an den Rändern
etwas treppenförmig, innen mit mehr als 30, unten sehr eng gestellten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms glatt und farblos, von ۱ bis
fast halber Zahnhöhe, mit nieht oder nur sehr schmal durchbrochenen
Fortsützen und 2—3 vollständigen, knotigen Wimpern. Sporen 14—16 u,
ocker- bis rostgelb und glatt. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. Vl,
Tab. 615.
An sumpfigen Stellen, in Wiesengräben und an Teichrändern, von der Ebene
durch die niedere Bergregion bis in die arktische Region in Europa wie Nord-
Amerika bis in 1500 m verbreitet. Von Arnell im nördlichen Asien noch in 73"
25’ n. Br. aufgefunden. S. LVII, 1, a) Bl, b) Kapsel; gez. nach dahier bei
Laubach ges. Expll.
Var. fontinaloides Lange, eine untergetauchte, flutende Form mit verlängerten,
bis 30 cm langen, schlaffen, fast ungeteilten Stengeln und nur wenigen kurzen
Asten — in Gräben unweit Flensburg in Schleswig-Holstein;
var. angustifolium Scebpr., eine habituell mehr an stramıneum erinnernde,
dünnstengelige Form mit schmäleren Bll. — in den Sümpfen Ostpreussens. Ändert
überhaupt je nach dem Standort etwas ab. Bei höherem Wasserstande sind die
Stengel weniger verzweigt und verästelt als auf Zeitweise austrockenden, trockneren
Standorten.
3. Calliergon Richardsoni (Mitt.) Kindb. 1897.
۱ Stereodon Mitten 1865, Amblystegium Lindb. 1890, Hypnum Lesqu. & James 1884,
H. Breidleri Jur. 1875, H. cordifolium var. Richardsoni Husnot 1884; cf. Rbh. Kr. FL 1%
Nr. 898.
Einhäusig; die stengelstindigen S Blüten mit abstehenden Blattspitzen,
zarten, lockerzelligen, rasch lanzettlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll.,
8—12 kurz gesielten Antheridien und längeren hyalinen Paraphysen. Etwas
an ein kräftiges Acrocladium euspidatum erinnernde, gelbgrüne, glänzende, innen
raune bis schwärzliche Rasen mit steifen, aufrechten, abwärts schwach wurzel-
haarigen, mehrfach geteilten, etwa 10 cm langen, einfachen oder unterbrochen
fiederästigen Stengeln und kurzen, steif abstehenden, zugespitzten Asten.
Stengelquerschnitt rund, mit Zentralstrang und 1—3 schichtiger, dickwandiger,
rötlicher Rindenschicht. Stengelbll. etwas gedrängt aufrecht abstehend, 2—2,5 mm
lang, aus enger, kurz herablaufender Basis herzeiförmig bis elliptisch, ganz-
randig, mit etwas kappenfórmiger, abgerundeter Spitze, scharf begrenzten,
ausgehöhlten Blattflügeln und kürzerer, höchstens ®/, des Bl. durchlaufender,
am Ende zuweilen gegabelter Rippe. Blattzellen dünnwandig, linearisch und
wurmförmig geschlüngelt, 8—9 u und 8—13 mal so lang, an der Spitze
halb so lang, gegen den Rand enger, nur 5 u, gegen die Basis kürzer und
breiter, mehr 6seitig, 14—18 u und 2—4 mal so lang, in den gut begrenzten,
. Stark ausgehöhlten Blattflügeln wasserhell, sehr dünnwandig und erweitert, bis
: 35 p. Astbll. schmäler. mehr elliptisch, gegen die Sprossenden fast röhrig
—-— MARC e
infolge der eingeschlagenen Blattründer. Perichätium wenig oder nicht wurzelnd;
die mittleren und inneren Hüllbll. aus etwas abgerundetem Basalteil rasch
lanzettlich stumpflich zugespitzt, fast rippenlos oder mit flacher, nur bis zur
Mitte reichender Rippe und sehr lockeren, dünnwandigen, hyalinen, 6seitigen
Zellen an der Basis. Kapsel auf 4—6 cm langer, dünner, roter, gedrehter
Seta geneigt, verkehrt eifórmig und gekrümmt, ohne Ring, mit aus gewölbter
Basis kegelig zugespitztem Deckel, entdeckelt unter der Mündung nur wenig
verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, rektangulär- bis rundlich-
6seitig, am Deckel derbwandiger. Peristomzähne an der Basis mehrstockig
verschmolzen, gelb, abwärts fast ungesäumt und aussen undeutlich querstreifig,
aufwärts breit hyalin gesäumt und mit treppenartigen Rändern, innen mit mehr
als 30, in der unteren Hälfte sehr eng gestellten Lamellen. Membran des
inneren Peristoms gelblich, von !/, Zahnhöhe, glatt, mit breiten, lang und sehr
fein zugespitzten, papillósen, eng ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und
je 2—4 zarten, knotigen Wimpern. Sporen 15—20 u, grünlich bis rostfarben
und fein gekörnelt. Reife im Mai und Juni.
In Waldsümpfen, an quelligen, moorigen Stellen des Schiefer- und Urgebirges
in den Alpen Europas von 1200—2000 m, häufiger in Nord-Amerika, in Grönland
und Canada, und den Tundren Sibiriens; von Richardson in Nord-Amerika ent-
deckt und von J. Breidler zuerst in Europa aufgefunden. S. LVII, 3, a) Bl,
b) Kapsel, c) stärker vergrösserte obere Blattzellen; gez. nach einem von J. Breidler
in Steiermark am Rinegger Berg in 1500 m ges. Expl.
Var. robustum Arnell, eine schwimmende Form mit bis 7 mm langen Bil.
— in den Tundren Sibiriens bei Dudinka in der arktischen Region. Von Lund-
ström am Dickson-Hafen noch in 73? 25’ n. Br. gesammelt.
4. Calliergon giganteum (Schpr.) Kindb. 1897.
Hypnum Sehpr. 1860, H. cordifolium var. fasciculatum De Not. 1838, var. robustum
von Klinggr. 1858, var. stenodietyon Br. eur. 1854 und v. giganteum Sanio 1882, Stereodon
(Cuspidaria) Mitt. 1865, Amblystegium De Not. 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 899.
Zweihäusig in oft getrennten Rasen; die zahlreichen stengelständigen,
dick eifórmigen Ğ Blüten mit stumpfen äusseren und aus eiförmiger Basis
kurz lanzettlich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., 10—15 grossen,
dicken, kurz gestielten, gelblichen Antheridien und längeren Paraphysen. Die
d Pflanze erkennt man im Herbst an der kürzeren, zusammengewickelten
Stengelspitze. An kleine Nadelholzbäumchen erinnernde, stattliche Pflanzen
in gelbgrünen, glänzenden Rasen mit 7—30 cm langen, aufrechten, ziemlich
regelmüssig fiederüstigen Stengeln und 5—10 mm langen, gegen die Spitze meist
kürzeren, dünnen, spitzen Ästen. Stengelende durch die zusammengedrehten Bll.
rund und steif, einen stumpflichen Stachel bildend. Stengelquerschnitt mit
Zentralstrang und allmählich in die gelbrote Rindenschicht übergehendem,
lockerem Grundgewebe. Stengelbll abwärts locker gestellt, derb und fest, nur
wenig herablaufend, breit herzeifórmig bis eilänglich, mit abgerundeter,
kappenförmiger Spitze, tief ausgehöhlten, gut begrenzten Blattflügeln und
— 574 —
kräftiger, erst dicht vor der Spitze endender, gelblicher Rippe. Blattzellen
weit herab linearisch wurmförmig, 7—8 u und 19-18 mal so lang, an der
Spitze kürzer, in der Mitte der Basis schmal rektangulär, getüpfelt und oft
2schiehtig, an den Blattflügeln in grosser, gut begrenzter Gruppe dünnwandig,
aufgeblasen und hyalin, rektangulür-6seitig und 30—40 u. Astbll. schmäler,
mehr zungenförmig bis linealisch, gegen die Enden kleiner und oft röhrig.
Perichätium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. zusammengewickelt, nicht
faltig, mit dünner Rippe und abstehenden Spitzen. Kapsel auf 5—6 cm
langer, roter Seta geneigt bis horizontal, kurz eiförmig und gekrümmt, am
Rücken dunkler orange- bis rostfarben, 2,5—3 mm lang, mit gewölbtem, kurz
gespitztem Deckel, aber ohne Ring, entleert unter der Mündung nur wenig
oder nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand ähnlich wie bei voriger
Art, nicht kollenchymatisch und meist rundlich-6 seitig, ja teilweise breiter als
hoch. Peristomzähne gelb, zuweilen fast orangegelb, an der Basis mehrstockig
verschmolzen, etwas gesäumt, abwärts undeutlich querstreifig, oben papillös,
heller und mit gezähnten Rändern, innen mit etwa 30 Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von mindestens ولا Zahnhöhe, gelblich und etwas ge-
körnelt, mit ritzenförmig durchbrochenen oder gespaltenen, papillösen Fort-
sätzen und je 2—3knotigen Wimpern. Sporen 17—20 u, olivengrün un
schwach gekórnelt. Reife im Mai und Juni.
In Wiesengräben, an Tümpeln und in Sümpfen von der Ebene durch die
Bergregion in Europa und Nord-Amerika verbreitet und in den Alpen bis 2170 m
aufsteigend. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens noch bei Dudinka in der
arktischen Region gesammelt. Nach Berggren auch aus Grönland und von Spitz-
bergen bekannt. S. LVII, 2, a) Stengelbl, b) Astbl., c) Kapsel; gez. nach dahier
bei Laubach ges. Expll.
Var. fluitans von Klinggr. eine schwimmende Form mit entfernter gestellten,
breiten Bll. — in Westpreussen;
var. dendroides Limpr. mit aufwürts fast baumartig verzweigten, aufrechten
Stengeln und dicht, fast büschelig gestellten Ästen — in ruhigem, nur langsam
fliessendem Wasser.
5. Calliergon stramineum (Dicks.) Kindb. 1897.
Hypnum Dicks. 1790, Amblystegium De Not. 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 900.
Zweihüusig, gemischtrasig; die eifórmigen Ğ Blüten mit verkehrt eiförmigen,
rippenlosen, oben gezähnten und in eine zurückgebogene Spitze plötzlich ver-
Schmülerten inneren Hüllbll.. 10—20 grünlichgelben Antheridien und zahlreichen
hyalinen Paraphysen. Weiche, gelblichgrüne bis fast strohgelbe, etwas glünzende,
. 10—20 em tiefe, abwärts rötlich- bis schwärzlichbraune Rasen mit faden-
.. fórmigen, drehrund beblätterten, schlaffen, einfachen oder mehrfach geteilten
. Und nur hier und da mit kurzen Ästen besetzten Stengeln ohne Wurzelhaare.
Stammquersebnitt rundlich-5 kantig, mit Zentralstrang und 1—2 schichtiger
elliger, gelbbrauner Rindenschicht. Stengelbll. feucht etwas gedrängt
— 575 —
aufrecht abstehend, trocken locker anliegend, aus herablaufender Basis
elliptisch bis fast zungenförmig, 1,8—2 mm lang, hohl und ganzrandig, mit ab-
gerundeter, kappenfórmiger Spitze, an der Basis etwas zurückgeschlagenem
Rand und nur bis über die Mitte reichender, dünner Rippe, am Rücken der
Spitze zuweilen mit glatten Rhizoiden. Blattzellen eng linearisch, 6—7 u und
8—12 mal so lang, an der Spitze mehr rhombisch und breiter, 8—9 u, in der
Mitte der Basis 9 u und 2—4 mal so lang, auch schwach getüpfelt, in den
nicht scharf begrenzten, ausgehóhlten Blattflügeln in fast 3eckiger, hyaliner
Gruppe erweitert, 25—35 u, und aufwärts wie nach der Rippe zu mehr all-
mählich in das andere Zellnetz übergehend. Astbll. den Stengelbll. ähnlich,
, Jedoch kleiner. Perichätium spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. mit kurzer
Rippe, nicht faltig, ganzrandig oder mit wenigen Zähnen am Grunde der
scharfen Spitze. Kapsel auf 4—5 cm langer, rötlicher Seta geneigt, aus geradem
Halse ellipsoidisch bis gekrümmt-zylindrisch, mit gewölbtem, kegeligem oder
warzigem Deckel, aber ohne Ring, entleert gestutzt und unter der etwas weiteren
Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, rundlich
bis kurz rektangulär-6 seitig. Peristomzähne gelb, abwärts nicht gesäumt, aussen
fein papillös, aufwärts breit hyalin gesäumt und spärlich papillös, innen mit
zahlreichen, sehr eng gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
von halber Zahnhöhe, glatt und fast farblos, mit kaum ritzenförmig durch-
brochenen, breiten Fortsätzen und hinfälligen, dünnen Wimpern. Sporen etwas
ungleich, 14—18 und selbst 22 u, ockergelb oder bräunlichgelb und fein
gekörnelt. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. VI, Tab. 617.
Auf torfigen, sumpfigen Wiesen und in Torfsümpfen von der Ebene bis auf
das Hochgebirg in 2700 m von Italien bis nach Lappland durch Europa verbreitet,
jedoch selten fruchtend. Auch aus Nord-Amerika, insbesondere aus Kanada, Labrador
und Grönland, sowie aus Sibirien bekannt. S. LVIII, 6, a und b) Bll, c und d)
Kapseln; gez. nach im Vogelsberg ges. Expll.
Var. nivale (Lor) Hartm. = Hypn. nivale Lor. in goldgelben, verwebten
Rasen mit hingestreckten, an der Spitze hakenfórmig gekrümmten, kätzchenförmigen
Stengeln und nur 1— 1,4 mm langen Bll. — zwischen Gletscherwasser im Hoch-
gebirge, bei Heiligenblut in 2500 m von Lorentz gesammelt. S. LII, 11, a und
b) BIL, c) glatte Rhizoiden am Rücken der kappenfórmigen Blattspitze, d) Habitusbild;
gez. nach einem von Kern am 28. Juli 1897 auf dem Dovrefjeld in Norwegen in
1500 m ges. Expl.
Var. compactum Milde eine dichtrasige Form mit kürzeren, breiteren Bll. —
im Riesengebirge;
var. patens (Lindb.) eine krüftigere Form mit fast horizontal abstehenden
BU., längerer Rippe und zahlreicheren Blattflügelzellen — in Finnland und bei
Hönefoss in Norwegen.
6. Calliergon sarmentosum (Wahlb.) Kindb. 1897.
Hypnum Wahlbrg. 1819, H. trifarium 8 sarmentosum Rbh. 1848, H. stellatum v.
Terrae novae Brid. 1897, Amblystegium De Not. 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 901.
— 576 —
Zweihüusig, gemischtrasig; die 6 Blüten mit stumpfen äusseren und
spitzen, rippenlosen inneren Hüllbll., etwa 10 goldgelben Antheridien und langen
hyalinen Paraphysen. Rötliche bis schwärzlichrote, oft gescheckte, stark
glänzende Rasen mit bis 20 cm langen, niederliegenden bis aufrechten, nicht
wurzelhaarigen, mehrfach geteilten, unregelmässig beasteten Stengeln und fast
2 zeilig gestellten, ungleichlangen, schlaffen, locker beblätterten, spitzen Asten.
Stengelquerschnitt rund, mit kleinem Zentralstrang und 2schichtiger, gelblicher
bis roter substereider Rindenschicht. Stengelbll. 1,8—2,5 mm lang, aufrecht
abstehend, trocken eingebogen, an der Basis herablaufend, verlängert elliptisch
oder aus mehr eifórmiger Basis fast zungenförmig, hohl, an der kappenförmigen
Spitze stumpf oder mit kurzem Spitzehen, ganzrandig, undeutlich faltig, mit
vor der Spitze verschwindender, roter Rippe und scharf begrenzten hyalinen
Blattflügeln. Querschnitt der Rippe abwärts 4—5 schichtig. Blattzellen eng
linearisch, derbwandig und getüpfelt, 6 u und 6-10 mal so lang, in der Spitze
kürzer, nur 4 mal so lang, auch in der Mitte der Basis kürzer und breiter,
12 u und 4—6 mal so lang, sowie stärker getüpfelt, in den aufwärts durch
quadratische Zellen begrenzten, stark ausgehöhlten Blattflügeln erweitert, 25—
35 u, rektangulür-6seitig und hyalin. Astbll. kleiner und schmäler, meist mit
Spitzehen. Perichätium nicht wurzelnd; die inneren, fast scheidigen Hüllbll.
ebenso wie die äusseren rasch fein zugespitzt und mit dünner, erst vor der
etwas abgerundeten Spitze oder in der Mitte derselben verschwindender Rippe.
Kapsel auf 2,5—3,5 cm langer, roter, gedrehter Seta geneigt, gekrümmt, aus
in die Seta allmählich verschmälertem Halse ellipsoidisch bis fast zylindrisch,
derbwandig, mit hochgewölbtem, mit Warze oder Spitzchen versehenem Deckel,
aber ohne Ring, entleert 2,4 mm lang und unter der Mündung nicht verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, vorzugsweise rundlich-6 seitig, am
Urnenrand querbreit bis abgeplattet. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
abwärts gelb und ungesäumt, aussen fein papillös, aufwärts breit hyalin gesäumt
und mit geraden, papillös gezähnelten Rändern, innen mit mehr als 30 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhöhe, gelblich und fein papillös, mit
nicht durchbrochenen Fortsätzen und je 1—3 knotigen Wimpern. Sporen 18—20 u,
grünlichgelb und papillös. Reife im August. Br. eur. Vol. VI, Tab. 616.
An quelligen Stellen, in Sümpfen und Tümpeln der Voralpen und Alpenregion
von 600—2700 m durch Europa und Nord-Amerika verbreitet, auch bis in die
arktische Region in Lappland und Grönland. Im Riesengebirge häufig. Von Arnell
bei Dudinka und Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens gesammelt und von
Wahlenberg in Lappland entdeckt. S. LVIII, 7, a bis c) Bll, d und e) Kapseln;
gez, nach von J. Breidler in Steiermark und von P. Olsson in Norwegen ges. Expll.
Var. pumilum Milde eine nur 9-3 em hohe, mehr braungrüne Form mit
dünnen Stengeln — in 532 m im Riesengebirge;
var. fallaciosum Milde eine mehr an siramineum erinnernde, gelbgrüne,
bis 10 cm tiefe Form — ebendaselbst bei Krummhübel;
: Men fontinaloides Berggren eine flutende, dunkelgrüne Form mit längeren
V t Asten Bll. — auf dem Dovrefjeld in Norwegen und im Hochgebirge Steiermarks.
c MR
Fam. XLII. Hypnaceae.
Auf den verschiedenartigsten Standorten wachsende, meist grössere Ast-
moose, Erd- und Felsbewohner, wie Baum- und Sumpfmoose mit vorzugsweise
monopodialer Verzweigung, zuweilen in Massenvegetation, in lockeren oder
dichteren, oft flachen, polster- oder kissenförmigen Rasen oder auch in vliess-
artigen Überzügen, mit häufig etwas holzigen, kriechenden oder aufsteigenden,
selten fiederig oder fast baumartig verzweigten Hauptstengeln und meist auf-
gerichteten und mehrreihig, zuweilen auch scheinbar 2zeilig oder verflacht
beblätterten Ästen, nur selten mit Stolonen, aber zuweilen mit Paraphyllien.
Stengelquerschnitt rund bis rundlich-5 kantig oder oval, mit kleinem, oft ver-
schwindendem Zentralstrang und meist diekwandiger Rindenschicht. Stengel-
und Astbll. in der Regel nicht 2gestaltig, sondern ähnlich und meist
nur in der Grösse verschieden. Bll. mehr oder weniger glänzend, meist nicht
papillós, nur ausnahmsweise am Rücken durch vorstehende Zellecken oder
Zähnchen rauh, wie bei Ctenidium und Hylocomium triquetrum etc., selten mamillös,
gewöhnlich glatt, zuweilen längsfaltig, fast nie rund, sondern da wo sie sich der
rundlichen Form nähern, wie bei Limnobium, mit Spitzchen, meist jedoch aus
eiförmiger oder elliptischer Basis kürzer oder länger lanzettlich bis pfriemlich
auslaufend, gewöhnlich ganzrandig, seltener gezähnt, nie wulstig gesäumt, häufig
sichelförmig-einseitswendig, ohne Rippe oder mit kürzerer oder längerer
Doppelrippe, seltener mit homogener einfacher, und alsdann in der Regel
gegabelter Rippe. Blattzellen prosenchymatisch, teils verlängert rhombisch
bis rhomboidisch wie bei Plagiotheeium, teils kürzer oder länger linearisch und
oft wurmförmig, gegen die Insertion an der Basis gewöhnlich lockerer und ge-
tüpfelt, in den Ecken daselbst an den Blattflügeln differentiiert, mehr
oder weniger erweitert und rundlich-4—6 seitig, resp. mit parenchymatischen,
oft hyalinen Blattflügelzellen. Innere Perichätialbll. meist falten- und
rippenlos, oder mit kurzer Doppelrippe, seltener faltig und mit einfacher
Rippe, wie z. B. bei der Gatt. Limnobium, die schon mehr den Übergang zu
den Amblystegiaceen bildet. Blüten 1- und 2häusig, selten polygam, meist
mit Paraphysen. Kapsel auf verlüngerter, glatter Seta fast nie aufrecht und
regelmässig, sondern geneigt bis horizontal und nur symmetrisch, ver-
längert ellipsoidisch bis zylindrisch und gekrümmt, auch mehr oder weniger
hoehrückig, mit kürzerem oder längerem Hals und lang kegeligem bis ge-
schnäbeltem, selten kürzerem Deckel. Haube kappenfórmig und kahl, nur
selten mit einzelnen Haaren. Peristom doppelt; die 16 Zähne des äusseren
nach dem Typus der Diplolepideen gebaut, aussen mit zickzackfórmiger Lángs-
linie, querstreifig oder punktiert, innen mit Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von !/ bis halber Zahnhöhe, mit am Kiele nieht durchbrochenen
oder eng geschlitzten, seltener klaffenden Fortsätzen und je 2—4 voll-
ständigen, knotigen oder mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen
Roth, Die europäischen Laubmoose. ۰ "
— 578 —
1. Gruppe Plagiothecieae.
Kleinere oder mittelgrosse, vorzugsweise auf der Erde und an Holz, oder auch
an schattigen Felsen und am Fusse der Báume wachsende, seidenglünzende
Waldbewohner in lockeren, gelblich- bis freudiggrünen, meist flachen
Rasen mit kriechenden oder aufsteigenden, zerstreut und unregelmässig
beasteten Hauptstengeln und mehr oder weniger verflacht beblätterten,
gegen die Spitze verdünnten, oft flagellenartig verlängerten Ästen, sowie mit
oft kleinblätterigen Stolonen, aber ohne Paraphyllien, zuweilen mit
Brutsprossen aus den Blattachseln. Stengelquerschnitt rund oder oval, mit
dünnem, oft verschwindendem Zentralstrang und nur wenig entwickelter Rinden- |
schicht, zuweilen auch mit blatteigener oder mehr sphagnumartiger Aussenrinde.
Bll. teils mit symmetrischem, teils mit unsymmetrischem Basalteil und in letzterem
Falle mit abwechselnd eingeschlagenen Blattflügeln (ähnlich wie bei Neckera)
infolge der schiefen Anheftung am verflacht beblätterten Stengel, teils ohne
Rippe, teils mit kurzer gegabelter oder ungleich 2schenkeliger Doppel-
rippe. Blattzellen verlingert rhombisch oder rhomboidisch bis linear, |
dünnwandig, mit oft deutlichem Primordialschlauch, gegen die Basis gewöhnlich |
lockerer, an den nie ausgehóhlten Blattflügeln meist mehr parenchymatisch.
Innere Perichütialbl. ohne Rippe und nicht lüngsfaltig. Kapsel auf glatter |
Seta fast aufrecht oder geneigt, aus lüngerem schmalen Halse verlüngert
ellipsoidiseh bis zylindrisch und schwach hochrückig, nicht gestreift, jedoch |
trocken oft mehr oder weniger gefurcht, mit kegeligem bis geschnäbeltem, |
nur ausnahmsweise Amblystegium-artigem Deckel. Peristom dicht am Urnen- |
rand inseriert, ähnlich wie bei Amblystegium, jedoch die Zähne des äusseren |
ohne treppenartige Ründer. Wimpern des inneren Peristoms fast nie mit An- |
hängseln, zuweilen rudimentär oder fehlend. |
1. Gatt. Plagiothecium ) Br. eur. 1851. ۱
Weiche, seidenglänzende Baummoose von Neekera-Habitus mit kriechen- |
den oder aufsteigenden, zerstreut und unregelmässig beasteten, verflacht be- |
blätterten, mässig wurzelhaarigen Stengeln und scheinbar 2zeilig beblätterten,
gegen die Spitze verdünnten und verschmälerten, oft flagellenartig verlängerten
Asten, ohne Paraphyllien, jedoch meist mit kleinblätterigen Stolonen
oder auch Brutsprossen aus den Blattachseln. Stammquerschnitt öfters oval,
mit und ohne Zentralstrang, mit lockerem Grundgewebe und schwach ent-
wickelter Rindenschicht, aber oft blatteigener Aussenrinde, also die peripherische
Lage mit dünner Aussenwand. Niederbll. klein und farblos. Stengel- und
Astbll. nicht verschieden, schief inseriert, in der Regel auf der Ober- un
Unterseite der Sprosse abwechselnd nach beiden Seiten anliegend, die seiten-
ständigen weiter abstehend und daher weniger symmetrisch, nur bei
striatellum und silesiacum mehr allseitig abstehend, meist aus engerer; oft
weit herablaufender Basis eilanzettlich, eifórmig oder elliptisch, oder auch
es 2) Von وم زگ زد schief und 975 Büchse, Kapsel, so benannt wegen der schiefen Kapsel
. der zuerst bekannten Arten, |
— 579 —
messerfórmig und zugespitzt, glatt und nicht längsfaltig, mit kurzer, nur selten
die Mitte des Bl. erreichender, gabeliger oder ungleich 2schenkeliger Doppelrippe,
an den lockerzelligen Blattflügeln nicht ausgehöhlt. Blattzellen meist mit
deutlichem Primordialschlauch, verlängert rhomboidisch bis linear, dünn-
wandig, gegen die Basis kürzer und weiter, namentlich bei den herablaufen-
den Blattflügeln. Blüten am Grunde der Äste, die 6 mit rippenlosen Hüllbll.
Perichätium meist wurzelnd, nicht sparrig, mit falten- und rippenlosen ۰,
Scheidehen meist nackt. Kapsel auf verlängerter, glatter, roter, gedrehter
Seta fast aufrecht oder geneigt, ziemlich regelmässig und schwach hoch-
rückig, ellipsoidisch bis fast zylindrisch, dünnwandig, trocken glatt oder
runzelig längsfaltig, mit deutlichem Halse, aus gewölbter Basis kegeligem,
zugespitztem und selbst kurz geschnäbeltem Deckel und meist stückweise sich
ablösendem, differentiiertem Ring. Sporensack mit 16 Längsleisten der Kapsel-
wand anliegend. Im übrigen wie bereits bei der Gruppe und Familie an-
gegeben. Sporen klein. Reife im Sommer.
Aussereuropäische Arten dieser Gatt. waren nach Jaeger & S. bis zum Jahre
1879 bereits 33 bekannt, während bis jetzt schon mehr als die doppelte Anzahl
beschrieben sind.
A. Euplagiothecium Lindb. 1867.
Mit nicht Amblystegium-artiger, trocken meist längsfurchiger Kapsel und
mehr oder weniger weit herablaufenden BU.
1. Plagiothecium latebricola (Wils.) Br. eur. 1851.
Leskea Wils. 1855, Hypnum Lindb. 1867, H. scitulum Aust.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 790.
Zweihäusig; die zahlreichen kleinen, stengel- und astständigen 6 Blüten
mit wenigen rippenlosen, eilanzettlichen, scharf zugespitzten Hüllbl. und bis
10 bleichen, kleinen Antheridien ohne Paraphysen, auch die © Blüten ohne
Paraphysen. Niedrige, dichte, kleine, hell- oder freudig- bis smaragdgrüne,
lebhaft glänzende Räschen mit dünnen, brüchigen, zerstreut bis büschelig
verästelten Stengeln und 5—10 mm langen, am Grunde rotwurzeligen, auf-
steigenden Ästen, ohne Stolonen. Stengelquerschnitt rund, ohne Zentralstrang,
mit sehr lockerem Grundgewebe und 2 schichtiger, kleinzelliger Rinde, aber
ohne Aussenrinde. Bil. scheinbar 2zeilig locker aufrecht abstehend, aus
herablaufender Basis breit eilanzettlich, nur allmählich scharf zu-
gespitzt, ganzrandig, etwas hohl, mit schmal eingebogenen Rändern, zu-
weilen mit etwas angedeuteter Rippe, meist jedoch ohne Rippe. Blattzellen
ohne sichtbaren Primordialschlauch, dünnwandig, nur 6 u und 8— 15 mal so
lang, an der Basis lockerer, an den nicht ausgehóhlten, weit herablaufenden
Blattflügeln hyalin, kurz rektangulär oder quadratisch und 16-90 u. Häufig
mit blatt- und stengelständigen, 3—4zelligen, zylindrischen Brutkörpern.
Perichütium spärlich wurzelnd; die Hüllbll. aus scheidiger Basis sehr lang und
fein zugespitzt und mit abstehenden Spitzen. Scheidchen lang zylindriseh und
nackt. Kapsel auf 5—10 mm langer, dünner, roter, oben links gedrehter Seta
meist aufrecht und ziemlich regelmässig, fast nur halb so gross als bei
37*
— 580 —
pulchellum, schmal ellipsoidisch, gelblich bis braun, dünnwandig, mit aus etwas
gewülbter Basis kegeligem, spitzem Deckel und nur schmalem Ring, entdeckelt
kaum 1 mm lang, entleert weitmündig und fast kreiselfórmig. Peristomzähne
bis zur Basis gesondert, feucht aufrecht, trocken mit eingebogenen Spitzen,
linealisch, hell gelblich und gesäumt, aussen nur an den untersten Platten
quer, darüber schräg gestreift, innen mit bis 18 aufwärts entfernteren Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von !/—!/, Zahnhöhe, weisslich, papillös, mit
schmalen, linealen, am Kiele nicht oder nur ritzenförmig durchbrochenen Fort-
sätzen, aber ohne Wimpern. Sporen 9—12 u, gelblich und glatt. Reife im
Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 494.
An Erlenwurzeln und Farnkrautstöcken, an schattigen, sumpfigen Orten durch
die Ebene und niedere Bergregion bis in 660 m zerstreut, auch aus Finnland,
Skandinavien und Nord-Amerika bekannt; von Wilson 1824 in England entdeckt.
S. LIV, 5, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) stürker vergrósserte Brutkórper;
gez. nach einen von C. Warnstorf bei Neuruppin und nach von O.Jaap im
Sachsenwalde und in der Prignitz an faulem Erlenholz cfr. ges. Expll.
Var. gemmascens Ryan & Hagen ist nur die Form mit stengelständigen
Brutkörpern, die noch kleiner als pulchellum ist.
2. Plagiothecium piliferum (Sw.) Br. eur. 1851.
Leskea Sw. 1814, Hypnum denticulatum var. Wahlenb. 1826, H. orthocarpum Ängstr.
1832, Neckera Spruce 1847, Hypnum trichophorum Spruce 1847, Plagioth. trichophorum Vent.
& Bott. 1884; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 791.
Einhäusig; die dick eifórmigen 6 Blütenknospen mit aus breit eiförmiger
Basis plótzlich kurz und scharf zugespitzten Hüllbll., bis 10 gelblichen Antheridien
und sehr kurzen Paraphysen. An kleinere Formen von dentieulatum erinnernde,
flache, weiche, ausgedehnte, gelbgrüne oder smaragdgrüne, glänzende Rasen
mit spärlich büsehelig wurzelhaarigen, hingestreckten, ästigen Stengeln, fast
aufrechten oder herabgekrümmten, scheinbar 2zeilig beblütterten Asten und
mit Stolonen. Bll. gedrängt, nur schmal weit herablaufend, eifórmig oder
elliptisch und plótzlich in eine verbogene, haarartige Spitze aus-
gezogen, ohne Haar 1—1,2 mm lang, sehr hohl, unregelmässig breit gefurcht,
ganzrandig, mit schmal zurückgebogenem Rand und sehr kurzer, dünner,
einfacher oder doppelter Rippe. Blattzellen ohne sichtbaren Primordial-
schlauch, ziemlich eng linearisch, 6 u und 10—12 mal so lang, an der Basıs
kürzer und nur wenig breiter, bis 9 u, an den Blattflügeln hyalin, quadratisch
oder kurz rektangulär und bis 18 u. Perichätium spärlich wurzelnd; die
rippenlosen Hüllbll. aus scheidiger oder halbscheidiger Basis oben oft ab-
gerundet und rasch oder plötzlich in eine abgebogene, haarfórmige
Spitze verschmälert. Scheidehen zylindrisch und mit nur wenigen Paraphysen-
Kapsel auf 1—1,5 cm langer, roter, oben links gedrehter Seta geneigt,
regelmässig, aus langem Halse schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, gelb-
grün bis braun, dünnwandig, trocken runzelig lüngsfaltig, mit aus hoc
gewólbter Basis stumpf kegeligem, gelbem Deckel und kleinzelligem, و reihig
stückweise sich ablösendem Ring, entdeckelt noch 2—2,2 mm lang und u—
— 581 —
der Mündung kaum verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
kurz rektangulür bis rundlich-6seitig, am Urnenrand wenige (3—4) Reihen
viel kleiner und abgeplattet. Peristomzähne gesondert, linealisch, bleich,
abwärts hell gesüumt, über der Mitte etwas knotig mit buchtigen Rändern,
aussen nicht querstreifig, höchstens fein papillós, innen mit 20——25 etwas
entfernten, oben fast scheibenfórmig durchleuchtenden Lamellen. Membran des
inneren Peristoms von '/,—", Zahnhóhe, mit linealen, schmal durchbrochenen
Fortsützen und nur in einer Zelle angedeuteten Wimpern oder ohne Wimpern.
Sporen 10— 15 u, gelbgrün und glatt. Reife im Juni. Br. eur. Vol. V, Tab. 496.
An schattigen Granit- und Sandsteinfelsen in Finnland, Skandinavien, den
Pyrenüen und Apenninen, sowie in Nord-Amerika; von O. Swartz an Felswünden
im Hagapark bei Stockholm entdeckt. S. LIV, 6, a und b) BI., c) Kapsel,
d) inneres Peristom; gez. nach einem von J. Zetterstedt bei Upsala in Schweden
ges. Expl Nach Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 827 auch von Philibert in der Schweiz
cfr. aufgefunden. Steigt nach Levier in den Apenninen bis 1300 m.
Var. brevipilum Br. eur., mit kürzeren Stengeln und Ästen und kleineren
Bll. mit kürzerer Haarspitze — in Norwegen und Canada, auch vereinzelt in süd-
lichen Hochalpenthälern.
3. Plagiothecium undulatum (L.) Br. eur. 1851.
Hypnum L. 1753, Stereodon Mitten 1864; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 792.
Zweihüusig, gemischtrasig; die zahlreichen kleinen C Blüten mit ei-
fórmigen, rippenlosen, zugespitzten Hüllbll., bis 6 Antheridien und wenigen
längeren Paraphysen. Sehr lockere, flache, unregelmässige Rasen oder
zwischen anderen Moosen umherschweifend, weisslichgrün und etwas glänzend,
mit geschlängelt niederliegenden, bis 10 und selbst 15 em langen, einfachen
oder oben mit wenigen niederliegenden, stumpfen oder kurz zugespitzten
Ásten besetzten, gleichmässig verflacht beblütterten Stengeln ohne
Stolonen. Stammquerschnitt rundlich-oval, mit kleinem Zentralstrang, lockerem,
dünnwandigem Grundgewebe und gelbroter Rindenschicht. BII. an der Basis
der Sprosse kleiner, aufwärts ziemlich gleichmässig, 3—5 mm lang, gedrängt
dachziegelig, auf der Ober- und Unterseite des Stengels und der Äste symmetrisch
und locker anliegend, die seitenständigen abstehend, unsymmetrisch und
abwärts zusammengefaltet, aus engerer, nur wenig herablaufender Basis sehr
breit eiförmig oder mehr elliptisch und kurz zugespitzt, aufwärts quer-
wellig, ganzrandig, mit an der Basis schwach zurückgebogenem, nur in der
äussersten Spitze klein gezühntem Rand und ungleicher, nur !/—!, des Bl.
durehlaufender Doppelrippe. Blattzellen mit geschlängeltem Primordialschlauch,
dünnwandig, aufwärts 8—9 u und 15—20 mal so lang, gegen den Rand
jedoch enger, an der gezähnten Spitze nur 3—4 mal so lang als breit, nach
der Basis zu allmählich lockerer und mehr 6 seitig, an der Insertion 24—30 u
und nur 3—4 mal so lang, auch getüpfelt, an den Blattflügeln mehr rektangulär.
Perichätium wurzelnd; die hochscheidigen Hüllbll. rasch in eine zurückgebogene,
lanzettliche, scharfe Spitze verschmülert, rippenlos oder mit zarter, einfacher
breit eilanzettlich und scharf zugespitzt, flach- und ganzrandig, an der .
B E
— 582 —
oder doppelter Rippe. Haube gross, weisslich und lange bleibend; Scheidchen mit
nur wenigen kurzen Paraphysen. Kapsel auf 4— 5 cm langer, roter, geschlüngelter
und gedrehter Seta geneigt, lünglich ellipsoidisch bis fast zylindrisch, schwach
hochrückig, meist aus gerader Basis eingekrümmt, etwas dünnwandig, gelb-
bräunlich bis braun, mit langem Halse, aus konvexer Basis kurz und dick
geschnäbeltem Deckel und breit 2—4reihig stückweise sich ablösendem Ring,
trocken längsfurchig, entdeckelt unter der weiten Mündung eingeschnürt
und 3—4mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, kurz rektangulär-
6 seitig, am Urnenrand rundlich-6 seitig, aber kaum kleiner, am Hals mit zalıl-
reichen Spaltöffnungen. Peristomzähne breit lanzettlich-pfriemenförmig, an der
Basis verschmolzen, gelblich mit orangefarbener Insertion und helleren, pfriem-
lichen, grob papillösen Spitzen, hell gesäumt, aussen abwärts querstreifig, innen
mit über 35 dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms fast
von halber Zahnhöhe, bleich und zart, mit am Kiele meist durchbrochenen
Fortsätzen und 2—3 zarten, fadenförmigen, nur schwach knotigen Wimpern.
Sporen 10—14 u, grün bis bräunlich und fein gekörnelt. Reife im Juni und
Juli. Br. eur. Vol. V, Tab. 506.
Auf etwas feuchtem Waldboden, namentlich im Nadelwald, unter Calluna oder
Vaeceinien, durch die Bergregion bis in 1700 m aufsteigend, auch in Finnland,
Norwegen und Schweden, in den Alpen oft mit weniger verflachten, kürzeren
Stengeln und mehr rundlich-kützchenfórmigen, aufgerichteten Ästen. Wird schon
von Dillen in der Hist. musc. von 1741 erwähnt. S. LIV, 2, a und c) BI
b) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach str. und bei Tabarz in Thüringen cfr.
gesammelten Expll.
4. Plagiothecium neckeroideum Br. eur. 1851.
Stereodon Mitt. 1859, Hypnum Lindb. 1867; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Mr. 793.
Zweihäusig, gemischtrasig: die astständigen, dick eifórmigen C Blüten
mit eirundlichen, plótzlich in eine zurückgebogene Spitze verschmülerten, rippen-
losen Hüllbll., zahlreichen Antheridien und wenigen Paraphysen. Lockere,
flach hingestreckte, strahlig ausgebreitete, freudiggrüne bis seiden-
glänzende, an eine glatte Neckera erinnernde Rasen mit sehr verlängerten,
streckenweise ungleich, resp. abwechselnd breiter und schmäler verflacht beblätterten
Stengeln und einfachen oder wenig geteilten, aufsteigenden, oft flagellen artig
verlängerten Asten, sowie mit bis 10 cm langen, kleinblätterigen Stolonen.
Die Laubsprosse iufolge der verflachten Beblätterung und spitzen Bll. mik
fast kammartigen Ründern. Stammquerschnitt oval, ohne Zentralstrang, mit
sehr lockerem Grundgewebe, 2 zellreihiger, gelblicher Rindenschicht und deutlicher
blatteigener Aussenrinde. Niederbll. anliegend, bleich, eifórmig, rippenlos und
zugespitzt. Laubbll. etwas locker gestellt, auf der Ober- und Unterseite des
Stengels symmetrisch und flach anliegend, die seitenstündigen abstehend,
unsymmetrisch und mit eingeschlagenem basalen Flügel, weit herablaufend,
3 hohl, gegen die am Rand zuweilen entfernt gezühnte Spitze hin
*
— 583 —
etwas runzelig querwellig, mit ungleich 2schenkeliger, oft fast die Mitte
erreichender Rippe. Blattzellen ohne sichtbaren Primordialschlauch, dünnwandig,
eng linearisch, 6 u und 12—18 mal so lang, an der Basis viel lockerer, in
wenigen Reihen rhombisch-6 seitig, etwa 18—20 u und nur 3—4 mal so lang,
an den Blattflügeln höchstens kürzer, sonst nicht verschieden, nur zuweilen
noch etwas lockerer und 20—30 u. Perichätium wurzelnd; die Hüllbll. aus
scheidiger, verkehrt eilänglicher, eingerollter Basis plötzlich in eine zurück-
gebogene Spitze ausgezogen. Scheidchen mit wenigen Paraphysen. Kapsel
auf 1,5—2 cm langer, roter, gedrehter Seta geneigt, schmal ellipsoidisch, fast
regelmässig, hellbraun und dünnwandig, glatt, mit deutlichem Hals, kurz
kegelig geschnäbeltem Deckel und 2—3reihig sich ablösendem Ring, trocken
nicht gefurcht, entdeckelt 1,8 mm lang, entleert aufrecht und an der gestutzten
Mündung kaum verengt. Peristomzühne an der Basis verschmolzen, hell gelblich
mit papillósen Spitzen, schmal hyalin gesäumt, aussen abwärts querstreifig, innen
mit zahlreichen Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhóhe, mit
breiten, ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und je 2 dünnen, fadenfórmigen
Wimpern ohne Anhüngsel Sporen 12—15 u, gelbbräunlich und fast glatt. Reife
im Spütsommer. Br. eur. Vol. V, Tab. 505.
In Hóhlungen und Klüften an feuchten, schattigen Gneiss- und Glimmer-
schiefer-Felsen der Berg- und Alpenregion von 1000—1700 m; von A. Sauter
1836 und von W. Ph. Schimper 1843 am Krimml-Fall in Salzburg entdeckt.
Nach Jaeger 6 ٩ auch aus Asien, Indien und dem Himalaya-Gebirge bekannt.
S. LIV, 7, a) Bl, b) Kapsel c) Habitusbild; gez. nach einem von J. Breidler
im Ingeringgraben in den Gaaler Alpen in 1100 m ges. Expl.
5. Plagiothecium noricum Mol. 1865.
Plag. neckeroideum v. myurum Mol. 1865; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 794.
Zweihäusig; die dicken d Blüten mit zahlreichen kurz gestielten,
gebräunten Antheridien, wenigen Paraphysen und verkehrt eifórmigen, plötzlich.
in eine am Grunde gezähnte Pfriemenspitze ausgezogenen inneren Hüllbll.
Habituell der vorigen Art zwar ähnliche, jedoch mehr an ein weiches, schmal-
ästiges undulatum mit flagellenartigen Ästen erinnernde, lockere Rasen mit bis
10 cm langen, streckenweise stoloniformen Stengeln und nur wenigen, bis 3 cm
langen Ästen, deren schlaffere Bll. nur feucht abstehen, dagegen trocken mehr
zusammenfallen, so dass die Sprosse etwas gerundet erscheinen, sowie hier
und da mit langen Stolonen, die am Ende wieder in Laubsprosse übergehen,
Aste aufsteigend, fast kützchenartig und nur wenig verflacht. Stammquerschnitt
mehr rundlich-oval und mit Zentralstrang. Niederbll. und Bll. der Flagellen
anliegend, ganzrandig, bleich, 1,5 mm lang, eirundlich bis eilänglich und scharf
zugespitzt, sowie mit zarter, iiec oder doppelter Rippe. Laubbll. aus
schmal herablaufender Basis eirundlich bis eilänglich und scharf zugespitzt,
die seitenständigen unsymmetrisch mit abwechselnd eingeschlagenen Flügeln;
oben nicht querwellig, schlaff, trocken unregelmässig verbogen dem.
Stengel locker anliegend, hohl, flach und ganzrandig, jedoch mit deutlich
— 584 —
gezähnter, schwach längsfaltiger Spitze und dünner, gabeliger, mit dem lüngeren
Schenkel in der Mitte endender Rippe. Blattzellen aufwärts 10—12 u und
9—11 mal so lang, mit deutlichem Primordialschlauch, abwärts kürzer und
breiter, etwa 18 u und 4 mal so lang. Bis jetzt nur in d Exemplaren bekannt.
Von Molendo am Krimml-Fall 1865 entdeckt, auch von P. G. Lorentz 1867
und von J. Breidler 1879 in 1400 m im Pinzgau gesammelt. S. LIII, 5, a und
b) Stbll, c) Bl. eines flagellenartigen Sprosses, d) Habitusbild; gez. nach einem
von Molendo an dem Krimul-Fall im Pinzgau ges. Expl. aus dem Berlin. Bot. Museum.
6. Plagiothecium silvaticum (Huds.) Br. eur. 1851.
Hypnum Huds. 1762, H. denticulatum var. Turn. 1804, Hypn. (Stereodon) Brid. 1827;
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 795.
Zweihäusig, gemischtrasig; die zahlreichen stengel- und astständigen
S Blüten mit 8—12 gelben Antheridien, etwas lüngeren Paraphysen und breit
eifórmigen, rasch in eine scharfe, zurückgebogene Spitze zusammengezogenen
Hüllbll. Lockere, gelblich- bis dunkelgrüne, glanzlose oder nur schwach
glänzende Rasen mit niederliegenden oder aufsteigenden Stengeln, meist auf-
rechten, bis 3 cm langen Ästen und wurzelnden Stolonen. Stammquersehnitt
rund, fast ohne Zentralstrang, mit lockerem Grundgewebe, 1—2 schichtiger,
diekwandiger, gelbroter Rinde und blatteigener Aussenrinde. Bil. 2 zeilig
und etwas entfernt gestellt, meist 2,5—3 mm lang, die oberen und unteren
eilänglich und kurz zugepitzt, die seitlichen mehr unsymmetrisch, feucht weit ab-
stehend, trocken schwach längsfaltig, am Grunde mit abwechselnd umgeschlagenem
Rand, ganzrandig und mit ziemlich kräftiger, unten 3 schichtiger, gabeliger,
vor oder in der Mitte endender Rippe. Blattzellen sehr locker, mit geschlüngeltem
Primordialschlauch, meist doppelt so breit als bei denticulatum, 12—18 u
und 6— 10 mal so lang, an der Spitze nur 4 mal so lang, an der Basis
lockerer und getüpfelt, 90—95 بر und nur 3—4 mal so lang, an den Blattflügeln
in grosser Anzahl rektangulür und bis 30 u. Perichätium reichlich wurzelnd; die
inneren Hüllbll. rippenlos, hochscheidig, oben abgerundet und plótzlich in eine
lanzettliche, kurze, scharfe Spitze zusammengezogen. Kapsel auf 2—4 cm langer.
roter, gedrehter Seta geneigt bis horizontal, zylindrisch, schwach gebogen, derb-
wandig, mit deutlichem Hals von 1, Urnenlünge, 1— 2zellreihigem Ring und aus
gewölbt kegeliger Basis dick geschnäbeltem Deckel, im Alter rotbraun, weitmündig
und lün gsfurchig. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, lünglich 4- bis
6seitig, am Urnenrand etwa 3 Reihen etwas kleiner rundlich-6 seitig bis fast
quadratisch. Peristomzähne an der Basis nicht hoch verschmolzen, gelb, schmal
gesäumt und mit hellen, grob papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit etwa
30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb, von '/, Zahnhóhe, mit schmal
ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 zarten, fadenförmigen,
schwach knotigen Wimpern. Sporen 10—15 u, bräunlich und schwach gekörnelt-
Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. V, Tab. 503.
An schattigen, feuchten, nassen und torfigen Standorten, auf der Erde wie
an Felsen und an Erlenwurzeln, von der Ebene bis zur oberen Baumgrenze ۶
1800 und selbst 9650 m in Europa allgemein verbreitet; wird schon von Dillen
— 585 —
in der Hist. musc. von 1741 erwühnt. Findet sich auch in Algier und Japan.
Ändert je nach dem Standort in lockeren oder dichteren, mehr aufgerichteten oder
niedergedrückten Rasen mehrfach ab, als f. robusta, j. elata. f. propagulifera, sowie
f. phyllorrhizans mit Rhizoiden an der Rippe der unteren BI. usw. S. LIV, 1,
a) BL, b) Kapsel, c) stärker vergróssertes Zellnetz, d) Peristom, e) Habitusbild;
gez. BERN dahier bei Laubach und bei Darmstadt ges. Expll.
Var. flavescens Warnst. mit fast längs schmal umgebogenem Blattrand ist
eine forına robusta quelliger Standorte mit mehr rundlich beblätterten Sprossen;
f. phyllorrhizans Spruce in lockeren Rasen mit 5—6 cm langen Sprossen
und blattbürtigen, haarartigen Brutfüden — von V.Schiffner an Steinen in einem
Waldbächelchen auf dem Hengstberge in Böhmen gesammelt und unter Nr. 257 der
Bryotheca Bohemica von E. Bauer verteilt.
7. Plagiothecium Roeseanum (Hpe.) Br. eur. 1851.
Hypnum Hpe., Pl. Sullivantiae Sehpr. 1851, Pl. denticulatum v. myurum Br. eur. 1851,
Pl. silvaticum var. Lindb. 1864, Pl. silv. v. cavifolium eai 364, Pl. lucens Saut. Mser.,
Pl. silv. var. myurum Mol. 1865: cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 796
Zweihäusig; die astständigen, meist 6 a 6 Blüten mit breit
eiförmigen, plötzlich kurz zugespitzten, rippenlosen Hüllbll, 6—10 hellen
Antheridien und vereinzelten kürzeren Paraphysen. Dichtrasigen Formen der
vorigen Art ähnliche, etwas kleinere, hell gelbgrüne, glänzende, ausgedehnte,
leicht zerfallende, ziemlich dichte Rasen mit 4—5 em langen Stengeln, zahlreichen
bleichen Stolonen und minder flachen, mehr rundlichen, fast kätzchen-
artigen, aufrechten oder ausgebreiteten, meist lseitig hingestreckten Ästen.
Stengelquerschnitt rundlich-5 kantig und mit kleinem Zentralstrang. Niederbll.
schuppenfürmig. Laubbll. aufrecht abstehend, trocken locker dachziegelig
anliegend, wenig oder kaum herablaufend, eilanzettlich oder eiförmig und
rasch fein zugespitzt, bis 2 mm lang und fast halb so breit, sehr hohl, ganz-
randig, mit an der Basis etwas zurückgeschlagenem Rand und doppelter oder
über der Basis gegabelter Rippe von höchstens '/, Blattlänge. Blattzellen nur
9u und etwa 8—12 mal so lang, an der Basis 14—18 u und 3—5 mal so
lang, sowie getüpfelt, in den Ecken mit nur wenigen mehr rektangulären Blatt-
flügelzellen. Perichätialbll. scheidig, mehr allmählich zugespitzt und mit kurzer,
gabeliger, nur bei den innersten fehlender Rippe. Kapsel auf 1,5—3 cm langer, roter,
gedrehter Seta fast aufrecht und regelmässig, schmal ellipsoidisch bis zylindrisch,
gelblich bis hellbraun, etwas dünnwandig und nur schwach längsfurchig,
mit deutlichem Halse, kleinzelligem, 1—2 reihig sich ablósendem Ring und aus
konvexer Basis kegelig zusammengezogenem, stumpflichem oder mit Spitzchen
versehenem Deckel. Epidermiszellen der Kapselwand gleichmässig verdickt,
rundlich- bis oval-6 seitig, am Urnenrand wenige Reihen kleiner und etwas
verflacht. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, bleichgelb und gelblich
gesäumt, mit fein papillósen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit mindestens
25, aufwürts etwas scheibenfórmigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms
weisslich und dicht papillös, von !/, — '/, Zahnhóhe, mit ritzenfórmig durehbrochenen
— 586 —
Fortsätzen und je 1—3 sehr zarten Wimpern. Sporen 10-14 u, olivenfarben
und gekórnelt. Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. V, Tab. 504.
Auf sandig-lehmigem Boden unter Gebüsch und in Wäldern, am Fusse der
Bäume und an den Böschungen der Schluchten von der Ebene bis in die Voralpen
in 2300 und selbst 2600 m in Europa und Nord-Amerika ziemlich verbreitet und
an manchen Orten häufiger als vorige Art. S. LIV, 13, a) Bl, b) Kapsel,
c) Hüllbl. der 6 Blüte etc.; gez. nach an der Ludwigshöhe bei Darmstadt und
dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. orthocladon (Br. eur.) mit aufrechten Ästen, mehr plötzlich in ein
Spitzchen verschmülerten Bll. und ovaler, glatter, ungefurchter, über die Astspitzen
oft kaum hervorragender, kürzerer, aufrechter Kapsel — an etwas feuchteren
Standorten;
f. propagulifera Ruthe mit 4zellreihigen Brutkórpern in den Blattachseln
oder am Rücken der Basis der Rippe — ‘von R. Ruthe an der Ostseeküste bei
Heringsdorf gesammelt.
8. Plagiothecium succulentum (Wils.) Lindb. 1865.
Hypnum Wils. Mser., H. denticulatum var. Wils. 1855; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 797.
Polygam; die $ Blüten am Grunde der Äste, mit breit eiförmigen,
plötzlich schmal zugespitzten, farblosen Hüllbll., gelblichen Antheridien, nur
wenigen (1—2) Archegonien und wenigen kurzen Paraphysen. Habituell an
ein aufrechtes, im Erlensumpfe gewachsenes silvaticum erinnernde, glünzende,
hellgrüne, innen bräunlichgelbe, 9-4 em tiefe, ziemlich dichte Rasen mit
kriechenden Stengeln, bleichen, absteigenden Stolonen und aufrechten, verflachten,
locker beblätterten, stumpfen Ästen. Stengelquerschnitt rund und mit kleinem
Zentralstrang. Bll. etwas locker gestellt, die seitlichen weit abstehend,
och nur wenig unsymmetrisch, schmal herablaufend, eilänglich und plötzlich
schmalspitzig, ganzrandig, mit bis über die Mitte schmal umgebogenem
Rand und dünner, 2schenkeliger Rippe von !,—/, Blattlänge. Blattzellen
mit undeutlichem Primordialschlauch, 12—18 u und 10—15 mal so lang, nur
ie Randzellen schmäler, an der Basis bis 25 u, kürzer und getüpfelt.
Perichätialbll. scheidig, rasch kurz zugespitzt und mit nur schwach an-
gedeuteter Rippe. Kapsel auf 1,5— 2,5 cm langer Seta aufrecht oder geneigt;
dick verkehrt eiförmig, nicht gefurcht, dünnwandig, mit 2—3 mm langer
zylindrischer Urne, 1 mm langem, aus gewölbt kegeliger Basis dick geschnäbeltem,
am Rande zackigem Deckel und einzellreihigem, leicht sich ablösendem Ring.
Epidermiszellen der Kapselwand nur wenig verdickt, am Urnenrand viele Reihen
rundlich-6seitig. Peristomzähne allmählich verschmälert, an der Basis kaum
verschmolzen, bleichgelb, gesäumt, aussen mit Zickzacklinie und abwärts quer-
streifig, aufwärts heller und papillös, innen mit zahlreichen (über 25) aufwärts
fast scheibenförmigen Lamellen. Membran des inneren Peristoms weisslich,
E Vea mindestens '/, Zahnhóhe, mit lanzettlichen, ritzenfórmig geschlitzten Fort-
5 Sätzen und dünnen, papillösen, knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u, hell
‚bräunlich und glatt. Reife im Juli und August. iE
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Von Wilson in England und Th. Jensen 1863 in Jütland in Dänemark
zuerst aufgefunden, jedoch auch von Breidler auf feuchtem, steinigem Gneissboden
1890 in Steiermark gesammelt. Von silvaticum vorzugsweise durch den Blütenstand
und das dicke, glatte Sporogon verschieden. S. LIII, 1, a) BL, b) Hüllbl. der
© Blüte, c und d) Kapseln; gez. nach einem von C. Warnstorf bei Tornow unweit
Neuruppin ges. Expl.
9. Plagiothecium denticulatum') (L.) Br. eur. 1851.
Hypnum L. 1753, Fissidens psg 1783, e Timm mig Pylaisaca radicans La
Pyl. 1813, Plag. Gravettii Piré 1871; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr.
Einhäusig; die en RN VON G Blüten mit
eifórmigen, fein zugespitzten Hüllbll., 5—8 hellen Antheridien und nur wenigen
Paraphysen. Lockere oder dicbtere, niedergedrückte bis schwellende, weiche,
gelblich- bis freudiggrüne, seidenglünzende Rasen mit bis 5 cm langen,
hingestreckten Stengeln, bleichen Stolonen und meist aufrechten, übergebogenen,
verflachten Ästen. Stengelquerschnitt rund, mit nur angedeutetem, klein-
zelligem Zentralstrang und stellenweise blatteigener Aussenrinde. Ndrbll. klein,
schmal lanzettlich, herablaufend und rippenlos. Laubbll. bis 2 mm lang, gegen
die Basis und an der Spitze der Äste meist kleiner, weit breit herablaufend,
2 zeilig gestellt und daher unsymmetrisch, eilänglich und rasch schmal
zugespitzt oder fast plötzlich mit Spitzchen, nur wenig hohl, die seitlichen an
der Basis eingeschlagen, mit nur schmal und oft einseitig umgebogenem Rand
und meist klein gezühnter Spitze, sowie mit kurzer. 2 schenkeliger, höchstens
H, des Bl. durchlaufender, schwacher Rippe. Blattzellen nur 8—9 u und
12—15 mal so lang, in der Spitze etwas schmäler und kürzer, an der Basis
etwas breiter, 12—14 u, an den kaum ausgehöhlten Blattflügeln lockerer,
16—20 u und in grösserer Anzahl quadratisch oder kurz rektangulär. Perichätium
wurzelnd, mit abstehenden äusseren und hochscheidigen, kurz und scharf zu-
gespitzten inneren Hüllbll.; die letzteren mit ziemlich langer, einfacher oder
gabeliger Rippe. Kapsel auf 1,5—3 cm langer, roter, gedrehter Seta geneigt
bis fast horizontal, länglich-zylindrisch und gekrümmt, gelblich, glatt und
nieht gefurcht, mit 2—3reihig sich ablösendem Ring und konvex-kegeligem,
meist mit Spitzehen versehenem Deckel, trocken unter der Mündung verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand rundlich- oder oval-6seitig, rings verdickt
oder schwach kollenchymatisch, die obersten Reihen am Urnenrand fast
quadratisch. Peristomzähne durchaus gelb, breit hyalin gesäumt, an der Basis
verschmolzen, an der Pfriemenspitze papillós und krenuliert, aussen abwürts
querstreifig, innen mit mehr als 30 normalen Lamellen. Membran des inneren
Peristoms bleichgelb und papillós, von halber Zahnhóhe, mit nicht oder nur
ritzenfórmig durchbrochenen papillósen Fortsätzen und je 2—3 fadenfórmigen,
knotigen, papillösen Wimpern. Sporen 10—13 u, grün und glatt. Reife im
Juni, in höheren Lagen später. Br. eur. Vol. V, Tab. 501.
') Der Name denticulatum stammt nach Limpr. von dem einer doppen Säge ähnlichen
Umriss der flach beblätterten Äste her.
Auf der Erde oder an Steinen und Felsen, sowie am Fusse der Bäume, in
schattigen Waldungen, namentlich in Fichtenwaldungen, von der Ebene bis in die
Alpenregion in 2570 m häufig und je nach dem Standort sehr formenreich. War
schon Dillen 1718 um Giessen bekannt und findet sich auch in Sid-Amerika,
Algier, Asien, Indien, Japan, Neu-Seeland und Tasmanien. S. LIV, 3, a) BL,
b) Kapsel, d) stärker vergrössertes Zellnetz; gez. nach dahier bei Laubach ges.
Expll., sowie LIII, 2, a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) Habitusbild, gez. nach
einem mit Pl. laetum von Schpr. an der Albula gesammelten Mischrasen.
Var. tenellum Schpr. in kleineren, flachen Rasen mit kleineren, mehr
allmählich lang und scharf zugespitzten, bis 1,5 mm langen Bll. — an morschen
Baumstümpfen in subalpiner Lage. S. LIV, 3, c) BI.
Var. [az uii Schpr. in lockeren, oft etwas an neckeroideum erinnernden Rasen
mit mehr oder weniger entfernt gestellten, aufrecht abstehenden Bll. und fast
aufrechter, lünglicher oder ovaler Kapsel mit gewólbt kegeligem Deckel — au
faulem Holze;
var. densum Schpr. in dichteren, innen oft ausgebleichten Rasen mit auf-
rechten, gedrängt beblätterten Sprossen und kurz scharf zugespitzten Bll. — in
Felsspalten und zwischen Felsgeröll, vorzugsweise in höheren Lagen;
var. laetum Schpr. in stark glänzenden, gelben Räschen, mit nur wenig
herablaufenden, fast plötzlich lang und dünn zugespitzten Bll und aufrechter.
entleert unter der Mündung eingeschnürter Kapsel — auf faulem Holz oder an
Felsspalten in höheren Lagen. S. LIV, 15, a) Bl, b) Kapsel (gez. nach der Br.
eur), sowie LIII, 2, a bis h); gez. nach einem von ۰ Schpr. an der Albula ges.
Expl. aus dem Berliner Bot. Museum, wovon a bis e) der Normalform entsprechen.
f bis h) aber zur var. laetum gehören. Br. eur. Vol. V, Tab. 495.
Var. Donii (Smith) Lindb. = Hypnum obtusatum Wahlenb. mit mehr ab-
gerundeten, höchstens mit aufgesetztem Spitzchen versehenen Bll. — in Lappland,
Finnland und Nord-Amerika;
f. propagulifera mit leicht abbrechenden zylindrischen Brutkórpern — von
Ruthe bei Swinemünde gesammelt. Auch Plugioth. Gravettii Piré ist nur eine
hohlblätterige Form von denticulatum. 8. XLII, 6, a) Bl., b) Kapsel, c) Peristom;
gez. nach einem von C. Warnstorf erhaltenen Originalexemplar.
Plagiotheeium eurvifolium Schlieph. — Pl. denticulatum v. recurvum
Warnst. in niedergedrückten Rasen mit hakig niedergebogenen Blattspitzen, sowie
an der Spitze eingekrümmten, abwärts gebogenen Ästen, und kurz kegeligem;
glattrandigem, mit rötlicher Warze versehenem Kapseldeckel, wird von Limpricht
als besondere Art behandelt (cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 799), dürfte jedoch wohl
nur als eine schmalblätterige Varietät von Pl. denticulatum zu betrachten sein,
zumal man am Fusse der Laub- wie Nadelholzbäume öfters Übergangsformen zu
der Normalform in der niederen Bergregion findet. S. LIII, 3, a und b) Bll.,
c und d) Kapseln; gez. nach von Ruthe bei Swinemünde und von Haubenreisser
bei Hamburg ges. Expl. Auf Humus und Moder entwickelt Pl. denticulatum nur
emen kürzeren, fast Amblystegium-artigen, auf festerem Boden dagegen einen
längeren, fast geschnäbelten Kapseldeckel.
— 589 —
10. Plagiothecium Ruthei Limpr. 1597.
Pl. denticulatum var. RM Ruthe in litt. 1873, Pl. dentie. v. crispatulum Lindb.
1879; cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr.
Einhäusig; die e kleinen c Blüten mit zarten, ganzrandigen,
rippenlosen Hüllbll. und 4—6 Antheridien ohne Paraphysen. Kräftigere, aus-
gedehnte, lockere, verworrene, gelbgrüne, seidenglänzende Rasen mit hin-
gestreckten, 5—10 em langen, streckenweise stolonenartig verdünnten Stengeln
und zerstreuten, langen, einfachen Ästen. Bil. etwas entfernt, 2zeilig seitlich
abstehend, 2,4--2,7 mm lang, die oberen meist etwas querwellig, die
seitlichen mit abwechselnd rechts und links eingeschlagenen Flügeln, schlaff,
unsymmetrisch, lang und breit herablaufend mit fast geöhrten Blatt-
flügeln, lünglich-lanzettlich und rasch kurz zugespitzt, mit bis gegen die
Spitze schmal zurückgeschlagenem Rand, gezühnter Spitze und un-
gleiehsehenkeliger, !/, bis höchstens "/, des Bl. durchlaufender Rippe. Blatt-
zellen 19-15 u und 7—12 mal so lang, mit deutlichem Primordialschlauch,
an der Basis schwach getüpfelt, gelb- und dickwandig, 20—25 u und rektangulär,
an den Blattflügeln erweitert und hyalin, bis 35 بر und mehr rundlich-6 seitig.
Perichätialbll. locker scheidig, rasch in ein undeutlich gezähntes kurzes Spitzchen
zusammengezogen und mit einfacher Rippe bis zur Mitte. Kapsel auf 3—4 cm
langer, gedrehter Seta stark übergeneigt, länglich-zylindrisch, hochrückig,
derbwandig, mit verschmälertem Halse, fast geschnäbeltem, 1 mm langem Deckel
und 2—3reihig sich leicht ablósendem Ring, entdeckelt stark gekrümmt.
Epidermiszellen der Kapselwand stark verdickt. Peristomzähne im oberen و"
rasch verschmälert und knotig papillös, grünlichgelb, an der Basis verschmolzen,
sehr schmal gesäumt, mit stark papillösen, gelblichen Spitzen, aussen mit Ziekzack-
linie und querstreifig, innen mit zahlreichen Lamellen. Membran des inneren
Peristoms zart, hell gelblich, von halber Zahnhöhe, mit ritzenförmig durch-
brochenen Fortsätzen und je 3 vollständigen, dünnen, knotigen, hier und da
mit Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 9—12 und selbst 15 u, etwas
ungleich, olivenfarben und gekörnelt. Reife im Sommer.
An Seeufern, in Erlensümpfen und Torfmooren, zwischen Sphagnen und dergl.
in Westpreussen und der Mark Brandenburg; von Ruthe bei Bärwalde in der
Mark entdeckt. Wohl nur eine kräftige Sumpfform des PI. denticulatum. $S. LIII, 4,
a) BL, b) Hüllbl. der 0 Blüte, c und d) Kapseln; gez. nach einem von C. Warnstorf
erhaltenen Expl, dessen Zellen an der Basis und insbesondere an den Blattflügeln
ziemlich dünnwandig sind, sowie nach von Ruthe erhaltenen Originalexpll.
11. Plagiothecium striatellum (Brid.) Lindb. 1865.
Leskia Brid. 1827, Hypnum Mühlenbeckii Schpr. 1848, H. chrysophylloides Gümb., resp.
C. M. 1851, Plagioth. Mühlenbeckii, Br. eur. 1851, Hypn. silesiacum var. densum Nees; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 801, Campylium Kdb.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 830.
Einhäusig; die zahlreichen schlanken d Blüten in der Nähe der 9 am
Grunde der Áste mit eifórmigen, scharf zugespitzten, gezühnelten Hüllbll.,
wenigen gelben Antheridien und lüngeren Paraphysen. Etwas kleiner als ien
— 590 —
nahe verwandte silesiacum, in dichten, flachen, oft kissenfórmigen, starren,
seidenglünzenden, hell goldgelben Rasen mit brüchigen, niederliegenden
oder aufsteigenden, streckenweise kleinblätterigen Stengeln und genüherten,
- kurzen, steifen, abwärts und gegen die Spitze verdünnten Asten, ohne eigentliche
Stolonen. Stengelquerschnitt rund und fast ohne Zentralstrang. Niederbll.
am Stengel oder auch am Grunde der Äste mehr lanzettlich und lang zugespitzt.
Laubbll. gedrängt abstehend bis sparrig, oft etwas einseitswendig, aus enger,
weit herablaufender Basis eilanzettlich und allmählich pfriemenförmig, bis
1,5 mm lang, hohl und flachrandig, rings klein gesügt, mit undeutlicher,
kurz gabeliger Rippe oder ohne Rippe. Blattzellen sehr eng, mitten 6—7 u
und 5—7 mal so lang, ohne deutlichen Primordialschlauch, gegen die Pfriemen-
spitze sogar nur 5 u, an der Basis getüpfelt, 9 u und kürzer, in den nicht
ausgehóhlten, herablaufenden Ecken in gut begrenzter Gruppe aufgeblasen
hyalin oder gelblich, oval-6 seitig, 15—18 und selbst 25—30 u. Perichätium
spärlich wurzelnd; die äusseren Hüllbll. abstehend, die inneren scheidig und
rippenlos, aufwärts an den Rändern gezähnelt und rasch in eine geschlängelte,
kurze, dünne Pfrieme ausgezogen. Kapsel auf 1-9 cm langer, roter, gedrehter
Seta geneigt, langhalsig, zylindrisch und etwas gekrümmt, dünnwandig,
gelblich bis braun, mit stumpf kegeligem, am Rande zackigem Deckel und
2 reihigem, grosszellig sich ablósendem Ring, trocken unregelmässig gefurcht
und unter der Mündung etwas verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
rektangulär, am roten Urnenrand in mehreren Reihen kleiner, rundlich-6 seitig
bis quadratisch. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, bleichgelb, schmal
gesäumt, mit papillösen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit 25— 30 in der
unteren Hälfte sehr dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
hell und fein papillös, von !/, Zahnhöhe, mit eng ritzenförmig durchbrochenen
Fortsätzen und vollständigen, fadenförmigen, kaum knotigen Wimpern. Sporen
10—14 u, dunkelgrün und schwach gekórnelt. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. V, Tab. 499.
An erdbedeckten Felsspalten, sowie auf humosem Boden zwischen Alpenrosen
und Knieholz in der oberen Bergregion und in den Alpen, vorzugsweise von
1400— 2200 m, seltener tiefer, nach Breidler auf humusbedecktem Kalkboden,
nach Limpricht dagegen Kalk meidend, häufig in Norwegen, Schweden und
Finnland; durch Bridel zuerst aus Nord-Amerika bekannt. S. LIV, ll, a und b) Bll.,
c) Kapsel; gez. nach einem von P. Culmann an der Grimsel in der Schweiz 12
1840 m und nach von P. Olsson in Sehweden bei Strómstad ges. Expll.
mit sparrigen, einseitswendigen Bll. — in den Sudeten im Kessel des Gesenke,
sowie in Norwegen und im Pinzgau.
Var. chrysophylloides Br. eur. eine kleinere, schlankere, strohgelbe Form
B. Dolichotheca Lindb. 1874.
en Mit langer, mehr Amblystegium-artiger Kapsel und wenig oder nicht
. herablaufenden 0, dn
WW e
12. Plagiothecium silesiacum (Seliger) Br. eur. 1851.
Hypnum repens Pollich 1777, Leskia Seligeri Brid. 1801, Hypnum PM 1805, H.
(Stereodon) sil. Brid. 1827, H. Seligeri C. M. 1851, Plagioth. Seligeri Lindb. ige u.
Lindb. 1867, Tsopter ygium (Dolichotheca) repens Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. " T . 806.
Einhäusig; die kleinen, oft gehüuften Ğ Blüten am Grunde da pus
mit breit eifórmigen, rasch in eine gesägte Spitze verschmälerten Hüllbll.,
gelblichen Antheridien und meist kürzeren Paraphysen. Wegen der ام
Beblätterung im Habitus von denticulatum etwas abweichende, lockere, weiche,
hell- oder freudiggrüne, nur wenig glänzende, flache Rasen mit 2—3 cm langen,
kriechend umherschweifenden, streckenweise mit kleineren und grösseren 1,
besetzten, unregelmässig verästelten Stengeln und 1—2 cm langen, nur
undeutlich verflacht beblätterten, bogig eingekrümmten, gegen das Ende
verdünnten Ästen, ohne eigentliche Stolonen. Stengelquerschnitt rundlich-
5kantig und mit kleinem Zentralstrang. Bll. gedrängt sparrig abstehend
bis zurückgebogen, gegen die Sprossenden oft einseitswendig, aus eiförmiger,
kaum herablaufender Basis lanzettlich verlängert und allmählich fein und scharf
zugespitzt, 2—2,5 mm lang, an der Basis hohl, über der Mitte gegen die
Spitze zu entfernt gezähnt, mit flachem Rand und sehr kurzer, fast verschwindender,
gabeliger Rippe. Blattzellen derbwandig, mit geschlängeltem Primordialschlauch,
nur 7 u und 10—15 mal so lang, in der Spitze noch etwas schmäler, nur 6 p,
-gegen die Basis 10—12 u, kürzer und getüpfelt, an den schwach ausgehöhlten
Ecken nur wenige hyalin oder gelblich, oval-6 seitig und 14—18 u. Perichätium
reichlich wurzelnd; die Hüllbll. rippenlos, aufwärts gezühnt und rasch in eine
abgebogene bis zurückgekrümmte, etwas kurze, scharf gesägte Pfriemenspitze
verschmülert. Kapsel auf 1,5—2,5 em langer, unten roter, oben gelblicher,
gedrehter Seta geneigt, aus deutlichem, geradem Halse zylind h, aufwürts
bogig gekrümmt, gelbbrüunlich bis rótlichbraun, nicht elk sondern
glatt und gegen die Mündung nur wenig verengt, mit einreihigem Ring
und stumpf kegeligem, genabeltem, Amblystegium-artigem Deckel. Epidermis-
zellen der Kapselwand derbwandig, schmal rektangulär bis rektangulär-6 seitig,
am roten Urnenrand mehrere Reihen kleiner rundlich-6 seitig bis quadratisch.
Peristomzähne an der Basis nur wenig verschmolzen, bleichgelb, breit gesäumt,
mit papillösen, hyalinen, trocken eingekrümmten Spitzen, aussen querstreifig,
innen mit etwa 30 nur schwachen, aufwärts entfernteren Lamellen. Membran
des inneren Peristoms hell gelblich, fast glatt, von mindestens !/, Zahnhöhe,
mit nicht durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 zarten, RER
knotigen Wimpern. Sporen 10-19 oder 12—14 u, rostbraun und fast glatt.
Reife im Juni. Br. eur. Vol. V, Tab. 500.
An faulem Holz und auf humoser, sandiger Erde in den Laub- und Nadelholz-
waldungen der Ebene und niederen Bergregion Europas, seltener an Sandsteinen,
in den Alpen mitunter bis 1800 m aufsteigend; von Pfarrer Seliger in der
Grafschaft Glatz entdeckt. S. LIV, 4, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Habitusbild;
gez. nach dahier bei Laubach und bei Darmstadt ges. Expl. Bildet nach der
mehr büscheligen Verüstelung und dem engen Zellnetz schon mehr den Übergang
zur folgenden Gattung Isopterygium.
— 599 —
13. Plagiothecium Bottini (Breidl.).
Hypnum Breidl. 1881, Plag. (Isopterygium) Bottini Vent. & Bottini 1887: ef. Rbh.
Kr. Fl. IV, 3, S. 506.
Einhäusig; die kleinen, stengel- und astständigen 6 Blüten mit rippen-
losen, ganzrandigen, lang zugespitzten Hüllbll., 6—10 gelblichen Antheridien und
byalinen Paraphysen. Einzelne Pflänzchen etwas an Drepanium pratense erinnernd.
Breite, flache, locker verwebte, bleich- oder gelbgrüne, glänzende Rasen mit
4— cm langen, dünnen, niederliegenden, spärlich wurzelhaarigen, unregelmässig
beasteten Stengeln, niederliegenden oder aufgerichteten, gegen das Ende ver-
düunten Asten und pfriemlichen bis haarfórmigen Paraphyllien um die Ast-
anlagen. Stengelquerschnitt rundlich-oval, ohne Zentralstrang, mit lockerem,
allmählich in die gelbbräunliche, lockere Rindenschicht übergehendem Grund-
gewebe und nur stellenweise mit blatteigener Aussenrinde, die sich jedoch von
der übrigen Rindenschieht kaum unterscheidet und nur an den dünneren
Aussenwünden erkenntlich ist. Bll. fast 2zeilig flach ausgebreitet, schwach
einseitswendig, trocken wellig runzelig, 1,5—1,8 mm lang, aus nicht herab-
laufender, elliptischer Basis lanzettlich und allmählich lang und dünn zu-
gespitzt, schwach längsfaltig, mit an der Basis oder auch streckenweise ober-
wärts schmal zurückgeschlagenem, an der Spitze unmerklich gezähneltem
Rand und kurzer, gelblicher Doppelrippe oder auch ohne Rippe. Blattzellen
geschlängelt linearisch, spitz und dünnwandig, 6—7 u und 15—20 mal so lang,
an der Basis kürzer und breiter, 12 u und etwa 3—5 mal so lang, gelbwandig
und schwach getüpfelt, in den Ecken daselbst in nur schwach konvexer, nicht
scharf begrenzter, kleiner Gruppe rektangulär bis oval-6 seitig, 18 u und hyalin
oder gelbwandig. Astbll. hohl und entfernt schwach gesägt. Perichätium
reichlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. schmal lanzettlich, lang und fein zu-
gespitzt, nicht faltig, rippenlos oder mit kurzer Doppelrippe, an der Basis
meist gelblich, an der Spitze entfernt schwach gesägt. Kapsel auf 2 cm
langer, rötlicher, dünner, oben rechts gedrehter Seta geneigt bis horizontal,
verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch, dünnwandig, rostfarben, mit schmalem,
undeutlichem Ring und konvex-kegeligem, spitzem Deckel, trocken unter der
Mündung verengt, entdeckelt 1,8 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
oval-6seitig mit stark verdickten Lüngswünden, aufwürts rundlich-6seitig und
mehr kollenchymatisch. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, bleichgelb
mit orangefarbener Insertion, schmal gesäumt, abwärts aussen querstreifig, an
den hellen Spitzen papillös, innen mit bis 30 sehr dicht gestellten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms bleich und fast glatt, von !/, Zahnhóhe, mit
schmalen, ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2 Wimpern. Sporen
12—16 u, grünlich, an älteren Herbarexemplaren mehr gelblich und fast glatt.
Reife im Winter.
In Torfsümpfen bei Viareggio in Etrurien (Italien) von Marchese Antonio
Bottini im April 1880 entdeckt. S. XLII, 8, a und b) BIL, c und d) Kapseln,
©) älteres, bereits etwas verwittertes Peristom, f) Habitusbid; gez. nach von
A. Bottini bei Viareggio in Italien ges. Expll.
— 593 —
Warum Limpricht diese Pflanze zwischen Hypn. Haldanianum und nemorosum
aufführt, also zu Zeterophyllon eingereiht hat, vermag ich nicht einzusehen. Nach
dem Stammquerschnitt und den nur allmählich in die Blattflügelzellen übergehenden
Basalzellen reiht sie sich den Plagiothecien an und bildet gleichsam einen Über-
gang von Plagiothecium zu Isopterygium.
2. Gatt. Isopterygium') Mitten 1869.
Nach der mehr oder minder verflachten Beblätterung und der unregel-
mässigen, zerstreuten, zuweilen fast büscheligen Verästelung mit der vorigen
Gattung im allgemeinen übereinstimmend, unterscheidet sich dieselbe von ihr
namentlich durch das engere, linearische Zellnetz ohne differentiierte Blatt-
flügelzellen. Vorzugsweise kleinere, auf der Erde oder an Steinen, sowie
auf faulem Holz oder Torf wachsende, hingestreckte Pflanzen mit mehr oder
weniger verflachter Beblütterung. Bll. nur wenig oder nicht herablaufend,
ziemlich symmetrisch, zuweilen einseitswendig, meist eilanzettlich, ganzrandig
oder mehr oder weniger weit herab gesügt, ohne Rippe oder mit nur kurzer,
oft fast versehwindender Doppelrippe, sowie mit fast durchaus linearischem
Zellnetz und hóchstens in den Ecken der Basis mit wenigen quadratischen
Zellen. Kapsel geneigt bis horizontal, schmal ellipsoidisch bis zylindrisch, mit
meist kegeligem bis kurz und dick geschnübeltem Deckel, trocken unter der
Mündung etwas verengt, jedoch glatt und nicht gefurcht. Peristom ähnlich
wie bei voriger Art.
Aussereuropüische Arten dieser Gatt. waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr
1879 noch 57 bekannt, deren Anzahl sich inzwischen bereits verdoppelt hat.
l. Isopterygium pulchellum (Dicks.) Jaeger & S. 1876.
Hypnum Dieks. 1790, Leskea Hedw. 1801, Hypnum rutilans Wils. 1855, Stereodon
Mitt. 1864, Plagiothecium Br. eur. 1851, Pl. nitidum var. suberectum Lindb. 1865, PI. nitidulum
v. Lindb. 1871, Isopter. nitidum v. Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 802. —
Einhäusig; die zahlreichen kleinen d Blütenknospen in der Nähe der
و mit eifürmigen, zugespitzten, ganzrandigen Hüllbll., 2—5 gelblichen Antheridien
und vereinzelten Paraphysen. Kleine, dichte, meist andere Moospolster durch-
setzende, 1— 2 cm hohe, hell gelbgrüne oder freudiggrüne, innen strohgelbe,
Seidenglünzende Räschen mit nur streckenweise stoloniformen, am Grunde
und an der Basis der Äste mit langen, glatten Rhizoiden besetzten Stengeln
und 0,5—1 cm langen, aufsteigenden oder aufrechten, nur undeutlich ver-
flachten, meist einseitswendig beblätterten, schwach gekrümmten Asten. Stengel-
querschnitt 3—5 kantig und mit kleinem Zentralstrang. Niederbll. entfernt
und kleiner. Laubbll. gedrängt, einseitswendig, aus nicht herablaufender,
schmal eiförmiger, gegen die Mitte der Insertion zusammengezogener Basis
lanzettlich und allmählich zugespitzt, bis 0,9 mm lang, hohl, flach- und ganz-
randig, ohne Rippe. Blattzellen derbwandig, ohne deutlichen Primordialschlauch,
6u und 10—15 mal so lang, an der Insertion kürzer und breiter, bis 12 u,
getüpfelt, gelb- und dickwandig, an den Ecken wenige kurz rektangulär und
ایت N
") Von ioöw gleich sein und æréově Flügel wegen der gleich gestalteten Blattfügel.
Roth, Die europäischen Laubmoose. IT. 38
: wu WM .
nicht herablaufend, nur in der Mitte der Insertion etwas herablaufend.
Perichütium reichlich wurzelnd; die aufrechten Hüllbll. rippenlos, halbscheidig
und rasch schmal zugespitzt. Kapsel auf 1—2 em langer, dünner, gedrehter,
rötlicher Seta fast aufrecht, schmal ellipsoidisch bis zylindrisch, fast regelmässig
oder etwas gekrümmt, glatt und nicht gefurcht, rötlichgelb, mit 2reihigem,
lange bleibendem Ring und stumpf kegeligem Deckel, entleert aufrecht, unter
der weiten Mündung etwas verengt und braun. Epidermiszellen der Kapsel-
wand mit etwas stürker verdickten Lüngswünden, nur kurz rektangulür oder
quadratisch bis fast 6seitig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelblich-
weiss und schmal hyalin gesüumt, aussen querstreifig, innen mit bis 25 abwürts
dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms von mindestens
'/, Zahnhóhe, weisslich, mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und je ?
dünnen, hinfälligen Wimpern. Sporen 10—14 u, dunkelgrün und schwach papillös.
Reife im Spätsommer. Br. eur. Vol. V, Tab. 497 und 498 (pulchellum und
nitidulum).
An mit Erde bedeckten Felsspalten kalkhaltiger Gesteine in der oberen Berg-
und Alpenregion von 1400— 2700 m weit verbreitet, namentlich auch in Skandinavien
und Finnland, sowie in dem Felsengebirge Nord-Amerikas. S. LIV, 9, a bis
c) BI., d) Kapsel; gez. nach von Olsson bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in
Norwegen und von Pyr in Frankreich ges. Expll.
Var. nitidulum (Wahlenb.) Lesqu. & J. — Plagiothecium nitidum Lindb.
und PI. Arnoldi Milde, eine etwas kräftigere Form in flacheren Rasen mit ver-
flacht beblätterten, teilweise in Stolonen übergehenden Sprossen, mit nicht einseits-
wendigen, aus breiterer Basis rascher fein zugespitzten, rippenlosen Bll., scheidig
zusammengewickelten Perichütialbll, etwas längerem, glattrandigem Kapseldeckel,
meist nur einzellreihigem Ring und etwas grösseren Sporen von 12—16 u — auf
feuchterem, humosem oder torfigem Boden, sowie an faulem Holz; von Wahlenberg
in Lappland entdeckt. S. LIV, 10, a) Bl, b) Kapsel mit Deckel, c) entdeckelte
Kapsel, d) Peristom; gez. nach einem von A. Krause in Norwegen und von
E. Zetterstedt in Schweden ges. Expll.
Var. Sendtnerianum — Hypnum Sendtnerianum C. M., eine höhere Form
in helleren Rasen mit grösseren Bll. und fast geschnäbelten Kapseln — von
Sendtner 1839 an den Mohraquellen im Altvatergebirge entdeckt.
2. Isopterygium turfaceum Lindb. 1872.
Hypnum Lindb. 1857, Stereodon Mitten 1864, Plagiothecium Sehpr. 1876; cf. Rbh. Kr.
FLIV,3,8.279. Plagiothecium (Pseudorrhynchostegium) Lindb. 1871; cf. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 830.
Einhäusig; die 6 Blüten mit 6—10 rötlichgelben Antheridien und zahl-
reichen hyalinen Paraphysen. Habituell etwas an Plagioth. striatellum erinnernde,
flache, niedergedrückte, freudiggrüne oder brüunlich gescheckte, seidenglünzende
n mit streckenweise stoloniformen Stengeln, bleichen Stolonen und ver-
flachten, zugespitzten, zuweilen flagelliform verlüngerten Asten. Stengel-
querschnitt mit kleinem Zentralstrang und deutlicher Rindenschicht. Bll. etwas
locker gestellt, 1—1,5 mm lang, gegen die Sprossenden kleiner, die seiten-
ständigen abstehend, aus eifórmiger, nicht herablaufender, abgerundeter Basis
allmählich lanzettlich verlängert und pfriemlich zugespitzt, flach- und nur
abwärts ganzrandig, fast bis zur Mitte herab entfernt scharf gesägt,
meist ohne Rippe oder mit nur angedeuteter Doppelrippe. Blattzellen dünn-
wandig, 5 u und 12—15 mal so lang, an der Basis 9 u und nur 3—4 mal so
lang, in den Ecken nicht erweitert. Perichätium wurzelnd; die rippenlosen
inneren Hüllbll. halbscheidig und plötzlich in eine zurückgekrümmte, etwas
kurze, gesägte Pfriemenspitze verschmälert. Scheidehen mit wenigen Para-
physen. Kapsel auf 1—1,8 cm langer, dicker, gelbroter, gedrehter Seta geneigt,
schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch, dünnwandig, mit breit 2reihig sich
ablósendem Ring und konvex-kegeligem, stumpfem Deckel, trocken und entleert
etwas gekrümmt, unter der Mündung verengt und schwach gefurcht. Epidermiszellen
der Kapselwand nur wenig verdickt, kurz rektangulür bis 6seitig, am Urnen-
rand einige Reihen kleiner, rundlich-6seitig bis verflacht. Peristomzähne an
der Basis verschmolzen, bleichgelb, gesäumt und mit hyalinen, papillösen
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit bis 25 Lamellen. Membran des inneren
Peristoms bleich, von ولا Zahnhöhe, mit nicht oder nur ritzenförmig durch-
brochenen, breiten Fortsützen und je 1—2 dünnen Wimpern. Sporen 10—14 u,
olivenfarben und fein gekórnelt. Reife im Juli.
Auf Torfboden und an Erlenwurzeln im Norden Europas und Amerikas,
insbesondere in Skandinavien, Lappland, Finnland, Sibirien und Canada; von
S. O. Lindberg 1854 bei Falun in Schweden entdeckt. S. LIV, 14, a und b) BI.,
c) Kapsel, d) Habitusbild; gez. nach von E. Ryan in Norwegen und von G. Hellsing
bei Upsala in Schweden ges. Expll. Das Bl. hat Ähnlichkeit mit demjenigen von
Pl. silesiacum, ist jedoch feiner pfriemlich zugespitzt.
3. Isopterygium depressum (Bruch) Mitten 1869.
Hypnum Bruch 1824, H. confertum var. Brid. 1897, H. Wissgrillii Garov. 1840,
Rhynchostegium Br. eur. 1852, Eurhynchium Milde 1869, Plagiothecium Dix. & J. 1896; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 808.
Zweihäusig; die kleinen, stengelstündigen 6 Blüten mit eirundlichen,
plötzlich kurz zugespitzten Hüllbll, 6—10 Antheridien und fast ohne Para-
physen. Flache, niedergedrückte, weiche, lebhaft smaragdgrüne,
glänzende Rasen mit 2—3 cm langen, kriechenden, durch Rhizoiden der
Unterlage angehefteten, locker verästelten Stengeln und niederliegenden, ver-
flachten, kurzen Ästen. Stengelquerschnitt rund oder oval mit dünnem
Zentralstrang und dickwandiger, 2zellreihiger Rindenschicht. Bll. gedrängt,
die seitenständigen abstehend, die bauch- und rückenstündigen mehr flach an-
liegend, etwas herablaufend, elliptisch und kurz, fast stumpflich zugespitzt,
1—1,3 mm lang, flach- und ganzrandig oder aufwürts unmerklich gezühnelt,
mit sehr kurzer, fast verschwindender Doppelrippe. Blattzellen dünnwandig,
mit geschlängeltem Primordialschlauch, 8—9 u und 6—8 mal so lang, an der
Spitze meist kürzer, oft nur 2—4 mal so lang als breit, in den Ecken der
Basis wenige quadratisch oder kurz rektangulär und 16—18 u. Astbll gegen
das Ende der Äste meist etwas kleiner, sonst den Stengelbll. E gleich,
— 5% —
rippenlos und zuweilen rings gezähnelt, sowie mit etwas engeren, längeren
Zellen. Perichütium wurzelnd; die rippenlosen inneren Hüllbll. halbscheidig
und fast plötzlich pfriemlich verschmälert, am Grunde des Pfriementeils oft
eingeschnitten gezühnt. Kapsel auf 6—12 mm langer, gelbroter, gedrehter
Seta geneigt bis horizontal, meist etwas hochrückig, verkehrt eiförmig oder
oval, mit deutlichem Hals, breit 2reihig sich ablösendem Ring und aus ge-
wölbter Basis kurz geschnübeltem Deckel von mehr als halber Urnenlänge,
trocken unter der Mündung stark verengt. Epidermiszelen der Kapselwand
dünnwandig, schwach kollenchymatisch, kurz rektangulär oder oval-6 seitig, am
Urnenrand wenige Reihen abgeplattet. Peristomzähne an der Basis ver-
schmolzen, heller oder dunkler gelb und breit gesäumt, mit fein papillösen,
gelblichen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit 25—30 aufwärts kräftigeren
Lamellen. Membran des inneren Peristoms bleichgelb, von !/, Zahnhöhe, fast
glatt, mit ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2 dünnen, knotigen
Wimpern. Sporen 8—12 u, gelb und fast glatt. Reife im Spätherbst und
Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 512.
An feuchten, schattigen Steinen und Felsen in den Waldungen der Ebene und
unteren Bergregion, meist zwischen 300 und 1000 m durch das mittlere Europa
bis in das Alpengebiet zerstreut, in Kürnthen bis 1400 m aufsteigend; von Bruch
bei Zweibrücken entdeckt. S. XLVI, 10, a und b) BIL, c) Kapsel, d) Habitusbild,
e) frische, grüne Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
3a. Isopterygium densifolium Lindb. 1892.
Plagiothecium Limpr. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 5, N. 982.
Zweihüusig und nur steril bekannt. Soll sich von voriger Art durch be-
trüchtlichere Grósse, fast fiederig oder büschelig verüstelte, niedergestreckte Stengel,
weniger verflachte, stumpfe, bis 1,5 cm lange Aste, scharf zugespitzte, an der
Spitze deutlieh gezühnte, fast zusammengefaltet-hohle seitenständige Bll. und
engeres Zellnetz unterscheiden (non vidi).
4. Isopterygium Müllerianum (Schpr.) Lindb. 1887.
Plagiothecium Schpr. 1860, PI. rostellatum Mol. 1861, Isopt. Borreri Lindb. 1874, ۰
Molendoi Lor.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 804.
Zweihäusig; die kleinen 6 Blüten gehäuft am Grunde der Äste, mit
an der Spitze gezähnten Hüllbll, 4—5 gelblichen Antheridien und wenigen
kurzen Paraphysen. Habituell an ein zartes, verästeltes, flaches pulchellum er-
innernde, flache, dünne, freudiggrüne, glänzende Rasen mit stoloniformen; mit
papillösen Rhizoiden zerstreut besetzten, unregelmässig fiederästigen Stengeln,
kleinblätterigen Stolonen und verflacht beblätterten, federartigen, oft flagelli-
form verlängerten und fast horizontal abstehenden, niederliegenden oder aufsteigen-
den Asten. Kleinblätterige Aste entwickeln sich mitunter aus den Blattachseln,
Ähnlich wie die Brutsprosse bei elegans. Stengelquerschnitt rund und ohne
4entralstrang, mit dünnwandigem, lockerem Grundgewebe, 1— 2 zellreihiger,
gelblicher Rindenschicht und rings lockerer, hyaliner Aussenrinde. Laubbll.
س 597 —
etwas locker gestellt, bis 1,8 mm lang, aus enger, nicht herablaufender Basis
schmal elliptisch oder lanzettlich und schmal fein pfriemlich zugespitzt, etwas
hohl, flach und ganzrandig oder an der Spitze fein gezähnelt, auf einer
Seite abwechselnd eingeschlagen, ohne Rippe oder mit sehr kurzer, einfacher
oder doppelter, nur angedeuteter Rippe. Blattzellen dünnwandig, ohne sicht-
baren Primordialschlauch, 4—6 u und 20—30 mal so lang, an der Insertion
8—9 u und nur 2—4 mal so lang, nicht getüpfelt und ohne besondere Blatt-
flügelzellen. Perichätium wurzelnd; die aufrecht angepressten Hüllbll. allmählich
in eine schwach gezühnte Pfriemenspitze ausgezogen. Scheidchen mit zahl-
reichen langen, hyalinen Paraphysen. Kapsel auf 1,2—1,5 cm langer, roter,
gedrehter Seta fast aufrecht und regelmüssig oder geneigt, mit dem ver-
schmälerten Halse verkehrt eilänglich, dünnwandig, rötlichgelb, nicht gefurcht,
mit 2reihig sich ablósendem Ring und aus kegeliger Basis dick geschnübeltem
Deckel, trocken unter der Mündung verengt, im Alter braun. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, gelb mit papillösen Spitzen, schmal gesäumt, aussen
querstreifig, innen mit gut entwickelten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms bleich und fein papillös, von !/, Zahnhöhe, mit nicht durchbrochenen
Fortsützen und je 2 hinfülligen Wimpern. Sporen 10—14 u, gelb und glatt.
Reife im Spätsommer.
Auf Humus, an steinigen Abbängen und feuchten, beschatteten Felsen, Kalk-
wie Schieferfelsen, in den Alpenthälern meist in 700—1 m, in Tirol jedoch
und am Ben Lawers in Schottland sogar bis 2600 m aufsteigend, auch aus den
Pyrenäen, dem Kaukasus, England, Norwegen und Nord-Amerika bekannt; von Dr.
J. Müller zu Genf in Tirol 1851 entdeckt. S. LIV, 12, a und b) Bil, c) ver-
gróssertes Habitusbild; gez. nach einem von Lickleder bei Metten ges. Expl.
(comm. Warnstorf).
Je nach dem Standort sehr formenreich. Auf trocknerem Standort mit mehr
Stolonen und peitschenfórmigen Ästen, f. flagellaris, auf feuchterem Moorboden mit
mehr kätzchenartigen Ästen, f. myurum usw.
5. Isopterygium elegans (Hook.) Lindb. 1874.
ums Hook. 1818, Isothecium Brid. 1827, Hypn. planifolium Brid. 1827, Hypn.
Borrerianum Spruce, resp. ©. M. 1851, Leskea prostrata Tayl. wage MM Lindb,
1863, bor Borreri Lindb. nach Arn. 1882; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, ?
Zweihüusig; die Ğ Blüten meist gehäuft am Grund der Äste mit ei-
lanzettlichen, kurz zugespitzten, hohlen Hüllbll., etwa 4 Antheridien und wenigen
Paraphysen, jedoch ebenso wie die و auch stengelständig. Letztere mit 10—15
Archegonien und zahlreichen längeren Paraphysen. Habituell etwas an ein
mehr spangrünes depressum erinnernde, weichere, niedergedrückte, gelblich-
bis fast lebhaftgrüne, glänzende Rasen mit streckenweise stoloniformen, nieder-
liegenden Stengeln ohne eigentliche Stolonen, mit verflachten, der Unterlage
و ده oder etwas aufsteigenden Ästen und oft zahlreichen stengel-
bürtigen Brutsprossen in den Blattachseln. Stengelquerschnitt rund
mit kleinem Zentralstrang und 3—4 schichtiger, verdickter Rindenschicht;
— 598 — 4
ohne Aussenrinde. Bil. gedrängt, verflacht 2zeilig gestellt, seltener mehr all-
seitig aufrecht abstehend, nieht herablaufend, aus eifórmiger bis elliptischer
Basis lanzettlieh verlängert und allmählich scharf zugespitzt, etwas einseits-
wendig, bis 1,6 mm lang, hohl und flachrandig, gegen die Spitze entfernt
gesägt, mit kurzer, höchstens بل des Bl. durchlaufender, meist ungleich
2schenkeliger Doppelrippe. Blattzellen eng und dünnwandig, ohne sichtbaren
Primordialsehlauch, 6 u und 10—18 mal so lang, an der gezähnten Spitze oft
nur 6—8 mal so lang, an der Insertion kürzer und nur wenig breiter, 7— 9 y,
nicht getüpfelt, in den basalen Ecken kaum verschieden. Perichütium reichlich
wurzelnd; die inneren Hüllbll. halbscheidig und in eine am Grunde gezähnte
Pfrieme verschmälert. Kapsel (nach Schpr. & Limpr.) derjenigen von Plagioth.
dentieulatum ähnlich, auf 1,2—2 cm langer, roter, gedrehter Seta geneigt bis
horizontal, ellipsoidisch, kurzhalsig, dünnwandig mit 2reihig sich ablösendem
Ring und verlängert kegeligem, stumpflichem Deckel, entleert aufgerichtet, fast
kreiselfórmig und unter der erweiterten Mündung verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand dünnwandig. Peristomzähne bis zur Basis gesondert. Membran
des inneren Peristoms hell, von !/ Zahnhöhe, mit nieht durchbrochenen Fort-
sätzen und je 9-3 vollständigen Wimpern. Sporen 10—14 u, gelbgrün und
glatt. Reife im Frühjahr.
An den Böschungen der Wege und Schluchten in den Waldungen, auf humosem
Boden kieselreicher Gesteine, von der Ebene durch die Bergregion bis 1400 m auf-
steigend; von R. Spruce 1851 in Europa entdeckt, jedoch schon vorher aus Nord-
Amerika bekannt. S. LIV, 8, a) Bl, b) Brutspross, sowie Bd. I Taf. I, 11 Spross
mit den so charakteristischen geweihartigen Brutsprossen; gez. nach dahier bei
Laubach ges. Expll
Var. Schim peri (Jur. & M.) = Plagiotheeium Schimperi Milde, in aus-
gedehnten, flachen, sterilen Bodenüberzügen mit dem Boden angepressten Stengeln,
niederliegenden, an den Enden abwärts gebogenen, nie flagelliform verlängerten
Ästen und etwas kürzeren, breiteren Bll. — auf festem, mehr kiesigem Wald-
boden, insbesondere auf wenig begangenen Waldwegen und an Baumwurzeln, häufiger
als die Normalform;
var. nanum (Jur.) == Plagioth. nanum Jur., in kleineren, lockeren Räschen
mit weniger verflachten, mehr aufrechten, büscheligen, dünnen, brüchigen, oft
flagellenartigen Ästen und kleineren Bil. mit oft einfacher, fast !/, des Bl. dure h-
laufender Rippe — an trockeneren Standorten, insbesondere an Kieselgestein;
von A. Röse am Inselsberg in Thüringen entdeckt und in Steiermark bis 2000 m
aufsteigend. S. LIV, 8, c) Bl; gez. nach einem von Dr. Róll bei Ilmenau in
Thüringen ges. Expl. Die schönsten Brutsprossen der Normalform fand ich dahier
bei Laubach auf humosem Basaltboden an den Böschungen der Schluchten im
Buchenhochwalde in 250 m an etwas feuchteren Standorten.
2. Gruppe Rhaphidostegieae.
An die Gattung Isopterygium sich eng anschliessende Astmoose mit eng
o linearischem, bei den wenigen europäischen Arten stets glattem Zellnetz und
Sem m deutlich abgegrenzten Gruppe von wenigen lockeren, hyalinen oder
— 59 —
gelblichen, grossen, ovalen bis oval-6seitigen, mehr oder weniger auf-
geblasenen Blattflügelzellen. Kapsel schmal ellipsoidisch und oft etwas hoch-
rückig, mit meist kurzem Halse und sehr langem, nadelförmig geschnäbeltem Deckel.
In Europa ist diese Gruppe nur in 2 Arten der Gatt. Ahaphidostegium ver-
treten, um so reichlicher dagegen im Auslande, insbesondere in den wärmeren
onen. Mit der Gatt. Rhaphidostegium nahe verwandt ist die ausländische Gatt.
Trichosteleum, die sich fast nur durch je eine oder reihenweise gestellte Papillen
auf der Mitte der linearischen Zellen von ihr unterscheidet.
1. Gatt. Rhaphidostegium ) (Br. eur.) De Not. 1867.
An die Gatt. Eurhynchium und Rhynchostegium sich nach der Kapsel an-
schliessende, oft auf Baumwurzeln übergehende Erdenmoose und Felsbewohner
in niedergedrückten, glänzenden Rasen mit kriechenden, unregelmässig be-
asteten Stengeln und verflacht dachziegelig beblütterten Asten, aber ohne
. Stolonen und ohne Paraphyllien. Stammquerschnitt ohne Zentralstrang und
mit nur wenig differentiierter Rindenschicht. Stengel- und Astbll. nicht
wesentlich verschieden, elliptisch und kürzer oder länger zugespitzt, nicht
herablaufend, hohl und nicht faltig, meist ganzrandig und ohne Rippe, oder
mit nur sehr kurzer Doppelrippe. Blattzellen ohne sichtbaren Primordial-
schlauch, eng linearisch, an der Basis gelblich und getüpfelt; an den Ecken
daselbst eine kleine Gruppe lockerer, mehr oder weniger aufgeblasener
ovaler, gelblicher oder hyaliner, dünnwandiger Blattflügelzellen. Innere
Perichätialbll. rippenlos. Blüten der beiden europäischen Arten einhäusig,
meist ohne Paraphysen. Kapsel auf glatter Seta geneigt bis horizontal,
schmal verlängert-ellipsoidisch, fast regelmässig, dünnwandig, mit aus
konvexer Basis nadelfórmig geschnäbeltem Deckel und nicht differentiiertem
Ring. Epidermiszellen der Kapselwand kollenchymatisch verdickt. Spalt-
öffnungen oft 4zellig. Peristom wie bei den vorhergehenden Arten, jedoch
die Zähne des äusseren Peristoms mit stark vortretenden inneren Lamellen
und oft bis zur Basis gesondert.
Diese Gatt. wird von Limpricht neben Rhynchostegium gestellt, sie steht
jedoch nach der Doppelrippe den eigentlichen Hypnaceen näher. Sie schliesst sich
namentlich an Isopter. ygium depressum an und bildet gleichsam den Übergang von
den Plagiothecieen zu den Hypneen. Sie ist vorzugsweise ausserhalb Europas sehr
145 ausländische Arten derselben bekannt, ja bis jetzt sind schon mehr als 230
beschrieben.
1. Rhaphidostegium demissum (Wils.) De Not. 1867.
Hypnum Wils. 1855, H. Schimperi Bruch 1848, H. flavescens Wils. Mser., Rhyncho-
stegium Br. eur, 1852, Eurhynchium Milde 1869; cf. Rbh, Kr. Fl. IV, Nr. 788.
Einhüusig; die stengel- und astständigen, kleinen, kurz gestielten
S Blütenknospen mit aus eifórmiger Basis rasch kurz zugespitzten äusseren
1) Von óagís Nadel und oriyn Dach, Deckel.
— 600 —
und stumpflichen, goldgelben, rippenlosen inneren Hüllbll. nebst wenigen (4— 6)
Antheridien, ohne Paraphysen. Habituell an kleinere Formen von Limnobium
palustre erinnernde, niedergedrückte, der Unterlage fest anliegende, gelb-
grüne bis goldbräunliche, seidenglünzende Rasen mit 2—5 cm langen, dünnen,
roten, miüssig wurzelhaarigen, am Grund oft entblóssten, aufwürts geteilten
Stengeln und 4—5 mm langen, niedergebogenen, stumpflichen, oft einseits-
wendig beblätterten Ästen. BI. gedrängt aufrecht abstehend oder flach
dachziegelig bis einseitswendig, nicht herablaufend, elliptisch und lanzettlich
scharf zugespitzt, sehr hohl, flach- und ganzrandig, nur zuweilen in der
Spitze unmerklich gezähnt, ohne Rippe. Blattzellen ohne deutlichen Primordial-
schlauch, mitten 7 u und 6—10 mal so lang, in der Spitze kürzer, 8 u und
nur 2—5 mal so lang, in der Mitte der Basis dickwandig und stark ge-
tüpfelt, kurz und eng, etwa 10 u, an den nicht ausgehóhlten Ecken daselbst
wenige (2—4) erweitert, aufgeblasen, oval bis rektangulär, hell oder gold-
gelb, dünnwandiger und 20—22 u, über diesen wieder enger und fast quadratisch.
Astbl. zuweilen am Rand streckenweise schmal umgebogen. Perichätium -
spärlich wurzelnd; die aufrechten, an der Basis goldgelben Hüllbll. rippenlos,
scharf lanzettlich zugespitzt und mit längs umgebogenem Rand, den Laubbll.
im allgemeinen ähnlich. Scheidehen mit nur wenigen kurzen Paraphysen.
Kapsel auf 8—12 mm langer, roter, glatter, dünner, gedrehter und oben
bogig gekrümmter Seta fast horizontal, ziemlich regelmässig, schmal ellip-
soidisch, rótlichgelb bis hellbraun und dünnwandig, mit etwas kurzem
Hals und aus kegeliger Basis nadelfórmig geschnübeltem, gelbem Deckel, ohne
differentiierten Ring, entdeckelt unter der erweiterten Mündung stark ein-
geschnürt. Epidermiszellen der Kapselwand kollenchymatisch verdickt und
verlängert, am Urnenrand nur wenige Reihen abgeplattet, am Hals oft mit
4 zelligen Spaltóffnungen. Peristomzähne dicht an der Mündung inseriert, bis
zur Basis gesondert, gelb mit grob papillösen Spitzen und hyalin gesäumt,
aussen querstreifig, innen mit etwa 30 stark vortretenden, nach der Mitte
hin längeren, ziemlich gleichweit entfernten, resp. genäherten Lamellen. Membran
des inneren Peristoms von 1/, Zahnhöhe, goldgelb, mit nieht durchbrochenen,
schmal lanzettlichen Fortsätzen und je 1—2 (zuweilen fehlenden) Wimpern.
Sporen teilweise oval, 12—16 und selbst 18 u, gelb und sehr fein gekörnelt.
Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 507.
An feuchtem, schattigem Kieselgestein in den Vogesen, der Schweiz, Ober-
Italien, Irland und England von nur wenigen Standorten bekannt, häufiger in Nord-
Amerika; von W. Ph. Schimper 1837 bei Offweiler im Elsass entdeckt. S. XLVI, 15,
a und b) Bil, c und d) Kapseln; gez. nach von Cesati bei Lucarno und von
Renauld bei Bains in den Vogesen ges. Expll.
2. Rhaphidostegium Welwitschii (Schpr.) Jaeger & S. 1876.
in Rhynchostegium Schpr. 1876, Hypnum (Aptychus) strumulosum Hampe 1862, H. sur-
a veche Mitt. 1862, Sematophyllum auricomum Mitt. 1862; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 287.
— 0601 —
Einhäusig; die kleinen, stengel- und aststündigen J Blüten mit ei-
förmigen, zugespitzten inneren Hüllbll. und wenigen Antheridien ohne Para-
physen. Verworrene, mässig dichte, niedergedrückte, nach der Mitte zu
mehr schwellende, freudig- oder goldgrüne bis goldbräunliche, seidenglänzende
Rasen mit 2—3 cm langen, wenig geteilten, unregelmässig beasteten Stengeln
und 4—6 mm langen, spitzen Ästen. Bil. gedrängt, feucht wie trocken
aufrecht abstehend, aus nur wenig schmälerer, nicht herablaufender, gerader
Basis schmal elliptisch und lang haarförmig zugespitzt, hohl, flach- und
ganzrandig oder mit nur schmal umgebogenem Rand, aber ohne Rippe. Blatt-
zellen ohne sichtbaren Primordialschlauch, etwas dünnwandig, eng, rhomboidisch-
linear, 6 u und 8—12 mal so lang, in der Spitze nicht oder nur wenig kürzer,
an der Basis 9 u, dickwandig, gelb und stark getüpfelt, in den etwas aus-
gehöhlten Blattflügeln 3—6 erweitert, oval-6 seitig, gelblich oder hyalin, dünn-
wandig und 18—35 u, darüber wieder enger und quadratisch oder kurz
6seitig. Astbll. etwas kleiner und schmäler oder auch mehr lanzettlich und
haarfórmig zugespitzt. Perichütium wurzelnd; die aufrecht abstehenden inneren
Hüllbll. rippenlos und lang haarfórmig zugespitzt. Kapsel auf 8—12 mm
langer, roter, dünner, glatter, oben bogig gekrümmter Seta geneigt bis nickend.
fast regelmüssig, schmal ellipsoidisch, rótlich und dünnwandig, mit aus kegeliger
Basis nadelförmig geschnübeltem Deckel, jedoch ohne differentiierten
Ring, entdeckelt und entleert unter der Mündung eingeschnürt. Kapselwand
mit stark kollenchymatisch verdickten, rundlich- bis oval-6 seitigen Epidermis-
zellen und 2—5zelligen Spaltöffnungen. Peristomzühne an der Basis ver-
schmolzen, über der Mitte rasch pfriemlich verschmälert, gelb und hyalin
gesäumt, aussen querstreifig, innen mit bis 35 stark vortretenden Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhóhe, gelb, mit ritzenförmig
durehbrochenen Fortsätzen und je 1—2 schwach knotigen Wimpern. Sporen
8—12 oder 10—14 u, bräunlich und schwach gekörnelt. Reife im Winter.
Am Fusse der Ölbäume und Kiefern in den Ländern um das Mittelmeer;
von Welwitsch 1845 bei Lissabon entdeckt, auch von H. Graf zu Solms-Laubach
aus Algarvien mitgebracht. S. XLVI, 7, a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) Spalt-
öffnungen und kollenchymatisch verdickte Epidermiszellen; gez. nach von A. Bottini
und von J. Arcangeli am Fusse von Kiefern in Italien ges. Expll.
3. Gruppe Hypneae.
Auf den verschiedenartigsten Unterlagen wachsende, mittelgrosse oder
grössere Astmoose mit sowohl unregelmässig beasteten, wie einfach gefiederten
Stengeln, teils mit, teils ohne Paraphyllien, aber ohne eigentliche Stolonen,
sowie auch ohne differentiierte Niederbll. Stengel- und Astbll. (Heterophyllon
ausgenommen) nicht verschieden, sondern einander ähnlich, nur selten in der
Stengelebene nach beiden Seiten abstehend, resp. scheinbar 2zeilig, sondern
gewöhnlich mehr allseitig abstehend, zuweilen 2 zeilig einseitswendig, öfters sichel-
förmig, mit in der Regel nur wenig entwickelter, kurzer Doppelrippe, seltener
mit einfacher, gegabelter oder auch ohne Rippe. Blattzellen vorzugsweise
u- 809 a
eng prosenchymatisch, linearisch, mehr als 5 mal so lang als breit und oft
geschlängelt, an den Blattflügeln differentiiert, parenchymatisch und
mehr oder weniger erweitert, rundlich-4—6 seitig, grünlich oder hyalin. Blüten
l- und 2häusig. Perichätium bei den Arten mit kriechendem Stengel meist
wurzelnd; die inneren Hüllbll. mit und ohne Rippe, gefurcht oder ungefurcht.
Kapsel auf stets glatter Seta emporgehoben, nur selten oval (wie bei Hylocomium),
meist verlüngert ellipsoidisch bis fast zylindrisch und mehr oder weniger ge-
krümmt, mit in der Regel nur kurzem Halse und kürzer oder länger
kegeligem bis geschnübeltem Deckel. Peristomzühne mit Dorsallinie, aussen
querstreifig oder nur punktiert, innen mit gut entwickelten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms kielfaltig, von !/, bis halber Zahnhóhe mit
lanzettlichen Fortsätzen und je 1—3, meist vollständigen Wimpern.
1. Gatt. Heterophylion') Kindb. 1897.
Trismegistia C.M. ex p
Waldmoose von Brachythecium-artigem Habitus mit niederliegenden, an
den Enden aufsteigenden, unregelmässig fiederästigen Stengeln und mit viel-
gestaltigen Paraphyllien um die Astanlagen. Stengelquerschnitt teils mit,
teils ohne Zentralstrang, meist oval, mit lockerem Grundgewebe und mehr-
zellreihiger Rindenschicht, ohne sphagnoide Aussenrinde, höchstens mit blatt-
eigener Aussenrinde. Stengelbll. in der Regel weder längsfaltig noch sichel-
förmig, 2gestaltig und mehr oder weniger verschieden von den Astbll, am
wurzelnden Stengelteile mehr 1 seitig aufgerichtet, breiter und oft etwas un-
symmetrisch, am nicht wurzelnden T'eile dagegen stets allseitig abstehend, mehr
eilanzettlich, ohne oder mit kurzer Doppelrippe, mit nicht oder nur wenig
herablaufenden Blattflügeln und glattem oder gegen die Spitze grob gesügtem
Rand. Blattzellen eng linearisch und glatt, meist ohne sichtbaren Primordial-
schlauch, in den flachen oder ausgehóhlten Ecken in gut begrenzter Gruppe
quadratisch bis 6seitig, mässig erweitert, goldgelb oder hyalin, zuweilen
einige davon aufgeblasen und stürker erweitert wie bei den Rhaphidostegieen.
Perichätialbll. nicht oder nur schwach faltig, rippenlos oder mit kurzer Doppel-
rippe. Blüten meist lhäusig. Kapsel ähnlich wie bei der folgenden Gattung,
ohne Ring oder mit nur kleinzelligem Ring, sowie mit spitz kegeligem oder
kurz und schief geschnübeltem Deckel.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger & S. bis zum Jahre
1879 noch 6 bekannt.
l. Heterophyllon Haldanianum (Grev.).
Hypnum Grev. 1825, H. badense Al. Br. 1848, H. curvirostrum Brid. 1827, H. cylin-
dricewn Bruch 1848, H. pulchrum Drumm., H. cupressiforme var. Bals. & De Not. 1838,
Stereodon Haldanei Lindb. 1872, Plagiothecium cuspidatum Philib. 1879, Het. Haldanei
Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. ۰ IV, Nr. 0
Einhäusig; die dick eiförmigen, stengelständigen 5 Blüten mit eilanzett-
lichen, schmal und scharf zugespitzten Hüllbll, 10—15 gelblichen Antheridien
: x mm zahlreichen längeren Paraphysen. Wiadlie, breite, dem Boden anliegende,
s Von; Maps verschieden und pilo» Blatt wegen verschieden gestalteter Bll.
— 603 —
gelblich- oder brüunlichgrüne, glänzende Rasen mit 3—8 cm langen, kriechenden,
hier und da der Unterlage durch Wurzelhaare angehefteten, unregelmässig fieder-
ästigen Stengeln und ungleichlangen, gegen das Ende verschmälerten, nie
gekrümmten Ästen, sowie mit zahlreichen grossen, vielgestaltigen, meist eifórmigen
Paraphyllien. Stengelquerschnitt oval und mit kleinzelligem Zentralstrang.
Stengelbll. 2 gestaltig, am kriechenden, wurzelnden Teile lseitig aufwärts
gerichtet und unsymmetrisch eiförmig, 1,3 mm lang und 0,5 mm breit, an
den übrigen Stengelteilen wie an den Ästen nicht einseitswendig, sondern
allseitig abstehend, mehr eilanzettleh und symmetrisch, bis 2 mm lang
und 0,6—0,9 mm breit, an den Blattflügeln nur wenig herablaufend, hohl,
flach- und ganzrandig und kurz und fein zugespitzt, sowie mit kurzer
Doppelrippe. Blattzellen dünnwandig, eng linearisch und geschlängelt, 6 u und
12—18 mal so lang, in der Spitze kürzer, meist 8—9 u und nur 3 mal so lang,
an der Basis 12 u, getüpfelt, gelb und dickwandig, an den Blattflügeln in
konvexer, 5stockiger Gruppe hyalin oder gebräunt, quadratisch oder kurz
rektangulär und 18—20 u. Astbll. kürzer und schmäler, gerade aufrecht
abstehend, nach der Spitze zu kleiner. Perichätium sparrig, reichlich wurzelnd;
die gelblichen Hüllbll. nicht faltig, oben plötzlich in einen zurückgekrümmten,
langen, ganzrandigen, schmal bandförmigen bis fast fadenförmigen Pfriementeil
ausgezogen, ohne Rippe oder mit kurzer Doppelrippe. Kapsel auf 1—2 cm
langer, roter, rechts gedrehter Seta aus aufrechter Basis schwach gekrümmt,
fastzylindrisch, rotbraun und derbwandig, mitengem Halse, kaum differentiiertem,
kleinzelligem, 2reihigem Ring und kegeligem, kurz und schief geschnäbeltem
Deckel, trocken unter der Mündung etwas verengt, entdeckelt 2—2,4 mm lang.
Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, meist verlängert rektangulär mit
stark verdickten Längswänden, am Urnenrand klein und rundlich-6 seitig.
Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, bleichgelb bis bräunlich, an der Basis
verschmolzen, allmählich verschmälert, nicht gesäumt, aussen querstreifig, mit
geraden, aufwärts papillösen Rändern, innen mit bis 30 ziemlich gleichweit gestellten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von 1l —", Zahnhóhe, weisslich,
mit schmalen, nur ritzenförmig durchbrochenen, fein papillösen Fortsätzen und
je 1—2 zarten, zerbrechlichen, papillösen Wimpern. Sporen 14—18 u, gelb-
bräunlich und gekörnelt. Reife im Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 592.
In Laubwaldungen auf thonigem oder lehmigem Boden, sowie an Baum-
stümpfen und Holz durch die Ebene und niedere Bergregion Europas und Nord-
Amerikas bis 820 m hier und da zerstreut, auch in Finnland, Norwegen und
Schweden; von Haldan in Kanada entdeckt und von Alex. Braun später in
Baden aufgefunden. Auch aus J apan bekannt, sowie von Arnell im Waldgebiete
des Jeniseithals in Sibirien noch über 61° n. Br. gesammelt. S. LVI, 9, a) Stengelbl.,
Astbl, c und d) Kapseln, e) Paraphyllien; gez. nach von Schulz in Schlesien
bei Breslau und Deutsch-Lissa ges. Expll.
2. Heterophyllon nemorosum (Koch) Kindb. 1897.
Hypnum Koch in. Brid. Br. univ. 1827, H. subrectifolium Sull. 1846, Stereodon Lindb. 1872;
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 881.
Hypnum Mol. 1860, Stereodon Lorentzii Lindb. 1872, Rhaphidostegium Lorentzii Kindb- x
-— ADAE. n
Einhäusig; die kleinen, stengel- und astständigen 6 Blüten mit eifórmigen,
kurz zugespitzten, ganzrandigen, rippenlosen Hüllbll., 5—8 gelblichen Antheridien
und längeren Paraphysen. Ausgedehnte, niedergedrückte oder schwellende,
bleich- oder freudiggrüne, glänzende Rasen mit 5—10 cm langen, geteilten,
fast regelmässig fiederästigen, niederliegenden und nur mit den Enden
aufsteigenden Stengeln, 5—8 mm langen, gegen das Ende verdünnten, geraden,
ausgebreiteten oder aufsteigenden Ästen, vereinzelten kürzeren Ästchen und
vielgestaltigen, meist lanzettlich- pfriemlichen Paraphyllien. Stengel-
querschnitt oval, ohne Zentralstrang, mit etwas derbwandigem, gelblichem
Grundgewebe und 4—5 zellreihiger, gelbroter Rindenschicht. Stengelbll. dicht
gedrüngt, trocken angedrückt, feucht aufrecht abstehend, eifórmig oder elliptisch
und rasch lanzettlich bis bandartig-pfriemlich zugespitzt, rippenlos oder mit
kurzer Doppelrippe, nur wenig hohl, mit gegen die Basis zurückgeschlagenem
Rand und grob gezähnter Spitze. Blattzellen dünnwandig, 7 u und 5—7 mal
so lang, an der Basis goldgelb und stark verdickt, 9 u und nur 4—5 mal so
lang, an den nicht oder nur wenig herablaufenden Blattflügeln in schwach
konvexer Gruppe etwas aufgeblasen, hyalin oder goldgelb bis gebrüunt, in
4—7 Längsreihen quadratisch oder rundlich-6seitig und 18—25 u. Astbll.
den gezühnten Stengelbll ähnlich, jedoch kürzer und schmäler. Perichätium
stark wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus rippenlosem, nur schwach faltigem
Basalteil in eine mehr oder weniger lange, aufrechte, breite, gezähnte Pfriemen-
spitze verlängert, an den Rändern zurückgeschlagen und gegen die
Pfriemenspitze rinnig hohl. Kapsel auf 2 em langer, dünner, roter, oben rechts
gedrehter Seta aufrecht oder geneigt, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch,
fast ohne Hals, gelbrot bis rostbräunlich, mit 1zellreihigem, lange bleibendem
Ring und gewölbt-kegeligem, zugespitztem Deckel, trocken unter der Mündung
nur wenig verengt. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, etwas unregel-
mässig rektangulär bis 6seitig. Peristomzühne an der Basis verschmolzen,
gelb und schmal gesäumt, aussen querstreifig, mit geraden Rändern und bleichen
papillösen Spitzen, innen mit zahlreichen Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von '!/ Zahnhöhe, gelb und fast glatt, mit nicht durchbrochenen
Fortsätzen und je 2 hellen, papillösen Wimpern. Sporen 10—12 p, gelb und
glatt. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. VI, Tab. 593.
An faulenden Baumstrünken und Stämmen in den Waldungen des mittleren
und südwestlichen Europas an vereinzelten Standorten. In den Alpen bis 1200 m
aufsteigend und auch von einzelnen Standorten Nord-Amerikas und des Kaukasus
bekannt; von Koch in der Pfalz bei Kaiserslautern an faulen Kiefernstämmen
entdeckt. S. LVI, 10, a und c) BI, b) Paraphyllien, d und e) Kapseln; 2
nach einem von Molendo unweit des Walchensees in Oberbayern in 900 m ge
sammelten Expl.
3. Heterophyllon Lorentzianum (Mol.).
5 2 1897; ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 882.
— 605 سب
Zweihüusig. Habituell an vorige Art erinnernde, lockere, weiche,
bleichgrüne, seidenglünzende, im Alter gelbliche bis bräunliche Rasen mit
3—6 em langen, geschlängelt hingestreckten, umherschweifenden, streckenweise
fiederästigen, hier und da büschelig wurzelhaarigen Stengeln und 4—8 mm
langen Ästen, mit spitzen, meist sichelförmigen Sprossenden und lanzettlich-
pfriemlichen Paraphyllien um die Sprossanlagen. Stengelquerschnitt oval,
ohne Zentralstrang und mit gelbroter, 2—4zellreihiger, dickwandiger Rinden-
schicht, sowie stellenweise mit blatteigener Aussenrinde. Stengelbll. aus
eiförmigem oder elliptischem Basalteil lanzettlich-pfriemenförmig verlängert und
oft fast fadenförmig auslaufend, hohl und flachrandig, ohne Rippe und mit
undeutlich oder fein gesägter Spitze. Blattzellen dünnwandig, eng linearisch
und geschlängelt, 5—6 u und 10—15 mal so lang, gegen die Basis etwas
lockerer, an der Insertion in einer Reihe goldgelb, stark verdickt und
getüpfelt, 15—18 u und rektangulär, in den schwach ausgehöhlten Ecken
daselbst wie bei Rhaphidostegium 3—4 gelbe Zellen bedeutend grösser,
aufgeblasen und erweitert (20—30 u und 2—3 mal so lang), sowie darüber von
quadratischen Zellen begrenzt. Astbll. kleiner, nach den Sprossenden zu oft
sichelfórmig-einseitswendig und fast rings gesägt. Perichätium wurzelnd; die
inneren Hüllbll. nicht faltig, rippenlos und lang pfriemenfórmig, sowie weit
herab grob gesägt. Kapsel auf 2 cm langer, roter, rechts gedrehter Seta
geneigt bis horizontal, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch und etwas gebogen,
derbwandig, kastanienbraun, ohne Ring, mit kegeligem, gerade oder schief
geschnübeltem Deckel, trocken unter der Mündung nicht verengt, entdeckelt
2 mm lang. Epidermiszelen der Kapselwand dickwandig, meist kurz
rektangulür. Peristomzühne an der Basis verschmolzen, orangefarben und
nicht gesüumt, aussen querstreifig mit gelben, grob papillósen Spitzen, innen
mit weit vortretenden Lamellen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahn-
höhe, goldgelb und papillös, mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und
je 2 kräftigen Wimpern. Sporen (nach Limpr.) klein, rostbräunlich und glatt.
Reife im Spätherbst und Winter.
Auf kalkigem Mergelboden, auf der Erde, sowie auch an Holz und Steinen
in den Bayrischen Alpen von 700—1200 m; von Molendo 1860 über den Wasser-
fällen der Arzbachklamm bei Tölz entdeckt. Bildet gleichsam den Übergang von
den Rhaphidostegien zu den Drepanien. S. LVI, 11, a und b) Bll.; gez. nach
einem von Holler in der Stillbachklamm im Algäu in 850—900 m ges. Expl.
2. Gatt. Drepanium (Schpr.).
Hypnum Subg. Drepanium Schpr. 1860 u. Subg. Stereodon Brid. 1827.
Auf den verschiedenartigsten Unterlagen, jedoch nur ausnahmsweise im
Sumpfe wachsende, lockere oder dichtere, die Steine und Bäume oft vliess-
artig überziehende Rasen mit niederliegenden oder aufsteigenden bis aufrechten,
nur wenig wurzelnden, meist unregelmässig fiederüstigen Stengeln. Paraphyllien
nur um die Sprossanlagen. Stengelquerschnitt meist oval und mit Zentral-
strang, sowie kleinzelliger, mehrreihiger, dickwandiger Rindenschicht, zuweilen
— 606 —
auch mit blatteigener Aussenrinde Bll. meist 2zeilig sichelfórmig-ein-
seitswendig, nicht oder nur wenig herablaufend, hohl und in der Regel nicht
faltig, mit flachem Rand und lanzettlich-pfriemlicher Spitze, ohne Rippe
oder mit kurzer Doppelrippe. Blattzellen eng linearisch und glatt, meist
ohne sichtbaren Primordialschlauch, an der Basis dickwandiger, in den flachen
oder ausgehóhlten Ecken daselbst klein quadratisch. Astbll. den Stengelbll.
ähnlich, nur schmäler und kleiner. Perichütialbll. meist mehr oder minder
längsfaltig, rippenlos oder mit kurzer Doppelrippe. Scheidchen in der
Regel zylindrisch und mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf glatter Seta
geneigt bis horizontal, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch und mehr oder
weniger gekrümmt, mit differentiiertem Ring und aus gewölbt-kegeliger Basis
zugespitztem bis fast geschnäbeltem Deckel. Epidermiszellen am Kapselhals
mit normalen phaneroporen Spaltóffnungen. Haube lseitig geschlitzt, verlängert
kappenfórmig und glatt. Peristomzühne trocken eingekrümmt, abwärts gesäumt
und querstreifig, innen mit zahlreichen Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von 1/4, bis halber Zahnhöhe, mit nur ritzenförmig oder nicht
durchbrochenen Fortsätzen und je 9—3 fadenförmigen oder knotigen Wimpern.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach J aeger & S. bis zum
Jahre 1879 bereits mehr als 50 bekannt, deren Anzahl sich inzwischen noch
bedeutend vermehrt hat.
A. Homomallium Schpr. 1860.
Bll. weniger deutlich 2zeilig und vorzugsweise an den Stengel- und Ast-
spitzen sichelfórmig-einseitswendig. Perichätialbll. nicht faltig.
1. Drepanium incurvatum (Schrader).
Hypnum Sehrdr. 1796, Hypn. (Homomallium) Schpr. 1860, H. leskioides Brid. 1812,
H. Swartzii Brid. 1812, Plagiotheeium De Not. 1869, Stereodon Mitt, resp. Lindb. 1879,
Amblystegium Kindb. 1883; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 862.
Einhäusig; die kleinen stengelständigen 6 Blüten in der Nähe der ©,
mit eiförmigen, kurz zugespitzten Hüllbll, 5—8 kurz gestielten, gelben
Antheridien und zahlreichen hyalinen Paraphysen. Habituell an eine zarte
laisia oder ein flaches Amblystegium serpens erinnernde, dünne, flache, lebhaft
seidenglänzende, freudiggrüne Rasen mit dünnen, 2—4 em langen, durch braun-
rote Rhizoiden an die Unterlage befestigten, zerstreut verästelten Stengeln und
2—5 mm langen, fadenförmigen Ästen, ohne Paraphyllien. Sprossenden mehr
oder weniger sichelförmig. Stengelquerschnitt rund, mit armzelligem Zentral-
strang und gelblicher, diekwandiger Rindenschicht. Stengelbll etwas locker
gestellt, aufrecht abstehend bis einseitswendig, die unteren mehr gerade, die
oberen meist sichelförmig, aus eifórmiger oder elliptischer Basis allmühlich
lanzettlich bis pfriemlich zugespitzt, 1—1,95 mm lang, hohl und nicht faltig,
flach- und ganzrandig oder an der Spitze undeutlich gezähnt, ohne Rippe oder
nur sehr kurzer, undeutlicher Doppelrippe. Blattzellen schmal rhomboidisch-
risch, 5—6 p und 6—9 mal so lang, in der Blattmitte oft etwas ängelt,
ی
if.
— 607 —
an den nur wenig herablaufenden Blattflügeln in 3eckiger Gruppe in ziemlicher
Anzahl quadratisch, auch querbreit oder kurz rektangulär und 12 u. Astbll.
gedrängt und kleiner, sonst den Stengelbll. ähnlich. Perichätium wurzelnd;
die aufrechten, fast scheidigen inneren Hüllbll. rasch lang und fein zugespitzt,
nicht faltig, rippenlos oder mit kurzer, dünner, einfacher oder doppelter Rippe
und an der Spitze zuweilen gezähnelt. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, rötlicher,
gedrehter Seta geneigt bis horizontal, verlängert ellipsoidisch und gekrümmt,
dünnwandig, rotbraun, mit 2reihig sich ablösendem Ring und aus gewölbt-
kegeliger Basis zugespitztem, bis fast geschnäbeltem Deckel, trocken unter der
Mündung verengt, entdeckelt 1,5—2 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig, rektangulär bis rundlich-6 seitig, am Urnenrand wenige Reihen fast
querbreit. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, abwärts orangefarben, an
der Basis verschmolzen, aussen querstreifig und breit gelb gesäumt, aufwärts
papillös und mit treppenartigen Rändern, innen mit etwa 25 eng gestellten,
dünnen Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich, von ولا Zahnhóhe,
mit papillösen, ritzenfórmig durchbrochenen, an der feinen Spitze meist gespaltenen
Fortsätzen und je 2—3 papillösen, knotigen Wimpern. Sporen 8—12 u, hell
rostfarben und fein gekörnelt. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. VI,
Tab. 585
An kalkhaltigen Steinen oder auch an Basalt, an mehr schattigen Standorten,
von der Ebene bis in die Alpenthäler in 1000 und selbst 2000 m in Europa und
Nord- Amerika verbreitet und zuweilen auch an Baumstämme übergehend; von
Schrader in Hessen entdeckt. Von Bisset auch in Japan und von Arnell in
der Waldregion im Jeniseithale Sibiriens gesammelt. S. XLIX, 4, a und b) BIL,
c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
2. Drepanium Blyttii (Schpr.).
Hypnum Br. eur. 1854, H. (Homomallium) Schpr. 1860, Stereodon incurvatus var.
Lindb. 1879, und Amblystegium ineurvatum var. Kindb. 1883; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 862,
var. f.
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit eiförmigen, kurz und dünn
zugespitzten Hüllbll, wenigen Antheridien und längeren Paraphysen. Der
vorigen Art sehr nahe verwandt, jedoch kräftiger. Bll. elliptisch und rasch
zugespitzt, zuweilen weniger einseitswendig und breiter, mitlängerer, deutlicher,
meist !/, des Bl. durchlaufender, ungleieher Doppelrippe. Blattzellen kurz
prosenchymatisch, an der Basis mehr rektangulür, in den Ecken daselbst an
den Blattflügeln fast quadratisch und 12—15 u. Perichätialbll. rippenlos, an
der Spitze gezühnt. Haube lange bleibend. Ring differentiert. Deckel der
Kapsel nicht geschnübelt, sondern kürzer zugespitzt als bei voriger Art, zuweilen
fast stumpflich. Epidermiszellen am Urnenrand in vielen Reihen kleiner.
Sporen rostfarben und 10 u. Reife Ende Mai. Br. eur. Vol VI, Tab. 586.
Von Blytt im mittleren Norwegen in der Gesellschaft von Pseudoleskea
catenulata entdeckt, jedoch auch an zeitweise überrieselten Steinen in Waldbächen
von Dr. Hegetschweiler im Canton Zürich in der Schweiz und von mir dahier
— 608 —
bei Laubach aufgefunden. Wird von vielen Autoren nur als eine Varietüt der
vorigen Art betrachtet. S. XLIX, 5, a und b) Bl., c) Kapsel (gez. nach der
Br. eur.) und LI, 3, a) Stengelbl, b) Astbl, c) PerichütialblL, d) Habitusbild,
e) stärker vergrösserte Blattzellen, f) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges.
Expll. Ist jedenfalls nur eine schwache Art und kann auch als Varietüt der vorigen
Art betrachtet werden.
Hypnum Alcazabae Höhnel, welches Professor F. v. Hóhnel am Aleazaba
in der Sierra Nevada in Spanien in 2800 m im September 1892 gesammelt hat,
soll Drep. incurvatum verwandt sein und Drep. cupressiforme und Vaucheri nahe
stehen (non vidi) Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 835.
B. Eudrepanium.
Bll. mehr zweizeilig sichelfórmig-einseitswendig, mit rundlichem Rücken
der Zweige, so dass dieselben zuweilen wie gescheitelt erscheinen. Perichätialbll.
längsfaltig.
a) Blüten einhäusig.
3. Drepanium fertile (Sendt.).
Hypnum Sendt. 1841, H. erinale Schleich. 1821, H. crinale v. fertile Rbh. 1848.
Aa SP B en e fertile Sanio 1885, Stereodon Lindb., resp. Broth, 1892; ef.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 863
"der ice die kleinen stengelständigen 6 Blüten in der Nähe der
weiblichen, mit eiförmigen, lanzettlich zugespitzten, ganzrandigen Hüllbll.. 6—10
gelblichen bis bräunlichen Antheridien und längeren hyalinen Paraphysen.
Habituell an Drepanocladus uncinatus var. plumosus oder Drepanium cupressiforme
var. uncinatulum erinnernde, weiche, flache, gelbgrüne Rasen mit 5—10 em
langen, kriechenden, durch glatte Rhizoidenbüschel dem Substrat anhaftenden,
fast regelmässig dicht gefiederten Stengeln, 5—8 mm langen, mitten auf-
gerichteten, gegen den Rand der Rasen aber dach ausgebreiteten Ästen und
lanzettlich-pfriemlichen oder gabeligen Paraphyllien um die Astanlagen. Stengel-
querschnitt oval, mit kleinzelligem Zentralstrang und 4— 5 zellreihiger, gelbroter,
dickwandiger Rindenschicht, jedoch ohne Aussenrinde. Bil. dicht gestellt, 2 zeilig
sichelfórmig-einseitswendig, trocken fast schneckenförmig, aus nicht herab-
laufender, eifórmiger oder elliptischer, oft beinahe gerader Basis allmählich
lanzettlich verlängert und fast haarförmig pfriemlich auslaufend, etwa 1,8 mm
lang, mit abwärts schmal zurückgebogenem, aufwärts dagegen rinnig ein-
gebogenem Rand, etwas entfernt und schwach gezähnter Spitze und kurzer
Doppelrippe, oder auch ohne Rippe. Blattzellen dünnwandig, linearisch, 6-7 u
und 10—-15 mal so lang, an der Insertion gelb oder bräunlich, verdickt, getüpfelt
und mehr verlängert rektangulür, in den Ecken daselbst in kleiner, oft nur
. . Sstockiger Gruppe oval 4—6 seitig, aufgeblasen, hyalin oder gelb und
M MES u. Astbll. kürzer und schmäler, rippenlos und rings entfernt undeutlich
= . Perichütium wurzelnd; die inneren Hüllbll. aufrecht, 3—4 mm lang:
ingstaliig, 9 oder mit kurzer, einfacher Rippe und mit langer,
— 609 —
lanzettlicher, ziemlich dicht gesägter Spitze. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer,
gelbroter, gedrehter Seta geneigt, schmal ellipsoidisch bis zylindrisch und
gekrümmt, gelbrötlich und dünnwandig, am Rücken dunkler, mit 3reihig sich
ablösendem, breitem Ring und gewölbt-kegeligem, mit rotem Spitzchen
versehenem Deckel, trocken unter der Mündung nur wenig verengt, entdeckelt
2.4 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand oval-6 seitig bis verlängert
rektangulär und etwas derbwandig, am Urnenrand allmählich rundlich-6 seitig.
Peristomzühne an der Basis verschmolzen, abwärts schmal gesäumt, goldgelb
und querstreifig, aufwürts mit treppenfórmigen Ründern und fein papillós, innen
mit mindestens 25 sehr dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
gelb und fein papillös, von !/, Zahnhóhe, mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen
und 2—4 hellen, papillósen, nach Limpr. zuweilen mit kurzen Anhängseln ver-
sehenen Wimpern. Sporen 10—14 u, gelb und glatt, oder auch 14—16 u, rostfarben
und sehr fein punktiert. Reife im Juni. Br. eur. Vol. VI, Tab. 591.
An faulen Baumstämmen, namentlich am Hirnschnitte der Nadelhólzer in den
Waldungen der Bergregion in 1000 m in Europa wie Nord-Amerika zerstreut,
ausnahmsweise in höheren Lagen, jedoch häufiger in Kanada und den nördlichen
Staaten Nord-Amerikas; von Schleicher in der Schweiz und von O. Sendtner 1832
in den Bayrischen Alpen entdeckt. Seltener in Norwegen und Schweden. Von Miyabe
in neuerer Zeit auch in Japan gesammelt. S. XLIX, 3, a und b) Bil, c und
d) Kapseln, e) Paraphyllien; gez. nach von Dr. Progel in Bayern ges. Expll.
4. Drepanium pallescens (Hedw.).
Leskea Hedw. 1801, Hypnum Br. eur. 1854, H. Flotowianum Sendt., Stereodon Lindb.
1872, Hypn. micro-reptile Kindb. 1895; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 864
Einhäusig; die stengel- und astständigen JS Blüten zuweilen gehäuft,
mit eiförmigen, dünn zugespitzten HüllblL, 6—8 gelblichen Antheridien und
zahlreichen hyalinen Paraphysen. Der folgenden Art sehr ähnliche, nur zärtere,
etwas an ein sehr feines cupressiforme erinnernde, flache, dicht verwebte, hell-
oder gelbgrüne, glänzende Rasen mit 2—4 cm langen, geteilten, kriechenden,
hier und da mit Rhizoidenbüscheln besetzten, etwas entfernt beasteten Stengeln,
kurzen, aufrechten oder eingekrümmten Ästen und nur wenigen eiförmigen
oder pfriemlichen Paraphyllien um die Sprossanlagen. Stengelbll. gedrängt
allseitig abstehend, schwach sichelförmig, aus kurzer, breit eiförmiger, etwas
herablaufender Basis lanzettlich verlängert und allmählich pfriemenförmig,
1 mm lang, flachrandig und zuweilen gegen die Spitze schwach gezähnelt,
ohne Rippe oder mit nur sehr kurzer Doppelrippe. Blattzellen dünnwandig,
eng linearisch, 5 u und etwa 7— 10 mal so lang, an der Basis gelblich, dick-
wandiger und schwach getüpfelt, an den Blattflügeln etwas erweitert, hyalin
oder gelblich, 9—10 u, dickwandig und quadratisch. Astbll. allseitig aufrecht
abstehend, nur schwach sichelförmig, kleiner und schmäler und rings schwach
gesägt. Perichätium wurzelnd; die gelblichen Hüllbll aufrecht und mit
abgebogenen, gezähnten Spitzen, nur bis 2 mm lang, längsfaltig und mit dünner,
einfacher oder dicht genäherter, kurzer Doppelrippe. Kapsel auf 6—12 mm
langer, rötlicher, gedrehter Seta fast aufrecht oder etwas en schmal
Roth, Die europäischen مرو u.
— 610 —
ellipsoidisch, nur weniggekrümmt, dünnwandig, hellrostbraun, mit kleinzelligem,
1—2 zellreihigem Ring und rötlichgelbem, aus konvexer Basis kegelig
zugespitztem Deckel, entdeckelt unter der Mündung wenig oder nicht verengt
und nur 1,2 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, vorzugs-
weise oval-6seitig. Haube oft lange bleibend. Peristomzähne etwas kurz, hell
oder gelblich, längs gesäumt, an der Basis verschmolzen, aussen querstreifig,
gegen die Spitze treppenförmig und papillós, innen mit 20—25 Lamellen.
Membran des inneren Peristoms hyalin und glatt, von 1|, Zahnhöhe, mit eng
ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und unvollständigen, papillösen
Wimpern. Sporen 14—16 u, braun und dicht papillós. Reife im Juni. Br.
eur. Vol. VI, Tab. 586.
An Stämmen und Baumwurzeln, jedoch auch an Ästen und Holz, seltener an
Steinen, in der oberen Waldregion von 800—1600 m in den Gebirgen Europas
allgemein verbreitet, sowie auch aus Kanada und den nördlichen Staaten Nord-Amerikas
bekannt; von Olaf Swartz in Schweden und von Flotow 1836 im Riesen-
gebirge entdeckt. Von Arnell auch bei Antsiferova im Waldgebiete Sibirieus
gesammelt. S. XLIX, 2, a) Bl, b und c) Kapseln; gez. nach von H. Graf zu
Solms-Laubach im Schwarzwald und von Lickleder im Bayrischen Wald ges. Expll.
5. Drepanium reptile (Rich.).
Hypnum Rich. 1803, H. Stereodon protuberans Brid. 1827, H. cupressiforme v. De Not.
1838, H. pelitnochroum Lobarz. 1847, Stereodon Mitt. 1865, St. pallescens 8 protuberans Lindb.
1872, Hypn. pallescens v. reptile Husnot 1894; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 865.
Einhäusig; die dick eifürmigen, stengelständigen 6 Blüten in der Nähe
der Q, mit eifórmigen, kurz zugespitzten und an der Spitze gezühnten Hüllbll.,
6--8 Antheridien und lüngeren Paraphysen. Etwas kräftiger als vorige Art,
jedoch zärter als fertile, Freudig- oder hell gelbgrüne, ausgedehnte, flache
Rasen mit 2—5 cm langen, durch rote Rhizoidenbüschel der Unterlage anhaftenden,
mehrfach geteilten, fast regelmässig gefiederten Stengeln, 4—6 mm langen,
eingekrümmten, etwas kätzchenartigen Ästen und nicht zahlreichen eiförmigen,
gezühnten Paraphyllien. Stengelquerschnitt rundlich-oval, mit kleinem Zentral-
strang und 3zellreihiger, gelblicher, dickwandiger Rindenschicht. Bl. dicht
gedrängt, daehziegelartig, sichelförmig-einseit lig, 1—1,2 mm lang, aus nicht
herablaufender, eifórmiger bis elliptischer Basis lanzettlich zugespitzt, jedoch
«ürzer als bei voriger Art, hohl, mit gegen die Basis zurückgeschlagenem,
aufwärts scharf gesägtem Rand und kurzer, gelblicher Doppelrippe. Blatt-
zellen stumpflich linearisch, 5—6 u und 6— 10 mal so lang, mit verdickten,
papillenartig vortretenden oberen Zellecken, an der Basis gelb, 9 u und
getüpfelt, an den Blattflügeln quadratisch oder kurz rektangulär, gelb und 10—12 U.
Astbll. kürzer und schmäler, sowie stark sicheliórmig. Perichätium reichlich
. wurzelnd; die inneren Hüllbll. bis 3 mm lang, lüngsfaltig, lang und dünn
. zugespitzt, mit kurzer Doppelrippe und gesügter Spitze. Kapsel auf
N. 1—L5 cm langer, rötlicher, gedrehter Seta geneigt, verlängert ellipsoidisch
۱ bis ylindriseh, gelbrot, trocken aufwärts eingekrümmt und unter der Mündung — .
X.
— 611 سب
verengt, mit aus gewólbter Basis dünn geschnäbeltem, gelblichem Deckel und
2—3 reihig sich stückweise ablösendem Ring, entdeckelt 1,8—2,7 mm lang.
Epidermiszellen der Kapselwand verlängert-rektangulär bis rektangulär-6 seitig
und mit stark verdickten Längswänden, am Urnenrand 3—4 Reihen rundlich-
6seitig. Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, länger als bei voriger Art,
an der Basis verschmolzen, breit gesäumt, abwärts fast orangefarben und aussen
querstreifig, aufwärts an den papillösen Spitzen treppenförmig, innen mit über
25—28 Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich, von '/, Zahnhöhe, mit
schmal ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 vollständigen,
papillösen Wimpern. Sporen 14—16 u, einzelne ovale bis 18 u, olivenbraun
und gekórnelt. Reife im Juli und August. Br. eur. Vol. VI, Tab. 587.
An Wurzeln und faulenden Baumstämmen oder auch an schattigen Steinen
durch die Bergregion Europas und Nord-Amerikas bis 1750 m verbreitet, auch in
Norwegen, Schweden und Finnland, seltener unter 500 m; nach Jaeger & S. von
Bridel 1822 in Thüringen entdeckt. Von Arnell auch bei Antsiferova im Wald-
gebiete Sibiriens, sowie von Mayr in Japan gesammelt. S. XLIX, 1, a und b)
Bll., c) Kapsel, d) Kyu gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach im
Ober-Pinzgau und von Dr. A. Progel im Böhmerwald ges. Expll.
Var. subjulaceum Schpr. = Hypnum perichaetiale Br. eur. (Vol. VI, Tab. 588)
mit rundlichen, kätzchenartig beblätterten Sprossen, dichter dachziegelig gedrängten,
kürzer E hohlen Bll. und längeren, an der Basis gelben, denjenigen von
pseudo-fastigiatum ähnlichen Perichätialbll. — an Steinen in Schweden und Norwegen;
von Ch. Kaurin bei Opdal in Norwegen cfr. 1881 gesammelt.
6. Drepanium pseudo-fastigiatum (C. M. & Kindb.) 1892.
cf. Rbh. Kr. FI. IV, 9, S. 465.
Einhäusig. Habituell dem Drep. resupinatum sehr ähnliche Räschen mit
2—3 cm langen, dicht fiederästigen Stengeln und mehr horizontal abstehenden
Ästen. Steht nach Blatt und Zellnetz dem Dr. reptile sehr nahe und unter-
scheidet sich von Dr. resupinatum sowohl durch den lhàusigen Blütenstand,
wie die rippenlosen, faltigen, an der Spitze dicht gezähnten Perichätialbll.
Kapsel derjenigen von cupressiforme ähnlich, aus aufrechter Basis schmal ellip-
soidiseh bis fast zylindrisch und oben gekrümmt, mit aus gewülbt kegeliger
Basis geschnübeltem Deckel. Peristomzähne aussen querstreifig, innen mit
mehr als 25 dicht genäherten Lamellen. Sporen 10—14 u und fein punktiert.
Von N. C. Kindberg bei Lillehammer in Norwegen im Juli 1896 auf Steinen
gesammelt, jedoch auch aus Schweden und Kanada in Nord-Amerika bekannt
S. LX, 8, a und b) Bll, c) Habitusbild, d und e) Kapseln, f) Perichütialbl.; gez.
nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Kindbergs.
7. Drepanium scariosifolium (C. M.).
Hypnum C. ar 1887, Stereodon Broth. Enum. muse. Caueasi 1892, Nr. 381; cf. Rbh.
Kr. FL IV, 3, S. 4
. Einhäusig. Flache, breite, an ein zartes cupressiforme erinnernde,
cca im Alter bräunliche, zierliche Rasen mit we e
—.-612( کشت
fast regelmässig gefiederten Stengeln und kurzen, an den Spitzen meist deutlich
sichelförmigen, nur 5 mm langen Ästen. Stengelbll. dicht dachziegelig sichel-
förmig-einseitswendig, aus nicht herablaufender, an den Ecken eingedrückter,
eiförmiger Basis lanzettlich-pfriemlich verlängert, ähnlich wie bei cupressiforme,
etwas kahnförmig-hohl und in eine scharfe, bleiche, trockenhäutige Spitze
verschmälert, mit aufrechtem, oder an einer Seite zurückgebogenem Rand und
sehr kurzer, undeutlicher Doppelrippe, ganzrandig und höchstens an der Spitze
undeutlich gezühnelt. Blattzellen dünnwandig, eng linearisch-wurmförmig, in
den Ecken der Basis sehr zahlreich klein quadratisch und mit kórnigem Inhalt,
jedoch die 3—4 untersten etwas grösser und aufgeblasen. Perichätialbll.
aufrecht, schmal zugespitzt, flach und fast ganzrandig. Kapsel auf roter,
gedrehter Seta aufrecht, schmal zylindrisch und kaum gekrümmt, mit aus
gewölbter Basis gerade nadelförmig geschnäbeltem Deckel, trocken und entdeckelt
unter der Mündung etwas verengt.
An Baumstämmen und faulem Holz bei Batum im Kaukasus von Kaernbach
im April 1886 entdeckt und daselbst auch von Levier im Juni 1890 gesammelt.
Erinnert nach dem Bl. sehr an Drep. cupressiforme, von dem es sich jedoch nicht
nur durch den Blütenstand, sondern auch die gerade zylindrische Kapsel unterscheidet.
Habituell macht die Pflanze den Eindruck einer Varietät von Dr. cupressiforme,
S. LX. 13, a) Blattbasis, b) Kapsel; gez. nach einem von Levier ges. Expl.
8. Drepanium fastigiatum (Brid.).
Hypnum Hartm. 1849, Hypnum Stereodon fast. Brid. 1897. H. hamulosum Frölich
1827, H. TER Sehpr. 1860, H. mamillatum Funck; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 866.
Einhäusig; die kleinen, stengelständigen 6 Blüten mit eilanzettlichen ۱
äusseren und eiförmigen, plötzlich schmal zugespitzten inneren Hüllbll., 6 bis |
8 dicken, gelblichen Antheridien und lüngeren hyalinen Paraphysen. Habituell
an ein zartes reptile erinnernde, niedrige oder etwas polsterfórmige, dicht
verwebte, gelbgrüne bis brüunliche Rasen, mit 2—5 cm langen, unterbrochen
dicht fiederästigen, oft büschelig verzweigten, an den Enden zuweilen stolonen-
artigen Stengeln, langen, bleichen Stolonen und 0,5—1 cm langen, faden- |
förmigen, am Ende hakenförmig gekrümmten, aufsteigenden oder aufrechten,
nur am Rand der Rasen ausgebreiteten Ästen, sowie mit kleinen, pfriemen-
fürmigen oder gabeligen Paraphyllien. Stengelquersehnitt rund, mit kleinem
Zentralstrang und gelbroter Rindenschicht. ^ Niederbll. bleich, zart und
lang zugespitzt. Laubbll. ziemlich gedrängt locker dachziegelig, fast 2 zeilig
sichelförmig-einseitswendig, aus nicht herablaufender, hohler, eiförmiger Basis
lanzettlich verlängert und pfriemlich zugespitzt, oberwärts rinnig, sonst
fach- und ganzrandig, 0,6—1 mm lang, ohne Rippe oder mit sehr
kurzer, gelblicher Doppelrippe. Blattzellen eng wurmförmig- -linearisch,
-
yalin und 9 u. Perichätium reichlich wurzelnd; die bleichen; |
Wo. 5 a und 6—10 mal so lang, an der Basis etwas breiter, mehr rektangulär,
eMe > Ped pis getan. an den nicht ausgehóhlten Ecken einige oder nur wenige
a dr Cu,
— 613 —
2 mm langen inneren Hüllbll. lang lanzettlich und dünn zugespitzt, ganzrandig,
mit einfacher Rippe und teilweise lüngsfaltig. Kapsel auf 1,5 cm langer,
gelbroter, gedrehter Seta schwach geneigt, schmal ellipsoidisch und etwas
gekrümmt, hell rostfarben, trocken unter der Mündung verengt, mit 2reihigem
Ring und hochgewölbtem, stumpflichem oder mit Warze versehenem, gelbem
Deckel, entdeckelt gestutzt und 1,5—2 mm lang. Epidermiszellen der Kapsel-
wand etwas unregelmässig, meist rektangulär und nur wenig verdickt, am
Urnenrand nur wenige Reihen rundlich-6 seitig. Peristomzähne an der Basis
verschmolzen, lanzettlich-pfriemenförmig, hell gelblich und gesäumt, mit feinen,
papillösen, hyalinen Spitzen, aussen abwärts querstreifig, innen mit etwa 30 eng
gestellten Lamellen, nur die oberen Lamellen entfernter. Membran des inneren
Peristoms gelblich und kaum papillös, von '/, Zahnhóhe, mit trocken zwischen
den Zähnen durchtretenden, schmal ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen
und je 2— 3 langen, dünnen, knotigen, fein papillösen Wimpern. Sporen
9-19 oder 10—14 u, gelblich und glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI,
Tab. 589.
Auf kalkhaltigem Gestein durch die Alpen und obere Bergregion von 900 bis
2400 m in Europa wie Nord-Amerika verbreitet, insbesondere auch in Finnland,
Norwegen und Schweden. Seltener am Fusse der Bäume oder in 600 m. S. LV, 9,
a) BL, b) Perichätialbl., c) Kapsel, d) Habitusbild; gez. nach von J. Breidler in
Steiermark und von P. Culmann in der Schweiz ges. Expll.
Var. Ravaudi (Boul) Husnot mit sehr langer, rinniger, zurückgebogener
Pfriemenspitze und nur spärlichen Blattflügelzellen — von Renauld an Felsen in
der Dauphiné 1861 gesammelt.
9. Drepanium recurvatum (Lindb.).
Stereodon Lindb. & Arn., Musei Asiae bor. 1889, S. 149; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 467.
Einhüusig; die stengelständigen 6 Blüten mit ziemlich zahlreichen
Antheridien und gelblichen Paraphysen. Habituell der vorigen Art nahe
stehende, breite, glünzende, gelbliche, im Alter brüunliche Rasen mit hin-
gestreckten, mehr oder weniger dicht regelmässig gefiederten Stengeln, 5 mm
langen Asten und sehr verschieden gestalteten, faden- bis eifórmigen Para-
phyllien. Bll. gedrüngt, einseitswendig, fast kreisfórmig gekrümmt, aus verengter,
hohler, eifórmiger Basis allmählich lang zugespitzt, rippenlos und mit bis
über die Mitte zurückgebogenem Rand. Blattzellen sehr eng linearisch,
3,5 u und 10—15 mal so lang, an den Blattflügeln klein quadratisch, jedoch
nicht zahlreich. Innere Perichätialbll. stark faltig, fein zugespitzt und ganz-
randig. Kapsel auf 1,2—1,5 cm langer Seta fast aufrecht oder geneigt und
etwas eingekrümmt, entdeckelt 1,5 mm lang. Sporen 9—12 u, bleichgelb
und glatt.
Von V.F. Brotherus 1872 auf Kalkfelsen in Finnland für Europa entdeckt.
Vertritt die vorige Art mehr in nördlichen Gegenden und m von Arnell im
Jeniseithale Sibiriens von ie Waldregion bis in die subarktische Region reichlich
in ausgedehnten, meist reinen Rasen aufgefunden. S. LV, 14, ee sowie
— 614 —
LII, 6, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Perichätialbl.; gez. nach einem von
H. W. Arnell im Juni 1876 bei Krasnojarsk in Sibirien ges. Expl.
Unterscheidet sich von jastigiatum vorzugsweise durch die regelmässiger
gefiederten Stengel, durch stärker gekrümmte, länger zugespitzte Bll. mit abwärts
zurückgebogenem Rand und die engeren Blattzellen.
10. Drepanium Sauteri (Br. eur.).
Hypnum Br. eur. 1854, H. fastigiatum 8 tenellum Sendt. 1864, Stereodon fastigiatus
var. Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 867.
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blüten meist am Fusse des Perichätiums,
mit eifórmigen, lang und fein zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., 4 bis
6 Antheridien und wenigen lüngeren Paraphysen. Kleine, zierliche, der
Unterlage anhaftende, braungrüne oder gescheckte, dünne Überzüge mit nur
1—2 cm langen, dünnen, mit rotbraunen Rhizoidenbüscheln besetzten, meist
fiederüstigen Stengeln, 2—4 mm langen, dünnen, ausgebreiteten Ästen und
nur wenigen gezühnten, lanzettlichen Paraphyllien in der Umgebung der Spross-
anlagen, jedoch ohne Stolonen. Stengelquerschnitt rund, ohne Zentralstrang
und mit gelbroter, derbwandiger Rindenschicht. Stengelbll. etwas entfernt
gestellt, aus eirunder bis breit eifórmiger Basis rasch einseitswendig lanzettlich-
pfriemenfórmig, nur 0,5 mm lang, hohl, flach- und ganzrandig und ohne Rippe.
Blattzellen etwas derbwandig, 5 u und 6—8 mal so lang, an der Basis 7 p,
mehr rektangulür und kürzer, gelblich und getüpfelt, in den Ecken daselbst
nur wenige quadratisch, 9 u und gelblich. Astbll. dichter gestellt, sichelförmig-
einseitswendig und mehr rinnig-hohl. Perichütium wurzelnd; die bleichen
inneren Hüllbll. aufrecht, nur 1,5 mm lang, eilänglich und kurz pfriemlich
zugespitzt, schwach längsfaltig, rippenlos oder mit dünner, einfacher Rippe und
an der Spitze undeutlich fein gesägt. Kapsel auf 1 cm langer, rötlicher,
gedrehter Seta fast aufrecht oder geneigt bis horizontal, schmal ellipsoidisch,
nur schwach gekrümmt, oliven- bis ockerfarben, dünnwandig, mit konvex-
kegeligem, stumpfem Deckel und 2—3 zellreihigem Ring, trocken und entleert
unter der erweiterten Mündung verengt, entdeckelt nur ?/—1mm lang. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig, quadratisch oder rektangulär. Peristom-
zähne an der Basis verschmolzen und aufwärts gleichmässig verschmälert,
hell- bis goldgelb, schmal gesäumt, abwärts aussen querstreifig, innen mit
etwa 25 Lamellen. Membran des inneren Peristoms bleich und papillós, von
ول Zahnhóhe, mit eng ritzenfórmig durchbrochenen Fortsützen und je 2 voll-
stándigen, nach Sehimper zuweilen mit kurzen Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 8—10 u, hell ockerfarben und glatt. Reife im Juli und August.
Br. eur. Vol. VI, Tab. 590,
Auf Kalk, an feuchten, beschatteten Felsen und Steinen durch die Berg-
und Alpenregion von 600— 2000 m in Europa verbreitet; von Dr. A. Sauter
1848 am Nesselgrabenberg bei Reichenhall und am Kapuzinerberg bei Salzburg
entdeckt. S. XLIX, 7, a bis e) Bll., d und e) Kapseln, f) Habitusbild, g) Pas c
phyllen; gez. nach von J. Breidler und C. Glowacki in Steiermark in 900 bis.
1100 m ges. Expll
— 615 سب
b) Blüten zweihäusig.
11. Drepanium imponens (Hedw.).
Hypnum Hedw. 1801, Stereodon Brid. 1897, H. imponens v. chrysocytus C. M. 1851,
H. cupressiforme v. Boul. 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 868.
Zweihäusig in meist geschlechtlich getrennten Rasen; die dicken, oft etwas
einseitswendig dachziegelig beblätterten, stengelstündigen ی Blüten mit zahlreichen
eifórmigen bis verkehrt-eifórmigen, rasch in eine lange pfriemliche Spitze ver-
schmälerten Hüllbll., 6—10 gelbbrüunlichen Antheridien und vielen längeren
Paraphysen. Habituell an cupressiforme v. ericetorum erinnernde, ausgedehnte,
flache, gelb- oder freudiggrüne Rasen mit nur spärlich wurzelnden, mehrfach
geteilten, hingestreckten, meist regelmässig fiederästigen Stengeln, 5 bis
12 mm langen, oft 2zeilig ausgebreiteten, an den Enden hakig eingekrümmten
Asten und zahlreichen lanzettlichen bis handförmigen, gezähnten Para-
phyllien. Stengelquerschnitt meist oval, mit gelblichem Zentralstrang, gelb-
wandigem Grundgewebe und stark verdiekter, 4—5 zellreihiger, braunroter
Rindenschicht. Stengelbll. 2zeilig sichelförmig-einseitswendig, fast kreis-
förmig gekrümmt, aus kaum herablaufender, breit eiförmiger Basis allmählich
lanzettlich-pfriemenfórmig, 2 mm lang, mit gegen die Basis zurück-
geschlagenem, gegen die Spitze hin allmählich scharf gesägtem Rand und
kurzer Doppelrippe. Blattzellen etwas geschlängelt linearisch, 6—7 u und
7—10 mal so lang, an der Basis kürzer und breiter, mehr rektangulär,
9 u, goldgelb und getüpfelt, an den etwas ausgehöhlten, schwach geöhrten
Blattflügeln in gut begrenzter Gruppe quadratisch bis kurz rektangulär-6 seitig,
orangefarben und etwas erweitert, 14—20 u. Astbll. kürzer und schmäler.
Perichätium spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. bleich und zart, rippenlos
und mehrfaltig, sowie in eine geschlängelte, lange, scharf gesägte, fast faden-
förmige Pfrieme auslaufend, abwärts mit zurückgebogenem Rand. Kapsel auf
2—3 cm langer, dünner, hellroter Seta fast aufrecht, zylindrisch und wenig
gekrümmt, dünnwandig, ockerfarben, mit aus konvexer Basis spitz kegeligem
Deckel und 3reihigem Ring, trocken unter der Mündung kaum verengt, ent-
deckelt 2,5 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand oval-6 seitig und derbwandig.
Peristomzühne dicht an der Mündung inseriert, goldgelb und schmal gelb gesáumt,
abwärts aussen querstreifig, innen mit zahlreichen gedrängten Lamellen. Membran»
des inneren Peristoms gelblich und fein papillös, von و Zahnhöhe mit ritzenförmig
durehbrochenen Fortsützen und je 2 fadenförmigen Wimpern. Sporen 14—18 u,
ockerfarben und fein punktiert. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. VI, Tab. 597.
Auf torfigem Boden zwischen Sphagnen, auf Heideboden und an kiesel-
haltigem Gestein, sowie an Baumwurzeln und faulem Holz in den Waldungen der
Ebene und niederen Bergregion bis 500 m im mittleren Europa hier und da verbreitet,
in der Schweiz noch bis 1800 m, häufiger in Nord-Amerika von den mittleren
Vereinigten Staaten nach Norden hin, insbesondere in Kanada etc.; von Schimper
1832 bei der Ruine Ramstein in den Vogesen entdeckt. S. LV. 12, a und b) BI.,
c und d) Kapseln, e) Paraphyllien; gez. nach von C. Rómer bei Eupen in der
Rheinprovinz (Preussen) und nach in Schottland ges. Expll.
Auer
”
— 616 —
12. Drepanium procerrimum (Mol.).
Hypnum Mol. 1866, H. petraeum Boul. 1872, H. (Ctenidium) procerrimum Mol. 1866;
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 861.
Zweihäusig; die zahlreichen kleinen, schmalen و Blüten mit einseits-
wendig pfriemlich zugespitzten HüllblL, wenigen Archegonien und mit Para-
physen. Habituell zuweilen an ein kräftiges Ctenidium molluscum erinnernde,
ausgedehnte, goldgrüne bis braungrüne, glänzende Rasen mit kräftigen, 6-10 cm
langen, nicht wurzelnden, dicht und meist regelmässig kamm artig ۸9116 ۸
Stengeln, 1—1,5 cm langen, dünnen, horizontal abstehenden, an trockeneren
Standorten eingekrümmten Ästen und gezähnten, breit eiförmigen Paraphyllien
um die Sprossanlagen. Stengelquerschnitt oval, mit kleinzelligem Zentralstrang,
lockerem, dünnwandigem Grundgewebe und gelbroter, mehrzellreihiger, dick-
wandiger Rindenschicht. Stengelbll. dicht gedrängt, sichelfórmig einseits-
wendig, derb, aus fast herzförmiger, abgerundeter Basis breit lanzettlich
und allmählich pfriemlich verschmälert, 3—4 mm lang, hohl, zuweilen schwach
längsfaltig, ganzrandig und mit ungleich 2schenkeliger, fast bis zur Mitte
reichender, oder kürzerer Doppelrippe. Blattzellen linearisch bis linearisch-
wurmförmig, etwas derbwandig und schwach getüpfelt, 6 u und 6-10 mal so
lang, aufwärts glatt und an den oberen Zellecken nicht papillös vortretend,
auch gegen die Basis an den abgerundeten Ecken nur scheinbar etwas vor-
tretend, aber ohne Papillen, an der Basis 9-19 y, rektangulär-6 seitig und
dickwandig, an der Insertion orangefarben, an den abgerundeten Blattflügeln
in grosser Anzahl quadratisch und 9 u. Astbll. fast kreisförmig gekrümmt,
schmäler und fast haarförmig zugespitzt, ganzrandig und mit eingebogenen
Rändern. Sporogon und S Blüten unbekannt.
Auf Kalk, Schiefer und Urgebirgsfelsen, an steinigen Abhängen, in Höhlungen
und Klüften der Alpen und Voralpen Europas von 1200— 2860 m hier und da
verbreitet, auch auf der Knudshöhe bei Dovre in Norwegen; von Molendo 1865
am Pasterzenfall bei Heiligenblut in Kärnthen und von Hegetschweiler am
Pilatus in der Schweiz entdeckt. 8. LV, 2, a) Bl, b) stärker vergrösserte Blatt-
zellen; gez. nach einem von P. Culmann am Pilatus in der Schweiz in 1800—1900 m
gesammelten Expl.
Da bei Dr. reptile die Zellecken weit stärker vortreten als bei procerrimum,
so halte ich seine Vereinigung mit Ctenidium nicht für geboten.
13. Drepanium canariense (Mitt.).
Stereodon Mitt. 1864, Hypnum Waghornei Kindb. 1892, H. eireinale Card. 1890 (non
Hooker), Hypn. can. Dixon 1896: ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S 472.
Zweihäusig. Habituell an ein zartes, fiederüstiges cupressiforme mit
molluscum ähnlicher, dicker Kapsel erinnernde, dichte, flache, etwas glänzende
Rasen mit kriechenden, stellenweise büschelig wurzelhaarigen, dicht fieder-
üstigen Stengeln und 5—8 mm langen, etwas spindelfórmigen, ausgebreiteten
Asten, sowie mit zahlreichen vielgestaltigen Paraphyllien. Stengelbll. gedrängt
end, schwach sichelförmig einseitswendig, aus nicht herablaufender,
س 617 —
eilanzettlicher Basis allmählich lang pfriemenförmig, bis 2 mm lang,
mit flachem, aufwärts scharf gesügtem Rand und nur schwacher, kurzer
Doppelrippe oder ohne Rippe. Blattzellen derbwandig, eng linearisch, 5—6 u
und 8—14 mal so lang, an der Basis goldgelb, dickwandiger und getüpfelt,
9 u, an den geöhrten, schwach ausgehöhlten Blattflügeln in ziemlich gut
begrenzter Gruppe zahlreich quadratisch bis rektangulär, hell oder gelbrot
bis gebräunt und 18 u. Perichütium wurzelnd; die aufrechten, rippenlosen
Hüllbll. mit abgebogenen, scharf gesägten, langen Spitzen. Kapsel auf 1,5 cm
langer, rotbrauner, gedrehter Seta geneigt bis horizontal, dick gedunsen ei-
förmig, kurzhalsig und nicht gekrümmt, kastanienbraun, 1,2 mm lang und
0,9 mm dick, mit konvexem, mit Spitzchen versehenem, rotbraunem Deckel
und 2—3reihig sich ablösendem Ring, entdeckelt unter der weiten Mündung
nur wenig verengt. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig, quadratisch
bis 6seitig und selbst querbreit. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
orangefarben, schmal gesäumt und aussen querstreifig, mit grob papillösen
Spitzen. Membran des inneren Peristoms von !/, Zahnhöhe, hell gelblich und
fast glatt, mit geschlitzten Fortsätzen und je 2 papillösen Wimpern. Sporen
14—18 u, olivengrün und gekörnelt. Reife im Winter.
Von Wilson 1829 bei Killarney in Irland aufgefunden, jedoch schon früher
von Webb auf den Canarischen Inseln entdeckt. Auch von Teneriffa und Madeira
bekannt. S. LIT, 8, a) Stbl., b) Astbl, c) Blattflügel eines Stbl., d) Habitusbild;
gez. nach einem von R. Fritze auf Madeira ges. Expl. Das ihm sehr ähnliche
Dr. cireinale hat längere Sprosse und goldgelbe bis rotbraune Blattflügel.
Drepanium circinale (Hook.) aus Nord-Amerika ist der vorigen Art sehr
nahe verwandt. Es erinnert habituell an ein kräftiges Dr. reptile mit kurzer,
dieker Kapsel und unterscheidet sich von voriger Art namentlich durch die
Form und das Zellnetz der Blattbasis, insbesondere durch die kleinere Gruppe der
grösseren, weniger zahlreichen, braunen oder orangeroten Blattflügelzellen und die
über denselben mehr ausgebauchten Blattründer. Die Bil. sind aus fast herz-
förmiger Basis rasch in eine sichelfórmige, gezähnte Pfrieme verschmälert, jedoch:
oft etwas unsymmetrisch an der Basis, indem die eine Seite über den goldgelben
bis braunroten Blattflügeln meist etwas mehr ausgebaucht ist. Diese Art wurde
nach Dixon (Rev. br. 1899, S. 89ff.) ebenfalls in Irland bei Killarney gefunden,
soll jedoch nicht lhüusig, sondern gemischt 2 häusig sein. S. LII, 7, a) mittleres,
ki oberes Stbl., c) Astbl, d) Perichütialbl, e und f) Kapseln; gez. nach einem
n J. W. Bailey in کین Brit. Kol. in Nord-Amerika ges. Expl. Hypnum
Sand C. M. und ۸ pseudo-recurvans Kdb. sollen nach Dixon
hiermit identisch sein.
14. Drepanium Bambergeri (Schpr.).
Hypnum Schpr. 1860, Stereodon Lindb. 1879, St. (Drepanium) circularis Mitt. 1865;
cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 869.
Zweihäusig. Habituell an ein kräftiges Dr. hamulosum oder einen kleinen
Drepanocladus erinnernde, meist dichte, kissenfórmige, braungrüne oder gold- -
bräunlich gescheckte, glänzende, innen hell rostfarbene Rasen mit 3—8 und
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selbst 12 cm langen, aufrechten, einfachen oder büschelig geteilten, nur wenig
unregelmässig verästelten, nicht wurzelfilzigen Stengeln und nur kurzen,
3—4 mm langen Ästen, ohne Paraphyllien und ohne Stolonen. Stengel-
querschnitt rund, mit dünnem Zentralstrang, derbwandigem Grundgewebe
und nach aussen substereider, gelber bis gelbroter Rindenschicht. Bil. dicht
gedrängt, 2zeilig sichelfürmig-einseitswendig, aus hohler, eiförmiger oder
elliptischer Basis allmählich lanzettlich rinnig-hohl und in eine geschlängelte,
kreisförmig gebogene Pfrieme auslaufend, 1,6—2 mm lang, nicht faltig,
flach- und ganzrandig, mit dünner, gelber, ungleich 2schenkeliger oder
doppelter Rippe. Blattzellen sehr verdickt und getüpfelt, stumpflich-
linearisch, 6—7 u und 6—10 mal so lang, an der Basis 9 u und nur 3—4 mal
so lang, an der Insertion goldgelb, an den Blattflügeln in kleiner, orange-
farbener, konvexer Gruppe quadratisch bis oval-6seitig, 19—16 u, ver-
dickt und getüpfelt und darüber durch wenige quadratische Zellen begrenzt.
Astbll. kürzer und schmäler. Perichütium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll.
3 mm lang, rippenlos, längsfaltig, oben gestutzt und gezähnt und plötzlich
in eine glatte, zurückgebogene Pfrieme ausgezogen. Kapsel (nach Limpr.)
auf 2cm langer, dünner, gedrehter, rötlicher Seta aus aufrechter Basis geneigt,
verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch und oben gekrümmt, dünnwandig, mit
2reihig sich ablösendem, orangefarbenem Ring und stumpf kegeligem, orange-
farbenem Deckel, entdeckelt 1,8 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig, oval-6 seitig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelb und
gesäumt, mit papillösen hyalinen Spitzen, unten orangefarben, aussen quer-
streifig, innen mit Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich, von
و Zahnhöhe, mit nicht durchbrochenen Fortsätzen und je 2 dünnen, voll-
ständigen Wimpern. Sporen 10—14 u, olivenbräunlich und fein gekörnelt.
Reife im Sommer.
An Kalkfelsen und kalkreichem Gestein in den Alpen und Hochalpen von
1700—2800 m durch Europa verbreitet, jedoch auch von Spitzbergen, aus Grönlan
und dem arktischen Nord-Amerika bekannt; von Bamberger 1851 am Stockhorn
in der Schweiz entdeckt. Mit Frucht bis jetzt nur auf dem Dovrefjeld in Nor-
wegen gefunden. S. LV, 1, a und b) BI, c) Habitusbild, d) stürker vergrósserter
Blattflügel; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld
in Norwegen und nach von P. Culmann am Pilatus in der Schweiz ges. Expll.
Var. condensatum (Sehpr.) — H. condensatum Schpr. und H. flexuosum Berggren,
in 3—4 em tiefen, dicht kissenförmigen, goldbraunen, innen rostfarbenen Rasen, mit
an der Basis mehr eiförmigen, etwas breiteren BlL, mit rosenkranzübnlich ge-
tüpfelten, an der Insertion und an den kleinen, oft vorgewölbten Blattöhrchen sehr
stark verdickten, fast quadratischen orangefarbenen Zellen — von Sendtner in
den Bayrischen Alpen am Linkerskopf in 2135 m entdeckt. S. LIII, 10, a und 1
b) Bll, c und d) stärker vergrüsserte Blattflügel; gez. nach Expll. aus den Herbarien E
von C. Schliephacke und F. Renauld. Mit dieser Varietät soll nach Limpricht
auch Hypnum Vaucheri v. arenacea Mol. übereinstimmen, während ich das von
Molendo im Algäu gesammelte H. condensatum nach den nicht gelben, zahlreichen mod
‚einen Blattflügelzellen nur für eine Varietit von H. Vaucheri halten kamt
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S. LIII, 8, a und b) Stbll., c) Astbl, d) Habitusbild; gez. nach einem aus dem
Berliner Bot. Museum erhaltenen Expl. Die 8—12 em hohe f. elata erinnert etwas
an zarte Formen von Jrepanocladus intermedius und vernicosus.
15. Drepanium Vaucheri (Lesqu.).
Hypnum Lesqu. 1845, Stereodon Lindb. 1879, St. cupressiforme v. Lindb. 1890; cf.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 870.
ZAweihäusig; die o Blüten oft gehäuft, mit 6—10 Archegonien und zahl-
reichen Paraphysen. Habituell an ein dünnstengeliges, aufrechtes Dr. cupressi-
forme v. julaceum erinnernde, dicht kissenfórmige, gelb- bis braungrüne Rasen
mit 3—6 cm langen, büschelig rotwurzeligen, kriechenden Hauptstengeln, langen,
bleichen Stolonen, aufrechten, büschelig geteilten, fast fiederästigen sekundären
Stengeln und bis 1 em langen, fast drehrunden Ästen. Stengelquerschnitt oval,
mit deutlichem, vielzelligem Zentralstrang, derbwandigem Grundgewebe, gelber
bis gelbroter, 4—5 zellreihiger, kleinzelliger, sehr diekwandiger Rindenschicht
und oft blatteigener, kleinzelliger Aussenrinde, jedoch sind die dünnen Aussen-
wände trocken meist kollabiert. Paraphyllien nur in der Umgebung der
Sprossanlagen und verschiedenartig gestaltet. Niederbll. zart und bleich, mit
abgebogenen Spitzen. Laubbll. dachziegelig anliegend, dicht gedrängt und
teilweise einseitswendig, aus nicht herablaufender, fast löffelartig hohler, ei-
förmiger oder elliptischer Basis nicht sehr lange gerade oder schief lanzettlich-
pfriemlich verschmälert, bis 1,6 mm lang, nicht faltig, flach- und ganzrandig.
mit kurzer, ungleichschenkeliger Doppelrippe. Pfriemenspitze meist nur ول
des eiförmigen Basalteils. Blattzellen nur kurz linearisch, derbwandig und
getüpfelt, 7—8 u und 3—7 mal so lang, gegen die Basis 9 u und 3—4 mal
so lang, in den weder ausgehóhlten noch geóhrten Ecken daselbst in
grosser Anzahl (nach beiden Seiten etwa 10reihig, aufwürts sogar über
20reihig) in fast 3eckiger Gruppe klein quadratisch, nur 10—12 u, derb-
wandig und gefärbt. Astbll. den Stengelbll. ähnlich, nur kleiner. Sporogon
unbekannt.
An Kalkfelsen und kalkreichem Gestein in den Alpen und Hochalpen Europas
bis in 2880 m weit verbreitet, stellenweise bis 300 m in die Thäler herabgehend
und auch aus Nord-Amerika (Montana) bekannt. Von Arnell im Jeniseithale
Sibiriens in der subarktischen Region gesammelt. In den Piemonteser Alpen bis
3550 m aufsteigend. S. LV, 3, a bis c) Bll, d) stärker vergrösserte Blattzellen;
gez. nach von Dr. Holler bei Bormio in 1450 m und von Pfeffer bei Chur in
der Schweiz ges. Expll.
Var. coelo Phyllum (Mol.), eine kleinere Form mit schlanken, brüchigen Stengeln,
kätzchenartigen Ästen und breiteren Bll., mit kürzerem Zellnetz — an feuchten
Standorten in höheren Lagen.
Auch das von Molendo im Algäu gesammelte Hypnum condensatum ist nur
eine Varietät von Dr. Vaucheri. S. LIII, 8, a und b) Stbll., c) Astbl., d) Habitus-
bild; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Berliner Bot. Museum.
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16. Drepanium revolutum (Mitt.).
Stereodon Mitt. 1859, Hypnwm Lindb. 1868, Hypnum Heufleri Jur. 1861, H. eupressif.
v. implexwm Sendt.Mscr.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 871.
Zweihäusig; die stengelstindigen 6 Blütenknospen mit kurz zugespitzten,
flachrandigen Hüllbll., 6—8 bleichgrünen Antheridien und längeren Paraphysen.
Die Hüllbll. der o Blüte rippenlos, nicht faltig, sichelfórmig-einseitswendig
und allmählich pfriemenfórmig. Habituell an Dr. condensatum oder procerrimum
erinnernde, meist dicht polsterfórmige, 3—5 und selbst 8 cm tiefe, bräun-
liche oder gelblich gescheckte, innen hell rostfarbene Rasen mit büschelig ge-
teilten, gleichhohen, fiederig beasteten oder auch einfachen, schlanken,
wurzellosen Stengeln, meist einseitswendigen, 5—12 mm langen Asten, ver-
schiedenartig gestalteten Paraphyllien um die Sprossanlagen und gelblichen
Haaren in den Achseln der Stengelbll., jedoch ohne Stolonen. Stengelquerschnitt
rundlich-oval, mit Zentralstang, lockerem, ziemlich dünnwandigem Grundgewebe,
gelbroter, 3—4zellreihiger Rindenschicht und meist blatteigener Aussenrinde
wie bei Vaucheri. Durch Kollabierung der dünnen Aussenwände erscheint der
Querschnitt höckerig zahnradartig. Stengelbll. dicht gedrängt sichelförmig-
einseitswendig, trocken etwas gekräuselt sichelförmig, aus nicht oder kaum
herablaufender, ziemlich gerader, eiförmiger Basis über der Mitte rasch
lanzettlich-pfriemenförmig, 1,5—2 mm lang, trocken schwach längsfaltig,
hohl und ganzrandig, mit rinniger Spitze, ungleicher, kurzer, gelber Doppel-
rippe und in der unteren Hälfte fast spiralig schmal zurückgerolltem
Rand, nur zuweilen in der Spitze undeutlich gezähnelt. Blattzellen linearisch-
wurmförmig, etwas stumpflich und wenig derbwandig, nur schwach getüpfelt.
5—6 u und 4—8 mal so lang, an der Basis gelblich, 7—9 u und nur 3—5 mal
so lang, sowie stärker getüpfelt, an den nicht ausgehöhlten Blattflügeln in
kleiner, 3eckiger Gruppe (nach der Insertion zu 5—6 reihig) gelb und klein
quadratisch, 7—9 u, nur wenige mitunter grösser, oval-6seitig oder kurz
rektangulär und 12—16 u. Astbll. den Stengelbll. ähnlich. Perichätium
nicht wurzelnd. Kapsel nach Boulay unter der Mündung stark verengt.
entdeckelt 2—3 mm lang.
An feuchten Felsen und Kieselgestein in den Alpen Europas von 1300—3000 m
verbreitet, in den Piemonteser Alpen sogar bis 3550 m aufsteigend; nach Mitten
von Strachey in Tibet in Asien entdeckt und 1850 von Baron von Heufler in
Siebenbürgen gesammelt. Nach Macoun auch aus Grönland und den Rocky-
Mountains Nord-Amerikas bekannt, sowie nach Arnell von Waldburg-Zeil am
Burgasutai-Pass im nördlichen Asien gesammelt. S, LV, 13, a und b) Bl,
c) Habitusbild, d) stärker vergrösserte obere Blattzellen; gez. nach von J. Breidler
in Kärnthen und von Pfeffer in den Rbütischen Alpen in 2130 m ges. Expll.
Var. pygmaeum Mol, eine kleinere Form mit nicht lüngsfaltigen Bll.;
var. Molendoanum (Schpr.) — Hypnum Molendoanum Schpr., eine kraftig erê
" Form in flacheren Rasen mit hingestreckten, 2 zeilig fiederüstigen Stengeln —
h von Molendo an Kalkschiefer in Tirol gesammelt (non vidi).
— 621 —
17. Drepanium dolomiticum (Milde).
Hypnum Milde 1864, H. fastigiatum var. Mol.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 872.
Zweihäusig. Habituell an ein fiederästiges, zartes fastigiatum erinnernde,
weiche, dicht verflochtene, gelblich- oder freudiggrüne, etwas glänzende Rasen
mit 3—4 cm langen, dünnen, aufsteigenden, spärlich wurzelhaarigen, fieder-
ästigen, zerbrechlichen Stengeln, 4—8 mm langen, ungleichen Ästen und
nur wenigen, kleinen, lanzettlichen Paraphyllien um die Astanlagen, aber ohne
Stolonen. Stengelquerschnitt oval, mit kleinzelligem Zentralstrang, dünnwandigem,
lockerem Grundgewebe und bis 4zellreihiger, gelblicher, diekwandiger Rinden-
schicht, sowie mit kleinzelliger blatteigener Aussenrinde. Stengelbll. gedrängt
aufrecht abstehend, oft nur schwach sichelförmig, aus kaum herablaufender,
hohler, eiförmiger Basis lang rinnig-pfriemenförmig, nur 1,2 mm lang,
rippenlos und meist ganzrandig, sowie abwärts am Rand schmal zurück-
gebogen. Blattzellen eng wurmförmig, 6 u und 5—8, in der Spitze sogar
bis 10 mal so lang, an der Basis verdickt und getüpfelt, 7—8 u und mehr
rektangulär, in den nicht ausgehöhlten Blattflügeln in meist 4 Reihen quadratisch,
10—12 u, und namentlich die Randreihe weit hinauf quadratisch oder
kurz rektangulär bis rhombisch, sodass die untere Hälfte des Bl. durch die
zurückgebogene Randzellreihe fast wie gesäumt erscheint. Astbll. stärker
sichelförmig, fast kreisfórmig und etwas kürzer. Perichätialbll. (nach Breidler)
aufrecht anliegend, die innersten fast scheidig, schwach gefurcht und in eine
fein gesägte Spitze rasch verschmälert. Kapsel auf 1,2—1,7 cm langer Seta
zylindrisch und fast gerade oder wenig gebogen, entdeckelt 2,5 mm lang.
Sporen 7—10 u.
An Kalkfelsen und kalkhaltigem Gestein durch die Alpen Europas von
970-9800 m verbreitet; von Milde 1863 auf der Seiseralp in Tirol entdeckt.
S. LV, 7, a bis c) BI., d) Habitusbild; gez. nach von J. Breidler an Serpentin-
blócken in Tirol in 1280 m ges. Expll.
18. Drepanium cupressiforme (L.).
Hypnum L. 1753, Neckera Willd. 1787, Hypn. nitens Timm. 1788, .H. decipiens Hoffm.
1796, H. nigro-viride Dicks. 1801, Stereodon Brid. 1827; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 873.
Zweihäusig und meist gemischtrasig; die stengelständigen 6 Blüten mit
zahlreichen aus eifórmiger bis verkehrt eifórmiger Basis fast sparrigen, rasch
lang und schmal zugespitzten Hüllbll, 10—15 gelblichen bis bräunlichen
Antheridien und vielen lüngeren Paraphysen. Ausserordentlieh variabel und
formenreich. Im Schatten oliven- oder freudiggrüne, in der Sonne mehr gelblich-
bis bräunlichgrüne und glänzende, ausgedehnte, meist flache oder kissen-
fórmige Rasen mit 3—10 cm langen, kriechenden oder aufsteigenden,
spärlich wurzelhaarigen, geteilten, entfernt beasteten, meist fiederästigen
Stengeln und aufgerichteten oder am Umfang der Rasen mehr ausgebreiteten
Asten mit hakig eingekrümmten Enden, nur selten mit lanzettlichen oder
pfriemliehen Paraphyllien. Stengelquerschnitt zundlich-oval, mit kleinem
Zentralstrang, lockerem Grundgewebe, 3—5 schichtiger Rinde und kleinzelliger
— 62 —
blatteigener Aussenrinde. Bil. deutlich 2reihig sichelförmig-einseits-
wendig, lockerer oder dichter dachziegelig, aus nur wenig herablaufen-
der, eiförmiger oder elliptischer Basis lanzettlich verlängert und allmählich
pfriemlich zugespitzt, oft fast haarförmig auslaufend, meist 2,4 mm lang, mit
über der Basis zuweilen einseitig umgeschlagenem, gegen die Spitze oft ge-
zähntem Rand und kurzer Doppelrippe oder auch ohne Rippe. Blattzellen
spitz linearisch-wurmförmig, 5 u und 10—15 mal so lang, an der Basis 7 u,
mehr rektangulär, verdickt und getüpfelt, an den Ecken daselbst in konvexer,
rundlicher, etwa 5stockiger Gruppe quadratisch, oder kurz rektangulär
bis rundlich-6 seitig, 10—16 u, hyalin oder gelblich, verdickt und oberwärts oft
noch von mehr oder weniger zahlreichen kleineren, quadratischen, grünen
Zellen begrenzt. Astbll den Stengelbll. ähnlich, nur kürzer und schmäler.
Perichätium etwas sparrig, nicht oder nur wenig wurzelnd; die inneren ۰
rippenlos, nur wenig faltig, bis 4,5 mm lang, aus scheidiger Basis lanzettlich
verlängert und in eine ganzrandige oder mehr oder weniger deutlich gesägte
Pfrieme auslaufend. Kapsel auf 1,5—2,5 em langer, roter, gegenläufig ge-
drehter Seta fast aufrecht oder geneigt, verlüngert ellipsoidisch und fast gerade,
oder zylindrisch und aufwürts gekrümmt, kurzhalsig, derbwandig, rótlich bis
fast kastanienbraun, mit 2reihig sich ablósendem, orangefarbenem Ring und
aus gewölbter Basis kürzer oder länger gerade gespitztem bis geschnäbeltem
Deckel, trocken und entleert unter der Mündung etwas verengt, entdeckelt
2—2,7 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand rektangulür-6seitig, mit
stark verdickten Längswänden, am Urnenrand rundlich-6 seitig und mehr
kollenchymatisch. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, abwärts rost-
farben und gesäumt, aussen bis zur Mitte querstreifig, aufwärts heller, gelblich
bis hyalin, an der dünnen Spitze treppenförmig und grob papillös, innen mit
25 und mehr Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelblich und papillös,
von و Zahnhöhe, mit ritzenförmig durchbrochenen, helleren Fortsätzen und je
2—3 fadenförmigen, papillösen, knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u, oliven-
farben bis rostbraun und papillós. Reife im Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 594.
Auf den verschiedenartigsten Unterlagen, auf der Erde wie an Steinen, auf
Düchern und an auern, an Baumstümmen wie an Holz von der Ebene bis in
die Hochalpen in 3350 m über den ganzen Erdkreis in mannigfaltigen Formen
verbreitet; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. S. LV, 4, a und b) Bll.,
€ und d) Kapseln; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
lage sowohl, wie nach der Meereshóhe in den verschiedensten Varietiten und
Übergangsformen vorkommt, bald an reptile, bald an Vaucheri oder imponens usw.
ermnernd. Die auffallenderen Formen sind:
var. brevisetum (Schpr.) in gelbgrünen, kissenfórmigen Rasen mit kriechenden
Stengeln und aufrechten Asten, kaum einseitswendigen Bll. und kaum über 1 cm
langem Kapselstiel — an altem Holzwerk;
var. uncinatulum (Br. eur.) in niedrigen Rasen mit fiederästigen Stengeln
und hakenförmig eingekrümmten Asten, lang zugespitzten Bll. mit gegen die
Basis etwas zurückgeschlagenem Rand und oft farblosen Blattflügelzellen, sowie kleiner,
gekrümmter Kapsel mit spitzem Deckel — am Grunde der Stämme und an Felsen usw.;
var. longirostre (Br. eur.) in lockeren Rasen mit schlanker Kapsel auf
1,5 cm langer Seta und mit lang und dünn geschnäbeltem Kapseldeckel — an
feuchten Standorten, auf der Erde wie an Baumwurzeln;
var. elatum (Br. eur.) in lockeren Rasen mit bis 10 cm langen, aufrechten
Stengeln und bis 3 mm langen, sehr hohlen, rasch kurz zugespitzten Bll., sowie
mit aufrechter, fast gerader Kapsel — auf feuchtem Sand- und Heideboden;
var. mamillatum (Brid.) in gelblichgrünen, dem Boden oder der Borke der
Bäume flach angedrückten Rasen mit regelmässig gefiederten, dünnen Stengeln und
stumpflichem, nur mit kurzem Spitzchen oder mit Warze versehenem, gewölbtem
Kapseldeckel — auf trockenerem Waldboden oder am Fusse alter Birken usw.;
var. subjulaceum (Mol.) in lebhaft glänzenden, schwellenden, gelbgrünen bis
goldbraunen Rasen mit fast aufrechten, kätzchenartigen Stengeln und Asten, mit
haarförmig zugespitzten Bll. und oft teilweise gebräunten Blattflügelzellen — auf
steinigem Boden in höheren Lagen;
var. filiforme (Brid.) in der glatten Baumrinde angedrückten flachen Rasen
mit langen, fadenförmigen, parallel herablaufenden Stengeln und Asten — an Baum-
stimmen und Felsblócken in schattigen Waldungen;
var. ericetorum (Br. eur.) in lockeren, habituell an imponens oder eine auf
der Erde wachsende Neckera complanata erinnernden Rasen mit aufsteigenden, fast
regelmässig fiederüstigen Stengeln, stark sichelförmigen, rings fein gesügten BI.
und teilweise etwas grósseren, stürker vorgewólbten Blattflügelzellen — auf Heide-
boden. S. LV, 4, e) Blattflügelzellen; gez. nach in Fichtenwaldungen auf dem
Ramsberg dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. depressum Rth. eine dem Isopterygium depressum täuschend ähnliche,
stark glänzende Form mit flachen Sprossen und an eine Pylaisia polyantha
erinnernden, geraden, eilanzettlichen, haarförmig fein zugespitzten Bll. — am
Fusse einer Buche des Hohenrain am Jägerhaus bei Laubach.
In seiner Moosflora des Harzes von 1904 verteilt Loeske die vorstehenden
Varietäten zu mehreren Gruppen, indem er die aufrechten Formen mit plötzlich
kurz zugespitzten Bil. als //ypn. lacunosum, sowie auch Hypn. filiforme und
H. ericetorum als besondere Arten ausscheidet. Wenn auch diese letztere Pflanze
Arten nicht gut abgrenzen lassen. H. ericetorum bildet schon mehr den Übergang
zur folgenden Gruppe der Drepanign, für die ich die Bezeichnung Stereodon bei-
be be. |
— 624 —
19. Drepanium resupinatum (Wils.).
Hypnum Wils. 1855, H. multiflorum "Tayl, H. cupressiforme var. Sehpr. 1856, H.
polyanthos Engl. Bot., H. resupinatum prolixum De Not. 1869; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 874.
Zweihäusig; die grossen 6 Blüten mit eiförmigen Hüllbll., 8-19 gelblichen
Antheridien und zahlreichen hyalinen Paraphysen. Der vorigen Art nahe
verwandte, flach angedrückte, gelblich- bis olivengrüne, glänzende, feinstengelige
Rasen mit 3—5 cm langen, kriechenden Hauptstengeln, nur 2 cm langen, mehr
aufsteigenden, dicht beasteten sekundären Stengeln, bis 5 mm langen,
geraden, spitzen, meist aufrechten Ästen und nur wenigen lanzettliehen
Paraphylien um die Astanlagen. Stengelquerschnitt rundlich-oval, ähnlich
wie bei cupressiforme. Bill. gedrängt dachziegelig, kaum einseitswendig, aus
nur wenig oder nicht herablaufender, verengter Basis eilänglich oder länglich-
lanzettlich und zugespitzt, nicht sichelfórmig, 1,5—2 mm lang, flach- und
ganzrandig, rippenlos oder mit kurzer, angedeuteter Doppelrippe. Blattzellen
linearisch und getüpfelt, 6—7 u und etwa 10 mal so lang, an den schwach
ausgehóhlten Blattflügeln in einer rundlichen, am Rand sich weiter hinaufziehenden
Gruppe quadratisch bis querbreit, 12—18 u, goldgelb oder gebräunt, ver-
dickt und oberwürts von ungefürbten, kleineren quadratischen Zellen begrenzt.
Perichätium wurzelnd; die inneren Hüllbll. 3 mm lang, nicht faltig, allmählich
lang zugespitzt und gauzrandig. Kapsel auf 1,2—2 em langer, rótlichgelber
Seta schwach geneigt, fast gerade, zylindrisch, hell rostfarben und dünnwandig,
mit lange bleibendem, 2zellreihigem Ring und geradem oder schiefem, aus
gewülbter Basis geschnübeltem, rotem Deckel von halber Kapsellünge, trocken
unter der Mündung nicht verengt, entdeckelt 1,8—2 mm lang. Peristomzühne
an der Basis verschmolzen, abwürts orangefarben, kaum gesäumt und aussen
querstreifig, mitten mehr schrägstreifig, aufwärts rasch verschmälert, hell
papilós mit fast gesägten Rändern, innen mit nur etwa 20 etwas entfernten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms bleich und schwach papillós, von
پل Zahnhóhe, mit schmalen, ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und unvoll-
ständigen Wimpern. Sporen 14—18 u, olivenfarben und gekórnelt. Reife
im Winter,
An Steinen, insbesondere Sandsteinen, und am Fusse von Baumstämmen in
England, Irland, Jütland, Holland usw. unweit der Meeresküste; von Wilson bei
arrington in England entdeckt und auch von Schpr. bei Killarney in Irland
gesammelt. S. LV, 8, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Habitusbild; gez. nach
von A. L. Jolis bei Cherbourg und von Schimper in Irland ges. Expll. (comm.
J. Breidler) Erinnert an ein sehr zartstengeliges Dr. cupressiforme v. filiforme
mit aufrechter, gerader Kapsel oder auch an Dr. pseudofastigiatum.
20. Drepanium hamulosum (Br. eur.).
1 SN Hypnum Br. eur. 1854, H. cupressiforme var. Brid. 1812, und var. crispatissimum
Bruch. 1828, H. hamulosum var. micranthum Wils. 1855, H. callichroides Mol. 1863, Stereodon
rv 1872, H. chlorochrowm Jur. 1875, H. dovrense Kindb. 1885; cf. Rbh. Kr. FIIV, —
ow تس
Zweihäusig und pseudomonöeisch mit kleinen 6 Zwergpflänzchen (nach
Limpr.); die kleinen 9 Blüten mit nur wenigen, eilanzettlichen Hüllbll. und
kleinen Antheridien ohne Paraphysen. Habituell an ein kräftiges dolomitieum
oder ein zartes callichroum erinnernde, 2—5 und selbst 9 cm hohe, gelbe,
polsterförmige Rasen, mit brüchigen, dünnen, aufsteigenden oder auf-
rechten, büschelig verzweigten, spärlich wurzelhaarigen, zuweilen fast
regelmässig gefiederten Stengeln, 4—8 mm langen, dünnen Ästen, nur wenigen
kleinen Paraphyllien und vereinzelten kurzen Haaren in den Blattachseln.
Stengelquerschnitt rundlich-oval, mit dürftigem Zentralstrang und 3-4 zellreihiger,
“gelber, dickwandiger Rindenschicht nebst lockerzelliger, hyaliner Aussenrinde.
Stengelbll. gedrängt, sichelfórmig-einseitswendig, aus nicht herablaufender,
nur wenig verengter, eifórmiger Basis lanzettlich schief verlängert und allmählich
pfriemenförmig, bis 1,5 mm lang, aufwärts rinnig hohl und an der Spitze oft
klein gesügt, mit abwürts etwas zurückgeschlagenem Rand und kurzer, bis zu
!j, des Bll. durchlaufender, gelber Doppelrippe. Blattzellen eng wurmförmig
mit stumpfliehen Enden, 5 u und 7—9, in der Spitze bis 15 mal so lang, an
der Basis dickwandig und getüpfelt, kürzer und breiter, 7—9 u, an der Insertion
eine Reihe rundlich oder oval, zuweilen in den nicht ausgehóhlten Ecken
der Basis wenige (1—3) oval, grösser und hyalin. Astbll. fast kreisfórmig
gekrümmt, kleiner und schmäler. Perichätium wurzelnd und fast sparrig; die
inneren Hüllbll 1,8 mm lang, stark längsfaltig und rippenlos, fein zugespitzt
und an der Spitze gesägt. Kapsel auf 1,2—2 cm langer, roter, gedrehter Seta
geneigt bis horizontal, schmal ellipsoidisch, kaum gekrümmt, mit gewölbt-kegeligem,
stumpfem Deckel und 2—3reihig sich ablösendem Ring, trocken unter der
Mündung nur wenig verengt, entdeckelt 1,2—1,8 mm lang, entleert zylindrisch,
im Alter nicht verengt und oft hüngend. Epidermiszellen der Kapselwand
dünnwandig. Peristomzühne an der Basis verschmolzen, gelb mit orangefarbener
Insertion, breit gelb gesäumt, mit gelblichen papillösen Spitzen, abwärts aussen
Qquerstreifig, innen mit über 25 Lamellen. Membran des inneren Peristoms
bleieh und glatt, von fast 1/, Zahnhóhe, mit eng ritzenförmig durchbrochenen
Fortsätzen und je 2 vollständigen, knotigen Wimpern. Sporen 14—18 u, oliven-
bräunlich und fein gekórnelt. Reife im Spätsommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 590.
An kalkarmen, feuchten Felsen und steinigen Abhängen, insbesondere im
Schiefer- und Urgebirge durch die Alpenregion Europas von 900— 2860 m zerstreut
und auch in Nord-Amerika, in Kanada, Grönland, Labrador und dem Felsengebirge etc.
nicht selten; von Funck 1835 auf der Pasterze bei Heiligenblut in at eus
entdeckt. S. LV, 10, a und b) Bll, c und d) Kapseln, e) Stammquerschnitt;
nach von J. Breidler in Kürnthen in 2400 m und von J. E. Zetterstedt bei
Gudbrandsdalen in Norwegen ges. Expll. Die Stbll sind oft etwas grösser wie in
der Zeichnung.
21. Drepanium aemulans (Breidler).
Hypnum und H. procerrimum var. Breidl. in litt.; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 876.
Zweihüusig; die o Blüten nicht wurzelnd, mit rippen- und faltenlosen,
An der Spitze fein gesügten HüllblL, die S unbekannt. Habituell zwischen
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 40
ند —-—
Bambergeri und hamulosum die Mitte haltende, der vorigen Art ähnliche,
lebhaftgrüne oder bräunlich gescheckte, bis 5 cm tiefe, dicht kissenförmige,
glänzende, innen ockerfarbene, weiche Rasen mit 2—5 cm langen, zerstreut
fiederig bis büschelig verästelten Stengeln, aufrechten, dicht beblätterten,
langen, fast gleichhohen Ästen und Ästehen, nebst lockerzelligen Paraphyllien.
Stengelquerschnitt oval, mit Zentralstrang, 2—4zellreihiger, gelblicher Rinden-
schicht und lockerzelliger Aussenrinde. Stengelbll. aus verengter, nur wenig herab-
laufender, eifórmiger, abgerundeter Basis rasch lang lanzettlich-pfriemen-
förmig, sichelfórmig-einseitswendig, 1,6 mm lang, nicht faltig, flachrandig,
mit fein gesägter, rinniger Spitze und kurzer, ungleicher Doppelrippe. Blatt-
zellen eng linearisch bis wurmförmig, spitz und dünnwandig, meist 6 u und
6—9 mal so lang, an der Basis 9 u und nur 3—4 mal so lang, etwas verdickt
und schwach getüpfelt, in den schwach ausgehóhlten Ecken daselbst in kleiner
Gruppe erweitert, 16 u, rektangulür-6 seitig, dünnwandig und hyalin, sowie
darüber mit fast quadratischen, dünnwandigen, ziemlich zahlreichen kleineren
Zellen. Astbll. nur 1—1,2 mm lang uud mehr lanzettlich. Sporogon unbekannt.
An kalkreichem Glimmerschiefer auf der kleinen Lanschütz im Lungau in
Steiermark in 2300 m von J. Breidler 1878 entdeckt und auch auf der Bretten-
steinalm am Radstädter Tauern 1885 von demselben aufgefunden. S. LIII, 11,
a und b) Stbll, c) stärker vergrósserter Blattflügel, d) Astbl.; gez. nach einem
von J. Breidler auf der Brettensteinalm in 2200 m ges. Expl. (comm. Schliephacke).
22. Drepanium subplicatile (Lindb.).
Hypnum Limpr. 1899, Stereodon plicatulus Lindb. 1872; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 494.
Zweihäusig in geschlechtlich getrennten Räschen ; die zahlreichen
kleinen 6 Blüten stengelständig, mit eiförmigen, fast gestutzten und plötzlich
zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll, 5—8 Antheridien und zahlreichen
längeren Paraphysen. Habituell an ein zartes kamulosum oder fertile erinnernde,
flache, ausgedehnte, gelbe, innen braune Rasen mit niedergestreckten, nicht
wurzelhaarigen, mehrere cm langen, dicht fiederüstigen Stengeln und gespreizt
abstehenden, 5—6 mm langen, gegen die Sprossenden kürzeren Ästen, sowie
mit nur wenigen vielgestaltigen, kleinen Paraphyllien. Stengelbll. sehr dicht
gestellt, sichelförmig-einseitswendig, aus engerer, kurz und schmal herablaufender,
geöhrter, eiförmiger Basis allmählich lanzettlich-pfriemlich verschmälert, nicht
faltig, rinnig-hohl, mit fast ganzrandiger Pfriemenspitze, nur undeutlich gesägtem
nd und sehr kurzer, undeutlicher Doppelrippe. Blattzellen eng linearisch
und geschlängelt, etwa 5 u und bis 20 mal so lang, an den Blattflügeln nur
wenige kurz rektangulär bis quadratisch und 10 u, oder auch ohne besondere
Blattflügelzellen. Astbll. kleiner und zuweilen deutlicher gesägt. Perichätium
. wurzelnd; die inneren Hüllbll. sehr gross, aus längsfaltigem Scheidenteil in
> dünne Pfriemenspitze auslaufend und mit doppelter, meist bis zur Mitte
a Rippe. Kapsel auf 1,5—2 em langer Seta geneigt bis horizontal,
aus kurzem, verschmälertem Hals oval, 1,5 mm lang, gelbrot, mit aus gewölbter
Basis à kun und scharf gespitztem, glünzendem Deckel und breit 2—3reihig.
HUM c رد
sich abrollendem Ring, trocken und entleert faltig, jedoch unter der
äl dolehförmig, an der Basis ver-
schmolzen, kaum gesäumt, aussen querstreifig, innen mit dicht stehenden Lamellen.
Membran des inneren Peristoms gelblich, von kaum halber Zahnhöhe, mit
schmalen, nicht durchbrochenen, papillösen Fortsätzen und vollständigen, knotigen
Wimpern. Sporen sehr klein, 10 u, gelblich und fast glatt. Reife im Sommer.
n Baumstämmen und Wurzeln auf der Insel Sachalin 1861 von Glehn
entdeckt und von Nawaschin im Gouvernement Perm, sowie von H. Mayr im
August 1896 auch in Japan gesammelt. S. XL, 5, a .und b) Stengelbll, c) Astbl.,
d) Habitusbild, e) Kapsel; gez. nach einem von Arnell im Jeniseithale Sibiriens bei
Tatjanova in 64° 50' n. Br. ges. Expl. Von hamulosum durch die grössere, trocken und
entleert'gefurchte Kapsel und die Perichätialbll. verschieden, sonst demselben sehr nahe.
Mündung fast nicht verengt. Perist
23. Drepanium callichroum (Brid.).
Stereodon Brid. 1897, Hypnum Br. eur. 1854, H. hamulosum (Fröl.) Wils. 1855,
H. rupestre F. B. White 1867, H. (Harpidium) callichroum Sanio 1887 ; cf. Rbh. Kr. FLIV, Nr. 877.
Zweihäusig und pseudomonöeisch; die kleinen, stengelstündigen 6 Blüten
mit 8— 12 eiförmigen, dünn und scharf zugespitzten Hüllbll, 3—6 kleinen
Antheridien und nur vereinzelten Paraphysen, bei den kleinen 6 Pflünzchen
im Wurzelfilze nur 3 blütterig. Lockere, weiche, schwellende oder kissenfórmige,
freudiggrüne Rasen mit 4—8 cm langen, geschlüngelt hingestreckten oder auf-
steigenden, wenig oder nieht wurzelhaarigen, fiederüstigen Stengeln, ungleichen,
4—8 mm langen, am Ende oft eingekrümmten Ásten und mit vereinzelten,
lanzettlichen bis fast haarfórmigen Paraphyllien. Stengelquerschnitt oval, mit
kleinzelligem Zentralstrang, 3—4 zellreihiger, gelblicher, dickwandiger Rinden-
schicht und einzellreihiger, lockerer, hyaliner Aussenrinde. Stengelbll.
gedrängt sichelförmig-einseit lig, fast kreisförmig gekrümmt, aus verengter,
herablaufender, abgerundeter, breit eiförmiger Basis rasch lanzettlich und
allmählich pfriemenförmig, 2 mm lang, ganzrandig und aufwärts rinnig-hohl,
ohne Rippe oder mit ungleicher Doppelrippe. Blattzellen eng und dünn-
wandig, in der Mitte der Bll. geschlängelt, 5 u und 10—15 mal, in der Pfrieme
bis 20 mal so lang, an der Basis diekwandig und etwas getüpfelt, 9 u und
3—4 mal so lang, an den Blattflügeln in meist scharf begrenzter, 3eckiger
oder kreisfórmiger, 9—3 stöckiger, konvexer Gruppe erweitert, oval 4—6 seitig,
18—24 u, aufgeblasen und hyalin oder hell gelblich und sehr dünn-
wandig. Astbll. kürzer und schmäler, trocken gekräuselt. Perichätium fast
sparrig und wurzelnd; die inneren Hüllbll. 3 mm lang, schwach längsfaltig,
rippenlos, lang haarfein zugespitzt und an der Spitze fein und entfernt gezähnt.
Kapsel auf 1,5—2 cm langer, roter, gedrehter Seta geneigt bis horizontal,
verlängert ellipsoidisch und gekrümmt, gelbrot und dünnwandig, mit deutlichem,
ziemlich langem Halse, kegeligem oder etwas gewölbt-kegeligem, mit Spitzchen
versehenem, gelbrotem Deckel und ziemlich breitem, 3—4zellreibig sich ablösendem
Ring, entleert unter der erweiterten Mündung verengt, entdeckelt bis 3 mm
lang. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, rundlich-6 seitig, abwürts
allmählich mehr rektangulür-6seitig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
nn w
— 628 —
goldgelb und gelb gesüumt, abwärts querstreifig, aufwärts heller gesäumt, mit
fast geraden Ründern und gelblichen bis hyalinen, dünnen, papillósen Spitzen,
innen mit 26— 28 aufwürts entfernten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
gelblich, schwach papillös, von !/, Zahnhóhe, mit breiten, kaum ritzenförmig
durchbrochenen Fortsützen und je 2—4 knotigen, papillósen Wimpern. Sporen
12—14 u, olivenfarben und glatt oder fein papillós. Reife im Spätsommer.
Br. eur. Vol. VI, Tab. 596 :
Auf Waldboden und an Steinen in der oberen Waldregion durch die Bergregion
und in den Alpen von 800— 1900 m in Europa allgemein verbreitet, selten auf
Kalk, steril noch in 2300 m, jedoch auch aus Grónland und Neu-Schottland in
Nord-Amerika bekannt; von Funck 1821 auf den Tauern entdeckt. Von Arnell
bei Dudinka und Tolstoinos im Jeniseithale Sibiriens in der arktischen Region,
sowie von Dr. Mayr in Japan und auf den Kurilen gesammelt. S. LV, 11, a) Bl.
b und c) Paraphyllien, d und e) Kapseln: gez. nach von J. E. Zetterstedt in
Norwegen und von H. Graf zu Solms-Laubach am Feldberg im Schwarzwald ges. Expll.
Var. laete-viride Br. eur. mit verlängerten, kriechenden, entfernt beasteten
Stengeln, weniger dicht gesteBtan Bll. und kürzerer, dicker Kapsel — an feuchteren
Standorten; von jer ai 1833 ám Dürrenstein in Nieder-Üsterreich in 1568 m entdeckt.
Drepanium "plicatile Mitt. mit etwas faltigen, einseitswendigen Bll., welches
dem callichroum habituell nahe steht, jedoch kürzeres Zellnetz und nur kleine,
zahlreiche, dunkel gefärbte Blattflügelzellen besitzt, ist aus dem Felsen-Gebirge
Nord-Amerikas schon lange bekannt, soll jedoch auch in Schweden gefunden worden
sein. Es soll sich von cupressiforme durch kürzeres Zellnetz und zurückgekrümmten
Blattrand unterscheiden (non vidi).
C. Stereodon Bridel 1827.
Bil. nicht so stark sichelförmig, sondern mehr verflacht 2zeilig einseits-
wendig und daher etwas an Neckera oder Plagiothecium erinnernd. Bewohner
feuchter und nasser Standorte.
Unter dem Namen Stereodon, von OTepeög starr; hart, fest und 6doüg Zahn,
finden sich bei Bridel und Mitten die verschiedenartigsten Gattungen vereinigt,
weshalb derselbe von den Verfassern der Bryologia europaea ganz fallen gelassen
wurde. Lindberg nahm ihn wieder an für Drepanium, Pylaisia und Orthothecium,
während Limpricht ihn für die Subgenera Drepanium, Homomallium und Hetero-
phyllium der Gattung Hypnum beibehalten hat. Da unter dem Namen Stereodon
sehr verschiedenartige Moose vereinigt waren, beabsichtigte ich anfangs ihn ebenfalls
ganz fallen zu lassen. Um jedoch die Zahl der Subgenera nicht durch neue Namen
unnötig zu ee habe ich denselben hier für eine kleine Gruppe der Gattung
Drepanium beibehalte
24. Drepanium Lindbergii (Lindb.).
Hypnum Mitt. 1864, H. arcuatum Lindb. 1861, H. patientiae Lindb. 1861, H. curvi-
folium C. M. ex p. 1851, H. pratense var. Wils. 1855, H. pratense v. hamatum Schpr. 1860
und var. arcuatum Mol. 1865, H. Lacostii Buse, Stereodon (Drepanium) arcuatus Lindb. 1879;
et. ef. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 878.
E ouam: die re S Blüten mit aus eu. Basis
in eine a
— 699 —
gelblichen Antheridien und zahlreichen längeren, hyalinen Paraphysen, die ©
auf kurzem Spross. mit zahlreichen, an der fast bandförmigen Spitze gezähnten
Hüllbll, bis 20 Archegonien und längeren Paraphysen. An aufrechte Formen
von cupressiforme erinnernde, gelbgrüne bis braungrüne oder goldgrüne, lockere
Rasen mit aus niederliegender Basis bogig aufsteigenden oder aufrechten,
nicht oder nur spärlich wurzelhaarigen, einfachen oder entfernt beasteten,
5--10 em langen Stengeln, eingekrümmten Sprossenden, nur wenigen Paraphyllien
und oft paraphysenartigen, gelblichen Haaren in den Blattachseln. Stengel-
querschnitt oval, mit kleinzelligem Zentralstrang, sehr lockerem Grundgewebe,
2— 3zellreihiger, brüunlicher bis braunroter, dickwandiger Rindenschicht und
lockerzelliger, hyaliner Aussenrinde. Stengelbll. gedrüngt, 2 zeilig-
einseitswendig und hakenförmig abwärts gekrümmt, aus abgerundeter,
verengter, nur wenig herablaufender, breit eifórmiger Basis schief lanzettlich
verlängert und verhältnismässig kurz und ziemlich breit, oft stumpflich
zugespitzt, 2—2,5 mm lang, sehr hohl, flach- und ganzrandig, nur an der
üussersten Spitze gezähnelt und mit kurzer Doppelrippe. Blattzellen dünn-
wandig, spitz und wurmförmig, mitten 6—7 u und 10—15 mal so lang, gegen
die Ränder enger, nur 5 u, an der Spitze bedeutend kürzer, meist nur
9-4 mal so lang als breit, an der Basis gelblich, dickwandig und stark getüpfelt,
bis 12 u, an den stark ausgehóhlten Blattflügeln in gut begrenzter,
rundlicher oder 3eckiger, bis 3stóckiger Gruppe erweitert, oval-6 seitig,
24—30 u, aufgeblasen und hyalin. Astbll. etwas schmäler und oft länger
zugespitzt. Perichätialast spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus scheidiger
Basis allmählich fein zugespitzt, rippenlos, tief längsfaltig und an der Spitze
gesägt. Kapsel auf 3—4 cm langer, roter, gedrehter und geschlängelter Seta
geneigt bis horizontal, langhalsig, ellipsoidisch und stark gekrümmt, gelbbraun
bis rotbräun, trocken schwach gefurcht und unter der Mündung verengt, mit
kenvéx-kegeligem, zugespitztem, orangefarbenem Deckel und 3 zellreihigem,
rotgelbem Ring, entdeckelt 2—2,4 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand
mit verdickten Längswänden. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gold-
gelb und gesüumt, abwürts querstreifig, aufwürts papillós. Membran des inneren
Peristoms gelb und fast glatt, von beinahe و Zahnhóhe, mit meist nur an der
Spitze geschlitzten Fortsützen und je 2—3 zarten, knotigen Wimpern. Sporen
10—14 u, bräunlichgrün und gekórnelt. Reife im Juni.
An feuchten, grasigen Orten, auf Waldwegen, an Hohlwegen und Abhängen,
Wüstungen und Triften etc. und selbst auf Holz von der Ebene bis in die Voralpen
in 1700 m, insbesondere auf kalkhaltigem Lehm und Mergelboden in Europa und
Nord-Amerika von Oberitalien bis nach Lappland und von Florida bis Grónland
hier und da verbreitet, jedoch selten fruchtend. Steril in den Alpen bis 2570 m
aufsteigend. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens bei Dudinka und Tolstoinos in
er arktischen Region, sowie von Miyabe in Japan gesammelt. S.LV, 5, a un
b) BIL., c und d) Kapseln; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll., die Kapsel c
nach einem Expl. aus Tennessee in Nord-Amerika.
= Var. elatum Schpr. in lockeren, bis 12 cm hohen, mehrstóckigen Rasen mit
einfachen oder fast gleichhoch büschelig verüstelten Stengeln und stárker gekrümmten,
— 630 —
mehr sichelfórmigen Bll. — an quelligen Stellen und an Teichrändern, dahier bei
Laubach an alten Lehmgruben zwischen Acrocladium cuspidatum ete.;
var. demissum Schpr. in mehr niedergedrückten, braun gescheckten, flachen
Rasen, mit kriechenden, fiederüstigen Stengeln — an Grabenründern und Bóschungen
der Waldwege etc.;
var. fluitans De Not. mit flutenden, locker beblätterten, dicht fiederästigen
Stengeln — von De Notaris bei Mailand entdeckt;
var. lignicola Holler, eine auf faulem Holz wachsende wneinatum-artige Form
mit stachelspitzigen, sichelfórmigen Ast- und Sprossenden;
var. dovrense Kern in dichten, bis 10 cm hohen, weichen Rasen mit schärfer
zugespitzten, schwach gefurchten Bll. — von Kern auf dem Dovrefjeld in Norwegen
1897 in 1200 m an trockenen Felsen gesammelt. Die var. demissum ۰
nimmt dahier bei Laubach ebenfalls wncinatum-artigen Habitus an und nähert sich
auf eisenhaltigem Boden der var. lignicola.
25. Drepanium pratense (Koch).
Hypnum Koch in Brid. Br. un. 1827, H. amoenum Hook. ex p., H. cupressiforme v. com-
planatum Hpe., H. curvifolium v. Rabh. 1848, H. curvifolium €. M. ex p. 1851, Isopterygium
Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 879.
Zweihäusig und pseudomonócisch; die kleinen 6 Pflänzehen mit eilanzett-
lichen, spitzen Hüllbll. und nur wenigen kleinen Antheridien ohne Paraphysen.
Zwischen anderen Moosen oder in kleineren, lockeren, weichen, bleichgrünen
oder gelblichgrünen Rasen wachsende Pflanzen von Neckera- Habitus, mit
4—10 em langen, niedergestreckten oder geschlängelt aufgerichteten, schlaffen,
nicht wurzelhaarigen, unregelmässig fiederästigen Stengeln, fast gleichhohen Ästen
und nur ausnahmsweise mit kleinen Paraphyllien. Stengel und Äste verflacht
تاو مود resp. flach rE AA Ê a Stengelquerschnitt oval, mit dünnem
‚lockerem, dü rundgewebe, 1—2 zellreihiger, gelblicher,
dickwandiger- Bünde ünd fockeriellger Aussenrinde. Stengelbll. gedrängt,
scheinbar 2zeilig mit einseitswendig niedergebogenen Spitzen, schlaff, aus
abgerundeter, kaum herablaufender, breit eiförmiger Basis lanzettlich
verlängert und zugespitzt, 1,8—2,2 mm lang, fast flach, mit an der Basis
abwechselnd einseitig eingeschlagenem Rand und 2 Spitze, ohne
Rippe oder mit sehr kurzer, ungleicher Doppelrippe, trocken etwas querwellig.
Blattzellen sehr eng, spitz und dünnwandig, 4 u und 12—20 mal so lang, in
der Spitze 7—10 mal so lang, an der Basis 7 u, nicht getüpfelt, an den Ecken
daselbst mehr allmählich weiter, nur wenige quadratisch oder rektangulär und
bis 16 u, jedoch nicht aufgeblasen erweitert. Astbll. mehr sichelförmig
einseitswendig. Perichätium nur spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. ver-
lüngert lanzettlich und plötzlich oder rasch lang zugespitzt, schwach lüngsfaltig.
rippenlos und an der Spitze gesügt. Kapsel auf 3 cm langer, dünner, gedrehter,
.. zxoter Seta geneigt bis horizontal, ellipsoidiseh und hochrückig, gelbrötlich,
p" Es pe مسج و trocken eingekrümmt, mit breit 3 reihig sich ablösendem
— 631 —
Ring und gewölbt-kegeligem, spitzem Deckel, entdeckelt 1,8 mm lang. Epidermis-
zellen der Kapselwand mit stärker verdickten Lüngswünden. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, goldgelb, abwärts querstreifig, gegen die nur schwach
papillósen Spitzen hyalin gesäumt, innen mit zahlreichen, sehr dicht gestellten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms goldgelb und fast glatt, von über
1l. Zahnhóhe, mit ziemlich breiten, am Kiele durchbrochenen Fortsützen und
je 2—3 papillósen, helleren Wimpern. Sporen 10—14 oder 12—16 u, rost-
farben und fein gekórnelt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. VI, Tab. 611.
Auf sumpfigen Wiesen, auf schwammigem Boden, von der Ebene bis in die
Alpenthüler in 1000 m durch Europa und Nord-Amerika hier und da bis in die
arktische Zone verbreitet, an der Albula in der Schweiz noch in 2000 m; von
Koch bei Kaiserslautern in der Rheinpfalz entdeckt. Von Bisset auch in Japan
gesammelt. S. LV, 6, a und b) BlL, c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach
und nach von R. Ruthe bei Bürwalde in der Mark Brandenburg mit Frucht
ges. Expll.
26. Drepanium Renauldi (Kindb.).
Hypnum Kindb. 1892; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 503.
Habituell an ein krausblütteriges Dr. pratense erinnernde, etwas glänzende,
gelbgrüne Rasen mit 3 und mehr cm langen, aufsteigenden, unregelmässig
fiederästigen, roten Stengeln, mit nur kurzen, 4—8 mm langen Asten und
kurz sichelfórmig eingekrümmten Sprossenden, sowie mit wenigen grossen,
eirunden bis fast kreisfórmigen Paraphyllien. Stengelbl. aus hohler,
breit eifórmiger Basis lanzettlich bis pfriemlieh verschmälert, verdreht und
gewunden, unregelmüssig faltig, ganzrandig, mit grossen, geóhrten, hohlen,
lockeren Blattflügeln und nur angedeuteter Doppelrippe oder auch ohne Rippe.
Blattzellen aufwärts eng linearisch-wurmförmig, 7 u und 10—20 mal so lang,
gegen die Insertion viel lockerer, diekwandig und mehr rektangulär, sowie
deutlich getüpfelt, 12—18 u und nur 1,5 mal so lang als breit, in den vor-
gewölbten Blattflügeln sehr dünnwandig, locker rektangulür-6seitig und
bis 30 u. Astbll. mehr eilanzettlich und sichelfórmig einseitswendig. Sporogon
non vidi.
Bei Kongsvold und Gudbrandsdalen in Norwegen auf Erde und an Felsen von
Kindberg, sowie von Zetterstedt in Schweden gesammelt, jedoch auch aus
Nord-Amerika, aus Kanada und Newfoundland bekannt. S. LX, 10, a) Stbl, b) Astbl.,
c) Paraphyllien; gez. nach einem von Kindberg bei Kongsvold ges. Expl. Bildet
gleichsam den Übergang von Dr. Lindbergii zu callichroum und steht dem amerikanischen
Hypnum eurvifolium Hedw. nahe, von dem es sich jedoch durch die Blattflügel
unterscheidet.
3. Gatt. Ctenidium ") Schpr. (1860).
Kalkliebende Erd- und Felsbewohner in verwebten Rasen mit nieder-
gestreckten oder aufsteigenden, gedrüngt und regelmüssig kammartig ge-
fiederten Stengeln, kurzen, ausgebreiteten Asten und spürlichen eifórmigen
7) Von xreis, »revos Kamm.
— 632 —
Paraphyllien. Stengelbll. kreisförmig-einseitswendig, aus herablaufender,
breit herzförmiger Basis rasch lanzettlich-pfriemenförmig, nieht oder nur
schwach faltig, ohne Rippe oder mit undeutlicher Doppelrippe. Blattzellen
linear, derbwandig und durch die mehr oder weniger vortretenden oberen
Zellecken etwas papillös, an den Blattflügeln in grosser Anzahl quadratisch
oder kurz rektangulär-6 seitig. Astbll. schmäler. Innere Perichätialbll. falten-
und rippenlos. Blüten 2häusig. Scheidchen oval, mit vielen Paraphysen und
abwärts 2zellreihigen Haaren. Kapsel geneigt bis horizontal, oval und hoch-
rückig, mit meist gewölbt-kegeligem, spitzem Deckel. Haube mehr oder
weniger behaart.
Aussereuropüische Arten dieser Gattung sind nur wenige bekannt.
1. Ctenidium molluscum (Hedw.) Mitt. 1879.
Hypnum Hedw. 1797, H. (Ctenidium) molluscum Sehpr. 1860, H. Timmii Brid.; ef.
Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 860.
Zweihüusig in meist geschlechtlich getrennten Rasen; die kleinen, stengel-
ständigen 6 Blüten mit breit eifórmigen, rasch zugespitzten und an der Spitze
gesägten Hüllbll., 8 bräunlichen Antheridien und zahlreichen gelblichen Para-
physen. Habituell an ein zierliches Ptilium erista-castrensis erinnernde, etwas
kleinere, weiche, ausgedehnte, dicht verwebte, flache oder schwellende, freudig-
grüne oder gelblich- bis bräunlichgrüne Rasen mit bis 10 cm langen, nieder-
liegenden oder gegen die Mitte der Polster aufsteigenden, absatzweise mit
glatten, gelbroten Rhizoidenbüscheln besetzten, kammartig gefiederten, dünnen
Stengeln und bis 5 mm langen, dicht gestellten, ausgebreiteten Ästen, sowie
mit rings gezähnten, eifórmigen oder eilanzettlichen Paraphyllien. Stengel-
querschnitt oval, mit gut begrenztem Zentralstrang und allmählich in die mehr-
schichtige, zuletzt substereide Rinde übergehendem Grundgewebe. Stengelbll. dicht
gedrüngt abstehend, aus breit herablaufender, herzeifórmiger Basis rasch
lanzettlich verschmälert und sichelfórmig-einseitswendig pfriemlich auslaufend,
trocken an der Spitze schneckenförmig gekräuselt, 1,8—2,5 mm lang, nur undeutlich
längsfaltig, rings scharf gesägt und durch die vortretenden oberen Zellecken auf
beiden Seiten der Lamina mehr oder minder rauh, ohne Rippe oder mit nur
angedeuteter Doppelrippe. Blattzellen derbwandig, ohne sichtbaren Primordial-
schlauch, mit papillenartig vortretenden spitzen Ecken, 6—7 u und 6—8 mal
so lang, gegen die Basis 9 u, dickwandiger und getüpfelt, in den flachen
Ecken daselbst allmählich in grósserer Anzahl quadratisch und kurz rektangulär-
6seitig, 9—12 u, gelbwandig und nicht getüpfelt. Astbll. stärker gesägt und
mit stärker vortretenden Papillen. Perichätium nicht oder nur wenig wurzelnd;
die inneren Hüllbll nicht faltig und rippenlos, oben rasch oder plötzlich
| pfriemlich bis bandförmig verschmälert und fadenförmig zugespitzt, sowie an
der feinen Spitze gezühnelt Haube behaart, resp. mit einzelnen langen
| Haaren besetzt. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, dicker, roter, gedrehter Seta
س 633 —
geneigt bis horizontal, dick eifórmig und hochrückig, kastanienbraun, nur
wenig derbwandig, mit gewólbt-kegeligem, spitzem Deckel und ziemlich breitem,
3reihigem, kleinzelligem Ring, zuweilen scheinbar ohne Ring, indem derselbe
am Deckel- und Urnenrand teilweise hängen bleibt, trocken und entleert unter
der Mündung nur wenig verengt, entdeckelt 1,5 mm lang. Epidermiszellen der
Kapselwand rundlich-6seitig und dickwandig. Peristomzühne an der Basis
verschmolzen, goldgelb mit orangeroter Insertion, schmal gelb gesäumt, abwärts
querstreifig, aufwärts mehr punktiert und mit ziekzackförmiger Mittellinie, an
den Spitzen fast sägezähnig papillós, innen mit über 30 oben breiteren, weit
vortretenden Lamellen. Membran des inneren Peristoms hell gelblich und
papillós, von ولا Zahnhöhe, mit zwischen den Zähnen durchtretenden, ritzen-
fürmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 zarten, knotigen Wimpern.
Sporen 10—14 u, bräunlichgelb und fast glatt, Reife im Frühjahr und Sommer.
. Br. eur. Vol. VI, Tab. 598
Auf feuchtem kalkhaltigem Boden und an Kalkfelsen, oft in Massenvegetation,
seltener auf Basalt oder Kieselgestein, ausnahmsweise auch auf Torf, von der Ebene
bis in die Alpenregion in 2600 m durch Europa, Nord-Amerika und das nördliche
Asien verbreitet, jedoch auch aus Algier bekannt; wird schon von Dillen in der
Hist. muse. von 1741 erwähnt. S. LVI, 8, a) Bl, b) d und e) Kapseln, f und
g) Paraphyllien; gez. nach dahier bei Laubach und bei Auerbach an der Berg-
strasse unweit Darmstadt ges. Expll.
Var. subplumiferum (Kab. = var. rufescens Holl. und var. procerum Bryhn,
in einer an Limnobium eugyrium erinnernden, flachrasigen, dunkelgrünen bis gold-
bräunlich gescheckten, glänzenden Form mit schmäleren Paraphyllien und minder
deutlich vortretenden Ecken der Blattzellen — an nassen Steinen in Gebirgsbächen;
var. gracile Boul. — sericeum Zett. in dünnen, flachen, zierlichen Rasen mit
niederliegenden, wedelartig gefiederten, etwas gekrümmten Sprossenden und nur 1 mm
langen Bl. — an Kalkfelsen im Schweizer Jura, sowie in Norwegen und Schweden;
ar. squarrosulum Boul. in gelblichgrünen Rasen mit niederliegenden Stengeln,
ie abstehenden, an den Sprossenden kaum einseitswendigen, faltigen und
mit kurzer Doppelrippe versehenen Bll. — an Steinen trockener Standorte in den
Vogesen;
var. condensatum Schpr. — v. robustum Mol. in einer an Brachytheeium
velutinum erinnernden Form mit hakenfórmig niedergebogenen Sprossenden, sichel-
fórmig-einseitswendigen, 2—2,5 mm langen Bil. und weniger vortretenden
Ecken der Blattzellen — auf mehr kieseliger Unterlage, auf Waldwegen im Basalt-
gebiet und an Gneissfelsen;
var. erectum Schpr. mit aufrechten, wenig geteilten, 5—10 cm langen Stengeln
— auf sumpfigem Sandboden. S. LVI, 8, c)
var. mollissimum Rth. eine sehr zarte, fast büschelästige Form mit aus nur
eiförmiger Basis lang und fein zugespitzten, schmäleren Bll. — an Basalt- Felsen
des Hohenrain am Jägerhaus dahier bei Laubach steril. Ändert überhaupt je
nach dem Standort vielfach ab.
— 634 —
4. Gatt. Ptilium') (Sull. 1856) De Not. 1869.
Hypnum Subg. Ctenium Schpr. 1860.
Auf der Erde und an Felsen wachsende Waldmoose in nicht verwebten,
lockeren Rasen mit starren, nicht wurzelhaarigen, dicht wedelartig gefiederten,
einfachen oder gabelig geteilten, mehr oder weniger aufgerichteten Stengeln,
dünnen, kürzeren oder längeren Ästen und zahlreichen, lanzettlich-pfriemlichen
Paraphyllien. Stengelbll. aus breit eifórmiger nur wenig herablaufender Basis
allmählich lanzettlich-pfriemenförmig, einseitswendig und mehrfach unregelmässig
tief längsfaltig, ohne Rippe oder mit kurzer Doppelrippe. Blattzellen eng
linearisch, aber ohne Papillen und fast ohne differentiierte Blattflügel-
zellen. Innere Perichütialbll zwar tief längsfaltig, aber rippenlos. Blüten
2häusig. Scheidchen mit wenig Paraphysen. Haube kahl und lange bleibend.
Kapsel verlüngert ellipsoidisch bis zylindrisch und eingekrümmt, mit kürzerem,
gewölbt-kegeligem, fast halbkreisförmigem Deckel.
Bis jetzt nur in einer einzigen Art mir bekannt.
1. Ptilium crista-castrensis (L.) De Not. 1869.
n . 1753, H. scalare Zenker & D., H. (Ptilium) Sull, 1856, H. (Ctenium)
Sehpr. 1860, Stereodon (Drepanium) Mitt. 1864; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 859.
Zweihäusig; die dicken, stengelständigen J Blüten mit etwas einseits-
wendigen, breit eiförmigen, plötzlich kurz zugespitzten Hüllbll., bis 20 gold-
gelben Antheridien und zahlreichen Paraphysen. Lockere, hell gelbgrüne Rasen
mit starren, fast straussfederartigen, kammartig gefiederten, über 8 cm
langen, meist reihenweise aufgerichteten, dicken, wurzellosen Stengeln und
2 zeilig ausgebreiteten, dünnen, dicht gestellten, 8—15 mm langen, gegen das
Sprossende kleiner werdenden Ästen, sowie mit zahlreichen lanzettlich-pfriemlichen
Paraphyllien. Stengelbll. aus nur wenig herablaufender, breiter Basis allmählich
lanzettlich-pfriemenförmig, sichelförmig einseitswendig, 2,4—2,7 mm lang, mit
5—6 unregelmässigen Längsfalten, flachem, von der Mitte aufwärts fein
gesägtem Rand und kurzer Doppelrippe oder auch ohne Rippe. Astbll. schmäler,
fast kreisförmig oder schneckenförmig eingerollt. Blattzellen eng linearisch-
wurmförmig, derbwandig und schwach getüpfelt, 5 u und 10—15 mal so lang,
an der Basis 9u und nur 2—3 mal so lang, in den Blattflügeln nur wenig
verschieden, einzelne zuweilen daselbst 12—14 u. Perichätium nicht wurzelnd;
die inneren Hüllbll. 5—6 mm lang, fast scheidig und lang zugespitzt, tief längs-
faltig, rippenlos und an der Spitze gesügt. Kapsel auf 4—5 cm langer, roter,
geschlängelter und gedrehter Seta geneigt bis horizontal, fast zylindrisch und
gekrümmt, derbwandig, mit 1zellreihigem, in einzelnen Zellen sich ablösendem
Ring und kurzem, fast halbkugeligem, mit Warze versehenem Deckel, trocken
und entleert unter der Mündung nur wenig verengt, entdeckelt 2,5—3 mm lang.
Epidermiszellen der Kapselwand klein, derbwandig, oval- und rundlich-6 seitig.
eristomzühne breit lanzettlich, an der Basis verschmolzen, dunkel orangefarben,
. abwärts schmal, aufwärts breiter gelblich gesüumt, aussen unten querstreifig,
تست سا
~") Ven zov Feder, Flaumfeder, wegen der gefiederten, federartigen Sprosse.
— 635 —
oben dieht papillós, innen mit über 40 sehr dicht gestellten Lamellen. Membran
des inneren Peristoms gelb, fast kurz stachelig dicht papillós, von fast. halber
Zahnhöhe, mit breiten, rasch verschmälerten, ritzenfórmig durchbrochenen Fort-
sützen und je 2—4 papillösen, knotigen Wimpern. Sporen 12—14 oder 15 bis
20 u, olivengrün bis bräunlich und papillós. Reife im Herbst. Br. eur. Vol. VI,
‚Tab. 599.
Auf Waldboden und über Felsen im Nadelholz- wie Laubwald, aber nicht
auf Kalk, von der Ebene bis in die Alpen in 2460 m, jedoch vorzugsweise in der
Bergregion in Europa wie Nord-Amerika sehr verbreitet. Nach Arnell auch bei
Dudinka und Tolstoinos im Jeniseithale Sibiriens in der arktischen Region sehr
häufig. S. LVI, 7, a) Bl, b) Kapsel, c) Paraphyllien, d) Habitusbild; gez. nach
an Basaltfelsen am Taufstein im Vogelsberg ges. Expll
5. Gatt. Limnobium’) (Br. eur) De Not.
Hygrohypnum Lindb. 1872, Calliergon Kindb. 1903.
An überrieselten Steinen und Felsen wachsende, wasserliebende Astmoose
in niedergedrückten bis schwellenden Rasen mit wenig oder nicht wurzelhaarigen,
vielfach geteilten, niederliegenden, entfernt und unregelmüssig beasteten
Stengeln, ohne Stolonen. Paraphyllien nur um die Sprossanlagen. Stamm-
querschnitt meist mit Zentralstrang, lockerem Grundgewebe, kleinzelliger Rinde
und nur bei wenigen Arten mit Aussenrinde. Stengel- und Astbll. nur wenig
verschieden, oft einseitswendig, mehr oder minder herablaufend, meist eifórmig
oder eirundlich und stumpflich oder kurz bis lanzettlich zugespitzt, mit
in der Regel kurzer, schwacher, ungleich zweischenkeliger Rippe.
Blattzellen verhältnismässig kurz linearisch-wurmfórmig, mit oft deutlichem,
geschlängeltem Primordialschlauch; an den wenig oder nieht ausgehöhlten basalen
Ecken nur selten eine kleine Gruppe deutlich differentiierter Blattflügelzellen.
Blüten 1- und 9 hüusig, oft stengel- und astständig. Perichätium meist wurzelnd,
die inneren Hüllbll. lüngsfaltig und mit einfacher oder gabeliger, kurzer
Rippe. Scheidchen mit Paraphysen. Kapsel auf verlängerter, roter, gewöhnlich
gegenläufig gedrehter Seta oval bis verlängert ellipsoidisch und hochrückig,
trocken und entleert eingekrümmt und unter der Mündung verengt, mit inc
kegeligem, niemals geschnäbeltem Deckel. Peristomzähne an der Basis ver-
schmolzen, aussen querstreifig und gesäumt, innen mit zahlreichen gut entwickelten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms von ولا لد Zahnhöhe, mit ritzen-
förmig durchbrochenen Fortsützen und nur selten fehlenden, fadenfórmigen oder
knotigen ap
Basis oder bis zur Basis gabelig geteilt erscheint. Der Name Limnobium hat sich
bereits so eingebürgert, dass es mir unpraktisch zu sein scheint, denselben mit Rücksicht
1) Von Asuwoßıos Sumpfbewohner.
— 636 —
auf die Phanerogamengattung Limnobium (Hydrocharideen-Gattung) fallen zu lassen.
Lindberg hat statt desselben im Jahre 1872 den Namen Hygrohypnum vorgeschlagen,
während er 1879 die Arten derselben nach dem Kapseldeckel zur Gattung
Amblystegium zog. Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind nur wenige
bekannt, da sie vorzugsweise hochalpine oder nordische Moose enthält, die meistens
auch im Norden Europas bereits aufgefunden worden sind.
a) Blüten einhäusig.
1. Limnobium palustre (Huds.) Br. eur. 1853.
Hypnum Huds. 1762, H. luridum Hedw. 1797, H. Stereodon palustris Brid. 1827,
Amblystegium Lindb. 1879, Calliergon Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 883.
Einhäusig; die eifórmigen, stengel- und aststündigen 6 Blüten vereinzelt,
mit rippenlosen, eifórmigen, rasch scharf zugespitzten, ganzrandigen inneren Hüllbll.,
6—12 Antheridien und zahlreichen gleichlangen Paraphysen. Ausgedehnte,
meist niedergedrückte, gelblich- bis brüunlichgrüne Rasen mit 3—8 cm langen,
unregelmüssig geteilten, der Unterlage durch braunrote Rhizoiden anhaftenden,
am Ende aufgerichteten Stengeln und aufsteigenden, geraden, spitzen Asten.
Stengelquerschnitt rund, mit kleinzelligem Zentralstrang und 4—5 reihiger,
gelbroter, kleinzelliger Rindenschicht. Bll. gedrängt aufrecht abstehend, die
Astbll. meist etwas einseitswendig, aus engerer, herablaufender, oft schwach
geöhrter Basis eilänglich oder elliptisch und scharf zugespitzt, meist 1 mm
lang, hohl und nicht faltig, ganzrandig, mit gegen die Spitzeeingeschlagenen
Rändern und einfacher, bis über die Mitte reichender, oder kürzerer
gegabelter, zuweilen fast verschwindender Rippe. Blattzellen ohne sichtbaren
Primordialschlauch, dünnwandig und wurmförmig, 6 u und 6—10 mal so lang,
an der Spitze kürzer, an der Basis rektangulär und 9 u, in den schwach
ausgehöhlten Ecken daselbst in kleiner, goldgelber Gruppe mehr erweitert,
quadratisch bis kurz rektangulär und 14 u, darüber durch kleinere quadratische
oder mehr rhombische Zellen begrenzt. Perichätium schlank und wurzelnd,
mit anliegenden Hüllbll., nur die äusseren aus anliegender Basis etwas abstehend,
die inneren 3—3,5 mm lang, verlängert lanzettlich und allmählich lang
zugespitzt, ganzrandig, tief längsfaltig und mit einfacher, langer Rippe.
Scheidehen mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, dünner,
roter Seta geneigt bis horizontal, eilünglich bis lünglich-zylindrisch, dünnwandig
und ockerfarben, trocken stark gekrümmt, mit gewülbt kegeligem, spitzem
oder stumpflichem, am Scheitel orangerotem Deckel, aber ohne Ring, entdeckelt
unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand rektangulár-
6seitig, etwas dünnwandig, am Rücken der Kapsel nur wenig und gleichmissig ver-
dickt, gegen den Urnenrand mehr rundlich-6 seitig und in einigen Reihen querbreit.
Peristomzühne unter dem Urnenrand inseriert, trocken eingekrümmt, an der
1 Basis verschmolzen, fast orangefarben und breit gelb gesäumt, aussen querstreifig,
gegen die Spitzen papillös und mehr hyalin gesäumt, innen mit 40 und mehr
amellen. Membran des inneren Peristoms von ولا Zahnhöhe, gelb und papillös,
— 637 —
mit breiten, höchstens ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 i
vollständigen helleren Wimpern ohne Anhängsel. Sporen 14—18 u, grün
bis rostfarben und papillös. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 574
und 575.
An periodisch überfluteten Steinen wie an Holz, längs der Bäche und Flüsse,
von der Ebene bis auf das Hochgebirge in 2570 m dureh Europa und Nord-Amerika
weit verbreitet. Von Spitzbergen und Grönland nicht bekannt, dagegen von Arnell
noch bei Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens gesammelt; war schon
Dillen 1741 aus England bekannt. S. LVI, 1, a) Bl, b und c) Kapseln; gez.
nach auf Glimmerschiefer im Schwarzwald ges. Expll. Aie je nach dem Stand-
ort mehrfach ab und erinnert bald an Amblyst. irriguum, bald mehr an zarte Formen
von Rhynchostegium rusciforme.
Var. hamulosum Br. eur. — Limn. reptiliforme De Not., eine rötliche Form
mit hakenförmig-einseitswendigen Bll. — in der Berg- und Alpenregion an Holz
und Kalkgestein;
var. lawum Br. eur. mit entfernt gestellten, allseitig abstehenden ۰
und abwärts blattlosen, schlanken Stengeln — in dem Jura und den Alpen.
S. LVI, 1, d) Bl; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt in Norwegen ges. Expl.
Var. subsphaericarpon (Schleich.) Br. eur. mit sichelförmig-einseitswendigen
Bll., längerer, ?/, des Bll. durchlaufender Rippe und kürzerer, dick eifórmiger bis
fast kugeliger, aufgerichteter Kapsel — an Wasserfüllen ete. S. LVI, 1, g) Kapsel,
h) Bl; gez. nach einem von J. Thériot in Frankreich ges. Expl.
Var. julaceum Br. eur. — Hypn. neglectum Brid, Linn. ambiguum De Not.
und Hypn. Notarisii Sauerb., eine glänzende Form mit aufrechten, drehruud
beblätterten Ästen und mehr ovalen, plötzlich kurz zugespitzten Bll. — an
trockneren Felsen, insbesondere an Kieselgestein der Alpenregion. S. LVL 1,
e und f) Bll.; gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach an der Gemmi in der
Schweiz ges. Expll.
Var. tenellum Schpr. = Hypn. Roesei Schpr., eine zarte, an Hypnum incurvatum
erinnernde Form — bei Altenstein in Thüringen (non vidi).
2. Limnobium subenerve (Br. eur.).
Hypnum Schpr. 1860, Amblystegium Br. eur. 1853; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 884.
Einhäusig; die stengelständigen 0 Blüten mit eifórmigen, kurz zugespitzten,
ganzrandigen, rippenlosen inneren Hüllbll, wenigen (4—6) gelben Antheridien
und längeren Paraphysen. Lockere, gelbgrüne bis schmutziggrüne, etwas starre
und glänzende Räschen mit 1—2 cm langen, abwärts blattlosen Stengeln
2—5 mm langen, dicht beblätterten Asten. Stengelquerschnitt ohne
Aussenrinde. Bll 0,5—1 mm lang, allseitig abstehend, aus engerer, herab-
laufender, nicht geöhrter Basis breit eiförmig und kurz und fein zugespitzt,
sehr hohl und undeutlich faltig, die schmäleren Bll. nicht faltig, sondern kahn-
förmig hohl, oder auf beiden Seiten der kurzen Rippe hohl, ganzrandig, mit
kurzer, dünner einfacher Rippe oder ohne Rippe. Blattzellen etwas verdickt,
jedoch nicht getüpfelt, stumpflich und kürzer als bei voriger Art, 5u und
— 638 =
nur 7 mal so lang, in der kurzen Spitze nur 3—4 mal so lang, an der Basis
kürzer und breiter, an den nicht ausgehöhlten Ecken daselbst mehr quadratisch
und 9—10 u, jedoch keine deutlich begrenzte Gruppe bildend. Perichätium
reichlich wurzelnd; die fast scheidigen inneren Hüllbll. lang und fein zugespitzt,
tief längsfaltig und mit kräftiger, bis zur Spitze reichender Rippe. Scheidchen
mit nur wenigen Paraphysen. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, steifer, roter Seta
geneigt, fast zylindrisch, trocken gekrümmt, mit konvex-kegeligem, spitzem
Deckel und kleinzelligem, 2zellreihigem Ring, entdeckelt 1,3 mm lang und
unter der Mündung verengt. Peristomzähne unter dem Urnenrand inseriert,
breit lanzettlich und über der Mitte rascher verschmälert, an der Basis ver-
schmolzen, fast orangefarben, gelb gesäumt und aussen querstreifig, innen mit
30—40 Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und fast glatt, von
fast halber Zahnhóhe, mit breiten; schmal ritzenfórmig durchbrochenen Fort-
sätzen und je 2 vollständigen, stark knotigen Wimpern. Sporen 10 u, rost-
farben und gekörnelt. Reife im Frühling. Br. eur. Vol. VI, Tab. 563.
3. Limnobium styriacum (Limpr.).
Hypnum Limpr. 1882, Ehynchostegium Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 885.
Einhäusig, nur scheinbar zwitterig, nach Limpr. 2—4 teils 6 teils
و Blütenknospen gehäuft am wurzelnden Geschlechtsspross mit nur 2—3
gemeinschaftlichen Hüllbll; die S Blüten mit zarten, rippenlosen, schmal zu-
gespitzten inneren Hüllbll., 5—7 Antheridien und nur wenigen Paraphysen.
Habituell an Z. palustre v. laxum erinnernde, ausgedehnte, niedergedrückte,
gelbgrüne bis goldbräunliche Rasen mit bis 8 cm langen, dünnen, faden-
förmigen, mehrmals geteilten, unregelmässig beasteten Stengeln und schlaffen
Asten. Stengelquerschnitt rund, mit dünnem Zentralstrang und 2—3 zellreihiger,
gelbroter Rindenschicht, aber ohne Aussenrinde. Bll. etwas locker gestellt,
allseitig aufrecht abstehend, hohl, schwach faltig, an der Basis herab-
laufend, eiförmig und rasch in eine stumpfliche, lanzettliche Spitze verschmälert,
1—1,2 mm lang, flach- und ganzrandig, mit dicht über der Insertion gegabelter,
bis zur Mitte reichender, gelber Rippe. Blattzellen stumpflich, gegen die Spitze
fast rhombisch, 7 u und 3—4 mal so lang, mitten mehr spindelförmig, 4—6 mal
. 80 lang als breit und etwas geschlängelt, an der Basis gelb, verlängert rektangulär
. .. und 9 y, an den nicht ausgehóhlten Blattflügeln kaum verschieden. Perichätium
. . Wurzelnd und schlank; die inneren Hüllbll. rippenlos, 2 mm lang, undeutlich
: faltig, Oben fast gestutzt, gezühnt und in eine glatte Spitze ausgezogen. Kapsel
ach Limpr { L2 cm langer, roter, geknieter Seta übergeneigt, fast
ind isch und gekrümmt, braun, mit rotem, kegeligem Deckel und 2reihigem,
— 639 —
kleinzelligem, nur wenig differentiiertem Ring, entdeckelt 2 mm lang. Epidermis-
zellen der Kapselwand klein und dünnwandig. Peristomzühne an der Basis
verschmolzen, orangegelb und gesäumt, aussen querstreifig, gegen die fast glatte,
hyaline Spitze schwach sügezühnig. Membran des inneren Peristoms bleich
und glatt, mit schmalen, nicht durchbrochenen Fortsätzen und je 2 fast glatten
Wimpern. Sporen 14—16 u. Reife im August.
An zeitweise überfluteten Felsen und Geröll in Sturzbächen der Alpenregion
von 2000—2200 m; von J. Breidler 1869 am Eiskar in Steiermark in 2000 m
entdeckt. S. LVI, 2, a und b) BIL., c) Habitusbild; gez. nach einem von J. Breidler
im Giglachthal bei Schladming in Steiermark in 2000 m ges. Expl.
4. Limnobium arcticum (Sommerf.) Br. eur. 1853.
Hypnum Sommerf. 1826, H. alpestre Grev. 1825, Leskea Smithii Sw. 1816, Stereodon
Mitt. 1865, Amblystegium und Hypnum Smithii Lindb. 1871 und 1872, Calliergon ۰
1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 886.
Einhüusig; die kleinen stengel- und aststündigen 6 Blüten mit stumpf
eifórmigen; ganzrandigen, rippenlosen Hüllbll, 5—8 Antheridien und wenigen
Paraphysen. Habituell an kleinere Formen trockenerer Standorte von ZiAynchosteg..
rusciforme erinnernde, etwas derbe, starre, dunkel oliven- bis schwärzlichgrüne,
schwach glänzende Rasen mit hingestreckten, zähen, abwärts blattlosen und
fast wurzellosen, aufwärts verästelten Stengeln und aufsteigenden oder auf-
rechten Ästen, ohne Paraphyllien. Stengelquerschnitt rundlich-kantig, mit
kleinem Zentralstrang und von der Rindenschicht nur wenig verschiedenem
Grundgewebe. Bil. fast sparrig allseitig abstehend, nie einseitswendig, fest
und derb, nur 0,75—1 mm lang, aus etwas herablaufender, engerer Basis ei-
rundlich, resp. breit eifórmig bis fast kreisfórmig, abgerundet oder kurz
stumpflieh zugespitzt, hohl und nicht faltig, flach- und ganzrandig, mit
mindestens و des Bl. durchlaufender, einfacher oder gegabelter Rippe.
Blattzellen derbwandig, nicht getüpfelt, rhombisch-linearisch, stumpflich und
abwärts etwas geschlängelt, 7—9 u und 4—6 mal so lang, an der Spitze oval,
9 u und meist nur وک mal so lang als breit, am Rand daselbst durch eine
Reihe kurzer, schiefer Zellen weit herab wie gesäumt, an der Basis 12 u
und verlängert rektangulär, diekwandiger, gelblich bis orangefarben und
schwach getüpfelt, in den Ecken daselbst nicht wesentlich verschieden, nur
breiter, rektangulär-6 seitig und bis 18 u. Perichätium nur wenig wurzelnd;
die äusseren Hüllbll. abgerundet und an der Spitze mehr oder weniger deutlich
krenuliert, die inneren undeutlich lüngsfaltig, flach- und ganzrandig, 3—3,6 mm
lang, mehr lanzettlich verlängert und in eine stumpfliche Spitze auslaufend,
sowie mit krüftiger, langer Rippe. Scheidchen zylindrisch und mit Paraphysen.
Kapsel auf 1 em langer, dicker, roter Seta etwas geneigt, aus kurzem Halse
eifórmig bis verkehrt eilünglich, kastanienbraun und derbwandig, trocken ge-
krümmt, mit hochgewölbtem, braunem, mit stumpfer Warze versehenem Deckel
und 2zellreihigem Ring, entdeckelt 1,2—1,5 mm lang, gestutzt und unter der
Mündung kaum verengt. Epidermiszellen der Kapselwand derbwandig und
— 640 —
etwas unregelmüssig. Peristomzähne gelblich, aussen querstreifig, gegen die
papillösen Spitzen breit hyalin gesäumt. Membran des inneren Peristoms von
mindestens و Zahnhöhe, hell gelblich und schwach papillós, mit eng ritzen-
förmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2 meist unvollständigen Wimpern.
Sporen 14—18 u, olivengrün und fein papillós. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. VI, Tab. 578.
An überrieselten Felsen und Steinen in Gebirgsbächen von 1900-3900 m
durch die Alpen Europas und in Nord-Amerika verbreitet, auch in Norwegen,
Schweden und Finnland nicht selten; von Sendtner 1838 im Riesengebirge ent-
deckt. S. LVII, 11, a und b) Bll, c) Kapsel, d) Spitze eines äusseren, e) eines
inneren Perichätialbl.; gez. nach von J. Breidler in den Kraggauer Alpen in
Steiermark in 1800 m und von J. E. Zetterstedt bei Christiania in Norwegen
gesammelten Expll.
5. Limnobium Goulardi (Schpr.).
Hypnum Schpr. 1876, H. cochlearifolium Vent., Limnobium cochlearifolium Vent. 1871,
P. arcticum var. Husnot 1894, Amblystegium cochlearifolium Lindb. 1894, Calliergon Kindb.
1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 887.
Einháusig; die zahlreichen stengel- und astständigen c Blüten mit
rippenlosen, eifórmigen, spitzen inneren Hüllbll, 5—7 dicken Antheridien und
nur wenigen Paraphysen, oder auch ohne solche. Schwellende, weiche, grün
und rötlich gescheckte Rasen mit 2—4 cm langen, dünnen, nicht wurzelnden
Stengeln und zahlreichen drehrund beblätterten, geschlüngelt aufgerichteten
Asten, sowie mit paraphysenartigen Haaren in den Blattachseln. Stengel-
querschnitt rund, mit nur angedeutetem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe
und 2zellreihiger, gelbroter Rindenschicht. BII. weich, etwas locker gestellt,
allseitig aufrecht abstehend, trocken zusammenfallend, aus enger, schmal
herablaufender Basis eirundlich, resp. breit eiförmig und abgerundet oder mit
kurzer, stumpfer, eingebogener Spitze, 0,9—1,2 mm lang, lóffelartig hohl,
schwach faltig und mit fast rings breit zurückgebogenem Rand, ganz-
randig und mit kurzer, seltener bis zur Mitte reichender 9 schenkeliger Rippe.
Blattzellen nur wenig verdickt, mit oft deutlichem Primordialschlauch, mitten
6—7 u, 4—8 mal so lang und etwas geschlüngelt, in der Spitze rhombisch,
9-10 u und höchstens 2—3 mal so lang, in der Mitte der Basis rektangulür
und 10 u, in den Ecken daselbst kürzer und nur selten etwas breiter, bis
14 u. Perichütium (nach der Rev. bryol.) wurzelnd; die Hüllbll. in der Spitze
ausgeschweift gezühnt und mit dünner Rippe. Kapsel geneigt, ellipsoidisch
und gekrümmt, mit konvexem, mit stumpfem Spitzehen versehenem Deckel,
entdeckelt unter der Mündung etwas verengt. Fortsätze des inneren Peristoms
nieht durchbrochen.
An Kieselgestein in Quellen und Bächen der Alpen und Hochalpen Europas
Yon 1700—2830 m; von Goulard 1873 in den Pyrenäen aufgefunden, jedoch nach
impr. bereits 1871 von G. v. Venturi in Tirol entdeckt. Nach Macoun auch
Canada in Nord-Amerika bekannt. S. LVII, 10, a und b) Bll., c) Blattspitze;
mach von P. Olsson auf Knudshöhe, resp. dem Doyrefjeld in Norwegen und
— 641 —
von Glowacki in den Sölker Alpen in Steiermark ges. Expll. Von voriger Art
schon durch das dünnwandigere, gegen die Spitze fast 6 seitige Zellnetz verschieden.
6. Limnobium alpestre (Sw.) Br. eur. 1853.
Hypnum Sw. 1799, H. rivulare Sw. 1795, H. Stereodon mollis Brid. ex p. 1897,
Amblystegium rivulare Lindb. 1879, Calliergon Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 888.
Einhüusig; die kleinen eifórmigen 6 Blüten mit 4—8 Antheridien und
mit Paraphysen, die rippenlosen, breit eifórmigen Hüllbll. derselben mit
sehr kleinem Spitzchen. Leicht zerfallende, dichte, oben gelbliche bis
rötliche, weiche, glänzende, oft an L. Mackayi erinnernde Rasen mit 3—10 cm
langen, nicht wurzelnden, niederliegenden Stengeln und stumpfen, dicht ge-
stellten, aufrechten, rundlich kätzchenartig beblütterten, meist 1—3 cm
langen, seltener kürzeren Ästen. Stengelquerschnitt rund, mit nur kleinem
Zentralstrang und 2—3 zellreihiger, dickwandiger Rindenschicht. Bll. dicht
gestellt, locker dachziegelig, ziemlich straff aufrecht, aus etwas herab-
laufender Basis elliptisch und mit kurzem, zurückgebogenem, oft halb ge-
drehtem Spitzchen, 1,5—1,8 mm lang, sehr hohl, undeutlich gesägt,
mit krüftiger, einfacher, vor der Spitze endender, oder ungleich 2 schenkeliger,
nur bis zur Mitte reichender, gelber Rippe, sowie mit ausgehóhlten Blatt-
flügeln, insbesondere bei älteren Bll. mit deutlich abgegrenzter, rundlicher
Gruppe orangeroter Blattflügelzellen. Blattzellen derbwandig, linearisch und
stumpflich, 7 u und 8—12 mal so lang, in der kurzen, stumpflichen Spitze
nur 3—4 mal so lang, in der Mitte der Basis mehr rektangulär, 9 u, sowie
gelbrot und getüpfelt, in den meist etwas geöhrten Blattflügeln in gut be-
grenzter Gruppe oval-6seitig bis quadratisch, 16—20 u, orangerot und derb-
wandig. Perichätium nur wenig oder nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll.
ganzrandig, tief längsfaltig und mit dünner Rippe, die übrigen mit der Spitze
mehr sparrig abstehend und rippenlos. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, roter
Seta geneigt bis fast aufrecht, aus deutlichem Halse ellipsoidisch und ge-
ümmt, mit hoch gewölbtem, abgerundetem oder mit Warze versehenem,
orangefarbenem Deckel und breitem, 2—3reihig stückweise sich ablósendem
Ring, entdeckelt 1,4—1,7 mm lang und unter der Mündung verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig, am Urnenrand nur 2 Reihen rundlich,
die übrigen rektangulür-6seitig. Peristomzähne an der Basis versehmolzen,
breit lanzettlich-pfriemenförmig, gleichmässig verschmälert, gelb und gesäumt,
aussen querstreifig, mit fein auslaufender, hyaliner, längsreihig papillöser Spitze,
innen mit bis 30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms zart und bleich,
von !/ Zahnhöhe, mit ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3
zarten Wimpern. Sporen 12—14 u,“ hell rostfarben und fast glatt. Reife im
Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 577, (L. molle, 2).
An überrieseltem Kieselgestein im Norden Europas und Amerikas verbreitet
bis nach Spitzbergen und Grönland hin; von Olaf Swartz 1795 in Schweden ent-
deckt. Von Arnell auch im Jeniseithale Sibiriens, insbesondere in der arktischen
Region bei Dudinka und Tolstoinos gesammelt. Das Vorkommen in den Tiroler
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. -
س 642 —
und Kärnthner Alpen wird von Limpricht bezweifelt. S. LVI, 3, a) Bl.,
b) stärker vergrösserte, gedrehte Blattspitze, c und d) Kapseln, e) Hüllbl. der
6 Blüte mit Antheridien, f) Kapselring; gez. nach von P. Olsson bei Kongsvold
auf dem Dovrefjeld in Norwegen und von V. F. Brotherus in Lappland ges. Expll.
7. Limnobium alpinum (Schpr.).
ypnum Schpr. 1876, H. dilatatum v. alpinum Boul. 1884, Amblystegium molle v.
alpinum Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 889.
Einhäusig; die eirundlichen J Blüten mit eirunden, stumpflichen, rings
stumpflich gezühnten, rippenlosen Hüllbll., 4—6 dicken Antheridien und wenigen
Paraphysen. Habituell an L. dilatatum erinnernde, ziemlich dichte, weiche,
leicht zerfallende, hellgrüne, oft rötlichgelb gescheckte oder an den Spross-
enden goldgelbe und etwas glünzende Rasen mit kriechendem, nicht wurzeln-
dem Hauptstengel, aufrechten sekundären Stengeln und dicht gestellten,
stumpfen, etwas sparrig dachziegelig beblätterten, 1-3 cm langen Asten.
Stengelquerschnitt rund, mit nur angedeutetem Zentralstrang und 2—3 zell-
reihiger, kleinzelliger, gelbroter Rindenschicht. BI. dicht gedrängt, fast
sparrig abstehend, an den Astenden mitunter etwas einseitswendig, dünn-
häutig, trocken rauschend, fast kreisrund und mit stumpfer, aufgesetzter
Spitze, 1,2—1,4mm lang und 1—1,2 mm breit, sehr hohl und unregelmässig
wellig längsfaltig, flachrandig, rings stumpflich gezähnt, mit geraden Blatt-
flügeln und undeutlicher, kurzer, 2schenkeliger Rippe. Blattzellen dünn-
wandig, fast nicht geschlängelt, schmal linearisch, 6 u und 6—10 mal so
lang, an der Spitze nur 2—4 mal so lang, mehr rhombisch, in der Mitte der
Basis 9 u und nicht getüpfelt, in den nur wenig oder kaum ausgehöhlten Blatt-
flügeln in länglicher Gruppe dem Rand entlang kürzer oder länger rektangulär,
dünnwandig, nicht gefärbt, etwas erweitert, 12—16 u und 2—3 mal
so lang. Perichätium nicht wurzelnd, mit aufrechten, bis über 3 mm langen,
kurz stumpflich zugespitzten und an der Spitze gezähnten Hüllbll.; die inneren
Hüllbll. längsfaltig, aber ohne Rippe. Kapsel auf 8—12 mm langer, roter
Seta geneigt bis fast aufrecht, dick oval und hochrückig, mit kurzem, dickem
als, grossem, glänzend braunrotem, hochgewölbtem, mit Warze versehenem Deckel,
und 2—3reihig sich ablósendem Ring, entdeckelt 1,5 mm lang und unter der
Mündung nur wenig verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig,
am Urnenrand mehrere Reihen kleinzellig. Peristomzähne gelb, an der Basis
verschmolzen, aufwärts breit gelb gesäumt, aussen querstreifig, an den gelb-
lichen Spitzen sehwach sügezühnig und durch grobe Papillen krenuliert. Membran
des inneren Peristoms von !/, Zahnhöhe, hell gelblich, fast glatt, mit ritzen-
fórmig durchbrochenen Fortsützen und nur rudimentüren Wimpern. Sporen
ungleich, bis 20 u, rostfarben und gekörnelt. Reife im August. Br. eur. Vol. V L
Tab. 576. (L. molle.)
ns An Steinen in Gletscherbächen, meist an Glimmerschiefer, durch die Alpen
= E in 1700—2400 m und den Norden Europas, insbesondere Norwegen und Lappland
o» ers ıt; von Schimper 1839 in der Schweiz entdeckt. S. LVII, 8, a und
س 643 —
b) Bil, c) Kapsel; gez. nach von Ch. Kaurin bei Opdal in Norwegen und von
Hagen in Nordlandsamt daselbst ges. Expll.
8. Limnobium molle (Dicks.).
Hypnum Dicks. 1790, H. Stereodon alpestris Brid. 1827, Amblystegium Lindb. 1879,
Calliergon Kindb. 1897, Callierg. submolle Kindb. und Limnobium submolle Kindb. 1897 und
1895; cf. Rbh. Kr. EL IV, Nr. 890.
Einhäusig; die dick eiförmigen, stengelständigen ی Blüten mit breit
eifórmigen, stumpflich zugespitzten, aufwärts krenulierten HüllblL, 8—12
Antheridien und längeren hyalinen Paraphysen. Lockere, feucht wie trocken
weiche, olivengrüne bis bräunliche, nur wenig glänzende Rasen mit 5—10 cm
langen, schlaffen, geschlängelten, meist wurzellosen oder hier und da büschelig
mit roten Wurzelhaaren besetzten, durchaus beblätterten Stengeln und ver-
längerten, stumpfen, etwas kätzchenförmigen, schlaffen Asten, sowie mit Para-
phyllien um die Astanlagen (cf. Rev. br. 1891, S. 8). Stengelquerschnitt
mit Zentralstrang und 2—3zellreihiger, gelbroter Rindenschicht. Stengelbll.
feucht wie trocken allseitig aufrecht abstehend, sehr weich, aus enger,
herablaufender, eifórmiger oder elliptischer Basis stumpflich lanzettlich, nie
einseitswendig, 1,5--1,8 mm lang, hohl, schwach faltig, mit gezähnelter
Spitze, an der Basis etwas zurückgeschlagenem Rand und kurzer,
2—3schenkeliger, höchstens die Mitte erreichender Rippe. Blattzellen etwas
derbwandig, mit sichtbarem Primordialschlauch, spindelfórmig bis linearisch,
7 u und 5—8 mal so lang, in der Spitze nur 2—3 mal so lang, in der Mitte
der Basis gelblich bis orangefarben, getüpfelt, verlängert rektangulär und 9 u,
an den nicht oder nur schwach ausgehöhlten Blattflügeln gelb- und dick-
wandig bis orangefarben; einzelne fast quadratisch und bis 14 u, jedoch nicht
deutlich begrenzt. Perichätium sparrig und nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll.
aufrecht, bis 4 mm lang, längsfaltig, mit streckenweise umgeschlagenem
Rand und dünner, langer, einfacher Rippe oder fast rippenlos, von der Spitze
abwärts weit herab gesägt. Kapsel auf 8—10 mm langer Seta geneigt, aus
nur kurzem, engem Halse dick oval, mit hochgewölbtem, mit kurzem, papillen-
artigem Spitzchen versehenem Deckel und breitem, 3—4reihig sich ab-
lósendem oder am Deckel hängen bleibendem Ring, entdeckelt 1,5 mm lang
und unter der weiten Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand
í dünnwandig, fast bis zum Urnenrand kurz rektangulär-6 seitig. Peristomzähne
an der Basis verschmolzen, goldgelb, an der Insertion fast orangefarben, ab-
würts schmal gelb gesäumt, aussen querstreifig, aufwärts etwas buchtig und
fast glatt, innen mit bis 30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb,
von لام Zahnhóhe, fast glatt, mit kaum ritzenförmig durchbrochenen Fort-
sützen und je 2—3 dünnen Wimpern. Sporen 14—16 u, hell rostfarben und
fast glatt, zuweilen etwas unregelmüssig, oval und rundlich, 12—18 بر und fein
. papillós. Reife im Sommer.
An Steinen (besonders Schiefer und Granit) in den Gletscherbüchen der Alpen-
region zwischen 2000 und 2700 m, sowie im Norden Europas und Nord-Amerikas,
41*
— 644 —
in Lappland, Grönland usw. S. LVII, 6, a und b) Bll, c und d) Kapseln,
e) Perichütialbl, f) Hüllbl. der 6 Blüte mit Antheridium; gez. nach von Ch. Kaurin
bei Xotesfjeldón-i im arktischen Norwegen ges. Expll. Das von Olsson am Sneehätten
gesammelte Limnobium submolle Kindb. besitzt noch weichere, braune, nicht glänzende
Rasen mit etwas längeren, teils stumpflichen teils spitzen Bll. mit deutlich vor-
tretenden Ecken der Blattzellen, so dass dadurch die Bll. wie mit Papillen bedeckt
erscheinen.
Var. Schimperianum (Lor.) in tieferen, schwellenden, etwas glänzenden
Rasen mit mehr kützchenartig beblütterten, nur wenig geteilten, kaum beasteten
Stengeln, etwas kleineren, stumpferen, an den Blattflügeln nicht ausgehóhlten Bl.
und am Grunde derselben mehr bleichgrünen Zellen — von Lorentz 1862 in
Tirol entdeckt und in den Alpen über 1800 m verbreitet. S. LVII, 6, g) Bl.,
h) stürker vergrósserte mittlere Blattzelen; gez. nach einem von J. Breidler auf
der Singsdorfer Alm in Steiermark ges. Expl.
9. Limnobium dilatatum (Wils.) Vent. & Bott. 1884.
Hypnum Wils., L. molle Br. eur. ex p. 1853, Hypnum molle var. Boul. 1884, Ambly-
stegium Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 891.
Einhäusig; die stengelstindigen & Blüten mit eiförmigen, kurz zu-
gespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., 4—6 Antheridien und zahlreichen
langen, hyalinen, aus den kleinen Blütenknospen hervortretenden Paraphysen.
Niederliegende, gelblich- bis freudiggrüne, öfters rötlich gescheckte, glänzende,
feucht weiche, trocken etwas starre, lockere Rasen, mit festen, dünnen,
abwärts von Bll. entblössten und schwärzlichen, aufwärts mehrfach ge-
teilten, aufsteigenden Stengeln und dicken, stumpfen, meist einfachen, auf-
rechten, einseitig beblätterten Ästen, sowie mit paraphysenartigen Haaren
in den Blattachseln. Stengelquerschnitt rund, mit deutlichem Zentralstrang,
derbwandigem Grundgewebe und gelbroter, 3zellreihiger, stark verdickter
Rindenschicht. Bll. ziemlich gedrängt, meist nach einer Seite gerichtet ab-
stebend, aus etwas herablaufender, sehr enger Basis breit oval bis fast
kreisrund, stumpf kurz zugespitzt, resp. mit nur kurzem Spitzchen, 1,5—2,1 mm
lang, nur wenig hohl und nicht faltig, ganzrandig oder an der Spitze un-
deutlich gezähnt, ohne Rippe oder mit nur kurzer, 2schenkeliger Rippe-
Blattzellen dickwandig, linearisch-wurmfórmig, 6—7 u und 10—15 mal 0
lang, in der Spitze nur 2—4 mal so lang, in der Mitte der Basis getüpfelt
und 10—14 u, an den etwas geöhrten Blattflügeln in rundlicher Gruppe
oval-6 seitig, 16—20 u, gelb- und dickwandig, sowie getüpfelt. Perichätium
wurzelnd; die inneren Hüllbll. längsfaltig, mit fein gesägter, scharfer Spitze
und dünner Rippe. Kapsel auf 1,2—2 cm langer, roter Seta geneigt, aus
kurzem, engerem Halse schmal ellipsoidisch und hochrückig, mit hochgewölbtem,
mit roter Warze versehenem Deckel und nur schmalem, 2 zellreihigem Ring,
. 1,8—2 mm lang, entleert stärker gekrümmt und unter der erweiterten Mündung
~ stark verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig, etwas unregelmässig
p rundlich bis verlängert schmal oval-6seitig. Peristomzähne an der Basis ver- ۰۰
molze , abwärts orangefarben und breit gelb gesäumt, aussen querstreifig, ide
— 645 —
aufwärts gelblich, etwas treppenförmig und fein papillös, innen mit über 30
eng gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und fein ge-
körnelt, von über !, Zahnhöhe, mit kaum ritzenförmig durchbrochenen Fort-
sätzen und je 2—3 vollständigen, dünnen, fadenförmigen, knotigen Wimpern.
Sporen 18—22 u, rostfarben und fein papillós. Reife im Spätsommer. Br.
eur. Vol. VI, Tab. 577. (L; molle, 3 und 4.)
An kalkfreiem Gestein in den Gebirgsbächen und an Wasserfällen der Berg-
und Alpenregion von 600— 2530 m, sowie im Norden Europas und Nord-Amerikas,
insbesondere in Lappland, Finnland, Kanada, Grönland und den Rocky-Mountains
usw. Auch von Arnell in der Waldregion Sibiriens bei Antsiferova und Stolbe
in 60° n. Br. im Jeniseithale gesammelt. . LVII, 7, a und b) Bil, c und
d) Kapseln; gez. nach von J. Breidler in Tirol, von Glowacki in Steiermark
und von V. F. Brotherus in Lappland ges. Expll.
Var. duriusculum De Not. mit kleineren, nur 1—1,4 mm langen, stark
einseitswendigen Bll. und etwas kürzeren Blattzellen — im Intrascathale am Lago
maggiore 1869 von De Notaris gesammelt (non vidi).
10. Limnobium norvegicum Br. eur. 1853.
Hypnum Schpr. 1860, H. viridulum Hartm. 1849, Amblystegium viridulum Lindb. 1879,
Calliergon viridulum Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 892.
Einhäusig; die kleinen, stengelstándigen 6 Blüten mit eiförmigen, kurz
und stumpflich zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll., 4—6 Antheridien
und zahlreichen Paraphysen, die و Blüten mit nur wenigen Archegonien, längeren
hyalinen Paraphysen und an der Spitze deutlich gezühnten Hüllbl. An
kleinere Formen von molle erinnernde, flache, dicht verwebte, weiche, glänzende,
grüne Rasen mit 1—3 cm langen, kriechenden Stengeln und schlaffen, auf-
rechten Ästen, sowie mit lanzettlichen und pfriemlichen Paraphyllien um die
Astanlagen. Stengelquerschnitt rund, mit kleinem Zentralstrang und etwas
lockerer, gelbroter Rindenschicht. Stengelbll. feucht allseitig abstehend, trocken
mehr anliegend, schlaff, breit eiförmig oder eirundlich und kurz stumpflich
zugespitzt, 0,6—1 mm lang, sehr hohl, flach- und ganzrandig, mit kurzer,
dünner, gabeliger Rippe. Blattzellen dünnwandig, linearisch bis geschlängelt,
6—8 u und 5—6 mal, in der Spitze nur 3—4 mal, abwärts mitunter auch bis
15 mal so lang, an den etwas herablaufenden, nieht ausgehöhlten Blattflügeln
ebenfalls dünnwandig, mehr rektangulär, 9—12 u und von den übrigen, gelben
Basalzellen wenig verschieden. Perichätium reichlich wurzelnd; die inneren
üllbll. nur 2 mm lang, lüngsfaltig, mit einfacher Rippe, schmal umgebogenem
Rand und unmerklich gezähnter, verhältnismässig kurzer Spitze. Kapsel auf
l cm langer, roter Seta fast aufrecht oder geneigt, aus kurzem Halse ellipsoidisch,
schwach hochrückig, mit kegelig gewölbtem, scharf gespitztem Deckel und
2zellreihigem, leicht sich ablósendem Ring, entdeckelt bis 1,5 mm lang und
unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig.
Peristomzühne trocken eingekrümmt, abwärts gelb, gesäumt und querstreifig,
an den Spitzen mehr hyalin und papillós. Membran des inneren Peristoms
— 646 —
fast glatt und bleich, von nur JA Zahnhóhe, mit schmal ritzenförmig oder
nicht durchbrochenen Fortsützen und je 2 oft unvollständigen Wimpern. . Sporen
12—16 u, grün und fast glatt. Reife im August. Br. eur. Vol. VI, Tab. 576.
An Kieselgestein in den Alpenbüchen, in der Tatra bis in 2160 m, vorzugs-
weise aber in Skandinavien, jedoch auch aus Nord-Amerika, insbesondere aus
Grönland bekannt, sowie von Arnell in der subarktischen Region Sibiriens gesammelt;
von Holmgren in Lulea-Lappland entdeckt. S. LVII, 9, a und b) Bll., c) Kapsel;
gez. nach einem von J. Breidler in den Schieferalpen bei Schladming in Steiermark
in 1900 m ges. Expl, das jedoch von der Limpricht'schen Beschreibung durch
etwas weitere und längere Zellen abweicht, auch durch den bei manchen Bll.
abwärts etwas zurückgeschlagenen Blattrand mehr an eine Übergangsform von molle
erinnert.
11. Limnobium montanum (Wils.).
Hypnum Wils. 1855, Amblystegium Lindb. 1879, Calliergon Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr.
Fl. IV, 8, S. 535.
Einhäusig; die dick eiförmigen, stengelstindigen C Blüten mit eiförmigen,
kurz und stumpflich zugespitzten und an der Spitze gezühnten Hüllbll., 4—8
Antheridien und nur wenigen Paraphysen. Ausgedehnte, etwas polsterfórmige,
weiche, gelbgrüne, innen rótlichbraune, nicht glänzende Rüschen mit nieder-
liegenden, abwärts von den Bll. entblössten, nicht wurzelnden Stengeln, auf-
rechten, oft büschelig beasteten sekundären Stengeln und 1 cm langen, auf-
rechten Asten. Stengelquerschnitt rund, ohne Zentralstrang, mit dünnwandigem
Grundgewebe und 3—4zellreihiger, gelbroter, verdickter Rindenschicht.
allseitig abstehend und teilweise sparrig zurück- oder einwürtsgebogen,
meist etwas sichelförmig, aus nur kurz herablaufender, eifórmiger Basis
lanzettlich schief zugespitzt, mit abwärts etwas zurückgeschlagenem,
aufwärts scharf gesägtem Rand und dünner, kurz 2schenkeliger, zuweilen
fast verschwindender Rippe. Blattzellen derbwandig, jedoch nicht getüpfelt,
eng linearisch, stumpflich und geschlängelt, 4—5 u und 6—7 mal so lang,
abwärts etwas kürzer, an der Basis gelblich und 6 u, an den nicht ausgehöhlten
Ecken daselbst nur wenige quadratisch und 7—8 u. Perichätium spärlich
wurzelnd; die inneren Hüllbll. bis 2,4 mm lang, aufrecht, scharf lanzettlich
zugespitzt, schwach längsfaltig, mit weit herab scharf gesägter Spitze und
nur dünner Rippe bis zur Mitte. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, dünner, roter
Seta aus aufrechtem Halse geneigt, schmal ellipsoidisch bis zylindrisch, dünn-
wandig, gelbbraun, mit kegelig gewölbtem, kurz und stumpf gespitztem Deckel
und sehr breitem Ring, entdeckelt 2,4 mm lang, entleert eingekrümmt und
unter der Mündung stark verengt. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig.
Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelblich und gesäumt, aussen quer-
streifig, an den schwach treppenförmigen, papillösen Spitzen hyalin. Membran
des inneren Peristoms weisslich, von !/, Zahnhóhe, mit schmalen, ritzentörmig
durchbrochenen Fortsätzen und je 2 vollständigen, knotigen Wimpern. Sporen
D ما u, hell rostfarben und fast glatt. Reife im Sommer. /
— 6047 —
An Steinen in Bächen von Axel Blytt 1868 bei Christiania in Norwegen
gesammelt, jedoch schon vorher aus Nord-Amerika, insbesondere aus New-Hampshire,
Newfoundland, Canada und Neu-England bekannt. S. LVI, 13, a und b) BI,
c) Perichütialbl, d) Habitusbild; gez. nach einem von Chr. Kaurin im mittleren
Norwegen ges. Expl.
12. Limnobium eugyrium Br. eur. 1855.
Hypnum Sehpr. 1860, Amblystegium Lindb. 1879, Calliergen Kindb. 1897; cf. Rbh.
Kr. Fl. IV, Nr. 893. |
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit rippenlosen, eilanzettlichen,
an der stumpflichen Spitze zurückgebogenen Hüllbll, 8—10 dicken Antheridien
und zahlreichen längeren Paraphysen. Etwas an eine Varietät von Ctenidium
molluscum erinnernde, verwebte, gelblich- bis freudiggrüne, weiche Rasen
mit nieht wurzelnden, 1—3 cm langen, niedergebogenen, unregelmässig ver-
zweigten Stengeln und zahlreichen aufsteigenden, verflacht beblätterten Asten.
Stengelquerschnitt rundlich oder oval, mit dünnem Zentralstrang, gelbroter,
9—3 zellreihiger, dickwandiger Rindenschicht und blatteigener Aussenrinde,
resp. die peripherische Zellreihe mit dünnen Aussenwünden. Bll. gedrängt,
aufwärts grösser, bis 1,4 mm lang, die oberen und unteren hohl, die seitlichen
mehr zusammengefaltet, an den Sprossenden oft sichelförmig einseitswendig,
resp. mit abwärts gebogenen Spitzen, aus etwas herablaufender Basis oval und
lanzettlich rasch scharf zugespitzt, ohne Rippe oder mit oft nur angedeuteter,
kurzer einfacher oder doppelter Rippe, mit meist etwas stumpflicher, gezähnelter
Spitze und mehr oder weniger ausgehöhlten Blattflügeln. Blattzellen eng
linearisch und geschlängelt, 6 u und 6—10 mal so lang, gegen die stumpfliche
Spitze kaum halb so lang, in der Mitte der Basis gelblich oder hell orange-
farben, verlängert rektangulär und 9 u, dickwandig und getüpfelt, an den
Blattflügeln in weniger gut begrenzter Gruppe gelb- und dickwandig, zuweilen
fast rotbraun, quadratisch oder kurz rektangulär und 14—18 p, nur vereinzelte
grosse Randzellen mitunter dünnwandiger und fast hyalin. Astbll. mehr sichel-
förmig und abwärts gekrümmt, kleiner und schmäler, sowie mit aufwärts oft
eingeschlagenen Rändern. Perichätium nur wenig wurzelnd, fast zylindrisch;
die inneren Hüllbll. steif aufrecht, längsfaltig, lang und fein zugespitzt, mit
ausgefressen gezühnelter Spitze und dünner, einfacher Rippe. Scheidchen
mit vielen Paraphysen. Kapsel auf 1—1,5 em langer, roter Seta geneigt bis
horizontal, ellipsoidisch, schwach gekrümmt und hochrückig, ockerfarben, mit
in die Seta verschmälertem, deutlichem Halse, hochgewólbtem, orange-
farbenem, mit Warze versehenem Deckel und leicht sich ablósendem, 2 bis
3zellreihigem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand dünnwandig. Peristom-
zähne an der Basis verschmolzen, gelb und breit gelb gesäumt, aussen quer-
streifig, an den Spitzen papillös und oberwärts hyalin gesäumt, innen mit etwa
30 sehr dicht stehenden Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und
fein punktiert, von !| Zahnhöhe, mit ritzenförmig durchbrochenen Fort-
sätzen und je 2—3 papillösen, knotigen Wimpern. Sporen 14—16 u, bräunlich
und papillós. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 579.
— 648 —
An überrieseltem Kieselgestein der unteren Bergregion hier und da in Europa
wie Nord-Amerika verbreitet; von Al. Braun im Schwarzwald in Baden am Geroldsauer
Wasserfall entdeckt. Wird nach Limpr. häufig mit Hypn. subplumiferum Kindb.
verwechselt. S. LVI, 6, a bis c) Bll., d) Kapsel; gez. nach einem von Al. Braun
am Geroldsauer Wasserfall ges. Expl., welches habituell etwas an eine Form von
L. ochraceum mit sichelfórmig einseitswendigen Bll. erinnert.
Limnobium subeugyrium (Ren. & C.) — Calliergon Kindb., welches Chr.
Kaurin bei Opdal in Norwegen gesammelt hat, zeigt nach der mir vorliegenden
Probe aus dem Herbare Kindbergs bedenkliche Verwandtschaft zu Z. dilatatum Wils.
13. Limnobium Mackayi (Breidler).
Hypnum Breidler 1891, H. eugyrium v. Schpr. 1876; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 894.
Einhäusig; die stengelständigen 6 Blüten mit eifórmigen, rasch zu-
gespitzten, rippenlosen, ganzrandigen Hüllbll.; 8—10 grossen, gelbbrüunlichen
Antheridien und zahlreichen gelblichen Paraphysen. Dem Z. eugyrium nahe
verwandte, kräftigere, schon mehr an DBraehythecium plumosum oder Limnobium
alpestre erinnernde, rötlichbraun gescheckte, weniger weiche Rasen mit abwärts
von den Bll. entblössten Stengeln und 1—2 cm langen, allseitig rund be-
blütterten, stumpflichen oder cuspidatun-artig kurz zugespitzten Ästen, sowie
mit paraphysenartigen Haaren in den Blattachseln. Stengelquerschnitt rund,
dem von L. eugyrium ähnlich, jedoch mit 4—5 zellreihiger, orangefarbener,
dickwandiger Rinde und blatteigener Aussenrinde. Bil. allseitig aufrecht ab-
stehend, denen von L. eugyrium sehr ähnlich, breiter ov al, mit stumpflicher, deutlicher
gezühnelter Spitze, etwas geóhrten, scharf abgegrenzten und stürker aus-
gehóhlten Blattflügeln und kürzerer, nur angedeuteter Rippe. Blattzellen eng
linearisch, 4—5 u und 10—15 mal so lang, im Mittelfeld der Basis hell orange-
farben, 7 u und getüpfelt, in den stark ausgehöhlten Blattflügeln in gut
begrenzter, 2— 3stóckiger Gruppe aufgeblasen oval-6seitig, hyalin bis
gelb- oder rotbraun, derbwandig und 14—18 u. Perichätium spürlich wurzelnd ;
die inneren Hüllbll. schwücher gefurcht als bei Z. eugyrium, mit abstehenden
Spitzen und gelblicher Rippe. Scheidchen mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel
auf 1,5—2 cm langer, roter Seta stark geneigt oder horizontal, dick ellip-
soidisch und etwas hochrückig, ohne Hals, mit hochgewólbtem, stumpfem,
kerbrandigem Deckel und 3—4 zellreihig sich ablósendem Ring, entdeckelt bis
2 mm lang und unter der Mündung nur wenig verengt. Epidermiszellen der
Kapselwand etwas kollenchymatisch. Peristom ähnlich wie bei L. eugyrium,
die Zähne aufwärts schwach treppenförmig. Sporen 14—18 u, rostfarben und
papillös. Reife im Sommer.
An Steinen und Felsblöcken, insbesondere Urgebirgsgestein in den Bächen
der unteren Bergregion im nördlichen Europa und Nord-Amerika; von Mackay
bei Killarney in Irland entdeckt. 8. LVI, 5, a und b) Bil, c und d) Kapseln,
e) mittlere Blattzellen, f) Kapselring; gez. nach einem von Hunt bei Killarney in
Irland ges. Expl. Schpr. betrachtete diese Art nur als eine Varietät von eugyrium.
Beide Arten sind jedenfalls sehr nahe verwandt. Da nach Schpr. als Normalform
— 649 —
des LL. eugyrium die Pflanze vom Geroldsauer Wasserfall im Schwarzwald zu betrachten
. ist, mit nicht deutlich abgegrenzten und weniger ausgehöhlten Blattflügeln, so rechne
ich zu Mackayi mehr die nordische Pflanze mit etwas breiteren ovalen Bll. und
stärker ausgehöhlten, scharf abgegrenzten Blattflügeln. Im übrigen unterscheiden
sich beide Arten vorzugsweise durch das Sporogon, das nur bei L. eugyrium einen
deutlichen Kapselhals besitzt.
14. Limnobium molinarium +) Thom.
Hypnum Stereodon mollis Brid. ex p. 1827.
Einhäusig; die gelblichen, kleinen, eirunden, stengelständigen 6 Blüten
in der Nähe der Ọ mit SE, rippenlosen, kurz und scharf zugespitzten
Hüllbll, nicht zahlreichen (meist 6) dicken, gelben Antheridien und längeren,
hellen Paraphysen, die etwas schlankeren و Blüten mit rippenlosen, kurz zu-
gespitzten Hüllbll. und nur wenigen Archegonien ohne Paraphysen. Weiche,
lockere Rasen mit 4—6 cm langen, aufsteigenden, nur wenig verästelten
Stengeln mit etwas sichelförmigen Sprossenden. Stengel am Grunde von den BH.
entblösst, im übrigen wie die Äste dicht dachziegelig, rundlich und gegen die
Sprossenden etwas einseitswendig beblättert. Bll. aus engerer, zuweilen klein
geöhrter Basis breit eiförmig und rasch kurz und schief zugespitzt, mit durch
die eingebogenen Blattränder rinnig oder röhrig hohler, zuweilen am Rand
etwas gezähnelter Spitze, sowie ziemlich kräftiger, fast vollständiger, nicht
weit vor der Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen mitten 6—7 u und
6—7 mal so lang, gegen die Basis kürzer, an der Insertion gelb, kürzer und
breiter, viel diekwandiger, mehr rektangulär-6seitig und 19-18 u, in den
ما deutlich vorgewölbten Blattflügeln ebenfalls gelb und dickwandig,
jedoch mehr rundlich-6seitig und bis 22 u. Über den Blattfligeln sind die
Zellen oft noch in grösserer Anzahl klein oval. Sporogon unbekannt.
Bis jetzt nur aus der Schweiz bekannt. S. LIII, 12, a und b) BU., c) stärker
vergrösserter, nicht nn Blattflügel, d) Habitusbild; gez. nach einem Expl. aus
em Berliner bot. Muse
b) Blüten zweihäusig.
15. Limnobium ochraceum (Turn.) Br. eur. 1855.
Hypnum Turn. 1855, Stereodon Mitt. 1865, Amblystegium Lindb. 1879, Calliergon
Kindb. 1897, H. aduncum Hampei, Arnellianum Sanio 1888; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 895.
Zweihäusig, gemischtrasig; die vielblütterigen, stengel- und astständigen,
dick eifórmigen 6 Blüten mit zurückgebogenen Blattspitzen, rippenlosen,
schmal zugespitzten inneren Hüllbll, 5—8 Antheridien und nur wenigen kurzen
Paraphysen. Ausgedehnte, weiche, lockere, schwellende, gelbgrüne bis bräunlich
gescheckte, innen ockerfarbene Rasen mit niederliegenden oder aufsteigenden,
6— 10 em langen, nicht bewurzelten und in aufrechte, fast gleichhohe, an der
Spitze meist sichelfórmig gekrümmte, mehrere em lange Äste geteilten Stengeln.
7) Die Schreibweise molendinarium beruht nach Levier, resp. Cardot auf einem
Schreibfehler.
— 650 —
Stengelquerschnitt rundlich-oval, mit sehr kleinem Zentralstrang, 2—4 zellreihiger,
dickwandiger, gelbbrauner Rindenschicht und einzellreihiger, lockerer, -
hyaliner Aussenrinde. Bil. gedrängt, sichelfórmig einseitswendig,
schlaff, trocken verbogen, 1,8—2 mm lang, meist eilanzettlich oder aus an
der Insertion verengtem, eifórmigem Basalteil lang lanzettlich zugespitzt, hohl
und meist etwas faltig, ganzrandig oder gegen die Spitze gezühnelt, stumpflich
oder auch schärfer zugespitzt, mit kräftiger, gelbgrüner, einfacher oder oben
gegabelter, in oder über der Mitte endender Rippe. Blattzellen eng linearisch
und geschlüngelt, dünnwandig und stumpflich, mit zuweilen schwach vor-
tretenden Zellecken, 5—7 u und 8—12 mal so lang, in der Spitze nur 5—7 mal
so lang, bei stumpflichen Bll. an der Spitze wohl auch noch kürzer, an der
Basis etwas lockerer, verlängert rektangulür und 9—12 ولا an den nicht aus-
gehöhlten, nur wenig herablaufenden Blattflügeln daselbst in nicht scharf
begrenzter Gruppe allmählich erweitert und 18—25 u, ziemlich dünnwandig,
hyalin oder etwas gelblich. Perichätium sparrig und nicht wurzelnd; die innersten
Hüllbll. mehr aufrecht, längsfaltig und lang zugespitzt, mit schwach gesägter
Spitze und einfacher Rippe, nach Schpr. auch ohne Rippe. Scheidchen mit
nur wenig Paraphysen. Kapsel auf 2—3 em langer, roter, aufwärts hellerer
Seta aus aufrechtem, geradem Halse geneigt, eilänglich, mit gewölbtem,
rotwarzigem Deckel und 2—3 zellreihigem, breitem, differentiiertem Ring,
entdeckelt 1,5—2 mm lang und unter der Mündung etwas verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
abwärts gelb und gelblich gesäumt, aussen querstreifig, aufwärts rasch verschmälert,
breit hyalin gesäumt und papillös, innen mit mindestens 40 sehr dicht gestellten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und papillós, von !/, Zahnhóhe,
mit breit oder ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 zarten
Wimpern. Sporen 14—16 u, hell rostfarben und papillós oder auch 14—18 u
und fast glatt. Reife im Juni. Br. eur. Vol. VI, Tab. 580.
An überrieselten Steinen in den Bächen und Wasserfällen der Bergregion
und Alpen von 500— 1950 m, nur ausnahmsweise niedriger, dagegen mehr im
Norden Europas und Nord-Amerikas bis nach Spitzbergen und Grönland; von
Turner zuerst in Schottland und von Sendter 1838 im Riesengebirge aufgefunden.
‚Nach Arnell auch im nördlichen Asien, im Jeniseithale Sibiriens bis in die
arktische Region bei Tolstoinos hier und da verbreitet. S. LVII, 4, a bis c) Bll,
d und e) Kapseln, f) Habitusbild; gez. nach von H. Graf zu Solms-Laubach an
den Fallbüchen bei Oberhof in Thüringen und von J. E. Zetterstedt in Norwegen
ges. Expll.
Ändert mehrfach ab als:
Var. uncinatum Milde mit hakenfórmig eingekrümmten Sprossenden und
lang zugespitzten, sichelförmig-einseitswendigen Bll. — mit der Normalform;
.. var. flaccidum Milde mit längeren, locker beblütterten Ästen und längeren,
breit lanzettlichen Bll. — in der Schneegrube im Riesengebirge;
var. complanatum Milde mit mehr zweizeilig gestellten, kürzer zugespitzten
94. — im Harz und in Norwegen etc.;
— 651 —
var. filiforme Limpr. eine flutende Form mit sehr dünnen, langen, fast
drehrund beblütterten, geradspitzigen Ästen — am Teufelswehr in Schlanker, sowie
in Steiermark, Norwegen etc.;
var. nivale Zetterst. eine kräftige Form mit kürzeren, breiteren Bll., mehr
gedunsen, locker rund beblätterten Sprossen und geraden Astspitzen — in Gletscher-
büchen auf dem Dovrefjelde Norwegens von J. E. Zetterstedt bei Knudshöhe
gesammelt.
16. Limnobium simplicinerve (Lindb.).
Amblystegium Lindb. 1886; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 545.
Bis jetzt nur steril bekannt. Lockere, unten braune, dunklere Rasen
mit gelblichen Sprossenden, verlängerten, abwärts von den Bll. entblóssten und
niederliegenden, umherschweifenden, etwas unregelmüssig, mehr oder weniger
entfernt beasteten, mehrfach geteilten Stengeln und 0,5—2 em langen Ästen.
Bll. schmal eilanzettlich, flach- und ganzrandig, mit enger, gerader Basis,
stumpflicher, gezähnter Spitze und ziemlich kräftiger, einfacher, nur bei
kräftigeren Bll. zuweilen gegabelter, !/, bis höchstens ?/, des Bl. durchlaufender
Rippe. Astbll. nur schmäler, sonst kaum verschieden. Blattzellen sehr eng,
mitten 5—7 u und 10-19 mal so lang, etwas geschlängelt, an der Basis eine
Reihe doppelt so breiter kurz rektangulür-6seitiger Zellen, die den Übergang
auf den Stamm vermitteln, ohne besondere Blattflügelzellen, nur an der Rand-
reihe etwa 4 Zellen hoch schmal rektangulär.
Von H. Hjelt und R. Hult bei Tervo, Rovaniemi in Lappland (Lapponia
Kemensis, Ostrobotnia borealis) an einem Wasserfall des Flusses Annasjoki am
18. August 1877 entdeckt. S. XXXIX, 6, a und b) Bll., c) Blattspitze, d) Habitus-
bild; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare S. O. Lindbergs. Steht
gleichsam in der Mitte zwischen L. ochraceum und es
17. Limnobium polare (Lindb.).
Hypnum Lindb. 1866, Amblystegium Lindb. 1879, Calliergon Kindb. 1897, Hypn.
palustre var. Husnot 1894; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 896.
Zweihänsig; die stengel- und aststándigen 6 Blüten mit kurz zugespitzten,
rippenlosen inneren Hüllbll, 3—8 gelblichen Antheridien und zahlreichen
Paraphysen. Weiche, lockere, goldgrüne oder goldgelbe, abwärts gebräunte
Rasen mit 3—6 cm langen, aufsteigenden oder aufrechten, nicht wurzelhaarigen,
unregelmüssig bis büschelig beasteten Stengeln und fast kützchenfórmigen,
Oft etwas einseitig beblütterten und an den Enden hakig gekrümmten Asten.
Stengelquerschnitt rund, mit kleinzelligem Zentralstrang, sehr lockerem Grund-
gewebe, 3schichtiger, gelbbrauner, diekwandiger Rindenschicht und deutlicher
Aussenrinde. Bll. dicht aufrecht abstehend oder etwas einseitswendig und
schlaff, trocken locker anliegend, aus engerer, kurz herablaufender Basis
eifórmig und allmählich lanzettlich verschmälert, mit abgerundetem, zurück-
gebogenem Spitzchen, 1,2—1,8 mm lang, sehr hohl, aufwürts durch etwas
eingebogene Ränder rinnig oder fast kappenfórmig, an der äussersten Spitze
— 052 —
krenuliert gezähnelt, mit gelblicher, kräftiger, dicht vor der Spitze endender
Rippe. Querschnitt der letzteren plankonvex, abwürts 5schichtig und homogen.
Blattzellen derbwandig, schmal rhomboidisch bis geschlängelt, 7 u und 5—8 mal
so lang, in der Spitze 9 u und kürzer, mehr schmal 6seitig bis oval, in der
Mitte der Basis etwas verdickt und getüpfelt, sowie orangefarben und 10—12 u,
an den nicht ausgehöhlten Blattflügeln in schmaler, kleiner, 3eckiger Gruppe
fast quadratisch, 12—16 u, hyalin oder gelblich. Perichätium spärlich wurzelnd;
die inneren Hüllbll. mit dünner Rippe, längsfaltig, oben abgebrochen, resp.
etwas gestutzt und in eine gesägte Spitze ausgezogen. Sporogon noch unbekannt.
An Steinen in Bächen der nördlichen Polarzone in Europa und Nord-Amerika,
insbesondere auf Spitzbergen und in Grönland; von Malmgren 1861 auf Spitz-
bergen entdeckt, sowie von Norrlin in Lulea-Lappland später gesammelt. Von
Arnell auch in Sibirien in der arktischen Region bei Tolstoinos aufgefunden,
S. LVI, 12, a und b) Bll; gez. nach einem von Chr. Kaurin bei Opdal in
Norwegen ges. Expl. uen grósseren, sichelfórmigen Bll. der Sprossenden erinnern
mehr an L. ochraceum, dem die Pflanze nahe zu stehen scheint,
18. Limnobium micans (Wils.).
Hypnum Wils. 1844, Chrysobryum Lindb., Calliergen Kindb. 1897, a S
und en Novae Caesareae Aust. ud Lesqu. & James 1884 h. Kr.
31 1۷ 2, 8 544.
ar g; die stengelständigen © Blüten mit aufrechten, scharf zu-
gespitzten und gesägten Hüllbll., die Ğ Blüten unbekannt. An sehr kleine
Formen von L. palustre oder ad an ein kleines CÀrysohy) , wie Aispidulum
und Zalleri erinnernde, ausgedehnte, sie 0 dicks, weiche, goldgelbe bis
bräunlichgrüne, glänzende Räschen mit 2—4 cm langen, kriechenden, nur
streckenweise wurzelhaarigen, reichlich verästelten Stengeln und zahlreichen
aufrechten oder niedergebogenen, kurzen Ästen, sowie mit paraphysenartigen
Haaren in den Blattachseln. Stengelquerschnitt rund, ohne Zentralstrang und
ohne Aussenrinde. Stengelbll. allseitig aufrecht abstehend, gegen die Spross-
enden oft schwach einseitswendig, aus engerer, kaum herablaufender Basis
eifórmig oder elliptisch und kurz zugespitzt, noch nicht لا mm lang, fast
rings deutlich gesügt, mit bis gegen die Spitze leicht zurückgebogenem
Rand und sehr kurzer, zuweilen verschwindender Doppelrippe. Blattzellen
ohne deutlichen Primordialschlauch, dünnwandig, linearisch-spindelförmig,
6—7 u und 6— 10 mal so lang, in der Mitte der Basis fast orangefarben,
dickwandig, getüpfelt, rektangulür und 9 u, in den nicht geöhrten Blattflügeln
in schmal 3eckiger Gruppe quadratisch oder oval-6seitig und 10-18 4.
Sporogon noch unbekannt.
An überrieselten Steinen in der Nähe der Wasserfälle aus England, Schottland
. und Nord-Amerika bekannt. Ob die Pflanze ein echtes Limnobium oder vielleicht
n rem zur folgenden Gattung gestellt wird, lässt sich erst nach dem Sporogon
. unterscheiden LVI, 5, a und b) BI, c) Habitusbild; gez. nach einem von
Wood bei و in Irland ges. Expl.
— 683 —
19. Limnobium lusitanicum (Schpr.).
Hypnum Schpr. 1876; cf. Syn. ed. 2, S. 781.
Bis jetzt nur steril bekannt. Zwischen mo//e und alpestre stehende, etwas
starre Rasen mit abwärts entblösstem, niederliegendem Hauptstengel und auf-
rechten, mehrmals geteilten, ca. 6 cm hohen, dachziegelig beblätterten sekun-
dären Stengeln. Bll. dicht gedrängt aufrecht abstehend, nicht herablaufend,
eiförmig und allmählich scharf zugespitzt, hohl, mit rings gesägtem
Rand und runder, kräftiger, bis gegen die Spitze reichender Rippe.
Blattzellen derb, sehr eng linearisch und etwas geschlängelt, an der Basis
kürzer. Blüten und Sporogon unbekamnt.
Von Welwitsch 1846 in Bächen Lusitaniens, bei Villar, Caldas de Gerez
usw. entdeckt (non vidi).
6. Gatt. Chrysohypnum'') Hpe. 1852.
Campylophyllum Schpr. 1876 und Campylium Sull. ex p. 1856.
Kleinere, kalkliebende Erd- und Felsmoose in flachen, niedergedrückten
oder etwas schwellenden, gelbgrünen bis goldbräunlichen, etwas glänzenden
oder auch bläulich bereiften Rasen mit kriechenden, durch mehr oder weniger
Rhizoiden der Unterlage angehefteten, meist sehr dicht oder unregelmässig
fiederig beasteten Stengeln und aufrechten, sparrig beblätterten, kurzen
Asten, sowie mit lanzettlichen Paraphyllien in der Umgebung der Sprossanlagen.
Stengelquerschnitt rund, mit kleinem Zentralstrang und gelbroter, dickwandiger
Rindenschicht, jedoch ohne besondere Aussenrinde. Bil. aus breit eifórmiger
oder eirundlicher bis fast herzförmiger, nicht oder nur wenig an den Ecken
herablaufender Basis lanzettlich-pfriemenförmig, sparrig abstehend, ohne
Rippe oder mit nur kurzer Doppelrippe und mit nur wenig erweiterten,
kleinen, quadratischen Blattflügelzellen. Blattzellen eng linearisch, in den
Ecken der Basis in kleiner konvexer Gruppe gelbwandig, quadratisch oder
kurz rektangulär. Blüten einhüusig. Haube kappenfórmig; Scheidchen mit
Paraphysen. Perichätium wurzelnd . und sparrig; die Hüllbll. mit dünner,
schwacher Rippe. Kapsel auf rotgelber, glatter, rely Seta fast aufrecht
bis horizontal, eiförmig bis verkehrt eiförmig und mehr oder weniger gekrümmt,
also nur symmetrisch, mit 2—3 reihigem, differentiiertem Ring und hoch
konvexem, mit Warze oder Spitzchen versehenem Deckel, trocken und entleert
unter der Mündung nur wenig verengt. Peristomzähne an der Basis ver-
schmolzen, lanzettlich-pfriemenförmig und gesäumt, aussen querstreifig, innen
mit zahlreichen, nur schwach entwickelten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms von پل bis fast halber Zahnhöhe, mit meist ritzenförmig durch-
brochenen Fortsätzen und je 2—3 vollständigen, knotigen oder mit kurzen
Anhängseln versehenen Wimpern.
Nahe verwandt mit der Gatt. Campylium, deren Bll. jedoch in der Regel
nur eine einfache Blattrippe besitzen. Aussereuropäische Arten des Subgenus
Campylium Sul. waren nach Jaeger & S. bis zum Jahr 1879 bereits mehr als
1) Von yetosos golden.
— 654 —
10 bekannt, die sich jedoch je nach der Blattrippe auf die beiden Gatt. Chryso-
hypnum und Campylium im engeren Sinne verteilen.
l. Chrysohypnum Halleri (Swartz).
Hypnum Swartz 1781, H. (Stereodon) Brid. 1827, H. (Campylium) Schpr. 1860, H.
(Campylophyllum) Schpr. 1876, Campylium Lindb. 1879, H. Macouni Kindb.; ef. Rbh. Kr.
Fl. IV, Nr. 826.
Einhäusig; die kleinen, nicht sparrigen 5 Blüten in der Nähe der و
mit eiförmigen, scharf zugespitzten äusseren und stumpflichen, rippenlosen
inneren Hüllbll., 6—8 bleichen oder gelblichen Antheridien und etwas längeren
hyalinen Paraphysen. Dichte, flache, fast kreisfórmige oder mehr aus-
gedehnte, goldgelbe bis goldbräunliche, frisch wie bläulich bereift
angehauchte, glänzende Rasen mit längs durch Rhizoiden der Unterlage
angehefteten, dicht beasteten, kriechenden Stengeln und meist 3—5 mm langen,
aufrechten, dicht gestellten, nur am Umfang der Rasen mehr fiederig
ausgebreiteten, stumpfen, an den Enden fast sternfürmig, im übrigen
mehr sparrig beblätterten Ästen; um die Sprossanlagen mit lanzettlichen Para-
phyllien. Stengelquerschnitt rund, mit dünnwandigem Zentralstrang und ver-
dickter, gelbroter Rindenschicht. Bll. dicht gestellt, noch nicht 1 mm lang,
an den Asten gegen die Sprossanlage kleiner, aus etwas scheidigem, breit
eiförmigem oder eirundlichem, mitten sehr hohlem Basalteil plötzlich oder
rasch lanzettlich-pfriemenfórmig verschmälert und sparrig zurückgebogen,
rings fein gesägt und mit nur durch gelbliche Streifen angedeuteter, oft ver-
schwindender, kurzer Doppelrippe. Blattzellen derbwandig, nicht oder nur
schwach getüpfelt, jedoch mit stärker verdiekten Längswänden und schwächeren
schrägen und queren Scheidewänden, 6 u und 4—6, seltener bis 10 mal so
lang, an den etwas herablaufenden Ecken in kleiner, konvexer Gruppe gelb-
wandig, quadratisch und 12 u. Perichätium reichlich wurzelnd; die scheidigen,
stark längsfaltigen Hüllbll. mit flacher Rippe bis zur Mitte und in eine gezähnte,
zurückgebogene Pfriemenspitze ausgezogen. Kapsel auf 1— 1,5 em langer,
roter, gegenläufig gedrehter Seta geneigt bis horizontal, kurzhalsig, eilänglich
oder ellipsoidisch und schwach gekrümmt, anfangs bereift, später rostfarben,
mit hochgewölbtem, orangefarbenem, fast warzigem oder mit kurzem, stumpf-
lichem Spitzchen versehenem Deckel und 2—3 reihigem Ring, trocken und
entleert unter der Mündung nur wenig verengt und 1,5— 1,8 mm lang. Epidermis-
zellen der Kapselwand derbwandig und etwas unregelmüssig, kurz rektangulär
oder oval- bis rundlich-6 seitig, am Urnenrand 3—4 Reihen kleiner. Peristom-
zähne an der Basis verschmolzen, lanzettlich-pfriemenförmig, gelb und breit
gesäumt, mit helleren, papillósen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit über
35 nur schwach entwickelten, dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren
Peristoms weisslich und fein papillös, von ولا Zahnhöhe, mit nicht oder nur
Due ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen
۱ 10—14 u, bräunlichgelb oder rostfarben und gekörnelt. Reife im Sommer. Br.
eur. Vol. VI, Tab. 581.
— 655 —
An Kalkfelsen und kalkhaltigen Gesteinen in der oberen Berg- und Alpen-
region Europas von 700— 2500 m, insbesondere auch in Skandinavien und Lappland,
sowie in dem Felsengebirge Nord-Amerikas; von Haller in der Schweiz entdeckt.
S. L, 5, a und b) Bll, c und d) Kapseln; gez. nach einem von Dr. Cornel.
Schwarz am Untersberg bei Salzburg ges. Expl.
2. Chrysohypnum Sommerfeltii (Myrin).
Hypnum Myrin 1881, H. stellatum 8 polymorphum Röhl. 1818, H. affine Sommert.
1826, H. stellatum v. tenellum C. M. 1851, H. subalpinum Spruce, H. (Campylium) Schpr.
1860, Campylium Bryhn 1893, Campylium hispidulum 8 Sommerfeltii Lindb. 1879; cf. Rbh.
Kr. Fl.IV, Nr. 827.
Einhäusig; die G Blüten in der Nähe der o mit aus eifórmiger Basis
lanzettlich zugespitzten, ganzrandigen oder undeutlich gezühnelten, rippenlosen
Hüllbll., 6—10 gelblichen Antheridien und wenigen Paraphysen. Habituell an
ein sparrig beblüttertes Amblystegium serpens erinnernde, locker verwebte, flache,
zuweilen etwas polsterfórmige, niedergedrückte, gelblichgrüne Rasen mit ge-
schlängelt umherkriechenden, 1—3 cm langen, mit weniger zahlreichen Rhizoiden
besetzten, unregelmässig geteilten, fast fiederig verästelten Stengeln und feinen,
dünnen, gegen die Enden meist zugespitzten, aufsteigenden Asten, sowie
mit vereinzelten lanzettlich-pfriemenfórmigen Paraphyllien in der Umgebung der
Sprossanlagen. Stengelquerschnitt rund, mit nur auf wenige Zellen reduziertem
Zentralstrang und etwas lockerer, dickwandiger Rindenschicht. Stengelbll.
ziemlich dicht gestellt und sparrig abstehend, an den Sprossenden oft einseits-
wendig, aus fast herzeiförmigem Basalteil plötzlich in eine fast doppelt so
lange Pfrieme verschmälert, schmäler und länger lanzettlich-pfriemlich als bei
voriger Art, bis 1 mm lang, mit nur gegen die Basis fein gezähntem Rand
und durch 2 gelbliche Streifen angedeuteter, oft verschwindender Doppelrippe.
Astbll. schmäler, gegen die Astspitzen auch kleiner. Blattzellen ohne sicht-
baren Primordialschlauch, linear, aufwärts 6 u und 4—8 mal so lang, abwärts
kürzer und etwas breiter, 7—8 u und 2—4 mal so lang, an den etwas herab-
laufenden Ecken der Basis in kleiner konvexer Gruppe quadratisch und kurz
rektangulär, blass gelbwandig und 10 u. Perichätium wurzelnd; die nur schwach
faltigen inneren Hüllbll. mit oft undeutlicher, kurzer, einfacher Rippe, oben
gezähnt und mehr oder weniger rasch in eine fadenförmige Spitze aus-
gezogen. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, purpurroter Seta geneigt bis fast
horizontal, aus schmälerem, kurzem Halse verlängert ellipsoidisch bis fast
zylindrisch und gekrümmt, etwas hochrückig, mit 3reihigem Ring und
Amblystegium-artigem, kurz gespitztem oder nur stumpflichem, orangerotem
Deckel, trocken und entleert unter der erweiterten Mündung verengt. Epidermis-
zellen der Kapselwand dünnwandig, etwas unregelmässig kurz rektangulär
oder oval-6 seitig, am Urnenrand mehrere Reihen rundlich-6 seitig bis abgeplattet.
Peristomzähne lanzettlich-pfriemenförmig, gelb und gesäumt, mit aufwärts fast
treppenförmigen Rändern und papillösen helleren Spitzen, aussen querstreifig,
innen mit etwa 30 Lamellen. Membran des inneren Peristoms gelb und fein
— 656 —
papillós, von fast halber Zahnhóhe, mit nicht oder nur eng ritzenfórmig durch-
brochenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern. Sporen 10—14 u, hell
rostfarben und fein punktiert. Reife im Juni. Br. eur. Vol. VI, Tab. 588,
Auf Mergelboden, sowie an kalkhaltigen Steinen und Felsen oder auch am
Grunde der Baumstümme durch die Ebene und niedere Bergregion des mittleren
Europas bis nach Upsala hin zerstreut, jedoch auch aus Mexiko bekannt; in den
Alpen bis 1600 m aufsteigend. S. L, 7, a und b) Bll, c) Kapsel, d) Habitusbild;
gez. nach an Steinen dahier bei Laubach und an der Cisterne des Ulrichsteiner
Schlossbergs im Vogelsberg ges. Expll.
Var. corticolum Rth, eine zärtere, Amblystegium-artige Form mit deutlicher,
kurzer, gegabelter oder doppelter Rippe — am Fusse niederer Kopfweiden (Salix
alba) am Rand einer Wiese hinter Alsbach an der Bergstrasse im Juli 1882 von
mir aufgefunden. S. XLVIII, 15, a) Stbl, b) oberes Astbl, c) Kapsel; gez. nach
Expll. des vorbenannten Standorts.
3. Chrysohypnum hispidulum (Brid.).
Hypnum Brid. 1812, Stereodon Mitten 1864, Campylium Mitt. 1869, H. 8
û stellatum Schpr. 1876, Amblystegium Kindb. 1883, Hypn. stellulatum Kindb. 1883; ef. Rbh.
Kr. Fl. IV, 3, S. 350.
Einhäusig; die kleinen 6 Blüten mit aus eifórmiger Basis lanzettlieh
zugespitzten, rippenlosen, fast ganzrandigen Hüllbll., wenigen Antheridien und
fast ohne Paraphysen. Habituell an ein kräftiges, polsterfórmiges Sommerfeltü
erinnernde, kleine, kissenfórmige Rüschen mit niedergestreckten, absatzweise
büschelig mit roten Wurzelhaaren besetzten, fiederig oder fast büschelig ver-
üstelten Stengeln, aufrechten oder ausgebreiteten, sparrig beblütterten, stumpf-
lichen Asten und pfriemlichen Paraphyllien um die Sprossanlagen. Stengelbll.
weit abstehend bis zurückgebogen, aus enger, etwas herablaufender, breit
herzeifórmiger, hohler Basis plótzlich eben so lang schmal lanzettlich zu-
gespitzt, meist etwas kiürzer und breiter als bei voriger Art, nur 0,75 mm
lang, rings fein gesügt, ohne Rippe oder mit sehr kurzer Doppelrippe.
Blattzellen eng linearisch, mitten 6 u und 3—6 mal so lang, ohne sichtbaren
Primordialschlauch, gegen den Rand etwas kürzer, an der Basis und in den
schwach konvexen Ecken in ziemlich grosser Anzahl quadratisch oder kurz
rektangulär und 9—12 u. Perichütialbll. längsfaltig, aus bleicher Basis lang,
fast pfriemlich zugespitzt, mit aufwärts meist gesägtem Rand und abgebogenen
Spitzen. Kapsel auf kaum 1 cm langer Seta geneigt bis horizontal, dünn-
wandig, etwas kürzer als bei voriger Art und mit gekrümmtem Spitzchen am
konvex-kegeligen Deckel, sonst derjenigen der vorigen Art ähnlich. Epidermis-
zellen der Kapselwand sehr dünuwandig, kurz rektangulür bis oval-6 seitig, am
Urnenrand in mehreren Reihen rundlich-6 seitig bis abgeplattet und etwas
kleiner. Peristomzähne am Grunde verschmolzen, aus breit lanzettlicher Basis
n x rasch pfriemlich, gelb und gesäumt, mit helleren, fein papillösen, dünnen
Spitzen, aussen querstreifig, innen mit etwa 25 schwachen Lamellen. Inneres
۲ om gelb, demjenigen von Sommerfeltü ähnlich, jedoch die papillösen
— 657 —
Wimpern zuweilen mit kurzen Anhüngseln. Sporen klein, 8—10 u, gelbbrüunlich
und gekórnelt.
Vorzugsweise aus Nord-Amerika bekannt, jedoch nach S. O. Lindberg auch
in Schweden, Norwegen, Finnland und Lappland hier und da in den Waldungen
am Fusse der Báume verbreitet; von Mühlenberg in Pennsylvanien in Nord-A merika
entdeckt. S. L, 11, a und b) Bil, c) Kapsel, d) vergrössertes mittleres Blatt-
zellnetz; gez. nach von Dr. Röll bei Chicago in Nord-Amerika ges. Expll.
7. Gatt. Acrocladium !) Mitt. 1869.
Pseudo- Acrocladium Kindb. 1897 oder wohl besser Pseudo-Calliergon, indem
sich der Europäische Vertreter dieser Gaitung von Calliergon fast nur durch d
kurze, doppelte Blattrippe unterscheidet. Diese letztere Bezeichnung mit Limpri oh
für Hypn. badium, trifarium und turgescens anzuwenden, erscheint mir weniger
zweckmässig.
Diese Gattung wurde von Mitten nach den stachelspitzigen, dachziegelig
beblätterten Sprossenden auf die beiden südamerikanischen Arten Acr. politum
und auriculatum gegründet und von Lindberg auf die einzige nachstehende
europäische Art übertragen. Da vorbenannte beide ausländische Arten durch
die Blattflügelzellen sehr voneinander abweichen, lassen sie sich nicht gut
unter einer Gattung vereinigen, weshalb es sich empfiehlt den Gattungsnamen
Acrocladium bei den Exoten nur für die 3 Arten A. auriculatum, chlamydophyllum
und cochlearifolium beizubehalten. Sie unterscheidet sich von der folgenden
Gattung, den eigentlichen Hypna, durch die hyalinen, blasig erweiterten
Blattflügelzellen, von der ihr nahe stehenden Gattung Calliergon aber durch
die kurze, in der Regel doppelte Rippe.
1. Acrocladium cuspidatum (L.) Lindb. 1879.
Hypnum L. 1758, H. cuspidatum a pungens Weis 1771, H. Stereodon Brid. 1827,
Stereodon a سوت Mitt. 1865, Calliergon ee gu Kindb. 1897; cf. Rbh.
ir. Fl. IV, Nr. 905
Bwaihkönie; gemischtrasig; die stengelständigen 6 Blüten mit zahl-
reichen, aus eiförmiger Basis rasch in eine lanzettliche, zurückgebogene, scharfe
Spitze verschmälerten, rippenlosen Hüllbll., 10-16 grossen, gelblichen Antheridien
und zahlreichen längeren, hyalinen Paraphysen. Habituell an eine spitze Form
von Calliergon giganteum erinnernde, etwas starre, lebhaft gelbgrüne oder
olivengrüne, glänzende Rasen mit aufsteigenden oder aufrechten, nicht
wurzelnden, 8—15 cm langen, durch 2zeilig gestellte Äste fast regelmässig
gefiederten Stengeln und einfachen, geraden, 5—12 mm langen, spitzen
Ästen. Sprossenden der Äste meist ebenso wie an den Stengeln durch
zusammengewickelte Bll. steif stachelspitzig. Stergelquerschnitt oval, mit
kleinzelligem Zentralstrang, lockerem, hyalinem Grundgewebe, 3 zellreihiger,
kleinzelliger, dickwandiger, roter Rindenschicht und einzellreihiger lockerer,
1) Von 4xgos Spitze, das oberste Ende und x»A@dos Spross, Ast, jährlicher Trieb.
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 42
— 658 —
hyaliner Aussenrinde. Stengelbll. gedrängt, fast dachziegelig, feucht
aufrecht abstehend, aus engerer, etwas herablaufender Basis breit eiförmig
oder oval, stumpf oder mit kurzem Spitzchen, 2,4 mm lang, nicht faltig,
etwas hohl, ganzrandig, mit aufwärts etwas eingebogenen Rändern, stark
ausgehöhlten Blattflügeln und kurzer, zuweilen verschwindender Doppelrippe.
Blattzellen dünnwandig, eng linearisch und geschlängelt, 6 u und etwa 15 mal
so lang, gegen den Rand enger, nur 4 u, an der Spitze kürzer, an der Basis
mitten 9 u, im Alter orangefarben, verdickt und getüpfelt, in deu ausgehóhlten
Ecken daselbst in gut begrenzter, meist die halbe Laminahälfte einnehmender
Gruppe, aufgeblasen erweitert, oval-6seitig, 20—35 u, hyalin, dünn-
wandig und teilweise doppelschichtig. Astbll. kleiner und gegen die Spross-
enden stärker zusammengerollt. Perichätium nicht wurzelnd; die zarten inneren
üllbll. bis 5 mm lang, steif aufrecht, lanzettlich, mehrfach tief längsfaltig,
allmählich zugespitzt, ganzrandig und rippenlos, seltener mit kurzer Doppelrippe.
Scheidehen sehr lang zylindrisch und mit zahlreichen Paraphysen. Kapsel auf
4—7 cm langer, roter Seta aus aufrechtem, allmählich in die Seta verschmälertem
Hals horizontal, verlüngert ellipsoidisch bis fast zylindrisch, gekrümmt und
schwach hochrückig, rotbraun und derbwandig, trocken meist schwach lüngs-
furchig, mit etwas gewölbt kegeligem, spitzem Deckel und 3—4 zellreihig
sich abrollendem Ring, entdeckelt 3—4 mm lang und unter der Mündung
mehr oder weniger verengt. Epidermiszellen der Kapselwand am Rücken der
Kapsel vorzugsweise rektangulär-6 seitig und rings etwas verdickt. Peristomzähne
breit lanzettlich, trocken eingekrümmt, an der Basis verschmolzen, gelb, abwärts
orangefarben und breit gelb gesäumt, aussen querstreifig, an den Spitzen säge-
zähnig und hyalin gesäumt, innen mit mehr als 40 sehr dicht gestellten
Lamellen. Membran des inneren Peristoms orangegelb und fein gekörnelt,
fast von halber Zahnhöhe, mit sehr breiten, zwischen den Gelenken schmal
durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 hellen papillösen Wimpern mit gelb-
lichen Anhängseln. Sporen rund oder oval, 20—24 u, gelb oder hell
rostfarben und fein papillós. Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. Vl,
Tab. 619.
Durch Europa wie Nord-Amerika von der Ebene bis in die Hochalpen in
2320 m weit verbreitet; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. Nach
Bescherelle auch aus Algier bekannt und von Arnell noeh bei Jeniseisk im
Waldgebiete Siberiens aufgefunden. S. LVIII, 8, a und b) BlL, c) Kapsel, d) stürker
vergrósserte Blattzellen, e) Habitusbild; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. pungens Schpr. mit fast kreisfórmig gekrümmten, brüchigen Ästen und
pfriemenförmigen Astspitzen — in nassen Ausstichen;
var. molle H. v. Klinggr. mit mehr abstehenden, weichen Bll. und nicht
zusammengerollten Astenden — auf trocknerem Mergelboden und am Hirnschnitt
alter Fichtenstöcke;
var. RHONE H. v. Klinggr. eine schwimmende, schwarzgrüne Form mit bis
AR 20 cm langen, weitläufig beblätterten Stengeln — in Tümpeln Ost- und West-
— 659 —
var. subsimplez Jaap, eine fast astlose, habituell an Calliergon stramineum
erinnernde Form — von Jaap in einer Tongrube bei Lohbrügge in der Nähe
von Hamburg gesammelt.
8. Gatt. Hypnum Dill. 1718.
Ansehnliche Wald- und Sumpfmoose in lockeren Rasen mit meist auf-
rechten, oder an feuchten Standorten niederliegenden, mehrfach geteilten, wenig
beasteten bis fast fiederüstigen Stengeln und meist rundlichen, dachziegelig
beblütterten Ásten, ohne Paraphyllien oder mit nur wenig Paraphyliüen um
die Astanlagen. ELE mit kleinem Zentralstrang, lockerem Grund-
gewebe und stark verdickter Rindenschicht, aber ohne Aussenrinde. Stengel-
und Astbll. nicht wesentlich verschieden und nur ausnahmsweise einseitswendig.
Bll. breit eifórmig oder oval, kurz zugespitzt oder abgerundet, meist ganz-
randig und mit kurzer Doppelrippe, seltener mit kurzer einfacher oder
auch ohne Rippe. Blattzellen eng linearisch und glatt, meist geschlängelt, in
den basalen Ecken mehr oder weniger differentiiert, dickwandig und gefärbt,
nur bei den ausgehöhlten Blattflügeln von H. purum bleich. Blüten 2 hüusig.
Kapsel auf verlängerter, glatter Seta aus aufrechtem Halse geneigt bis
horizontal, schmal verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch und gekrümmt,
mit kegeligem, meist spitzem Deckel und differentiiertem Ring, bei H. Schreberi
mit doppeltem Luftraum um den Sporensack. Epidermiszellen der Kapselwand
am Rücken der Kapsel meist länger als an der Bauchseite. Peristom ähnlich
wie bei Amblystegium oder Brachythecium.
Da H. Schreberi und purum die ältesten bekannten Astmoose sind, so dürfte
für dieselben auch der Gattungsname Hypnum beizubehalten sein. Hypnum trifarium
und £urgescens stehen zu denselben in bezug auf die Blattflügel in ähnlichem
Verhältnis, wie die verschiedenen Drepanocladus-Arten zu einander, weshalb kein
wesentlicher Grund vorhanden ist, dieselben in verschiedene Gatturgen zu trennen.
A. Illecebrina C. M.
Mit kützchenfórmig beblütterten, stumpfen Sprossen, teilweise an
Seleropodium erinnernd, aber mit glatter Seta. Kapsel mit nur einfachem
Luftraum um den Sporensack.
1. Hypnum purum L. 1763.
H. illecebrum L. 1716, H. (Scleropodium) Lindb. 1879, Hylocomium De Not. 1869,
Seleropodium Limpr. 1897; ef. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 756
Zweihäusig; die zahlreichen stengelständigen, dicken 6 Blütenknospen
mit oben abstehenden, breit eilanzettlichen, rippenlosen inneren Hüllbll. und
zahlreichen Antheridien und Paraphysen. Lockere, ausgedehnte, zur Massen-
vegetation neigende, bleich- oder gelblich- bis freudiggrüne, glänzende Rasen
mit mehrere cm langen, mitunter 10-15 em langen, niederliegenden oder auf-
steigenden, nicht wurzelhaarigen, mehr oder minder fiederästigen Stengeln mit
42*
۱
|
|
|
— 660 سب
gedunsen beblätterten, stumpfen Sprossenden und 926111 abstehenden,
1—3 cm langen, verbogenen, gegen das Ende verdünnten Ästen. Stengel- ۱
querschnitt mit kleinem Zentralstrang und lockerem, allmählich in die 2 zellreihige, |
substereide, gelbe Rindenschicht übergehendem Grundgewebe. Stengelbll. |
gedrängt, locker dachziegelig, 1,8—2,8 mm lang, aus kurz herablaufender,
verengter Basis breit eiförmig oder breit elliptisch, oben abgerundet
und mit kleinem zurückgebogenem Spitzchen, löffelartig hohl und
schwach längsfaltig, mit an der Basis zurückgeschlagenem, nur in der Spitze
deutlicher gesägtem Rand und gelber, bis zur Mitte reichender einfacher, oder
kürzerer doppelter Rippe. Blattzellen mitten 5—6 u und 9—12 mal so lang,
gegen die Spitze etwas kürzer und breiter, an der Basis stark getüpfelt, an
der Insertion fast rektangulär und 14 u, darüber 9 u und etwa 4 mal so lang,
an den stark ausgehöhlten Blattflügeln quadratisch oder kurz rektangulär-
6seitig, bis 18 u und bleich. Astbll. kleiner, sonst ähnlich, Perichätium nicht
wurzelnd; die äusseren Hüllbll. mit schmaler, kurzer Rippe, die inneren dagegen
rippenlos, aus nur schwach faltiger Basis in eine mehr oder weniger gezähnte
Pfriemenspitze auslaufend. Kapsel auf 2,5—4,5 em langer, glatter Seta geneigt
oder horizontal, länglich ellipsoidisch, braun und derbwandig, mit kegelig ver-
längertem, spitzem Deckel und kleinzelligem, 2reihigem Ring, entleert unter
der Mündung verengt und meist 2—2,5 mm lang. Epidermiszellen der Kapsel-
wand rings stark verdickt, am Rücken oval-, an der Bauchseite und am Urnen-
rand mehr rundlich-6 seitig. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, orange-
farben mit dünnen, hyalinen, grob papillösen Spitzen, breit hyalin gesäumt,
aussen querstreifig, innen mit mindestens 35 Lamellen. Membran des
inneren Peristoms gelb, von !/, Zahnhóhe, mit anfangs zwischen den Gelenken
geschlitzten, später klaffenden Fortsätzen und je 2—3 mit Anhängseln ver-
sehenen Wimpern. Sporen 10—13 u, olivenfarben und fast glatt. Reife im
Spätherbst und Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 621
Auf Waldboden, in Laub- wie Nadelwäldern, von der Ebene bis in die
Voralpen in 1200 m allgemein in Europa verbreitet, oft in Massenvegetation; war
Dillen schon 1718 um Giessen bekannt. Steigt in den Alpen sogar noch bis
2100 m. Findet sich nach Bescherelle auch in Algier und ist aus Japan,
sowie von der Insel Miquelon Nord-Amerikas bekannt. S. LVIII, 4, a und b) Bll,
c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. Kleinere sterile Formen
lassen sich durch das basale Zellnetz der Bll. von dem oft sehr ähnlichen ۰
podium illecebrum unterscheiden.
2. Hypnum trifarium Web. & Mohr 1804.
H. uliginosum Schleich, H. illecebrum Schultz 1806, H. stramineum var. Schwgr. 1816,
Stereodon Brid. 1827, Amblystegium De Not. 1869, Calliergon Kindb. 1897; ef. Rbh. Kr.
Fl IV, Nr. 902
b هه gemischtrasig; die zahlreichen stengelständigen d Blüten :
er mit aus eiförmiger Basis kurz und stumpflich zugespitzten, rippenlosen inneren
È üllb bll., 6—10 Antheridien und längeren hyalinen Paraphysen. Habituell = Tt
— 661 سب
ein diekstengeliges Calliergon stramineum erinnernde, tiefe, lockere, oben gelbgrüne
bis bräunlichgrüne oder gelbbraune, innen dunklere, firnisglänzende Rasen
mit 10—30 cm langen, geschlängelt aufrechten oder niederliegenden, fast ast-
losen, gabelig geteilten, drehrund bis keulig beblätterten, am Ende kurz
zugespitzten Stengeln ohne Wurzelhaare. Stengelquerschnitt rundlich-5 kantig,
mit 2 zellreihiger substereider Rinde und kleinem Zentralstrang, aber ohne
Aussenrinde. Bll. dicht 5reihig, dachziegelig anliegend, aus enger, wenig
herablaufender Basis breit eirund bis fast kreisförmig, löffelartig hohl,
mit abgerundeter, fast kappenförmiger Spitze, ganzrandig und nicht faltig, mit
an der Basis schmal zurückgebogenem Rand und bis zur Mitte reichender
einfacher, oderkürzerer doppelter Rippe. Blattzellen eng linearisch und geschlängelt,
stumpflich und nicht getüpfelt, 6—7 u und 8—15 mal so lang, gegen die Ränder
enger, an der Spitze kürzer, nur 3—5 mal so lang, an der Basis goldbraun,
rektangulär, 14 u und 4—5 mal so lang, stark verdickt und getüpfelt, in
den basalen, nicht ausgehöhlten Ecken daselbst nur wenig verschieden und
14—18 u. Perichütium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. tief längsfaltig,
allmählich stumpflich zugespitzt und mit dünner Rippe bis zur Mitte. Kapsel auf
3—5 cm langer, roter Seta aus fast aufrechtem, deutlichem Halse geneigt, ver-
längert ellipsoidisch, schwach hochrückig, mit kleinzelligem, 3— 4 reihigem
Ring und konvex-kegeligem, stumpflichem Deckel, entdeckelt 2—3 mm lang,
entleert unter der Mündung verengt. Epidermiszellen der Kapselwand mit stärker
verdickten Lüngswünden. Peristomzähne an der Basis verschmolzen, gelb und
schmal gesäumt, abwärts aussen querstreifig. Membran des inneren Peristoms
gelb und glatt, von !/, Zahnhóhe, mit ritzenfórmig durchbrochenen Fortsätzen
und je 2—3 selten vollständigen Wimpern. Sporen 12—16 p, rostfarben und
fein gekórnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. VI, Tab. 618.
In kalkhaltigen und torfigen Sümpfen von der Ebene bis in die Alpen in
1000 m verbreitet, seltener bis 2300 m aufsteigend, jedoch häufiger im Norden
Europas und Nord-Amerikas bis nach Grönland hin. Von Arnell auch bei Dudinka und
Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens gesammelt. Selten in reinen Rasen
oder mit Frucht. Von Weber und Mohr in Schweden entdeckt. S. LVIII, 1,
a bis d) BIL, e) Habitusbild, f) Kapsel; gez. nach von Dr. Holler auf dem Lech-
felde bei Augsburg und von Meldrum in Schottland ges. Expll.
3. Hypnum turgescens T. Jensen 1858.
reodon Mitt. 1865, Hypnum (Myurium) Lindb. 1866, Amblystegium Lindb. 1879,
Dee Kindb. 1897, H. aduncum ô molle b turgescens Sanio 1885; ef. Rbh. Kr. FI. IV,
Nr. 903.
Zweihüusig und nur و bekannt. Tiefe, schwellende, goldgelbliche bis
brüunliche, firnisglänzende, oft mit Kalk inkrustierte Rasen oder zwischen
anderen Sumpfmoosen eingesprengt, mit 6—20 cm langen, geschwollen-
kätzchenförmig beblätterten, bis 4 mm dicken, einfachen oder büschelig
geteilten Stengeln und teils kürzeren, nur 5 mm langen, teils längeren Asten
mit stumpfen Enden. Stengelquerschnitt rundlich-kantig, fast ohne Zentralstrang,
— 662 —
mit derbwandigem, allmählich in die gelbrote Rindenschicht übergehendem Grund-
gewebe. Stengelbll. dicht dachziegelig, aus nicht herablaufender, abgerundeter,
enger Basis oval und plótzlich in eine feine zurückgebogene Spitze ver-
schmälert, 2,7—3,3 mm lang, sehr hohl, nicht faltig, oben fast kappenförmig,
ganzrandig, mit fast bis zur Mitte reichender einfacher, aufwärts meist
2—3 schenkeliger, seltener doppelter Rippe. Blattzellen derbwandig, verdickt
und getüpfelt, aufwärts fast spindelförmig und etwas geschlängelt, mitten 9 u
und 6—9 mal so lang, gegen die Ränder enger, nur 5-—6 u, an der Basis
kürzer und breiter, 12—14 u und 3— 6 mal so lang, in den nicht ausgehöhlten,
abgerundeten Ecken daselbst nur wenige quadratisch oder oval-6 seitig, 14—18 u,
stark verdickt und von den übrigen Basalzellen kaum verschieden, nur etwas
kürzer. Astbll. kürzer, sonst den Stengelbll. ähnlich. Sporogon bis jetzt
unbekannt.
In kalkhaltigen, moorigen Sümpfen und Gräben, meist zwischen anderen
Moosen durch die Berg- und Alpenregion Europas bis 1475 m zerstreut, jedoch
mehr im Norden Europas und Nord-Amerikas bis nach Spitzbergen und Grönland
hin verbreitet; von C. Hartmann 1844 bei Herjedalen in Schweden entdeckt. Von
Arnell auch in der arktischen Region Sibiriens bei Tolstoinos im Jeniseithale
gesammelt. S. LVIII, 3, a) BL, b) Blattflügel, c) Habitusbild, d) stärker vergrósserte
Blattzelen; gez. nach von Dr. Holler auf dem Lechfeld bei Augsburg und von
J. E. Zetterstedt bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in Norwegen ges. Expll.
B. Hypnopsis Kindb. 1896.
Mit dachziegelig beblätterten, gefiederten Stengeln, aber doppeltem Luft-
raum um den Sporensack, wie bei der folgenden Gattung Scorpidium.
4. Hypnum Schreberi Willd. 1787.
H. parietinum L. 1755, H. compressum Schreb. 1771, H. inerme Schrank 1789,
H. muticum Schwartz 1799, Pleurozium Mitt. 1869 und Stereodon Mitt. 1865, Hylocomium
De Not. 1869, Hyloc. parietinum Lindb. 1872; cf, Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 911.
Zweihüusig, gemischtrasig; die etwas sparrig beblütterten, stengel- und
astsändigen C Blüten mit rippenlosen, an den Spitzen zurückgebogenen
Hüllbll, 5—10 Antheridien und gelben Paraphysen. Meist Massenvegetation
bildende, ausgedehnte Rasen mit 10—15 em langen, mehrfach geteilten, etwas
holzigen, steifen, aufrechten oder aus niederliegender Basis aufsteigenden, nicht
‚wurzelnden, fast regelmässig gefiederten roten Stengeln und 2zeilig abstehenden,
spitzen oder stumpflichen Ästen, jedoch ohne Paraphyllien. Querschnitt des
Stengels oval, mit kleinem Zentralstrang und gelbrotem, derbwandigem, allmählich
in die substereide rote Rindenschicht übergehendem Grundgewebe, ohne besondere
Aussenrinde. Stengelbll. dachziegelig gedrängt, nicht oder nur 1zellreihig
schmal kurz herablaufend, breit eirund oder elliptisch und abgerundet, oder
mit kurzer, breiter, krenulierter, gestutzter Spitze, 2—2,4 mm lang, löffelartig
: ze hohl, schwach lüngsfaltig, mit an der Basis zurückgeschlagenem, gegen die re
2 m eingebogenem Rand, schwach krenulierter Spitze und kurzer Doppelrippe-
— 663 =
Astbll. schmäler, sonst ähnlich und meist mit sehr kurzer, breiter, krenulierter
Spitze. Blattzellen spitz linearisch, 7 u und 8—12 mal so lang, an der krenulierten
Spitze sehr kurz, gegen die Basis lockerer und getüpfelt, 12—18 u und 4—6 mal
so lang als breit, an den etwas herablaufenden Blattflügeln in konvexer
Gruppe goldbräunlich, oval-6seitig, dickwandig und 20—25 u. Perichätium
wurzelnd; die kurz und scharf zugespitzten Hüllbll. nicht gefurcht und rippen-
los oder mit kurzer Doppelrippe. Kapsel auf 2—4 cm langer, gelbroter oder
roter Seta geneigt bis horizontal, ellipsoidisch bis fast zylindrisch und gekrümmt,
trocken unter der Mündung etwas verengt, entdeckelt 2,5 mm lang, mit konvex-
kegeligem, spitzem Deckel, aber ohne Ring. Epidermiszellen der Kapselwand
mit stürker verdickten Lüngswünden, am Urnenrand etwa 4Reihen rundlich-
6seitig, die übrigen mehr verlängert. Sporensack mit doppeltem Luftraum
umgeben. Peristomzähne bräunlichgelb, lanzettlieh-pfriemlieh, über der Mitte
rasch verschmälert, schmal hyalin gesäumt, innen mit zahlreichen dicht gestellten
Lamellen und aussen dicht papillós. Membran des inneren Peristoms von
!/ Zahnhöhe, gelblich und fein papillós, mit oval gefensterten, meist jedoch
klaffenden Fortsätzen und je 2—3 vollständigen, papillósen Wimpern mit oder
ohne Anhängsel. Sporen 14—18 p, rostfarben und gekórnelt. Reife im Spät-
herbst und Winter. Br. eur. Vol. VI, Tab. 620.
An Waldrändern, auf Wiesen und Heiden, an Rainen, sowie in lichten
Waldungen, namentlich Kiefernwaldungen, von der Ebene bis in die Alpenregion
in 2800 m durch fast ganz Europa, das nördliche Asien und Nord-Amerika allgemein
verbreitet und meist in Massenvegetation auftretend. In Asien nach Arnell bis
in die arktische Region in 72° 15’ n. Br. aufsteigend, jedoch auf Spitzbergen und
in Grönland nicht häufig. S. LVIII, 9, a und b) BN, c) Kapsel, d) stärker ver-
grösserte Blattzellen; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
9. Gatt. Scorpidium') (Schpr.) Limpr. 1899.
Hypnum Subgen. Schpr. 1860.
Diese Gattung schliesst sich eng an Drepanocladus an, unterscheidet sich
jedoch davon durch kurze Doppelrippe und den Bau des Sporogons, indem
der Sporensack von einem doppelten Luftraum umgeben ist. Sie ist nur
in der nachstehenden einen Art bekannt.
1. Scorpidium scorpioides (L.) Limpr. 1899.
Hypnum L. 1758, H. scorpioides 8 majus Web. 1778, H. (Stereodon) Brid. 1827,
H. (Scorpidium) Schpr. 1860, Amblystegium Lindb. 1879, Calliergon Kindb. 1897; ef. Rbh.
Kr. FL IV, Nr. 906.
Zweihäusig, gemischtrasig; die 6 Blüten mit eilänglichen, abgerundeten
und in ein kleines Spitzchen zusammengezogenen, rippenlosen inneren Hüllbll.,
12— 90 gelblichen bis bräunlichen Antheridien und zahlreichen längeren, gelblichen
Paraphysen. Habituell an Drepanoeladus Wilsoni und /ycopodioides erinnernde,
weiehe, dunkel braungrüne bis fast schwarzbraune, lockere Rasen mit 10—30 cm
1) Von oxogzíos der Skorpion, resp. eine stachelige Pflanze.
— 664 سب
langen, im Wasser geschlängelt aufrechten und fast regelmässig gefiederten, an aus-
trocknenden ‚Standorten mehr niederliegenden, mehrfach geteilten und unregel-
mässiger verästelten Stengeln mit gekrümmten, geschwollen beblätterten,
gedunsenen, stumpfen Asten. Stengelquerschnitt rundlich-5 kantig, ohne Zentral-
strang, mit 2—3reihiger, kleinzelliger, dickwandiger Rindenschicht und dünn-
wandiger, lockerer, einzellreihiger Aussenrinde. Bll. dicht gedrängt,
lockerdachziegeliganliegend, g össtenteils ei it lig, aus enger, nicht herab-
laufender Basis oval und kurz stumpflich oder mehr sichelfórmig rinnig lanzettlich
und scharf zugespitzt, 3—3,5 mm lang, sehr hohl und nicht faltig, ganzrandig
und mit kurzer, zuweilen verschwindender Doppelrippe. Blattzellen braun-
und derbwandig, eng linearisch, 5 u und 10— 15 mal so lang, an der Basis
mehr rektangulür, 9—12 u und nur 4 mal so lang, sowie stärker verdickt und
getüpfelt, in den zuweilen schwach geóhrten Ecken daselbst in kleiner Gruppe
oval, 20 u, rotbraun und dickwandig. Astbll. den Stengelbll. ähnlich, nur
kleiner. Perichätium nicht wurzelnd; die inneren Hüllbll. lang lanzettlich zu-
gespitzt, längsfaltig und rippenlos, oder mit sehr dünner Rippe (nach Schpr.).
Kapsel auf 4—6 cm langer, roter, geschlängelter Seta aus aufrechtem Halse
geneigt bis horizontal, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch und hochrückig
gekrümmt, mit 3reihigem Ring und kegeligem, oft stumpflichem Deckel, entdeckelt
2,5—3,3 mm lang und unter der erweiterten Mündung verengt. Epidermiszellen
der Kapselwand rings verdickt. Sporensack von doppeltem Luftraum umgeben.
Peristomzähne gelb und gesäumt, aussen querstreifig, aufwärts papillös und
mehr hyalin gesäumt, innen mit mindestens 30 Lamellen. Membran des inneren
Peristoms hellgelb, von و Zahnhöhe, mit nicht durchbrochenen, lang und
fein zugespitzten Fortsätzen und je 2—3 dünnen Wimpern ohne Anhängsel.
Sporen 14—18 u, rostfarben und fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur.
Vol. VI, Tab. 612.
In etwas kalkhaltigen Torfsümpfen von der Ebene bis in die Alpen in
2000 m und im Norden Europas bis nach Lappland hin verbreitet, ebenso in
Nord-Amerika, insbesondere in Kanada, Labrador und Grönland. Auf der Tschuktschen-
Halbinsel von Krause gesammelt. Wird schon von Dillen in der Hist. musc.
von 1741 erwähnt. S.LVIII, 2, a bis c) Bll, d) stärker vergróssertes Zellnetz,
e) Kapsel; gez. nach im Hengster zwischen Offenbach und Seligenstadt und bei
Münzenberg in Hessen ges. Expll.
Var. gracilescens von Klinggr. eine schlankere Form mit regelmüssiger
weitliufig fiederüstigen Stengeln — in Ostpreussen;
var. julaceum Sanio, eine dichter beblütterte Form mit stumpferen, kaum
einseitswendigen Bll. — bei Lyck in Ostpreussen.
10. Gatt. Hyocomium') Br. eur. 1853.
In ausgedehnten, lockeren Rasen wachsende, wasserliebende Felsbewohner
- ۰
n mi dergestreckten, absatzweise regelmässig gefiederten und nur spärlich
u n 3 Von se, 6 Schwein, resp. Schmutz, Sumpf und xou£o versorgen, warten, pflegen,
bewol ne ; nach Limpr. von hyocomnios Feuchtigkeitsbewohner.
— 665 —
mit Paraphyllien besetzten Stengeln, deren verlängerte Enden stolonenartig
umherschweifen. Stammquerschnitt rundlich-5 kantig, mit Zentralstrang, lockerem
Grundgewebe und kleinzelliger Rinde. Stengel- und Astbll. verschieden ge-
staltet. Stengelbll fast sparrig abstehend, aus weit herablaufender, breiter,
3eckig-herzförmiger Basis plötzlich lanzettlich scharf zugespitzt, mit rings
scharf gesägtem, flachem Rand und kurzer Doppelrippe. Blattzellen ohne
sichtbaren Primordialschlauch, aufwärts linearisch und etwas wurmförmig, nach
der Basis zu mehr rektangulär-6 seitig und mit zahlreichen lockeren, hyalinen
Blattflügelzellen. Astbll. eilanzettlich oder oval und zugespitzt. Blüten 2hàusig.
Perichätium spärlich wurzelnd. Kapsel auf sehr rauher Seta geneigt, sehr
diek oval und schwach hochrückig, mit konvex-kegeligem, spitzem Deckel
und leicht sich ablösendem Ring. Peristom tief inseriert, demjenigen von
Eurhynchium ähnlich. Peristomzähne aussen querstreifig, innen mit zahlreichen
niedrigen Lamellen.
Diese nur in einer einzigen Europäischen Art bekannte Gattung schliesst sich
zwar in vieler Beziehung, wie z. B. nach den verschieden gestalteten Stengel- und
Astbll., der rauhen Seta usw. an die Brachytheciaceen an, nach der Doppelrippe
und dem Sporogon findet sie jedoch besser bei den Hypnaceen neben Hylocomium
ihren Platz.
1. Hyocomium flagellare (Dicks.) Br. eur. 1853.
Hypnum Dicks. 1790, H. armoricum Brid. 1827, H. pseudocommutatum La Eun,
Hylocomium Kindb. 1883, Hypn. (Eurhynchium) Boul. 1884; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 757.
Zweihüusig; die schlanken, stengelstindigen 0 Blütenknospen mit rippen-
losen, lanzettlichen, lang zugespitzten Hüllbll, kurz gestielten, rótlichbraunen,
schlanken Antheridien und längeren Paraphysen. Ausgedehnte, lockere, nieder-
gestreckte bis schwellende, gelblich oder freudiggrüne, innen rostfarbene, nicht
glänzende Rasen mit kräftigen, 8—15 cm langen, absatzweise fiederüstigen
(oder auch doppelt gefiederten), bogig aufsteigenden fruchtbaren, oder strecken-
weise stolonenartig umherschweifenden unfruchtbaren Stengeln und
0,5—1,5 em langen, dünnen, spitzen, 2zeilig abstehenden Asten. Stengelbll.
gedrängt, fast sparrig abstehend, aus weit herablaufender, breit 3eckig-
herzförmiger Basis plötzlich lang lanzettlich bis pfriemlich scharf zugespitzt,
hohl, etwas faltig, mit flachem, rings grob gesügtem Rand und sehr kurzer
Doppelrippe. Blattzellen aufwärts linearisch, etwa 7—8 u und 6—10 mal so
lang, nach der Spitze zu selbst bis 20 mal so lang, an der Basis getüpfelt,
sowie kürzer und breiter, mehr 6seitig, 12-—15 u und 3—5 mal so lang, an
den Blattflügeln hyalin und locker 6seitig, 14—16 und selbst 20 u. Bll. der
stolonenartigen Stengelteile kleiner, zärter, rippenlos und länger zugespitzt.
Paraphyllien breit lanzettlich, nahe an der Abzweigung der Aste. Astbll.
trocken locker anliegend, aus breiterer oder schmälerer, nicht herablaufender,
abgerundeter ovaler Basis lanzettlich zugespitzt, rings scharf gesägt, ohne
Rippe und mit meist gedrehter Spitze. Hüllbll. des nur spärlich wurzelnden
Perichütiums rippenlos, oben an den Rändern ausgefressen gezühnt und plötzlich
— 666 --
in einen bandfórmigen, geschlängt abstehenden, dem Basalteil fast gleichlangen,
schwach gesügten Pfriementeil verlängert. Kapsel auf 2 cm langer, dicker,
roter, rechts gedrehter, durchaus sehr rauher Seta geneigt bis horizontal, dick
oval, bedeckelt 3,5 mm lang und 1,5—1,8 mm breit, etwas hochrückig, braunrot
und derbwandig, mit kurzem, konvex-kegeligem, spitzem Deckel und 2—3 zell-
reihig sich ablósendem Ring, entdeckelt unter der Mündung nicht verengt.
Epidermiszellen der Kapselwand sehr stark verdickt, vorzugsweise oval-6 seitig,
am Urnenrand nur wenige rundlich-6 seitig, am Halsteil mit runden, normalen
Spaltóffnungen. Peristomzühne sehr lang, tief inseriert, an der Basis ver-
schmolzen, grünlichgelb und zart gesüumt, mit schwach oder grob papillósen
hyalinen Spitzen, aussen querstreifig, innen mit mehr als 40 niedrigen Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von ولا Zahnhöhe, bleich, mit sehr breiten,
klaffenden, papillösen Fortsützen und je 2 mit Anhängseln versehenen Wimpern.
Sporen 14— 20 u, nur die unvollständig ausgebildeten etwas kleiner, gelbgrün
und fast glatt. Reife im Spütherbst. Br. eur. Vol. V, Tab. 532.
An überrieselten, quarzhaltigen Felsen, insbesondere auf Granit, Porphyr,
Sandstein und Gneis usw. an Wasserfüllen hier und da im mittleren und westlichen
Europa, insbesondere in England, Frankreich und Belgien in der Bergregion, jedoch
selten fruchtend. S. XLIV, 3, a und b) Stengelbll., c und d) Astbll, e) Kapsel,
f) Paraphyllien; gez. nach einem von Apotheker Baur an den Geroldsauer Wasser-
fällen in Baden mit Frucht ges. Expl, sowie nach von C. Römer an triefenden
Kalkfelsen bei Eupen in der Rheinprovinz in 240 m ges. Expll. Letztere Pflanzen
wachsen in der Gesellschaft von Sphagnen.
11. Gatt. Hylocomium’) Br. eur. 1852.
Kräftige, lockerrasige, zur Massenvegetation neigende Waldmoose mit
teils hypnumartigem, teils mehr stockwerkartigem Aufbau und in letzterem Falle
zahlreiehen vielteiligen Paraphyllien. Stengelquerschnitt mit Zentralstrang
und stereider Rindenschicht. Bll. etwas starr und glänzend, selten einseits-
wendig, mehr oder weniger abstehend, breit eiförmig bis 3eckig herz-
förmig und kürzer oder länger zugespitzt, oft längsfaltig, mit gezähntem Rand,
kurzer Doppelrippe und nicht ausgehöhlten Blattflügeln. Blattzellen
eng linearisch, an den Blattflügeln nicht eigentlich parenchymatisch und von
den angrenzenden nur wenig verschieden. Blüten 2häusig. Perichätium nicht
wurzelnd und mit rippenlosen, nicht faltigen inneren Hüllbll Kapsel auf ver.
längerter, glatter Seta kurz und dick eifórmig bis eilänglich, hochrückig,
derbwandig, mit kegeligem bis parabolisch gewölbtem Deckel und meist differen-
tiiertem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand dickwandig. Peristom hypnum-
artig. Sporen je nach der mehr oder weniger kräftigen Entwickelung des
Sporogons gewöhnlich zwischen 10—14 und 16-90 u, in der Grösse schwankend.
Nach dem Sporogon schliesst sich diese Gattung zwar schon mehr an die Brachy-
thecieen an, von denen sie sich aber durch die doppelte Blattrippe unterscheidet.
E Aussereuropäische Arten sind etwa doppelt so viel bekannt wie Europäische.
-~ =") Von مه Wald und zouéw pflegen, aufziehen, lieben.
— 667 —
A. Rhytidiadelphus Lindb. 1879.
Mit hypnumartigem Aufbau, ohne Paraphyllien oder mit nur wenigen
ungeteilten Paraphyllien um die Astanlagen und mit meist allseitig sparrig
abstehenden BH.
1. Hylocomium loreum (L.) Br. eur. 1852.
Hypnum L. 1753, H. squarrosum a loreum Web. 1778, H. loreum montanum usw.
Dil. 1741; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 912.
Zweihüusig; die stengel- und aststündigen 6 Blüten mit eifórmigen bis
verkehrt eifórmigen, rippenlosen, plótzlich lang und fein zugespitzten inneren
Hüllbl. 10—20 Antheridien und zahlreichen Paraphysen. Lockere, aus-
gedehnte, zuweilen etwas graugrüne oder olivengrüne, schwach glünzende Rasen
mit geschlängelt niedergestreckten, 10—20 cm langen, einfachen oder
geteilten, unregelmässig fiederästigen, gegen das nicht verdickte Ende auf-
steigenden, gekrümmten oder geschlängelt gewundenen Stengeln und
ungleichlangen, einfachen, oft stolonenartig verdünnten, mehr oder weniger
sparrig beblätterten Ästen, sowie eiförmigen, spitzen oder rundlichen, gezähnelten
Paraphyllien um die Astanlagen. Querschnitt des Stengels oval, mit nur un-
deutlichem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und 3zellreihiger, kleinzelliger,
stark verdickter Rindenschicht. Stengelbll. gedrängt, sparrig bis sichelfórmig-
einseitswendig, aus eifórmigem, oft etwas patronentaschen- oder geigenfórmigem,
tief längsfaltigem Basalteil rasch oder mehr allmählich einseitig bis sichelfórmig
lang und schmal lanzettlich zugespitzt, 3,5—5 mm lang, mit flachem, fast rings
deutlich gezähneltem Rand, aber ohne Rippe. Blattzellen etwas geschlängelt,
stumpflich linearisch, 7 u und 9—12 mal so lang, an der Basis orangefarben,
mehr rektangulär, 14 u und stärker verdickt und getüpfelt, in den Ecken da-
selbst nicht wesentlich verschieden. Astbll. aus eiförmiger Basis lanzettlich-
pfriemlich und weniger gebogen, sowie an der Spitze etwas schärfer gezähnt.
Perichätium sparrig, nicht oder nur spärlich wurzelnd; die mehr aufrechten
inneren Hüllbll. aus halbscheidigem, aufwärts gezähntem Basalteil falten- und
rippenlos. Kapsel auf 2—4 cm langer, purpurroter, längs gedrehter Seta
horizontal, dick eiförmig bis eikugelig, nur 2—2,4 mm lang, fast ohne Hals,
mit parabolisch gewölbtem, fast halbkugeligem, mit Spitzchen versehenem, rotem
Deckel und 2zellreihigem, schmalem Ring. Epidermiszellen der Kapselwand
kollenehymatisch verdickt, oval-6 seitig, am Urnenrand in mehreren Reihen
kleiner rundlich-6seitig. Peristomzähne orangefarben mit roter Insertion,
breit lanzettlich und über der Mitte rascher verschmälert, abwärts gesäumt,
aussen querstreifig, an den Spitzen grob papillós, innen mit zahlreichen, sehr
dicht gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms von ولا Zahnhöhe,
gelb und papillós, mit anfangs oval gefensterten, zuletzt klaffenden Fortsätzen
und je 3 Wimpern mit Anhängseln. Prozessus mit bis 10 ovalen Fenstern.
Sporen 10—14 u, gelblich, nur fein gekörnelt und fast glatt, oder auch (nach
Thüringer Expll.) 16—20 u, olivenbrüunlich und stärker gekórnelt. Reife im
Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 490.
B8B. se
In schattigen Bergwaldungen, auch zwischen Heide und Heidelbeeren, auf
Lehmboden von 300-1400 m durch Europa und Nord-Amerika verbreitet. In
den Alpen bis 1900 m aufsteigend, seltener in der Tiefebene. S. LIX, 6, a) Bl,
b und c) Kapseln; gez. nach dahier bei Laubach und auf dem Taufstein im Vogels-
berg ges. Expl. An den langen, gewundenen, niedergestreckten Stengeln von
den beiden folgenden Arten schon habituell leicht zu unterscheiden.
2. Hylocomium triquetrum (L.) Br. eur. 1852.
Hypnum L. 1758, H. vulgare usw. Dill. 1741; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 918.
Zweihüusig; die dicken, etwas sparrigen G Blüten mit eifórmigen, scharf
zugespitzten, rippenlosen inneren HüllblL, 10—15 Antheridien und lüngeren
Paraphysen. Lockere, starre, ausgedehnte, gelbgrüne, etwas glünzende Rasen
mit kräftigen, sparrig beblätterten, 10—15 em langen, wiederholt geteilten,
festen, etwas holzigen, aufrechten oder aufsteigenden, fiederig beasteten Stengeln
und ungleichlangen, teils kurzen, dicken stumpfen, teils spitzen, fast
flagelliform verlängerten Ásten, aber ohne Paraphyllien. Querschnitt des
Stengels oval-kantig, mit undeutlich begrenztem Zentralstrang und gelblichem,
allmählich in die 6—8zellreihige rote Rindenschicht übergehendem Grund-
gewebe. Stengelbll. allseitig sparrig abstehend, aus breit herzeiförmiger
Basis mehr allmühlich lanzettlich zugespitzt, 4—5 mm lang, lüngsfaltig, am
Rücken durch stumpfe Zühnchen aufwürts rauh, mit rings scharf gesägtem, flachem
Rand und dünner, رالات لا des Bl. durchlaufender Doppelrippe. Blattzellen
derbwandig und getüpfelt, etwas geschlüngelt stumpf linearisch, 7 u und
8— 12 mal so lang, aufwürts mit am Rücken als Zühnchen vorstehenden Zell-
ecken, in der Spitze 8—10 u und nur 4 mal so lang als breit, auch an der
Basis kürzer und breiter, mehr rektangulär und 12 u, an der Insertion orange-
farben und stärker getüpfelt, in den Ecken daselbst 14—18 u. Astbll. kürzer
und kleiner, mehr eiförmig und kurz zugespitzt oder eilanzettlich. Perichätium
nicht oder spärlich wurzelnd und sparrig; die inneren Hüllbll. rippenlos und
nicht faltig, aus oben oft gestutztem und gezähntem Basalteil rasch bandartig
pfriemenförmig. Kapsel auf 2—4 cm langer, roter Seta horizontal, dick eiförmig
oder ellipsoidisch und etwas hochrückig, trocken mehr oder weniger gefurcht,
mit kegeligem, spitzem, glänzend braunrotem Deckel und 2—3 zellreihig sich
ablösendem, rotgelbem Ring, entdeckelt 2,5—3 mm lang. Epidermiszellen der
Kapselwand rundlich- oder oval-6 seitig, kollenchymatisch oder mit stärker ver-
diekten Längswänden. Peristomzähne dunkel orangefarben bis rotbraun, abwärts
‚schuppenartig breit gleichfarbig gesäumt, aussen punktiert querstreifig, an den
Spitzen fein papillös, innen mit sehr zahlreichen, dicht gestellten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von ولا Zahnhöhe, gelb und papillös, mit
oval gefensterten, abwärts klaffenden Fortsätzen und je 3knotigen oder mit kurzen
| Anbängseln versehenen, papillösen Wimpern. Sporen 18—22 u, olivenfarben
und gekörnelt, nach Limpricht auch 10—14 u, gelblich und glatt. Reife im
- pätherbst oder Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 491. i
— 669 —
In den Waldungen, sowie auf Waldwiesen, auf Triften und an Rainen bis über
die Waldregion in 2500 m durch fast ganz Europa, das nórdliche Asien und Nord-
Amerika gemein und oft Massenvegetation bildend, seltener im südlichen Europa.
ach Bescherelle auch aus Algier bekannt und von Arnell noch bei Dudinka
und Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens aufgefunden. S. LIX, 3, a) BL,
b) Kapsel, c) stürker vergrósserte Blattzellen und XLII, 4, a) Peristom; gez. nach
dahier bei Laubach ges. Expll. Wird ebenso wie das weniger robuste brevirostre
gewóhnlich zu Mooskrünzen verwendet.
3. Hylocomium squarrosum (L.) Br. eur. 1852.
Hypnum L. 1758, H. repens usw. Dill. 1741; ef. Rbh. Kr. FI. IV, Nr. 914.
Zweihüusig, gemischtrasig; die stengelständigen dO Blüten mit lang-
spitzigen, an den Spitzen sparrig abgebogenen Hüllbll. 10— 15 gelben Antheridien
und zahlreichen hyalinen Paraphysen. Lockere, weiche, gelbgrüne, kaum
glänzende Rasen mit bogig aufsteigenden, dünnen, 10— 15 cm langen, entfernt
beasteten, an den stumpfen Enden sternfórmig beblütterten Stengeln und
ungleichlangen, ausgebreiteten oder abwärts gebogenen, an den Enden meist
verdünnten Ästen, aber ohne Paraphyllien. Querschnitt des Stengels mit nur
undeutlichem Zentralstrang, gelblichem Grundgewebe und 2— 3 zellreihiger, dick-
wandiger, kleinzelliger Rindenschicht. Stengelbll dicht gedrängt, sparrig
zurückgekrümmt, aus etwas verengter Basis breit eifórmig und plótzlich
oder rasch bandartig verschmülert, 3—3,6 mm lang, nicht gefurcht, am Rücken
glatt, mit flachem, nur an der Spitze undeutlich fein gesügtem Rand und sehr
kurzer Doppelrippe oder auch ohne Rippe. Blattzellen dünnwandig, nur
spärlich getüpfelt, etwas wurmförmig spitz linearisch, 7 u und 8—12 mal so
lang, in der Spitze bis 10 u, an der Basis mehr rektangulär, 12 u, verdickt
und getüpfelt, au der Insertion rötlichgelb, in den herablaufenden Ecken der
Basis in nicht begrenzter, kleiner Gruppe oval-6seitig, schwach gefärbt und
18-94 u. Astbll kleiner. Perichätium sparrig und nicht wurzelnd; die inneren
Hüllbll. meist rippenlos und nicht faltig, aufwärts gezähnelt und in eine zurück-
gekrümmte, feine, gezähnelte Pfriemenspitze auslaufend. Kapsel auf 2,5—3,5 cm
langer, geschlängelter Seta horizontal bis nickend, kurz und dick eifórmig,
hochrückig und kurzhalsig, oft fast kugelig, trocken unter der Mündung nicht
verengt, mit aus gewölbter Basis spitz kegeligem Deckel und 2—3 zellreihigem,
stückweise sich ablösendem, dickzelligem, lange bleibendem Ring, trocken kaum
oder nur schwach gefurcht, entdeckelt 1,2—2 mm lang. Epidermiszellen der
Kapselwand dickwandig, rundlich- oder oval-6 seitig, mit oft stärker verdickten
Längswänden oder schwach kollenchymatisch. Peristomzähne bräunlichgelb,
abwärts zart hyalin gesäumt und aussen querstreifig, an den gelblichen Spitzen
fein papillós, innen mit mehr als 30 abwärts sehr dicht gestellten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von etwa !/, Zahnhöhe, gelb und fast glatt,
mit gefensterten, zuletzt klaffenden Fortsätzen und je 2—3 knotigen oder mit
kurzen Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 10—14 u und fast glatt oder
16-90 u, gelb und gekörnelt. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 492.
a سب
An grasigen Standorten, an Gebüsch, in Gärten, auf Waldwiesen und in
Wäldern von der Ebene durch die Bergregion Europas, Asiens und Nord-Amerikas
gemein, jedoch in den Alpen nur bis 2300 m aufsteigend. Wurde von Arnell im -
Jeniseithale Sibiriens noch in der subarktischen Region aufgefunden. S. LIX, 5,
a) Bl, b) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. calvescens (Wils.) = Hyl. subpinnatum Lindb. eine Übergangsform
zu brevirostre mit an der Spitze etwas verdünnten, deutlicher fiederüstigen Stengeln,
weniger sparrigen, mehr herzeiförmigen, oben plötzlich verschmälerten, deutlicher
gezühnten Stengelbll mit zahlreicheren lockeren, oval-6seitigen, rostgelben Blatt-
flügelzellen, und mit nicht sparrigen Astbll. — an feuchteren Stellen in Berg-
waldungen. S. LIX, 2, a und b) BI., c) stärker vergrósserte Blattzellen; gez. nach
einem von J. E. Zetterstedt in Norwegen ges. Expl.
B. Euhylocomium Lindb. 1879.
-Hypnum Subg. Pleurozium Sull. 1856.
Mit mehr stockwerkartigem Aufbau, büschelig beasteten oder 2—3 fach
gefiederten Stengeln und zahlreichen mehrteiligen, meist geweihartig ver-
ästelten Paraphyllien.
4. Hylocomium brevirostre (Ehrh.) Br. eur. 1852.
Hypnum Ehrh. 1788, H. triquetum v. minus Hook & Tayl. 1818; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 910.
Zweihäusig in meist getrennten d und و Rasen; die stengel- und ast-
ständigen 6 Blüten mit an der aufrechten Spitze gesügten Hüllbl., 10 bis
15 Antheridien und zahlreichen Paraphysen. Habituell an Eurhynchium striatum.
erinnernde, mehr oder weniger ausgedehnte, etwas starre, lockere, schwellende,
glinzende Vliesse mit 10-90 em langen, nicht wurzelnden, niederliegenden
oder bogig aufsteigenden, unregelmiissig, fast baumartig verzweigten, büschelig
oder doppelt fiederig beasteten Stengeln, mit teils kürzeren dicken, teils längeren
verdünnten, spitzen Ásten und kurzen, dornig verzweigten Paraphyllien. Quer-
schnitt des Stengels oval, mit nur kleinem Zentralstrang und gelbem, in die
mehrschichtige rote Rinde übergehendem Grundgewebe, die Aussenzellen mit
vorgewölbten Wänden. Stengelbll. aus zusammengezogener Insertion und ge-
öhrten Blattflügeln mit abgerundeten Ecken breit herzförmig und plötzlich
oder rasch kürzer oder länger schmal lanzettlich zugespitzt, 2—3 mm lang,
unregelmässig längsfaltig, nur bei den unteren. fast ganzrandig, bei den
übrigen mit rings gesägtem, flachem Rande und kurzer, höchstens bis zur
Mitte reichender Doppelrippe. Blattzellen dünnwandig, stumpf kurz linearisch,
7 ۲ und 4—6 mal so lang, an der Basis kürzer und breiter, verdickt
und getüpfelt, bis 12 u, an den breit geöhrten, abgerundeten Blattflügeln nicht
wesentlich verschieden, nur dünnwandiger, kurz rektangulär bis oval-6 seitig,
10 u und etwa doppelt so lang als breit, an der Insertion orangefarben.
Astbll teils den Stengelbll. ähnlich, teils mehr eilanzettlich und aufwärts
? aan, fast grob gesägt. 1.۳ nicht wurzelnd; die rippenlosen inneren
Hüllbll. nicht faltig, plötzlich in eine lange, sparrig zurückgekrümmte, meist
— 671 —
bandartige, gesägte Pfrieme zusammengezogen. Kapsel auf 1,5—2 cm langer,
roter, oben bogig gekrümmter Seta horizontal, rötlichbraun, ellipsoidisch, mit
deutlichem Halse, schmalem, einzellreihigem. stückweise sich ablósendem Ring,
und kegeligem oder kurz und dick, etwas schief geschnübeltem Deckel,
entdeckelt 2—2,5 mm lang und lüngsfurchig. Epidermiszellen der Kapselwand
mit verdickten Längswänden oder mehr oval-6seitig und kollenchymatisch.
Peristomzühne orangefarben bis bräunlichgelb und längs breit gelb gesäumt,
aussen abwürts querstreifig, an den gelblichen Spitzen papillós, innen mit mehr
als 30 ziemlich gleichweit gestellten Lamellen. Membran des inneren Peristoms
von و Zahnhóhe, gelb und fein papillós, mit oval gefensterten, später
mehr klaffenden Fortsätzen und je 2—3 knotigen, seltener mit kurzen An-
hüngseln versehenen Wimpern. Sporen 12—14 oder 14— 16 u, hell rostfarben
und etwas gekörnelt. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur. Vol. V,
Tab. 493.
Über Steinen und Baumwurzeln, am Fusse der Stümme in den Waldungen
von der Ebene durch die untere Bergregion bis 900 m in Europa und Nord-Amerika
verbreitet. Nach Levier in Bayern ausnahmsweise noch in 2300 m gefunden,
jedoch nach Bescherelle auch aus Algier und nach Mayr aus Japan bekannt.
S. LIX, 9, a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) Paraphyllien, f) stärker vergrösserte
Blattzellen; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
5. Hylocomium pyrenaicum (Spruce) Lindb. 1879.
Hypnum Spruce 1847, H. Oakesii Sull. 1848, H. fimbriatum Hartm. 1849, Hylocom.
fimbriatum Br. eur, 1852 u. Hylocom. Oakesii Schpr. 1856; cf. Rbh. Kr. FI. IV, Nr.
Zweihäusig, gemischtrasig; die gelben, stengelständigen 6 Blüten mit
breit eiförmigen, nur kurz zugespitzten und an den aufrecht abstehenden
Spitzen gezähnelten oder ganzrandigen Hüllbll, 10—15 dicken Antheridien
und hyalinen Paraphysen. Lockere, gelbgrüne, etwas glänzende [Rasen mit
6—8 cm langen, niederliegenden, nieht wurzelnden, einfach fiederästigen oder
mehr büschelig verzweigten Stengeln und kürzeren stumpfen, oder längeren
spitzen, oft wurmförmig gekrümmten, zuweilen etwas zusammengedrückten Asten,
sowie mit zahlreichen, stark verzweigten, an der Basis gelblichen Paraphyllien.
Querschnitt des Stengels rundlich-oval, mit nur angedeutetem Zentralstrang
und 9-3 zellreihiger, gelbroter, stark verdickter Rindenschicht. Untere Stengelbll.
rundlich oval, mit meist nur kurzem Spitzchen und aufwärts gegen die Spitze
gezühnelt, die oberen aus verengter Basis mehr verlängert elliptisch und
rasch in eine kurze, breite, meist halb gedrehte Spitze verschmälert, 2—2,5 mm
lang, hohl und mit 2—3 Längsfalten, mit am Grunde zurückgeschlagenem,
von der Mitte aufwärts grob gesägtem Rand und meist einfacher oder
gabelig geteilter, bis über die Mitte reichender Rippe oder auch mit kurzer
Doppelrippe. Blattzellen geschlängelt linearisch, 6 u und 9—12 mal so lang,
an der Basis 12 u, verdiekt und getüpfelt, in den Ecken daselbst kaum ver-
schieden, an der Insertion orangefarben. Astbll. ähnlich, jedoch kleiner und
schmäler, mit oft gedrehter, grob gesägter Spitze und am Rücken nicht als
. am Rücken in Dornen endender Rippe. Perichätium sparrig und nicht wurzelnd; —
ppenlos oder mit kurzer Doppelrippe und nur an der sparrig |
en Spitze grob gesägt. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, gegenlüufig -
س 672 —
Dorn endender, einfacher gegabelter oder doppelter Rippe. Perichätium nicht:
wurzelnd; die inneren Hüllbll. aus scheidigem, nicht faltigem, oben gestutztem
und gezähntem Basalteil plötzlich in eine schmale Spitze zusammengezogen
und auch an dieser gezühnt. Kapsel auf 1—2 cm langer Seta horizontal,
kurz und dick oval, etwas hochrückig, rotbraun, mit hoch kegelig gewölbtem,
mit Spitzchen versehenem Deckel, entdeckelt nur 2 mm lang, nicht faltig und
unter der Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapselwand rundlich-
oder oval-6seitig, stark verdickt, jedoch nicht kollenchymatisch. Peristom
etwas schwächer papillös wie bei der folgenden Art, sonst demselben sehr
äbnlich. Sporen 14—18 u, gelblich bis rostfarben und fein gekörnelt. Reife
im Spätherbst und Frühjahr. Br. eur. Vol. V, Tab. 489.
An steinigen, felsigen Abhängen unter Knieholz und an Baumwurzeln in der
Nähe der Waldgrenze durch die Berg- und Alpenregion von 900—2700 m durch
Europa, Nord-Amerika und das nördliche Asien bis in die subarktische Region
verbreitet. S. LIX, 8, a) unteres, b) obere Stengelbll., c) Kapsel, d) Paraphyllien;
gez. nach von Zetterstedt in Norwegen und von Harald Lindberg in Finnland
ges. Expll.
Var. cuspidatum Arn. eine robuste Form mit längerer Blattspitze von fast
Laminalänge — von Arnell bei Plachiro in der subarktischen Region Sibiriens ges.
6. Hylocomium umbratum (Ehrh.) Br. eur. 1852.
Hypnum Ehrh. 1788, H. proliferum 8 umbratum Wahlenb. 1812; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 908.
Zweihäusig; die grossen d Blüten mit eilanzettlichen, an der Spitze
gezähnelten Hüllbll., 15—20 Antheridien und zahlreichen Paraphysen. Unregel-
mässige, lockere, bräunlich- oder dunkelgrüne, etwas glänzende, starre Rasen
oder Vliesse mit mehrfach geteilten, stockwerkartig aufgebauten, doppelt
fiederästigen, oder auch unterbrochen büschelästigen, zerbrechlichen, 12—20 cm
langen Stengeln, runden spitzen Ästen und zahlreichen grossen, geweihartig
reich verzweigten Paraphyllien; die einzelnen Wedel ähnlich wie bei splendens
niedergebogen, jedoch flacher aufliegend, auch die Stengel stellenweise mit
Rhizoidenbüscheln besetzt. Querschnitt des Stengels oval, ohne Zentralstrang,
mit dünnwandigem Grundgewebe und 2—3 zellreihiger, substereider, gelbroter
Rindenschicht. Stengelbll. etwas locker gestellt; aus schmal herablaufender,
engerer Basis breit herzfórmig bis fast 3eckig-herzfórmig und allmählich
scharf lanzettlich zugespitzt, 2 mm lang, mehrfach unregelmässig längs-
faltig, mit rings unregelmässig grob gesägtem Rand und höchstens bis zur
Mitte reichender Doppelrippe. Blattzellen aufwärts dünnwandig und stumpflich,
6 u und 8—12 mal so lang, an der Basis kürzer, dickwandig und getüpfelt,
. 10 u, an der Insertion orangegelb und bis 18 u. Fiederbll. am Rücken etwas
8 rauh, mehr eifórmig, kürzer zugespitzt und mit längerer, meist ungleich gabeliger,
-
SUU sji
BE;
gedrehter Seta horizontal bis nickend, aus kurzem Halse etwas hochrückig,
dick eiförmig, mit kegeligem, spitzem Deckel, aber ohne Ring, trocken unter
der Mündung etwas verengt, entdeckelt 2—2,5 mm lang. Epidermiszellen der
Kapselwand rundlich-6 seitig, diekwandig, etwas kollenchymatisch. Peristom-
zähne orangefarben bis bräunlichgelb und schmal gelb gesäumt, aussen quer-
streifig, aufwärts am Rande treppenförmig und dicht sägezähnig papillös.
Membran des inneren Peristoms gelb und papillós, von über !/, Zahnhöhe,
mit nur ritzenförmig durchbrochenen Fortsätzen und je 2—3 knotigen Wimpern
ohne Anhängsel. Sporen nach Limpr. 10—14 u, rostfarben und fast glatt,
nach Vogelsberger Exemplaren 16—20 u, ocker- bis rostgelb und papillös.
Reife im Winter. Br. eur. Vol. V, Tab. 488.
Über Steinen und Baumwurzeln in schattigen Waldungen durch die Bergregion
und die Alpen Europas von 500—2000 m, sowie in Nord-Amerika verbreitet;
von Ehrhart auf dem Harz entdeckt. Nach Mayr auch aus Japan bekannt.
S. LIX, 7, a) Bl, b) kleineres Fiederbl, c und d) Kapseln, e) Paraphyllien,
f) stürker vergrósserte Blattzellen; gez. nach am Taufstein im Vogelsberg ges. Expll.
7. Hylocomium splendens (Dill. Br. eur. 1852.
Hypnum Dill. resp. Hedw. 1741 und 1801, H. proliferum L. 1753, H. parietinum
L. ex p. 1776, Thuidium Brockm. 1869, Hyloc. proliferum Lindb. 1872; cf. Rbh. Kr. FI. IV,
. 907.
Zweihäusig, gemischtrasig; die stengel- und aststündigen, goldgelben
6 Blüten mit eilanzettlichen, ganzrandigen HüllblL, 8—10 Antheridien und
längeren goldgelben Paraphysen. Habituell durch den stockwerkartigen Aufbau
etwas an Thuidium tamariscinum erinnernde, ausgedehnte, Massenvegetation
bildende, lockere, etwas starre, gelblich bis olivengrüne, seidenglünzende Rasen
mit 10—20 cm langen, bogig aufsteigenden, durch wedelartige Jahres-
sprosse stockwerkartig aufgebauten, und unterbrochen doppelt bis 3 fach
fiederüstigen Stengeln, 2zeilig gestellten, flach ausgebreiteten oder nieder-
gebogenen Ästen und Astchen, sowie mit zahlreichen, vielspaltigen, langästigen,
pfriemlichen Paraphyllien. Die einzelnen Wedel sind am Grunde astlos und
nur aufwärts 2—3 fach fiederüstig. Querschnitt des Stengels oval, ohne Zentral-
strang, mit derbwandigem Grundgewebe und 7—8 zellreihiger, enger Rinden-
schicht. Niederbll. schuppenfórmig. Stengelbll breit elliptiseh und plötzlich
in eine meist geschlüngelte Spitze von '/, Blattlänge zusammengezogen, 2,4 bis
3 mm lang, hohl, nur schwach längsfaltig, am Rücken durch vortretende Zell-
ecken etwas rauh, mit rings gezähnten, gegen die Spitze eingebogenen Rändern
und kurzer Doppelrippe von !/, Blattlinge. Blattzellen stumpflich linearisch,
5u und 7—10 mal so lang, gegen die Basis 9 u, an der Insertion orangefarben,
verdickt und getüpfelt, 14— 16 u. Astbll 1. Ordnung den Stengelbll. ähnlich,
kürzer zugespitzt und kleiner, die kleineren Fiederbll. dagegen nur eifórmig,
mit eingebogenen, gezühnten Ründern und stumpflicher, durch vortretende
Zellecken gezühnelter Spitze. Perichätium nieht wurzelnd; die inneren Hüllbll.
an der Basis orangefarben, ainsi ganzrandig oder ausgefressen -— und
Roth, Die europäischen Laubmoose.
E O ee I A T ELEM
— 674 —
in eine lange, dünne, ganzrandige Pfrieme auslaufend. Kapsel auf 1,5—2,5 cm
langer Seta geneigt bis horizontal, kurz und dick eiförmig oder ellipsoidisch,
mit aus konvexer Basis kurz und dick geschnübeltem Deckel und ziemlich
schmalem, 1—2 zellreihig stückweise sich ablósendem Ring, trocken unter der
Mündung verengt, entdeckelt 2,5—3 mm lang. Epidermiszellen der Kapsel-
wand rundlieh-6seitig und dickwandig. Peristomzühne an der Basis mehr-
zellreihig verschmolzen, lanzettlich-pfriemenförmig, gelb mit helleren, fein
sägezähnig papillósen Spitzen, aussen abwärts undeutlich querstreifig, aufwürts
längsreihig papillös, innen mit etwa 30 ziemlich gleichweit gestellten Lamellen.
Membran des inneren Peristoms von halber Zahnhóhe, gelblich, fast glatt, mit
klaffenden Fortsätzen und je 2—4 zarten Wimpern ohne Anhängsel. Sporen
10—12 und selbst 15 u, ockergelb und glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur.
Vol. V, Tab. 487.
Auf Waldwiesen, an Rainen und Hecken, sowie in lichten Waldungen von
der Ebene bis in die Hochalpen in 3000 m durch Europa, Nord-Amerika und das
nördliche Asien gemein, oft Massenvegetation bildend. Nach Bescherelle auch
aus Algier bekannt und von Arnell im Jeniseithale Sibiriens noch in der arktischen
Region in 72° 40' n. Br. gesammelt. S. LIX, 4, a und b) Stengelbll, c) Fiederbl.
3. Ordnung, d) Paraphyllien, e und f) Kapseln, g) stürker vergrósserte Blattzellen,
sowie XLI, 1, Peristom; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. compactum James & Lesqu. in dichten Rasen mit kürzer zugespitzten
oder stumpfen Bll. — in höheren Lagen, sowie in Spitzbergen und Grönland ete.;
var. alaskanum — H. alaskanum (James) Kdb. eine kleinere nordische
Form mit nieht baumfórmig verzweigten, dicht fiederüstigen Stengeln, nur kurz
zugespitzten Bll, und meist etwas stärker verdickten Blattzellen — bei Upsala in
Schweden und auf dem Dovrefjeld in Norwegen, sowie im hohen Norden Amerikas,
in Grönland und auf Spitzbergen. S. LX, 9, a) Stbl., b) Astbl; gez. nach einem
von Kindberg auf Knudshóhe in Norwegen ges. Expl.
Fam. XLIII. Dendroideaceae.
Dendro-Hypna ۰
Gróssere, baumartige, Feuchtigkeit liebende Felsbewohner, Erd- und Sumpf-
moose mit unterirdischen, kriechenden, nur mit Resten von Blattschuppen oder
Niederbll. bedeckten, rhizomartigen, dicht wurzelfilzigen Hauptstengeln und
kräftigen, aufrechten oder aufsteigenden, abwärts meist astlosen und mehr
mit schuppenförmigen Niederbll. besetzten, aufwärts dagegen vollkommener
beblätterten und meist baumartig verzweigten sekundären Stengeln, zuweilen
auch mit einfachen oder längs fiederästigen Sprossen. Die Niederbll. am unteren
Teil der Stümmchen, resp. sekundären Stengel gehen nur allmühlieh in die
höher entwickelten Laubbll. über. Stengelquerschnitt mit Zentralstrang und
diekwandiger, kleinzelliger Rindenschicht; auch die Äste oft mit Zentralstrang.
. Stengel- und Astbll mehr oder weniger verschieden gestaltet, jedoch die Astbll.
. den oberen Stengelbll ähnlich. Zellnetz der Bl. je nach den Gattungen bald
mehr parenchymatisch, bald mehr prosenchymatisch. auch die Kapsel je nach
den Arten und Gruppen bald eingesenkt (bei ausländischen Arten) bald
emporgehoben, teils aufrecht und regelmässig, teils nur symmetrisch und gekrümmt.
Blüten meist 2häusig, an sekundären Stengeln, wie am Grunde der Äste.
Peristom doppelt; die 16 Zähne des äusseren aussen mit Dorsallinie, innen
mit zahlreichen Lamellen. Inneres Peristom je nach den einzelnen Gruppen
mehr oder weniger vollkommen ausgebildet, mit niedrigerer oder höherer kiel-
faltiger Membran und Fortsätzen, teils mit teils ohne Wimpern.
Von ausländischen Moosen gehören hierher namentlich die Gattungen Hypno-
dendron und Mniodendron. Sodann schliesst sich an diese Familie noch diejenige
der ausländischen Hypopterygiaceen mit den Gattungen Hypopterygium, Lopidium
und Arhacopilum an, bei denen die Laubbll. auch auf der Qber- und Unterseite der
Stengel verschieden gestaltet sind.
1. Gruppe Cylindrocarpae (Dendro-Isotheeieae).
Mit regelmässiger, meist aufrechter, gerader, zylindrischer Kapsel wie
bei den Cylindrotheeiaceen.
1. Gatt. Climacium') Web. & Mohr 1804.
In lockeren Rasen oder mehr gesellig wachsende, baumartig oder auch
fiederig verzweigte Sumpfmoose mit rhizomartigem, kriechendem, dicht mit
langem, glattem, rotem Wurzelfilz und mit Resten von Niederbll. besetztem
Hauptstengel, aufrechten, baumartig verzweigten oder bald nur einfachen, bald
ederig verästelten sekundären Sprossen und einfachen, runden, am Ende
meist verdünnten, aufgerichteten oder herabgebogenen Asten, sowie mit Stolonen
und zahlreichen fadenförmigen, abwärts in Wurzelhaare übergehenden, gespreizt
verästelten Paraphyllien. Stengelquerschnitt drei- bis mehrkantig, mit gut
begrenztem Zentralstrang und gelbwandigem, lockerem Grundgewebe, das in die
substereide, mehrzellreihige rote Rindenschicht nach aussen übergeht. Haupt-
stengel und unterer Teil der sekundären Stengel in der Regel mit nur schuppen-
förmigen Niederbll. besetzt, die aufwärts allmählich in die Laubbll. übergehen.
Laubbll. mit dünner einfacher Rippe und mehr oder weniger längsfaltig.
Blattzellen schmal rhombisch bis linearisch, an der Basis und den Blattflügeln
lockerer und mehr 6seitig. Blüten 2häusig, an den sekundären Stengeln und
am Grunde der Äste. Kapsel auf verlängerter Seta aufrecht und regel-
mässig, verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch, derbwandig, mit aus
konvexer Basis geschnäbeltem Deckel, sowie mit kurz gestieltem Sporensack
und mit Luftraum, jedoch ohne Ring. Haube meist länger als die Kapsel,
lseitig geschlitzt und zuweilen noch die Seta umspannend; Scheidchen
meist nackt. Peristomzühne fast linealisch, an der breiteren, lanzettlichen Basis
über dem Urnenrand mehrgliederig (meist 5—6 gliederig) verschmolzen,
braunrot, dicht gegliedert und papillós, aussen fein punktiert, innen mit zahlreichen
1) Von xàzu«t Treppe, Leiter wegen des Peristoms.
43*
— 676 —
Lamellen. Inneres Peristom ohne Wimpern, mit längs durchbrochenen,
resp. leiterartig klaffenden, seltener nur am Kiele durchlöcherten Fortsätzen
auf niedriger, über den Urnenrand etwas vortretender Membran.
Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind nach dem Index bryol. von
Paris noch 6 bekannt, von denen bei dem ähnlichen Cl. americanum ebenso wie bei
dendroides die Stengelspitze im Schopfe verborgen ist und das sich von letzterem
durch stark geöhrte, scharf zugespitzte Astbll. unterscheidet, während bei Cl. japonicum
Lindb. die Stengelspitze aus dem Schopfe mehr hervortritt. Paris rechnet zu
dieser Gattung auch die ausländische Güirgensohnia ruthenica mit mehr gekrümmter
und Draithwaitea sulcata mit gefurchter Kapsel.
1. Climacium dendroides (L.) Web. & Mohr 1804.
Hypnum L. 1758, Neckera Timm. 1788, Leskia Hedw. 1801; cf. Rbh. Kr. Fl. IV,
Nr. 718.
Zweihäusig; die dick knospenfórmigen 6 Blüten mit aus eiförmiger bis
verkehrt eifórmiger Basis rasch kurz zugespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll.,
sowie 20—30 anfangs gelblichen, zuletzt bräunlichen Antheridien und gleichlangen
Paraphysen. Gesellige oder lockerrasige, baumartig verzweigte, freudig- oder
dunkelgrüne, nur schwach glünzende Sumpfmoose mit rhizomartig kriechendem,
rotfilzigem Hauptstengel, aufrechten, 5—15 cm langen, unten mit Niederbll.
besetzten, meist baumartig verzweigten sekundüren Stengeln, deren Spitze
zwischen den steif abstehenden runden Ästen im Schopfe verborgen bleibt,
und mit nur wenigen astlosen Sprossen oder mehr fiederig verästelten Schösslingen.
Aste nach der Spitze zu verschmälert, dicht drehrund beblättert und mit
zahlreichen bleichgrünen, fadenförmigen, gespreizt verästelten, jugendlichen
Wurzelhaaren ähnlichen Paraphyllien. Stengelquerschnitt kantig, mit etwas
dickwandigem, kleinzelligem Zentralstrang und 2—3 zellreihiger, substereider
Rindenschicht. Querschnitt der Äste nur dreikantig. Niederbll. entfernt, den
betreffenden Stengelteilen angepresst, bleich, aus engerer Basis eilänglich,
stumpf und mit winzigem Spitzchen, lüngsfaltig und ganzrandig, mit vor der
Mitte oder erst vor der Spitze endender Rippe. Laubbll. über der herablaufenden,
engeren Basis undeutlich geöhrt, breit 3eckig-zungenförmig und stumpflich
oder scharf zugespitzt, hohl, tief zwei- und mehrfaltig, mit grüner, vor der
Spitze endender Rippe und an der Spitze grob gesägten Rändern. Blatt-
zellen dünnwandig und glatt, mit sichtbarem, geschlängeltem Primordialschlauch,
nach der Rippe zu 7—9 u und meist 5—10 mal so lang, an der Spitze un
an den Rändern kürzer, an der herablaufenden Basis oft doppelt so breit,
insbesondere an den Blattohren rundlich- oder oval-6 seitig und bis 25 u. Astbll.
den oberen Stengelbll. zwar ähnlich, jedoch schmäler zungenförmig, stumpf
oder spitz, tief 2 faltig und am Rand aufwärts stärker grob gezähnt. Perichätium
spärlich wurzelnd; die inneren Hüllbll. hochscheidig und rasch fein lanzettlich
. Zngespitzt, ganzrandig oder nur undeutlich sehr fein gezähnelt und mit kurzer
um Rippe. Kapsel auf 1,5—4,5 em langer, purpurroter, glatter, gerader Seta aufrecht
und regelmässig, eilänglich oder verlängert ellipsoidisch bis fast zylindrisch,
— 671 —
rötlich kastanienbraun, derbwandig, ohne Ring, mit aus konvexer Basis
geschnübeltem, nach dem Öffnen noch einige Zeit an der Columella hängen
bleibendem Deckel von fast halber Urnenlünge, entdeckelt 2,5—3 mm lang,
gestutzt und unter der Mündung nicht verengt. Epidermiszellen der Kapsel-
wand klein, rundlich- oder oval-6seitig und rings stark verdickt. Peristomzähne
sehr hygroskopisch, aus lanzettlicher, über dem Urnenrand mehrgliederig ver-
schmolzener Basis sehr lang breit linealisch, braunrot, eng gegliedert und
schmal gesäumt, aussen papillös, jedoch nicht querstreifig, innen mit über
50 dicht gestellten, niedrigen Lamellen. Inneres Peristom orangegelb, mit
leiterförmig klaffenden, zuletzt durchaus gespaltenen, resp. zweiteiligen,
papillösen Fortsätzen auf niedriger Membran von etwa ول Zahnhöhe. Wimpern
fehlen. Sporen 15—20 u und selbst 20—28 u, rostfarben und fein gekörnelt.
Reife im Spätherbst. Br. eur Vol. V, Tab. 437.
An feuchten, sumpfigen Standorten, auf Wiesen, an Gräben und Sümpfen in
und ausserhalb der Waldungen von der Ebene bis in die Voralpen und selbst noch
bis 2600 m aufsteigend; wird schon in der Hist. musc. vou Dillen 1741 erwähnt.
S. XLI, 3, a) Habitusbild, b) Peristom und XXXVII, 5, a) oberes Stengelbl.,
b) Astbl, c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. fluitans Hüben. — inundatum Mol, mit im Wasser flutenden, unregel-
mässig verästelten Stengeln und durch abstehende Bll. etwas flatterigen Asten —
in Waldbüchen.
An trockneren Standorten bleibt die Pflanze kürzer baumartig und ist daselbst
mehr glänzend gelbgrün, an feuchteren Standorten verlängern sich dagegen die
Sprosse und zeigen mehr unregelmässige Verüstelung und mattere, dunkler grüne Farbe.
2. Gruppe Brachyearpae (Dendro-Brachythecieae).
Mit kurzer, gerader oder gekrümmter, weniger regelmässiger, meist nur
symmetrischer Kapsel und mehr oder weniger schief geschnäbeltem Kapseldeckel.
1. Gatt. Thamnium ) Br. eur. 1852.
Nach dem Sporogon an die Eurhynchien sich anschliessende, im baum-
artigen Wuchs aber mehr an Climaeium erinnernde, wasserliebende, Fels-
bewohner mit rhizomartigem, kriechendem, nur mit Niederbll. und mit glatten
Rhizoiden besetztem Hauptstengel und aufrechten oder aufsteigenden, oben
durch fast 2zeilig gestellte Äste baumartig verzweigten, nicht filzigen
sekundären Stengeln, sowie mit Stolonen am Grunde der letzteren, jedoch ohne
Paraphyllien. Stengelquerschnitt mit Zentralstrang, ziemlich dickwandigem
Grundgewebe und substereider Rindenschicht, auch die Aste mit Zentralstrang.
Bll an primären und sekundären Stengeln verschieden gestaltet. Niederbll.
am Hauptstengel und unteren, astlosen Teil der sekundären Stengel entfernt,
anliegend, 3eckig und mit einfacher Rippe. Laubbll. gedrängt aufrecht ab-
stehend, derb eiförmig bis eilanzettlich, nicht herablaufend und nicht
1) Von Jauros Strauch.
— 678 —
faltig, mit grob gezühnter Spitze und sehr krüftiger, dicht vor derselben
endender, einfacher Rippe. Astbll. den oberen Stengelbll. der sekundären
Sprosse ähnlich. Blattzellen vorzugsweise parenchymatisch, rundlich 4— 6seitig
oder oval, ohne sichtbaren Primordialschlauch, gegen die Basis zu schmal
rektangulär bis kurz linear, an den Blattflügeln nur wenig verschieden und
nicht erweitert. Blüten 2häusig, seltener zwitterig, mit fadenförmigen, hyalinen
Paraphysen. Perichätium nieht wurzelnd, mit rippenlosen oder mit nur zarter
Rippe versehenen inneren Hüllbl. Haube kappenfórmig und nur bis zur
Urnenmitte reichend; Scheidchen mit Paraphysen. Kapsel auf glatter, roter
Seta geneigt, oval und nur schwach hochrückig, derbwandig, mit deutlichem
Hals, differentiiertem, sich ablósendem Ring und aus kegeliger Basis ge-
schnübeltem Deckel, sowie mit gestieltem, von einem Luftraum umgebenem
Sporensack. Peristom doppelt; die 16 Zähne des äusseren an der Basis ver-
schmolzen, linealisch-lanzettlich und gesäumt, aussen querstreifig, innen mit
sehr zahlreiehen Lamellen. Membran des inneren Peristoms kielfaltig, von oft
halber Zahnhöhe, mit klaffenden Fortsätzen und vollständigen, knotigen oder
mit Anhängseln versehenen Wimpern.
Ausländische Arten dieser und der nahe verwandten Gatt. Porotrichum sind
bereits gegen 170 bekannt.
1. Thamnium alopecurum (L.) Br. eur. 1852.
Hypnum L. 1763, H. dendroides ete, Dill. 1741, Isothecium Spruce 1849, Porotrichum
Mitten 1869; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 789
Zweihäusig; die schlanken Ğ Blüten stengel- und astständig im oberen
Teil der sekundüren Stengel, mit aus elliptischer Basis lanzettlich zugespitzten,
rippenlosen Hüllbll, 5—6 kurz gestielten Antheridien und zahlreichen gleich-
langen Paraphysen. Sehr lockere, dunkel- oder gelbgrüne, matt oder kaum
glänzende Rasen mit harten, festen, zum Teil unterirdischen, braunfilzigen,
kriechenden Hauptstengeln und zähen, aufsteigenden, oben übergebogenen,
5—15 cm langen, nur aufwärts durch 2zeilig gestellte Äste baumartig ver-
zweigten sekundären Stengeln, ohne Paraphyllien. Äste kurz und stumpflich,
oder länger und spitz, letztere zuweilen fiederig, abwärts gegen die Stimmchen
hin ebenso wie die Stämmchen selbst etwas verflacht beblättert. Stammquerschnitt
rund, mit kleinem Zentralstrang, kleinzelligem Grundgewebe und dickwandiger
bis substereider Rindenschicht. Niederbll. entfernt, locker anliegend, oval-
3eckig und scharf kurz zugespitzt, flach- und ganzrandig, mit kurz linearem
Zellnetz und einfacher Rippe. Laubbll. dicht gestellt und allseitig locker ab-
stehend, an den Stümmchen etwas mehr anliegend, nicht herablaufend, eifórmig
bis eilinglieh und kurz zugespitzt, nicht faltig und nur wenig hohl, mit flachem,
aufwürts grob gesügtem Rand und kräftiger, dicht vor der Spitze endender,
am Rücken gezühnter Rippe. Blattzellen aufwärts rundlich 4—6 seiti£
7—9 u, am Rand in wenigen Reihen mehr oval, nach der Basis zu etwas
mehr linear oder schmal rektangulär, 9 u und 3—4 mal so lang, in den Ecken
— 679 —
daselbst nur wenige Zellen rektangulär-6 seitig, jedoch nicht oder kaum breiter,
an der Insertion 2schichtig, orangefarben und stark getüpfelt. Astbll. den
Stengelbll. ähnlich, nur kleiner und schmäler. Perichütium nicht wurzelnd; die
Hüllbll. aus halbscheidiger Basis rasch in eine abgebogene, gezühnelte
Spitze verschmälert, nicht faltig und rippenlos oder mit nur undeutlicher flacher
Rippe. Scheidchen mit Paraphysen. Kapsel auf 1—1,5 em langer, roter,
glatter, kaum gedrehter Seta geneigt bis horizontal, oval und schwach hoch-
rückig, fast regelmässig, gelbbraun bis kastanienbraun, derbwandig, mit aus
kegeliger Basis geschnübeltem Deckel von fast Urnenlänge und 2reihig stück-
weise sich ablósendem Ring, trocken unter der Mündung verengt, entdeckelt
2—3 mm lang. Epidermiszellen der Kapselwand mit stärker verdiekten Längs-
wünden, kurz rektangulür bis oval-6seitig, am roten Urnenrand wenige Reihen
rundlich-6 seitig bis quadratisch. Peristomzähne an der Basis verschmolzen,
breit linealisch, gelb und breit hyalin gesäumt, aufwärts am Rand treppenförmig
papillös gezähnelt und an den hellen Spitzen mit zerstreuten Papillen, aussen
abwärts querstreifig, innen mit sehr zahlreichen Lamellen. Membran des
inneren Peristoms von fast halber Zahnhöhe, mit anfangs oben nur gefensterten,
später klaffenden, zuletzt gespaltenen Fortsätzen und je 3 knotigen oder mit
Anhängseln versehenen Wimpern. Sporen 10—14 u, hell rostfarben und fein
gekörnelt oder fast glatt. Br. eur. Vol. V, Tab. 518.
In Waldbächen, an Quellen und Wasserfällen, in schattigen, feuchten Schluchten
an Felsen und Steinen jeglicher Art, von der Ebene durch die Hügelregion Europas
bis in 1400 m; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. Findet sich nach
Bescherelle auch in Algier, sowie nach Kindberg in Norwegen, Schweden und
Finnland, seltener in Nord-Amerika. S. XLI, 4, a) Habitusbild in natürlicher
Grösse, b) Peristom und XLVI, 2, a) Niederbl, b) unteres, c) oberes Laubbl.,
d) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll.
Var. protensum Turn. mit sehr verlängerten, herabhängenden oder flutenden,
nicht baumförmig verästelten Stengeln — an Wasserfällen;
var. robustum Tolf in kräftigen Rasen, mit breiten, gedunsen beblätterten
Sprossen und grösseren, hohlen, an der Spitze grob gezühnten Bll. — von Rob.
Tolf am Hesselberg in Schweden nee an Bachufern gesammelt (comm.
Matouschek);
var. cavernarum Schlieph. eine sehwüchere Kalkform mit schmüleren und
meist schärfer zugespitzten Bll. — von Schliephacke an Gipsfelsen bei der Ruine
Questenberg im Harz gesammelt.
2. Thamnium angustifolium Holt 1886.
Porotrichum Dixon; Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 243.
Habituell kleinen, hellgrünen Formen der vorigen Art ühnliche Rasen
mit meist nur 2—3 cm langen, fiederig bis büschelig verzweigten Stengeln und
etwa 1 cm langen, schlanken Ästen, jedoch mehr rundlich und weniger verflacht
beblüttert und infolge der schmalen Bll. mit etwas Wellingtonien- artigem
Habitus. Niederbll schuppenfórmig, mehr oder weniger 3eckig und entfernt
e
gestellt. Mittlere Stengelbll. fast linealisch und zugespitzt, locker aufrecht
abstehend, trocken mit den Spitzen eingebogen, die grósseren meist 2,5 mm lang
und 0,5—0,7 mm breit, mit flachem, aufwürts scharf und grob gesügtem Rand
und abwürts flacher, gegen die Basis verbreiterter, unten 1, der Lamina
einnehmender, aufwürts verschmülerter, am Rücken mehr vortretender und
daselbst durch vorspringende Zellecken gezühnelter, vor der Spitze ver-
schwindender Rippe. Blattzellen in der unteren Hälfte 7 u und 5—7 mal so
lang, nur wenige Randreihen oval oder kurz rhomboidisch, 10 u und nur 3 mal
so lang, in der oberen Hälfte 10—15 u und 2—3 mal so lang. Astbll. kleiner
und schmäler, sonst ähnlich. Sporogon noch unbekannt.
An beschatteten Kalksteinen in Gesellschaft der vorigen Art in England
(Derbyshire) im Mai 1883 von G. A. Holt entdeckt. S8. XL, 8, a) Niederbl.,
b) Stbl, c) Astbl., d) Habitusbild; gez. nach einem von J. Barker in Derbyshire
in England (Cressbrook, Monsal Dale) im August 1899 ges. Expl.
(۱ und Berichtigungen.
S. 9. Am Schluss dieser Seite ist bei Anomobryum juliforme Solms zuzusetzen:
S. LXIT, 13, a und b) Kapseln; gez. nach einem von Professor Nicotra in
Calabrien ges. Expl. (comm, A. Bottini).
S. 91. Nachtrag.
8a. Webera nitescens ۰
Skand. Bladmossflora 1903 S. 183, Nr. 722.
In dichten, glänzenden, einer dichtrasigen W. eruda täuschend ähnlichen
Rasen. Sie unterscheidet sich von W. eruda vorzugsweise durch schmälere,
nur lanzettliche bis eilanzettliche BlL, sowie das noch mehr wurmförmige
mittlere Blattzellnetz und kann daher auch wohl als var. von cruda betrachtet
werden.
An Felsen in Norwegen, Schweden und Lappland. S. XLII, 15, a) unteres,
b) mittleres Bl, c) Schopfbl., a) Habitusbild, e) Kapsel; gez. nach einem von
Kindberg auf dem Dovrefjeld in Norwegen ges. Expl.
S. 32. Zusatz nach Zeile 7 von oben.
Webera annotina Hedw. In seinem Buche über die Laubmoose der Mark
Brandenburg von 1904. zergliedert Warnstorf auf S. 424 ff. die Webera annotina je
nach der Gestalt der Brutkörper etc. in Pohlia grandiflora, annotina und bulbifera.
Da ich an einem und demselben sterilen Spross der von Harald Lindberg am sandigen
Ufer bei Valkjarvi in Finnland im Juli 1897 gesammelten Webera grandiflora Lindb. f.
sowohl die kleineren, schlanken, grünen, 9-49010218 رده wie die grösseren,
dicken, gelben, verkehrt eifórmigen bis rundlichen Bulbillen ohne abstehende
Blattspitzen gefunden habe (cf. S. 432 Nr. 2c und 3b 1. c.), so vermag ich diese
Unterscheidung in drei neue Arten vorerst nicht anzuerkennen, und dies um so
weniger, da Herr Warnstorf selbst nach zu verschiedenen Jahreszeiten angestellten
Beobachtungen verschieden gestaltete Brutkórper bei Webera annotina beobachtet
at. Meiner Ansicht nach kann hier nur von sterilen Formen oder Varietäten
bei diesen drei Pflanzen die Rede sein.
S. 140. Zusatz nach Zeile 5.
Bryum pseudo-marginatum Podp. 1904. Mit Rücksicht auf die Priorität
des Schimper'schen Br. marginatum aus Frankreich hat Professor Podpera
das von ihm bei Prag ges. Br. marginatum als Bryum pseudo-marginatum laut
brietlicher Mitteilung umgetauft.
— 682 —
Ferner vor 119.
118a. Bryum apiculatum Br. eur. 1839.
Das von Bruch bei Zweibrücken ges. Br. marginatum ist nieht mit dem
von Schimper bei Bayonne ges. Br. marginatum identisch und muss den
früheren Namen Br. apiculatum Br. eur. beibehalten. Die Rippe der unteren
Bll. tritt nicht aus; die oberen BI. sind mehr zungenförmig und mit kurz
(meist lzellig) austretender Rippe, 2—3 zellreihigem, gegen die Spitze wie
gegen die schwach geóhrte Basis verschwindendem, gelbem Saum und meist
flachem, nur zuweilen schmal umgeschlagenem Rand. Es unterscheidet sich
von Br. marginatum Schpr. nieht nur durch die nur sehr kurz austretende Rippe,
sondern auch den 3—5 stóckigen, rosettenartigen Aufbau der dicht anliegend
und schopfig beblütterten Sprosse. Es steht nach meiner Ansicht dem Br.
canariense näher und gehört eher zur Gruppe der Rosulata unter 145a. als hier
zu den Erythrocarpidien. Rote Bulbillen in den Blattachseln besitzt es nicht.
S. LXII, 11, a) unteres Bl., b) Schopfbl., c) stärker vergrösserte Blattspitze,
d) Habitusbild, e) Kapsel; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare des
Grafen Reinhard zu Solms-Laubach (Herb. Göttingense), resp. die Kapsel nach
der Br. eur.
S. 143. Zusatz.
121a. Bryum abduanum Rota (cf. De Not. 1869).
Ziemlich dichte, 1,5—2 cm hohe, nicht filzige, rötlich gescheckte Räschen
mit gleichmüssig.und dicht beblätterten, etwas fleischigen Sprossen. Bll. dach-
ziegelig anliegend, länglich lanzettlich und stumpflich zugespitzt, fast zungen-
förmig, ungesäumt oder nur scheinbar lzellreihig gesäumt, ganzrandig, mit
gegen die Basis etwas umgeschlagenem Rand und sehr kräftiger, gelbroter,
dicht vor der Spitze endender, an der Basis bis 100 u breiter Rippe. Quer-
schnitt der letzteren mit 5 medianen Deutern.
An Felsen und auf feuchtem Sande der Adda bei Kanonika im Veltlin von
Rota entdeckt und auch von Levier an Porphyrfelsen des Cinto auf Korsika in
2000—2200 m im Juli 1880 gesammelt. S. LXII, 12, a bis c) BIl.; gez. nach
einem von E. Levier in Korsika ges. Expl Die Pflanze macht den Eindruc
einer Jugendform oder Varietät von Br. Mühlenbecki, von dem sie sich durch nur
wenig oder nicht verfilzte, rötlich gescheckte Rasen unterscheidet. Von dem ihr
habituell etwas ähnlichen Bryum apieulatum Br. eur. ist sie durch gleichmässig
beblätterte Sprosse, ungesäumte Bll. und die stets vor der Spitze verschwindende
Rippe ete. verschieden.
S. 146. Zeile 26 und 30 ist statt „Insel Liri“ zu lesen „Isola Liri“.
Nach Levier eine Festland-Lokalität im Gebirge bei Neapel.
S. 162. Bryum gelidum Hagen wird nach Levier von Bryhn für eine
verkümmerte Wasserform von Waebera Schimperi gehalten.
S. 167. Zusatz.
149a. Bryum Harrimani Card. & Ther., welches Dixon im August 1902
in 2000 m am Glacier de Pailla in den Hautes Pyrénées gesammelt hat, ist
von Br. Jaapianum kaum verschieden, sondern nur eine krüftigere Form desselben
— 683 —
in 5—6 em hohen Rasen. Dasselbe wurde von Trelease in der Jakutat-Bay
in Alaska 1899 entdeckt. Bryum Jaapianum kann nur als eine schlankere
Varietät desselben betrachtet werden. Bei der Normalform sind die oberen
Blütter oft etwas breiter und kürzer, mit meist dicht vor der Spitze endender
Rippe. Beide unterscheiden sich von dem ihnen verwandten Br. Schleicheri
durch die nicht oder kaum herablaufenden Blattflügel (cf. Mosses of Alaska
von Cardot & Thériot 1902, S. 322).
S. 239. Zusatz zu Zeile 5.
Philonotis erassicostata Warnst. ist nach einem von Nicholson im
Kanton Waadt in der Schweiz ges. Expl. eine in den Formenkreis der Ph. seriata
und fontana gehörende sterile Form mit sehr kräftiger Rippe und schwach
2faltigen Bll. Sie steht in der Form des Bl. der seriata sehr nahe, unterscheidet
sich jedoch von ihr durch schwächer papillöse Blattzellen und glatte, rötliche
Rippe. Sie macht gleichsam den Eindruck einer Jugendform der Philonotis seriata.
S. 249. Zeile 15 von oben lies „Eperies“ statt „Esperies“,
S. 266. Zusatz nach Zeile 15.
Polytrichum boreale Kindb. S. LXII, 14, Blattspitze; gez. nach einem
Kindberg'schen Originalexpl.
S. 275. Zusatz nacb Zeile 25 von oben.
Diphyscium sessile var. acutifolium Lindb. S. LXI, 1, a und b) Laubbll.,
c) Hüllbl. der Ğ Blüte mit Antheridien und Paraphysen; gez. nach von H. N. Dixon
bei Camelford (Cornwall) auf faulem Holz und bei Wastdale (Kumberland) auf
der Erde in England ges. Expll. Die Pflanze bildet gleichsam den Übergang zu
Diphyseium fasciculatum Mitt. von der Insel Ceylon.
S. 340. Zeile 7 von unten Zusatz. Myurella Careyana. Sporen 10—12 u,
gelblich und glatt.
S. 341. Zur Anmerkung am Schluss der Seite.
Schimper schreibt Pierigynandrum nach Hedwig nicht mit y, sondern mit i,
abgeleitet von mrepóv Feder, Flügel, resp. Säulenstellung an beiden Seiten der
Griechischen Tempel, wegen der Stellung der Blüten.
S. 349. Zusatz nach Zeile 23.
Pterigynandrum filiforme Hedw. Eine der var. decipiens nahe stehende
Form mit zahlreichen Zygodon-artigen, stengelbürtigen, 3—4gliederigen Brut-
körpern sammelte J. Stirting am 9. September 1902 bei Montana (Valais) in
der Schweiz (comm. W. E, Nicholson).
S. 373. Nachtrag.
7. Thuidium Philiberti (Philib.) Limpr.
Rippe der Stengelbll. nicht austretend, jedoch die Spitze derselben ebenso
wie bei den Perichätialbll. mit 4 und mehr Einzelzellen endend, die etwa
3—6 mal so lang als breit sind. Diese Einzelzellen sind auch in der Zeichnung
auf Taf. XXXVI bei Nr. 14a noch zuzusetzen.
— 684 —
S. 383. Zusatz nach Zeile 11 von oben.
Lescuraea saxicola var. flagelliformis Rth. Nur wenig glänzende
Rasen mit unregelmässiger beasteten Stengeln, minder zahlreichen Paraphyllien, an
den Enden nicht hakig eingekrümmten, oft flagellenartig verlängerten Ästen. Bl.
weniger deutlich faltig, oft nur hohl, mit meist ?/, des Bl. durchlaufender Rippe
und sehr zahlreichen, fast quadratischen Basal- und Blattflügelzellen, sowie mit am
Rücken gegen die gezähnte Spitze an den Astbll. deutlich vortretenden Zellecken.
Die Bll. der kürzeren, dicken Äste sind mehr eiförmig und kurz lanzettlich
zugespitzt, dagegen diejenigen der flagelliform verlängerten Äste ähnlich wie die
unteren Stengelbll. aus kurzer, fast herzeiförmiger Basis rasch pfriemlich verlängert. —
Von Dr. Th. Suse im Frühjahr 1904 an Mauern neben einem Wasserfall am
Gardasee gesammelt.
S. 436. Zusatz zu Zeile 5 von oben.
Brachythecium populeum var. amoenum Milde. S. LXI, 3, a) Stbl.,
b und e) AstblL, d) Kapsel, e) kürzeres, am Rand weniger umgerolltes Ndrbl.
des Hauptstengels; gez. nach von’ Levier in Italien in 1950 m im silva Ronco
Campello Monti, und von mir dahier bei Laubach ges. Expll.
S. 444. Zusatz zu Zeile 6 von unten.
Brachytheeium rutabulum v. flavescens Br. eur. S. LXI, 6, a) Stbl,
b) Astbl., c) Habitusbild; gez. nach dahier bei Laubach am Waldsaum des Distrikts
„Roter Stahl“ ges. Expll.
S. 456. Nachtrag.
34 a. Brachythecium pedemontanum Rth.
Zweihäusig (wahrscheinlich); die 6 Blüten mit eilanzettlichen, rippen-
losen, gezühnten Hüllbll. Habituell an ein sehr kräftiges Brachyth. rutabulum
var. flavescens erinnernde, glänzende, gelbgrüne, innen braune Rasen mit bis
über 10 cm langen, vielfach geteilten, einfachen oder stellenweise kurz fieder-
ästigen Stengeln. Die kleineren Äste meist nur 0,5—1 cm lang und aufrecht
abstehend, die grósseren mehr den Stengeln parallel. Um die Astanlagen
mit runden oder eiförmigen, grossen Paraphyllien. Stbll. aus eifórmigem,
meist etwas geöhrtem Basalteil kurz zugespitzt, stark faltig, an den meist nur
wenig ausgehöhlten Blattflügeln breit und weit herablaufend, mit gezähntem
Rand und etwas schwacher, meist nur را لا des Bl. durchlaufender Rippe.
Blattzellen mitten etwa 9 u und 8—12 mal so lang, aufwärts (und namentlich
bei den Astbll.) nur 7 u, gegen die Spitze jedoch wieder etwas breiter und
kürzer, sowie stärker verdickt, gegen die Basis lockerer, in den sehr dünn-
wandigen Blattflügeln mitten rektangulär-6 seitig und oft 30—35 u, sowie 2 Ya
bis 3 mal so lang als breit.
Von Levier auf der Alpe del Vechio (Campello-Monti, prov. Novar. Pede-
monti) am 27. August 1904 in 1500 m gesammelt. S. LXI, 9, a) Stbl., b) Blatt-
flügel, c) Astbl. d) Paraphyllien, e) Habitusbild; gez. nach einem von Dr. E. Levier
erhaltenen Originalexpl. Die Pflanze steht Brachyth. rivulare v. cataractarum
edenfalls sehr nahe, unterscheidet sich jedoch von ähnlichen, nahe verwandten Arten
— 685 —
durch die aussergewöhnlich lockeren, die Rippe oft erreichenden, meist breit herab-
laufenden Blattflügel und die zahlreichen Paraphyllien um die Astanlagen.
S. 475. Zeile 9 von unten lies „Argentario“ für Argentalium,
S. 497. Zeile 10 von oben lies: var. „Daldinianum“ für „Daldanianum“.
m 3 RU api te „ var. ,Delognei* für „Delongei“.
S. 500. Zusatz nach Zeile 20.
Iehynehostegium rusciforme (Neck.) var. alopecuroides Brid. in kupfer-
roten oder gescheckten Rasen mit meist einfachen, dicht kätzchenartig, drehrund
beblätterten, gegen die Enden sehr verdünnten, parallelen Sprossen und mit
schmäleren, spitzen oder stumpflichen, dicht anliegenden, hohlen Bll. — von Dixon
in den Alpenbächen Schottlands ges. cf. The Students Handb. ed. II, S. 473.
S. 519. Zusatz nach Zeile 16 von oben.
9a. Amblystegium noterophiloides Rth.
Amblyst. fluviatile var. elongatum Ther. in litt. 1904.
Weiche, dunkelgrüne, im Wasser flutende, im Herbst durch die hellen
Sprossenden gelbgrün gescheckte Rasen mit bis über 15 cm langen, fast
büschelig verzweigten, runden, abwärts von Blättern entblössten Stengeln.
Stammquerschnitt rund, mit kleinem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und
3—4 schichtiger, dickwandiger, kleinzelliger Rindenschicht, Blätter feucht wie
trocken dachziegelig anliegend und nur mit den Blattspitzen etwas abstehend,
aus verengter, abgerundeter, elliptischer Basis lanzettlich verlängert und in
eine stumpfliche, meist gedrehte Spitze ausgezogen, hohl, ganzrandig und
mit sehr breiter, fast gleichmässiger, in oder vor der Spitze sich auflösender
Rippe. Querschnitt der letzteren abwärts oval (über 100 u), aufwärts rund,
6—8schichtig, mit etwas engeren, stärker verdiekten Aussenzellen, mindestens
8—10 Bauchzelen und mehr als 12 Rückenzellen. Blattzellen verlängert
rektangulär bis 6seitig, aufwärts 6seitig, meist 9 u und 4 mal so lang, gegen
die Insertion etwas kürzer und breiter, bis 16 u. Bis jetzt mir nur steril
bekannt.
Im Herbst 1904 am Wehre eines Forellenbachs dahier bei Laubach von mir
entdeckt, jedoch bereits früher daselbst von mir beobachtet. S. LXI, 4, a bis c) BI.,
d) Habitusbild, e) Blattquerschnitt; gez. nach bei Laubach ges. Expll. Unter-
scheidet sich von dem sehr ähnlichen amerikanischen A. noterophilum durch die
nieht austretende Rippe, von A. fluviatile aber durch an der Basis mehr abgerundete
Bll. ohne differentiierte Basalzellen, die viel kräftigere Rippe und die längere,
meist gedrehte Blattspitze. Scheint von Limpricht noch mit fluviatile vereint
worden zu sein, da derselbe den Querschnitt der Rippe bis 10 schichtig angibt.
S. 561. Zusatz nach Zeile 21 von oben.
Drepanocladus Kneiffit var. ovalifolius Rth. S. LXI, 7, a) mittleres
BL, b) Schopfbl., c) Habitusbild; gez. nach einem von C. Grebe erbaltenen Expl.
Bildet gleichsam eine Übergangsform von var. pungens zu Drepanocladus pseudo-
stramineus oder pseudojluitans und kann nach seinen etwas variabelu Blattflügelzellen
vielleicht aueh als jugendliche Form einer diesen nahe verwandten Art angesehen werden.
-- AN ios
un
. 562. Zeile 16 ist zuzusetzen „e) Blattbasis“.
un
. 563. — Zusatz.
16a. Drepanocladus exannulatus var. brachydictyon Ren.
Hypn. fluitans var. Ren. u. Hypn. purpurascens var. Limpr.; ef. Rbh, Kr. Fl, IV, 3, S. 420.
Habituell an eine kleine, gelbgrüne Form von Drepel. exannulatus er-
innernde Varietät, die gleichsam zwischen Drepel. aduncus und exannulatus in
der Mitte steht, mit etwa 7 cm langen, unregelmässig kurz fiederästigen, an
der Spitze hakig gekrümmten Stengeln. Bll. aus elliptischer Basis kurz und
breit zugespitzt, ganzrandig oder undeutlich gezähnelt, mit sehr kräftiger, vor
der Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen derbwandig, durchaus verhältnis-
mässig kurz und stumpf, mitten 6 u und etwa 7 mal so lang als breit, gegen
die Basis kürzer und etwas breiter, sowie diekwandiger, nur die unterste Reihe
an der Insertion dünnwandig, lockerer und hyalin, gegen den Rand
einen 2—3stöckigen hyalinen Blattflügel bildend, über welchem die Randreihe
aufwärts wieder klein quadratisch erscheint.
Von Renauld in den Pyrenäen in 1700 m entdeckt und auch aus den Alpen
und oberen Vogesen, sowie aus England bekannt. S. LAL 8, a und b) Bl,
c) stärker vergrösserte mittlere Blattzellen, d) Blattbasis; gez. nach einem von
H. N. Dixon bei Juiraing, Skye in Schottland ges. Expl. Erinnert mehr an Dr.
exannulatus wie an aduncus und macht nach der kräftigen Rippe und den hyalinen
Blattflügeln den Eindruck einer zwischen diesen beiden in der Mitte stehenden
guten Art. Vergl. Dixon, the Students Handbook, second edition S. 520.
S. 568. Zusatz nach Zeile 90 von oben.
Drepanocladus Schulzei var. ۵ (Ren. & Dixon) Weiche,
innen braune, oben gelbgrüne bis goldbräunliche oder auch rötliche, etwas glänzende
Rasen mit einfachen oder nur wenig beasteten, über 10 cm langen, an den Spross-
enden hakig gekrümmten Stengeln. Bll. mehr oder weniger aufrecht abstehend
bis anliegend, nur abwürts unregelmüssig abstehend, aus gerader, nicht herab-
laufender oder klein geóhrter Basis lanzettlich verlängert und pfriemenfórmig aus-
laufend, ganzrandig und mit meist nur bis zur Mitte reichender Rippe. Blatt-
zellen derbwandig, gegen die Insertion allmählich stärker verdickt und rektangulär,
gegen den Rand daselbst in 2 Reihen rektangulär und an den Blattflügeln öfters
ein kleines Ohrchen bildend.
Von Miss M. Roberts bei Craig-lyn-Dyfi, Mawddwy (North Wales) in
England in 600 m im September 1898 entdeckt. S. LXI, 10, a und b) BIL,
c) Habitusbild, d) Blattflügel; gez. nach einem von H. N. Dixon daselbst am
25. Juli 1901 ges. str. Expl. Bei 2häusigem Blütenstand würde die Pflanze als
var. von Dr. purpurascens betrachtet werden müssen. Vergl. Dixon, the Students
. Handbook ed. II. S. 518
۰
S. 589. Zusatz vor Zeile 7 von unten.
i Plagiothecium Ruthei var. giganteum Rth. Mit über 10 cm langen,
einfachen oder wenig geteilten sterilen Sprossen — von H. N. Dixon an alpinen
— 687 —
Quellen bei Canisp (Sutherland) in Schottland gesammelt. Vielleicht identisch mit
der von Breidler im Pinzgau und den Tauern in 2300.m ges. var. rupincola Limpr.,
die mir bis jetzt noch nicht bekannt ist.
S. 618. Zusatz vor Zeile 11 von unten.
Drepanium Bambergeri (Schpr). S. LXI, 5, a) stärker vergrösserter
Blattflügel, b und c) Kapseln, d und e) Perichütialbll; gez. nach einem von
E. Adlerz auf dem Dovrefjeld in Norwegen cfr. ges. Expl.
S. 623. Zeile 10 von unten lies „1903“ statt 1904.
S. 633. Zusatz vor Zeile 4 von unten.
Ctenidium molluscum Mitt. Als var. robustum betrachten Zetterstedt &
Dixon eine sehr kräftige, aufrechte, nur wenig beastete Form, deren Stammbll.
nach von H. N. Dixon am Ben Chalum (Pershire) in Schottland ges. Expll. den-
jenigen unter LVI, 8, c) ähnlich sind.
var. mollissimum Rth. S. LXI, 2, a und b) Stbll., c) Kapsel, d) Habitus-
bild; gez. nach einem am 9. Oktober 1904 cfr. ges. Originalexpl. Diese
Varietät steht zur Normalform in demselben Verhältnis, wie Drepanocladus contiguus
zu uncinatus,
Nachträge zum ersten Band.
L S. 117. Zusatz zu Zeile 18.
Ephemerum stellatum Philib. Sporen 40—45 u, braun und sehr fein
papilós. Scheidchen schmal elliptisch. S. LXII, 8, a) Habitusbild, b) BL, c und
d) Kapseln ohne und mit Haube; gez. nach einem Originalexpl. (comm. W. E.
Nicholson). Scheint nach den zahlreichen Bll. der meisten Pflänzchen dem
E. minutissimum Lindb. aus Sardinien sehr nahe zu stehen.
I. S. 119. Nachtrag.
6. Ephemerum Zschackeanum Warnst.
ef. Warnstorf, Laubmoose der Mark Brandenburg 1904, S. 67.
Von Ephemerum sessile C. M. durch schwächere, nicht austretende,
undeutlich begrenzte, gegen die gelbliche Blattbasis verschwindende Rippe, die nur
an der äussersten Spitze klein und undeutlich gezähnelten, schmäleren BJI. und
kleinere, feinwarzige Sporen von 40—50 u verschieden. S. Warnst. 1. c. S. 72,
Abbildung Nr. ۰
Von Mittelschullehrer Hermann Zschacke in Bernburg auf Waldwegen im
Hackel (Aschersleben) im November 1902 entdeckt. S. LXII, 7, a) Bl., b) Habitus-
bild, e und d) Kapseln; gez. nach einem von Zschacke erhaltenen Originalexpl.
Ist von Eph. sessile var. brevifolium kaum verschieden.
I. S. 152. Zusatz nach Zeile 9 von oben.
9a. Seligeria campylopoda ۰
Canad. Moss. 1892, S. 41; cf. Rbh. Kr, Fl. IV, 9, S. 680.
Wird von Limpricht als identisch mit Sel. recurvata var. pumila angesehen,
der sie jedenfalls sehr nahe steht. Bil. aus elliptischer Basis mehr allmählich
verschmülert als bei recurvata und mit vor der Spitze verschwindender Rippe.
Blattzellen gegen die Insertion dünnwandig, aufwärts mehr verdickt, 7—9 M,
neben der Rippe quadratisch, in der Pfrieme mehr rundlich. Innere Perichätialbll.
noch nicht doppelt so lang, als das zylindrische Scheidchen, die äusseren
jedoch bedeutend grösser. Kapsel auf gewundener Seta aufrecht, schmäler
als bei S. recurvata. Peristom 7 gliederig über den Urnenrand hervorragend.
Sporen 8—9 u, gelb und glatt oder fast glatt. Epidermiszellen der Kapselwand
. dünnwandig, am Urnenrand 3 Reihen abgeplattet und querbreit.
— 689 —
Von J. Macoun in Kanada 1890 entdeckt, jedoch auch von Arnell und
Blytt an Kalkfelsen in Norwegen gesammelt. S. LXII, 6, a) Perichätium und
Kapsel, b und c) Bil, d) Peristom; gez. nach einem von Macoun in Kanada
ges. Expl. aus dem Herbare Kindbergs.
I. S. 289. Nachtrag.
Pottia cuneifolia Solms.
Blattzellen aufwärts mit deutlich sichtbarem Primordialschlauch, gegen
den Rand 10 u und fast doppelt so lang, gegen die Rippe breiter, bis 20 u
und nur 1!/ mal so lang als breit, an der Basis lockerer, rektangulär-6 seitig,
teilweise bis 40 u und fast 3 mal so lang als breit. Sporen 23—27 u, meist
oval, rötlichbraun und feinwarzig.
Von H. Graf zu Solms-Laubach bei Alvira in Algarvien gesammelt. S. LXII, 3,
a) unteres, b) oberes Bl, c bis e) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl. aus dem
Herbare des Grafen Reinhard zu Solms-Laubach (Herbarium Göttingense). Die
Pflanze unterscheidet sich von der sehr nahe verwandten Pottia venusta durch im
Allgemeinen etwas engeres Zellnetz.
I. S. 354. Nachtrag.
7b. Tortula Buyssoni Philib. 1886.
Rev. br. 1886, S. 86; ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 705.
Einhäusig mit gipfelstindigen J Blüten. Habituell an eine kleine
T. muralis erinnernde Räschen mit bis 3 mm langen, einfachen oder nur wenig
verüstelten Stengeln. BII. länglichoval, 1—2 mm lang, sehr hohl, meist flach-
randig, nur zuweilen mit leicht zurückgebogenem, nicht verdicktem Rand,
jedoch durch mehrere heller gefärbte Zellreihen wie gesäumt erscheinend, die
unteren gewöhnlich stumpf und abgerundet, die mittleren stachelspitzig, jedoch
die oberen mit langem, hellem, glattem Haar. Blattzellen aufwärts quadratisch
und dicht papillös, 9—10 u, gegen die Basis etwas weiter und hyalin, 10—15 u
und mehrmals so lang, an den grösseren Bll. gegen das Haar hin auffallend
in die Länge gezogen und stärker verdickt. Kapsel auf nur 4—6 mm langer,
roter Seta, schmal ellipsoidisch und braun, mit schief geschnäbeltem Deckel
von kaum halber Urnenlänge, sowie breit 2—3reihig sich ablösendem, lange
bleibendem, gelblichem Ring, aber ohne Peristom. Sporen 7—10 u, gelblich
und glatt
Auf Trachytfelsen am Gipfel des Pie de Sancy und bei der grossen Kaskade
am Mont Dore in Frankreich von Rob. du Buysson im Juli 1883 entdeckt.
S. LXII, 10, a und b) stumpfe Bll. steriler Sprosse, c) Bl. eines kleinen Frucht-
sprosses, d) Perichütialbl, e und f) Kapseln; gez. nach einem Originalexpl. aus
dem Herbare Héribaud's (comm. J. Thériot).
Roth, Die europäischen Laubmoose. II. 4
— 690 —
I. S. 355. Nachtrag.
Tortula Velenovskyi Schiffner 1893.
ef. Rbh. Kr. Fl. IV, 8, S. 704.
Einhäusig, mit 2—4 achselständigen nackten Antheridien, oder auch
die B Blüten mit 2—4 rippenlosen oder fast rippenlosen Hüllbll., jedoch ohne
Paraphysen. Herdenweise wachsende, der T. muralis ähnliche, 2 mm hohe,
knospenförmige Pflänzchen. Bil. feucht wie trocken anliegend, die untersten
klein und selbst breiter als lang, mit vor der Spitze verschwindender Rippe,
die mittleren und oberen grösser, breit eiförmig bis fast kreisrund, mit
sehr breit spiralig umgerolltem Rand und als ziemlich langes, glattes, an der
Basis gelbliches Haar auslaufender Rippe. Grüne Blattzellen rundlich 4 bis
6seitig, etwa 10 u, dickwandig und fast glatt, nur an den Rändern mit undeut-
lichen Papillen, abwärts allmählich in die weiteren, verlängerten, hyalinen
Zellen übergehend; Zellen der Blattspitze oft ebenfalls hyalin, verlängert und
verdickt und zuweilen in unregelmässige Spitzen ausgezogen. Perichätialbll.
den Schopfbll. ähnlich, jedoch nach innen schmäler und dünnrippig. Kapsel
auf 5—9 mm langer, gedrehter Seta aufrecht, zylindrisch und leicht gekrümmt,
dünnwandig, bis 2 mm lang, mit 1—2zellreihig sich ablósendem Ring und
geschnübeltem Deckel von پگ Urnenlünge. Peristomäste auf nur wenig vor-
tretender Membran meist einmal gewunden. Sporen 15—20 u, rostgelb und
glatt. Reife im Herbst.
Auf Kalkboden und Silurschutt um St. Procop bei Prag von Dr. Jos.
Velenovsky im Oktober 1891 entdeckt. S. LXII, 1, a und b) Bl, c) Blüte.
d) Habitusbild, e) Kapsel; gez. nach Originalexpll. (comm. Dr. E. Bauer).
l. S. 390. Zusatz nach Zeile 10 von oben.
Cinclidotus fontinaloides v. aurosicus Thér. mit schmäleren Bll. und
nicht austretender Rippe — von J. Thériot am Mt. Aurouse in den Hautes Alpes
in Frankreich im August 1897 gesammelt.
IL S. 395. Zusatz am Schluss dieser Seite.
5a. Schistidium sordidum Hagen 1900.
ef. Rbh. Kr. FI. IV, 3, S. 710.
Dicht kissenfórmige, glanzlose, schwarzbraune, dem Sch. platyphyllum nahe
verwandte Rasen. Bll. aus fast halbscheidiger Basis kurz verlüngert und breit
abgerundet, ganzrandig, mit flachem, einschichtigem Rand und kräftiger,
brauner, vor der Spitze sich auflösender Rippe. Blattzellen buchtig. Perichätialbll.
zungenförmig. Kapsel fast kugelig und mit gespitztem Deckel. Peristom-
zähne strahlig ausgebreitet, rot und in der oberen Hälfte rissig durchbrochen.
Sporen 11—14 u, gelblich und glatt.
An senkrechten Felsen des Berges Finshö bei Opdal auf dem Dovrefjeld Norwegens
i in 1350 m von Dr. J. Hagen im August 1899 entdeckt. S. LXII, 2, a) ملظ
. b und c) Perichátialbll., d) Kapsel; gez. nach einem Originalexpl.
س 691 —
1. S. 406. Zusatz zu Zeile 11 bis 13.
Grimmia arvernica Phil. wird von Limpricht als mit Gr, plagiopoda
identisch angesehen. S. LXII, 5, a) Perichütialbll, b und c) Kapseln; gez.
nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Thériots, welches Gasilien im
April 1889 am Puy de Dome in der Gegend von Clermont gesammelt hat.
I. S. 419. Nachtrag.
19a. Grimmia tenuis Barker (in litt.).
Ausgebreitete, flache, nicht filzige, leicht zerfallende, rótlichgraue
bis rehfarbene, innen violett angehauchte, im Umfang etwas unregelmässige
Rasen mit aus niederliegender Basis aufsteigenden bis aufrechten, 2—3 cm
langen, vielfach geteilten, gleichhohen, fadendünnen, gleichmässig beblätterten
Stengeln. Stammquerschnitt mit Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und
derbwandiger, 2—3 zellreihiger Rindenschicht. Bll. ohne Haar 1 mm lang,
aus hohler, eifórmiger oder schmal elliptischer, nicht oder nur wenig herab-
laufender Basis lanzettlich verlängert, aufwärts kielig hohl, mit glattem, an der
Spitze oft zerschlitztem Haar von !/,—'!/, Laminalünge, nur die unteren haarlos,
mit ziemlich gleichbreiter Rippe, aufwärts doppelschichtiger Lamina und auf
einer Seite der Basis zuweilen schmal zurückgebogenem Rand. Querschnitt
der Rippe 3—4schichtig, abwärts etwas bikonvex und mit 3—4 nur wenig
differentiierten medianen Deutern, aufwärts mit nur 2 kleinen Deutern und
fast rund. Blattzellen nur wenig differentiiert, meist 8 u, aufwärts rundlich,
abwärts mehr rundlich quadratisch und verdickt, am Rand der Basis quadratisch
bis fast querbreit, nur gegen die Rippe daselbst und an der Insertion in
wenigen Reihen kurz rektangulär und 9 u. Bis jetzt nur steril bekannt.
Bei Kandersteg in der Schweiz, dem Hotel Gemmi gegenüber, jenseits des
‚Baches von Professor J. Barker im Herbst 1890 entdeckt. S. LXII, 4, a) unteres,
b) oberes Bl, c) Habitusbild, e und f) Blattquerschnitte; gez. nach einem von
W. E. Nicholson erhaltenen Originalexpl. Da dies eine der schónsten Grimmien
ist, die ich kenne, so würde ich sie am liebsten als Gr. Barkeri Nich. & Rth.
benannt haben, jedoch gebührt in dieser Beziehung dem Entdecker das Vorrecht.
l. S. 485. Zusatz zu Zeile 20.
Grimmia anomala Hpe.
Kapsel auf etwa 5 mm langer, stark gedrehter Seta zur Reifezeit aufrecht,
oval oder kurz zylindrisch, mit dick geschnübeltem Deckel von mehr als
halber Urnenlänge, entdeckelt und entleert fast kreiselfórmig und schwach
gefurcht. Peristomzähne orangerot, dolchfórmig, ziemlich glatt, nur an den
obersten Gliedern mit hohen Papillen, meist nicht durehbrochen und hóchstens
an der Spitze gespalten. Sporen etwas ungleich, die grösseren 12—16 y,
1
grün und glatt.
44*
— 60692 —
Wurde am 21. Juli 1900 an Mauern bei Seljestad (Odde) in Norwegen von
Nicholson & Dixon mit Frucht gesammelt. Grimmia Philibertiana Britt. aus
Nord-Amerika ist nach Dixon hiermit identisch.
I. S. 472. Zusatz nach Zeile 17 von oben.
Ulota phyllantha v. stricta Nichols. in etwa 9 cm hohen Rasen, welche
P. B. Mason an der Meeresküste an Felsen der Schottischen Insel Stroma (Orkneys)
gesammelt hat, besitzt nur an den Sprossenden schwach gekrüuselte, feucht steif
aufgerichtete, sehr scharf zugespitzte Bll. mit vor der Spitze verschwindender,
nicht kräftiger Rippe. Sie steht der Ul. maritima C. M. & Kdb. wohl noch nüher,
als der phyllantha und wird nach der nicht austretenden Rippe auch als besondere
Art, als UL stricta oder strictiuscula betrachtet werden können. S. LXIL و
a und b) Bll, c) Habitusbild; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare
W. E. Nicholson’s.
I. S. 504. Zusatz nach Zeile 96.
Orthotrichum leiocarpum var. pinetorum Rth. mit schmüleren, weniger
papillösen, meist scharf zugespitzten Bll. und kleinerer Kapsel — von E. Levier an
Kiefernstimmen der Campello-Monti (prov. Novar. Pedemontii) in 1250 m im
August 1904 gesammelt.
Nur dem Namen nach bekannt sind mir die nachstehenden Europäischen
Moose, die ich bis jetzt zum Zeichnen nicht zu erlangen vermochte:
Amblystegium adpressum Vel. Hypnum lusitanicum Schpr.
Angstroemia Skorpili Vel. وو moldavicum Vel.
Bryum inflatum Phil. Mnium subinclinatulum Phil.
» pseudo-Funckü Anzi Neckera cephalonica Jur.
Desmatodon eucalyptratus Limpr. Seligeria arctica Kaur.
Dicranum subalbescens Limpr. Splachnum melanocaulon ۰
Eurhynchium romanum Brizi Webera torrentium Hagen
» -Pirottae Brizi u. 8۰ w.
Hypnum aurantiacum v. Klinggr.
Verzeichnis
der beschriebenen und gezeichneten Arten, sowie der Gattungen und Familien.
Seite Tafel Seite Tafel
Acrocladium Mitt, . . . . - 657 Anscolıs Sohor cI. 225
» - euspidatum (L.) . . . 667 LVIII ور Webbii i (Monk) ni + 5 MAD XXV
Endesa C MW... se 255 Anomobryum Schpr.. . . . . 7
blyodon P. Beauv. . . . . 206 و concinnatum (Spruce) . 8 II
s dealbatus (Dicks): =. . 206 XXIII „ filiforme (Dicks) . . . 7 II
han De mir. ao M منزب (Solms Laub 9.681 | x1
» argillieola Lindb.. . . 527 » sericeum (Lacroix) . . 10 H
„ auriculatum Bryhn . . 544 Anomodon Hook. & Tayl. . . 350
„ compactum (C. M) . . 593 » &pieulatus Br. eur. 852 XXXV
„ confervoides (Brid.) . . 509 XLVIII » attenuatus (Schreb.) 354 XXXV
» flvistile (Sw) . <. 518 XLVIII „longifolius (Schleh.). . 355 XXXV
» Hausmanni De Not. . 598 XXXIX | » minor (P. Beauv.) . . 852
» hygrophilum (Jur) . . 521 XLVIII » rostratus (Hedw.) . 356 XXXV
„ iriguum (Wils) . . . 516 XLVIII „ rupestris Kdb. s. Dr 344 1
ex „ var.spinifolium Sehpr. 517 XLVII ». subpilifer Arnell . 357 XL
» Juratzkanum Sehpr.. . 522 XLVIII » tristis (Cesati) . . . . 851 XXXV
» Bochi Br ek. < 596 XLVII „ vitieuosus (L) . . . . 853 XXXV
= „ var. curvipes (Gümb. ) 527 XL | Antitrichia Brid. . . . .-- 301
y a Schpr. . 527 XLVII „ californica Sull.. . . . 308 XXXIV
» noterophiloides Rth 685 LXI „ curtipendula (L.) 802 XXXIV
» Orthoeladon (P. Beauv.) 515 XLVII | Aporotheca Limpr. . . - - - 260
» pachyrrhizon Lindb. . 520 XL | Argyrobryum C. M... . .- 98
» radicale (P. Beauv.) . . 519 XLVII | Aulacomnium Schwer. . - . 213
XLVII | „ androgynum Mm . . 214 XXIV
» rigescens Limpr. . . . s12 | XLVII
T „ var. Loeskeanum Rth. 513 XLVI 1
XLII | Bartramiaceae . ۰. ۰ ۰ >
ee e 525 xiv NS s. 218
و Salinum Bryhn . . . . 528 „ breviseta Lindb. . 220 XX
3 ""EIO).i|:..5 511 1 پر Halleriana Hedw. , 290. AAIV
» „ var. pinnatum Schpr. 512 XLVII „ dMhyphylla (Haller) . 218 AIV
» Sprucei (Bruch). . . . 508 ۴ „ Oederi(Gun.)s. Pos
» Subüle (Hedw). . <. 510 XLVII , pomiformis (L.). - . - 991 AXIY
z „ v.tenuissimum (Gümb.)5ll XLVII „. strieta Brid. ۰ ۰ ۰۰ ۰ 299 ۰-۲
» trichopodium وت i XLVII subulata Br. eur. . . . 218 XXIV
varium (Hedw.). . . XLVIII Mtem Bar. 2:05 298
Anacamptodon Brid. . Wilsoni Br. eur. . . . 228 XXV
de
» Splachnoides (Fröl) . 329 XXXIV Brachycarpae Bh ->e 677
Seite Tafel Seite Tafel 3
404 Brachythecium vagans Milde . 421 XLI
403 „ velutinum (L) . . 497 XLN
418 „ venustum De Not. 498 XXXIX
452 XLIII » Voe Milde. 2... 419 XLVII
480 XLIV | Breutelia Sehpr. 227 ۱
de en „ arcuata (Dicks.). 2 Ben j
ری XLI | Bryhnia Kaurin....... 463 :
459 | xr, VIL | ,„ Novae-Angliae (Sull. s) XXXIX
440 XXXIX وو Scabrida (Lindb.) 464 XLII
Gu. XLIIIT Bryasesaeé.. 2 5503 1
453 XLIII وه «oe ee 4
460 Prai DE lx nus 38
458 XLIV „ 8bduanum Rota . 682 LXII
446 XL „ aculeatum Joerg. . 61
445 XLIV „ acutiforme Limpr 58 VII
450 XLIII ». acutum Lindb. 57 XVIII
495 9 » Vat. Vütegrifolon Rth. 57 Hi |
448 XLIII „ 8landicum Bom.s. flexisetum
496 „ a8landense Bom XIX
456 »4m M „ alpinum Huds 143 XV
25 LIII » amblystegium Ryan . . 128
387 - xy „ ammophilum Ruthe . . 78 X
490 SU „ &ngermannicum Arn. 120 XI
445 „ angustifolium Kaurin 41 I
98 1 „ apiculatum Br. eur. . . 682 LXII
439 XL „ &rchangelieum Br. eur. 62 VI
18: I
E os =: arckeum. (R: Br). , 19] VII
421 "E „ var. flavescens Kdb, 8 ۰
434 XDIV » arctogaeum Hagen 110 XIII
684 LX » arcuatum Limpr. s. norvegicum
435 XLIV „ arenarium Jur ets 136 XV
s47! ALU 5». egénbeun MILL. 101 XVI
| XLIV 5 „ var. lanatum Sehpr. 102 XI
455 J XLI „ aristatum Hagen . . 116
db XV کین Kank v S n. 136
i49 ۲ „ale AM. 136 XVI
. 448 LIV „ arvense Warnst. 102 :
684 LXI » atropurpureum Autor. . 134 XV
457 XXXVIII „ autoieum Arn .91
498 XLII „ autumnal 66
499 XLIII » Axel-Blyttii Kaur. 58
460 » badium 154
497 XLVII „ Baenitzi C.M 118
440 XLIV » baldense Vent. s. fallax var.
460 »- Bames Wood.. ... 80
451 . XLI „ Baueri Schiffn 161
454 ` XLII „ Bergóense Bom 67
438 XLIII » betulinum Kaur . , MN
436 XLI » bimoideum De No 175
426 XLII » bimum Se (wow 109
694
Brachy stegiae ENDE: 2x.
achythec
تن (Neck) .
campestre (Bruch) :
collinum (Schleich.) . .
eurtum (Lindb.)
densum (Milde). .
pues BM...
dumetorum (Limpr.)
erythrorrhizon Br. eur.
filiforme Jur. .
Geheebii Milde .
latifolium (indb)
ligusticum De Not. . .
populeum (Hedw.)
„ var. amoenum Milde
» ,, rufescens Schpr.
reflexum (Starke) dn
rivulare Br. eur.
Rotaeanum De Not..
rutabulum (L.).
» Ver. wre Bine:
saltense Hagen .
۰ >
trachypodium one) .
tromsöense K
rachytheci
XVII
Bryum erythrocarpum Schwgr. 188
, exeurrens Lindb. . . . 188
2. ox Milde s.a 92
ji „ var. baldense Limpr. 92
4| mw Ne esa 82
», flagellaceum Warnst 81
„ flavescens Kdb 52
„ Fleischeri Na. 146
„ flexisetum Lindb, ... . 4
, EFridtzii Hagen 44
„ Friederiei Mülleri Haike 89
„ Funckii Schwgr. 157
T: Ha 84
», fuscescens Spruce 107
„ fuseum Lin 112
, Garovaglii De Not. 124
», Geheebii (C. M.) =. MM
„ gelidum Hagen. 162 u. 682
». gemmiparum De Not.. 145
ور Gerwigii (C. M.) 99
4. E Hagen 132
„ globosum Lindb. 69
Graefianum Sehlieph. e
„ var. dichroa sigri
grandiflorum Ren.. . 83
haematostomum Jörg. 72 پر
Hagenii Limpr. . 76 „
var. Laubacense Rth 77 , »
halophitum Hagen 90 „
Haistii Sehpr. 153 .
Harrimani Card, & Thér. 683 ,
helveticum Phil 48 ,
il Imgreni Lindb 63
imbrieatum Schwgr.. . 91 „
inelinatum (Swtz.) . HE „
inflatum Phil 53 ,
insularum Bo 79 „
intermedium (Ludw.) 110
Jaapianum Warnst. 167 u. 3
» رم مین تم 154
4, Joergensenii Kaur. 91
Kaurinianum Warns 72
Kaurini Phil. s. و Jörg.
i 63
, Killisi Am.. . . « *
, Kindbergii P 54
, Klinggraeffii Sehpr 137
پر Kunzei Hornse 158
», labradorense Phil 83
„ lacustre Bland. . < o
, Lagerheimii Joerg. . . "
„ lapponicum Kaur, . . . 74 ۱
695
V
XVI
XVII
XVI
Seite
Bryum Blindii Br. eur. 99
55 omanssoni Lindb, . 141
» boreum Hagen . . . . 84
^, bornholmense W. & Ruthe 141
„brachycarpum Bom.. . 72
„ Brownii (R. Br.) 42
„ bulbifolium Lindb. 125
„ eaespitiforme De Not.. 181
, caespiticium L, . 156 :
„ ealabrieum Warnst. . 68
, ealeareum Vent. 2 HB
u-- caleeola Art... .-. 4119
», ealistomum Phil.. . . 1
» ealophyllum R. Br. . . 56 |
» campyloearpum aids 87
„ canariense Brid. "pw
o eapuilare U, «4 o هی 147
3 „ var. flaceidum Br. eur. 148
۳ » „» Ferchelü Schpr. 148
» 4, „macrocarpum Hüben. 148 XVI
5 d 0
XVIIL
XII
II
XVII
» „ s ustulatum Rth. 14s |
, cirratum H. & Hrnsch. 114
, cirriferum De Not. 81
„ clathratum Arn. 119
s claviger Kaur > is, 98
+, QCombae De Not. . ; 100
„ comense Sehpr. 59
P
E 5; VAT: pulvina Rth. 159
» €oncavum Hagen s. gilvum
1
„ confertum Limpr 24
» confluens Jörg. . . 44
, eonspieuum Podp.. < 157
5 ontractum B riri
e DHR 15x
a Corbi Phil — ol 186
,„ eratoneuron Podp 105
„ eristatum Phil. 121
» Oulmannii Limpr. . . . 122
„ eurvatum Kaur.. 60
» euspidatum Sch 105
» eyelophyllum Samen) =
Cor
am "n
2] c; Dno Oed 2. s. 162
» Golomitieum (Kaur.). 97
و Donianum Grov. . . . 14
a dovrense Sehpr. 74
w mw. Volt... .. 167
. E. 152
" " var. Ferchelii Breidl. 153
Be)
Seite Tafel Seite Tafel
Bryum Lawersianum Phil . . 49 Bryum palleseens Schleh. . . 198 X
8 موب nn ۱ ' em » paludicola Sehpr.. . . 73 VII
» lbeptoweris Phi ... 7 1 à Peps Arm. . . 5. 08 XIX :
„ limosum Hagen 108 u. 116 | ^. Payoti Sehpr : 160
» Limprichtii Kaur.. . . 84 VII » pendulum Hrsch. . . . 46 VI :
„ Lindbergii Kaur 197. XVHI , Pfefferi De Not 151 1
3 an. Sehpr „= 8b X » planifolium Kdb 47 :
„ lingulanum Bom. 96 XIV „ polare Hagen 123 '
» liriense Warnst. 146 » propriu g 76
Lisae De Nok. 116 » provinciale Philib. 195 XII
». Btorse Hyan. . . . . 88 » pseudoargenteum Warnst. 102
4 Mol Bom... ..—. 85 » pseudo-Kunzei Limpr.. 123
ii وت ات Bland.. ا 88 VI » pseudomarginatum Pod. 681 XIX
» Lorentzi Schpr. . . . 118 VIII » pseudotriquetrum Hedw. 173 XVIII
> luridum Rothe . . . . 50 v pumilum R
PR Pin ee
P "Shiny ies «i cbe O XIV » purpurascens R. Br.. . 4 V
. malangense Kaur.. . . 90 XI s purpureum Phil . .. 98
». mamilatum Lindb. . . 89 VI x pyenodermum Limpr. . 106 IX
» marginatum Br. eur, 139 u. 682 » restitutum De Not. . . 150
wie Schpr. . .. . 140 u. 682 XI وو retusum Hagen. . . . 61 XIX
» maritimum Bom. . . . 45 X » Hheyeri Breidl. . . . . 169 IX
" وا ورب e UT i VI s zivulare Am... 146 XI
» meeseoides pue ic M » HRomoénse Jaap . .. 70
"A تن oe = à HT » در Hagen 132 `
E egium Br. eur. rubens ME. o. s. XIII
s » var. helveticum Rth. 109 XII rufum ینید cca EE
» Mildeanum Jur. . . . 144 XVI » ruppinense Warnst. . 45 X
" Sn Hagen . . 109 » rutilans Brid. s. oeneum
i UM Gehpt. 5 3, vu 40 XIII 4» Salinum Hagen 59 vu
Y ER Br. eur.. 142 XV » saltense Paris s. angustifolium
» ^ mM WCET, 136 XV و Sauter Br. eur. . . . 181 XV
» تج Broth.. . 70 VH » saxatile Hagen i o. A |
z Hum Hagpod... . .. TI » Scalariforme Jörg. . . 78 4
» neodamense Itzigs. . . 165 XVIII „ Sehleicheri Sehwgr.. . 172 XVII 1
وو p E Moa ردو 166 V وه Var. latifolium Sehpr. 173 XVII
z » » turgens Rih: . 166 XIX XVI
» nigricans (Kaur) Ryan 111 IX » septemvasale Rth.. . . 1301 XVII
ور nitidulum Lindb. . . . 108 VIII ور serotinum Lindb.. . . 67 ۷1
^" nia quw Warnst. ۰. ۰. . 4 IX 5» sinuosum Ryan. ... 9
e NAM usn 104 » Stenocarpum Limpr.. . 44 X
» Obconieum Hrnsch. . . 151 J XI » Sstenodon Hagen . ۰ 79
in |. AW » .enothees Bom. . . . 79
re auge lind. «doo IX |. , Dunod Sehpr.. . . . 1608 — XIV
n ۰ . 166 id » Subalpinum Warnst.. . 146
» Oelandieum Phil . . . 43 xi ; i i
dus Bu » Subgemmuligerum Kindb. 86 ۱ 3
” RER و nn T XII » subglobosum Schlieph.. 117 IX
" Mu: d pes ^" kis » Submierostegium Kdb.. 109
" ea XIV
otn Jes تن RR | ^» Subrotundum Brid. . . 130 |
s mutis Hagen . . 49 » subrutilum Limpr. . . 150
jur vns dd oo 170 XVIII „ Ssubtumidum Limpr.. . 78
do NE var. areuatum Sehp. HI XVIH » Sysphinetum Limpr.. . 115
— 097 —
Seite Tafel
Cinclidium diri EE (Br.
HI o 4 n 3 XXII
55 uus Lindb. ... 202
;
5» siygium Swiz. . . .. 200 | EI
, subrotundum Lindb. . 201 XXIII
Cladodium (BHA). . . . . =
Clasmatodon Hook. & Wils. . 331
parvulus (Hpe). . . . 8832 XXXI
سس Web. SM. Ce BO
dendroides (L.). . . . diei
Conostomum Swartz . . . . 226
» boreale Swriz. . . . . 226 | mM
Cratoneuron Sull. s. unter prt 529
phaeaceae. . . . -. - . 296
Cryphaea Mohr. <. <... 297
heteromalla (Dill) . . 297 XXX
Lony O0... . n 298 XL
Disalin Behpr-. o en 631
„ molluseum (Hedw.). . 632 LVI
ar. mollissimum Rth. 687 LXI
و A Be ir 675
Cylindrotheeiaceae . . . - -» 379
Cylindrotheeieae s. men
Daltonia Hook. & í
splachnoides 2. . 824 XXXIV
323
Daltonieae Schpr.. . - » ->
Dendroideaceae . . . - ->= > 674
Dichelyma Myrin . .... < 294
„ capillaceum (Dill) . . 295 XXX
faleatum (Hedw.) . . . 294 XXX
palleseens Br. eur. . . 296 XXX
Dichelymeae . . ۰ -s> =» 298
Diphyseium Ehrh.. . . . .- 274
„ sessile (Schmid. 274 XXIX
)-
„ var. GEG Labb. 688 LXI
Dolichotheca Lindb. 590
Dolioidium ©.M....- => 133
Drepanium (Schpr.) s. Hypnum u. 605
Drepanoeladus C. M. s. Hypnum u. 544
Batodon C.M. -i-e —
cladorrhizans (Hedw.). 390 XXXVII
compressus (Hedw.). . 392 XLI
orthoearpus (La Pyl.) . 892 XXXVII
Schleicheri Broth.. . . 391 XXXVII
Ephemerum stellatum Phil . 688 LXU
Zschaekeanum Warnst. . 688 LXI
e Toi u... 08
Tozer (Grev.) . - - - 4 IV
Seite Tafel
Bryum tardum Bom. 118
» tenuisetum Limpr. 138
u- dew Lmndb. „3: +8 198 VIII
4» Thérioti Phil 84 XIV
„ tomentosum Limpr.. . 48
, torquescens Br. eur.. . 107 XII
„ triste De 148
„ tromsóense Rth. 64 VII
„ tumidum Bom. . . . 75 XIII
„turbinatum (Hedw). wu dT E SVE
ور turgens Hagen 166 XI
„ turgidum Bom 70 XIII
„ uliginosum (Bruch) . . 86 XI
». Velenovskyi Podp. . . 144
» Venturi De Not.. 102
, wveronense Br. eur 98
‚ versieolor Al. Br 134 XV
» wversisporum Bom 94 X
^ C ATE es 48 XIII
5 „ var. tomentosum. . 48 ۷
», warneum (Bland.) 49 VI
» Warnstorfii Ruthe 103 XX
4 Zzonatiforme Kindb. 94
zonatum Schpr. . 85 II
E GR YT TRAIT TTE 911
Buxbaumia Haller ۰ 271
Band I T. I
Buxbaumia aphylla L.. . . - 794 us >
» Maua Bnd. . — . . 278
AMED Lindh. ..-...« 18
Calliergon Sull. s. Hypnum u. 569
amptotheeium Br. eur... . . 408
sad (Lagasca) 409 VIII
„ caucasicum (Lindb.). . 0 XL
» lutescens (Huds.) . . . 408XXXVIII
» „ v.fallax (Phil.) Breidl. ver XXXVIII
» nitens (Sehreb.) 11 XXXVIII
Campylium s. unter Hypnum u. S
Catharinea Ehrh.: . . . . . 247
» &ngustata Brid.. . . . 249 í IE
» €rispa (James) . . . . 251 XXVIII
» Haussknechtii (J "€. . 949
» Wasla ROB. . ....« 950 XXVIII
sp. adsa (E)... . ... 947 XXVIII
een m 1s s 211
ni m (Hedw.) SIR: XXII
Gephelociehnm C. M. 257
sohypnum Hpe.. . . . . 658
Cinclidium Swartz . . ... 199
» arcticam (Br. eur) . . 908 XXIII
— 698 —
Seite Tafel
FontinalisdichelymoidesLindb. 298 XXXI
w DIDON E 290 XXXII
s. QOR ON I 980 XXXI
p. DurseiSchpr . . .; 884 XXX
» gothica Card. -— BOB. EEE
s 7 PAE Lind. sss 281 XXX
» Heldreichii C. M. 278
, hypnoides R, Hos 285 XXX
„ islandica Card 281 XXXII
» Kindbergii Ren. & Card. 283
» Lescurii Sulliv.. . ...991
وو longifolia Jens. . . 986 XXXII
». microphylla Sehpr. . 299 XXI
5 Weriia Lindb. . 287
» Sparsifolia Limpr. . 982 XXXIX
j ی هن 28 XXX
» Stagnalis Kaalaas 284
„ tenuissima Borsz 293
thulensis Jens. . . . . 289 1
Pie anomala Hpe 691
5, avemica PhiL a- 691 LXII
» tenus Barker. . . . . 691 LXII
Gymnocybe (Fries) . .... 215
Habrodon Schpr.. . . . . . 330
„ perpusillus (De Not) . 330 XXXIV
emisynapsium Brid. . . . . 55
Heterocladium Br. e 362 :
» heteropterum ru 363 XXXVI
. Kurrii Br. eur. 364 XXXVI
» papillosum Lindb. D. BM KIEN
squarrosulum (Voit). . 365 XXXVI
یت RV MEI 288
Heterophyllon Kindb.. . . . 602
» Haldanianum (Grov) . 609 e
» Lorentzianum (Mol). . 604 vids
» nhemorosum (Koch) . . 8 LV
Homalia (Brid.). vu c aT
» lusitaniea ias E. 319 er
trichomanoides (Schreb.) 318 XXXII
Homalsihrsion R eur.. . . 404
». aureolum 407 LX
> سیم و ربج 406XXX VIII
var. Girodi Thér. . 407XXXVlII
n redeem... 405X XXVIII
HOHEM 2. lu e 320
Héokerna Tes o sa 2 4% 322 ;
» laetevirens Hook. Ke 322 XXXIV
Hylocomium Br. eur. . . ۰ 666
» brevirostre (Ehrh.) 670 LIX
= bom a ne LIX
pyrenaicum (Spruce) 671 LIX
Seite Tafel
Erythrocarpidium C. M. . . . 138
Eubryum C. M.. . AN i
Eucladodium Kinos, (uk a cg
Eurhynchium Br. eur.. 468
» circinatum (Brid). . . 471 i Sid
» cirrosum (Schwgr) . . 482XXXVIII
en „ var. Breidleri Limpr. 483
3 » » Funckii Mol. 483 XXX VIII
۳ » » Molendoi(Schpr.) 483 LIII
» Crassinervium (Tayl.) 479 XLV
» deflexifolium (S J4. A LVII
» diversifolium (Schleich.) 470 XLV
» euchloron (Bruch) 476 XXXVIII
» germanicum Grebe 477 XLV
» hians (Hedw.)
„© meridionale (Sehpr). 475 XXXIX
» piliferum (Schreb.) 483 ۹
» Pirotse Bin. u0. زا 479
» praelongum (L.) 489 XLV
» pumilum (Wils.) (c. 4T. . XLVI
» romanum Brizi
» Sehleicheri i (Hedw. 1 Y XLVI
» Seleropus jh XLV
» Speciosum t deg 485 XLV
» Stokesii (Turn.). 486 XLVI
» striatulum (oriee) = v. 478 XLV
» Striatum (Schreb.) 478 XLV
strigosum (Hoffm.) . . 469 XLV
n „ var. praecox (Hedw.) 470 XLV
» Swartzii (Turn) . . . 499 XLI
» tieinense Kindb. : 493
» Tommasinii (Sendt.) . 1 XLV
A velutinoides (Bruch). . 478 XLV
HE . o. ov 463
21
Ele. Wo Eua s 325
ee, 326
XXXIV
O a. oes a
Pe رد o» VO E
cuo. WD
699
Seite Tafel Seite Tafel
Hylocomium splendens (Hedw.) 673 J LIX ge oet )eontiguum Nees5öß LII
۱ XLI „ (Calliergon) cordifolium
- „ var. alaskanum (Kdb.) 674 LX edw.. ۰ ۰. ۰.۰ ۰ 1 LVII
ور Squarrosum (L.). LIX „ (Drepel) Cossoni Sehpr. 548 LI
= „ var. calvescens (wW ils.) 670 ۱ 85 8 4 4, (Ptilium)erista-castrensis L.634 LVI
4. Niqueirum (L) و 668 | AME s AGMINE tcm a
l LIX „o (Craton.) eurvieaule Jur. 532 !
„ umbratum (Ehrh.). 672 LIX LP X2
Hyocomium Br. eur. 664 igual qué euspida-
&. flngellare-(Ditks) — 5 988 RE I 0 ME MVNA
مش E Ta 577 » imp) decursivalum
NIS S ما LMTN 800 :: doo un en LX
Hypnopsis Kindb.. . . . . . 669 z 2 d Wils. 644 LVII
Hypnum und zwar Calliergon, 4 — (Drep.) dolomitieum Milde 621 LV
Campylium, Cratoneuron u. „ (Camp.) elodes Spruce 539 L
Drepanoeladus bei den Am- " aa (Br.
ee so A 0. 9 d RA MEE 647 LVI
ium, Reis num, T Dre ernst Gümb. 562 L
doaia iheni , He- E rachy-
سوه ات Pti- di دراه de r. 685 LXI
lium u. Scorpidium bei den » (Craton.) falcatum Brid. 534 XLIX
Hypnaeeen, und Rhytidium „ (Drep.)fastigiatum Brid. 612 LV
bei den Brachytheciaceen. " „ fertile Sendtn. . . . 608 XLIX
Hypnum (Drepanocladus) adun- „ (Craton.) filieinum L. 530 XLIX
cam: Hodw 558 LI », (Drepel) fluitans Dill. . 565 L
» (Drepanium) FERNER " „ var. faleatum f G
: 3 Br mM. uis. 567
ee 65 LIU | LH
TUM azabae nel . 608 » — (Craton.) Formianum Fior. 532 XLIX
^ ates ^y Sw. 641 LVI " (Call. )giganteum Sehpr. 573 LVI
» — » alpinum Schpr. 642 LVII „ (Limn.) Goulardi Sehpr. 640 LVII
z „ arcticum تیه 639 LVII b و هرد و Halda-
» (Drepel.) aurantiacum v. anum Grev LVI
Ks 2%, s 568 5 PA prine Halleri Sw. 654 L
^" „ badium Hartm. 569 LIX „ (Drepel.) hamifolium Schpr. 556 LI
Drep.) hamulosum Br. eur. 624 LV
» (Drep.) Bambergeri Schpr. 617 | by : ee hispidu-
” E „ var. condensa- lum Brid 656 L
tum Sehpr.. . . . 618 L y Drop) دموا a 615 LV
E XhIX R incurvatum d. 606 XLIX
HS en 607 | LI 3 (Drepel.) intermedium
» (Campylium) brachycar- dh 547 11
indb. i en )irrigatum Zett. 536 XLIX
» (Drepel)brevifolium Lindb. a = 1.) Kneiffii Br. eur. 560 LI
» (Drep.) callichroum (Brid.) 627 LV A „ var. ovali-
” „ eanariense (Mi . 616 LII folium Rth. . . . 685 LXI
» — (Drepel.) ER „ „n latifolium Lindb.. . 549
Am -n 557 L ^, (Drep.) Lindbergii Mitt. 628 LV
» (Drep.) eireinale Hook. 617 HI! و cet Lorentzi-
» (Campylium) ^ chryso- anu LVI
yllum Brid. : 2 DID L 3 (Li imn.) M Schpr. 653
» (Cratoneuron) commu- 5 (Drepel) Ras
N ILI! BO... coe 555 LI
700
Tafel Seite Tafel
LVI | Hypnum Scehreberi Willd. 662 ۰۵۰ ۰ 1
LVO $ repel.) Sehulzei Limpr. 567 LII
LIII br $5 „ var. Robert-
LVII 29: . v s 86 LXI
^5 (Seorpidium) scorpioides
BAM Tor A s uu 668 LVIII
» (iiw. ) Bendinefi Schpr. 553
LVI » (Limn) simplicinerve
LVII Jed ir. a a x 651 XXXIX
» (Chrysohypn. Sommer-
LVI feltii Myrin. . . 55 L
»" „ Sommerf. var. corti-
LVII colum Rth.. . . . 656 ۴
LVII » (Camp. stellatum Schreb. 542
» (Call)stramineum Dicks. 574 — LVIII
» d , var. nivale
EIE d. > ss LII
LVI » (Limn. y er Limpr. ف LVI
» „ subenerve (Br. eur.) 637 LVI
5 „ subeugyri e
& ON... c us
» (Drep.)subplicatile (Lindb.) 626 XL
LVII » (Cratoneur)suleatum Schpr.586 XLIX
4 „ sule. var. subsuleatum
L hh o ba và 536 XLIX
LV „ trifarium Web. & M.. . 660 LVII
LV » (Call) tundrae Arnell . 570 XXXII
L » turgescens T. Jensen b LVIII
» — (Drepel.) uncinatum Hed LI
w » (Drep.) Vaucheri Lesq. E LV
z 619 LIII
LII 5 e yenisosun] Lindb. 545 LI
» — » Wilsoni Sehpr.. 554 LI
L | lsopterygium Mitt. ..... 593
b , densifolium Lindb 596 zl
95
LII » depressum (Bruch) 5 x
» elegans (Hook) . . . 597 | 90. 1 TI
LH i „ var. nanum (Jur.) . 598 LIV
LV » Müllerianum Schpr. . . 596 LIV
L » pulchellum (Dieks.) . . 598 LIV
XLIX » „ var.nitidulum (Wahib u LIV
LV » iurfaceum Lindb. . . LI
V | JONES. <, Cro
Isotheeium Brid. ..... .
„ myosuroides (L) . . -
LVIL » myurum (Poll).
LIX » tenuinerve Kindb..
Leiophyllae Kindb. . . . ..
EVILI | Leiophylum C. M. . . ...
XLIX رو وه Card.
LX | Kin
W o wo i E M
Hypnum (Limn.) Mackayi idv I os
„ mieans Wils
„ molinarium RER . sii
, molle Dicks.. 643
^ xw vau "STERNEN "E
(Otenidium) molluscum
(Limn.) تایه Wils.
646
(Heteroph.) nemorosum
Koch n ux 603
(Limn.) norvegieum Br
N D MOD IR 645
„ ochraceum Turn,. 649
(Drepel.) 7
5 یس تایه
(Drep.) pallescens (Hedw. » =
(Limn.) palustre Huds. 636
» pal. var. julaceum Br. eur. 637 LVI
5 5,» arum Br. eur. 897
LVI
ورب Sübs heron Schl.637 LVI
628
(Dies) plicatile Mitt
(Limn.) polare Lisdb: : . 651
yrs d I
BEREIT. 1 543
(Drep.) E Koch 630
; Procerrimum Mol, . 616
msi. ) protensum Brid.
men ) pseudofastigiatum
C. M.
QULA dic E Ne
BE BNET MOS r ar
ani
ES er W. on
» pseudostramineum C. M. 564
» Purpurascens Limpr. 5
5» » Var. Rotae De Not. 564
659
pue 1 .....
تست ... 613
و Renauldi Kdb.. . . 631
„ reptile Rich 610
resupinatum Wils 624
620
; L
n dg VM. Molendoanum Sehpr. 620
(Drepel.) revolvens Sw. 548
(Call.) Richardsoni Mitt. 579
(Rhytidium) rugosum (L.) 466
(C Ma.
l . 575
re) Santeri Br. eur, 614
تم رس C. M. 611
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35 I
177
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198 XX
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333
833 XXXIV
338
839 XXXV
683 XXXV
938 XXXV
467
467 XLI
303
307
316 XXXIII
812
315 XXXIII
3816 XXXIII
314
810 XXXIII
309 XXXIII
307 XXXIII
819 XXXIII
811 XXXIII
Mniobryum vexans Limpr. . .
Mnium (Dill
. einelidioides (Blytt) 3
eurvatulum (Lindb.). . ور
» cuspid (L
- istantifolium Kindb
3 r ondii Br. e
Bron.
EEE S Hüben.
inclinatum Lindb.
ern (Book) :
me ^
orthorrhyneham Brid. >
i Am
rostratum Schrad.. .
rugicum Laurer. .
Seligeri Jur- nan
„ serratum Schrad. .
spinosum (Voit). .
spinulosum Br. eur. . .
stellare Rich... . .
subglobosum Br. eur.
subinelinatum Phil. .
undulatum (L): . . .
Myrinia Sehpr
pulvinata (Wahlenb.) .
Wi WU Se Me O
ue] SEU CR Er, E و
vore ue M T EM
aM I). ix
4, jurassica سر oe,
mediterranea Philib.. .
Menziesii Hook .
oligocarpa Bruch . . .
pennata
wo EM ÉL
Seite Tafel
Leptobryum Schpr. . . . . 4
pyriforme (L.) 5 111
Leptodietyum Schpr. 519
Leptodon Mohr i «oo HOD
Smithii (Dicks.). . . . 5 XXX
Lepiodontese Schpr. í 304
Leseu E BN c I eoe 380
- Edna ( ur 882 XXXVII
ar. flagelliformis Rth. 683
E ids (Sehwgr.) 881 XXXVII
beséuraeesa i. 1. n 380
PINE. 1. u.s 334
NEN INdW. sv 342
» &lgarvica Schpr. 49
» eatenulata Brid. 845 XXXV
EEE ur : 846 XL
s dick, (Lindb.) . 349
, incrassata Lindb. 844 XL
„ latifolia Lindb 349 LII
» nervosa (Sehwgr.) 9848 XXXV |
» polycarpa Ehrh 348 XXXV
» rigidula (Kindb.) 847 XXXIX
» rupestris Berggren 844 XXXII
» Subtectorum Dism. 346 XL
» teetorum (A. Br.) . £048 - XXXV
Leskeella oe uu Ui CPUS 343
Leusodoniese o. s 7 V 299
Leucodon iced: v West) 299
immersus Lindb. . 301
» Sciuroides (L.) 800 XXXIV
Limnobium (Br. eur. 635
Makrobtyam Rih: i o. 164
Malacophyllae Card.. . . . . 284
ea ی x o با 204
Ma ار a LI 0 207
, Albertini Br. eur... . 209 XXIII
longiseta Hedw 30. XXII
»: Wieode (D). .. و 207 XXI
» triquetra (L.) e. MD. KELE
Mesobryum Kaurin . . . . . 95
Mierothuidium Limpr., . 367
Mielichhoferia Sehpr. . . 2
5» elongata Hrsch.. . . . 8 11
» nitida (Funck) E FE
Mielichhoferieae Sehpr. 2
NIMM S N 176
Mniobryum Schpr. .. . . . 35
» albicans (Wahlenb.) . 87 ir
» atropurpureum (Wahlenb.) 37
» Caleareum (Warnst.) . .
| mam i3... .. 36 IV
E » Var. bormiki Kear.. 87 I
— 702 — 3
1
Seite Tafel Seite Tafel x
Neckera pumila Hedw. . . . 813 XXXIII | Plagiobryum Zierii (Dicks) . 11 a
7 „ var. Philippeana | Plagiopus Brid: . v1. 293 ۱
T ی a 314 XXXIII | , Oederi (Gunn). 224 XXIV i
turgida Jur, 2.2.0... 308 XXXIII | Plagiotheeieae ۰ ۰ ۰ م۰ 578 i
Di soiich Lam. & D. C. . 1 | Plagiotheeium Br. eur. . . . 578 ^
: XXVII » Bottini (Breidl.) ^ 599 XLII j
pou کت ی وی (xxvm ۱ is i. E: . 588 LIII N
Oreas Martiana (Band Iu). — XXIV | ۱ LIV
Ho Aen Sehwgr.. (s cH » denticulatum (L.) . 587 | LIII
ile (Wils.) . 6 111 » Gravettii Piré 588 XLII
وی (Pal. ۰ 213
Orthothecieae Schpr. ۳ 2.998 » A e see | LIV
Orthotheeium Br. eur 894 » latebrieola (Wils.) 579 LIV
», binervulum J 398 XLI | neckeroideum Br. eur.. 582 LIV
» chryseum (Sehwgr.) 2d TO*VIE |. QO..to0doum MO; 583 LIII
; Durieui (Mont 9 XLI | » piliferum (Sw.) . 580 LIV
» intrieatum (Hartm.) 895 XXXVII و Hoeseanum (Hpe.) 585 LIV
. rufescens (Dicks.) . 894 XXXVII | » Hube Limpr .. .. 589 LIII
" „ var. 7 » var.giganteum Rth. 686
mali ev 395 Lx ور Silesiaeum (Selig.) 591 LIV
4 smetum Lor. $2 397 XLI | „ silvaticum (Huds.) 584 LIV
Orthotrichum leiocarpum v. » Striatellum (Brid.) 589 LIV
pinetorum . . . . 692 » succulentum (Wils.). . 586 LIII
Oxyrrhynehium Br. eur. . 485 undulatum (L.) 581 LIV
Paludella Ehrh .. ,.... 204 Platygyrium Br. eu 383
» Squarrosa (L.) 205 XX » repens (Brid.) j 884 XXXVII
Panekowia (Neck.) Lindb; 469 Pogonatum Pal. al E MD
Paramyurium Limpr. WT vi » aloides (Hedw.). ۰ 256 1 iv
Pinos Bri. . 2... 229 a Pau 257
, adpressa (Ferguss 237 X 7 Roe r
: rte Wer > Mae 1 » eapillare (Miehx.). . . 8 ve. bc
» pod و 232 „ nanum (Schreb.) 255 (xvin
DENM e m enden urnigerum (L.) . 257 XXVIII
= borealis N 24 | XXVI 3
r Wahlenbergii Kindb. 258
" itosa Wils 287 XXVI
$ E e . 985 XXV Pohlia BT v. 0. d
ER Polyodon no ی EL 278
» €eapillaris Lin 233 i =
Polybichacense EU ; 245
ی te W ark: 939u. 683 : ۱
XXV Polytriehum En 07.23 259
» Waada Uyo a. 236 | XXVII » Ummm Io. ns
e m law cucu 9234 XXVI » boreale- Kindb. 683 u.
» marchiea (Willd). . . 1 XXV » ommum L .. .
». wela hyhe. , ... 239 XIII تساج :
s ipsa 2: 230 XXV us eeipiens Limpr. . . -
= zivularia Warnst 232 » formosum Hedw.. .
4 Aen HE 233 XXVI an
ىا اه 2M ور fragilifolum H. ۰
» Seriata (Mitt.) 998 XXVI » gracile Dicks.
entella Mol. * 239 XXVI » hyperboreum R. Br.. .
» inconstans Hagen. . .
Hi » juniperinum Willd. .
09
Seite Tafel
Pp هس 175
(Weil)... 175 XVIII
Ayo (r eur.). . 500
" er NM - XLV
- PIENE C 505 XLI
» litorea (De Not.) . . . 508 put
» Teesdalei (Sm.). 504 XLVI
tenella (Dicks) . . . . 501 — XLVI
Rhynehostegium Br. eur 493
. confertum (Dicks.) 496 XLVI
ور hereyniceum (Hpe) . 497 LX
. megapolitanum (Bland.) 495 XLVI
„ murale = ec 98° ADVI
m تیه ند 499 XLVI
8 mese (Seop. . 494 XLVI
„ rusciforme (Neck) . . 499 ۷1
Rhystophyllum C. M. . . 307
Rhytidiadelphus Lindb. . . . 667
Rhytidium (Sul) . . . . هم 465
rugosum (L.). . . . . 466 XLIX
Sehistidium sordidum un 690 LXII
Scleropodium Br. eur.. . 460
" aespitosum (Wils.) 461. ALIY
„ ileeebrum (Schwer) . 462 XLIV
ornellanum Mol. : 463
banii (Schar): a 663
„ scorpioides (L.) 663 LVIII
Serpo-Leskea Hpe. م۰ 508
Seligeria ی Rem 100. . 688 LXII
ges و وج ee 292
num Br, Bär... o s vs 671
ور alopecurum (L.) 678 | To:
„ angustifolium Holt. . . 679 XL
۱۱۱۵۵9 مس o sesa 362
Thuidium Br. eur. >- . . - 366
„ abietinum (L.) 876 XXXVI
, Blandowii Web, & M.. 378 XXXVI
„ deeipiens De Not 375 XXXVI
„ delicatulum (L.) . 372 XXXVI
„ dubiosum Warnst. 374
» gracile Br. eur. 370 XXXVI
4, histrieosum Mitt 97; XXXH
پر minutulum (Hedw.) 867 XXXVI
, Philiberti Limpr 978 XXXVI
„ pseudo-tamarisei Limpr. 372
„ pulehellum De Not.. . 368
„ punctulatum (Bals.) DeNot.368 XXXVI
„ recognitum (Hedw.). . 374 i Lui
, tamariseinum (Hedw.). 371 XXXVI
Seite Tafel
268 — XXIX
269
269
3965 . XXIX
XXVII
261 XXIX
968 XXIX
270 Xx
264
689 — LXII
354
357
358
361 XL
359 XXXV
369
359 XXXV
360
362 LX
119
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953 XXVIII
41
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335
336
386 XXXIV
321
321 XXXIV
412
416 XLVII
414 LX
417 XLVII
414 XLVII
416 LX
. 42 XLVII
415 XXXVIIT
39
385
389
. 888
388 XXX VIII
386 XXXVII
387 XXXIV
599
599 XLVI
600 XLVI
Polytriehum juneperinum var.
mamillatum Lindb.
, ohiense Ren. & Card..
es perigoniale Michx.
, piliferum Sehreb. . . .
-
RI
sexangulare Floerke. ۰
E
E
„ strictum Banks. .
Swartzii Hartm.
Éárolheks Dir. c. EN
Pottia euneifolia Solms . . .
Pseud.-Anomodon Limpr.
Pseudoleskeeae
5 seminis (Dicks.)
» jemtlandiea Kindb. . .
patens Lindb. ;
radicosa (Mitt). . . -
rigescens ۰
نت ده
Plopii Bd V.
5 sehe dips de .
Pterigynandrum Hedw :
-
`.
E
» filiforme (Timm) . . .
Plum Seh lin
5» — €rista-castrensis (d).
Piespgonte. . 2 و اه
Pterogonium Swartz
» bicolor (Kindb.)
» decipiens Limpr. . .
» denudatum (Kindb.).
^ hyperboreum (Kindb.) .
4 "Pun ie ri Limpr.
plicatum (Schlch.) .
M ic E ee
Pylaisia Br. & Schpr.
» alpicola (Lindb.) .
dor Pe e ea. RE
p idostegium si eur.
» um (Wils.) .
ها
بو د 2 5 دج در بط
Seite
Webera erassidens (Lindb.) . 16
20
enda (L) » on...
longicolla (Sw.). . . .
nutans (Schreb) .:. . af
Payoti (Sehpr.) .
polym اون HenihhH.) E
proligera (Ldb.). . . .
ur (Hedw.) . er
xx
ee; 342 | xxv
3 94-2 3343
Inhaltsverzeichnis der Synonyme.
Seite | Seite
Alsis circinata Kindb. < دج هام و 471 | VEM mcus hispidulum Kindb.
Amblyodon € P. Besuv.. . . O ineurvatum Kindh.. . . . . . . 606
ioie P. De. CLC 200 = „ v. ۲ Kindb.. Voci e a 607
Vc RE P. Beauv. . . . - . . 207 | ., intermedium Lindb. .. ... . 5H
۲ توش نات aduncum Lindb. . . . . 850 | پپ . v. revolvens Vent. & Bott. . 548
» ambiguum De Not. . . . . .. 526 X „ v. Sendtneri Vent. & Bott. . 553
d p nr u Not... .. - ** id | 4, irigatum Vent. & Bott. . . . . 586
un adium Lin NE Ur en 3
» mıguum v. fallax Br, ear ... . 817
brachycarpum H. L indb. و oc. ES ا ET =
4 ehrysophyllum De Not.. . . . . 540 : a Mad c c =o E
m cochlearifolium Lindb. AINT ous و - 640 latifolium Lindb. AR و دای RT 549
" Bere — Buc er „ lyeopodioides De Not. ۰ . . . . 555
nientum e 0 3 75. . UM , ۳
" 4- molé AMD ,—. P323 . 643
cordifolium De Not. . . . . . . 571 ed e Linah 642 -
* wv. apu Lindb, os <s
" wen Din & i X JU IRSE = B „ Y. Sehimperi Lindb. . . . - 644
er © " * . * * | ۰ »
مد ORV Gmb. .. . s s roc uni * monan Lind dm ULP. d u.
8 مهن ...ی Ländb. iui, 649
^ densum been ee nr : : is
^ dilatatum Lindb. c xp I MEE » oligorrhison Gümb e ا
dodes Lindh pm 599 „ Orthothecioides Lindb. . . . . . 551
s egyrim Lmd....... e | ” cres Him oe x =
4 exannulatum De Not . . 562 ۳ Mee Ver ۵ & tat: A en
s Nin De Noc. .. . ..— . 594 "v dee pom B ie A di
وه filieinum De Not. 530 " ce et
UR „ erassinervium Ren.. . . . . 582 T و ۲۰ Ren m Lind : MK
i ۷: eurviceaudle Mol . .. . . 032 s y» v Magndbum Breithw. s falla-
j z i j 538 Cona een
y ELI 4 Mw aw We BEN RL, E
i A Kalkan De Not. ee M » porphyrrhizon Schpr.. . . . . . 520
i $ » Y alpicola De Not.. E BS » protensum Lindb. ....... 541
en » v. exannulatum Ren. . . 569 ». pseudostramineum De Not. . . . 564
^ n. وشوو Lindb.. 564 » ven ns C. Jensen . . . . 563 vn
^» fallax Br. eur. E 517 „ radicale Br. ea. e rn nn 514 nes
5» fluviatile Br. eur. ex p.. . 516 " و B serotinum Braithw.. . . . 0 es
» „ V. irriguum R. du Buys ^. MB ». revolvens De Not... . و 548
^4 formianum Fior . . . . ^ BM , Biden Ladb ...... 579
^4 giganteum De Not. et ^ riparium v. وراج E De Not. 528
„ glaucum Lindb. + » V. distichum Boul. s. v. elon-
m „ V. decipiens Lindh. s.. BI gam ۰ ۰ ۰ ۰۰۰۰ xs
ups 2 d. Bib idi ^ kx «M "
„ v. Hausmanni De Not.. . .
m nV mieten Lindb.. ... . 588 * „ v. hygrophilum Bryhn . .
ue x" de بر roro M S, „v. Kochii R. du Buys. . .
Bop T OON UM ij ap. m C EE
45
— 706 —
Seite Seite
m... riparium v. splendens De Anomodon repens v. majus De Not. s.
t. s. v. elongatum . . 526 repens Joys c ME
وه riparium v. trichopodium Br. eur. 524 » Trigiduls Kindh. . . .— M
rivulare Lindb. .-. . . .. . . -641 » فان Kindb.-. en e 9
» Rotae De Not. . 2 490.7. MM s o a FERES. S EHE
4. sarmentosum De Not. pe UU aD „ v. saxicola Hartm 382
S dale Schar... oe. 881 Antitrichis curtipendula v. hispanic Schpr 303
„ scorpioides Lindb. . . . . . . . 663 | Apiocarpa elongata 3
s» Sendinàd De No - . ——. 7.2558 S ieliehhoferi re E s tipa eer 3
» » B giganteum De Not. . . . 554 | Aptychus strumulosus Hpe. . ee.
= „ v. hamifolium Bom. & Broth. 556 | Argyrobryum argenteum Kindb. . (COLO EN
» serpens v. eryptarum Arnold. . . 459 - Blinde Kind e $00 0S 99
» v. Juratzkanum R. du Buyss. 522 » virescens Kindb. Jo. 099
G „ V. rigidiusculum Arn. . . . 512 | Arrhenopterum REES Wahlenb. ee.
" „ B serotinum Lindb. . . . . 520 | Arctobryum Hagen . ca NR
. simplieinerve Lindb. . . . . . . 651 | Astrophyllum Blyttii mw E 182
LS ONE LED... us. Vc ia » ciliare Lindb. . MP Deo
. stellatum Lindb تب MM. | 4 — cinelidioides Lindb. E CM
^n -nn De Nok ...—. |. . MA | , '"eurvatulum Lindh. i... MIC
5 „ ۲۰ nivale Vent. & Bott. . . . 578 | » cuspidatum Lindb.. . . . . . . 192
^ „ ۲. patens Lindb. . . ... . . 575 <, Drummondiü Lindb. ot: .... 189^
o subeerve Bedell sv. AM , ornum Lindb. Qaod e و
„ subsuleatum De Not. . . . . . . 586 | " مج Lindb. re.
» . lnumelum Lmdb. „ir. ‚ur. 594 | , inclinatum Lindb. RUPES Lr.
„ tenuissiimum Br. eur. 2 w S | » lycopodioides Lindb. up deu NE
» tricehopodium v. Kochii dindb. . 596 | بر mierpihatum Lindb. را . .— « MN
s tuarum De Nok ..... . 660 „ medium Lindb. uve rac THER
„ tundrae Arnell Mr a de DELE „ Orthorrhynchum Tad". 2 و cA
» turgescens Lindb. sw APES 661 3 „ v. inelinatum Kindb.. . . . 180
s assensum De Nok -> .«. 550 „ pseudopunetatum Lindb. . . . . 198
» Valiecinusme Hm. ot 532 » postales Lindh... 20.2 197
n .verdeosum. Lind: پر 0.2... 545 , riparium Lindb. 181
» viridulum MOT uU n و 645 » rosiratum Lindb.. . . . ۰ ۰ -- 187
s Wibo Lindh. .5..... ci 5M a répeum Kind. i TE
9 » V. hamatum Lindb. . .. . 555 a Beeerliasdhk ..... 1: 193
d:xxeodon De e i axo cs 331 » miüvaüeum Linde . .-.. ES
Mr acutirostris PNE. osse 332 „mon Libdb.. . . .--. ^ 185
: » stellare Lindb. . ; . 195
undulatum Lindb. pu 186
یت angustatum Br. eur. 249
„ 8snomalum Milde. . . . - s: j2
„ controversum P. Beauv.. . . - - 249
مر orp Ame ot ront 251.
, fertile s Nas aschin 2... ۳
Ps Haussknechtii Jur. & Milde ee cs
Seite
Braehythecium caespitosum Dixon . . 461
5 rimi Kib a 2.0202 a
و cirrosum Schpr 4 c 482
„ collinum v. Bryhni Kanada py 432
erassinerve Kindb. aie
Durieui De Not. 398.
erythrorrhyzon var. -. Thedenii Lindb. 454-
fagineum Kindb. . . SN yn:
Havescens Kindb. apu cope rrt
Engki De Not i. . 445
S رک( er vok 489 u. em
giii Auct. recent. .
glareosum v. fastigiatum Rik ul
graniticum Gümbel . a . 491
Hoi MoL 5: uos. Af
Huntianum Schpr. . 446
Illecebrum De Not. 469
initum Rind. 0 . Vu. 438
jueundum De Not.. . . . . 423
laetum Milla. e wen 458
laevisetum Kindb. s. salebrosum . 493
lutescens De Not. . . ۰ م . 408
$i fallax Vent. & Bott. 8
Camptothecium. ...... 409
Maximilianum Gümbel . 432
TI CEOS, BE. OOF 03 2 e e 437
Moli Lh. ... 24 .— 432
pode ih 482 u. 483
er (Mitt.) Kindb. . 442
ornellanum Vent. & Bott. . 463
pilferupm BKindb.. oi em 483
pbesten Br qu£ - u... on 415
populeum v. ویر td Lor. ۰
var. rufescens Br. eur. . 435
pseudo-Starkei Ren. & Dei. 449
pu ixon s. Hypnum 659
rivulare v. latifolium Husn 456
rutabulum v. explanatum Meca: 442
salebrosum v. eylindrieum Br.eur. 422
20
» v. palustte Sehpr. . . - - - 4
ev idum m 426
Schimperi von Klinggr.. . . . . 430
Starke Bivhn ol >: >- =- 446
.v» mum Wan... 449
„ Y praelongum nd Dx; 142
, V. robustum Limpr. . . . . 442
subalbieans De Not. . . -+ «> 430
Sullivantii Br. eur.
tauriscorum var. RER Pfeffer 451
texanum Austin 423
velutinum v. meridionale Schpr.
s. var. condensatum Br. eur. 438
45*
X7 Ww.» wo oW LM A M
Seite
Bartramia alpina Schlehr. . . . . . . . 224
„ arcuata Sw. . 297
» Cälcarea Br. eur... 285
„ eonostoma Br. eur. 226
cri Sw. e S D
و P minor Sw. 221
» v. Digreseens Kindb. ... . . 221
3 PB ی و Lindb, 221
» dioica Crome . 231
»'.ioniana Sw. . .., 236
" » V. alpina Br. eur. ; 237
jy 2 Ww falcat4 Br. 805.0 u. 237
» kV ouv BOO BE 238
bi » B major Hook. & Tayl. . . 236
» ; B marchica Hook. & Tayl 231
Fr ß pumila Turn 281
i gracilis Floerke 224
» granatensis Schpr 225
» . grandiflora Schwgr. ...... 224
» .hereynica Floerke . . ... .. 222
» heteromalla Brid 222
» incurva Hoppe s sp 222
» ithyphylla v. breviseta Kindb 220
9 » V. subulata 218
7 » V. strigosa Wahlbg. 220
5 kabaralia Olursa 17 با ی 220
» longiseta Brid 224
اه و SW. TIS OTL 231
» Normanni Hao 8. sell. 399
» Borvegia Limb... . 322, % 220
» Oederi v. alpina Sehwgr.
» , V. microcarpa Kindb. ۳ وتو 294
» 4 V. subnivalis Mol. | densata
E Oe ana 994
(Piono CM 1.5 m: 298
» omiformis Wahlenbg. . . . - - 219
» „Beide Bals & De Not. ... .. 230
۸ --. EEC o2 oorr 238
» ان نام P. Dee 224
» .Wünelbla TAL c. v one 299
» viridissima Kindb. s. subulata 218
» vulgaris Lam. & 221
^n WR UN |... 225
Wilsoni CM S ciu x 228
iduls cernas Lindb.. ام . - 228
Brachythesiom albicans v. dumetorum
ی e 458
m RE v. ied Hartm.. . . 454
» ambiguum 493 u. 463
» àmoenum Mide . «3 x dE E E 436
» .JAmokianun Mol .. . .... 430 |
s Aen De Nok. c. . .. .. 409
rachycarpon Garov. s. var.. » .
brevifolium Li 142
brunnescens Sehleich.. 130
pores patr er, Bland. 134
. badium ;
4 bicolor Be a vC M RE
„ v. comense ۰ 159
„ f. Vent. & Bott.. 159
„ v. gracilescens Br. eur. . 154
4, fy imbricatum Br. eur. . - 158
» v. Kunzei Warnst. - . . 158
„ V. Warneum Sehwgr. 42
Camonium Rota s. var.. . 18
campestre Lindb. 9
eanariense Schpr. . . . . . . . 125
canariense v. provinciale Husn. . 125
capillare v. affine Brid. s. affine 105
„ v. angustatum Boul. s. v.
flaecidum . à 148
, v. earinthiacum Br. eur. 153
„ v. eochlearifolium Brid. 152
„ ò corsieum Brid s 149
„ v. cuspidatum ee . 148
„ ۲۰ elegans Boul. s. inquis . 152
„ v. Ferchelii Br. eur. . . M8
„d laetevirens Hüben . . - - 152
majus Br. eur. s. v. ma-
erocarpum. . . - 148
. v. mucronatum Rth. . . 150
ور V. obeonicum Hüben . 151
, v. torquescens Husn. . 107
و Boul und Brid. - 27
carinthiaeum Kindb. s. var. ۰ 155
earneum L. . E
AE و RER, . 194
„ v. pulchellum Hook. & Tayl 32
8 pusillum Schultz. . . » * 134
catelunatum Schpr. gr
eavifolium Wils. s. ما 165
ان ام gg Sen 206
cernuum Brid.. lucius exu eun di 19
„ Br. eur 46
» Lin S e W 86
G s. Mnium 193
einelidioides Blytt. . 196
atum v. cuspidatum Husn 105
eo oul.. 26
$ ik Sehen s. v. filum I
"» B gracile Boul = =- ی —* 28
— 11:757 >
۰
3
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3
708
| Bryum boreale Schwgr..
|
Seite
v, venustum
Brachytheecium velutinum
cangeli . 428
» A Vaucheri a i 481
Venturi Warnst., . 436
متا ماو ehrysocoma Lindb. 227
Bruchia repens Hornsch. 384
Bryum aciphyllum Voit 192
acuminatum Br. eur. . 15
» „ V. polysetum Br. eur. 15
„ v. tenellum Br. eur. 16
5» affine Brid. 192
7 „ Lind 105
» Wils 189
s landieum B 114
^» AMbeens Wahl. s... 97
» um Sendt. s. pendulum
var. compactum
» . Mpinum Schleich. ... . ... i IIO
a „ var. brevifolium Myrin . . . 142
* „ V. gemmiparum Husnot - 145
h v. mediterraneum De Not. . 145
- „ f. ovata Boul. s. gemmiparum 145
» . viridissimum Haller 219
» ndrogynum Web, : 214
». annotinum Hedw. PEES i
» apiculatum Br. eur. 139 u. 682
i qM Hs... wc
وه arcticum f. maxima "iae s 54
L „ V. helveticum Husnot 48
ET » V. tomentosum Jórg.. . 48
„ areuatulum Kindb. . . del 54
„ arcuatum Limpr.. . 54
3 „ Hull Brit. Fl. . 2 UL 227
5 > MOONE BERS IST 99
. - argenteum v. muticum Schpr.
b var majas <Y. 5:108
js „ V. veronense Mol. 98
= + Arohi Hom. .. 2.90
i er 136
P" articulatum TRTE 157
. -436
س 709 —
Seite Seite
Bryum concinnatum Spruce e . s.. 8 | Bryum hybridum Bruch . . a TENS
„ .eongirotum Husn. . . . . . . . 197 hymenophylloides Ni. eli i. ROO
E su laddo ER ee FEM „ imbrieatum De Not eh,
contextum H. & H. s. var 129 » .inelinatum f. Br. eur, s 88
» Ubrbied Phüllb.: «oco c IM » . var. plano-opereulatum | Breid]. 62
» .eorscum Walk .. . «9... 149 2. nein: Huds. 2. 9 xn HON
s copadum. Huds. S oou. ZU . insulare De Not..
cubitale Diels... 7. o 0 „ - intermedium Brid. sihi BE eur. 114
eucullatum Schwgr. . . . ... 294 » „ v. fuseum Bryhn. . 112
euspidatum Schreb. . . a . . 189 » v. regulare Warnst. . . . . 1
8. 'eylndricum DEE 4 7.6 2: s IB ” oh Dicks.s. Weberanutans 21
=>. eymbiforme Oed. uu ro UE و intrieatum Brid. . . sr 0 DD
5s . dewbatum Dicks 7: un. v. + o 2UD | . julaceum Yun. Re E E
delicatulum Hew Tirka .36 | „ „ Schrad. s. argenteum v v. majus 102
demissum Hook . 4 «0e AR ۱ E „ Smit ks 7
dendroides Nod. ut as ING D E 4 v. concinnatum Wils. S ER 8
)rummondii €. M.. | juliforme Sehpr 9
بر duvalioides Itzigs. . 175 | DO Kauno dA ou ی ی got M
. Eekeröense Lindb. fil. AE |. Kiaerii Lindb.. RENTE TE M
„ elegans Vent. & Bott. . . . . . 102 | „ labradorense Philib. E
5 a Dicks. 18 >, lacerum Vill. Lee s. MM
7 nei "Hook. & T. 19 | , laeustre f ند I dur en BH
3 um Br. eur. . ۱ Lb , v. angustifolium Ruthe. . . 78
iv ی dixe bey v. australe C. Mx. 144 | s leue Dad... iC, I
T B bicolor Brid. . . .7 3:M | 5. Been Bid o sure. — I
- „ V. bornholmense Bike, 141 | . . laterale Lightf. EG re
i „ v. limbatum Berthoum . . . 140 | انوا ی Bri... . c ln. 338
5 „ T murorum Se ei | às ur. 56
B silvaticum Hpe 140 | " „Dozy & M 40
m turfaeeum Schpr 19 |. . Schleich. 178
». fallaeiosum Limpr 94 | . laxifolium Warnst 25
. Ferchelii Funck 158 | leptostomum Sehpr 10
» filiforme Dicks vwd RI ligulatum Sehre 186
" „ Y. concinnatum: Boul. . . . 8 | . .longieollum Sw.. . - م۰ 19
^ . v. Neapolitanum Boul. . . - 9| بر longirostre Brid.. . . . . - - - 187
» v. serieeum Boul . . . .- 10 | „ Ludwigi Br. eur. . . . - . - - 26
» filum Schpr.. (xb done p E b ^ ی رب 25
5» finmarkicum Kuhn is MEN ü . gracile Br. eur. . . - . - 28
s» Heus BU cls M porum bei co oiire Schleich. 238
» lontamm Seb a- cx. 298 | . lyeopodioódes Hook. . => . =. 181
4. Funekii f. Milde ; 161 | „ macrocarpum Brid : 19
^" »* X. subsphaericum Baot ها WU . maerostomum Jur... . و 137
" 5 V tonne Boul. e oo 101] a mamillatum v. EE 69
» fuscescens nue pi eum i MUR Lon marchieum Roth uud a 231
» glaeiale Schleich. s. var. . - - - 8 | . marginatum Huh, lulu, <. O
9 p Wils. 61: „Br sur... 2 Fun 199 u. O08
q ne, al. 4 e Dieks . . 183
T دک Tayl. : 184 | a aP E Man. « 9
„ . Hallerianum Necker s. Diphyseium 274 | = aR Podb.. . PONI 681
» . Holmgreni Lindb. . . 63 | „ melanodon ind oon eos 36
» Hornschuchii رسد ul. J), meridionale Kindb exc AME
7 Hu. cr 1| p wide Gwe er »
— 710 —
YE ea Brid. S. Mni nium
| Brid.-
Seite | Seite
Bryum mnioides Wis. . . .. .... 198 se Polla rostrata Brid. s. Mnium . 187
E MOM Brook V. us. 188 „ Serrata Brid.: s. Mnium. . . 183
Waller Spree: lo. 25v us H9 » „ Spinosa Brid. . . 185 u. 192
„ murorum Wils. اه SA بر Stellaris Brid. s. Mnium E
۷ MHD Lage 31 زا polymorphum: Br. eur. . . . . . W
. naàvieulare Card "Ur I E „ Nec (d d UL و 199
E -nena DIRE aseo. Hl, Er affine 9 ره 6
„ nigritum Dicks 212 ۱ 5 "M Bis s ei a Br: enr... 38
مه nimbigenum Tayl 8 | 5 V grnaleHr eur. x: O
norvegieum Gunn 950 | — ponerme L.. —— a.c. n. B8
pcd OE uo suce. O43 1. 5B Haller uL. os; M
er 9 5 Meolor Dr dE v. 28] U, ۴ majas Webs ouo NN
» „ V. caespitosum Br. eur. . . . 99 » v Dede Vi cout 224
3 „ longisetum Br. eur. . . . . 99 | . proliferum Sibth. . . 175
A CONI NARIL.. ov... BÓ. proligerum Kindb. 1 00
4 — Oederi Gunn EE BS 224 t wc ی ke Schwgr. 108
» . eelandicum Phil. -< xu du B po . ۵ eavifolium Schpr. . . . . 165
» Origanum Bosw. s. nalis Hei HI su » V. flaecidum Schpr. . .. . 175
a ONM JEN s ee E 166 | . , pulehelum Br eur. ... . . |. 8
» lm Baa ...:.. 170 | X » Hedw..:. c a
d „ V. baldense Vent. & Bott. . 99 | E AB sior eraai "Wahlenb. 134
- » ß fallax Jur. . کب C دوز ار بت TUAE ات se i 188
i wow. mierostomum m ems... m | وه punctatum Schreb. . ; a MR
» pallescens v. Baenitzi Hagen. . 118 | ,, daoz pyriforme Bri 5
„ B intermedium en War... I | % „ eur.s: ERE 5
ie ». 9 subrotundum Br. eur. . . 130 | = » „ var. Hüben ۰ 6
a palidisetum BHU i ; ANC We ou c4: 1 R
+, . palustre W. Arn. s. Aulacomnium 215 | 2 a Bnd 525 2. 2:4 188
— hm o C i. H5 1o 5, Heu Ae v a v v MAN
= JB Ji: ——... Hb BR Nen NL ی ts 220
2 » ۳ Jur wy ARSE کج ADRS a 63
» parvulum Schlefeh soll. 12 | . rhodoeladium eee s. ne. 69
» pendulum Ehrh..- . . . wl. 5| , Rosenbergiae Hagen. . . . 132
» LANGER |. و یا 220 | o ONU DMCS urs 175
m „ Y. dilatatum deg. gg, ea... Nido os so ee 144
^ » V. paludicola Bryhn . . . . 78 | „ rupeum Neck. . . . . . 2 le.
» vemm Wulf. s. Diphyscium 274 | _„ rupincola Schleich . . . . . . . 128
» — Philiberti Amann . 158.7... milis Bis: EL Od a
E با Naher: a ws A ee 23
= planifolium Kindb.. . . . . ... 4| x une Deis. دا eo e 41
» payom BF er... (98 1 4, sanguineum Brid. . . ۰ - . 188
+ Jpohliaeforme Brid.. p.19. , Sehmper C. M.. xa 01. 7
» Polla affinis Brid. s. Maiin. - - 192 | , . Selerodietyum julae eum T M. 7
» cruda Brid. s. Webera. . . 20 | . sericeum Huds. s. Webera nutans 21 =
وو » cuspidata Brid. s. Mnium. . 189 ۱ بر پب De BERKUS 1
S = korit Ed . 1. . 178 | „ serpyllifolium Neck... . . - - 197
ME guns Brid. 8. Bryan... . HB I = var Hudk-. . 1.1
3 > „ ligulata Brid. s. Mnium. . . 186 |, 4 v. punctatum Had. i adus DN
» . »lyeopodioides Brid. . . . . 181 | ., serratum Schrei... . . . - - - - 188
و „ Orthorrhyncha Brid. . 179 u. 250 ll speciosum Voit hid ان و TS 128
= 197 4. SMM Bd. |... m
l
Sphagni :
= وت omi Br. icc.
Bryum Winkelmanni Ruthe. . . . ..
de mesi Dicks. UN IU ی و
„ zonatum Schpr. . . . . . 85
Meere aphylla ۵ ade Wahlenbg.
59 vndis Moug. . - + ۰
enulecens Sohmid. .—. 02. یه
n- BUMONÉ Tray. ar a Td
noc toua WoD x. os s ora m
e BEDS Beliud. . 1 s
v BER. UU.IIMOD IET .5
vulgaris Did. s e en 2 303
و T Te Podp. مره
Callibryum EE Wib. NUR qd
undulatum Zenk. & Dietr.
C سس alpestre Kindb.
ti
arc
badium Kindb. Baier
cuspidatum Kindb. lo
5
mieans Kindb.. .
molle Kindb. :
montanum Kindb. . .
nivale Kin b. Qm re e
. scorpioides Kindb, Er
2v subedis ET G - .. .. 4
trifarium Kindb
turgeseens Kindb. ۰ . . ....
viridulum Kindb.
Camptothecium aureolum Kindb. 404 u,
CS TANG \
S AM Ser xe MPa CD ens
ceum eet
Un Rs Lind
ehrysophyllus Dd و M
b
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4, B Sommerfeltii Lindb.
= grophilum Jur. s. ای در
REE BU... s
i SNB o e or ro orn
|
|
Seite
Bryum spinosum Voit 185
رن BO OE VIES 1... a n TANT 147
squarrosum L 205
stellare Schrad 195
stellatum Lam. & D. C. 2 2/8
. stenodon Kaur. s. retusum 61 u. 79
no Aircon Phibb. |. v. -% : 42
styrtieum Ren. s, fuscescens. . 107
4 subobliquum Lindgr. 173
^ sudeticum Ludw. 25
» tauriscorum Limpr. 6
4 teetorum De Not. . 154
. tenuisetum Limpr. . 138
tetragonum Dicks. . 226
: gig Bruch . 107
5 r. Spruce . 107
" bords Funck . 164
Tozeri Grev. 34
„ trichodes L.. . 207
^ triquetrum Hook & Tayl. 210
uds. s. er 173
i triste De 148
1 Bo & Tayl. 8. pallens 170
۰ MER. x a col هه s 137
E ar. Boa & Tayl. 83 u. 110
^ بت VA. SEBWERE C or ouo ono n 134
- 4 V. gracilescens Schpr. 172
latifolium Br. eur 173
v. pallens Drumm. 86 „ و
PB praelongum Br. eur. . 172 »
E dva Hagen : 166
urgidum Sw. . 2]6 ^
ies Sri L. 247
OOo de 18 رن هر مش sacs pe ود ۳
T rient m Wed ker . 257 2
ventricosum Dieks.. . . 178 »
T s. Sibth. BR S. ae 215
V. 8 ee & Tayl. 103 »2 »
z . var. Schwer. 167
Yeromense De Not. .. .. . 98 ^
versicolor Kaur. . 138 »
Wen Kindh: - = - >...» 98 --
Wahlenbergii Schwer. . 97 -
V. glaciale (Schleh). Hüben. 98 » >
Webera Grimsulana Brid.. 19 »
tris Brid. s. iE 79 » 2
z „ longicollis Brid 19
er »Jugssa Did. . . - - - - 22
21 چا ند Juan Bid. uo 4 »
so Weed dnd. cs 25
Pg S xs 167 ی wc
88 مه Willdenowi HOM. 9
Ctenium dihp: j
erista- وی Sch; ی یو
Cupressina subplumifera Kindb. . .
Cuspidaria euspidata Mitt.
gigantea Mitt.
Cyelodietyon laetevirens Hak-
712
NAI
o
| Cylindrothecium Sehpr..
» eladorrhizans Schpr.
e€ompressum Br. eur. . ور
coneinnum Sehpr.
» Montagnei Br. eur
` repens De t
Schleicheri Br. eur.
| Eronat cernuus Brid.
Cynontodium cernuum Hedw
8. Roni: 249
| Cyrtopus eurtipendulus —
Daltonia heteromalla Hook. & Twp.
» Lamyana Mont.
pennata Walk.-Arn.
Dendro- Hypna Hpe ur deri P
Dichelyma EEE B subulifolium
r. eur. ; 3
Dieranum binis Sw.
Didymod
cernuus Sw.
mollis ۰
on Camusii Husn.
Br. eur. s.v. ان
9 Disip foliosum Th i
| Dibiosomiem hexastichüsh Funek
». longisetum Web. & M.
. tristichum Funek
Doliehotheca repens Lindb.
Drepanium arcuatum "DOR
» circulare Mitt
2 EEE. Mitt.
ij e erggr. 2
Drepanoeladus ۳۵ Warnst.
» uncinatus var, contiguus Warnst.
Enealypta graeilis Roth
filiformis Roth. .
Kitoto cladorrhizans €. M.
. insidiosus Spruce. . RE
^»c و Kindh : sv ss
» Montagnei C. M.. .
. palatinus Lindb
Riis Webbii C. M. s. RER
Euleueodon seiuroides C. M. s. Leueodon
Eurhynchium abbreviatum Brockm.
wcabfolum Kindb.. . . ...
algirianum Kinc
RA,
Seite
a... seen COE . I IBY
subpinnatum Lindb. s. Hylocomium 670
alu hypnoides Schwgr. . . 329
Campylophyllum Halleri Schpr. 65
Capillaria parvula ©. M. s. Cl دا 332
Oatharinea aloides Röhl. 25
„ alpina Röhl. 260
„ anomala Bryhn : 249
N „ Milde s. سا ۰ 262
„ Callibryon Ehrh.. 247
„ controversa Röhl.
» Dixoni Braithw. 268
, Ehrharti Voit . 247
„ glabrata Hook. 253
. hereyniea Ehrh 259
» laevigata Brid. 258
» lateralis Vaiz . 249
. nana Röhl 255
pulverulenta Röhl. . 257 ور
» SaüHeta Brid.. 252
, sudetiea Presl.. . jew; agp
» undulata v. abbeovisté Rab. 18 ۰ 248
» » V. Corsica De Not. . [minor
E » v. Haussknechtii Dixon . 249
urnigera Róhl. s. Pogonatum . 257
EN seiuroides Pal. Beauv. ۰ 300
Chrysobryum micans Lindb 659
Uirriphyllum eirrosum Grout. . 482
„ piliferum Grout. 483
Tommasinii Grout. 481
Ölsdodium calophyllum Brid. 56
` „ inclinatum Brid 81
„ fauriseorum abe C sow o4: c ME
uliginosum Brid.. 86 وه
» Zieri Hpe. 11
Clasmatodon Datin T 332
» parvulus ß julaceus C. M.. . . 332
» perpusillus Lindb. « cuu. NO
pusillus Hook. & Wils. : 332
Olimacium dendroides v. i Sato Mol. 677
5» lutescens Voit. . . 408
Coelomesodon Philib. 2088
Conostomum aretieum Sw = M8
zo tetragonum Lindb 226
= Cryphaea. arborea Lindb. . . 297
doe „ 8 Lamyana Boul. : 298
N heteromalla | y. . aquatiea De Not. 298
- . Lamyi . 298
= 4. vt banyan Hum. زر 298
us i
àv. M
iUc, OB
Eurhynehium tenellum v. scabrellum Dix.
trachypodium Kindb.. . . .
8.
ciliata bon & J.
وو
tromsóense Kin „
uliginosum Warnst. .
Vaucheri Br. eur. „
V. eirrosum Lor. . „
¥ ود DN...
„ v. Julaceum Br. eur
99 9
Fabronia ناه Brid
r De Not.
ا Y.
var. Sehimperi .
Fissidens dentieulatus Leyss.
immersus Lindb.. .
. Sciuroides Hedw..
Fontinalis Mp E v. djiga ( un.
ar
crassa Mol. 9. V. juti
۳ e
GM.
Eatoni Sull. s. v. genie. a
> ee iis MR
a Husn.
13
97
cuspidata C. M.
er}
۶
gracilis Schpr
Heldreichii Ruthe
Sa
purpurascens
'. robusta Card.
۱ 7 Gravet
. Berneti Card. .
„ -capillacea L:
dalecarlica v. baltici Limp.
v. gracilescens Warnst.
-
99 ”
. v. microphylla Limpr.
„ v. seriata Kindb
antes Sul. i.
aa EM % i
hypnoides ۰ Durisei Hua ;
$ , v. Ravani Card.
neomexicana v. pee m M.
y pinnata Lh. من مج c
ee Hy o -aree
„ secunda L. jun
. seriata Klinger. . . - .
. .squamosa L.. . . .-
; yar Sal. - oe
9; 9
qus E NE U
15
713
Seite
485
9
Eurhynchium androgynum Schpr.
atrovirens Klinggr.
caespitosum Milde .
Bok تا تن
v. inundatum Boul. „
S.
eireinatum v.
rivale Jaegr.
dicun Kindb. s. هار
fertum Milde
demissum Milde .
depressum Milde .
Jaequinii Kindb. .
illeeebrum Milde .
litoreum Kindb. .
longirostre Br. eur. ی a
v. meridionale Br. eur...
myosuroides Schpr.. .
oedipodium Kindb.. .
Payoti Kindb. x TU
praecox (Hedw.) De Not. .
praelongum kids s. Stokesii . .
» v. abbreviatum Br. eur.. . .
CN. en Ht onto
» v. hians Bott.
. V. macrocarpum i eur.
5» Y.pumuuüm Br OOF vs.
„ v. Btokesii Dixon
ED رو Kindb.
reflexum Kind
scabridum Kindb.
Starkei Kindb..
striatum v. ee Belper
strigosum v. diversifolium Mol.
„ v. imbricatum
„ v. obtusifolium
r. eur. x
Hpe s. var.
SUN RUE E er
pra
Swartzii v. abbreviatum Dixon & J.
Te Eu 0 2.
» cos
xv. مت Kindb. . bac duas
tenellum Milde.
Wo x. S Lo coo idea ii
s.
E
=
RR
abs ut NONE Xs ۳
ار 0
„ aduncum Heu. x
dados intermedium Sanio
s. v. in ntermedium
. Č giganteum Br. eur.
. v. gracilescens Br. eur.. . -
Er] بو ۲
. v. hamatum Br. eur. . .
" „ v. hamifolium Ren.. . - - -
" . Y Hampei, Arnellianum Sanio
5 s Ff: e Koeiffü Sanio ۰
» E : . aquaticum Sanio
- » . tenue Sanio
* o intermedium Schpr.
" * Qicwehnr wx
z ^ „ aquaticum Sanio
E „ € legitimum v. giganteum AR
s. hamifolium .
E p Y- Sendtneri Sanio . . وه
” a b „ triviale Sanio s.
Wilsoni .
- ý b vulgare Sanio . - -
27
^ , ò molle turgescens Sanio . -
" E „.a Wilsoni Berggre
Seo. ss
hamatum Sanio .
E » EI ”
— 714 —
Seite Seite
Fuseina triehomanoides Schrk.. . 818 | Hookeria eonvoluta ne ER 305
sciuroides Schrauk . . ... . ... 800 „ lucens Sm. . 321
Tusioonia ۳ BOOS LS en MIO | ,„ splachnoides Tol. . 924
„ androgyna P. Paus. 1 914 | Hygrohypnum s. ۳۶ 635 ff.
Glyphocarpa cernua Wils. . 228 | Hylocomium alascanum Kindb. 674
Glyphocarpus Webbii Mont. 225 | , calvescens Kindb. 670
Grimmia catenulata Web. & M. 345 fimbriatum Br. eur 671
„ c€onostoma Smith. " 996 „ flagellare Kindb 665
4 cCylindracea Web. & Mos. 948 meridionale Kindb. . 475 2
filiformis Web. & M 341 Oakesii Schpr. . 671 1
„: inconspicua Bertol.. . 326 parietinum Lindb. . 662 :
a MENG SBS oro uon 219 proliferum Lindb. 673 =
. ornithopodioides W E & M. 336 „ purum De Not 659 =
Gymnocephalus androgynus Rich. . . 214 „ rugosum De Not 466 $
Gymnocybe androgyna Fries a 5» Schreberi De Not. . =o roai 662 E
painais ins a. ore | „ squarrosum v. patulum Jur. s. E
۹ ramosa Er 8.۷. فدارتم | var. calvescens. . . 670 í
" ER Lind : 216 5s „ v. subpinnatum 7 670 $
Gymnostomum serpens RER le 511 و srustum Kindb. . o< ..«. AN “
Habrodon Notarisii Schpr. 330 | ,, subpinnatum Lindb. 070 -..E
Nicaeensis De Not.. . . . 381 | Hymenopogon heterophyllum P. RE 274 =
. Sendtneri Schpr.. . . . . . . 328 | Hypnum abbreviatum Hedw. . 498 £
Harpidium Sull.. . an 544 | . abietinum L. 376 d
9 Sanio . 897 | = Ta Wahlbg. E N T
subsuleatum Schpr. s اه 536 $5 Mr sias. Web.& M. . . 189u.192 =
Helicodontium pulvinatum Lindb. 333 | „ acutum Mitt. 420 jd
Hemisynapsium arcticum Brid. . . . . 49 |
- v. purpurascens Brid. 64
s BDydde Bid: . a ats 42
Heteroeladium dimorphum Br. eu 865
» heteropterum v. cavernarum a Mo ۱
s. var. flaceidum ^w DM
8 . v. fallax Milde . 868 |
"s squarrosulum f Lindb U ..804 |
Kindh 4... دم DOT
Heterophyllon Haldanei Kindb 602
abr: ... 272
— 716 —
ite
Hypnum boreale Web. & M. s. Bryum . 129
Borrerianum Spruce 597
= Bouin Bride ae at e a 592
و Breadalbanense White . . . .. 536
P reidleri Jur. 572
„brevifolium Lindb. 568
brevirostrum Ehr 670
„ eaespitans C. M. s. Malle 461
. eaespitieium Schrk.. 156
j eaespitosum Wils. . . .. 461
eallichroides Mol. . . . .... 624
= wWilebrws Be UE 9. 627
esivessend Wil. . «onore 670
„ (Campylium) s. Campylium
g. mpake Bid ....... 430
s emere DEOR oc Sls 616
, capillaceum Starke. . . . . . . 422
Mr „ var. Thomasii Brid. s. Brachy-
theeium var...» = - e 425
»o pilam Wél arrn a 147
, eapillfolium Warnst. . . . . . . 557
s omem Wi EM... 36
„ — eumbicum Dicke o <. و 483
. eBtenulatum Brid. . 345 u. 363
M „ Hook K INA o oso s. 363
s s SENE a ror A e e 345
, caucasicum Lindb. . . . . . .. 410
. cernuum L. s. murale .... . 498
., Sepe C.N. ..-.-... 461
» chlorochroum Jur. . . . . . => 624
», chryseum Schwer. - .- » - - » 396
Ü cuu DES. xs oet 227
. ehrysophylloides Gümb.. . - . . 589
, ehrysophyllum Brid. . . . ... 540
^ „ v. Preuerianum S VAR روم
„ v. subnivale Mol. ftenellum
. ehrysostomum Michx.. . . . .. 439
AE qoc qua SN NE 455
" diet DIE... 1-9 327
„ ereinale Hook. . . ssas. 617
Roco a NES roro utt 616
^ „ v. inundatum Boul 472
„ ereinatum Brid.. . . . . . -- 471
. errsum Boul. . >... r> 482
s a Sew. oo s rr n e 482
„ cavelatum lh, . . =e - - -> 498
. eochlearifolium Vent.. . . . . - 640
. eoelophylum Mol.. . . - - >. 619
5. ium NER... ss 431
. commutatum Hedw. . . . . - - 533
" „ v. condensatum Wils. . „ NM
۹ , v. decipiens Lindb.. . . . . 375
Sei
Hypnum aduncum v. polycarpum Br. eur. 559
» » B pseudofluitans ete. Sanio . 561
5 „ v. revolvens Web. &
i» „ V- rugosum Hook. & Tayl. . 555
» B Schimperi Sanio. . . . . 557
à nue Br. eur. £o. . 000
aemulans Breidler . 625
„ affine Crome 378
o à ۰ ۰ AL o acp o RE Sn 430
Š „ Hoffm. 530
» „ Sommerf. . . 655 |
FEB Lesq. & J. s. Bist 674 |
s" ahieans Neckor teas u. 459
» V. minnidunense Brid. 450
E v. pg om nii Hartm. 454
۹ RE rid 501
» alopecurum T ار o ی 678
sc agere CET...) ee 639
» KENN. C. IV 3g. wuve wu ew M
» و B Wahlenb. s. arcticum 639
= SPUN Sehps. 2.04 wire. 642
۳ ای oS و 432
۳ موم Schlch. 434
. amoenum Hook. 630
. &àndrogynum Sehrk. ab iu 214
i A OP REL HO FAM dcus 485
» annotinum Schrk. s, Webers . . 31
ER. . WEEK rs rin: 31 |
E ntipyreticum Necker. 217 |
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k cgo Funetk .. .— cat 434
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» &aretienm Sommerf.. . . . . si 639
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» aurantiacum von MES: + . 8
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Hypnum ee implexum Sendt. p 90
615
„ v. imponens Boul. . . . .
Rd pter Brid. s. v. ciat 628
„ V. orthophyllum Jur. s. v.
subjulaceum . ... ... -
» v. topte- De Not. . 2...»
„ V. resupinatum Sehpr. . ..
4. V. tenue Hook. s. Plagio-
theeium latebrieola. . .
„ v. uncinatum Boul. s. v. unci-
HAGIU - 2 93.
4 V. vernicosum Roese s. v.
subjulaceum'.. ..... 0...
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turtum Laube. aS
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., Y. pungens Weis. . oi . -
eyelophyllum Mol. . . 2... -
eylindrieum Bruch . . . * . - -
, Dicks. :
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deeipiens Limpr.. . . . موم
delieatulum L.. . . . . . 872u.3
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obtusifolium Turn.
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piliferum Wahlbe... ee ۷۰ وو
V. silvaticum Turn. . . . + * »
succulentum Wils. .
Seit
Hypnum commutatum v. ecalcareum Lor. 536
534
s ۲ falcatum C. M........
s 7. Buctuans Br. eur...
„ ò. pachyneuron Sehpr. . ..
»* matu Dix: SE: uni.
» B vageramosum Jens.. . . .
» T virescens ijo peu
comosum Vill. .
eompactum C. M. s s Amblystegium 528
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complanatum L. . UA
» B obtusum Ehrh. CPUS VH ی CERE
mpra Bre. . o
SElfeD: os A E S
ات TUN Up AYE
concinhum. De. Not... EA
eondensatum Sehpr. . . . 618u.
condertum Diele. c. ul vs
„ V. depressum Bri ER ei bs
» v. megapolitanum Bruch . .
». v. rotundifolium Brid. . . .
h
eonferva ۰ و E SBE
confervoides Brid.. : un...
E HOOR K WEE. ul wi
تن Hodw- . ux
CORTON NoMN ee
cordifolium Hedw. . VOS e
„ V. fasciculatum De Nob 5
» V. fluitans Rabh. s. مب 573
573
`» V. giganteum Sanio . . .
v. Richardsoni H
„ V. stenodietyon Br. eur. . .
. Cossoni Sehpr.. . . Ba
erassinerve Tayl.. .
Veni 479
erassum Sehumaeh. s. gestión. 578
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= „ € spicatum Weis. . 530
„ f. tenuis Boul. s. v. trichodes 531
„ v. Vallis-elausae Hunt ۰ 36
اپ DAR... 2, 478
í rend onde. 623
^ . Tim . 341
3 e eee Harim. AE ی M 671
„ flagellare Dicks. . . . 665
; Hede. Keane, 432
» flaveseens Kindb 444
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flexuosum Berg
618
Flotowianum Sendt. 478 \ u. 609
565
fluitans L..
„ aduncum وه توت
teles 0 o . n 567
„ € alpinum Sehpr. 567
„ amphibium ی ery-
thronotum Sanio . 567
. f aurantiacum ete. Sanio 567
„falcatum Sanio s. fluitans v. 567
23 „pudo ee 567
= exannulakm acutum San
a opis £x 3. QUO
. v. purpurascens Ren.. 563
» V. falcatum Br. eur. 2 7
„ a obsoletum ee
ee 564
preudostramincun Milde 564
„ d purpurascens Schpr. 568
„ v. serrulatum Schpr. 567
„var. Rotae Sanio. . . . = . 564
„Y serratum Lindb. - . . . . 566
PUR RY Schpr. s. ۰
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v. turgidum Holler 546
که ماه nine urs 516
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RER Schl. 571
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Formianum Sehpr.. . . . . - - 539
Bab Bud. e... ce 521
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geniculatum Sehleh. . . .. - - 430
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glaciale C. Hartm.. . . . . » - 445
glareosum Bruch. . . . . - » - 450
Seite
Hypnum diffusum Bland. 565
2. düsiábun Wü. i. xw 6
» ılpinum Boul 642
dimorphum Brid. 365
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ui PUTREN Rabh. 346
۳ "uiu Nile «s 490
3 distans Brid. 471
5 = lndb. 28 east 489
P diversifolium Sehleich 470
x dolomiticum Milde . 621
dolosum De Not. 392
j Donianum Sm. 588
dovrense Kindb. . . 624
: düblum Nokor sos „ei sn 530
Durieui Mont 398
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„ elodes Spruce . 539
5 WED ی 215
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643 ochratenn Turis; 0 E 649
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633 . ornithopodioides Huds. . . . . . 336
633 COD. : 4 oit s t t nut 315
633 میسن a 0s 580
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392 . orthorrhynchum Brid. . . ..- 486
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401 „¥: polare Husn. . . ۰ - - - 651
400 4, paretünum L. . - - . - - 662 u. 673
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subsulcatum Sehpr. . . .... 536
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Lamprophyllum Lindh A ی 13 u. 1
» „albicans Lindb. - : . . . 37
u. ‚aunolinem Lindhe -ce < erla 31
p o ات دق Lodh ca 36
w rudin Lindh- .. ...... 20
: . eueulatum Lindb. . . . . . .. 24.
E dongsum Limndb. —.... ui. 18
p oneris Lode .—...... 19
ý nola Lindb. ... i vv vius c
bw AH Bid. ......... 305
Leptobryum dioieum Debat و بط ui a 5
wi NIME Pb. M NE... vss 6
Leptohymenium Ahnfeltii ا wo 880
» Quplieato-serratum Hpe. . . . 336
» elaiochloron en. $. Y. REN 342
341
à flue Habe o ay,
» gracile اه مت ee erg, 33
» heteropterum Hüben. s. v. — 342
» Pperpuslluum C. X. ..... 332
» pee NUR N x 384
ee Rie Tay 381
Leseuraea insignis De Not... . . . „ 389
game EM. 1 Vu 347
striata v. saxieola ti iuto bw Uu 382
Daks apieulata Sehpr. .. ..... 359
» atrovirens و Row ما gi, 359
a: „ saxicola Be in. D... .. 880
p Deerda Mo... .. . 398
» braehyclados Schwer. .. . . . 360
» Catenulata v. eM aa ات
» Chrysea H i 396
Seite
Meesea uliginosa v. angustifolia Rbh. s.
MpinB — v cuv 4 HS
Mielichhoferia nitida v. elongata Br. eur. 3
1۵ SaO . « | ی iss 14
erecta Amabi oe en 14
ی وان م۳ EU e dE 393
Mnium affine ß ciliare C. M. . .... 193
T „ B elatum Br. eur. 193
2 ۳ DOS ROO. ovo 190
T T7 meinte Hin. .— us 190
» v mimus Bulb. 17. 2. 189
um Br ees. v. 194
$ ا "Wahl g. 87
MD M ri ww. 143
رود و H. MUE ES 181
, androgynum L 214
„ angustifolium Noche E 214
4 -abnobünun Be Cu e 31
à reticum u 202
arematum DiekB -> o 25. 297
» rgenteum Hoffm. . . .. 1 101
„ -arrhenopterum Smith. . . ... 216
„ aureum v. majus Web. s. Webera
palani 4 vo Rud 21
; austriacum P. Beauv. 244
s olor F Baar: . a. voee 134
>i 1 LA ا 103
» +bulbillöosum Mont. . . . . ~. 134
ور caespiieium Hedw. . . .... 156
, Cale d. مج o 147
4 carieum Hofm +... .. 2. 36
», chrysocomum He Bee 227
»" eas Engl. Bot. s. Zygodon
„ eutvatulum indb, . . . < . . . 191
2» -audum In «5. nu «s 20
» euspidatum Neck. . . . . - - . 192
9 gi hw. o u 194
„ €ycelophylum Sehwgr. . ...- 164
ds mun F. Besar: <. . >- 134
» Divali و . .-- =, 167
" a Hebe. Cil is 187
ce var. 216 تین Brid. s. d دا متا
Fillionii Saut. s. Mnium serratum var. 184
236
< domum ii. - + nn
„ glaciale Schleich er Bene 172
, amale Funck ۰ ۰ .- -- --* 224
ور -Grüneri Schpr- . . . » موم 184
. hornum a serratifolium Weis 178
. hymenophyllum Br. eur. 203
„ v. rubens Borsez. s. Bees
obtusifolium
e mice an Le.
Leskea tenella Br. eur. .
5 ristis Cesati ۰
» varia -Hedw.. .
uw velutina-Schrk. i a
» - viticulosa Spruce: . . . .
Leskia attenuata Hedw..
& »eylindries -Brid.- پا
dendroides Hedw. . . . . وو
, elongata W. & M
„ marchica
= malia trichomanoides Brid.
» polyantha Timm . .
» Seligeri Brid. s
,„ sericea Hedw.
» Striatella Brid. .
» trichomanoides CSI
> تا en
RER adn Lindb. ۰
„ mutabilis Lindb
, patens Lindb. .
lindb- Ei, اف
Leucodon caucasicus Ja & Milde .
» lagurus v. borealis Wils. .
p morenss Schwer. <s...
Steveni €. Müll. s. immersus
Limnobium ambiguum De Not. . . . .
» cochlearifolium Vent
^ uriusculum De Not. . . +...
مس Hb. . .—. s.
» dede Br w. os o oss
» reptiliforme De Not lu ri
» Schimperianum De Not.
» :Sub mole Kind <.
EEE De Neil: ...
Limnobryum palustre Rabh.. . . . . .
ern filiformis Bere: ie»
eils Sprenk -os -o
Ced T filiformis Spreng. . - -
y INIVORUM SEES,
5» 6 SDEOBU. . >. vows
»-mMnMus Sprong .—- V
Mesobryum dein Ermmm...
Messen alpina Funk... .-... -
» angustifolia Brid. s. alpina . .
p» mei, ces
» demissa Hoppe & Ben
» hexagona Alb. :
p ner Bund 42.232. 0
x stricta Brid. OS o Ves
b ANDE Hed... 2 a
» iristicha Br ae oua
» ‚ubeinosa Hedw.: >...»
332 1
408
726
Seite
Mnium insigne auet. plur. ...... 193 | Mnium stygium Br. eur. .......
4 „ P pumilum Lindb. 194 5 Jummi Hofm.. wag 2
». intermedium Ludw. . 110 a WUihodbae L jum. . 52252
m SONO ی 81 » tWiqdeium Ei L5... 3
s Asie Sehwer.. ..... .. 79 „ turbinatàm Hedw: ... . + 20%
» lanatum P. Beauv. s. Bryum 102 و turgidum Welhlbg.. نی v3
„ laterale Hoffm 1 220 » uliginosum Brid..
„ latifolium Schleich. s. al rp b و Uma cu a
» ligulatum Willd. . NINE 186 undulatum n. Vio o)
ی Br, . us 187 4o 4er P. Boum. o s oo oo nnd
„ marchicum Hedw 231 | Myurella apiculata v. ciliata Chalub. .
» marginatum P. Beauv 183 .ی grecs tands . oec e
5 „ V. riparium Husn. 181 „ julacea v. aspera Lindb.
». megapolitanum Gmel. » 241 tenerrima Lindb.. . . . . .
. melanostomum Brid: . ..... 185 | Myurium herjedalieum Sehpr
p mns Bd... s ls sun 17 » turgescens Jens... . s ar - -
» nutans Hoffm. 21 | Neekera albicans Willd. ee
5 هو رف زارت Prid. دا OQ „attenuata Myrin . . . eee
" » V. e (TA $i 181 ji Besseri f. tenella iik s. v. rotun-
» psludosum Warnst.. . . . . . . ZNEE LU o6. UMOR Vv s LR
» palustre L i 215 M bipennate Schleich. de
EBENE IDEA... و 18 » eapiisees O, M. ... . 0.8
» polytrichoides a L. s. Pogonatum » elado: eis Be. Ben ae
anum . 955 m nn is Hedw.
j T oe eios 256 „ complanata v. . falcata [m
» s 2 ۹ Ehrh. . 256 » » obtu
» V. rotundifruetum Ehrh. . 955 » COMPO CME imn E E
pomiforme Te ee 221 „ eupressiformis Willd.. = . .-
ی Prolferom Leyss. . . . . ... . 175 » eurtipendula Timm .
» prolixum Neck. s. Teese a a » decipiens Web. & M. s. Dia
۲ polycephalum CARD ADU M 216 nandrum a = - k « «re *
» pseudo-punetatum Br. & Sch. . . 198 ». dendroides Timm . . s xe s
» pseudotriquetrum Hedw. 173 » Disticha crispa Brid.. . . مه
» punctatum v. ماه ایا i «CAS T onu » pennata Brid. . <... =
» pum h..i..5... 5 » pumi rd... ur
„ ramosum Sg s. Aulacom. v.polye. 216 » sa OC ME .. 24. xn
hc FO WEM. uua s Is 175 d Monk CNM los .
- rosizatum f spinosum Röhl.. . . 185 > code. Brid. cure
» .serpyllifolium Neck. ار L4, 197 ¢ fontinaloódes Lindb. . . - » =>
» euspid 4v. Hu 108 » WO M. ,; .5n ce
» 40 punelsiun I... . . 197 wo Ba VIL 2. oce EK
^ » V. rostratum Wahlbg. . 187 پر heteromalla Hedw.. . . ۰ - * *
= »9ududitumL...... 186 4 intermedia TM: E depu
Ny Schwer... los. 179 » leiophylla Güm
» » V. dioicum H. Mü 181 K M ی e C. X.
» pY. ne Hartm 179 » lutescens Willd. . . . ...-
x = ugs De Not Sri 2 acne ze 24v
d a RON . 179 8 orientalis Hpe 9. «6
I» wenn dnd SS 189 de » t Mol isms
E Ried ccu. RED T iin P.Besav. با 9 8 .
osum L hec x eco c N08 o C. M. sc
n Lam. kx c s e VB بر pensia B tenora C, M. . 2
Orthotrichum Smithii Brid.
splachnoides Fröl. . .
Menane chryseum Hellb.
„ complanatum
„ intricatum v E
3 uos DE Husn.
s rbelum Kindh e s S هه
Paramyurium Breidleri Limpr.. . . ..
Peromnion Schwer. . . ...
Philonotis adpressa Ferg..
soo Arnolt MOr o4 oo SS
» capilar Jandb.. 202% 288 u
$ VMHdO. 2. 2 CUR
». fontana v. borealis Hagen
5 , b. caespitosa etis
^ 4, V. eapillaris Arnell. . . . .
„ V. crassicostata Warnst. 239 u.
A .„ v. propagulifera J. Web.
, v. seriata Breidler
. Kayseri Mol.
marchica v. capillaris Limpr.
„ V. fluitans Limpr. s. laxa . .
[AA DEDE ous ss
„ v. tenuis Boul. s. Árnellii.
wi o. VOR EEE OTRO S MERO S d
subcapillaris Kindb.
Wilsoni Braithw.
Wilsoni C. M. ماه مت
Pilotrichum .... PN UI.
arboreum P. Bea
wd OR NP UA ie
E
E
RB ان co e de
PUE E XA. A S NUS
و EN X
rvif
cuspidatum u 4 uk
domadm: DIDO . -. Cu
densifolum Lindb.. >- -s
€ n v. A. Br s curti-
olus ها و EE
v. ap in Spruce s. eurvif.
v. erispatulum Lindb.
v. densum Saut. s. v. Schimperi
v. eeiliatum Pfeff. s. v. laetum
" », Y. myurum Br. eur. . .
„ v. reeurvum Warnst. . .
23 9
3 79
5 ”
721
Seite
Neckera perpusilla C. M. . . 332
» Philippeana Br. eur. . 31
pilifera Sprue 580
, pulvinata C. M. ; 333
„ pumila: Wahlbg. . 312
" „ V. pilifera Jur. s. v. - Philippeana jin
ss ann Sobwogr c EA C
e eseana C. M. d rp iib
$ EA pens Fou 317
» Scluroides C. M. .-. 800
- h v eylindriearpa í 0 dt ¥.
morensis . 3
» Sendineriana Br. eur: E 316
x „ V. tenella i. s. v, rotundifolia 317
2 SRL. uv uus
i" » Hedw.-.- 405
RS » B Leyss. s. Camptoth Inden 408
x ROSE Wilde Vu ae, 511
5» -mihu-C. E US ar 305
splachnoides Sehwgr EES 329
ith . 324
7 te RER, 381
» tenella Kindb. s. complanata v, . 316
w- OUR BAE S.N vy on 510
i bishbsadofdes: Hartm. 318
» turgi ای رانا oui duo. s 309
» ۱ BOUL و 308
, » V. Jurasic Amb. zii 310
" „ V. mediterranea Limpr.. . . 309
wir viüuculósa Hed t ne, 353
^ sa V minor HoW: .. ... 352
Oligotri tatum Arn.s. Catharinea 249
5s glabratum Limdbo 270 4 2. 258
"» Jenna Lindh . و 259
w^ leevigatam Br. eur . : ..., 253
5c BOOT Lb. -. us 247
x. mmus LaL eio aS 248
Dil ond! BOB sc Los 316
` » rotundifolia Schpr. s. Neckera . 317
- ای Sebpr . s 316
trichomanoides var. Mitt.. . . 319
Dicedene 100 . is ua): 2
Üress elongata Brd -> o o ی 3
EE a Morini N 2
“ Mibllebbolon Drie. ما s. 2
v. compacta Lindb 3
Orthopyxis androgyna P. Beauv 214
s . longieola P. Boy... o es 19
» Negapolitana P. Beauv. . . . . . 241
s c Bluse FP Bene... s. V s. 215
= squama F. Bear ...... 205
Orthotrichum hereynicum Hoffm. 252
Seite
Pogonatum fureatum Brid. . ..... 26
* intermedium Hrd...—... 2
W ^. BOBL. 2 ux aT 955
» bn Angstr. psy 258
». nanum v. semidiaphanum Brid. . 255
2». Aorrepeum P. Beauy, -= . . 0
» polytricehoides Brockm. . . . . . 255
» pulverulentum P. Beauv 257
2» Pimlum F. Bonit: z v. 255
& CHEN Bild. u 261
subrotundum iadi Aoi Nr 255
Pohlia acaminatsa Hruseh... .. . a s 18
. nhe HA A 1L. E 18
„ albicans Lindb. ER 37
5 s annouos Lindb. —. E 31
s Wipuen RIBE ne 49
3 » V. purpurascens Schwer. . . 64
p Hhegala Lach. CH: 5 16
و . biashyeama EH. 18
BR Be. u.s e 42
s eoa Behwpr. <i „2% 5 56
so canen Lindh. o ی 36
s Here- De Nok o o voor 81
» Clavata Sendt. s. v. stricta 18
ER . .. 3 26
3 rwidens Lindb nwe 16
» orad B3 2.22 20
a Wwwenllste Bruch -o 2.24 24
4 eurviseta H. & H. s. v. brachycarpa 18
» Cylindriea Hrsch. s. elongata 18
» demissa Hab. . .. . . . - s
» dmepha De Not. |... 2...
بر donpatà Hedw.. vue o 18
7» . » V. acuminata Schwgr. 15
» „ ß cylindrica Brid. s. kaol 19
^ BR BLiudh ما 25 14
» mmachs HS MH... |. 5
* ^" BDBH. . s. w 3 UIS eol
= ab. re
„or Delne BW CLL iA
4 ات Brid.. =n ..9-—
» MCUs HÜbAA . - la = =>
» laetevirens De Not. si... و
o cda Bruch. . ی و
s» lenpwolislLliadb. -> 2. 5 >
s- lonpueta Bolo...
i-r eM Rn ی ECN
wide ی he OO
3?
^
» paradoxa Hüben.
» patens H. & H. s. v. arcuata . -
; Seite
Plagiothecium denticulatum v. undulatum
an 589 هد از ی
depresum Dixon & J. ..... 595 »
elegans (Hook) Schpr.. . . . . 597 و
h Weed PDié I 587
Inenysum De Not... OL 606 »
s. Meum Dr p ou sonus 588
p mam AN. uuu . O8b
Meeudot Lr... 2. 596 |
b ühlenbeckii Br. eur. ..... 589
Müllerianum Schp. 596 „
EN 598
neckeroideum v. myurum Mol. . 583 „
nitidulum Br. eur. à 2 AME وو
a X ee a. uos BS 4
594 و مج b amen Base,
V. suberectum Lindb.. . . . 593 » 5
Br enro- c >. . 586 و
palchellum Be ev. =. 593 . »
591 .0.2 یی o. reopens Llandb.
rostellatum Mol. ux a uera 596 ,»
Milde. roan 598 نها J
à y. reus Walt. & M. s. v
HBDOELO 2 4 52x 598
ug E E 591 و Seligeri Lindb. »
Silvatieum v. cavifolium Jur. . . 585 »
mm w*.myurum MeL. 2. 22, 585
V. orthocladum Schpr . 586 بر =
D ue Lb. o 585
Sullivanliae Bepr. .. . . . . 585 , »
trichophorum Vent, & Bott 580
iarmesom Book |... vu 594
Platydieta Sprucei Berk... ..... 508
Ienralerane ObpDE . x vou 9
Pleuropus caucasicus Lindb. . . . .. 410
mesons Lid... .5 408 >
ewoo BANG .. 2s oa 405 5
ineo Lisdb. . . . . ... 411
Pleurosopiis alaskana Kindb. s. Hypnum 674
pared ME... s si. 670
Slaskanum Lesqu. &J. . . . . . 674 . »5
p tleseens Ridb . . . .. ;. 670
Schreben Mit =- .. .. . aa
een aloides y defluens Brid. . . 957
B Dieksoni Hook. ...., 257 = =
V. minus Br. eur. s. v, minimum 257 „
v. obtusifolia Amann . ^ HDI =
260 را line Be... =
V. campanulatum Br. eur 261 » 3
Briosianum Farneti. . . . . . . 257 »
ntatum Menz. . . . 258 »
fascieulatum P. Beauv.. . . . . 257 و
Seite Seite
17 | Polytrichum commune v. f L. 267
15 $5 T, Mas or Put . 265
30 n v. ای Monk: &
15 Tayl. . 262 u. 263
32 a; V. و "Wahlbg. 262 u. 263
64 sý „a eampestre Wallr.. . . . . 269
28 „ V. humile Sw. s. v. minus 269
23 js . V. integrifolium Jens. . . . 270
23 » 4 M een Ehrh. 267
86 ^ , mug We.» V e 268
16 » 4 V. minus Weis. 1 ac EU MUN 267
86 j „ B perigoniale Br. eur. 269
16 „ V. pilosum Wils.. . 265
42 5 € serrulstum Rets... u . 268
25 j 54 diarias Ehrh. . 268
15 4 B o. ot. s. v. uliginosum 269
11 و eontroversum Prid N ale 249
192 » Graben Lati < s y oer. 264
189 . cubicum Lindb. s. v. minus . 269
178 "t „ V. fastigiatum Lindb. s. com-
186 inüneYRE . 5. syn, 269
181 = „ v. integrifolium Broth. 270
197 » oyündneub SW. lG vu 249
187 s gelwens BEA... - VV... 257
183 o o Dikson TB. < i12 s 257
192 5 dbun SOBEL 257
195 enesides Hole o CLOG 255
268 » -hseubtum Meise: .. ss. 257
256 ور —fastigiatum Eier s. var. . 269
257 » ferrari Bid. .. . u... 260
257 », formosum v. aurantiacum زو 263
. 256 P „ v. gracile Vent. & Bot 263
268 v. quadrangulare M ues. s.
270 formosum >. vice. 262
270 „.-Torcalum Hh. s 260
» glabratum Wahlbe. >.>. 258
261 » helveticum Schleh.. . . .. . . 264
» | hereynieum Hédw. ... . . مج 259
261 i Bob 25.5. 266
s. maplcatem Vo. : 267
261 „ inċonètans Hagen . . . . «s: 270
249 ». intermedium Brid. . . . ..- > 255
261 » A Jensenü Hagen . . . -> . 270
262 , juniperifolum Roth . . ۰. 267
263 ^» vem v. Web. & M. 268
263 » , ۷. siine Fied. . . . .. . 268
262 " , v. alpestre Br. eur. s. نب =
257 " بر V- gracilius Wahlbg. . - . -
261 = „ ¥. strictum E s. strictum ue
261 , laevigatum Wahlb....... - 253
258 „ laterale Crome s. v. minimum . . 257
258 » longisetum Sw. s < > = «> <» 268
Pohlia E H&R.
a H. & H.
ue end Lindb.. .
pulehella H. & H. بو X. s. polyseta
„ Lindb.
purpurascens R. Br.
rutilans Lindb.
Schimperi Lindb. An:
sphagnicola Lindb.. . . .
stricta Schultz .
tenella H. & H. .
diginoss Bruch. E a
H. s. v. arcuata .
xanthocarpa H. & H. v : polyseta
Zierii Sehwgr. .
Zelle siine Brit. N d
euspidata Brid.
horna Brid. ۰
ligulata Brid.
lycopodioides Brid.
i :
na
spinosa Brid.
a D RE e LA OF D DS e
aloides Hedw. . .
v. B & ۵ Mart. s. v. minimum .
» ۲۰ Dicksoni Wallm. Boe
aloefolium var. Scop.. . .
alpestre Hoppe
.Sw
B Wahlbg. من
V eylindrieum Lindb. s. v. .»
arcticum
V. laeve Retz s. v. septem- »
trionale
Lindb. وه ترا
la AE EE male nn
e d* e €
T iK v.
Mui Nin Bad.
arcticum Sw.
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Ra. Das a UN. vlt na) Sonn Sale
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P s minus "Whlbe.
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E]
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EI
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97
— 730 —
Seit Seite
Polytrichum mamillatum Lindb.. . . . 268 | Pseudoleskea plicata Kindb. . . . . . 415
„ marginatum Wahlbg.. . . . . . 9268 p „ V. rhaetica Kindb.. . . . . 0
U Amin OTDE ی و MT „ rupestris Kindh. . . . 4
3c mwEMcMes Necker. < : > a .. 400 „ Seiuroides var. oh Kindh: . 414
Lo manum sehreb. s. io 020855 „ stenophylla Ren. & Card.. . . . 362
z CM d T TA A E A E » فا هو Schpr. =... 00 I
^ pres bem. 46. v ovo v 269 ».. sabteetorum Thér: Eva PM
u borvegleum Hedw: >e -. . . 900 j. tectorum Sehpr. o تپ ST
4 Ohioense Ren. & ERN coo BOL 5, . emensus Bolt: S 0.20 20 0908
» pallidisetum Funck. . - * 262 | Pseudoleskeella heteroptera Kindb. . . 363
„ piliferum f hyperboreum C. M. 266 „ papillosa Kindb.. . . . 64
i Pan Gray, vous ; ai reae Pseudorhynchostegium turfaceum Lindb. 594
» pilosum Necker 265
5 inquum ANE 268 Psilopilum aretieum Brid.. . . . . . . 253
„ —pulverulentum caa > . . SBT | Pterigynandrum algirianum Brd. . . . 501
po paul SW. Ir. rs ME „` Aptulbiun Brd- r =- r oe
„ quadrangulare Gilib. : 268 و esatenulatam Brid: ۰۰ . . . .. 345
„ ramosum Gunn. s. v. RENTEN 261 » erinitum Brid.. . . . . . . . . 896
E TIHbhellum Meng 2:.2 2. 3 250 » decipiens Lindb.. . : 2942
. Semidiaphanum Brid.. . . . . . 255 » filiforme v. crassius Hartm. 5 v
» septemirionale P. Beauv.. . . . 4 decipiens . . . 942
a CE SS MCE, 961 " 2 lA ی Br. eur. . . 2
pum Sohrk.-. lis HC, 208 E .. v. majus De Not. s. v. repe 342
uc avabend Mong... . . v.s. 901 » fragile Sehleh.. E. : 338
„ Subrotundum v. Huds. . : . 956 » gracile Hedw.. . 336
M v.longisetum Lindb.s.nanumv. 256 ». heteropterum Bria. | 8. V. “decipiens 842
» STU "made v. "pubem 263 » intrieatum Hedw. . . . . > 388
w undatum Sehrk: i. ی ss . 186 , mutabile que toc acu c M 381
„ undulatum dena Ed suis kom r] p hervoum Brda . . scs n eu 343
"m Bau Funpk . . .. ..950 5» dr Me bilia. Pod- s. 0% 355
7 5P وه Hodw o... 5. un SMU 9 repens Brid: 5... o2 384
„ urnigerum & a . 854 » . Béoroides Brid. . . - en 300
a s. B Hu :c. vo BO ». Smithii Bri c vea E 305
e v. ite s Wahl ILICE ORE. po sinstum Duby, -e .— š E
تست efolium Ehrh. . - . . 268 | Pterogonium caespiticium Engl. Bot.. ۰ 341
E E Cup 8. ۰ nine. اه uc BD „ eatenulatum Sehleh. . . . - > 945
9 » B perigoniale Mart. . .. . 269 „ decipiens Kindb. s. v. en. 342
Porotrichum alopecurum Mitt.. . . . . 678 ». filiforme Sehwgr. 341
» Sugublolum Di os 679 » . heteropteram Bruch . .... 363
Pseudo-Acrocladium ت Kindb. 657 = „ Sehwgr. s. v. decipiens. - - 942
Pseudoleskea affinis Kindb. . . . 416 „ intrieatum Drumm.. . eas 384
» airovirens v. aci Ba. . + 9 » longifolium Sehleh.
e meer kodhe e ul 414 „ nervosum
» 7۳ Deher چا » Octoblepha
" eidl HD. o 412 u. 414 4. ornithopodioides Lindb
5» eatenulata Br. enr.. . 345 » perpusillum D
وود و AO uu. و 417 » repens
E Bo. . iu 368 s ان و Ton. - - SES
E وین Emib. s s. 359 & Bai Bl a oto res
» hyperborea lg 416 » یود Schwer.
» papillosa Lindb.. . . .. . . 364 um Al. Br
H. ei i Kindb. Zono wd Are Lindb. .
731 —
Hhynchcstégiini piliferum De Not.
praseox De No; Ua
موف er De Not. .
E , v. Schleicheri Brizi . .
E: , v. Swartzii Vent, & Bott. ;
» Progelii Saut. à j
„ pumilum De Not ku ues d deos
„ rusciforme v. atlanticum Br. eur.
v. irrigatum Brizi . .
۲ ah Mitt
Schleieheri Vent. & Bott.
speciosum Vent. & Bott. .
Stokesii De Not.. "n
strintülum Wa a oe hs
striatum De Not.
strigosum De Not
„ v. diversifolium Anzi: . .
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» ssynaum Kiandb. و 5
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„ V. brevifolium Lindb.
Vadia Vent. &
Welwitschii Schpr.. . . . .
Bbytopigia crispum N
ae reflexum in
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E mes Voto. WARE ی anus NE die.
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bee phyllum P. Beauv. . .
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Seleropodium purum Lindb. ۰ . ...
„ illecebrum v. ambiguum De Not.
Fato ri rivale Sehpt . «o
Semathophyllum aurieomum Mitt.
یتمه pibe d OR
i drogynus Lindb. . . . . . . .
s piusrs Lindb. . is ro de.
» turgidus Lindb. همم
Sphagnum arboreum Huds.. . . .. .
„ heteromallum Dill... . - .. :
Stableria gracilis Lindb. . . . موم
Stereodon alpicola Lindb. s. Pylaisia
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„ Bambergeri Lindb.. . .
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Ptychodium Breidleri Kindb.
„ erectum Culm. .
», euchloron Bruch.
oligocladum Limpr. 2
Bonn cernuum Hrsch. s. Br.
pendulum . .
» اب =: TOO ی e
و compactum Hrsch. s. Bryum
pendulum Hrsch.
RER radicans La Pyl. . . .
Pylaisia chrysea Mitt., resp. unt & Bott.
. Confervoides Lindb. s. EDE pua
و ineurvata Mitt. s. Hy en
„ intricata Vent. & Bot
» Ontariensis C. M. s. polyantha
» polyantha v. paludosa Bryhn
» rubella Mitt. s. رای وی
i.
» rufescens De Not., resp. Mit
y Soloymi Kindb e Sul.
» مه De NOES Jess
subrufa Wils. s. kuchen
ی و Grout.
m olyantha Grout. . .
ee seien Kiudb.s
» Novae-Cesareae Austin. . . . .
Rhegmatodon parvulus Hpe.
Rhizomnion Mi
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Rhynchohypnum Mibi Hpe..
میج e Lindb.
rogynum Br. eur.
x "ordei Da Nob. =n aa
» haum De Not .. US
» confertum v. elatior Mol. s. murale
v. éomiplanalum . 2 » -
» - » V. hereynieum Jaeger & S..
» : Crassinervium De Not. . ... . .
و eurvisetum Lindb. resp. Sehpr. .
m „ V. litoreum Vent. & Bott.
z » V longinerveLindb.s. Jacquinii
b Aeg Poé. u... 2s 3
domidan Br emo... x.
„ Lange s. er
epressum Br. eur... 2009 s. .
dens LIED. uoo le.
» V.terrestre Lindb. s. v. Schimperi 598
Funckii De Not. s. Brachythecium
hiemem Bolsa. c...
mediterraneum Jur. . . ....
meridionale De Not. . . . . .
myosuroides De Not... . . . .
ni
— 132 —
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Stereodon compactus Mitt. . . . . .. 593 | Stereodon trifarius Brid. ۰ . . . . .. 660
(Pylaisia) confervoides Lindb.. . 509 4 - Varfaceus Milk) 27, 0 و 594
» . erista-castrensis Mitt... . . . . . 4 5, fürgescens Mitt... „. . - 4 vs 661
s presa Brid Eo 621 4 unemnabue Mit o- cora M
۳ » V. Vaucheri Lindb. . .. . 619 4 uwüSdabius MOL 581
s. cda Mill. uv na e . 6057 2s VAIO Brid. Mu eee UEM
» meten fid. dz 865 1 itt. MN 514
e be MUM. . AUR o 588 هی a [indb . a n UC DE G 619
„ fastigiatus v. Bass landbo > - 6l4 N vernicosus Mit. uie A. 545
- p fele Ligdbol X wh x 608 1 Ka ee Rec 68
„ fileinus Mitt. 530 ES ee E W. Arn. 214
„ giganteus Mitt aros DT 573 و pabi W. Àm. o Se oen 218
= nadae BOR 4... 0m s nh "W. y otis ise E 216
. hamulosus Lindb. . . . . . . . 624 | Thamnium alopecurum v. MEAS
» Aids Mt. Vue ou os 656 Husn. s. v. proten 679
». AMipbnen BHL s es x. 615 „ v. pendulum Mol. Ripe 679
5 Wenrraine MUS uos 606 Thedenia suecica Br. eur. . . . 984 u. 387
Pr „ var. Blyttii Lindb gia Qus 607 | Thuidium ambiguum De Not.. . . » - 368
= 15 agn Tindika a", 380 „ eatenulatum De Not... . -» »- - 345
CG maU ME GIL es 560 „ delieatulum Br. eur. . . - - * * 974
„ lapponicus Lindb. s. v. lapponicum 397 a Aiax MNindh en 532
s hone Lindh. 1... 604 uc Blum Kindb. ae cl 530
» Iamlis Lidb. .. ..... 028 » intermedium Philib +: 373
«c miulllus Bd, O 3^. 807 4, lansum Hagen . . +: 002 378
» cheekeroöidene MH... =- ua 582 و laneastriense Aust.. . . - «+ * 368
po nemorosus Lüdb. u, . .. .. 603 », pallens Lindb.. . . » - as DIO
». nitidulus Mitt. s. Isopterygium . 594 » .pulehellum Geheeb . . - - + 368
2 cese Mi Sulo 649 , reeognitum v. delicatulum Warnst. 372
» nies ladb . ... cs 9 3 v. radicans Kindb. s. Philiberti 3
3 Y ze Lindb. . 611 11 Bolus Mocca 349
rans Lindb.. 610 , splendens Brockm.. . sr - + 673
» بخ ید s. تسد . 698 „ tamariscifolium Lindb. . . - » > 371
و pbubha lh... . . 3% 626 » virginianum Lindb. . eny o! 368
» (Pylaisia) polyantha Mitt.. . . . 386 | Timmia alpina Laur. s. salisburgensis . 243 A
s o Pubie AB 4°. 598 3 „ v.salisburgensis Hoppe desgl. 243
» o ABE... v usur 519 , austriaca ß alpina Hartm. - 242
. recurvatus Lindb. & Arn. . . . 618 n wx Hüben. s. ie
» SEA ME. o . . vo Eod 610
» voluta MER . e 620 »
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5 pas Mitt ais 525 »
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» Serpensv. subtilis Brid. s. Amblysteg. 510 »
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„ pulchella Jur. . 33
Bei S 35
pyriformis Brid. . 5
» Hedws. OL : b
. sessilis Lindb. s. Diphyseium . . 274
strangulata N. v. E. s. var. ۰ 23
tenuifolia Bryhn . . . 27 u. 18
» Tozeri Schpr. . 34
, traehydontea Sanio 16
, Weigeli Brid.. . : 25
Weisia compaeta Jedi & H. 3
G ee Hrsch. 3
m é BECI 56
à 1 fus. ; 2
> ngata Hrsch. 3
nigrita Hedw. es 212
pennata Sehrank. 311
viridissima Brid. . 218
Zieria demissa Schpr. . . . . - - 12
, ]ulacea Sehpr. . 11
733
25:0;
Triehostomum seiuroides Web. & M..
Webera affınis Bruch.
, ` albicans Sehpr. .
„ V. glacialis ین
alpina ۰
annotina v. ات Ruthe & Gr er
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bicolor H. & H..
Breidleri Jur. . .
bulbifera Warnst.
eaespitosa H. & H.
, ealearea Warnst. s. Mniobryum ;
» carnea Schpr. . .
clandestina Hedw :
eommutata v. هد Dix, s
۰
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„ Cucullata v. carinata Hoe à
» » v. nova Payot.
Diphyseium Ehrh.
elongata f FERNE ین
5s » v. minor Schwgrs. acuminata v.
grandiflora H. Lindb
alleriana Hedw. .
intermedia Schleh. .
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